Sonntag, 30. August 2026

10 Jahre Kuhvision

Nach den Zuchtwertschätzungen erscheinen als die Zeitschriften der Zuchtverbände und Kontrollverbände passend mit den neusten Werten für ihre Bullen.
Die Wdavon ist für mich natürlich die Blickpunkt Rind von RBB/RZB und LKV BB.
Themen dieses Mal:  
 
1.) 10 Jahre Kuhvision. Vor zehn Jahren, am 1. Juli 2016 startete das Projekt Kuhvision zur Typisierung weiblicher Rinder in großem Stil. Siehe auch Post vom 04.10.2016. Mittlerweile wurden in Kuhvision und der allgemeinen Herdentypisierung 1,6 Mio. weibliche Rinder genotypisiert. Bei den Kühen sind es ein Drittel der Herdbuchkühe, Brandenburg hat mit 52 % den höchsten Anteil. Das bezeichne ich als ein etabliertes Werkzeug in der Zucht.
 
2.) 150 Jahre Herdbuchzucht in Deutschland. 1876 wurde in Fischbeck/Elbe in Sachsen-Anhalt die erste Stammzuchtgenossenschaft gegründet. Damals natürlich noch für das Deutsche Schwarzbunte Niederungsrind (DSN), der Haupt-Ursprungsrasse unserer Deutschen Holsteins.
 
3.) Synetics und Phönix haben Anfang des Jahres mit der Entwicklung eines Zuchtwerts für Kälbergesundheit begonnen. In Kanada letztes Jahr und in den USA dieses Jahr gingen schon Zuchtwerte für Kälbergesundheit an den Start, aber Deutschland hat da sehr gute Chancen aufzuschließen, denn in den Daten der Testherden von RinderAllianz und RBB gibt es 2,2 Mio. Datensätze zu Kälberkrankheiten als Grundlage. Wie üblich bei der Zuchtwertentwicklung werden dann genetische Zusammenhänge gesucht, daraus Schätzverfahren entwickelt, geprüft und wahrscheinlich zur Zuchtwertschätzung im Dezember 2027 (ZWS 2712) eingeführt.
 
4.) Podcast zur Geschichte der Rinderzucht in Brandenburg. Mit Bernd Adler, langjährigem Geschäftsführer der RBB und Dr. Anja Peters vom IFN Schönow, sie hatte ich im Herdenmanagerlehrgang als Dozentin für Fütterung. Link: https://www.rinderzucht-bb.de/unternehmen/rinderzuchtmuseum-302.html
 
Benjamin
 
1538 

Samstag, 22. August 2026

Zuchtwertschätzung August 2026

Am Dienstag letzter Woche veröffentlichte das VIT die diesjährige August-Zuchtwertschätzung. Neue Zuchtwerte wurden nicht eingeführt und es gab auch keine Veränderungen in der Methodik.
 
Mein traditioneller Vergleich von Hypes Zuchtwerten zur letzten Zuchtwertschätzung im April. Es sind noch einmal neue Töchter in der Milchleistungsprüfung hinzu gekommen. Das scheint sich viel länger hinzuziehen als ich vermutet habe, das sind bestimmt Altbestände aus den Spermabehältern gewesen, wenn mal aufgeräumt wurde. In der unteren Tabelle sieht man, dass gut 95 % der Töchter schon vor drei Jahren dabei gewesen waren:
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Und der Vergleich der August-Zuchtwertschätzungen seit 2023 entsprechend der früheren jährlich einmaligen Zuchtwertabschreibungen. Da sieht man wieder sehr gut den Zuchtfortschritt:
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Benjamin
 
1537  

Dienstag, 18. August 2026

Sonnenblumen und Oliven

Von Deutschland bis Portugal war ein schöner Road Trip. Bloß Kühe gab es so gut wie keine zu sehen, eine viel kuhärmere Route kann man kaum fahren. In Frankreich sind die allermeisten Milchkühe im Norden an der Kanalküste und in Spanien im Nordosten im Pyrenäenvorland. Wir sind durch die Ackerbaugebiete gefahren. Was es landwirtschaftlich auf der Strecke zu sehen gab:
 
- Frankreich 
In Lothringen gab es noch Rinder zu sehen; Milchkühe, Jungvieh, Mutterkühe (Charolais, Limousin, Angus). Da fing es auch mit den Sonnenblumen an, in Mengen, die ich aus Deutschland nicht kenne.
In der Champagne sah man, dass Frankreich der größte Getreideproduzent der EU ist: Weite Stoppeläcker. Auch etwas Rapsstoppeln, Zuckerrüben und nur wenige Sonnenblumen. Viel Bewässerungsland mit großen Trommelregnern, Kreisregnern und Linearregnern.
An der Loire Getreide und Sonnenblumen, etwas Mais und auch Kreisregner.
Um Bordeaux und Cognac das Weinanbaugebiet, aber nicht so dominierend wie in Rheinhessen.
In Aquitanien zwischen den großen Kiefernwäldern ausschließlich Mais mit Kreisregner auf jedem Acker.
 
- Spanien 
Auf den Wiesen in den Pyrenäen vereinzelte Rinderherden. 
In Kastillien Getreide und Sonnenblumen. Dort kommt das Stroh her, das auch nach Deutschland exportiert wird. Es wird nix gehäckselt, sondern alles geborgen. Fast ausschließlich in Quaderballen mit Kanalmaß 70 x 120 cm. Man sieht Strohstapel mit hunderten bis mehrere Tausend Ballen sowie Stroh-LKW auf den Autobahnen.
 
- Portugal
Im Nordosten Portugals ist es recht gebirgig. Hauptsächlich Wälder und Ödland, in der Landwirtschaft etwas Getreide, Weinbau und vor allem Olivenhaine. Ungefähr das in Deutschland landläufige Bild der Toskana:
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Benjamin 
 
1536 

Samstag, 15. August 2026

Sonnenfinsternis 2026

In letzter Zeit gab es keine Artikel im Kuhblog, denn ich war in Portugal und Spanien im Urlaub zur totalen Sonnenfinsternis.
 
Über zwei partielle Sonnenfinsternisse habe ich bereits im Kuhblog geschrieben. Siehe Posts vom 20.03.2015 und 10.06.2021. 
 
Da das die erste totale Sonnenfinsternis ist, die man seit längerer Zeit in von Deutschland aus erreichbarer Entfernung sehen konnte bin ich mit meinem Vater zusammen in den Nordosten Portugals gefahren. 

Waren dann zur eigentlichen Sonnenfinsternis in Spanien. Auf der Autobahn nach Nordosten gefahren bis die Landschaft flach genug war für eine gute Sicht auf die um halb neun schon tiefstehende Sonne. Wobei die tiefstehende Sonne den großen Vorteil hat, dass man nicht nach oben schauen muss sondern es bequem auf Augenhöhe stattfindet.
Da steht man dann auf einem staubigen Feldweg in Spanien:
 

 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Zur Sonnenfinsternis 1999 waren wir im Elsass gewesen, direkt an der deutschen Grenze. Da es im entscheidenden Moment bewölkt war, hatten wir die eigentliche totale Sonnenfinsternis nicht gesehen, aber trotzdem die eindrucksvollen Effekte außen rum: Es wurde dunkel, kälter, Wind kam auf und die Vögel verstummten.

Jetzt eine totale Sonnenfinsternis komplett bei perfekten Bedingungen zu sehen war ein großartiges Erlebnis. Es mögen wirklich abgedroschene Floskeln sein, aber "Muss man gesehen haben" und "nicht in Worte zu fassen" trifft es gut. Nicht schwarz-weiß wie auf Fotos sondern 3D, live und in Farbe. Es wurde auch dunkel, aber bei 36 °C abends weder kalt noch windig.

Wie schon 2021 durch die Schutzbrille fotografiert die Stadien der Verdunkelung. Wobei das Foto der beginnenden totalen Verfinsterung direkt fotografiert ist, da die Sonne nicht mehr geblendet hat. Von der Corona selbst habe ich kein Foto, weil das viel zu aufregend war um auch noch zu Fotografieren:
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Benjamin
 
1535