Freitag, 26. Juni 2026

13 Jahre Kuhblog

Heute wird der Kuhblog 13 Jahre alt!
 
Das ist zwar kein rundes Jubiläum, aber trotzdem gibt es dieses Jahr mal wieder einen umfangreicheren Jubiläumspost.
Zum Kuhblog kam es aus einer praktischen Überlegung: Als es im Juni 2013 feststand, dass ich nach Brandenburg "auswandere" war das Interesse von Freunden und Bekannten groß dann von mir Aktuelles aus diesen, aus südwestdeutscher Sicht, ungewöhnlichen Dimensionen zu erfahren. 
Dass das nicht in viel E-Mail-Schreiberei endet übernahm ich den Ansatz, den  mein Bruder gewählt hatte, als er im Sommer 2012 für drei Monate in Ontario gewesen war: Einen Blog schreiben. Sein Blog ist immer noch verfügbar; zum Nachlesen: -> David in Kanada.
 
Größter Unterschied war die Verwendung von Fotos, das habe ich von Anfang an gemacht. Das Design ist die ganzen Jahre gleich geblieben, das Banner-Bild oben hat sich zwei mal geändert:
Zunächst hatte ich von meinem Bruder ein Foto vom Kuhstall der Agrargesellschaft Potzlow, das allererste Foto in der klassischen Futtertisch-Perspektive.
Im April 2014 gab es ein Foto vom damals "neuen" Stall in Pinnow.
Und seit Oktober 2014 das bis heute aktuelle Foto aus einem der Ställe der Double A Dairy in Jerome, Idaho. Einfach weil ein Stall mit 420 m Länge und Platz für 1.400 Kühe richtig was hermacht (siehe aus Post vom 01.11.2014).
Kleinere Änderungen waren im September 2020 die Einführung der aktuellen Version von Blogger und damit die Verwendung der Labels zu den Posts (siehe auch Post vom 21.10.2020) sowie seit Mai 2021 die feste Veröffentlichungszeit. Da hatte ich zufällig die Funktion dafür entdeckt. Zuerst als um 18:00 Uhr, seit 2023 dann um 20:00.
 
Im Herbst 2014, nach etwas mehr als einem Jahr, war vom alltäglichen Abenteuer eigentlich nur noch der Alltag übrig geblieben und ich machte mir erste Gedanken über die Zukunft des Kuhblogs. Da ging ich davon aus, dass ich die Aktivität mit nachlassendem Leserinteresse verringere und den Blog bis 2020 oder 2021 nach so 1000 Posts geordnet auslaufen lasse. 
Es kam aber ganz anders: Mit der Idaho-Serie (siehe Übersichtspost vom 13.10.2014) und der Serie zum Neubau des Melkhauses (siehe Übersichtspost vom 04.09.2014) ging es weg von meinem persönlichen Alltag hin zu mehr Kuhthemen und Milchviehhaltung allgemein.
Der 1.000 Post war schon im November 2018 erreicht (siehe Post vom 19.11.2018) und inzwischen sind es über 1.500, dieser hier ist der 1531.. 
 
Mittlerweile hat der Kuhblog gut 495.000 Leser und das 13. Jahr war mit rund 75.000 Lesern das bisher Erfolgreichste.

Aus der Blog-Statistik: Die fünf meistgelesenen Posts der letzten 12 Monate:
 
Noch ein Bild, dass es dann in der mobilen Ansicht zum Post angezeigt wird, natürlich in Schwarzbunt und Rotbunt: 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Benjamin

 

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Mittwoch, 17. Juni 2026

Gegen Mastitis impfen

Am gestrigen Dienstag nahm ich an einem Webinar zum Thema Mastitisimpfung teil. Der Post kommt erst heute, weil es Abends um 19:30 Uhr stattfand, dass die Einzelbauern nach dem Melken teilnehmen können. Und da es bis 21:00 Uhr ging reichte es natürlich nicht für die Veröffentlichungs-Uhrzeit um 20:00.
 
Für mich mal wieder ein theoretischer Ausflug zu den Kühen und auch etwas Neues dabei, von Mastitisimpfungen hatte ich zwar schon oft gehört, aber weder eigene Erfahrungen noch mich näher damit beschäftigt. 
 
Veranstalter war Boehringer Ingelheim. Die jetzt auch einen Mastitis-Impfstoff im Angebot haben. Für mich doch fast naheliegend, das sie im Rinderreich stark bei Impfstoffen und Eutermedikamenten aufgestellt sind. Gleich zu Beginn der Hinweis auf das Heilmittelwerbegesetzt und man solle sich bei näheren Fragen zum Impfstoff an seinen Tierarzt wenden. Da verweise ich auf die Internetseite, wo es die Packungsbeilage mit den entsprechenden Informationen gibt.
 
Es gab zwei Vorträge zu Mastitis:
 
1. Dr. Exner von Boehringer über die Mastitisimpfung; "Mastitis-Prävention anders denken"
 
Mastitis ist das Haupteinsatzgebiet von Antibiotika in der Milchviehhaltung und der ökonomisch bedeutenste Krankheitskomplex. 
 
Wobei die verminderte Milchleistung den größten Anteil ausmacht. Das beginnt schon bei 50.000 Zellen/ml, also niedriger als die 100.000, die in Deutschland die Grenze für eutergesund sind und erst recht die internationalen 200.000. 
Dazu der Zellzahlrechner von Boehringer: https://www.vetmedica.de/mastitis-zellzahlrechner  
wie viel Milch und Geld durch erhöhte Zellzahelen (= subklinische Mastitis) verloren geht. Die genaue Formel dahinter habe ich nicht ermittelt. Aber es wird einfach auf 305 Melktage hochgerechnet und nach Laktationsnummer und Zellzahl Verluste an Milch angesetzt, gestaffelt von 0 % bei unter 50.000 Zellen bis 9 % bei Mehrkalbs-Multimillionären.
 
Die Eutergesundheit der deutschen Kühe verbessert sich langsam. Die aktuellen Zahlen des nationalen Tierwohlmonitorings (Q-Check): https://q-check.org/monitoring/ 
 
Die Mastisimpfung gibt es gegen verschiedene Erreger, entsprechend muss der Leitkeim im Betrieb bekannt sein.
Sie ist keine Therapie und kein Allheilmittel sondern ein weiterer Baustein für die Vorbeugung. Was zu weniger und leichter verlaufenden Mastitiden führen kann, die Zellzahl senken und den mit Mastitis verbundenen Stress für Kuh und Mensch.
 
Die Impfung soll vor Hochrisikophasen für Mastitiden erfolgen, nicht einmal die ganze Herde komplett, sondern am besten immer in der Trockenstehphase, dass der Impfschutz für die Frühlaktation besteht.
 
In den USA wären Impfungen gegen E. coli weit verbreitet, als Schwelle gilt dort, wenn im Jahr 1 % der Herde an schweren Coli-Mastitiden erkrankt. Diese Inzidienz kann ich nicht recht einschätzen, weil der Großteil der Coli-Mastitiden bei normalen Erreger-Nachweis entdeckt werden. Aber von der Häufigkeit könnte es hinkommen bei den Fällen, in denen die Melker gleich kommen um Bescheid zu sagen, dass man schon parat steht wenn die Kuh vom Karussell läuft.
Dass allein ein bis zwei vermiedene Todesfälle schon sehr viel Impferei bezahlen können. 

2. Dr. Scheu, Tierärztin auf meinem Stammbetrieb Hofgut Neumühle
"Mastitiskontrolle anders denken"
 
Dabei ging es gar nicht um die Mastitisimpfung sondern um Mastitis und Prophylaxe allgemein, denn der Fokus würde viel zu sehr auf der Therapie liegen.  
Sie zitierte viel Grundlegendes zur Mastitis von Prof. Krömker, dem deutschen "Euterpabst".
Eutergesundheit ist eine strategische Risikoanalyse, ein kontinuierlicher Prozess und vor allem im Handeln eine Kontinuität wichtig, also wie immer bei Kühen.
 
Vier Beispiele zur Eutergesundheit von der Neumühle:
1) Die Aureussanierung. Da erinnere ich mich z.B. daran, dass es im Melkstand für die Aureus-Gruppe zum Schluss einen extra Dippbecher gab, der auch mit einem gelben Fesselband markiert war.
2) Fütterungseinfluss auf das Immunsystem und damit die Eutergesundheit. Bei einem Fütterungsversuch, bei dem die Kühe im Bereich subklinischer Pansenacidose (SARA) lagen verdoppelten sich die Coli-Mastitiden.
3) Liegeboxenpflege, weil Kühe die meisten Zeit liegen und damit das Euter Umweltkeimen ausgesetzt ist. Wobei auf Neumühle in den Tiefboxen unten drin mit Pferdemist als Grundmatratze gearbeitet wird und darauf Kalk-Stroh-Gemisch. 
4) Kontinuierliche Überwachung als nach dem Wechsel der Melkbecherhülsen von Stahl auf Kunststoff die Einstellungen nicht mehr passten und die Hyperkeratosen an den Zitzen zunahmen. 
 
Benjamin

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Sonntag, 7. Juni 2026

Gerste 2026

Nicht so sehr wie bei der Rapsblüte, aber die reifende Gerste im späten Frühjahr bis Frühsommer hat auch Tradition beim Kuhblog.
 
Gerste ist das wichtigste Getreide in der Milchviehfütterung. Wenn auch nicht in Brandenburg, dort ist Wintergerste eine Marktfrucht, die als Futtergetreide nach NRW/NS in den Schweinegürtel geht.
 
Nach der Rapsblüte die zweitschönste Jahreszeit, wenn an einem lauen Abend der Wind durch die Gerstenfelder streicht:
 
Benjamin 
 


  



















 
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