Dienstag, 11. Januar 2022

Jahresstatistik 2021

Jetzt noch endlich die Jahresstatistik für 2021. 

Die beliebtesten Posts 2021:

Statistik der Zugriffe:
Verweisende Internetseiten: Eigentlich nur noch welche von Google. Agrartechnik-im-Einsatz ist nicht mehr dabei, da im Dezember 2020 offline gegangen.
Browser: Chrome vor Firefox, Dritthäufigster Safari.
Betriebssysteme: Windows, Android, Macintosh, i-Phone.
Länder: Mehr als die Hälfte der Zugriffe aus Deutschland, an der zweiten Stelle USA, dann abgeschlagen im Vergleich zu den letzten Jahren Italien, an vierter Stelle Schweden, dann Österreich, Luxemburg, Schweiz.

Suchanfragen, bei denen Google auf den Kuhblog verwiesen hat und die ich Posts zuordnen konnte:
"Inra 95". Ganz klar meinen beiden Posts über die INRA 95-Kreuzungen: Siehe Posts vom 07.08.2021 und 19.12.2021.
"Claas Lexion 8900 tt Cabine". In einem meiner Posrs über die Agritechnica 2019 hatte ich ein Foto vom Lexion 8900 TerraTrac (27.11.2019).
"Hochtiefbox mit Häckselstroh": Das notdürftige Einstreuen der Boberower Liegeboxen mit Stroh (Post vom 14.05.2015).
 
Benjamin

Samstag, 8. Januar 2022

Geboostert

Heute habe ich meine Booster-Impfung gegen Covid bekommen. Ganz günstig gelegen an meinem freien Wochenende auch wegen des morgigen Sonntags wegen möglichen Impfreaktionen. Denn bei der Erstimpfung hat es mich dermaßen umgehauen dass ich nicht arbeitsfähig war und ich von den zahlreichen Arbeitsunfällen absehen den ersten Ausfalltag seit 2008 hatte.
 
Es hatte so lange gedauert, weil ich eigentlich die Impfung über den Kreisfeuerwehrverband machen wollte. Die hatten sich aber scheinbar doch verkalkuliert wie viele Feuerwehrleute es im Landkreis gibt, das wurde zuerst verschoben und dann abgesagt und da habe ich die Impfaktion der Gemeinde genommen. Am anderen Ende des Gemeindegebietes im dortigen Kulturhaus, die örtliche Feuerwehr hat geholfen und die Arztpraxis aus dem Hauptort geimpft. Alles super organisiert und mit erstaunlichem Durchsatz, Auf kommunaler Ebende geht dann doch mehr als von ganz oben herab mit dem riesigen Bürokratieapparat. Das stimmt mich versöhnlich, wo ich die Humanmedizin eigentlich skeptisch sehe, einmal der sorglose Umgang mit Antibiotika und dann die Schuld an Antibiotikaresistenzen der Landwirtschaft in die Schuhe schieben wollen und dieses langsame Vorankommen bei den Corona-Impfungen. Im Normalbetrieb krieg sogar ich ohne große Anstrengung bei den Rindern über trausend Impfungen im Jahr hin...

Habe den Impfstoff von Moderna bekommen. Man wollte mich schon in die Schlange für den von Biontech verweisen: "Sie sind doch bestimmt unter 30!" "Nein. Ich stehe hier richtig." Ich wollte eh den Jüngeren nicht den Impfstoff wegnehmen und Moderna soll eine höhere Wirksamkeit gegen O haben. Da kommen jetzt meine paar verbliebenen Altgriechischkenntnisse durch die Buchstaben selber statt ihre Namen zu schreiben.
 
Auf dem Heimweg noch bei der Apotheke vorbei und das Impfzertifikat geholt. Das hatte ich bei der Erstimfpfung gar nicht; da war ja auch noch nicht im Gespräch gewesen die Impfpässe prinzipiell als gefälscht einzustufen.



Dienstag, 4. Januar 2022

Nächtlicher Stromausfall

Gestern begann die erste Woche im neuen Jahr gleich mit einem Stromausfall. Wo ich schon einige Stromausfälle hier in Brandenburg miterlebt habe, weil durch die geringere Bevölkerungsdichte das Stromnetz nicht so stabil ausgelegt ist wie damals in Rheinhessen.
Meistens sind die Stromasufälle nur für maximal eine halbe Stunde, sodass das Netz genau dann zurück kommt wenn die Notstromversorgung steht. Das längste was ich bisher erlebt habe waren 21 h gewesen (siehe Post vom 09.10.2017).

Gestern war es aber tatsächlich der erste nächtliche Stromausfall den ich mitgemacht habe. Morgens ging in meiner Küche das Licht nicht, im Badezimmer auch nicht und beim Blick aus dem Fenster die Straßenlampen auch nicht. Also Stromausfall. 
Erster Gedanke: Zum Jahresbeginn sind wieder viele Kapazitäten aus der EEG-Umlage gefallen und unterliegen nun der Volatiität der Strombörse und am ersten Montag gibt es gleich einen Blackout...
Mit der Handylampe gefrühstückt und als ich gerade ins Auto stieg war der Strom wieder da, aber nicht in den anderen Dörfern und es ist schon gespenstisch bis total ungewohnt durch stockfinstere Ortschaften zu fahren. So sehr ist doch die Zivilisation vom Strom abhängig.

Die Anlage war auch dunkel. Also den Notstrom organisiert, was diesmal auch sehr gut funktioniert hat und mit nicht allzu großer Verzögerung mit dem Melken begonnen werden konnte. Nach gut einer Stunde war das Stromnetz wieder da. Und da die Milchkühlung nicht so lange ausgefallen ist gab es da auch keine Probleme.

Das war mal wieder Abenteuer Brandenburg. Aber eher von der lästigen Sorte und nicht der aufregenden.

Benjamin

Samstag, 1. Januar 2022

Start in 2022

Allen Lesern des Kuhblogs wünsche ich ein gesundes neues Jahr 2022!

Wie eigentlich jedes Jahr gibt es kein winterliches Foto zu Neujahr. Wir haben hier momentan frühlingshafte Temperaturen. In der Neujahrsnacht 12 Grad. Für mich absolute Wohlfühltemperatur, für die Kühe schon etwas zu warm.

Ein Neujahrsfoto gibt es trotzdem. Direkt aus dem Kälberstall. Hatte als Lückenbüßer Nachtschicht bei den Kälbern und es war garantiert nicht langweilig... Vom Jahreswechsel hat man es nur gehört, dass das hier mit dem Böllerverbot doch nicht so weit her war.
Erstes Kuhblog-Foto für 2022. Das ist aber gecheatet, denn ich habe mir die Kälbergruppe von 6 - 7 Wochen Alter ausgesucht, zwischen noch schreckhaft und schon gechillt sind die neugierig und aufdringlich; ideal für Fotos:
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gleich danach fing das Jahr mit einem Fehlstart an: Eine Färse mit Schwergeburt. Nix Großartiges sondern routinierte Geburtshilfe. Das Kalb lag zwar richtig, die Beine waren aber nicht ganz ausgestreckt, sodass es mit dem Kopf zwischen seinen Beinen und dem Becken stecken blieb.
Da bin ich nicht abergläubig, dass das ein schlechtes Zeichen war.

Der Kuhblog geht nun in sein 10. Kalenderjahr! Also steht rechts in der Postliste mit 2022 jetzt ein zehntes Jahr.
Was es jetzt demnächst gibt:
Als nächster Post die Statistiken für 2021.
Der Abschluss der Futterserie.
Zur Zeit treibt mich ziemlich die Agrarpolitik um, aber darüber werde ich nicht schreiben, der Kuhblog war immer recht unpolitisch, das waren bisher nur eine Handvoll Posts gewesen. Für diesen Bereich gibt es zuhauf andere Blogs.
Und der Kuhblog bleibt auch weiterhin werbefrei und ohne Sponsoren. Das will ich extra betonen weil in meiner persönlichen Bilanz bezüglich Social Media für 2021 mir vor allem die zunehmende Kommerzialisierung extrem aufgefallen ist.

Benjamin

Mittwoch, 29. Dezember 2021

TMR und PMR

 - zur Übersicht der Fütterungsserie -> hier -  

TMR steht für Totale Mischration
PMR steht für Partielle Mischration, landläufig auch unter aufgewertete Grundration oder Teil-TMR bekannt, wobei das ein absolut schwachsinniger Begriff ist weil in sich widersprüchlich.
 
Bei der TMR werden alle Futterkomponenten zusammengemischt, das ist der "Eintopf für Kühe". Neben den arbeitswirtschaftlichen Vorteilen mit dem Futtermischwagen hat es vor allem ernährungsphysiologische Vorteile: Bei entsprechender Mischqaulität können die Kühe nicht selektieren und mehr oder weniger von einzelnen Futtermittel fressen, sondern so in der Zusammensetzung wie es anhand des Bedarfs berechnet wurde. 
Zudem glättet die TMR die subklinischen Pansensacidosen, die negativ auf die Pansenmikroben und somit auf die Leistung des Pansen wirken. 
Bei viel Faser auf einmal steigt der Pansen-ph-Wert. bei viel Stärke (Kraftfutter) auf einmal sinkt er. Wenn er in der extremen Form stärker sinkt gewinnen unter den Pansenmikroben die Milchsäurebakterien die Oberhand und silieren quasi den Panseninhalt. Dabei sterben die anderen Pansenmikroben ab und die Pansenschleimhaut löst sich auf. Das ist tödlich und der klassische Unfall wenn Kühe die Möglichkeit bekommen sich an Kraftfutter sattzufressen. 
Die subklinische Acidose ist ein nicht ganz so starkes Absinken, aber auch schon mit negativen Auswirkungen. Wenn durch die TMR Faser und Stärke/Zucker gleichzeitig gefressen werden fällt der pH-Wert nicht mehr in kritische Bereiche ab. Das ist für mich der größte Vorteil der TMR.

Die PMR ist nur ein Teil der Futterkomponenten in einer Mischung: Grundfutter und Ausgleichskraftfutter. Auf das Kraftutter ist das aufgewertet bezogen. 
Dazu gibt es dann Milchleistungsfutter, über Kraftfutterstationen, Melkstandfütterung oder Lockfutter im Melkroboter. 
Im Melkroboter ist das Lockfutter nötig dass die Kühe überhaupt freiwillig zum Melken kommen. Kraftfutterstationen und Melkstandfütterung erlauben es leistungsbezogen kuhindindividuell zusätzliches Kraftfutter zu füttern. z.B. wenn alle Kühe von Hochleistenden bis Altmelkern in einer einzigen Gruppe zusammen gefüttert werden.
 
Wobei ich von Anfang an fast nur mit der TMR-Fütterung zu tun hatte. 2008 auf meinem Stammbetrieb LVAV Hofgut Neumühle. Das war TMR mit nur einer Gruppe, ab 2009 dann mit Leistungsgruppen. Und dann in Boberow mit vier Gruppen, wobei sich das vom Platz her im Stall auch anbietet und ich zwei gescheiterte Versuche unternommen habe das fütterungstechnisch auf 2 - 3 Gruppen zu reduzieren.
Mit PMR hatte ich noch gar nichts zu tun. Ansonsten mit getrennter Vorlage in Anbindehaltung und im Laufstall mit Silage am Futtertisch und Kraftfutter an Stationen.
 
Benjamin
 

Sonntag, 26. Dezember 2021

(Schwarz)Weiße Weihnachten

Das gabs im Kuhblog noch nie: Weiße Weihnachten.
Anfangs waren es immer die braunen Weihnachten gewesen, wie ich sie aus Rheinhessen von den brachliegenden Äckern im Winter kannte. Ich weiß gar nicht mehr ob ich dort jemals weiße Weihnachten erlebt habe, zumindest in den letzten 20 Jahren nicht.
Das habe ich auch so für Brandenburg übernommen: Siehe auch den Post vom 25.12.2017.
Später habe ich auf das Wortspiel Schwarz-Weiße Weihnachten mit unseren schwarzbunten Holsteins umgestellt. Siehe Posts vom 25.12.2018 und 25.12.2019.
Mit Perle gab es 2020 dann Rot-Weiß Weihnachten. Siehe Post vom 25.12.2020.

Aufgrund der Wettervorhersagen und da es ja im langjährigen Mittel mit den Weißen Weihnachten eh sehr unwahrscheinlich ist hatte ich mich vor meinem freien Wochenende auf schwarz-weiße Weihnachten eingestellt und noch ein passendes Foto dafür gemacht:
 

 





 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Aber dann gab es doch noch weiße Weihnachten. Zwar nur einen halben Zentimeter aber bei allerschönstem Winterwetter:

Benjamin
 

 

Mittwoch, 22. Dezember 2021

Sonstige Futtermittel

- zur Übersicht der Fütterungsserie -> hier -  

Noch der ganze Rest an Futtermitteln die nicht in das Schema Grundfutter, Saftfutter, Kraftfutter passen.

Mineralfutter: Zur Mineralstoffversorgung der Rinder. Üblicherweise sind darin Calcium, Phosphor, Magnesium und Natrium enthalten. Dazu kommen oft Spurenelemente und Vitamine. In den letzten Jahren gibt es auch Mineralfutter ohne Phiosphor, da in der gentechnikfrei-zertifizierten Fütterung oft höhere Mengen Rapsextraktionsschrot gefüttert werden kommt damit genügend Phosphor in die Ration.

Futterkalk zur Versorgung mit Calcium, da Milchkühe mit der Milch erhebliche Mengen Calcium ausscheiden.

Viehsalz.

Energieträger:

Melasse aus der Zuckerproduktion. Sage immer "schmutziger Zucker" dazu. Das ist der Rest des Rübensafts wenn der Zucker auskristallisiert und abzentrifugiert wurde.Mit dem restlichen Zucker hat die Melasse noch einen hohen Energiegehalt.

Vinasse. Das ist fermentierte Melasse mit nur noch wenig Zucker, aber dafür aufkonzentrierten Protein- und Mineralstoffgehalten.

Glycerin. Entsteht bei der Biodieselproduktion. Die Fette im Rapsöl sind Triglyceride, bei denen an ein Glycerinmolekül drei Fettsäuren gebunden sind. Die Fettsäuren werden abgespalten und Glycerin bleibt übrig. Glycerin ist ein energiereicher Alkoholmit 3 C-Atomen und 3 Alkoholgruppen.

Propylenglykol ist auch ein Energiereicher Alkohol mit 3 C-Atomen und zwei Alkoholgruppen. Die Energie kann von der Kuh direkt in den Energiestoffwechsel eingeschleust werden, daher auch der Einsatz bei Ketose.

Pflanzenöle.

Futterfett, durch Verseifung in fester Form vorliegende Fettsäuren die so wie Mineralfuttermittel eingemischt werden können.

Benjamin

Sonntag, 19. Dezember 2021

INRA 95 - Teil 2

Im Post über die INRA 95 (vom 07.08.2021) hatte ich geschrieben, dass mein Bruder einige Kühe damit besamt hat. Das erste der Kälber wurde vor anderthalb Wochen geboren: 121 Jonas.

Eine INRA 95-Kreuzung habe ich noch nicht selbst gesehen und Fotos davon bisher auch nicht:


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

121 steht für 21. Bullenkalb 2021. Jonas nach seinem Vater Joopy. Der ist von der französischen Zuchtorganisation Evolution (die jetzt doch nicht mit der Masterrind fusioniert) und das Sperma wurde von der RUW für ihr Angebot zugekauft.

Jonas' Mutter ist 1721 Olivera (Manigo x Alexander). Und da Olivera selber eine Kreuzungskuh (XMM) ist, handelt es sich bei Jonas genau genommen um eine Dreierkreuzung. Der Muttervater Manigo ist ein Milchfleckviehbulle. Damit ist sie nicht im Herdbuch und wie viele Genrationen das dauert bis die Nachfahren wieder ins Herdbuch aufgenommen werden können weiß ich gar nicht. Die Rasse XMM vererbt sich dann über zig Generationen... Daher wurde sie von der Zucht ausgeschlossen und mit einem Fleischrindbullen besamt, in ihrem Fall einem INRA 95.

Am ersten Tag wollte er nicht so recht saufen, danach aber war es problemlos. Bisher hat er noch keine Vorzüge gegenüber den Uckermärkerkreuzungen gezeigt. Aber ein Kalb ist kein Kalb.

Benjamin

Mittwoch, 15. Dezember 2021

Kraftfutter - Mischfutter

- zur Übersicht der Fütterungsserie -> hier -  

Bei uns hier im Nordwesten mit mittelgroßen bis großen Herden im Milchviehbereich herrschen die Einzelkomponenten beim Kraftfutter vor. 
Auch wenn es im Geflügel- und Schweinebereich viel üblicher ist gibt es für Rinder auch Mischfutter, sowohl auf den Höfen direkt gemischt als auch in Mischfutterwerlen hergestellt.
 
Im Milchviehbereich von Bedeutung:
 
Vormischung oder Premix: Ein Teil des Kraftfutters wird vorgemischt, meist ist dann darin das Mineralfutter und andere Komponenten mit kleinem Anteil enthalten. Das erleichtert die Arbeit und erhöht die Mischgenauigkeit, wenn manche Komponenten nur wenige kg ausmachen; also sowohl die Dosierung als auch die gleichmäßige Verteilung in der gesamten Ration. 

Hofmischung: Ein Teil oder das gesamte Kraftfutter wird zusammengemischt, vor allem zur Arbeitszeiteinsparung wenn dann später nur eine Kraftfutterkomponente pro Ration  in den Mischwagen geladen werden muss und über die größere Menge beim Erstellen der Hofmischung wieder eine höhere Mischgenauigkeit. Entweder im Lohnbetrieb mit einer mobilen Mahl-und-Mischanlage, wobei auch gleich betriebseigene Futtermittel wie Getreide und Ackerbohnen geschrotet werden können. Oder mit einem normalen Futtermischwagen, da können auch mal 25 t auf einmal gemischt werden (siehe Post vom 09.10.2020).

Milchleitungssfutter (MLF): Wird bei PMR (Partielle-Misch-Ration) mit Kraftfutterstationen oder Melkrobotern eingesetzt. Am Futtertisch wird Grundfutter und Ausgleichskraftfutter gefüttert, damit ist die Kuh versorgt mit allen Nährstoffen die sie braucht. Das zusätzliche Kraftfutter ist für zusätzliche Milchleistung und ist vom Energie- und Proteingehalt so eingestellt, dass es ohne Überhang einer der Nährstoffe genau dem Bedarf der Milchbildung entspricht. Frisst die Kuh mehr so kann sie mehr Milch bilden ohne dass es auf der einen Seite einen Überschuss gibt. 
Milchleistungsfutter wird mit Energiestufe und Proteingehalt bezeichnet. z.B. das "Standard-MLF" 18/3. 18 % Rohproteingehalt und Energiestufe 3.
Energiestufe 2 = 6,2 MJ NEL
Energiestufe 3 = 6,7 MJ NEL
Energiestufe 4 = 7,2 MJ NEL
Das ist aber auf die Frischmasse bezogen, bei 88 % Trockensubstanz sind das in der Trockenmasse entsprechend 7,0 bis 8,2 MJ NEL.

Benjamin

Sonntag, 12. Dezember 2021

Schöne Uckermärker

Mittlerweile gibt es auch einige Kreuzungskälber vom Uckermärkerbullen Kuba PP
Im Gegensatz zu Magnum PP, dessen Kälber in die Fleckvieh-Richtung gehen (siehe Post vom 05.10.2021) sind die Kälber von Kuba PP alle bisher in der Richtung Charoalais. Besonders mit dem charakteristischen dunklen Flotzmaul. 
So hatte ich die Uckermärker-Kreuzungen kennengelernt als ich im April 2009 in Brandenburg die erstmals gesehen habe. Mastanpaarungen hatten damals noch Seltenheitswert.

Benjamin
 






















Donnerstag, 9. Dezember 2021

300.000 Leser - Teil 2

Nun zu den Statistiken aus den achteinhalb Jahren Kuhblog bis zum 300.000 Leser.

Da im "neuen" Blogger (siehe Post vom 21.10.2020) für die einzelnen Posts angezeigt wird wann und wie oft sie gelesen wurden kann ich das bei den beliebtesten Posts näher angeben. Bei den meisten ist es in den ersten beiden Monaten nach dem Erscheinen wenn sie auf der Startseite vom Kuhblog stehen:
 
1. Richtung Kompakt-TMR vom 16.08.2018; am meisten gelesen bis April 2019. 
2. Neue Milchtankstelle vom 09.09.2017; einer der Dauerbrenner, mit einer Spitze im Juli 2019.
3. Letzte Pegeltour vom 12.12.20214; am meisten gelesen vom Mai 2015 bis März 2016.
4. Ausgekugelte Hüfte vom 03.03.2019; hat sich ab Februar 2020 zu einer der Dauerbrenner entwickelt.
7. Gerste mähen vom 08.07.2016; mit einer Spitze im Juni und Juli 2017, passend zur Gerstenernte.
8. Drenchen - Teil 3 vom 16.05.2019; einer der Dauerbrenner mit Spitzen im Sommer 2020 und Januar 2021.
10. Biogas aus Tradition vom 29.07.2013; da war die Spitze im 2. Monat der September 2013.

Bei den anderen Statistiken haben sich seit den letzten Jahresstatistiken nicht so sehr verändert.
 
Die meisten verweisenden Internetseiten sind alle Möglichen von Google, dann Agrartechnik-im-Einsatz, das es zwar seit 2020 nicht mehr gibt ich aber ab und zu Fotos hochgeladen und auf den Kuhblog verlinkt hatte; sowie der Kuhblog selber mit den internen Verlinkungen.

Zugriffe nach Browsern: Die meisten Firefox, Chrome und Safari abgeschlagen auf dem 3. Platz. Da hat sich Chrome über all die Jahre nach vorne gearbeitet und der Internet Explorer ist fast in der Bedeutungslosigkeit verschwunden.

Zugriffe nach Betriebssystem: Dominierend Windows, gefolgt von Android und I-Phone.
 
Die häufigsten Suchbegriffe: 
- Kuhblog, Kuhblock und ähnlich in allen Ausführungen
- Besamer, da gab es zu den 100.000 Lesern schon einen extra Post (siehe Post vom 11.01.2017)
- Wie viel frisst eine Kuh; da gab es eine ganze Reihe an Posts dazu (Posts vom 10.12.2015; 08.09.2019 und 30.01.2020)
- Palpation Rail, da gab es zur 100.000-Serie auch einen Post dazu (siehe Post vom 07.01.2017).
- Treibeweg Kühe; wie der neue Treibweg gebaut wurde (siehe Posts vom 16.05.2018, 27.05.2018, 14.07.2018 und 18.07.2018)
- Besamungshandschuh (siehe Post vom 25.12.2021)
- Drencherschlauch für Kälbereimer, da habe ich auch einen Post dazu geschrieben (siehe Post vom 19.01.2021).

Benjamin

Sonntag, 5. Dezember 2021

300.000 Leser - Teil 1

Aktuell gibt es im Kuhblog ein Jubiläum zu feiern: Nämlich 300.000 Leser!
 
Also vielen Dank an die treue Leserschaft! 
 
Das war schon am Montag gewesen und wieder habe ich das glatt verpasst. Denn ich schaue nicht jeden Tag in die Statistiken rein. 
 
Den Kuhblog gibt es nun seit knapp achteinhalb Jahren und es sind mittlerweile 1330 Posts. Mehr als ich mir merken kann. Mehrmals habe ich schon geschrieben, dass ich für Verlinkungen zu anderen Posts oder Fotos das vor dem inneren Auge habe und auf den Monat genau weiß wann das war. Das auf den Monat genau klappt jetzt nicht mehr so gut, da dürften 1200 Posts die Grenze gewesen sein.
 
Im nächsten Post gibt es dann doch was aus der Statistik, über die letzten achteinhalb Jahre und die Jahresstatistik für 2021 in vier Wochen explizit auf dieses Jahr bezogen.

Fortsetzung folgt!
 
Benjamin

Donnerstag, 2. Dezember 2021

Zuchtwerte von Taiga

Jetzt ein Post zu den Zuchtwerten von Taiga aus der Genotypisierung. Ganz interessant im Vergleich zu denen von Perle (siehe Post vom 11.01.2021), weil sie ja Halbschwestern sind. Das ist das Schöne an der genomischen Zuchtwertschätzung: Man kann schon von einem kleinen Kalb, bzw. noch früher im Fall des Embryotransfers vor dem Einsetzen in das Trägertier schon an den Genen schon die Zuchtwerte schätzen. Mit einer viel höheren Sicherheit als anhand der Abstammung (Pedigree-Zuchtwert) und dürfte vergleichbar sein mit dem des Eigenleistungs-Zuchtwerts wenn sie ihre erste Laktation abgeschlossen hat, also in drei Jahren.

Taiga ist etwas "besser" als Perle: RZG 119 zu 101 und RZ€ 595 zu 142. Das kommt aus wichtigsten Teilzuchtwerten; RZN 106  (Perle: 106), RZM 107 (98), und RZGes 112 (106).

Bei den Gesundheitszuchtwerten liegt sie in allen Teilbereichen bei über 100.

Vom Exterieur her ist sie Perle ähnlich, wenn auch nicht so extrem: Größe von 90 (Perle: 78), Körpertiefe 97 (88), Stärke 101 (94) und BCS 106 (110); wird eine kleinrahmige, aber kräftigere Kuh. Mit der Langlebigkeit und den guten Inhaltsstoffen der Milch genau die Art von Kuh die wir züchten wollen.

Scrrenshot aus dem Netrind mit den Zuchtwerten:

Benjamin


 

Montag, 29. November 2021

Kraftfutter - Protein

 - zur Übersicht der Fütterungsserie -> hier -   

Eine weitere Untergruppe der Kraftfuttermittel ist das proteinreiche Kraftfutter. Die Rinder brauchen Rohfaser (aus dem Grundfutter), Energie und Protein. Protein kommt hauptsächlich aus Gras im Grundfutter, ein Teil aus Saftfutter soweit gefüttert und dann aus dem Kraftfutter. Die energiereichen Kraftfutter bringen aber nur wenig Protein mit, bei Getreide liegt der Gehalt bei 10 - 12 %.

Die proteinreichen Kraftfuttermittel haben von Natur aus hohe Proteingehalte bzw. wurden bei der Verarbeitung "auskonzentriert" weil z.B. Öl entzogen wurde.

Was es ab proteinreichen Kraftfuttermitteln gibt:
Die großkörnigen Leguminosen, kleinkörnige Leguminosen sind z.B. Luzerne und Klee:
- Ackerbohne
- Erbse
- Lupinen
- Soja
Ackerbohne und Erbse haben auch viel Stärke die berücksichtigt werden muss und Soja hohe Fettgehalte.

Und vor allem die Nebenprodukte aus der Ölgewinnung:
Extraktionsschrote, bei denen das allermeiste Öl entzogen wurde:
- Rapsextraktionsschrot
- Sonnenbluemextraktionsschrot
- Sojaextraktionsschrot
Ölkuchen oder Expeller ist fast das Gleiche bloß kalt gepresst und hat daher noch einen höheren Restfettgehalt und weniger UDP (siehe Post vom 04.06.2021), da durch die heißen Extraktionsverfahren das Protein pansenbeständiger wird.

Sojaextraktionsschrot ist quasi der Goldstandard, er zählt zwar zu den proteinreichen Kraftfuttermitteln, hat aber gleichzeitig auch viel Energie, kann also beides in die Ration bringen. Hat dafür einen recht hohen Preis, noch höher seit dem Wahn um GVO-Freiheit. Was hauptsächlich nur eine Zertifizierungssache ist und mit der German Angst vor grüner Gentechnik zu tun hat, die anderen Einsatzgebiete sind ja gerne gesehen.
Geschmacklich sowohl pur als auch später als Milch keinerlei Unterschiede:

Benjamin





















Donnerstag, 25. November 2021

Impfpflicht

Wieder einmal kann ich stolz vermelden, dass die Landwirtschaft der Allgemeinheit vorraus ist: Unsere Kühe haben eine Impfpflicht.

Die letzten knapp zwei Jahre sind wir erstaunlich gut durch die Corona-Pandemie gekommen, was vor allem daran liegt, dass wir hier sehr ländlich leben und der Krankheitsdruck entsprechend gering ist. Außerdem haben wir die eingebaute Kuhlänge Abstand (siehe Post vom 08.05.2020).
Jetzt wird es mit der 3G-Regel am Arbeitsplatz wahrscheinlich viel schwieriger. Genau weiß ich es nicht, aber geschätzt ein Drittel der Kollegen ist nicht geimpft und muss daher täglich einen Schnelltest machen. Und dabei befürchte ich wird eine ganze Reihe in die Quarantäne geschickt, einmal durch das Finden der Infektionen ohne Symptome, die ja Zweidrittel ausmachen sollen und normalerweise unentdeckt bleiben. Sowie die Falsch-positiven Befunde, weil die Spezifität der Schnelltests nicht so toll ist.

Zur Sensitivität und Spezifität. Das haben wir im Studium anhand von Brunsterkennungssystemen (Pedometer etc.) gelernt. Damals lief das unter dem Begriff Precision Farming, später unter Landwirtschaft 4.0 und aktuell Digitalisierung.
Sensitivität ist die Trefferquote, wie viele der brünstigen Kühe vom System entdeckt werden.
Spezifität sagt dann aus wie viele der gefundenen Tiere auch tatsächlich brünstig waren. Die anderen sind die falsch-positiven, z.B. Aufregung nach einem Gruppenwechsel.
Meist drückt eine sehr hohe Sensitivität die Spezifität und umgekehrt. Ist beides hoch ist es ein gutes System.

Für das Impfen haben wir quasi auch eine STIKO (Stall-Impfkomission), bestehend aus dem Tierarzt und der Produktionsleitung, die anhand der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfolgskontrollen (siehe Post vom 16.06.2021) die Impfungen festlegt.
Aktuelle bestehende Impfpflichten:
Für Kälber gibt es zwei Impfungen gegen Rindergrippe und zwei Impfungen gegen Kälberflechte (siehe Post vom 26.12.2020).
Bei den Kühen und Färsen de Coronaimpfung, als Färse zweimal vor der ersten Kalbung und dann eine Boosterimpfung vor jeder weiteren Kalbung (siehe Post vom 14.12.2019).

Benjamin

Montag, 22. November 2021

Kraftfutter - Energie

 - zur Übersicht der Fütterungsserie -> hier -   

Neben dem Grundfutter gibt es das Kraftfutter, das sind die Futtermittel die in Form von Energie und Eiweiß zusätzliche Kraft für die Leistung - bei unseren Milchkühen die Milchleistung bringen.

Der große Unterschied zum Grundfutter ist der, dass Kraftfutter alleine ein Rind nicht ernähren kann da es zu wenig Rohfaser für die Pansentätigkeit enthält. Es kann bei ausreichender Rohfaserversorgung durch das Grundfutter zusätzliche Energie und Eiweiß liefern.

Wie beim Grundfutter auch wird beim Kraftfutter in energie- und proteinreich unterschieden. Energiereiche Kraftfuttermittel sind hauptsächlich verschiedene Getreidearten die Stärke als pansenverfügbare Kohlenhydrate liefern:
 
Geschrotet oder gequetscht aus den ganzen Körnern mit Mehlkörper, Schale und Keimen:
- Gerste
- Weizen
- Roggen
- Triticale
- Hafer

Mais ist wirklich vielseitig einsetzbar, neben der Hauptverwendung als Maissilage auch als
- geschroteter Körnermais
- Lieschkolbenschrot (LKS), die ganzen Maiskolben werden samt Spindel und den Lieschblättern außenrum gehäckselt und einsiliert
- Corn-Cob-Mix (CCM) bzw. Korn-Spindel-Gemisch; die ganzen Maiskolben, aber ohne die Lieschblätter werden zermahlen und einsiliert
CCM und vor allem LKS haben wegen den Spindel bzw. den Lieschblättern dann etwas mehr Rohfaser als purer Körnermais.

Beispiel: Gerste

Einordnung: Kraftfuttermittel, energiereich.

Trockensubstanz: 86 - 88 %.
Energie: 8,1 MJ NEL
Eiweiß: 12 %
Rohfaser: 6 %
Stärke: 60 %
Die Inhaltsstoffe sind auf die Trockenmasse bezogen, häufig wird es beim Kraftfutter auch auf die Frischmasse bezogen, denn der Wassergehalt ist recht gering und hat im lager- und handelsfähigen Zustand keine großen Schwankungen.

Benjamin

Freitag, 19. November 2021

Aktueller Input

Diese Woche habe ich an zwei Webinaren teilgenommen um mal wieder aktuellen Input zu bekommen. Man will schließlich weiter kommen und solange unsere Kühe nur so 70 % ihres genetisch veranlagten Leistungsvermögens ausschöpfen ist das auch nötig.

Einmal von ForFarmers zur Druckbelastung der Klauen; als Referent Prof. Mülling vom Veterinäranatomischen Institut der Universität Leipzig. Grundlagenforschung, aber sehr interessant. Eigentlich wird nur an den Hinterfüßen geforscht, da die vorderen Klauen der Kuh aufgrund der geringeren Gewichtsbelastung viel weniger Probleme machen. So z.B.  Hochgeschwindigkeitsröntgenaufnahmen was mit den Knochen und Sehnen im Fuß abläuft wenn die Kuh auftritt. Oder Zeitlupenaufnahmen vom Fuß beim Auftreten, das ist beim Rind ähnlich wie beim Menschen ein Abrollen: Zuerst der Ballen, dann die Sohle mit der Hauptbelastungsphase und zum Schluss vor dem Abheben nur noch die Spitze. Dabei ist die Außenklaue 40 Millisekunden vor der Innenklaue dran.
Die Außenklaue trägt zwischen 65 und 80 % des Gewichts, durch die funktionelle Klauenpflege wird es versucht Richtung 50 : 50 zu verschieben. Das ist auch das Problem der fehlenden Hohlkehlung, denn wenn die Innenseite der Außenklaue "zugewachsen" ist hebt sie quasi die Innenklaue hoch und die hat dann weniger Bodenkontakt.
Daneben wurde über Messungen des Kontaktflächendrucks an den Klauen berichtet, einmal mit Druckmessmatten und dann über ein neues System das auf den Klauenflächen mit einer Art Socke angebracht wird und bis zu vier Stunden messen kann während die Kuh ganz normal im Stall umherläuft und nicht in einem Versuchsaufbau.
Zusammenfassende Erkenntnisse: Gepflegte Klauen reduzieren über die vergrößerte Aufstandsfläche den Druck, Gummiböden haben gegenüber Betonböden aufgrund ihrer Nachgiebigkeit nur halb so höhe Drücke und mit der dynamischen Komponente der Bewegung ist bei Trab der Druck doppelt so hoch wie bei Schritt, was wichtig ist beim Treiben der Kühe. 
 
Und dann von der PhönixGroup zur verlängerten Zwischenkalbezeit. Referentin war Dr. Römer von der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern, mit den Auswertungen der ganzen Daten aus den Testherdenprogrammen die in die Deutschland führende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet. Den ersten Teil des Vortrags hatte ich schon so ähnlich auf der Milchtour Anfang letzten Jahres gehört (siehe Post vom 18.02.2021). Im zweiten Teil ging es dann um aktuelle Forschungsvorhaben zum Thema. Mit dem deutschlandweiten Projekt VerLak wird die verlängerte Zwischenkalbezeit in Praxisbetrieben erforscht um auch Arbeitsweisen und Empfehlungen für die breite Masse zu entwickeln, quasi das was früher als Schrittmacherbetriebe bezeichnet wurde. Daneben soll ebenfalls selektives Trockenstellen umgesetzt werden um Antibiotikaeinsparungen zu ermöglichen. Ganz den Zusammenhang dazwischen sehe ich nicht und halte es vielmehr für eine Projekterweiterung zur Förderungsoptimierung. Siehe auch MUD-Tierschutz::Verlängerung der Laktationsperiode. Drei Betriebe aus Brandenburg nehmen am Projekt teil, darunter auch die Agrargenossenschaft Ranzig (vgl. Posts vom 28.02.2020 und 03.03.2020).
Ein Argument gegen die verlängerte Laktation ist die Verfettungsgefahr, wenn eine Kuh nicht rechzeitig tragend wird mit dem damit verbundenen Problemen rund um die nächste Kalbung (Ketose usw.). Daher wird die Wartezeit bis zur ersten Besamung nicht pauschal verlängert sonder für jede Kuh individuell bestimmt, sodass eine in der Frühlaktation eher leistungsschwache rechtzeitig besamt wird.
Die Berechung erfolgt mit dem TBS = tierindividueller Besamungsstart. Ist eine Kuh brünstig wird nachgerechnet, ob sie schon besamt oder doch noch gewartet werden soll.Es fließen die aktuellen Melktage ein und die Durchschnittsleistung der letzten Woche (7-Tage-Mittel), da dieses nicht so sehr schwankt wie einzelne Tageswerte.
TBS für Mehrkalbskühe:0,56 x Melktag + 5,8 x Milch-kg -149
TBS für Erstlaktierende Kühe (Jungkühe oder "Färsen"): 0,56 x Melktag + 5,8 x Milch-kg - 101
Ist der bechnete TBS kleiner als der aktuelle Melktag kann die Kuh besamt werden.
Auf die (ersten) Ergebnisse des Projekts bin ich schon gespannt, in der Milchviehhaltung dauert es ja immer mehrere Jahre.

Benjamin 

Dienstag, 16. November 2021

Saftfutter

 - zur Übersicht der Fütterungsserie -> hier -   

Saftfutter sind die Futtermittel die nicht so recht in die Einteilung Grundfutter und Kraftfutter passen. Meist haben sie eine höhere Energiekonzentration als Grundfutter und eine geringere Trockensubstanz als Kraftfutter. Von der geringen Trockensubstanz her auch der Name Saftfutter.

Hauptsächlich sind es Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung, die so über das Rind verwertet und in weitere Lebensmittel umgewandelt werden können. Da in vielen dieser Verarbeitungsprozessen die Kohlenhydrate gewonnen/benötigt werden ist das Saftfutter dann meist proteinreich.

- Rübenpressschnitzel aus der Zuckergewinnung
- Biertreber vom Bierbrauen
- Schlempe aus der Alkoholproduktion
- DDGS (Dried Distillers Grains with Solubles), Trockenschlempe; bei uns meist das Protigrain aus Weizen. In Idaho damals habe ich viel Mais-DDGS gesehen, in den USA als größten Körnermaisproduzent wird viel Ethanol aus Mais gewonnen.
- Kartoffelpülpe aus der Produktion von Kartoffelstärke.
- Zitrustrester aus der Orangensaftpressung

Außerdem zählen Futterrübe, Zuckerrübe und Kartoffel dazu.
 
Auf den Fotos ist Pressschnitzelsilage (im Fahrsilo silierte Pressschnitzel) zu sehen. Vom Silostock her sieht es von Weitem wie Maissilage aus, ist aber weißlich statt gelb-braun von der Farbe:

Benjamin






















Samstag, 13. November 2021

Taiga enthornt

Am Montag hatte nicht nur Perle Geburtstag sondern ihre Schwester Taiga wurde auch enthornt.
 
Die Hörner sind die Waffen der Rinder. Wir haben zwar die Wolfsproblematik und es wird noch Jahre und menschliche Opfer brauchen bis die gelöst ist aber unsere Milchkühe sind im Stall sicher und brauchen daher keine Waffen. Die Hörner sind damit ein vermeidbares Verletzungsrisiko für Tier und Mensch. Enthornung ist praktizierter Tier- und Arbeitsschutz!

Warum Perle hornlos ist und Taiga gehörnt:
Tantekäthe (Mutter): pp = gehörnt
Perplex PP (Perles Vater): PP = homozygot hornlos 
Gamboa (Taigas Vater): pp =gehörnt
-->
Perle: Pp = heterozygot hornlos 
Taiga: pp = gehörnt 
Zur Vererbung der Hornlosigkeit siehe im Post vom 13.09.2020

Ich trauere immer noch der Enthornung mit Kaliumhydroxid (KOH) als Ätzpaste nach. Das war so einfach und schonend, das wurde sogar den Kälber auf die Hornanlagen aufgetragen wenn sie am Tränkeautomat angelernt wurden und beim Saufen schön still hielten. Das musste aber im Rahmen vom Arlagarden-Qualitätsprogramm auf Ausbrennen umgestellt wurden und wurde später auch allgemein verboten. Kann mich noch dran erinnern, dass das der Auditor von Arla aus Dänemark nicht vernünftig begründen konnte und nur sagte: "Arla will Premium produzieren." und mein Chef antwortete: "32 Cent sind aber kein Premium!" (Siehe Post vom 30.04.2015)

Die Kälber enthorne ich immer Gruppenweise. Dass älteste Kalb darf nicht älter als 42 Tage sein, denn nur so lange darf es ohne Betäubung erfolgen. Die Sedierung ist keine Betäubung sondern nur eine Ruhigstellung wie ein sehr tiefer Schlaf, dass sie nicht so viel mitbekommen. Das jüngste Kalb der Gruppe ist meist dann um die drei Wochen alt und man kann die Hörner sicher fühlen.

Mit der Genotypisierung über KuhVision (siehe auch Post vom 04.10.2016) kenne ich den genetischen Hornstatus der Kälber und der hat bisher auch immer gestimmt. Verwechslungen von Kälbern werden über den Elternfinder als Abstammungstest vorher behoben.
Die hornlosen Kälber schreibe ich mir als auf den Handschuh. Mit unserem Tierarzt gehe ich dann durch die Gruppe, ich kontrolliere die Hornansätze und er spritzt dann den Gehörnten das Sedativum.
Wenn sich alle hingelegt haben und die Hornlosen dazwischen weiter laufen gebe ich ihnen reihum Schmerzmittel, schere die Hornansätze frei und veröde mit dem Enthorner ("Lötkolben", "Brennstab") die Hornanlagen. Auch wenn ich das mal so gelernt habe (im April 2008 bei den Kälbern vom Kälber-Trocken-TMR-Versuch, siehe Post vom 13.03.2016) lasse ich die Hornknospen dran, denn dass vergrößert nur unnötig die Wunde, stinkt zu sehr und dauert zu lange.
 
Taiga in der Aufwachphase, die sich über mehrere Stunden hinzieht. Das ist auch ein Nachteil gegenüber dem Kaliumhydroxid, dass die Tränkeaufnahme am Tag der Enthornung deutlich zurückgeht weil die Kälber so lange schlafen:

Benjamin 
 

 

Montag, 8. November 2021

Perles Geburtstag

Wie die Zeit vergeht! Heute wurde Perle schon ein Jahr alt.
Und wieder kann ich berichten, dass man ihren kompakten Typ mit einem Größen-Zuchtwert von 78 (siehe auch Post vom 11.01.2021) im Vergleich zu ihren Altersgenossinnen immer deutlicher sieht. Sie ist mittlerweile eine kleine Färse. Beim Gewicht kann ich es nicht genau sagen, weil sie lässt sich nicht freestyle den Brustumfang messen und ein Fressgitter gibt es in ihrer Buchte nicht.
Und was mir erst beim Bearbeiten des Fotos zu den ganzen aus ihren Kälbertagen so bewusst geworden ist: Sie ist jetzt eine "richtige" Rotbunte. Ihre Fellfarbe ist ein dunkles Rot wie bei den Rotbunten Doppelnutzung und nicht das klassische helle Rot der Red Holsteins.
 
Das Foto war eher ein Glückstreffer, denn sie war wie die anderen Färsen ihrer Gruppe ziemlich aufgemischt:
 
Benjamin 



Donnerstag, 4. November 2021

Stroh und Heu

 
Zum Grundfutter gehört auch Stroh und Heu. 
Die Definition ist landläufig nicht besonder beskannt, aber sehr einfach: Die gesamte Pflanze getrocknet ist Heu, die Pflanze ohne Samen ist Stroh. Als Beispiel las ich mal in einer Studie im Journal of Dairy Science von Haferheu als Futter und bei der Grasvermehrung bleibt nach dem Dreschen Grasstroh übrig.

Heu und Stroh sind die ältesten konservierten Futtermittel, da die Trocknung leichter zu beherrschen ist als die Silierung. Zudem ist Heu und Stroh besser handelbar, Silage allenfalls als Wickelballen, die dann wegen dem höheren Wassergehalt eine geringere Transportwürdigkeit haben und wegen der Folie anfälliger sind. So wird Luzerneheu in größerem Stil aus den USA in den arabischen Raum verschifft.

Es gibt zwei Einsatzzwecke: Einmal zur Versorgung mit Rohfaser und dann zur "Verdünnung", denn der Rohfasergehalt ist vergleichweise hoch und der Energie- und Proteingehalt niedriger. So kann in der Jungviehaufzucht das Wachstum über den Strohanteil gesteuert werden: Mehr Stroh ist weniger Energiegehalt und dazu weniger Futteraufnahme, denn die absolute Rohfaser (genauer die NDF, siehe hier) ist der limitierende Faktor für die Pansenkapazität, das Wachstum nimmt dann ab. 

Die Partikellänge ist sehr wichtig, denn alles über 2 cm Länge können die Rinder aussortieren. Das habe ich 2013 erlebt, als in die Kuhrationen Rapsstroh kam. War halt da. Bloß Rapsstroh ist auch mit der Strohmühle sehr schwer zu häckseln, sodass viele Partikel von 5 bis 10 cm Länge dabei waren. Der Futterrest bestand dann zum größten Teil aus diesen; schön sauber geleckt.

Üblich ist Wiesenheu vom Dauergrünland und beim Stroh die häufigen Getreidearten, Gerste wird aber bevorzugt genommen, da mit der höchste Nährwert im Vergleich und Gerste ist gegenüber Weizen doch ein gutes Stück krankheitsunanfälliger. Denn die ganzen Pilze die Weizen befallen können hinterlassen auch Pilzgifte und das muss man den Pansenmikroben nicht unbedingt antun.

Einordnung: Grundfuttermittel
 
Getreidestroh :
Trockensubstanz: > 85 %.
Energie: 3,5 MJ NEL
Eiweiß: 4 %;
Rohfaser: 40 - 45 %
keine Stärke und Zucker
 
Benjamin


Montag, 1. November 2021

Maissilage und GPS

 
Maissilage ist bei uns in Brandenburg mengenmäßig das wichtigste Kuhfutter. Auf den schwächeren Böden hier sind Roggen und Mais die häufigsten Kulturen. Und Mais kann man am besten als Maissilage für die Rinderfütterung verwenden.

Wichtig bei der Maissilage ist neben der Kornreife, bei der die gebildete Stärke in die Körner eingelagert wird der Aufschluss der Körner bei der Ernte, dem Cracken. Denn ganze Körner kann das Rind (mit Ausnahme vom Kälbern) nicht verdauen. Die Körner bleiben einfach zu kurz im Pansen und die Mikroben können die harte äußere Schicht nicht durchdringen. Die Körner gehen dann im Ganzen durch den Darm und kommen hinten wieder raus. "Goldwaschen" sagt man dann dazu, wenn in jedem Kuhfladen Maiskörner zu finden sind.
Die Stoppelhöhe hat einen Einfluss auf den Ertrag und den Energiegehalt, da mit längeren Stoppeln der Anteil der Stängel abnimmt und der Anteil der Kolben mit den energiereichen Körnern zunimmt.

Einordnung: Grundfuttermittel, energiereich.
 
Trockensubstanz: 30 - 35 %.
Energie: 6,3 - 7,2 MJ NEL
Eiweiß: < 9 %; alles darüber ist Luxuskonsum an Stickstoff den der Mais nicht richtig verwerten kann
Rohfaser: 17 - 23 %
Stärke: 30 - 40 %
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maissilage ist zwar auch eine Ganzpflanzensilage (GPS) aus der gesamten Pflanze, wird aber in der Regel nicht zu den Ganzpflanzensilagen gezählt.
Ganzpflanzensilage ist meistens Getreide, das zur Teigreife, wenn die Körner schon gebildet sind aber noch nicht abgereift mit einem Feldfutterschneidwerk gemäht und gehäckselt. Dann ist die Trockensubstanz auch passend für die Silierung. Je nach Art und Sorte ist das häufig im Juni, wenn die Getreidebestände sich von grün Richtung hellgrün oder gelblich verfärben.
Für GPS wird Weizen, Roggen, Triticale, Gerste angebaut, manchmal auch im Gemenge mit Ackerbohnen oder Erbsen, vor allem um dann den Eiweißgehalt zu steigern.

Benjamin

Freitag, 29. Oktober 2021

Goldener Oktober

Ende Oktober ist das Wetter richtig schön herbstlich geworden. Nach ein paar Nächten mit Frost ist es diese Woche mild und sonnig:

Benjamin