Sonntag, 13. Februar 2022

Fotobearbeitung

Zu den Arbeiten am Laptop für den Blog gehört auch die Fotobearbeitung, denn jedes Foto hier im Kuhblog ist bearbeitet. Da hatte ich von Anfang an meine Ansprüche an mich und lieber kein Foto als eines mit dem ich nicht zufrieden bin. Und keine Fotos zur Dekoration und Symbolfotos auch nur selten.

Was ich an den Fotos bearbeite:
- Ausrichtung, dass es nicht schief ist
- Zuschneiden, wenn nicht zentriert oder was am Rand stört
- Helligkeit/Licht
- Farbsättigung, meist erhöhen
- Kontraste, meist erhöhen
- Unkenntlich machen von Kennzeichen und Ohrmarken
- Die Internetadresse des Kuhblogs als Signatur reinschreiben

Bei der Software bin ich absolut an der Basis unterwegs:
Ursprünglich hatte ich den Microsoft Picture Manager, den verwendete ich schon seit mindestens 2006. Beim Update des Vostro auf Windows 7 war mir das ganz wichtig dass der da extra wieder drauf kam, auch wenn der da nicht mehr zum üblichen Umfang gehörte. Wegen der Bedeutung des Laptops als Schreibgerät für den Kuhblog.
Screenshot vom Microsoft Picture Manager bei der Bearbeitung des Fotos für den Post vom 28.12.2020:




 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mit Windows 10 auf dem HP wurde es mit den Picture Manager schwerer weil den Microsoft schon länger komplett eingestampft hatte. Daher bin ich auf die integrierte Bearbeitungsfunktion der Fotoanzeige umgestiegen, die hat zwar einen geringeren Funktionsumfang, reicht aber meistens auch aus, bisher habe ich noch nicht extra deswegen auf dem Vostro gearbeitet.
Screenshot bei der Bearbeitung des Fotos für den Post vom 07.02.2022:

Fortsetzung folgt!

Benjamin
 

 

Donnerstag, 10. Februar 2022

Schreibgerät

Mal wieder ein Post, den ich schon vor langer Zeit schreiben wollte. So geschätzt seit anderthalb Jahren. Und zwar etwas aus der Kategorie "Kuhblog intern"; auf welchem Computer ich die Blogartikel schreibe.
 
Computermäßig bezeichne ich mich als mittelmäßiger Anwender. Mit meinem Vater als Informatiker hat da gar nix abgefärbt sondern eher das Gegenteil: Mit solcher Expertise im Hintergrund hatte ich gar nicht die Notwendigkeit mich damit tiefergehend zu beschäftigen. Genau das was ich über die Personalführung als "Hoffnungslosige Unselbstständigkeit" und "Service-Mentalität" sage.




 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Links mein Zweitlaptop, der wurde Anfang 2021 degradiert. Das ist ein Dell Vostro 1500 von 2008, den habe ich damals von meinen Eltern geschenkt bekommen und der hat mich treu durchs Studium begleitet und danach weiterhin und auch die ersten 1250 Posts vom Kuhblog. 2015 bekam der einen neuen Akku und eine SSD-Festplatte und das Betriebssystem wurde von Windows Vista Business auf Windows 7 umgestellt, was ich doch bereut habe, denn Vista lief schneller und stabiler.
Die Kamera habe ich irgendwann zugeklebt, wie das mit Innenraumüberwachung diverser Geheimdienste aufkam.
Das Hintergrundbild darauf ist ebenfalls eine Referenz vergangene Zeiten, 2012 aufgenommen im südlichen Rheinhessen mit Blick Richtung Rhein, inzwischen stehen da sechs Windräder im Bild.

Rechts mein Erstlaptop, ein HP EliteBook 8470p mit Windows 10. Das habe ich seit 2020 und war da auch schon ein paar Jahre alt. Bisschen kleiner und vor allem leichter als der Vostro.
Das Hintergrundbild ist mein Standard-Brandenburg-Kuhfoto, die Boberower Trockensteherweide.
Externe Tastatur und Maus sind glaube noch älter als der Vostro und der HP steht hier in seiner Docking-Station.
 
Also damit werden die Kuhblog-Posts geschrieben.
In diesem Zusammenhang ein großes Dankeschön an meinen Haus-und-Hof-Informatiker! 

Fortsetzung folgt!

Benjamin

Montag, 7. Februar 2022

Vorfrühling

Richtiger Winter ist momentan nicht. Eher eine Art Vorführung. Kein Nachtfrost, tagsüber 5 bis 8 Grad, recht windig und Regen.
Im Radio kam die letzten Tage, dass es zu warm ist und die Igel vorzeitig aus dem Winterschlaf aufwachen. Da kann ich mich daran erinnern wie Anfang 1997 ein Igel in die Baugrube vom Nachbarhaus (vgl. Post vom 08.04.2021) gefallen war.
 
Bei Sonnenschein im Feld unterwegs und der Blick über einen abgefrorenen Senfacker hinweg in die Weite der Brandenburger Landschaft. Das mag ich so sehr; in Rheinhessen wären da mehrere Straßen und zwei bis drei Dörfer im gleichen Blickwinkel:

Benjamin



Freitag, 4. Februar 2022

Mondkälber

Die Idee zu diesem Post kam mir als wir über die Ursachen der Abkalbewelle in KW2 sprachen (siehe auch Post vom 17.01.2022). Der Einfluss des Mondes wurde auch aufgeführt. Es war in dieser Woche zunehmender Mond und am  Dienstag der dritten Woche Vollmond.

Den Einfluss des Mondes halte ich erstmal für Hokuspokus umd Humbug. Es gibt Strömungen in der Landwirtschaft die Mondphasen für wichtig halten, aber das ist nicht meine Art der Landwirtschaft.
Klar die Gezeitenkräfte, aber an Land merkt man die doch gar nicht, das ist alles so gleichmäßig, das sind schließlich keine Erdbeben.
Eine Theorie wäre, dass Kühe kurz vor Neumond kalben und dann beim nächsten Vollmond die schon mobileren Kälber nicht so leichte Beute für Raubtiere sind. Aber wie können die Kühe den optimalen Zeitpunkt abpassen? Irgendwelche hormonellen Reaktionen auf das Licht? Die ganzen Lichtprogramme die einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben sollen brauchen 200 Lux (siehe auch Post vom 28.08.2021) und dagegen kommt der Vollmond auf nicht einmal 1 Lux. Und wenn es bewölkt ist?

Daher habe ich zu meiner großen Datensammlung an Kalbungen den Mondkalender eingefügt. Zuerst wollte ich es in vier Phasen einteilen (Neumond, zunehmend, Vollmond abnehmend) zu jeweils einer Woche. Das erschien mir dann doch zu ungenau für einen möglichen Einfluss der Lichtstärke über mehrere Tage hinweg. Die Datenmenge hat es vom Umfang hergegeben das auf einzelne Tage im Mondmonat zu beziehen. Und die Trächtigkeitsdauer habe ich auch betrachtet ob der Mond es verkürzt oder verlängert, nach Geschlechtern getrennt, denn die männlichen Kälber haben eine längere Tragezeit.
Den Vollmond habe ich auf den siebten Tag gelegt, dass der Rest vom Monat ("Tag 30") nicht direkt vor Vollmond liegt und es möglicherweise verzerrt.
Die Tragedauer schwankt schon stark, Einflüsse sind dabei kürzere Zwillingsträchtigkeiten und längere von Kreuzungskälbern die ich beide nicht herausgerechnet habe. Statistische Tests habe ich auch keine durchgeführt.

Meine Interpretation der Tabelle: Keine Einflüsse, die Schwankungen sind Zufälle.

Benjamin



Montag, 31. Januar 2022

Typisch Stallkatze

Ein Schnappschuss von Mikesch der beweist dass die Stallkatzen (felis rustica) keine eigene Art sind sondern auch Hauskatzen. Der Begriff Stallkatze ist nur ein Angabe des Lebensraums und der Tätigkeit.

So kommen auch katzentypische Verhaltensweisen zum Vorschein wie die Affinität zu Pappkartons jeglicher Art.

In der Kiste sind die Ohrmarken für die Kälber (siehe Post vom 26.07.2019). 1000 Ohrmarken sind eine Serie (001 - 000) die in vier Kisten je 250 Ohrmarken verpackt sind. Jeweils 5 Ohrmarken sind nebeneinander in Blistern mit den vier Einzelmarken (männlich und weiblich, linkes und rechtes Ohr) und dem Röhrchen für die BVD-Ohrstanze, 10 Ohrmarken sind in einer Plastiktüte. Und so eine Plastiktüte wollte ich aus der Kiste holen. Also in der Kälberküche vom Schrank genommen und auf den Tisch gestellt um die richtige Tüte mit den nächsten Ohrmarken zu suchen. Kaum hatte ich die rausgenommen:

Benjamin 


 

Freitag, 28. Januar 2022

Giselas Stammbaum - Teil 2

Gisela (84170 AGB Gisela), Vater Guarini (siehe auch Post vom 23.01.2014), Muttervater Bill ist in der ewigen Liste meiner Lieblingskälber/fäsen/kühe auf dem zweiten Platz. Siehe auch Posts vom 15.10.2014, 05.11.2015 und 18.12.2015.

Ihr Stammbaum war schon mal vor gut sieben Jahren im Kuhblog gewesen (siehe Post vom 28.02.2015). Damals habe ich es sechs Generationen weit aufgeschrieben, aber dabei nicht alle Zweige so weit zurück verfolgt. Von 64 Vorfahren in der 6. Generation hatte ich da nur 33 aufgeschrieben. Wahrscheinlich weil im Herde nur die Bullen mit zwei Generatonen zurüc hinterlegt waren und es auch schon unübersichtlich wurde.

Wie ich letztes Jahr Perles Stammbaum (siehe Post vom 29.07.2021) ganz ausführlich aufgestellt habe kam mir der Gedanke das auch für Gisela noch mal ordentlich zu machen.

Giselas Stammbaum 5 Generationen weit zurück:










Wo es oft heißt, dass durch die genomische Selektion der Bullen der Inzuchtgrad angestiegen sei, weil jedes Jahr in Deutschland nur noch rund 250 statt der vorher 1.000 Bullen in den Besamungseinsatz gehen. So ist Giselas Stammbaum im Vergleich zu Perles der Gegenbeweis, denn durch die heute schnellere Generationenfolge bei den Bullen rücken dieses schneller nach "hinten" in der Abstammung. Da sind bei Perle fünf Generationen zurück weniger Vorfahren mehrfach im Stammbaum vertreten.

Benjamin

Montag, 24. Januar 2022

Papilloma

Ein Schnappschuss von letzter Woche, denn ich habe bei einer der tragenden Färsen Papilloma entdeckt und mir als Erstes gedacht: "Das habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen."

Verursacher ist das Bovine Papillomavirus, das mit dem humanen Papillomavirus verwandt ist, das beim Menschen Gebärmutterhalskrebs verursacht. Bei Rindern sind es aber gutartige Tumore, die irgendwann vertrocknen und abfallen. Bisher habe ich die Wucherungen nur bei Färsen an Hals, Nacken und Kopf gesehen. Auf den ersten Blick sieht es aus wie beginnende Kälberflechte, aber nicht von flächiger Ausehnung und "dreidimensional".

Erstmals habe ich das 2014 mal gesehen und meinen Tierarzt danach gefragt, der es mir dann erklärte und sagte dass es harmlos ist solange es nicht ans Euter wandert und die Striche befällt. Soweit kam es aber nie und man sieht es gefühlt auch nur alle paar Jahre mal an einzelnen oder auch paar mehr Färsen, zumindest so oft dass man sich noch dran erinnert was das überhaupt ist.
Ganz zu Anfang habe ich auch im HERDE extra einen Kommentar "BPV" angelegt um die betroffenen Tiere zu markieren und die dann wieder gelöscht als ich wieder mit ihnen als Kühe zu tun hatte und man gar nichts mehr davon sah.

Benjamin
 

 

Freitag, 21. Januar 2022

Sechs Geschmacksrichtungen

Ein wichtiger Bestandteil meiner "Beladeliste" (siehe Post vom 23.12.2019) sind neben den Handschuhen die Fettstifte. Das ist eines der wichtigsten Werkzeuge als Herdenmanager zur Markierung von Kühen und um Informationen an der Kuh anzubringen.

Bei der Frischabkalberkontrolle in den ersten 10 Tagen nach der Kalbung mit der Vier-Farb-Methode die Striche zur Dokumentation direkt an der Kuh, dass man auf einen Blick sieht wie die Tage zuvor derTemperaturverlauf war.

Zur Markierung welche Arbeiten bei der jeweiligen Kuh anstehen, z.B. Besamung und in welche Gruppe sie anschließend zurücksotiert werden muss. Siehe Post vom 11.01.2017.

Oder zum Spaß als Foto für den Kuhblog. Siehe Posts vom 06.01.2018 oder 30.03.2018.

Und was es mit den Geschmacksrichtungen auf sich hat: Das war mal bei der Zuchthygiene als die zur Behanlung auf der Stirn markierten Kühe von ihren Nachbarinnen im Fressgitter die Farbe großteils abgeleckt bekommen hatten. Da sagte ich zu unserer Tierärztin: "Orange schmeckt ihnen halt besonders gut."
Daher gilt:
Grün - Limette
Gelb - Zitrone
Orange  - Orange
Rot - Erdbeere
Lila - Brombeere
Blau - Blaubeere

Benjamin
 


 

Montag, 17. Januar 2022

Blaue Handschuhe

Besonderes gibt es aktuell nicht viel, außer viel Arbeit, denn die letzte Woche haben doppelt so viele Kühe gekalbt wie üblich. Natürlich sind es nicht immer gleich viele Kalbungen jeden Tag und es gibt Schwankungen nach oben und unten, extremere auf einzelne Tage bezogen, aber 200 % für eine Woche ist dann schon außergewöhnlich.

Eine Kleinigkeit hat mich heute aber geärgert: Die Handschuhe. Und zwar die blauen. Über die Besamungshandschuhe habe ich schon mal was geschrieben (siehe Post vom 26.12.2015).
Die blauen Handschuhe sind für mich ein wichtiges Merkmal und persönliches Identifikatonssymbol als Kuhbauer. 
Das hat vom Anfang an meiner Kuhzeit damals auf Hofgut Neumühle begonnen, dass beim Melken Handschuhe getragen werden und war dann das Erste was ich gleich in Boberow eingeführt habe. Die Haut ist alles andere als glatt und da können sich viele Erreger drin festsetzen, die man dann von Kuh zu Kuh schleppt. Handschuhe mit ihrer glatten Oberfläche kann man gut abwaschen und vor allem nach der Melkzeit wegwerfen. 
Ich habe das derart verinnerlicht, dass es sich falsch anfühlt wenn ich mal (selten) ohne Handschuhe ein Euter anfasse.
Neben der Hygiene an der Kuh dienen die Handschuhe auch der eigenen Hygiene, denn zum Arbeitsschutz gehört der Hautschutz mit dazu. z.B. bei Kälberdurchfall oder als Extrembeispiel wenn man in geöffneten Abszessen rumfingert um abgekapseltes Gewebe herauszuholen (siehe auch Post vom 24.10.2016).
 
Die Handschuhe bestehen aus Nitril und sind für den einmaligen Gebrauch vorgesehen, wobei ich die auch mehrfach verwende, normalerweise verbrauche ich so drei bis vier Paar am Tag. Im vorderen Seitenfach meiner Gürteltasche habe ich immer frische Handschuhe dabei und in der Hosentasche hinten links Benutzte die noch mal verwendet werden können. (Siehe auch Post vom 23.12.2019).
Es gibt sie auch in einer stärkeren Ausführung wie sie auf der Neumühle verwendet werden was für mich dann ungewohnt ist vom Tastgefühl.
Einweghandschuhe gibt es in verschiedensten Materialien, wovon Nitril für mich vor allem von der Widerstandfähigkeit das beste ist. Latex hält nix aus und reißt schnell, Vinyl ist recht starr, zerreißen deutlich schneller als Nitril, sind vom Gefühl nicht so gut und kriegt man eigentlich nicht ausgezogen ohne sie kaputt zu machen.
Und ganz wichtig ist puderfrei, das Zeug ist gar nicht gut für die Haut wenn man die den halben Tag lang an hat.

Normal trage ich Größe 7/S, je nach Hersteller ist das genau passend oder tendziell zu klein weil die Finger etwas zu kurz sind. Aber lieber stramm sitzend als zu locker. Ja, ich habe so kleine Geburtshelfer-Hände. Im Hochsommer oft Größe 8/M, weil ich dann mit schwitzigen Händen nicht mehr in die S reinkomme. Im Winter auch Größe 10/XL über den normalen Arbeitshandschuhen drüber wenn es sehr kalt ist.

Vor zwei Jahren mit Aufkommen von Corona wurden die Handschuhe wie alle medizinisch verwendbaren Produkte knapp, mittlerweile ist es eher wegen dem nicht mehr so reibungslos laufenden globalen Handel. Da Größe S nicht so viel gebraucht wird konnte ich die Nitrilhandschuhe mir bis dieser Tage einteilen und jetzt nur noch "halbtags" und ansonsten auf die aus Vinyl ausweichen.

Links Nitril, rechts Vinyl:

Benjamin




Freitag, 14. Januar 2022

Abgang von Esmeralda

Esmeralda war eine Kuh in der ersten Laktation. Die besten Kühe kennt man nicht, weil sie keine Probleme machen. Esmeralda machte bis zum Schluss keine Probleme, hatte aber trotzdem ein Großes: Einen Tumor im Unterkiefer.

Abstammung von Esmeralda:
 x Emtoro
  x Sudan
   x Bonatus
    x Hornezathe
 
Von Emtoro stammt das E als erster Buchstaben des Namens. Über die Benennungsregeln der Kühe muss ich auch mal einen Post schreiben...
 
Für ihre erste Laktation hatte sie nach 270 Tagen eine Hochrechnung für die 305-Tage-Leistung von 8.432 kg mit 4,01 % Fett und 3,46 % Eiweiß. Das ist etwas unter dem Schnitt der brandenburger Jungkühe.
Ihre Krankenakte war auch sehr dünn, bei den letzten beiden Mal Bestandsschnitt der Klauen hatte sie leichte Dermatitis Digitalis ("Mortellaro") drin stehen.
Und sie war auch schon wieder tragend, vom Bullen Casio und sollte Ende April kalben mit dann um die 384 Tagen Zwischenkalbezeit.

Sie war mit der Leistung eingebrochen von 25 auf 5 kg am Tag und kam deswegen zum Tierarzt. Sie war soweit in Ordnung und auch munter und der Tumor im Unterkiefer fiel eigentlich zufällig auf. Sie kaute zwar wieder, fraß aber trotzdem zu wenig, dass sie ihre Leistung nicht mehr halten konnte. Auch von der Kondition her war sie am unteren Ende des Üblichen. 
Und da die Prognose sehr schlecht war ging sie jetzt zwei Tage später zur Schlachtung. 

Benjamin
 

 

Dienstag, 11. Januar 2022

Jahresstatistik 2021

Jetzt noch endlich die Jahresstatistik für 2021. 

Die beliebtesten Posts 2021:

Statistik der Zugriffe:
Verweisende Internetseiten: Eigentlich nur noch welche von Google. Agrartechnik-im-Einsatz ist nicht mehr dabei, da im Dezember 2020 offline gegangen.
Browser: Chrome vor Firefox, Dritthäufigster Safari.
Betriebssysteme: Windows, Android, Macintosh, i-Phone.
Länder: Mehr als die Hälfte der Zugriffe aus Deutschland, an der zweiten Stelle USA, dann abgeschlagen im Vergleich zu den letzten Jahren Italien, an vierter Stelle Schweden, dann Österreich, Luxemburg, Schweiz.

Suchanfragen, bei denen Google auf den Kuhblog verwiesen hat und die ich Posts zuordnen konnte:
"Inra 95". Ganz klar meinen beiden Posts über die INRA 95-Kreuzungen: Siehe Posts vom 07.08.2021 und 19.12.2021.
"Claas Lexion 8900 tt Cabine". In einem meiner Posrs über die Agritechnica 2019 hatte ich ein Foto vom Lexion 8900 TerraTrac (27.11.2019).
"Hochtiefbox mit Häckselstroh": Das notdürftige Einstreuen der Boberower Liegeboxen mit Stroh (Post vom 14.05.2015).
 
Benjamin

Samstag, 8. Januar 2022

Geboostert

Heute habe ich meine Booster-Impfung gegen Covid bekommen. Ganz günstig gelegen an meinem freien Wochenende auch wegen des morgigen Sonntags wegen möglichen Impfreaktionen. Denn bei der Erstimpfung hat es mich dermaßen umgehauen dass ich nicht arbeitsfähig war und ich von den zahlreichen Arbeitsunfällen absehen den ersten Ausfalltag seit 2008 hatte.
 
Es hatte so lange gedauert, weil ich eigentlich die Impfung über den Kreisfeuerwehrverband machen wollte. Die hatten sich aber scheinbar doch verkalkuliert wie viele Feuerwehrleute es im Landkreis gibt, das wurde zuerst verschoben und dann abgesagt und da habe ich die Impfaktion der Gemeinde genommen. Am anderen Ende des Gemeindegebietes im dortigen Kulturhaus, die örtliche Feuerwehr hat geholfen und die Arztpraxis aus dem Hauptort geimpft. Alles super organisiert und mit erstaunlichem Durchsatz, Auf kommunaler Ebende geht dann doch mehr als von ganz oben herab mit dem riesigen Bürokratieapparat. Das stimmt mich versöhnlich, wo ich die Humanmedizin eigentlich skeptisch sehe, einmal der sorglose Umgang mit Antibiotika und dann die Schuld an Antibiotikaresistenzen der Landwirtschaft in die Schuhe schieben wollen und dieses langsame Vorankommen bei den Corona-Impfungen. Im Normalbetrieb krieg sogar ich ohne große Anstrengung bei den Rindern über trausend Impfungen im Jahr hin...

Habe den Impfstoff von Moderna bekommen. Man wollte mich schon in die Schlange für den von Biontech verweisen: "Sie sind doch bestimmt unter 30!" "Nein. Ich stehe hier richtig." Ich wollte eh den Jüngeren nicht den Impfstoff wegnehmen und Moderna soll eine höhere Wirksamkeit gegen O haben. Da kommen jetzt meine paar verbliebenen Altgriechischkenntnisse durch die Buchstaben selber statt ihre Namen zu schreiben.
 
Auf dem Heimweg noch bei der Apotheke vorbei und das Impfzertifikat geholt. Das hatte ich bei der Erstimfpfung gar nicht; da war ja auch noch nicht im Gespräch gewesen die Impfpässe prinzipiell als gefälscht einzustufen.



Dienstag, 4. Januar 2022

Nächtlicher Stromausfall

Gestern begann die erste Woche im neuen Jahr gleich mit einem Stromausfall. Wo ich schon einige Stromausfälle hier in Brandenburg miterlebt habe, weil durch die geringere Bevölkerungsdichte das Stromnetz nicht so stabil ausgelegt ist wie damals in Rheinhessen.
Meistens sind die Stromasufälle nur für maximal eine halbe Stunde, sodass das Netz genau dann zurück kommt wenn die Notstromversorgung steht. Das längste was ich bisher erlebt habe waren 21 h gewesen (siehe Post vom 09.10.2017).

Gestern war es aber tatsächlich der erste nächtliche Stromausfall den ich mitgemacht habe. Morgens ging in meiner Küche das Licht nicht, im Badezimmer auch nicht und beim Blick aus dem Fenster die Straßenlampen auch nicht. Also Stromausfall. 
Erster Gedanke: Zum Jahresbeginn sind wieder viele Kapazitäten aus der EEG-Umlage gefallen und unterliegen nun der Volatiität der Strombörse und am ersten Montag gibt es gleich einen Blackout...
Mit der Handylampe gefrühstückt und als ich gerade ins Auto stieg war der Strom wieder da, aber nicht in den anderen Dörfern und es ist schon gespenstisch bis total ungewohnt durch stockfinstere Ortschaften zu fahren. So sehr ist doch die Zivilisation vom Strom abhängig.

Die Anlage war auch dunkel. Also den Notstrom organisiert, was diesmal auch sehr gut funktioniert hat und mit nicht allzu großer Verzögerung mit dem Melken begonnen werden konnte. Nach gut einer Stunde war das Stromnetz wieder da. Und da die Milchkühlung nicht so lange ausgefallen ist gab es da auch keine Probleme.

Das war mal wieder Abenteuer Brandenburg. Aber eher von der lästigen Sorte und nicht der aufregenden.

Benjamin

Samstag, 1. Januar 2022

Start in 2022

Allen Lesern des Kuhblogs wünsche ich ein gesundes neues Jahr 2022!

Wie eigentlich jedes Jahr gibt es kein winterliches Foto zu Neujahr. Wir haben hier momentan frühlingshafte Temperaturen. In der Neujahrsnacht 12 Grad. Für mich absolute Wohlfühltemperatur, für die Kühe schon etwas zu warm.

Ein Neujahrsfoto gibt es trotzdem. Direkt aus dem Kälberstall. Hatte als Lückenbüßer Nachtschicht bei den Kälbern und es war garantiert nicht langweilig... Vom Jahreswechsel hat man es nur gehört, dass das hier mit dem Böllerverbot doch nicht so weit her war.
Erstes Kuhblog-Foto für 2022. Das ist aber gecheatet, denn ich habe mir die Kälbergruppe von 6 - 7 Wochen Alter ausgesucht, zwischen noch schreckhaft und schon gechillt sind die neugierig und aufdringlich; ideal für Fotos:
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gleich danach fing das Jahr mit einem Fehlstart an: Eine Färse mit Schwergeburt. Nix Großartiges sondern routinierte Geburtshilfe. Das Kalb lag zwar richtig, die Beine waren aber nicht ganz ausgestreckt, sodass es mit dem Kopf zwischen seinen Beinen und dem Becken stecken blieb.
Da bin ich nicht abergläubig, dass das ein schlechtes Zeichen war.

Der Kuhblog geht nun in sein 10. Kalenderjahr! Also steht rechts in der Postliste mit 2022 jetzt ein zehntes Jahr.
Was es jetzt demnächst gibt:
Als nächster Post die Statistiken für 2021.
Der Abschluss der Futterserie.
Zur Zeit treibt mich ziemlich die Agrarpolitik um, aber darüber werde ich nicht schreiben, der Kuhblog war immer recht unpolitisch, das waren bisher nur eine Handvoll Posts gewesen. Für diesen Bereich gibt es zuhauf andere Blogs.
Und der Kuhblog bleibt auch weiterhin werbefrei und ohne Sponsoren. Das will ich extra betonen weil in meiner persönlichen Bilanz bezüglich Social Media für 2021 mir vor allem die zunehmende Kommerzialisierung extrem aufgefallen ist.

Benjamin

Mittwoch, 29. Dezember 2021

TMR und PMR

 - zur Übersicht der Fütterungsserie -> hier -  

TMR steht für Totale Mischration
PMR steht für Partielle Mischration, landläufig auch unter aufgewertete Grundration oder Teil-TMR bekannt, wobei das ein absolut schwachsinniger Begriff ist weil in sich widersprüchlich.
 
Bei der TMR werden alle Futterkomponenten zusammengemischt, das ist der "Eintopf für Kühe". Neben den arbeitswirtschaftlichen Vorteilen mit dem Futtermischwagen hat es vor allem ernährungsphysiologische Vorteile: Bei entsprechender Mischqaulität können die Kühe nicht selektieren und mehr oder weniger von einzelnen Futtermittel fressen, sondern so in der Zusammensetzung wie es anhand des Bedarfs berechnet wurde. 
Zudem glättet die TMR die subklinischen Pansensacidosen, die negativ auf die Pansenmikroben und somit auf die Leistung des Pansen wirken. 
Bei viel Faser auf einmal steigt der Pansen-ph-Wert. bei viel Stärke (Kraftfutter) auf einmal sinkt er. Wenn er in der extremen Form stärker sinkt gewinnen unter den Pansenmikroben die Milchsäurebakterien die Oberhand und silieren quasi den Panseninhalt. Dabei sterben die anderen Pansenmikroben ab und die Pansenschleimhaut löst sich auf. Das ist tödlich und der klassische Unfall wenn Kühe die Möglichkeit bekommen sich an Kraftfutter sattzufressen. 
Die subklinische Acidose ist ein nicht ganz so starkes Absinken, aber auch schon mit negativen Auswirkungen. Wenn durch die TMR Faser und Stärke/Zucker gleichzeitig gefressen werden fällt der pH-Wert nicht mehr in kritische Bereiche ab. Das ist für mich der größte Vorteil der TMR.

Die PMR ist nur ein Teil der Futterkomponenten in einer Mischung: Grundfutter und Ausgleichskraftfutter. Auf das Kraftutter ist das aufgewertet bezogen. 
Dazu gibt es dann Milchleistungsfutter, über Kraftfutterstationen, Melkstandfütterung oder Lockfutter im Melkroboter. 
Im Melkroboter ist das Lockfutter nötig dass die Kühe überhaupt freiwillig zum Melken kommen. Kraftfutterstationen und Melkstandfütterung erlauben es leistungsbezogen kuhindindividuell zusätzliches Kraftfutter zu füttern. z.B. wenn alle Kühe von Hochleistenden bis Altmelkern in einer einzigen Gruppe zusammen gefüttert werden.
 
Wobei ich von Anfang an fast nur mit der TMR-Fütterung zu tun hatte. 2008 auf meinem Stammbetrieb LVAV Hofgut Neumühle. Das war TMR mit nur einer Gruppe, ab 2009 dann mit Leistungsgruppen. Und dann in Boberow mit vier Gruppen, wobei sich das vom Platz her im Stall auch anbietet und ich zwei gescheiterte Versuche unternommen habe das fütterungstechnisch auf 2 - 3 Gruppen zu reduzieren.
Mit PMR hatte ich noch gar nichts zu tun. Ansonsten mit getrennter Vorlage in Anbindehaltung und im Laufstall mit Silage am Futtertisch und Kraftfutter an Stationen.
 
Benjamin
 

Sonntag, 26. Dezember 2021

(Schwarz)Weiße Weihnachten

Das gabs im Kuhblog noch nie: Weiße Weihnachten.
Anfangs waren es immer die braunen Weihnachten gewesen, wie ich sie aus Rheinhessen von den brachliegenden Äckern im Winter kannte. Ich weiß gar nicht mehr ob ich dort jemals weiße Weihnachten erlebt habe, zumindest in den letzten 20 Jahren nicht.
Das habe ich auch so für Brandenburg übernommen: Siehe auch den Post vom 25.12.2017.
Später habe ich auf das Wortspiel Schwarz-Weiße Weihnachten mit unseren schwarzbunten Holsteins umgestellt. Siehe Posts vom 25.12.2018 und 25.12.2019.
Mit Perle gab es 2020 dann Rot-Weiß Weihnachten. Siehe Post vom 25.12.2020.

Aufgrund der Wettervorhersagen und da es ja im langjährigen Mittel mit den Weißen Weihnachten eh sehr unwahrscheinlich ist hatte ich mich vor meinem freien Wochenende auf schwarz-weiße Weihnachten eingestellt und noch ein passendes Foto dafür gemacht:
 

 





 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Aber dann gab es doch noch weiße Weihnachten. Zwar nur einen halben Zentimeter aber bei allerschönstem Winterwetter:

Benjamin
 

 

Mittwoch, 22. Dezember 2021

Sonstige Futtermittel

- zur Übersicht der Fütterungsserie -> hier -  

Noch der ganze Rest an Futtermitteln die nicht in das Schema Grundfutter, Saftfutter, Kraftfutter passen.

Mineralfutter: Zur Mineralstoffversorgung der Rinder. Üblicherweise sind darin Calcium, Phosphor, Magnesium und Natrium enthalten. Dazu kommen oft Spurenelemente und Vitamine. In den letzten Jahren gibt es auch Mineralfutter ohne Phiosphor, da in der gentechnikfrei-zertifizierten Fütterung oft höhere Mengen Rapsextraktionsschrot gefüttert werden kommt damit genügend Phosphor in die Ration.

Futterkalk zur Versorgung mit Calcium, da Milchkühe mit der Milch erhebliche Mengen Calcium ausscheiden.

Viehsalz.

Energieträger:

Melasse aus der Zuckerproduktion. Sage immer "schmutziger Zucker" dazu. Das ist der Rest des Rübensafts wenn der Zucker auskristallisiert und abzentrifugiert wurde.Mit dem restlichen Zucker hat die Melasse noch einen hohen Energiegehalt.

Vinasse. Das ist fermentierte Melasse mit nur noch wenig Zucker, aber dafür aufkonzentrierten Protein- und Mineralstoffgehalten.

Glycerin. Entsteht bei der Biodieselproduktion. Die Fette im Rapsöl sind Triglyceride, bei denen an ein Glycerinmolekül drei Fettsäuren gebunden sind. Die Fettsäuren werden abgespalten und Glycerin bleibt übrig. Glycerin ist ein energiereicher Alkoholmit 3 C-Atomen und 3 Alkoholgruppen.

Propylenglykol ist auch ein Energiereicher Alkohol mit 3 C-Atomen und zwei Alkoholgruppen. Die Energie kann von der Kuh direkt in den Energiestoffwechsel eingeschleust werden, daher auch der Einsatz bei Ketose.

Pflanzenöle.

Futterfett, durch Verseifung in fester Form vorliegende Fettsäuren die so wie Mineralfuttermittel eingemischt werden können.

Benjamin

Sonntag, 19. Dezember 2021

INRA 95 - Teil 2

Im Post über die INRA 95 (vom 07.08.2021) hatte ich geschrieben, dass mein Bruder einige Kühe damit besamt hat. Das erste der Kälber wurde vor anderthalb Wochen geboren: 121 Jonas.

Eine INRA 95-Kreuzung habe ich noch nicht selbst gesehen und Fotos davon bisher auch nicht:


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

121 steht für 21. Bullenkalb 2021. Jonas nach seinem Vater Joopy. Der ist von der französischen Zuchtorganisation Evolution (die jetzt doch nicht mit der Masterrind fusioniert) und das Sperma wurde von der RUW für ihr Angebot zugekauft.

Jonas' Mutter ist 1721 Olivera (Manigo x Alexander). Und da Olivera selber eine Kreuzungskuh (XMM) ist, handelt es sich bei Jonas genau genommen um eine Dreierkreuzung. Der Muttervater Manigo ist ein Milchfleckviehbulle. Damit ist sie nicht im Herdbuch und wie viele Genrationen das dauert bis die Nachfahren wieder ins Herdbuch aufgenommen werden können weiß ich gar nicht. Die Rasse XMM vererbt sich dann über zig Generationen... Daher wurde sie von der Zucht ausgeschlossen und mit einem Fleischrindbullen besamt, in ihrem Fall einem INRA 95.

Am ersten Tag wollte er nicht so recht saufen, danach aber war es problemlos. Bisher hat er noch keine Vorzüge gegenüber den Uckermärkerkreuzungen gezeigt. Aber ein Kalb ist kein Kalb.

Benjamin

Mittwoch, 15. Dezember 2021

Kraftfutter - Mischfutter

- zur Übersicht der Fütterungsserie -> hier -  

Bei uns hier im Nordwesten mit mittelgroßen bis großen Herden im Milchviehbereich herrschen die Einzelkomponenten beim Kraftfutter vor. 
Auch wenn es im Geflügel- und Schweinebereich viel üblicher ist gibt es für Rinder auch Mischfutter, sowohl auf den Höfen direkt gemischt als auch in Mischfutterwerlen hergestellt.
 
Im Milchviehbereich von Bedeutung:
 
Vormischung oder Premix: Ein Teil des Kraftfutters wird vorgemischt, meist ist dann darin das Mineralfutter und andere Komponenten mit kleinem Anteil enthalten. Das erleichtert die Arbeit und erhöht die Mischgenauigkeit, wenn manche Komponenten nur wenige kg ausmachen; also sowohl die Dosierung als auch die gleichmäßige Verteilung in der gesamten Ration. 

Hofmischung: Ein Teil oder das gesamte Kraftfutter wird zusammengemischt, vor allem zur Arbeitszeiteinsparung wenn dann später nur eine Kraftfutterkomponente pro Ration  in den Mischwagen geladen werden muss und über die größere Menge beim Erstellen der Hofmischung wieder eine höhere Mischgenauigkeit. Entweder im Lohnbetrieb mit einer mobilen Mahl-und-Mischanlage, wobei auch gleich betriebseigene Futtermittel wie Getreide und Ackerbohnen geschrotet werden können. Oder mit einem normalen Futtermischwagen, da können auch mal 25 t auf einmal gemischt werden (siehe Post vom 09.10.2020).

Milchleitungssfutter (MLF): Wird bei PMR (Partielle-Misch-Ration) mit Kraftfutterstationen oder Melkrobotern eingesetzt. Am Futtertisch wird Grundfutter und Ausgleichskraftfutter gefüttert, damit ist die Kuh versorgt mit allen Nährstoffen die sie braucht. Das zusätzliche Kraftfutter ist für zusätzliche Milchleistung und ist vom Energie- und Proteingehalt so eingestellt, dass es ohne Überhang einer der Nährstoffe genau dem Bedarf der Milchbildung entspricht. Frisst die Kuh mehr so kann sie mehr Milch bilden ohne dass es auf der einen Seite einen Überschuss gibt. 
Milchleistungsfutter wird mit Energiestufe und Proteingehalt bezeichnet. z.B. das "Standard-MLF" 18/3. 18 % Rohproteingehalt und Energiestufe 3.
Energiestufe 2 = 6,2 MJ NEL
Energiestufe 3 = 6,7 MJ NEL
Energiestufe 4 = 7,2 MJ NEL
Das ist aber auf die Frischmasse bezogen, bei 88 % Trockensubstanz sind das in der Trockenmasse entsprechend 7,0 bis 8,2 MJ NEL.

Benjamin

Sonntag, 12. Dezember 2021

Schöne Uckermärker

Mittlerweile gibt es auch einige Kreuzungskälber vom Uckermärkerbullen Kuba PP
Im Gegensatz zu Magnum PP, dessen Kälber in die Fleckvieh-Richtung gehen (siehe Post vom 05.10.2021) sind die Kälber von Kuba PP alle bisher in der Richtung Charoalais. Besonders mit dem charakteristischen dunklen Flotzmaul. 
So hatte ich die Uckermärker-Kreuzungen kennengelernt als ich im April 2009 in Brandenburg die erstmals gesehen habe. Mastanpaarungen hatten damals noch Seltenheitswert.

Benjamin
 






















Donnerstag, 9. Dezember 2021

300.000 Leser - Teil 2

Nun zu den Statistiken aus den achteinhalb Jahren Kuhblog bis zum 300.000 Leser.

Da im "neuen" Blogger (siehe Post vom 21.10.2020) für die einzelnen Posts angezeigt wird wann und wie oft sie gelesen wurden kann ich das bei den beliebtesten Posts näher angeben. Bei den meisten ist es in den ersten beiden Monaten nach dem Erscheinen wenn sie auf der Startseite vom Kuhblog stehen:
 
1. Richtung Kompakt-TMR vom 16.08.2018; am meisten gelesen bis April 2019. 
2. Neue Milchtankstelle vom 09.09.2017; einer der Dauerbrenner, mit einer Spitze im Juli 2019.
3. Letzte Pegeltour vom 12.12.20214; am meisten gelesen vom Mai 2015 bis März 2016.
4. Ausgekugelte Hüfte vom 03.03.2019; hat sich ab Februar 2020 zu einer der Dauerbrenner entwickelt.
7. Gerste mähen vom 08.07.2016; mit einer Spitze im Juni und Juli 2017, passend zur Gerstenernte.
8. Drenchen - Teil 3 vom 16.05.2019; einer der Dauerbrenner mit Spitzen im Sommer 2020 und Januar 2021.
10. Biogas aus Tradition vom 29.07.2013; da war die Spitze im 2. Monat der September 2013.

Bei den anderen Statistiken haben sich seit den letzten Jahresstatistiken nicht so sehr verändert.
 
Die meisten verweisenden Internetseiten sind alle Möglichen von Google, dann Agrartechnik-im-Einsatz, das es zwar seit 2020 nicht mehr gibt ich aber ab und zu Fotos hochgeladen und auf den Kuhblog verlinkt hatte; sowie der Kuhblog selber mit den internen Verlinkungen.

Zugriffe nach Browsern: Die meisten Firefox, Chrome und Safari abgeschlagen auf dem 3. Platz. Da hat sich Chrome über all die Jahre nach vorne gearbeitet und der Internet Explorer ist fast in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

Zugriffe nach Betriebssystem: Dominierend Windows, gefolgt von Android und I-Phone.
 
Die häufigsten Suchbegriffe: 
- Kuhblog, Kuhblock und ähnlich in allen Ausführungen
- Besamer, da gab es zu den 100.000 Lesern schon einen extra Post (siehe Post vom 11.01.2017)
- Wie viel frisst eine Kuh; da gab es eine ganze Reihe an Posts dazu (Posts vom 10.12.2015; 08.09.2019 und 30.01.2020)
- Palpation Rail, da gab es zur 100.000-Serie auch einen Post dazu (siehe Post vom 07.01.2017).
- Treibeweg Kühe; wie der neue Treibweg gebaut wurde (siehe Posts vom 16.05.2018, 27.05.2018, 14.07.2018 und 18.07.2018)
- Besamungshandschuh (siehe Post vom 25.12.2021)
- Drencherschlauch für Kälbereimer, da habe ich auch einen Post dazu geschrieben (siehe Post vom 19.01.2021).

Benjamin

Sonntag, 5. Dezember 2021

300.000 Leser - Teil 1

Aktuell gibt es im Kuhblog ein Jubiläum zu feiern: Nämlich 300.000 Leser!
 
Also vielen Dank an die treue Leserschaft! 
 
Das war schon am Montag gewesen und wieder habe ich das glatt verpasst. Denn ich schaue nicht jeden Tag in die Statistiken rein. 
 
Den Kuhblog gibt es nun seit knapp achteinhalb Jahren und es sind mittlerweile 1330 Posts. Mehr als ich mir merken kann. Mehrmals habe ich schon geschrieben, dass ich für Verlinkungen zu anderen Posts oder Fotos das vor dem inneren Auge habe und auf den Monat genau weiß wann das war. Das auf den Monat genau klappt jetzt nicht mehr so gut, da dürften 1200 Posts die Grenze gewesen sein.
 
Im nächsten Post gibt es dann doch was aus der Statistik, über die letzten achteinhalb Jahre und die Jahresstatistik für 2021 in vier Wochen explizit auf dieses Jahr bezogen.

Fortsetzung folgt!
 
Benjamin

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Zuchtwerte von Taiga

Jetzt ein Post zu den Zuchtwerten von Taiga aus der Genotypisierung. Ganz interessant im Vergleich zu denen von Perle (siehe Post vom 11.01.2021), weil sie ja Halbschwestern sind. Das ist das Schöne an der genomischen Zuchtwertschätzung: Man kann schon von einem kleinen Kalb, bzw. noch früher im Fall des Embryotransfers vor dem Einsetzen in das Trägertier schon an den Genen schon die Zuchtwerte schätzen. Mit einer viel höheren Sicherheit als anhand der Abstammung (Pedigree-Zuchtwert) und dürfte vergleichbar sein mit dem des Eigenleistungs-Zuchtwerts wenn sie ihre erste Laktation abgeschlossen hat, also in drei Jahren.

Taiga ist etwas "besser" als Perle: RZG 119 zu 101 und RZ€ 595 zu 142. Das kommt aus wichtigsten Teilzuchtwerten; RZN 106  (Perle: 106), RZM 107 (98), und RZGes 112 (106).

Bei den Gesundheitszuchtwerten liegt sie in allen Teilbereichen bei über 100.

Vom Exterieur her ist sie Perle ähnlich, wenn auch nicht so extrem: Größe von 90 (Perle: 78), Körpertiefe 97 (88), Stärke 101 (94) und BCS 106 (110); wird eine kleinrahmige, aber kräftigere Kuh. Mit der Langlebigkeit und den guten Inhaltsstoffen der Milch genau die Art von Kuh die wir züchten wollen.

Scrrenshot aus dem Netrind mit den Zuchtwerten:

Benjamin


 

Montag, 29. November 2021

Kraftfutter - Protein

 - zur Übersicht der Fütterungsserie -> hier -   

Eine weitere Untergruppe der Kraftfuttermittel ist das proteinreiche Kraftfutter. Die Rinder brauchen Rohfaser (aus dem Grundfutter), Energie und Protein. Protein kommt hauptsächlich aus Gras im Grundfutter, ein Teil aus Saftfutter soweit gefüttert und dann aus dem Kraftfutter. Die energiereichen Kraftfutter bringen aber nur wenig Protein mit, bei Getreide liegt der Gehalt bei 10 - 12 %.

Die proteinreichen Kraftfuttermittel haben von Natur aus hohe Proteingehalte bzw. wurden bei der Verarbeitung "auskonzentriert" weil z.B. Öl entzogen wurde.

Was es ab proteinreichen Kraftfuttermitteln gibt:
Die großkörnigen Leguminosen, kleinkörnige Leguminosen sind z.B. Luzerne und Klee:
- Ackerbohne
- Erbse
- Lupinen
- Soja
Ackerbohne und Erbse haben auch viel Stärke die berücksichtigt werden muss und Soja hohe Fettgehalte.

Und vor allem die Nebenprodukte aus der Ölgewinnung:
Extraktionsschrote, bei denen das allermeiste Öl entzogen wurde:
- Rapsextraktionsschrot
- Sonnenbluemextraktionsschrot
- Sojaextraktionsschrot
Ölkuchen oder Expeller ist fast das Gleiche bloß kalt gepresst und hat daher noch einen höheren Restfettgehalt und weniger UDP (siehe Post vom 04.06.2021), da durch die heißen Extraktionsverfahren das Protein pansenbeständiger wird.

Sojaextraktionsschrot ist quasi der Goldstandard, er zählt zwar zu den proteinreichen Kraftfuttermitteln, hat aber gleichzeitig auch viel Energie, kann also beides in die Ration bringen. Hat dafür einen recht hohen Preis, noch höher seit dem Wahn um GVO-Freiheit. Was hauptsächlich nur eine Zertifizierungssache ist und mit der German Angst vor grüner Gentechnik zu tun hat, die anderen Einsatzgebiete sind ja gerne gesehen.
Geschmacklich sowohl pur als auch später als Milch keinerlei Unterschiede:

Benjamin





















Donnerstag, 25. November 2021

Impfpflicht

Wieder einmal kann ich stolz vermelden, dass die Landwirtschaft der Allgemeinheit vorraus ist: Unsere Kühe haben eine Impfpflicht.

Die letzten knapp zwei Jahre sind wir erstaunlich gut durch die Corona-Pandemie gekommen, was vor allem daran liegt, dass wir hier sehr ländlich leben und der Krankheitsdruck entsprechend gering ist. Außerdem haben wir die eingebaute Kuhlänge Abstand (siehe Post vom 08.05.2020).
Jetzt wird es mit der 3G-Regel am Arbeitsplatz wahrscheinlich viel schwieriger. Genau weiß ich es nicht, aber geschätzt ein Drittel der Kollegen ist nicht geimpft und muss daher täglich einen Schnelltest machen. Und dabei befürchte ich wird eine ganze Reihe in die Quarantäne geschickt, einmal durch das Finden der Infektionen ohne Symptome, die ja Zweidrittel ausmachen sollen und normalerweise unentdeckt bleiben. Sowie die Falsch-positiven Befunde, weil die Spezifität der Schnelltests nicht so toll ist.

Zur Sensitivität und Spezifität. Das haben wir im Studium anhand von Brunsterkennungssystemen (Pedometer etc.) gelernt. Damals lief das unter dem Begriff Precision Farming, später unter Landwirtschaft 4.0 und aktuell Digitalisierung.
Sensitivität ist die Trefferquote, wie viele der brünstigen Kühe vom System entdeckt werden.
Spezifität sagt dann aus wie viele der gefundenen Tiere auch tatsächlich brünstig waren. Die anderen sind die falsch-positiven, z.B. Aufregung nach einem Gruppenwechsel.
Meist drückt eine sehr hohe Sensitivität die Spezifität und umgekehrt. Ist beides hoch ist es ein gutes System.

Für das Impfen haben wir quasi auch eine STIKO (Stall-Impfkomission), bestehend aus dem Tierarzt und der Produktionsleitung, die anhand der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfolgskontrollen (siehe Post vom 16.06.2021) die Impfungen festlegt.
Aktuelle bestehende Impfpflichten:
Für Kälber gibt es zwei Impfungen gegen Rindergrippe und zwei Impfungen gegen Kälberflechte (siehe Post vom 26.12.2020).
Bei den Kühen und Färsen de Coronaimpfung, als Färse zweimal vor der ersten Kalbung und dann eine Boosterimpfung vor jeder weiteren Kalbung (siehe Post vom 14.12.2019).

Benjamin