Donnerstag, 10. März 2022

Generationsintervall

Zuchtfortschritt gibt es mit jeder Generation wenn die Gene neu gewürfelt werden; mit der Vorraussetzung, dass die Eltern besser sind als der Populationsdurchschnitt.
Mit dem Generationsintervall kommt noch eine zeitliche Komponente hinzu, wie oft Zuchtfortschritt stattfindet.

In den Zuchtfortschritt fließt die Abweichung der Eltern zum Populationsmittel ein, z.B. die Milchzuchtwerte + 725 kg, + 1283 kg usw. 
Das wir mit der Selektionsintensität verrechnet, das ist der Anteil der Tiere die für die Erstellung der nächsten Generation eingesetzt werden. Umso höher desto niedriger ist der Anteil an der Population und so gentisch besser können die Tiere sein wenn man immer die besten "von der Spitze her" nimmt.
Über die Standardnormalverteilung werden da die Zuchtwerte berechnet, an denen man sie htzum wieviel besten Teil der Population diese Weret gehören. Hier habe ich grob die Relativzuchtwerte (RZ, z.B. Milch, Nutzungsdauer usw., die berechnen sich statistisch alle gleich). Die erste Zahl ist der Mindestzuchtwert den das Tier erreichen müsste, die zweite der durchschnittliche über alle selektierten Tiere.

Kühe/Färsen: 100 % alle Tiere werden für die Remontierung eingesetzt; RZ 0 / RZ 100
Kühe/Färsen: 25 % besten Tiere mit gesextem Sperma; RZ 108 /  RZ 114
Kühe/Färsen: 5 % besten Tiere über Embryotransfer; RZ 120 / RZ 124

Bullen: 1 % besten Tiere als Deckbullen; RZ 128 / RZ 131
Bullen: 0,1 % besten Tiere als Besamungsbullen; RZ 137 / RZ 139
Bullen: 0,01 % besten Tiere als Besamungsbulle; RZ 145 / RZ 147

Mit Relativzuchtwerten bis über 160 die es bei den Bullen gibt sieht man wie stark die Selektion ist, das sind dann von den Millionen Holsteins weltweit die Allerbesten.
 
Dann fließt die Sicherheit der Zuchtwertschätzung mit ein. Bei der genomischen Zuchtwertschätzung die einzig auf dem Genom der Tiere beruht liegt die Sicheheit im Schnitt bei knapp über 70 %, bei den Einzelmerkmalen von unter 40 bis 80 %.

Als Beispiel der Bulle Canitz, den wir im Testherdenprogramm aktuell im Einsatz haben:
Und zum Vergleich Laudan mit Sicherheiten in allen Zuchtwerten von durchgehend 99 %. Da stehen aber auch über 80.000 Töchter dahinter, die mit der Töchterzuchtwertschätzung eingeflossen sind.   

Das Generationsintervall ist das durchschnittliche Alter der Eltern bei der Geburt der nächsten Generation. Es kommt dann dazu, wie lange es dauert bis der Zuchtfortschritt umgesetzt werden kann. 
Am Beispiel hätte Canitz jetzt versamt einen Milchzuchtwert von + 1804 kg mal 73 % Sicherheit durch 1,92 Jahre Generationsintervall (Kalb am 13.12.2022 geboren). Wären 686 kg/Jahr Zuchtfortschritt von ihm, davon fließt aber nur die Hälfte ein, weil die Mutter die andere Hälfte beisteuert.
Für Laudan wären es + 46 kg mal 99 % Sicherheit durch 24,17 Jahre Generationsintervall = 2 kg/Jahr. Dabei ist aber zu bedenken, das da 24 Jahre Zuchtfortschritt der gesamten Population dazwischen liegen, mittlerweile sind unsere Kälber meistens seine Ururenkelinnen, da hat nicht nur einmal sondern schon viermals Zuchtfortschritt stattgefunden.

Das Generationsintervall fließt wieder von beiden Seiten, Mutter wie Vater ein und das unterscheidet sich schon stark.
 
Allgemein zu den Bullen, auch als Kuhväter
Die allermeisten Bullen (80 - 85 %) sind die genomisch getesteten Jungbullen, die mit etwas über einem Jahr in den Ersteinsatz gehen und dann ein bis zwei Jahren lang eingesetzt werden. Bei der Geburt der Kälber sind sie dann knapp zwei bis vier Jahre alt.
Bei den töchtergeprüften Bullen dauert es deutlich länger bis sie in den breiten Wiedereinsatz kommen. Etwas über ein Jahr in den Testeinsatz, neun Monate Tragezeit der Kälber, dann zwei Jahre Erstabkalbealter der Töchter bis sie Milch geben und man überhaupt eine vererbbare Milchleistung des Bullen kennt. Bis genügend Töchter abgekalbt haben und drei Monate in Milch sind für eine sichere Zuchtwertschätzung ist der Bulle inzwischen gut vier Jahre alt. Im Wiedereinsatz sind es noch mal neun Monate bis zu Geburt der Kälber und dann noch eine Zeit lang in der Besamung verwendet sind es so um die 6 Jahre Generationsintervall.

Bei den Bullenvätern ist es noch eine krassere Verkürzung. Früher waren die Bullenväter nicht die allerneusten töchtergeprüften Bullen sondern welche die schon einige Töchter mehr hatten. Sieht man schön in den Stammbäumen, da ist in den Bullenlinien meist ein 7-Jahre-Takt drin gewesen. Heute wird das erste verfügbare Sperma der Jungbullen für die allerhöchsten Anpaarungen verwendet wie im Embryotransfer. Da ist das Generationsintervall unter zwei Jahren.

Bei den Bullenmütter hat es sich auch stark verkürzt, waren es früher die besten Kühe, die sich meist über zwei Laktationen bewährt hatten und dann nach dem dritten Kalb in den Embryotransfer gingen. Bis diese Kälber von den Trägertieren dann ausgetragen, so waren sie 5 bis 6 Jahre alt.
Heute sind die Bullenmütter fast ausnahmslos Färsen mit hohen Zuchtwerten und da ist das Generationsontervall um und auch deutlich unter zwei Jahren.

Bei den Kuhmüttern hängt es von der Kalbenummer ab. Von einer Färse ist es das Erstkalbealter, um die zwei Jahre. Bei einer Zweitkalbskuh meist etwas über drei, beim dritten Kalb Richtung viereinhalb usw. Da gibt es mit die größten Einflussfaktoren, wie z.B. gesextes Sperma bei Färsen einzusetzen oder aber auch bei Kühen oder die Nutzungsdauer auf dem Betrieb was die Anteile der Kalbenummern schon stark verschieben kann.

Mit der genomischen Zuchtwertschätzung hat sich das Generationsintervall auf der Bullenseite (Bullenväter, Bullenmütter) stark reduziert und dadurch ist der Zuchtfortschritt angestiegen. Da haben alle Zuchtwerte 2010 einen Knick nach oben gemacht.

Benjamin

Montag, 7. März 2022

Kuhväter und Bullenmütter

Ganz allgemein mal über Rinderzucht. 
Rinderzüchter ist auch ein Teil meines Berufs, aber ich definiere mich weniger als solcher, da die Zucht nur ein Baustein der ganzen Milchkuhhaltung ist. Für den unmittelbaren Erfolg eher klein, langfristig über den Zuchtfortschritt aber sehr groß.
 
Warum Zucht? Zucht ist die Vermehrung von guten Genen in der Population, die gezielte Fortpflanzung von Tieren. Bei der Fortpflanzung werden die Gene neu zusammengewürfelt und über die Zucht werden quasi dafür die Würfel festgelegt.
So kann man die nächste Generation besser machen, sei es langlebiger, weniger Schwergurten oder so Sachen wie die Strichstellung am Euter, das man die Zitzen nicht über dem Melkbecher sortieren muss weil sie zu dicht beisammen stehen.
Da für die allermeisten Merkmale ein genetischer Einfluss besteht kann darauf gezüchtet werden, z.B. DDcontrol, die Anfälligkeit für Dematitis Digitalis (Mortellaro; siehe auch Posts vom 08.10.2015 und 28.10.2015). Dafür sind manche Rinder genetisch anfälliger als andere. Und wenn man nur noch die nicht anfälligen Rinder sich fortpflanzen lässt kann man ganz vereinfacht gesagt das Problem wegzüchten. Rein theoretisch zumindest, weil das lange dauern würde und ein einziges Merkmal nicht sinnvoll ist. 

Grundsätzlich ist die Rinderzucht sehr alt, so wurde schon in der Steinzeit die Hornlosigkeit sehr erfolgreich weggezüchtet weil man die Hörner brauchte um die Ochsen daran anzuspannen. Paar tausend Jahre später züchten wird die Hornlosigkeit aus Tier- und Arbeitsschutzgründen wieder zurück, was ein gutes Beispiel für das Auswählen der Würfel ist.
Die organisierte Rinderzucht begann in Deutschland um 1870 mit der Gründung der Herdbücher, in denen die Zuchttiere eingetragen sind und man so überhaupt erst einen Überblick bekam wie man gute Gene weiterverbreiten kann. Ende des 19. Jahrhunderts kam dann die Milchleistungsprüfung mit der man die Milchleistung als wichtigstes Leistungsmerkmal quantifizieren konnte, in den 1960/70ern dann Zuchtwertschätzung und die Rechenzentren mit der EDV. Und 2010 die genetische Zuchtwertschätzung für alle Rinder vom Embryo an.

Die Zuchtwertschätzung wird für die einzelnen Tiere durchgeführt um zu bestimmen welchen Wert sie für die Verbesserung der nächsten Generation haben. Bei einem Bullen kann man nur indirekt die vererbte Milchleistung über seine Töchter bestimmen. Die Wachstumsleistung dagegen mit der Eigenleistung. Daneben gibt es noch den Pedigree-Zuchtwert anhand der Eltern.
Die heute üblichen genomischen Zuchtwerte basieren auf der Genotypisierung des individuellen Erbguts. Auf dem Genom wurden mit hundertausenden Rindern als Vergleichsreferenz (Lernstichprobe) Abschnitte (SNPs) beststimmt, die Einfluss auf die unterschiedlichsten Merkmale haben. Bei einem Kalb kann dann an diesen Abschnitten nachgeschaut werden welche Varianten vorliegen und der Zuchtwert geschätzt werden. Es wird immer nur geschätzt, weil man ja nie weiß was genau kommen wird. Je nach Merkmal beträgt die Sicherheit der Schätzung aber so 50 - 80 % und das schon wenn das Kalb nur wenige Wochen alt ist bzw. eigentlich schon als Embryo aus wenigen Dutzend Zellen.
 
Rinder haben eine recht geringere Reproduktionsrate; fast immer nur ein Kalb und 9 Monate Tragezeit. Da sind Schweine mit vielen Dutzend und Geflügel mit hunderten Nachkommen viel einfacher zu vermehren.
Daher sind die meisten Kühe auch Kuhmütter, denn aus ihren Kälbern wird wieder die nächste Generation Kühe. Ausnahme sind die Mastanpaarungen, aber das ist trotz der Zunahme in den letzten Jahren weiterhin die Minderheit.
Die Kuhväter sind dagegen nur wenige. Seit sich die künstliche Besamung in den 1950er Jahren durchgesetzt hat kann ein Bulle nicht mehr einige hundert Nachfahren haben sondern viele (Zehn)tausende. Es können so auch die allerbesten Bullen ausgewählt werden, die nicht nur hohe Milchleistung vererben, sondern auch gute Eutergesundheit, die gewünschten Körpermerkmale usw. Für die Population der Deutschen Holsteins sind es pro Jahr vielleicht 600.000 Kuhmütter und 300 Kuhväter als Besasmungsbullen die neu hinzu kommen. Deckbullen kann ich schwer schätzen, vielleicht noch mal 10.000, aber die haben nur so 10 % Anteil auf die Töchter bezogen.
Bullenmütter sind die Kühe aus deren Bullenkälber die Besamungsbullen und Deckbullen werden. Da nicht so viele Bullenmütter gebraucht werden sind die Auswahlkriterien viel strenger. Klassisch ist es für den künftigen Deckbullen die beste Kuh im Stall. Bis in die 2000er hatten die Zuchtorganisation ihren Pool an Bullenmüttern, besonders gute Kühe aus dem ganzen Zuchtgebiet, die dann gezielt angepaart wurden und mit Embryotransfer die nächste Bullengeneration erzeugten. Mit der genomischen Zuchtwertschätzung findet man die guten Kühe schon als Kalb und so sind heute fast alle Bullenmütter bei ihrer Auswahl Färsen. Siehe auch Posts vom 07.02.2015, 14.02.2015, 18.02.2015, 13.03.2015, 06.06.2019 und 11.06.2019.
Die Bullenväter sind die Väter der Bullen, sowohl der Deckbullen als auch besonders der Besamungsbullen und die sind dann auch global gesehen die absolute Spitze.
 
Fortsetzung folgt!

Benjamin

Mittwoch, 2. März 2022

Aktuelles von Taiga

Was Taiga so macht, denn das letzte Mal habe ich von ihr geschrieben als ich sie enthornt habe (siehe Post vom 13.11.2021). Inzwischen ist sie längst abgesetzt und knapp fünf Monate alt.

Beim Absetzen war sie erst 83 Tage alt, da musste ich die Tränkedauer für sie und ihre Kolleginnen in der Gruppe etwas zusammenkürzen weil Platzmangel herrschte. Die alten Kälberställe aus den 1990ern sind einfach zu knapp bemessen.

In diesen 83 Tagen der Tränkeperiode hat sie ungefähr 650 Liter gesoffen mit einer enthaltenen Trockenmasse von rund 90 kg. 

Ihre Krankenakte ist vorbildlich dünn: Stehen nur die Enthornung mit Sedativum und Schmerzmittel sowie die vier Impfungen (siehe auch Post vom 26.12.2020) drin.

Benjamin



Samstag, 26. Februar 2022

Kuhnummern

Im Alltag haben die Stallnummern eine größere Bedeutung als die Namen, denn Nummen können übersichtlicher am Halsband angebracht werden, sind leichter zu merken und auch bei der Datenverarbeitung handlicher.

Wie die Kühe zu ihren Stallnummern kommen. Da kenne ich vier verschiedene Varianten, die ich mit Buchstaben versehen habe nach den Betrieben, auf denen ich sie erstmals gesehen habe bzw. ich mich daran erinnern kann.

System N nach meinem Stammbetrieb LVAV Hofgut Neumühle. Vierstellige Stallnummern bei dem die ersten beiden Ziffern für das Geburtsjahr stehen die dritte und vierte Ziffer sind durchnummeriert im Jahr die geborenen Zuchtkälber. So hatte meine Braunie die Stallnummer 740. Am 15. Dezember 2007 geboren war sie das 40. weibliche Kalb in 2007. Für 07 fällt die führende Null im Computer weg. 
Vorteil dieses System ist dass man an den Stallnummern das Alter der Kuh ablesen kann und davon einigermaßen auch die Laktationsnummer ableiten.
Nachteil ist die beschränkte Kapazität, mit 100 möglichen Nummern pro Jahrgang sind nur Herdengrößen bis 200 - 300 Kühe möglich.
Außerdem können zugekaufte Tiere im Nachhinein schlecht eingeordnet werden können. So bekamen die beiden Braunviecher auf der Neumühle die Stallnummern 1700 und 1800. Siehe auch Post vom 24.07.2020.
 
Braunie 2012 auf der Neumühle:
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
System P nach der Agrargesellschaft Potzlow. Es werden fortlaufend je nach Herdengröße drei oder vierstellige Nummer vergeben. Wenn die letzte Nummer erreicht ist wird wieder von vorne begonnen. Das ist dann nach frühestens 10 bis 15 Jahren der Fall, dass keine Nummern doppelt vorkommen.
Vergeben werden die Stallnummern bei der Geburt, vor der Erstbesamung als Färse oder in den allermeisten Fällen nach der ersten Kalbung zur Eingliederung in die Kuhherde.
Vorteil ist dass man ähnlich wie bei System N ungefähr das Alter und die Laktationsnummer ableiten kann.

System B nach der Agrar Gmbh Boberow. Es ist ein Poolsystem, bei den die Stallnummern keine nähere Bedeutung haben als die tierindividuelle Identifikation. Geht eine Kuh ab wird die Stallnummer nach einer gewissen Zeit an eine neue Kuh vergeben. Die Nummer wird nach der ersten Kalbungvergeben bzw. ich mache es bei der Einstallung in die Abkalbebox weil da ein Fressgitter ist und die Färsen dann schon mit ihrer Stallnummer abkalben und von der Dokumentation wie eine Mehrkalbskuh behandelt werden kann.
Vorteil ist die große Kapazität ohne viele leere Nummern dazwischen. Außerdem wird die Nummer nach dem Halsband vergeben und nicht das Halsband nach der Nummer zusammengestellt. Vor der erneuten Vergabe muss das Halsband nur repariert (kaputte Ziffen etc.) werden. Meiner Erfahrung nach halten die Halsbänder länger als die durchschnittliche Nutzungsdauer einer Kuh von drei bis vier Jahren. 
Nachteil ist die fehlende Zusatzinformation über das Tier in der Stallnummer und dass man die Kuh recht leicht mit Vorbesitzerinnen der Stallnummer verwechselt wenn von denen irgendwas von vor ein paar Jahren im Gedächtnis hängen geblieben ist.

Gisela in Pinnow:



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
System K nach der Agrargenossenschaft Karstädt. Stallnummer gleich dem 5-Steller der Lebendohrmarke (siehe auch Post vom 26.07.2019). 
Vorteil: Mit der Ohrmarkennummer arbeitet man meist eh schon für die Kälber und Jungtiere, sodass da die "extra" Stallnummer es nicht noch zusätzlich bei den Kühen gibt.
Nach den Vergabezeiträumen der einzelnen Ohrmarkenserien kann man auch eingermaßen das Alter und die Laktationsnummer ableiten.
Nachteil: Man hat immer mit fünfstelligen Zahlen zu tun. Daher ist dieses System auch in eher größeren Herden verbreitet.
 
Bressi 2015 in Iden, sie hatte damals mit 165.000 kg die höchste Lebensleistung des ZTT Iden, die Zweithöchste in Sachsen-Anhalt und die Zehnthöchste in Deutschland:

Benjamin




Mittwoch, 23. Februar 2022

Kuhnamen

Woher die Namen der Kühe kommen.
Zumindest bei uns darf es keine zwei Kühe mit dem selben Namen geben, damit kommt das HERDE nicht klar und es macht eigentlich auch keinen Sinn.
Dass die Kühe Namen bekommen sehe ich als alte Tradition aus Zeiten vor der Herdbuchzucht an wo es noch keine klare Identifikation über Nummern gab und es ist auch eines meiner Hobbies als Herdenmanager.

Die Regel dabei ist: Weibliche Kälber bekommen einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben der Mutter, männliche mit dem Anfangsbuchstaben des Vaters. 
Davon weiche ich nur ab wenn die Mutter keinen Namen hat, dann wird er auf den vom Vater bezogen. Eine weitere Ausnahme sind die "Geburtstagskälber" die ihren Namen von ihrer "Taufpatin" haben, an deren Geburtstag sie geboren wurden.

Ursprünglich hatte ich Listen vom VIT zu Kuh- und Bullennamen. Darin waren zu den einzelnen Namen Schlüsselnummern, wahrscheinlich für statistische Auswertungen. Diese Listen habe ich mit nach Boberow gebracht und gut zwei Jahre lang benutzt bis mir die Auswahl zu gering wurde.
Hier gibt es die Listen; unten rechts auf "Namensverzeichnis" klicken: https://www.vit.de/vit-fuers-tier/vit-fuers-rind/herdbuchfuehrung
 
Als Beispiel Kaspar und Truxie (siehe Post vom 25.05.2015):
Truxa als Mutter, da ihre Mutter namenlos war benannte ich sie nach ihrem Vater Truman.
Kayne als Vater, untypisch nach seiner Mutter Karumba 3.
Das Bullenkalb nannte ich Kaspar.
Das Färenskalb Truxi. 
Wenn möglichst versuche ich nicht nur den Anfangsbuchstaben sondern auch die ein bis zwei folgenden gleich zu belassen. Truxi ist da ein schönes Beispiel dafür wie einfach der abschließende Buchstabe durchgewechselt wird.
 
Eine Besonderheit sind die Herdenpräfixe aus zwei bis drei Buchstaben dir vor dem eigentlichen Namen stehen und zeigen aus welcher Herde das Rind stammt. Mit das bekannteste in Brandenburg dürfe AGK der Agrargenossenschaft Karstädt sein. 

Eine weitere Besonderheit ist die Benennung der Kühe in Schleswig-Holstein. Der dortige Landeskontrollverband veröffentlicht für jedes Landwirtschaftliche Wirtschaftsjahr (01. Juli bis 30. Juni) eine Liste mit Kuhnamen die alle mit dem gleichen Buchstaben beginnen. Das geht das Alphabet durch und aktuell ist B dran. Familienlinien kann man dabei in den Namen nicht nachvollziehen aber das Alter der Kuh. Danke nochmal an die Kollegin für die Erklärung!

Benjamin

Sonntag, 20. Februar 2022

Erblichkeit Langlebigkeit

In der letzten Blickpunkt Rind (-> siehe hier) war ein interessanter Artikel über die Erblichkeit der Langlebigkeit bei Milchkühen mit Daten aus den Brandenburger Testherden. 

Die Grundaussage war, dass die Langlebigkeit durch die Zuchtwerte prinzipiell unterschätzt wird. Langlebigkeit hat als funktionales Merkmal eine niedrigere Erblichkeit (Heritabilität) als z.B. Leistungs- und Körpermerkmale. Der Zuchtwert Nutzungsdauer (RZN) geht im Gesamtzuchtwert (RZG) auch nur mit 18 % ein (siehe auch Post vom 17.04.2021).

Wenn man die Kälber und Färsen nach dem RZG auswählt kommen die mit höhen Milchleistungs- und Gesundheitszuchtwerten eher zum Zug, da höher gewichtet. Das ist auch berechtigt. 
Ein noch größerer Einfluss hat der Zuchtfortschritt über das Alter der Mutter, sodass ein Kalb einer "genetisch moderneren" Erstkalbskuh deutlich höhere Zuchwerte als das einer "genetisch veralteten" Kuh mit schon 6 - 7 Kälbern hat. Die Vaterseite hat da in der Praxis einen nicht so großen Einfluss, da es bei den genomisch selektierten Bullen die über 80 % der Väter ausmachen keine so großen Altersunterschiede gibt.
Dass bei der alten Kuh hinter den niedrigen Zuchtwerten aber eine beachtliche Lebensleistung steht ist die anderen Seite. Das ist einmal der Unterschied zwischen Genotyp und Phänotyp, was die Kuh aus ihren Genen macht. Und die Umweltfaktoren, die bei der Zuchtwertschätzung durch die große Anzahl an Tieren ausgeblendet werden können. Für die einzelne Kuh bedeutet es aber wie gut sie mit ihren Umweltfaktoren (Futter, Klima usw.) zurecht kommt und ein langes Leben ermöglicht.

Das Diagramm hat mich mit seiner Deutlichkeit mehr als überrascht, denn die Genetik - auch die der Mutterseite - ist nur ein kleiner Teil der Einflussfaktoren:











Zu beachten ist dabei, dass auch recht alte Daten dabei sind. Ende der 1990er Jahre lag die Lebensleistung um ein Drittel niedriger als heute.

Dadurch inspiriert wollte ich mit meinen eigenen Daten auch rechnen. Die Tendenz kam heraus aber es waren da einige Einschränkungen: Die Datenmenge war weit geringer als ich gedacht habe, denn einerseits im Vergleich zu meinen ganzen Kalbedaten fallen natürlich die Bullen- und Mastkälber heraus, die Totgeburten und Aufzuchtverluste auch und noch die Zuchtviehverkäufe. Also schon mal über Zweidrittel geringer. Dann kann man die abgegangenen Kühe nicht beachten deren Mütter noch leben. Als betriebsspezifisch noch die Umstellung 2012 von Superkuh auf Herde, wo insbesondere die Daten der Mütter der alten Kühe nicht mehr vorhanden sind und die Tierumsetzungen zwischen den Betrieben.

Durch die niedrige Grundgesamtheit der dahinter stehenden Tiere ist die Streuung größer und auch nicht so ein schön gleichmäßiger Anstieg, die Tendenz aber die gleiche:

Benjamin



Mittwoch, 16. Februar 2022

Landwirtschaftssimulator

Mal was vom Drumherum, das nur ganz weitläufig mit Kühen zu tun hat.
Zum Laptop gehört auch der Landwirtschaftssimulator. Da entspreche ich ganz dem Klischee. Halt bisschen Computerspielen zur Entspannung.
Enspannend ist dabei gerade das was dem Landwirtschaftssimulator als fehlende Realitätsnähe angekreidet wird; ganz vorne dabei: Güllefahren wann die Pflanzen es brauchen und nicht wann der Kalender es erlaubt. 

- Angefangen habe ich mit einer Demoversion des LS08. Das gehörte am Anfang vom Studium bei den Agrarstudenten fast schon dazu dass man Landwirtschaftssimulator spielt.
- Dann LS09.
- LS11 und da hatte ich auch ein paar Mods. Kann mich an einen Krone BigX Cargo erinnern, der nicht gut war, da ein abartiger Wendekreis und einen Fendt GTA 380, das war ein Vorgriff auf die Qualität künftiger Mods mit allen Scheiben zu öffnen und der wurde auch schon schmutzig.
- LS13 als Werbegeschenk von Amazone bei einer Werksbesichtigung in Hude. Amazone war da einer der Haupt-Lizenzgeber. Die ganzen Neuerungen hielten einen bei der Stange: Erneuerbare Energien mit Solaranlagen und Windrädern für Geldverdienen nebenher, ein sehr umfangreicher Fuhrpark und die Tierhaltung deutlich ausgebaut. Da habe ich dann natürlich nur noch auf Kühe gesetzt; Futterbau und Füttern.
- LS15 habe ich übersprungen da ich dann eigene Kühe hatte und meinen realistischen Landwirtschaftssimulator "3D-Platinum-Premium-Version" mit vielen Spezialeffekten wie dem Notaus vom Karussell wenn der Dipproboter mal wieder abgestürzt ist (vgl. Post vom 14.08.2015).
- LS17 habe ich mir dann zur Erstveröffentlichung gekauft und festgestellt dass mein Laptop die Hardwareanforderungen nicht mehr erfüllte. Wie ich auf den HP umgestiegen bin habe ich es spaßeshalber mal mit dem versucht und da klappte es, also mit vier Jahren Verspätung habe ich LS17 begonnen. Auf LS19 und jetzt LS22 habe ich nicht umgestellt, weil ich mir nicht sicher bin ob der Laptop das noch packt und ich habe auch einen sehr langatmigen Spielstil.

Und so spiele ich da: Kühe in großem Stil. Einnahmen werden in neue Kühe investiert. Der letzte Stand waren um die 1.500. Alle Äcker in der Nähe vom Kuhstall mit Gras eingesät, dass die Transportwege nicht zu weit werden. Um den Ackerstatus braucht man sich ja keine Gedanken machen. Daneben etwas Ackerbau mit Gerste und Weizen im Wechsel, eigentlich nur das Stroh für Futterstroh und Streustroh.

Drei Screenshots:
 
Am Kuhstall, bei dem man maximal 10 Kühe sieht: Agrotruck mit Ladewagen für Frischgrasfütterung, Einstreugerät mit Quaderballen und der Teleskoplader zum Beladen des Einstreugeräts und des Mischwagen mit Wickelballen, einfräsen kann der die nämlich nicht:
 

 










 
 
 
 
 
Im Schleppdach lagert loses Stroh und Frischgras, beides mit dem Ladewagen eingefahren. Das kommt mit den Silageballen in die Mischration. Kraftfutter brauchen die LS-Kühe nicht. Da der Stall keinen Wasseranschluss hat und man das Tränkewasser per Fass holen muss habe ich 10 m vom Trog entfernt einen Wasserturm gebaut:
 

 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Grasernte mit Mähkombination, Großflächenschwader und Ladewagen. 2016 stellte Lely noch Futtererntetechnik her:


















Im LS kann man sich austoben, mal eine halbe Stunde spielen. Viel länger eigentlich auch nicht, schließlich bin ich auch Herdenmanager geworden weil ich nicht den ganzen Tag im Kreis fahren will. Und als Agraringenieur kann man viel Verfahrensoptimierung betreiben, da ist der Praxisbezug eher weniger wichtig.

Benjamin

Sonntag, 13. Februar 2022

Fotobearbeitung

Zu den Arbeiten am Laptop für den Blog gehört auch die Fotobearbeitung, denn jedes Foto hier im Kuhblog ist bearbeitet. Da hatte ich von Anfang an meine Ansprüche an mich und lieber kein Foto als eines mit dem ich nicht zufrieden bin. Und keine Fotos zur Dekoration und Symbolfotos auch nur selten.

Was ich an den Fotos bearbeite:
- Ausrichtung, dass es nicht schief ist
- Zuschneiden, wenn nicht zentriert oder was am Rand stört
- Helligkeit/Licht
- Farbsättigung, meist erhöhen
- Kontraste, meist erhöhen
- Unkenntlich machen von Kennzeichen und Ohrmarken
- Die Internetadresse des Kuhblogs als Signatur reinschreiben

Bei der Software bin ich absolut an der Basis unterwegs:
Ursprünglich hatte ich den Microsoft Picture Manager, den verwendete ich schon seit mindestens 2006. Beim Update des Vostro auf Windows 7 war mir das ganz wichtig dass der da extra wieder drauf kam, auch wenn der da nicht mehr zum üblichen Umfang gehörte. Wegen der Bedeutung des Laptops als Schreibgerät für den Kuhblog.
Screenshot vom Microsoft Picture Manager bei der Bearbeitung des Fotos für den Post vom 28.12.2020:




 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mit Windows 10 auf dem HP wurde es mit den Picture Manager schwerer weil den Microsoft schon länger komplett eingestampft hatte. Daher bin ich auf die integrierte Bearbeitungsfunktion der Fotoanzeige umgestiegen, die hat zwar einen geringeren Funktionsumfang, reicht aber meistens auch aus, bisher habe ich noch nicht extra deswegen auf dem Vostro gearbeitet.
Screenshot bei der Bearbeitung des Fotos für den Post vom 07.02.2022:

Fortsetzung folgt!

Benjamin
 

 

Donnerstag, 10. Februar 2022

Schreibgerät

Mal wieder ein Post, den ich schon vor langer Zeit schreiben wollte. So geschätzt seit anderthalb Jahren. Und zwar etwas aus der Kategorie "Kuhblog intern"; auf welchem Computer ich die Blogartikel schreibe.
 
Computermäßig bezeichne ich mich als mittelmäßiger Anwender. Mit meinem Vater als Informatiker hat da gar nix abgefärbt sondern eher das Gegenteil: Mit solcher Expertise im Hintergrund hatte ich gar nicht die Notwendigkeit mich damit tiefergehend zu beschäftigen. Genau das was ich über die Personalführung als "Hoffnungslosige Unselbstständigkeit" und "Service-Mentalität" sage.




 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Links mein Zweitlaptop, der wurde Anfang 2021 degradiert. Das ist ein Dell Vostro 1500 von 2008, den habe ich damals von meinen Eltern geschenkt bekommen und der hat mich treu durchs Studium begleitet und danach weiterhin und auch die ersten 1250 Posts vom Kuhblog. 2015 bekam der einen neuen Akku und eine SSD-Festplatte und das Betriebssystem wurde von Windows Vista Business auf Windows 7 umgestellt, was ich doch bereut habe, denn Vista lief schneller und stabiler.
Die Kamera habe ich irgendwann zugeklebt, wie das mit Innenraumüberwachung diverser Geheimdienste aufkam.
Das Hintergrundbild darauf ist ebenfalls eine Referenz vergangene Zeiten, 2012 aufgenommen im südlichen Rheinhessen mit Blick Richtung Rhein, inzwischen stehen da sechs Windräder im Bild.

Rechts mein Erstlaptop, ein HP EliteBook 8470p mit Windows 10. Das habe ich seit 2020 und war da auch schon ein paar Jahre alt. Bisschen kleiner und vor allem leichter als der Vostro.
Das Hintergrundbild ist mein Standard-Brandenburg-Kuhfoto, die Boberower Trockensteherweide.
Externe Tastatur und Maus sind glaube noch älter als der Vostro und der HP steht hier in seiner Docking-Station.
 
Also damit werden die Kuhblog-Posts geschrieben.
In diesem Zusammenhang ein großes Dankeschön an meinen Haus-und-Hof-Informatiker! 

Fortsetzung folgt!

Benjamin

Montag, 7. Februar 2022

Vorfrühling

Richtiger Winter ist momentan nicht. Eher eine Art Vorführung. Kein Nachtfrost, tagsüber 5 bis 8 Grad, recht windig und Regen.
Im Radio kam die letzten Tage, dass es zu warm ist und die Igel vorzeitig aus dem Winterschlaf aufwachen. Da kann ich mich daran erinnern wie Anfang 1997 ein Igel in die Baugrube vom Nachbarhaus (vgl. Post vom 08.04.2021) gefallen war.
 
Bei Sonnenschein im Feld unterwegs und der Blick über einen abgefrorenen Senfacker hinweg in die Weite der Brandenburger Landschaft. Das mag ich so sehr; in Rheinhessen wären da mehrere Straßen und zwei bis drei Dörfer im gleichen Blickwinkel:

Benjamin



Freitag, 4. Februar 2022

Mondkälber

Die Idee zu diesem Post kam mir als wir über die Ursachen der Abkalbewelle in KW2 sprachen (siehe auch Post vom 17.01.2022). Der Einfluss des Mondes wurde auch aufgeführt. Es war in dieser Woche zunehmender Mond und am  Dienstag der dritten Woche Vollmond.

Den Einfluss des Mondes halte ich erstmal für Hokuspokus umd Humbug. Es gibt Strömungen in der Landwirtschaft die Mondphasen für wichtig halten, aber das ist nicht meine Art der Landwirtschaft.
Klar die Gezeitenkräfte, aber an Land merkt man die doch gar nicht, das ist alles so gleichmäßig, das sind schließlich keine Erdbeben.
Eine Theorie wäre, dass Kühe kurz vor Neumond kalben und dann beim nächsten Vollmond die schon mobileren Kälber nicht so leichte Beute für Raubtiere sind. Aber wie können die Kühe den optimalen Zeitpunkt abpassen? Irgendwelche hormonellen Reaktionen auf das Licht? Die ganzen Lichtprogramme die einen Einfluss auf die Fruchtbarkeit haben sollen brauchen 200 Lux (siehe auch Post vom 28.08.2021) und dagegen kommt der Vollmond auf nicht einmal 1 Lux. Und wenn es bewölkt ist?

Daher habe ich zu meiner großen Datensammlung an Kalbungen den Mondkalender eingefügt. Zuerst wollte ich es in vier Phasen einteilen (Neumond, zunehmend, Vollmond abnehmend) zu jeweils einer Woche. Das erschien mir dann doch zu ungenau für einen möglichen Einfluss der Lichtstärke über mehrere Tage hinweg. Die Datenmenge hat es vom Umfang hergegeben das auf einzelne Tage im Mondmonat zu beziehen. Und die Trächtigkeitsdauer habe ich auch betrachtet ob der Mond es verkürzt oder verlängert, nach Geschlechtern getrennt, denn die männlichen Kälber haben eine längere Tragezeit.
Den Vollmond habe ich auf den siebten Tag gelegt, dass der Rest vom Monat ("Tag 30") nicht direkt vor Vollmond liegt und es möglicherweise verzerrt.
Die Tragedauer schwankt schon stark, Einflüsse sind dabei kürzere Zwillingsträchtigkeiten und längere von Kreuzungskälbern die ich beide nicht herausgerechnet habe. Statistische Tests habe ich auch keine durchgeführt.

Meine Interpretation der Tabelle: Keine Einflüsse, die Schwankungen sind Zufälle.

Benjamin



Montag, 31. Januar 2022

Typisch Stallkatze

Ein Schnappschuss von Mikesch der beweist dass die Stallkatzen (felis rustica) keine eigene Art sind sondern auch Hauskatzen. Der Begriff Stallkatze ist nur ein Angabe des Lebensraums und der Tätigkeit.

So kommen auch katzentypische Verhaltensweisen zum Vorschein wie die Affinität zu Pappkartons jeglicher Art.

In der Kiste sind die Ohrmarken für die Kälber (siehe Post vom 26.07.2019). 1000 Ohrmarken sind eine Serie (001 - 000) die in vier Kisten je 250 Ohrmarken verpackt sind. Jeweils 5 Ohrmarken sind nebeneinander in Blistern mit den vier Einzelmarken (männlich und weiblich, linkes und rechtes Ohr) und dem Röhrchen für die BVD-Ohrstanze, 10 Ohrmarken sind in einer Plastiktüte. Und so eine Plastiktüte wollte ich aus der Kiste holen. Also in der Kälberküche vom Schrank genommen und auf den Tisch gestellt um die richtige Tüte mit den nächsten Ohrmarken zu suchen. Kaum hatte ich die rausgenommen:

Benjamin 


 

Freitag, 28. Januar 2022

Giselas Stammbaum - Teil 2

Gisela (84170 AGB Gisela), Vater Guarini (siehe auch Post vom 23.01.2014), Muttervater Bill ist in der ewigen Liste meiner Lieblingskälber/fäsen/kühe auf dem zweiten Platz. Siehe auch Posts vom 15.10.2014, 05.11.2015 und 18.12.2015.

Ihr Stammbaum war schon mal vor gut sieben Jahren im Kuhblog gewesen (siehe Post vom 28.02.2015). Damals habe ich es sechs Generationen weit aufgeschrieben, aber dabei nicht alle Zweige so weit zurück verfolgt. Von 64 Vorfahren in der 6. Generation hatte ich da nur 33 aufgeschrieben. Wahrscheinlich weil im Herde nur die Bullen mit zwei Generatonen zurüc hinterlegt waren und es auch schon unübersichtlich wurde.

Wie ich letztes Jahr Perles Stammbaum (siehe Post vom 29.07.2021) ganz ausführlich aufgestellt habe kam mir der Gedanke das auch für Gisela noch mal ordentlich zu machen.

Giselas Stammbaum 5 Generationen weit zurück:










Wo es oft heißt, dass durch die genomische Selektion der Bullen der Inzuchtgrad angestiegen sei, weil jedes Jahr in Deutschland nur noch rund 250 statt der vorher 1.000 Bullen in den Besamungseinsatz gehen. So ist Giselas Stammbaum im Vergleich zu Perles der Gegenbeweis, denn durch die heute schnellere Generationenfolge bei den Bullen rücken dieses schneller nach "hinten" in der Abstammung. Da sind bei Perle fünf Generationen zurück weniger Vorfahren mehrfach im Stammbaum vertreten.

Benjamin

Montag, 24. Januar 2022

Papilloma

Ein Schnappschuss von letzter Woche, denn ich habe bei einer der tragenden Färsen Papilloma entdeckt und mir als Erstes gedacht: "Das habe ich seit Jahren nicht mehr gesehen."

Verursacher ist das Bovine Papillomavirus, das mit dem humanen Papillomavirus verwandt ist, das beim Menschen Gebärmutterhalskrebs verursacht. Bei Rindern sind es aber gutartige Tumore, die irgendwann vertrocknen und abfallen. Bisher habe ich die Wucherungen nur bei Färsen an Hals, Nacken und Kopf gesehen. Auf den ersten Blick sieht es aus wie beginnende Kälberflechte, aber nicht von flächiger Ausehnung und "dreidimensional".

Erstmals habe ich das 2014 mal gesehen und meinen Tierarzt danach gefragt, der es mir dann erklärte und sagte dass es harmlos ist solange es nicht ans Euter wandert und die Striche befällt. Soweit kam es aber nie und man sieht es gefühlt auch nur alle paar Jahre mal an einzelnen oder auch paar mehr Färsen, zumindest so oft dass man sich noch dran erinnert was das überhaupt ist.
Ganz zu Anfang habe ich auch im HERDE extra einen Kommentar "BPV" angelegt um die betroffenen Tiere zu markieren und die dann wieder gelöscht als ich wieder mit ihnen als Kühe zu tun hatte und man gar nichts mehr davon sah.

Benjamin
 

 

Freitag, 21. Januar 2022

Sechs Geschmacksrichtungen

Ein wichtiger Bestandteil meiner "Beladeliste" (siehe Post vom 23.12.2019) sind neben den Handschuhen die Fettstifte. Das ist eines der wichtigsten Werkzeuge als Herdenmanager zur Markierung von Kühen und um Informationen an der Kuh anzubringen.

Bei der Frischabkalberkontrolle in den ersten 10 Tagen nach der Kalbung mit der Vier-Farb-Methode die Striche zur Dokumentation direkt an der Kuh, dass man auf einen Blick sieht wie die Tage zuvor derTemperaturverlauf war.

Zur Markierung welche Arbeiten bei der jeweiligen Kuh anstehen, z.B. Besamung und in welche Gruppe sie anschließend zurücksotiert werden muss. Siehe Post vom 11.01.2017.

Oder zum Spaß als Foto für den Kuhblog. Siehe Posts vom 06.01.2018 oder 30.03.2018.

Und was es mit den Geschmacksrichtungen auf sich hat: Das war mal bei der Zuchthygiene als die zur Behanlung auf der Stirn markierten Kühe von ihren Nachbarinnen im Fressgitter die Farbe großteils abgeleckt bekommen hatten. Da sagte ich zu unserer Tierärztin: "Orange schmeckt ihnen halt besonders gut."
Daher gilt:
Grün - Limette
Gelb - Zitrone
Orange  - Orange
Rot - Erdbeere
Lila - Brombeere
Blau - Blaubeere

Benjamin
 


 

Montag, 17. Januar 2022

Blaue Handschuhe

Besonderes gibt es aktuell nicht viel, außer viel Arbeit, denn die letzte Woche haben doppelt so viele Kühe gekalbt wie üblich. Natürlich sind es nicht immer gleich viele Kalbungen jeden Tag und es gibt Schwankungen nach oben und unten, extremere auf einzelne Tage bezogen, aber 200 % für eine Woche ist dann schon außergewöhnlich.

Eine Kleinigkeit hat mich heute aber geärgert: Die Handschuhe. Und zwar die blauen. Über die Besamungshandschuhe habe ich schon mal was geschrieben (siehe Post vom 26.12.2015).
Die blauen Handschuhe sind für mich ein wichtiges Merkmal und persönliches Identifikatonssymbol als Kuhbauer. 
Das hat vom Anfang an meiner Kuhzeit damals auf Hofgut Neumühle begonnen, dass beim Melken Handschuhe getragen werden und war dann das Erste was ich gleich in Boberow eingeführt habe. Die Haut ist alles andere als glatt und da können sich viele Erreger drin festsetzen, die man dann von Kuh zu Kuh schleppt. Handschuhe mit ihrer glatten Oberfläche kann man gut abwaschen und vor allem nach der Melkzeit wegwerfen. 
Ich habe das derart verinnerlicht, dass es sich falsch anfühlt wenn ich mal (selten) ohne Handschuhe ein Euter anfasse.
Neben der Hygiene an der Kuh dienen die Handschuhe auch der eigenen Hygiene, denn zum Arbeitsschutz gehört der Hautschutz mit dazu. z.B. bei Kälberdurchfall oder als Extrembeispiel wenn man in geöffneten Abszessen rumfingert um abgekapseltes Gewebe herauszuholen (siehe auch Post vom 24.10.2016).
 
Die Handschuhe bestehen aus Nitril und sind für den einmaligen Gebrauch vorgesehen, wobei ich die auch mehrfach verwende, normalerweise verbrauche ich so drei bis vier Paar am Tag. Im vorderen Seitenfach meiner Gürteltasche habe ich immer frische Handschuhe dabei und in der Hosentasche hinten links Benutzte die noch mal verwendet werden können. (Siehe auch Post vom 23.12.2019).
Es gibt sie auch in einer stärkeren Ausführung wie sie auf der Neumühle verwendet werden was für mich dann ungewohnt ist vom Tastgefühl.
Einweghandschuhe gibt es in verschiedensten Materialien, wovon Nitril für mich vor allem von der Widerstandfähigkeit das beste ist. Latex hält nix aus und reißt schnell, Vinyl ist recht starr, zerreißen deutlich schneller als Nitril, sind vom Gefühl nicht so gut und kriegt man eigentlich nicht ausgezogen ohne sie kaputt zu machen.
Und ganz wichtig ist puderfrei, das Zeug ist gar nicht gut für die Haut wenn man die den halben Tag lang an hat.

Normal trage ich Größe 7/S, je nach Hersteller ist das genau passend oder tendziell zu klein weil die Finger etwas zu kurz sind. Aber lieber stramm sitzend als zu locker. Ja, ich habe so kleine Geburtshelfer-Hände. Im Hochsommer oft Größe 8/M, weil ich dann mit schwitzigen Händen nicht mehr in die S reinkomme. Im Winter auch Größe 10/XL über den normalen Arbeitshandschuhen drüber wenn es sehr kalt ist.

Vor zwei Jahren mit Aufkommen von Corona wurden die Handschuhe wie alle medizinisch verwendbaren Produkte knapp, mittlerweile ist es eher wegen dem nicht mehr so reibungslos laufenden globalen Handel. Da Größe S nicht so viel gebraucht wird konnte ich die Nitrilhandschuhe mir bis dieser Tage einteilen und jetzt nur noch "halbtags" und ansonsten auf die aus Vinyl ausweichen.

Links Nitril, rechts Vinyl:

Benjamin




Freitag, 14. Januar 2022

Abgang von Esmeralda

Esmeralda war eine Kuh in der ersten Laktation. Die besten Kühe kennt man nicht, weil sie keine Probleme machen. Esmeralda machte bis zum Schluss keine Probleme, hatte aber trotzdem ein Großes: Einen Tumor im Unterkiefer.

Abstammung von Esmeralda:
 x Emtoro
  x Sudan
   x Bonatus
    x Hornezathe
 
Von Emtoro stammt das E als erster Buchstaben des Namens. Über die Benennungsregeln der Kühe muss ich auch mal einen Post schreiben...
 
Für ihre erste Laktation hatte sie nach 270 Tagen eine Hochrechnung für die 305-Tage-Leistung von 8.432 kg mit 4,01 % Fett und 3,46 % Eiweiß. Das ist etwas unter dem Schnitt der brandenburger Jungkühe.
Ihre Krankenakte war auch sehr dünn, bei den letzten beiden Mal Bestandsschnitt der Klauen hatte sie leichte Dermatitis Digitalis ("Mortellaro") drin stehen.
Und sie war auch schon wieder tragend, vom Bullen Casio und sollte Ende April kalben mit dann um die 384 Tagen Zwischenkalbezeit.

Sie war mit der Leistung eingebrochen von 25 auf 5 kg am Tag und kam deswegen zum Tierarzt. Sie war soweit in Ordnung und auch munter und der Tumor im Unterkiefer fiel eigentlich zufällig auf. Sie kaute zwar wieder, fraß aber trotzdem zu wenig, dass sie ihre Leistung nicht mehr halten konnte. Auch von der Kondition her war sie am unteren Ende des Üblichen. 
Und da die Prognose sehr schlecht war ging sie jetzt zwei Tage später zur Schlachtung. 

Benjamin
 

 

Dienstag, 11. Januar 2022

Jahresstatistik 2021

Jetzt noch endlich die Jahresstatistik für 2021. 

Die beliebtesten Posts 2021:

Statistik der Zugriffe:
Verweisende Internetseiten: Eigentlich nur noch welche von Google. Agrartechnik-im-Einsatz ist nicht mehr dabei, da im Dezember 2020 offline gegangen.
Browser: Chrome vor Firefox, Dritthäufigster Safari.
Betriebssysteme: Windows, Android, Macintosh, i-Phone.
Länder: Mehr als die Hälfte der Zugriffe aus Deutschland, an der zweiten Stelle USA, dann abgeschlagen im Vergleich zu den letzten Jahren Italien, an vierter Stelle Schweden, dann Österreich, Luxemburg, Schweiz.

Suchanfragen, bei denen Google auf den Kuhblog verwiesen hat und die ich Posts zuordnen konnte:
"Inra 95". Ganz klar meinen beiden Posts über die INRA 95-Kreuzungen: Siehe Posts vom 07.08.2021 und 19.12.2021.
"Claas Lexion 8900 tt Cabine". In einem meiner Posrs über die Agritechnica 2019 hatte ich ein Foto vom Lexion 8900 TerraTrac (27.11.2019).
"Hochtiefbox mit Häckselstroh": Das notdürftige Einstreuen der Boberower Liegeboxen mit Stroh (Post vom 14.05.2015).
 
Benjamin

Samstag, 8. Januar 2022

Geboostert

Heute habe ich meine Booster-Impfung gegen Covid bekommen. Ganz günstig gelegen an meinem freien Wochenende auch wegen des morgigen Sonntags wegen möglichen Impfreaktionen. Denn bei der Erstimpfung hat es mich dermaßen umgehauen dass ich nicht arbeitsfähig war und ich von den zahlreichen Arbeitsunfällen absehen den ersten Ausfalltag seit 2008 hatte.
 
Es hatte so lange gedauert, weil ich eigentlich die Impfung über den Kreisfeuerwehrverband machen wollte. Die hatten sich aber scheinbar doch verkalkuliert wie viele Feuerwehrleute es im Landkreis gibt, das wurde zuerst verschoben und dann abgesagt und da habe ich die Impfaktion der Gemeinde genommen. Am anderen Ende des Gemeindegebietes im dortigen Kulturhaus, die örtliche Feuerwehr hat geholfen und die Arztpraxis aus dem Hauptort geimpft. Alles super organisiert und mit erstaunlichem Durchsatz, Auf kommunaler Ebende geht dann doch mehr als von ganz oben herab mit dem riesigen Bürokratieapparat. Das stimmt mich versöhnlich, wo ich die Humanmedizin eigentlich skeptisch sehe, einmal der sorglose Umgang mit Antibiotika und dann die Schuld an Antibiotikaresistenzen der Landwirtschaft in die Schuhe schieben wollen und dieses langsame Vorankommen bei den Corona-Impfungen. Im Normalbetrieb krieg sogar ich ohne große Anstrengung bei den Rindern über trausend Impfungen im Jahr hin...

Habe den Impfstoff von Moderna bekommen. Man wollte mich schon in die Schlange für den von Biontech verweisen: "Sie sind doch bestimmt unter 30!" "Nein. Ich stehe hier richtig." Ich wollte eh den Jüngeren nicht den Impfstoff wegnehmen und Moderna soll eine höhere Wirksamkeit gegen O haben. Da kommen jetzt meine paar verbliebenen Altgriechischkenntnisse durch die Buchstaben selber statt ihre Namen zu schreiben.
 
Auf dem Heimweg noch bei der Apotheke vorbei und das Impfzertifikat geholt. Das hatte ich bei der Erstimfpfung gar nicht; da war ja auch noch nicht im Gespräch gewesen die Impfpässe prinzipiell als gefälscht einzustufen.



Dienstag, 4. Januar 2022

Nächtlicher Stromausfall

Gestern begann die erste Woche im neuen Jahr gleich mit einem Stromausfall. Wo ich schon einige Stromausfälle hier in Brandenburg miterlebt habe, weil durch die geringere Bevölkerungsdichte das Stromnetz nicht so stabil ausgelegt ist wie damals in Rheinhessen.
Meistens sind die Stromasufälle nur für maximal eine halbe Stunde, sodass das Netz genau dann zurück kommt wenn die Notstromversorgung steht. Das längste was ich bisher erlebt habe waren 21 h gewesen (siehe Post vom 09.10.2017).

Gestern war es aber tatsächlich der erste nächtliche Stromausfall den ich mitgemacht habe. Morgens ging in meiner Küche das Licht nicht, im Badezimmer auch nicht und beim Blick aus dem Fenster die Straßenlampen auch nicht. Also Stromausfall. 
Erster Gedanke: Zum Jahresbeginn sind wieder viele Kapazitäten aus der EEG-Umlage gefallen und unterliegen nun der Volatiität der Strombörse und am ersten Montag gibt es gleich einen Blackout...
Mit der Handylampe gefrühstückt und als ich gerade ins Auto stieg war der Strom wieder da, aber nicht in den anderen Dörfern und es ist schon gespenstisch bis total ungewohnt durch stockfinstere Ortschaften zu fahren. So sehr ist doch die Zivilisation vom Strom abhängig.

Die Anlage war auch dunkel. Also den Notstrom organisiert, was diesmal auch sehr gut funktioniert hat und mit nicht allzu großer Verzögerung mit dem Melken begonnen werden konnte. Nach gut einer Stunde war das Stromnetz wieder da. Und da die Milchkühlung nicht so lange ausgefallen ist gab es da auch keine Probleme.

Das war mal wieder Abenteuer Brandenburg. Aber eher von der lästigen Sorte und nicht der aufregenden.

Benjamin

Samstag, 1. Januar 2022

Start in 2022

Allen Lesern des Kuhblogs wünsche ich ein gesundes neues Jahr 2022!

Wie eigentlich jedes Jahr gibt es kein winterliches Foto zu Neujahr. Wir haben hier momentan frühlingshafte Temperaturen. In der Neujahrsnacht 12 Grad. Für mich absolute Wohlfühltemperatur, für die Kühe schon etwas zu warm.

Ein Neujahrsfoto gibt es trotzdem. Direkt aus dem Kälberstall. Hatte als Lückenbüßer Nachtschicht bei den Kälbern und es war garantiert nicht langweilig... Vom Jahreswechsel hat man es nur gehört, dass das hier mit dem Böllerverbot doch nicht so weit her war.
Erstes Kuhblog-Foto für 2022. Das ist aber gecheatet, denn ich habe mir die Kälbergruppe von 6 - 7 Wochen Alter ausgesucht, zwischen noch schreckhaft und schon gechillt sind die neugierig und aufdringlich; ideal für Fotos:
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gleich danach fing das Jahr mit einem Fehlstart an: Eine Färse mit Schwergeburt. Nix Großartiges sondern routinierte Geburtshilfe. Das Kalb lag zwar richtig, die Beine waren aber nicht ganz ausgestreckt, sodass es mit dem Kopf zwischen seinen Beinen und dem Becken stecken blieb.
Da bin ich nicht abergläubig, dass das ein schlechtes Zeichen war.

Der Kuhblog geht nun in sein 10. Kalenderjahr! Also steht rechts in der Postliste mit 2022 jetzt ein zehntes Jahr.
Was es jetzt demnächst gibt:
Als nächster Post die Statistiken für 2021.
Der Abschluss der Futterserie.
Zur Zeit treibt mich ziemlich die Agrarpolitik um, aber darüber werde ich nicht schreiben, der Kuhblog war immer recht unpolitisch, das waren bisher nur eine Handvoll Posts gewesen. Für diesen Bereich gibt es zuhauf andere Blogs.
Und der Kuhblog bleibt auch weiterhin werbefrei und ohne Sponsoren. Das will ich extra betonen weil in meiner persönlichen Bilanz bezüglich Social Media für 2021 mir vor allem die zunehmende Kommerzialisierung extrem aufgefallen ist.

Benjamin