In diesem Post geht es um die Ergebnisse einer mittelgroßen Auswertung die ich gemacht habe um rückblickend Schlüsse zur verlängerten Laktation ziehen zu können.
Mit den Daten aus Herde habe ich von über 700 Kalbunegn von Mehrkalbskühen mir die vorherige Laktation angeschaut. Wann die Kuh zum ersten Mal besamt wurde, wie oft, wie die Leistung war usw. Da gibt es schon einiges her. Bisschen Rechenarbeit war es aber auch, denn da scheint irgendwo ein Fehler drin zu sein, denn die Laktationsdauer in Melktagen von der Kalbung bis zum Trockenstellen passt nie wenn man vom jeweiligen Datum ausgeht... Ob dann aber die angegebene 305-Tage-Leistung stimmt weiß ich nicht; zumindest habe ich es bei allen Kühen dann gleich berechnet.
Erstmal der Einfluss der Zwischenkalbezeit. 305-Tage-Leistung zum Vergleich der Persistenz, wie lange die Kuh ihre Leistung "hoch hält". Bei schnell wieder tragenden Kühen sollte hormonell bedingt die 305-Tage-Leistung niedriger sein. Alles ist in ECM (energiekorrigierte Milch) gerechnet um unterschiedliche Fett- und Eiweißgehalte auszugleichen.
MT ist pro Melktag, also was eine melkende Kuh zwischen Kalbung und Trockenstellen an Milch gibt; im MLP-Bericht der Melkdurchschnitt.
FT ist pro Futtertag, da ist auch die Trockenstehzeit mitgezählt, ökonomisch betrachtet was es an Milch pro Stallplatz gibt. Im MLP-Bericht der Stallschnitt.
Einmal alle Laktationen zusammen, dann für die 1. Laktation (Zwischenkalbezeit zwischen 1. und 2. Kalb), 2. Laktation und ab 3. Laktation zusammengefasst, weil es da pro Lakation dann immer weniger Kühe sind. Die Aufteilung der Klassen an Zwischenkalbezeit habe ich so gemacht, dass hinter jeder ähnlich viele Kühe stehen:
Das Ergebnis hat mich schon erstaunt. Die 305-Tage-Leistung steigt an mit zunehmender Zwischenkalbezeit, aber die Melktags- und Futtertagsleistung sinken, wenn die Kühe später trocken gestellt werden. Maximal 380 Tage Zwischenkalbezeit, da wären wir wieder bei jedes Jahr ein Kalb. Ungeachtet der gesundheitlichen Vorteile.
Dann nach der Rastzeit unterteilt, mit wieviel Tagen nach der Kalbung die Kühe erstmals wieser besamt werden. VZ ist die Verzögerungszeit zwischen erster und erfolgreicher Besamung. BA ist der Besamungsaufwand, wieviel Spermaportionen für eine Trächtigkeit gebraucht werden. In diesem Fall nicht der Besamungsindex, weil da zählen auch die Kühe mit rein die nie trächtig werden und im Datenmaterial nicht enthalten waren. EBE ist der Erstbesamungserfolg, wie viel Prozent der Kühe mit der ersten Besamung schon tragend waren:
Das Ergebnis ist dann ein ganz anderes wie bei der Zwischenkalbezeit: Die Rastzeit hat abgesehen von den sehr langen nur einen geringen Einfluss auf die Zwischenkalbezeit. Und so gut wie gar keinen auf die Leistung. Unter 50 Tagen Rastzeit ist die Leistung schlecht oder aber bei leistungsschwachen Kühen die Fruchtbarkeit gut, dass sie schon brünstig werden. Über 100 Tage Rastzeit sind nicht von Nachteil, wobei das eher die hochleistenden Kühe gewesen sein dürfen denen ich etwas mehr Zeit gegeben habe.
Die Schlussfolgerung daraus: Sich schrittweise an die verlängerte Laktation rantasten.
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Dienstag, 30. Juni 2020
Sonntag, 28. Juni 2020
Statistiken - Spezial
Wie schon angekündigt das Spezial zu den Statistiken über die ich noch nie was geschrieben habe.
Bisher hatte ich es bei den Statistiken nur über Leserzahlen, die beliebtesten Posts und Suchbegriffe.
Die Gesamtleserzahl beläuft sich aktuell auf knapp 244.000.
Bei den beliebtesten Posts hat sich nicht viel getan und die interessantesten Suchbegriffe schreibe ich weiterhin mit bis ich mal wieder eine längere Liste zusammen habe.
Bei den Statistiken gibt es des Weiteren eine Rubrik Zugriffsquellen mit verweisenden URLs und verweisenden Webseiten. Der Großteil macht da Google aus mit allen möglichen Länderversionen. Dann der Kuhblog selbst mit den Verlinkungen zwischen den Posts. Agrartechnik-im-Einsatz und Facebook ebenfalls durch Verlinkungen. Google Plus seinerzeit war nur ganz selten vertreten. Unter dem ganzen Rest fällt ab und zu eine Abmahnfirma negativ auf, die systematisch das Internet nach Plagiaten durchforscht, ein recht unseriöses Geschäftsmodell...
Und dann die Rubrik Publikum. Einmal die Herkunftsländer der Leser. Die häufigsten sind Deutschland, Italien, USA, Russland und Österreich. Das hat sich in den Jahren stark gewandelt. Anfangs waren die USA und Russland auf den Plätzen zwei und drei. 2014 und 2015 während dem Höhepunkt der Ukraine-Krise merkte man was im Internet los war und die Zugriffe aus der Ukraine kamen zwischenzeitlich bis auf den zweiten Platz und ist heute noch in der "ewigen Statistik" auf Platz zehn.
Italien hat in den letzten beiden Jahren kräftig zugelegt und sich bis auf den zweiten Platz vorgeschoben.
Bei den Zugriffen nach Browser und Betriebssystem sieht man im Verlauf der Jahre vor allem die Verschiebung von PCs zu Smartphones.
Die häufigsten Browser sind Firefox, Chrome, Safari und Internet Explorer. Der Internet Explorer war 2013 noch mit Abstand der häufigste Browser und liegt seit längerer Zeit bei konstanten 6 %.
Nacn Betriebssystem sind die häufigsten Windows, Android und iPhone, die anderen haben nur marginale Anteile. Windows ist nach wie vor mit 60 % das häufigste Betriebssystem, aber die Smartphones haben über die Jahre kontinuierlich dazugewonnen.
Das war jetzt größtenteils aus der Erinnerung geschrieben, denn die Statistiken in den einzelnen Bereichen lassen sich in den Kategorien Heute, Woche, Monat und Gesamte Zeit anzeigen. Wobei halt die gesamte Zeit der Durchschnitt der sieben Jahre ist, aber rückblickend erkennt man da schon so manche Entwicklung.
Damit genug Data-Mining im Kuhblog, jetzt geht es wieder mit Kuhbezug weiter.
Benjamin
Bisher hatte ich es bei den Statistiken nur über Leserzahlen, die beliebtesten Posts und Suchbegriffe.
Die Gesamtleserzahl beläuft sich aktuell auf knapp 244.000.
Bei den beliebtesten Posts hat sich nicht viel getan und die interessantesten Suchbegriffe schreibe ich weiterhin mit bis ich mal wieder eine längere Liste zusammen habe.
Bei den Statistiken gibt es des Weiteren eine Rubrik Zugriffsquellen mit verweisenden URLs und verweisenden Webseiten. Der Großteil macht da Google aus mit allen möglichen Länderversionen. Dann der Kuhblog selbst mit den Verlinkungen zwischen den Posts. Agrartechnik-im-Einsatz und Facebook ebenfalls durch Verlinkungen. Google Plus seinerzeit war nur ganz selten vertreten. Unter dem ganzen Rest fällt ab und zu eine Abmahnfirma negativ auf, die systematisch das Internet nach Plagiaten durchforscht, ein recht unseriöses Geschäftsmodell...
Und dann die Rubrik Publikum. Einmal die Herkunftsländer der Leser. Die häufigsten sind Deutschland, Italien, USA, Russland und Österreich. Das hat sich in den Jahren stark gewandelt. Anfangs waren die USA und Russland auf den Plätzen zwei und drei. 2014 und 2015 während dem Höhepunkt der Ukraine-Krise merkte man was im Internet los war und die Zugriffe aus der Ukraine kamen zwischenzeitlich bis auf den zweiten Platz und ist heute noch in der "ewigen Statistik" auf Platz zehn.
Italien hat in den letzten beiden Jahren kräftig zugelegt und sich bis auf den zweiten Platz vorgeschoben.
Bei den Zugriffen nach Browser und Betriebssystem sieht man im Verlauf der Jahre vor allem die Verschiebung von PCs zu Smartphones.
Die häufigsten Browser sind Firefox, Chrome, Safari und Internet Explorer. Der Internet Explorer war 2013 noch mit Abstand der häufigste Browser und liegt seit längerer Zeit bei konstanten 6 %.
Nacn Betriebssystem sind die häufigsten Windows, Android und iPhone, die anderen haben nur marginale Anteile. Windows ist nach wie vor mit 60 % das häufigste Betriebssystem, aber die Smartphones haben über die Jahre kontinuierlich dazugewonnen.
Das war jetzt größtenteils aus der Erinnerung geschrieben, denn die Statistiken in den einzelnen Bereichen lassen sich in den Kategorien Heute, Woche, Monat und Gesamte Zeit anzeigen. Wobei halt die gesamte Zeit der Durchschnitt der sieben Jahre ist, aber rückblickend erkennt man da schon so manche Entwicklung.
Damit genug Data-Mining im Kuhblog, jetzt geht es wieder mit Kuhbezug weiter.
Benjamin
Freitag, 26. Juni 2020
7 Jahre Kuhblog
Wie die Zeit vergeht! Heute wird der Kuhblog sieben Jahre alt.
Wie und wo ich den allerersten Post (siehe hier) des Kuhblogs geschrieben habe daran kann ich mich noch ganz genau erinnern. Es war an einem Mittwochmorgen und samstags dann ging es in den Nordosten.
Im Gegensatz dazu kann ich mich bei den allermeisten anderen Posts so gut wie gar nicht an das wie sondern an das wann erinnern. Und vor allem die Fotos. Das sind mittlerweile an die 1.900 Stück und oft ist der Gedanke "Da hattest Du doch schon mal ein Foto dazu". Die Treffergenauigkeit der Erinnerung ist meist auf den Monat genau.
Wie im ersten Post geschrieben war mein Bruder im Sommer 2012 für drei Monate auf einem Milchviehbetrieb in Ostontario gewesen. Da war vorher das Interesse des Umfelds an Berichten so groß, sodass er die Idee für den Blog hatte. Aus heutiger Sicht recht unscheinbar und rudimentär aber interessant alle paar Tage mitzulesen.
Als ich ein Jahr später nach Brandenburg ging war die Situation ähnlich, aus rheinhessischer Sicht war da der Unterschied zu Ontario nicht allzu groß...
Der Schwerpunkt hat sich über die Jahre aber hin zu den Kuhthemen verlagert, da habe ich zwischen den Agrarbloggern meine Nische gefunden.
Im nächsten Post gibt es mal wieder Statistiken, aber keine aktuellen sondern die bisher unveröffentlichten.
Benjamin
Wie und wo ich den allerersten Post (siehe hier) des Kuhblogs geschrieben habe daran kann ich mich noch ganz genau erinnern. Es war an einem Mittwochmorgen und samstags dann ging es in den Nordosten.
Im Gegensatz dazu kann ich mich bei den allermeisten anderen Posts so gut wie gar nicht an das wie sondern an das wann erinnern. Und vor allem die Fotos. Das sind mittlerweile an die 1.900 Stück und oft ist der Gedanke "Da hattest Du doch schon mal ein Foto dazu". Die Treffergenauigkeit der Erinnerung ist meist auf den Monat genau.
Wie im ersten Post geschrieben war mein Bruder im Sommer 2012 für drei Monate auf einem Milchviehbetrieb in Ostontario gewesen. Da war vorher das Interesse des Umfelds an Berichten so groß, sodass er die Idee für den Blog hatte. Aus heutiger Sicht recht unscheinbar und rudimentär aber interessant alle paar Tage mitzulesen.
Als ich ein Jahr später nach Brandenburg ging war die Situation ähnlich, aus rheinhessischer Sicht war da der Unterschied zu Ontario nicht allzu groß...
Der Schwerpunkt hat sich über die Jahre aber hin zu den Kuhthemen verlagert, da habe ich zwischen den Agrarbloggern meine Nische gefunden.
Im nächsten Post gibt es mal wieder Statistiken, aber keine aktuellen sondern die bisher unveröffentlichten.
Benjamin
Montag, 22. Juni 2020
Krummer Fuß
Fehlbildungen bei Kälbern kommen ab und zu vor.
Recht "häufig" ist die Verkürzung der Beugesehnen an den Vorderklauen, wo das Kalb die Beine nicht ganz durchstrecken kann und wackelig auf den Klauenspitzen steht. Das kriegt man aber mit Streckübungen meistens wieder hin.
Dann gibt es auch Stummelschwänze oder einen ganz fehlenden Schwanz wie damals bei Michi (siehe Post vom 14.10.2013).
Glaube zweimal hatte ich schon ein Kalb mit offener Bauchdecke und Uwe hatte schon mal ein Kalb mit insgesamt acht Beinen. Die waren zum Glück aber allesamt tot gewesen und mussten nicht leiden.
Am Samstag gab es nun ein ziemlich missgebildetes Kalb, das zwar lebte, aber nicht lebensfähig war. Im Maul hatte es eine doppelte Gaumenspalte, sodass es nicht saufen konnte und die beiden Hinterfüße waren total verformt (siehe auf dem Foto). Beim linken Fuß war der Mittelfußknochen um 90 Grad nach außen gedreht und der rechte Fuß war vom Fersengelenk in eine total falsche Richtung gewachsen, sodass der nicht seitlich am Bauch lag sondern hinten quer. Trotz dem Bein das sich nicht richtig strecken ließ wurde es ohne Probleme geboren.
Bei einem Kalb das weder saufen noch aufstehen kann ist die Prognose gleich null und des musste eingeschläfert werden. Das kommt immer mal wieder mal vor und es gehört zum Leben auch dazu, aber da war es besonders schwer: Es war aufmerksam und muhte weil es Hunger hatte. Und laut unserem Tierarzt hat es dann tapfer gegen den Tod angekämpft...
Benjamin
Recht "häufig" ist die Verkürzung der Beugesehnen an den Vorderklauen, wo das Kalb die Beine nicht ganz durchstrecken kann und wackelig auf den Klauenspitzen steht. Das kriegt man aber mit Streckübungen meistens wieder hin.
Dann gibt es auch Stummelschwänze oder einen ganz fehlenden Schwanz wie damals bei Michi (siehe Post vom 14.10.2013).
Glaube zweimal hatte ich schon ein Kalb mit offener Bauchdecke und Uwe hatte schon mal ein Kalb mit insgesamt acht Beinen. Die waren zum Glück aber allesamt tot gewesen und mussten nicht leiden.
Am Samstag gab es nun ein ziemlich missgebildetes Kalb, das zwar lebte, aber nicht lebensfähig war. Im Maul hatte es eine doppelte Gaumenspalte, sodass es nicht saufen konnte und die beiden Hinterfüße waren total verformt (siehe auf dem Foto). Beim linken Fuß war der Mittelfußknochen um 90 Grad nach außen gedreht und der rechte Fuß war vom Fersengelenk in eine total falsche Richtung gewachsen, sodass der nicht seitlich am Bauch lag sondern hinten quer. Trotz dem Bein das sich nicht richtig strecken ließ wurde es ohne Probleme geboren.
Bei einem Kalb das weder saufen noch aufstehen kann ist die Prognose gleich null und des musste eingeschläfert werden. Das kommt immer mal wieder mal vor und es gehört zum Leben auch dazu, aber da war es besonders schwer: Es war aufmerksam und muhte weil es Hunger hatte. Und laut unserem Tierarzt hat es dann tapfer gegen den Tod angekämpft...
Benjamin
Samstag, 20. Juni 2020
Sonnenwende
Auch nach all den Jahren habe ich mich nicht vollständig an die langen Sommertage hier im Norden gewöhnt. Im Vergleich zu Rheinhessen ist es ungefähr eine Stunde länger hell und da Brandenburg weiter östlich liegt ist der Großteil dieser Stunde davon morgens eher hell.
Heute ist die diesjährige Sommersonnenwende, um 23:43 Uhr steht die Sonne am nördlichsten, dann irgendwo über dem Nordost-Pazifik, bei uns ist es dann doch schon dunkel.
Im Juni wird es gefühlt nicht dunkel, die Dunkelheit verschläft man meistens; außer man schreibt mitten in der Nacht Blogartikel oder ist am längsten Tag des Jahres mal wirklich die ganze Hellphase über wach.
Hell wurde es gegen vier Uhr, um 4:47 ging die Sonne auf:
Den Tag über sah man heute die Sonne so gut wie gar nicht, es war bewölkt und regnete sogar.
Um 21:37 ging die Sonne unter, nach dem trüben Tag richtig farbenprächtig:
Um 22:30 war es dann dunkel.
Wie Kühe auf die langen Tage ragieren oder in ihrem Tagesrhythmus gestört werden weiß ich gar nicht. Sie schlafen nur ein bis zwei Stunden am Tag, die allermeiste Zeit liegen sie da und kauen wieder. Die schlafende Kuh erkennt man an der Körperhaltung; entweder ausgestreckt auft der Seite liegend oder in Brustlage und den Kopf an die Seite angelegt und dabei auch mehr oder weniger mit Maul, Augen und Füßen zuckend (REM-Schlaf).
Andererseits leben die Moschusochsen, die zwar Ziegenartige sind, aber in der Lebensweise den Wildrindern ähnlich, nördlich des Polarkreises ohne Schlafstörungen im monatelangen Polartag.
Benjamin
Heute ist die diesjährige Sommersonnenwende, um 23:43 Uhr steht die Sonne am nördlichsten, dann irgendwo über dem Nordost-Pazifik, bei uns ist es dann doch schon dunkel.
Im Juni wird es gefühlt nicht dunkel, die Dunkelheit verschläft man meistens; außer man schreibt mitten in der Nacht Blogartikel oder ist am längsten Tag des Jahres mal wirklich die ganze Hellphase über wach.
Hell wurde es gegen vier Uhr, um 4:47 ging die Sonne auf:
Den Tag über sah man heute die Sonne so gut wie gar nicht, es war bewölkt und regnete sogar.
Um 21:37 ging die Sonne unter, nach dem trüben Tag richtig farbenprächtig:
Um 22:30 war es dann dunkel.
Wie Kühe auf die langen Tage ragieren oder in ihrem Tagesrhythmus gestört werden weiß ich gar nicht. Sie schlafen nur ein bis zwei Stunden am Tag, die allermeiste Zeit liegen sie da und kauen wieder. Die schlafende Kuh erkennt man an der Körperhaltung; entweder ausgestreckt auft der Seite liegend oder in Brustlage und den Kopf an die Seite angelegt und dabei auch mehr oder weniger mit Maul, Augen und Füßen zuckend (REM-Schlaf).
Andererseits leben die Moschusochsen, die zwar Ziegenartige sind, aber in der Lebensweise den Wildrindern ähnlich, nördlich des Polarkreises ohne Schlafstörungen im monatelangen Polartag.
Benjamin
Montag, 15. Juni 2020
Verlängerte Laktation - Teil 2
Am Anfang meiner Kuhlaufbahn war für mich eine niedriger Zwischenkalbezeit schon wichtig, auch wenn ich es nicht so verbissen gesehen habe wie andere Leute. Da folgte ich der damals recht geläufigen Faustformel: 400 Tage bei 10.000 kg Jahresleistung, pro 1.000 kg Unterschied 10 Tage. Also für 9.000 - 9.500 kg 390 - 395 Tage, tatsächlich waren es um die 410. Was ich auf die schlechte Brunsterkennungsrate zurück führte mit dem alten, engen Stall, den doch nicht allergenausten Aktivitätsmessern und auch durch die Bestandsgröße bedingte geringe Anwesenszeit im Stall.
Dass es Sinn macht, die Zwischenkalbezeit nach der Leistung auszurichten haben vor etlichen Jahren Dr. Römer und Dr. Boldt von der Landesforschunganstalt MV schon anhand der Daten der ProFit-Testherden der RinderAllianz nachgewiesen (u.a. in TopAgrar 12/2015).
Mit der freiwilligen Wartezeit hatte ich mich eigentlich gar nicht beschäftigt, die lag bei 40 Tagen, um bei der schlechten Brunsterkennungsrate nix zu verpassen. Nach 65 Tagen kamen die Kühe schon zur Sterilitätsuntersuchung, wo ich aber schnell das bei Kühen über 40 Liter Leistung auf 100 Tage ausgedehnt habe. Und da zur Trächtigkeits-/Sterilitätsuntersuchung eigentlich immer die Fressgitterplätze zu wenige waren wurden als erstes die frühsten Steris auf den nächsten Termin geschoben.
Wirklich einen Anstoß gab es dann als mein Bruder im Oktober 2016 auf dem Thüringisch-Sächsischen Fütterungskolloquium in Laasdorf gewesen war und mir von einem Vortrag vorn Prof. Kaske von der Universität Zürich erzählte. Dieser hatte bei der Agrargesellschaft Ruppendorf in Sachsen eine Studie durchgeführt, bei der die Herde in drei Gruppen mit 40, 120 und 180 Tagen freiwillige Wartezeit eingeteilt wurde. Und dabei hatte die Gruppe mit 180 Tagen die beste Fruchtbarkeit und Leistung.
Diese Studie brachte die ganze Diskussion über verlängerte Zwischenkalbezeiten in Deutschland in Schwung und es wurde in der Presse in den Jahren darauf oft darüber berichtet. In der Bauernzeitung, der TopAgrar (5/2019) und auch in der Milchrind, da aber recht ablehnend, kein Wunder, dahinter stehen ja die Zuchtverbände, die viel Sperma verkaufen und viele Zuchttiere vermarkten wollen.
Ich suchte daraufhin mir Literatur, wo ich merkte, dass das Thema gar nicht mehr so neu ist, da gab es schon Ende der 1990er Studien dazu. Mein Hauptfazit daraus war jedoch, dass man ohne dreimaliges Melken die nötige Persistenz der Milchleistung über durchschnittlich 400 und mehr Tage nicht hinkriegt. Mittlerweile denke ich da anders drüber, wieder als Beispiel Gabis über 1.100 Melktage (siehe Post vom 07.03.2018).
Anfang Januar 2017 fing ich dann als Projekt für das neue Jahr einen kleinen Versuch dazu in Boberow an, weil ich in der Herde den besten Überblick hatte. Die Kühe mit ungeraden Halsbandnummern blieben bei 40 Tagen freiwilliger Wartezeit, die mit geraden Halsbandnummern bekamen eine individuell verlängerte. Da wählte ich die Formel: Tage freiwillige Wartezeit = 2x Spitzenleistung in kg. Am 40. Tag nach der Kalbung schaute ich die bisherige Spitzenleistung im Alpro nach und legte daran in freiwillge Wartezeit fest. Die reichte bei durchschnittlich 85 Tagen bei den einzelnen Kühen von 46 bis 109 Tagen.
Insgesamt hatte ich 112 Kühe in dem Versuch bis ich ihn nach gut vier Monate vorzeitig abbrach weil ich das Gefühl hatte, dass ich die Kühe mit 100 und mehr Tagen freiwilliger Wartezeit nicht mehr rechtzeitig tragend bekomme.
Aus heutiger Sicht hätte ich besser vorher die Daten der Herde analysiert und daran das Versuchsdesign ausgerichtet.
Dazu mehr im nächsten Post der Serie.
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Dass es Sinn macht, die Zwischenkalbezeit nach der Leistung auszurichten haben vor etlichen Jahren Dr. Römer und Dr. Boldt von der Landesforschunganstalt MV schon anhand der Daten der ProFit-Testherden der RinderAllianz nachgewiesen (u.a. in TopAgrar 12/2015).
Mit der freiwilligen Wartezeit hatte ich mich eigentlich gar nicht beschäftigt, die lag bei 40 Tagen, um bei der schlechten Brunsterkennungsrate nix zu verpassen. Nach 65 Tagen kamen die Kühe schon zur Sterilitätsuntersuchung, wo ich aber schnell das bei Kühen über 40 Liter Leistung auf 100 Tage ausgedehnt habe. Und da zur Trächtigkeits-/Sterilitätsuntersuchung eigentlich immer die Fressgitterplätze zu wenige waren wurden als erstes die frühsten Steris auf den nächsten Termin geschoben.
Wirklich einen Anstoß gab es dann als mein Bruder im Oktober 2016 auf dem Thüringisch-Sächsischen Fütterungskolloquium in Laasdorf gewesen war und mir von einem Vortrag vorn Prof. Kaske von der Universität Zürich erzählte. Dieser hatte bei der Agrargesellschaft Ruppendorf in Sachsen eine Studie durchgeführt, bei der die Herde in drei Gruppen mit 40, 120 und 180 Tagen freiwillige Wartezeit eingeteilt wurde. Und dabei hatte die Gruppe mit 180 Tagen die beste Fruchtbarkeit und Leistung.
Diese Studie brachte die ganze Diskussion über verlängerte Zwischenkalbezeiten in Deutschland in Schwung und es wurde in der Presse in den Jahren darauf oft darüber berichtet. In der Bauernzeitung, der TopAgrar (5/2019) und auch in der Milchrind, da aber recht ablehnend, kein Wunder, dahinter stehen ja die Zuchtverbände, die viel Sperma verkaufen und viele Zuchttiere vermarkten wollen.
Ich suchte daraufhin mir Literatur, wo ich merkte, dass das Thema gar nicht mehr so neu ist, da gab es schon Ende der 1990er Studien dazu. Mein Hauptfazit daraus war jedoch, dass man ohne dreimaliges Melken die nötige Persistenz der Milchleistung über durchschnittlich 400 und mehr Tage nicht hinkriegt. Mittlerweile denke ich da anders drüber, wieder als Beispiel Gabis über 1.100 Melktage (siehe Post vom 07.03.2018).
Anfang Januar 2017 fing ich dann als Projekt für das neue Jahr einen kleinen Versuch dazu in Boberow an, weil ich in der Herde den besten Überblick hatte. Die Kühe mit ungeraden Halsbandnummern blieben bei 40 Tagen freiwilliger Wartezeit, die mit geraden Halsbandnummern bekamen eine individuell verlängerte. Da wählte ich die Formel: Tage freiwillige Wartezeit = 2x Spitzenleistung in kg. Am 40. Tag nach der Kalbung schaute ich die bisherige Spitzenleistung im Alpro nach und legte daran in freiwillge Wartezeit fest. Die reichte bei durchschnittlich 85 Tagen bei den einzelnen Kühen von 46 bis 109 Tagen.
Insgesamt hatte ich 112 Kühe in dem Versuch bis ich ihn nach gut vier Monate vorzeitig abbrach weil ich das Gefühl hatte, dass ich die Kühe mit 100 und mehr Tagen freiwilliger Wartezeit nicht mehr rechtzeitig tragend bekomme.
Aus heutiger Sicht hätte ich besser vorher die Daten der Herde analysiert und daran das Versuchsdesign ausgerichtet.
Dazu mehr im nächsten Post der Serie.
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Donnerstag, 11. Juni 2020
Verlängerte Laktation - Teil 1
Jetzt kommt eine kleine Serie die ich schon einige Zeit vor mir herschiebe, weil sie nach und nach doch unfangreicher wurde als zunächst geplant.
Und zwar über die verlängerte Laktation bei Milchkühen.
Seit knapp vier Jahren beschäftige ich mich damit und ab und zu habe ich im Kuhblog auch darüber schon etwas geschrieben und vor allem ist es mittlerweile auch im "Mainstream" der Kuhbauern angekommen.
Die Laktation ist die Zeitspanne in der eine Kuh nach der Kalbung Milch gibt. Bei der Milchkuh beginnt sie mit der Kalbung und endet mit dem Trockenstellen vor der nächsten Kalbung.
Seit Alters her war dabei die Regel "jedes Jahr ein Kalb". Das orientierte sich am Jahresrhythmus des Wildrindes, das dem Vegetationsverlauf folgt. Im Frühjahr werden die Kälber geboren, sodass die Kühe sie in der Zeit säugen wenn das meiste Futter wächst. Wenn im Herbst das Futter knapp wird werden die Kälber abgesetzt und alle Rinder müssen für sich alleine zusehen wie sie über den Winter kommen.
Bei der Rinderhaltung war es für Jahrtausende genauso, wo dann wegen den knappen Futtervorräten für den Winter vorher viele Rinder geschlachtet wurden und quasi in geräucherter/gepökelter Form heim kamen.
Seit der Einführung der Silierung im 19. Jahrhundert wurden die Futtervorräte für den Winter immer größer und heute reichen sie mit der TMR-Fütterung für das ganze Jahr.
Früher und auch heute noch in den niederschlagsreichen Regionen mit ganzjähriger Weidehaltung (Irland, Neuseeland) fordert die Ausrichtung auf den Vegetationsverlauf eine Zwischenkalbezeit von 365 Tagen.
Und mit der Trockenstehzeit von grob überschlagenen 2 Monaten kommt man damit auf die 305-Tage-Leistung als die standardisierte Zeitspanne zum Vergleich zwischen einzelnen Kühen.
Jetzt kommt die Biologie der Kuh ins Spiel. Ganz früh lernt man in der Ausbildung/Studium die Zahl von 500 Liter Blut die für die Bildung eines Liters Milch durch das Euter fließen müssen. Dieses Blut fließt auch durch die Leber als zentrales Stoffwechselorgan, die dabei alles Mögliche abbaut, so auch die darin enthaltenen Sexualhormone die für die Fruchtbarkeit zuständig sind. Daher die Aussage, dass hochleistende Milchkühe ihre Brunsten nicht so lange und deutlich zeigen.
Da gibt es den "amerikanischen Weg" durch die Injektion der jeweiligen Hormone die Brunsten zu verstärken und den "israelischen Weg" mit Sensortechnik die brünstigen Kühe trotzdem zu finden. Wo ich ganz klar die zweite Variante vorziehe.
Die verlängerte Laktation ist eine weitere Möglichkeit. Einfach zu warten, bis die Milchleistung etwas abgefallen ist und die Fruchtbarkeit besser läuft.
Zweiter Punkt ist die Negative Energiebilanz (NEB). Nach der Kalbung steigt die Milchleistung der Kuh an, entsprechend dem Bedarf des wachsenden Kalbes. Die Futteraufnahme steigt auch an, aber nicht ganz so schnell und so entsteht die negative Energiebilanz, wo die Kuh mehr Energie mit der Milch abgibt als sie mit dem Futter aufnimmt. Die Kuh mobilisiert dann Körperfett. Nach einer gewissen Zeit kommt das wieder ins Gleichgewicht und die Kuh setzt dann wieder Fett an. Aber das ist von Kuh zu Kuh sehr unterschiedlich wie lange und stark ausgeprägt die NEB ist.
Dabei stellt die Kuh die Fruchtbarkeit, die auch Energie braucht hinten an. Das aktuelle Kalb ist dann wichtiger als das nächste.
Dritter Punkt ist die Persistenz. Eine hohe Persistenz ist gegeben wenn die Milchleistung der Kuh über die Zeit nur langsam abfällt, ihre Laktationskurve nach der Laktationsspitze langgestreckt verläuft. Da gibt es unter anderem genetische Ursachen und auch hormonelle. Denn bei einer erneuten Trächtigkeit reduziert diese die Milchleistung. Da ist dann das künftige Kalb wichtiger als das aktuelle. Über die Zeit nimmt die Leistung immer stärker ab bis die Kuh sich teilweise selber trockenstellt. Ohne Trächtigkeit kann die Laktationskurve sehr langgestreckt verlaufen, mein gern zitiertes Beispiel ist dafür Gabi, die nach der Kalbung über drei Jahre lang Milch gab (siehe Post vom 07.03.2018).
Vierter Punkt ist die Milchleistung zum Trockenstellen. Bei den heutigen Milchleistungen liegen die Kühe nach 300 Melktagen oft noch bei 25 bis 30 Liter und mehr Milch pro Tag. Zum Trockenstellen müssen sie von dieser Leistung auf null Liter abgebremst werden, was eine hohe Belastung für das Euter ist (vgl. Post vom 24.02.2019). Das Trockenstellen könnte nach hinten verschoben werden, z.B. auf die Leistung von 15 Liter; was aber nur geht wenn die Trächtigkeit noch nicht so weit fortgeschritten ist. Das ist die erste Grafik unten.
Fünfter Punkt ist das Krankheitsrisiko. Kühe sind nach der Kalbung am anfälligsten für Krankheiten. Wegen der negativen Energiebilanz ist das Immunssystem schwächer dazu kommen die Umstellungen für den Stoffwechsel nach der Kalbung mit der Gefahr von Krankheiten wie Milchfieber, Ketose (siehe Post vom 12.08.2019) und Labmagenverlagerung (siehe Post vom 10.11.2019). Dann die Fruchtbarkeitskrankheiten die nach der Geburt auftreten können wie Nachgeburtsverhaltung oder Gebärmutterentzündungen. Zusammen genommen sind die meisten Krankheiten der Kühe innerhalb der ersten 30 Tage nach der Kalbung und damit auch das höchste Risiko abzugehen, d.h. wenn sie die ersten 30 Tage gut übersteht schafft sie es höchstwahrscheinlich auch zur nächsten Kalbung. Wenn man diese riskante Phase(n) im Leben einer Kuh reduziert weil sie seltener in diese kommt wird sie wahrscheinlich auch länger leben.
Als sechster Punkt noch für die gesamte Rinderproduktion gesehen die Reduzierung der Kälber. Über die letzten Jahre ist der Bedarf an Kälber für die Nachzucht als Ersatz für die abgegangen Kühe durch ansteigende Nutzungsdauer und reduzierte Aufzuchtverluste gesunken. Das sieht man vor allem bei der zunehmenden Anpaarung mit Fleischrinderbullen, wovon auch die weiblichen Kälber gemästet werden. Es werden zunehmend mehr Kälber aus der Milchproduktion in die Rindermast "verschoben". Auch wenn ich wegen der Wolfsproblematik mit einem starken Rückgang der Mutterkuhhaltung rechne werden irgendwann mehr Kälber anfallen als die Rindermast nachfragt. Durch die Verlängerung der Laktation kann da die Anzahl der Kälber angepasst werden.
Alle Punkte zusammengefasst sprechen für eine Verlängerung der Laktation. Auf der Grafik unten sie die beiden unteren Reihen der Vergleich von Laktationskurven einer Kuh. Das ist nur beispielhaft, dass niemand das ausmisst und Zahlen darauf ableitet "der Benjamin hat aber gesagt"... Die orangenen Kurven ist eine Kuh die in fünf Jahren jedes Jahr einmal kalbt und eine hohe Jahresleistung erreicht weil sie fünf Laktationsspitzen mitnimmt. Die grünen Kruven sind von einer Kuh die dagegen nur dreimal in fünf Jahren kalbt, aber trotzdem auf die gleiche Milchleistung (oder sogar noch mehr) kommt weil die Laktationskurven länger gestreckt sind und der Anteil der Trockenstehphasen vor der jeweils nächsten Kalbung - in der sie keine Milch gibt - geringer ist:
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Und zwar über die verlängerte Laktation bei Milchkühen.
Seit knapp vier Jahren beschäftige ich mich damit und ab und zu habe ich im Kuhblog auch darüber schon etwas geschrieben und vor allem ist es mittlerweile auch im "Mainstream" der Kuhbauern angekommen.
Die Laktation ist die Zeitspanne in der eine Kuh nach der Kalbung Milch gibt. Bei der Milchkuh beginnt sie mit der Kalbung und endet mit dem Trockenstellen vor der nächsten Kalbung.
Seit Alters her war dabei die Regel "jedes Jahr ein Kalb". Das orientierte sich am Jahresrhythmus des Wildrindes, das dem Vegetationsverlauf folgt. Im Frühjahr werden die Kälber geboren, sodass die Kühe sie in der Zeit säugen wenn das meiste Futter wächst. Wenn im Herbst das Futter knapp wird werden die Kälber abgesetzt und alle Rinder müssen für sich alleine zusehen wie sie über den Winter kommen.
Bei der Rinderhaltung war es für Jahrtausende genauso, wo dann wegen den knappen Futtervorräten für den Winter vorher viele Rinder geschlachtet wurden und quasi in geräucherter/gepökelter Form heim kamen.
Seit der Einführung der Silierung im 19. Jahrhundert wurden die Futtervorräte für den Winter immer größer und heute reichen sie mit der TMR-Fütterung für das ganze Jahr.
Früher und auch heute noch in den niederschlagsreichen Regionen mit ganzjähriger Weidehaltung (Irland, Neuseeland) fordert die Ausrichtung auf den Vegetationsverlauf eine Zwischenkalbezeit von 365 Tagen.
Und mit der Trockenstehzeit von grob überschlagenen 2 Monaten kommt man damit auf die 305-Tage-Leistung als die standardisierte Zeitspanne zum Vergleich zwischen einzelnen Kühen.
Jetzt kommt die Biologie der Kuh ins Spiel. Ganz früh lernt man in der Ausbildung/Studium die Zahl von 500 Liter Blut die für die Bildung eines Liters Milch durch das Euter fließen müssen. Dieses Blut fließt auch durch die Leber als zentrales Stoffwechselorgan, die dabei alles Mögliche abbaut, so auch die darin enthaltenen Sexualhormone die für die Fruchtbarkeit zuständig sind. Daher die Aussage, dass hochleistende Milchkühe ihre Brunsten nicht so lange und deutlich zeigen.
Da gibt es den "amerikanischen Weg" durch die Injektion der jeweiligen Hormone die Brunsten zu verstärken und den "israelischen Weg" mit Sensortechnik die brünstigen Kühe trotzdem zu finden. Wo ich ganz klar die zweite Variante vorziehe.
Die verlängerte Laktation ist eine weitere Möglichkeit. Einfach zu warten, bis die Milchleistung etwas abgefallen ist und die Fruchtbarkeit besser läuft.
Zweiter Punkt ist die Negative Energiebilanz (NEB). Nach der Kalbung steigt die Milchleistung der Kuh an, entsprechend dem Bedarf des wachsenden Kalbes. Die Futteraufnahme steigt auch an, aber nicht ganz so schnell und so entsteht die negative Energiebilanz, wo die Kuh mehr Energie mit der Milch abgibt als sie mit dem Futter aufnimmt. Die Kuh mobilisiert dann Körperfett. Nach einer gewissen Zeit kommt das wieder ins Gleichgewicht und die Kuh setzt dann wieder Fett an. Aber das ist von Kuh zu Kuh sehr unterschiedlich wie lange und stark ausgeprägt die NEB ist.
Dabei stellt die Kuh die Fruchtbarkeit, die auch Energie braucht hinten an. Das aktuelle Kalb ist dann wichtiger als das nächste.
Dritter Punkt ist die Persistenz. Eine hohe Persistenz ist gegeben wenn die Milchleistung der Kuh über die Zeit nur langsam abfällt, ihre Laktationskurve nach der Laktationsspitze langgestreckt verläuft. Da gibt es unter anderem genetische Ursachen und auch hormonelle. Denn bei einer erneuten Trächtigkeit reduziert diese die Milchleistung. Da ist dann das künftige Kalb wichtiger als das aktuelle. Über die Zeit nimmt die Leistung immer stärker ab bis die Kuh sich teilweise selber trockenstellt. Ohne Trächtigkeit kann die Laktationskurve sehr langgestreckt verlaufen, mein gern zitiertes Beispiel ist dafür Gabi, die nach der Kalbung über drei Jahre lang Milch gab (siehe Post vom 07.03.2018).
Vierter Punkt ist die Milchleistung zum Trockenstellen. Bei den heutigen Milchleistungen liegen die Kühe nach 300 Melktagen oft noch bei 25 bis 30 Liter und mehr Milch pro Tag. Zum Trockenstellen müssen sie von dieser Leistung auf null Liter abgebremst werden, was eine hohe Belastung für das Euter ist (vgl. Post vom 24.02.2019). Das Trockenstellen könnte nach hinten verschoben werden, z.B. auf die Leistung von 15 Liter; was aber nur geht wenn die Trächtigkeit noch nicht so weit fortgeschritten ist. Das ist die erste Grafik unten.
Fünfter Punkt ist das Krankheitsrisiko. Kühe sind nach der Kalbung am anfälligsten für Krankheiten. Wegen der negativen Energiebilanz ist das Immunssystem schwächer dazu kommen die Umstellungen für den Stoffwechsel nach der Kalbung mit der Gefahr von Krankheiten wie Milchfieber, Ketose (siehe Post vom 12.08.2019) und Labmagenverlagerung (siehe Post vom 10.11.2019). Dann die Fruchtbarkeitskrankheiten die nach der Geburt auftreten können wie Nachgeburtsverhaltung oder Gebärmutterentzündungen. Zusammen genommen sind die meisten Krankheiten der Kühe innerhalb der ersten 30 Tage nach der Kalbung und damit auch das höchste Risiko abzugehen, d.h. wenn sie die ersten 30 Tage gut übersteht schafft sie es höchstwahrscheinlich auch zur nächsten Kalbung. Wenn man diese riskante Phase(n) im Leben einer Kuh reduziert weil sie seltener in diese kommt wird sie wahrscheinlich auch länger leben.
Als sechster Punkt noch für die gesamte Rinderproduktion gesehen die Reduzierung der Kälber. Über die letzten Jahre ist der Bedarf an Kälber für die Nachzucht als Ersatz für die abgegangen Kühe durch ansteigende Nutzungsdauer und reduzierte Aufzuchtverluste gesunken. Das sieht man vor allem bei der zunehmenden Anpaarung mit Fleischrinderbullen, wovon auch die weiblichen Kälber gemästet werden. Es werden zunehmend mehr Kälber aus der Milchproduktion in die Rindermast "verschoben". Auch wenn ich wegen der Wolfsproblematik mit einem starken Rückgang der Mutterkuhhaltung rechne werden irgendwann mehr Kälber anfallen als die Rindermast nachfragt. Durch die Verlängerung der Laktation kann da die Anzahl der Kälber angepasst werden.
Alle Punkte zusammengefasst sprechen für eine Verlängerung der Laktation. Auf der Grafik unten sie die beiden unteren Reihen der Vergleich von Laktationskurven einer Kuh. Das ist nur beispielhaft, dass niemand das ausmisst und Zahlen darauf ableitet "der Benjamin hat aber gesagt"... Die orangenen Kurven ist eine Kuh die in fünf Jahren jedes Jahr einmal kalbt und eine hohe Jahresleistung erreicht weil sie fünf Laktationsspitzen mitnimmt. Die grünen Kruven sind von einer Kuh die dagegen nur dreimal in fünf Jahren kalbt, aber trotzdem auf die gleiche Milchleistung (oder sogar noch mehr) kommt weil die Laktationskurven länger gestreckt sind und der Anteil der Trockenstehphasen vor der jeweils nächsten Kalbung - in der sie keine Milch gibt - geringer ist:
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Samstag, 6. Juni 2020
Tote Drillinge
Kein schöner Anlass, aber doch mit extremen Seltenheitswert, sodass ich einen Post darüber schreibe.
Heute habe ich meine erste Drillingsgeburt mitbekommen, alle drei Kälber - allesamt weibliche - wurden aber tot geboren.
Rinder sind in der Regel Einzelgeburten, Zwillinge kommen auch vor und sind gar nicht mal so selten. Ich habe mal in meinen Statistiken nachgeschaut und über die Jahre waren ungefähr 4 %, also jede 25. Kalbung eine Zwillingskalbung. Dabei vermehrt bei älteren Kühen: Bei Erstkalbenden unter 2 % und ab der 5. Kalbung um die 6 %.
Für Drillinge kann ich jetzt mangels Fällen keine Zahlen nennen, da es aber so viele Jahre gedauert hat schätze ich es auf eine von 5.000 bis 10.000 Kalbungen. Also 0,01 - 0,02 %.
Totgeburten sind bei Zwillingen schon häufiger, bei Drillingen fast schon üblich. Drillinge allesamt lebend über die ersten Wochen zu kriegen, das gibt dann eine Meldung in der Bauernzeitung und lebende Vierlinge deutschlandweit auch in den allgemeinen Medien, sowas kommt nur alle paar Jahre mal vor.
Bei uns waren sie aber alle drei tot.
Love stand zu ihrer 4. Kalbung an, mit 268 Tragetagen rund anderthalb Wochen vor dem eigentlichen Termin. Das erste Kalb lag schon falsch, nur der Kopf kam raus und die Vorderbeine waren nach hinten umgeschlagen. Meine Kollegin konnte es aber per Hand rausziehen. Weil das so klein war (nur 27 kg später gewogen) machte ich noch einen Kontrollgriff in die Gebärmutter, fühlte aber kein weiteres Kalb. Die müssen extrem tief drin gelegen haben. Nach drei Stunden kam das zweite Kalbe und musste rückwärts rausgezogen werden (Hinterendlage) und wiederum eine Stunde später dann noch das dritte (Steißlage).
Zusammen hatten sie 85 kg. 27, 30 und 28 kg. Vom Gewicht hätte ich spontan Drillinge leichter eingeschätzt; sie kommen damit an leichte Zwillinge heran.
Und gleich drei tote Kälber im Kadaverhaus liegen zu haben ist wirklich nicht schön...
Benjamin
Nachtrag:
Die Drillinge waren natürlich das Thema und da haben wir am Sonntag in der Frühstückspause mal recherchiert.
An lebende Vierlinge kann ich mich mal Ende der 1990er in Schleswig-Holstein erinnern, das war damals eine Rotbunte mit drei Färsen- und einem Bullenkalb. Aber es gab auch gerade vor zwei Wochen wieder welche in Baden-Württemberg: --> siehe hier
Die Pressesprecherin des Landesbauernverbands nennt da eine Wahrscheinlichkeit von einer von elf Millionen Kalbungen. In der Größenordnung hätte ich es auch eingeschätzt, zwischen 10 und 20 Millionen bei ca. 4 Millionen Kalbungen in Deutschland pro Jahr und alle paar Jahre mal.
Fünflinge gabe es mal 2011 auf der Agrofarm Lüssow, drei lebend und zwei tot: --> siehe hier
Und lebende Fünflinge 2013 in Baden-Würtemberg: --> siehe hier
Unser Tierarzt meinte, dass er noch nie lebende Drillinge hatte und ich darauf, dass das bestimmt so wahrscheinlich wie eine 10-Tonner-Kuh (10.000 kg Fett + Eiweiß Lebensleistung) ist. "Hier vielleicht, in Iden nicht." "Da ist das noch seltener als eine 200.000-Liter-Kuh." (vergleiche Post vom 05.09.2018)
Heute habe ich meine erste Drillingsgeburt mitbekommen, alle drei Kälber - allesamt weibliche - wurden aber tot geboren.
Rinder sind in der Regel Einzelgeburten, Zwillinge kommen auch vor und sind gar nicht mal so selten. Ich habe mal in meinen Statistiken nachgeschaut und über die Jahre waren ungefähr 4 %, also jede 25. Kalbung eine Zwillingskalbung. Dabei vermehrt bei älteren Kühen: Bei Erstkalbenden unter 2 % und ab der 5. Kalbung um die 6 %.
Für Drillinge kann ich jetzt mangels Fällen keine Zahlen nennen, da es aber so viele Jahre gedauert hat schätze ich es auf eine von 5.000 bis 10.000 Kalbungen. Also 0,01 - 0,02 %.
Totgeburten sind bei Zwillingen schon häufiger, bei Drillingen fast schon üblich. Drillinge allesamt lebend über die ersten Wochen zu kriegen, das gibt dann eine Meldung in der Bauernzeitung und lebende Vierlinge deutschlandweit auch in den allgemeinen Medien, sowas kommt nur alle paar Jahre mal vor.
Bei uns waren sie aber alle drei tot.
Love stand zu ihrer 4. Kalbung an, mit 268 Tragetagen rund anderthalb Wochen vor dem eigentlichen Termin. Das erste Kalb lag schon falsch, nur der Kopf kam raus und die Vorderbeine waren nach hinten umgeschlagen. Meine Kollegin konnte es aber per Hand rausziehen. Weil das so klein war (nur 27 kg später gewogen) machte ich noch einen Kontrollgriff in die Gebärmutter, fühlte aber kein weiteres Kalb. Die müssen extrem tief drin gelegen haben. Nach drei Stunden kam das zweite Kalbe und musste rückwärts rausgezogen werden (Hinterendlage) und wiederum eine Stunde später dann noch das dritte (Steißlage).
Zusammen hatten sie 85 kg. 27, 30 und 28 kg. Vom Gewicht hätte ich spontan Drillinge leichter eingeschätzt; sie kommen damit an leichte Zwillinge heran.
Und gleich drei tote Kälber im Kadaverhaus liegen zu haben ist wirklich nicht schön...
Benjamin
Nachtrag:
Die Drillinge waren natürlich das Thema und da haben wir am Sonntag in der Frühstückspause mal recherchiert.
An lebende Vierlinge kann ich mich mal Ende der 1990er in Schleswig-Holstein erinnern, das war damals eine Rotbunte mit drei Färsen- und einem Bullenkalb. Aber es gab auch gerade vor zwei Wochen wieder welche in Baden-Württemberg: --> siehe hier
Die Pressesprecherin des Landesbauernverbands nennt da eine Wahrscheinlichkeit von einer von elf Millionen Kalbungen. In der Größenordnung hätte ich es auch eingeschätzt, zwischen 10 und 20 Millionen bei ca. 4 Millionen Kalbungen in Deutschland pro Jahr und alle paar Jahre mal.
Fünflinge gabe es mal 2011 auf der Agrofarm Lüssow, drei lebend und zwei tot: --> siehe hier
Und lebende Fünflinge 2013 in Baden-Würtemberg: --> siehe hier
Unser Tierarzt meinte, dass er noch nie lebende Drillinge hatte und ich darauf, dass das bestimmt so wahrscheinlich wie eine 10-Tonner-Kuh (10.000 kg Fett + Eiweiß Lebensleistung) ist. "Hier vielleicht, in Iden nicht." "Da ist das noch seltener als eine 200.000-Liter-Kuh." (vergleiche Post vom 05.09.2018)
Donnerstag, 4. Juni 2020
Ad-libitum-Webinar
Heute habe ich am Webinar zur Ad-libitum-Tränke vom Kuhverstand teilgenommen.
Kuhverstand (--> Internetseite) ist das Unternehmen von Christian Völkner; am besten kann man es als Beratung im digitalen Zeitalter beschreiben. Neben dem Kuhverstand-Podcast gibt es unter anderem auch die Webinare zu verschiedenen Themen.
Mit Webinaren hatte ich noch gar keine Erfahrung, um Videokonferenzen bin ich in den letzten Monaten auch drum herum gekommen, Homeoffice geht nun mal im Kuhstall nicht.
War eine sehr produktive Arbeitsatmosphäre, das schätze ich auch sehr, wie ich z.B. unterwegs war beim Herdenmanagerlehrgang bei den Testherdentagungen, auf der Landwirtschaftsakademie usw; wenn die "Kuhmenschen" zusammen sind ist immer ein reger Austausch da.
Es war ein Dutzend Teilnehmer, bis nach Tirol und mit unterschiedlichstem Stand bei der ad-libitum-Tränke; da gehörte ich zu den Fortgeschrittenen.
Referentin war Konstanze aus der Nähe von Rendsburg, die seit 2011 mit ad-libitum-Tränke arbeitet, ein großer Fan davon ist und über die Jahre viele Erfahrungen gesammelt und vor allem optimiert hat. Sowohl die Ansätze als auch die Ergebnisse waren sehr interessant und beeindruckend.
Ihr Hauptgrund ist die Arbeitszeiteinsparung, weil die ad-libitum getränkten Kälber gesünder sind und daher weniger Betreuung brauchen. Die anderen Sachen sind eher nachrangig, wo auch der Spaßfaktor dazu zählt den muntere, frohwüchsige Kälber bieten.
Die Kälber sind drei Wochen lang in Iglus und bekommen täglich 14 Liter. Zuchtkälber alleine, Mastkälber je nach Iglusgröße zu zweit oder zu dritt. Die Zuchtkälber deshalb alleine weil da viele so enge Freundschaften fürs Leben geschlossen haben, dass sie sich dann gegenseitig leernuckeln. Das habe ich auch von anderen Leute schon gehört.
Von drei Wochen Alter sind die Kälber dann am Tränkeautomat, wo sie ebenfalls 14 Liter bekommen. Das ist dann Vollmilch mit zusätzlichen 30 g Milchpulver pro Liter. Von 50 bis 105 Tagen Alter werden sie langsam abgetränkt.
Durchschnittlich werden 1.098 g Tageszunahmen erreicht. Nach oben geht es schon Richtung Mastbullenniveau. Mit dreieinhalb Monaten 190 kg! (1.405 g/Tag). Oder nach drei Wochen schon über 70 kg. Das sind die Kälber die ich als "unhandlich" bezeichne.
Was auch schon von anderen Betrieben übernommen wurde ist die "Ad-libitum-Ampel" zur Dokumentation der aufgenommenen Tränkemenge zwischen den Mitarbeitern. Das ist schnell und übersichtlich notiert und ist eine gute Frühwarnung für aufziehende Krankheiten.
Von den 7 l Tränkemenge:
- weniger als 2 l Rest = grün
- 2 - 5 l Rest = gelb
- mehr als 5 l Rest = rot
Für mich dazu gelernt habe ist die Sicherstellung der Wasserversorgung, mehrmals am Tag das Wasser austauschen und vom Geburtstag an, noch vor dem Milcheimer. Damit lernen die Kälber schnell ihren Flüssigkeitsbedarf zu Regeln und dehydrieren bei Durchfall nicht.
Der Tränkeautomat ist in der Portionsgröße auf 5,5 Liter beschrä;nkt, dass die in der Eimertränke ad-libitum gewöhnten Kälber im Saufen nicht abgewürgt werden und dann nicht wieder kommen, also den Umstellungsstress nicht mit machen müssen.
Das Webinar war kurzweilig und lehrreich; mal sehen wenn wieder was angeboten wird das mir zusagt.
Als Symbolbild noch ein besonders sattes Ad-libitum-Kalb, das war bei Sebastian in Gressow:
Benjamin
Kuhverstand (--> Internetseite) ist das Unternehmen von Christian Völkner; am besten kann man es als Beratung im digitalen Zeitalter beschreiben. Neben dem Kuhverstand-Podcast gibt es unter anderem auch die Webinare zu verschiedenen Themen.
Mit Webinaren hatte ich noch gar keine Erfahrung, um Videokonferenzen bin ich in den letzten Monaten auch drum herum gekommen, Homeoffice geht nun mal im Kuhstall nicht.
War eine sehr produktive Arbeitsatmosphäre, das schätze ich auch sehr, wie ich z.B. unterwegs war beim Herdenmanagerlehrgang bei den Testherdentagungen, auf der Landwirtschaftsakademie usw; wenn die "Kuhmenschen" zusammen sind ist immer ein reger Austausch da.
Es war ein Dutzend Teilnehmer, bis nach Tirol und mit unterschiedlichstem Stand bei der ad-libitum-Tränke; da gehörte ich zu den Fortgeschrittenen.
Referentin war Konstanze aus der Nähe von Rendsburg, die seit 2011 mit ad-libitum-Tränke arbeitet, ein großer Fan davon ist und über die Jahre viele Erfahrungen gesammelt und vor allem optimiert hat. Sowohl die Ansätze als auch die Ergebnisse waren sehr interessant und beeindruckend.
Ihr Hauptgrund ist die Arbeitszeiteinsparung, weil die ad-libitum getränkten Kälber gesünder sind und daher weniger Betreuung brauchen. Die anderen Sachen sind eher nachrangig, wo auch der Spaßfaktor dazu zählt den muntere, frohwüchsige Kälber bieten.
Die Kälber sind drei Wochen lang in Iglus und bekommen täglich 14 Liter. Zuchtkälber alleine, Mastkälber je nach Iglusgröße zu zweit oder zu dritt. Die Zuchtkälber deshalb alleine weil da viele so enge Freundschaften fürs Leben geschlossen haben, dass sie sich dann gegenseitig leernuckeln. Das habe ich auch von anderen Leute schon gehört.
Von drei Wochen Alter sind die Kälber dann am Tränkeautomat, wo sie ebenfalls 14 Liter bekommen. Das ist dann Vollmilch mit zusätzlichen 30 g Milchpulver pro Liter. Von 50 bis 105 Tagen Alter werden sie langsam abgetränkt.
Durchschnittlich werden 1.098 g Tageszunahmen erreicht. Nach oben geht es schon Richtung Mastbullenniveau. Mit dreieinhalb Monaten 190 kg! (1.405 g/Tag). Oder nach drei Wochen schon über 70 kg. Das sind die Kälber die ich als "unhandlich" bezeichne.
Was auch schon von anderen Betrieben übernommen wurde ist die "Ad-libitum-Ampel" zur Dokumentation der aufgenommenen Tränkemenge zwischen den Mitarbeitern. Das ist schnell und übersichtlich notiert und ist eine gute Frühwarnung für aufziehende Krankheiten.
Von den 7 l Tränkemenge:
- weniger als 2 l Rest = grün
- 2 - 5 l Rest = gelb
- mehr als 5 l Rest = rot
Für mich dazu gelernt habe ist die Sicherstellung der Wasserversorgung, mehrmals am Tag das Wasser austauschen und vom Geburtstag an, noch vor dem Milcheimer. Damit lernen die Kälber schnell ihren Flüssigkeitsbedarf zu Regeln und dehydrieren bei Durchfall nicht.
Der Tränkeautomat ist in der Portionsgröße auf 5,5 Liter beschrä;nkt, dass die in der Eimertränke ad-libitum gewöhnten Kälber im Saufen nicht abgewürgt werden und dann nicht wieder kommen, also den Umstellungsstress nicht mit machen müssen.
Das Webinar war kurzweilig und lehrreich; mal sehen wenn wieder was angeboten wird das mir zusagt.
Als Symbolbild noch ein besonders sattes Ad-libitum-Kalb, das war bei Sebastian in Gressow:
Benjamin
Sonntag, 31. Mai 2020
Fruchtbarkeitskennzahlen - Teil 2
Nun zum zweiten Teil der Fruchtbarkeitskennzahlen, die nicht in den Zeitstrahl passen.
NR56 - Non-return-Rate nach 56 Tagen. Mit Non-return, also nicht zurückkommen sind die Kühe/Färsen gemeint, die bis 56 Tagen nach der 1. Besamung nicht wieder besamt wurden und damit wahrscheilich tragend geworden sind. Wegen der unterschiedlichen Fruchtbarkeit von Färsen und Kühen werden die im Milchkontrollbericht separat ausgewiesen. Durchschnitt in Brandenburg bei Kühen 50,5 % und bei Färsen 71,3 %.
NR90 - Non-return-Rate nach 90 Tagen. Nach 90 Tagen ist die Trächtigkeit relativ sicher, die gefährliche Zeit der Frühaborte ist vorbei. Und auch eine Kuh die nicht aufgenommen hat setzt auch nicht mal eben so lange im Zyklus aus, dass sie erst nach mehr als 90 Tagen wieder brünstig wird. BB für Kühe 42,2 %, für Färsen 66,5 %.
BI - Besamungsindex. Wie viele Besamungen nötig sind für eine Trächtigkeit zu erreichen. Dabei werden auch die Besamungen von den Kühen/Färsen mitgezählt die nicht tragend werden. Auch hier wieder die Unterteilung in Kühe und Färsen. In BB bei Kühen 2,4, bei Färsen 1,6.
Remontierungsrate. Remontierung ist in der Tierhaltung der Ersatz von abgegangenen Zuchttieren durch neue, auf die Milchkühe bezogen sind es die abkalbenden Färsen. Dabei ist die Remontierungsrate die Zahl der Färsenabkalbungen durch den Durchschnittsbestand im Jahr. In BB 35,7 %.
BNR - Brunstnutzungsrate. Wieviel der zur Besamung anstehenden Tiere (Kühe wie Färsen) innerhalb von 21 Tagen (= 1 Zyklus) besamt wurden. Man fängt an nach dem Ablauf der freiwilligen Wartezeit zu zählen. Die Brunstnutzungsrate ist besonders von der Brunstbeobachtung abhängig, dass man auch die brünstigen Kühe findet.
TREB - Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen. Anteil der Kühe die von der 1. Besamung tragend geworden sind.
PR - Pregnancy Rate. PR = BNR x TREB. Anteil der Kühe die innerhalb von 21 Tagen tragend geworden sind. Einen deutschen Begriff gibt es dafür nicht (vgl. Post vom 13.02.2018). Ziel sind über 20 %. Ganz so zufrieden bin ich mit der Kennzahl nicht. Die Amerikaner reiten auf der Zahl rum, alle Kühe möglichst schnell nach der Kalbung wieder tragend zu kriegen; aber man kann da mit Hormonen ziemlich "cheaten". So hatte damals die Sunridge Dairy (siehe Post vom 16.10.2014) 32 %. Mit Brunstsynchronisierung ist das kein Problem. Anfang 2016 hatte ich mal die ganzen Fruchtbarkeitskennzahlen für Boberow ausgrechnet als Paulin das im Studium hatte. Die Pregnancyrate lag da bei nur 16 %, vor allem weil die Brunstnutzungsrate so schlecht war.
Das es in der heutigen Zeit nicht mehr darum geht die Kühe möglichst schnell tragend zu kriegen ist es vielmehr ein Maß dafür wie schnell es nach dem Ablauf der (individuellen) freiwilligen Wartezeit gelingt. "Zahl für termingerechte Trächtigkeit".
Benjamin
NR56 - Non-return-Rate nach 56 Tagen. Mit Non-return, also nicht zurückkommen sind die Kühe/Färsen gemeint, die bis 56 Tagen nach der 1. Besamung nicht wieder besamt wurden und damit wahrscheilich tragend geworden sind. Wegen der unterschiedlichen Fruchtbarkeit von Färsen und Kühen werden die im Milchkontrollbericht separat ausgewiesen. Durchschnitt in Brandenburg bei Kühen 50,5 % und bei Färsen 71,3 %.
NR90 - Non-return-Rate nach 90 Tagen. Nach 90 Tagen ist die Trächtigkeit relativ sicher, die gefährliche Zeit der Frühaborte ist vorbei. Und auch eine Kuh die nicht aufgenommen hat setzt auch nicht mal eben so lange im Zyklus aus, dass sie erst nach mehr als 90 Tagen wieder brünstig wird. BB für Kühe 42,2 %, für Färsen 66,5 %.
BI - Besamungsindex. Wie viele Besamungen nötig sind für eine Trächtigkeit zu erreichen. Dabei werden auch die Besamungen von den Kühen/Färsen mitgezählt die nicht tragend werden. Auch hier wieder die Unterteilung in Kühe und Färsen. In BB bei Kühen 2,4, bei Färsen 1,6.
Remontierungsrate. Remontierung ist in der Tierhaltung der Ersatz von abgegangenen Zuchttieren durch neue, auf die Milchkühe bezogen sind es die abkalbenden Färsen. Dabei ist die Remontierungsrate die Zahl der Färsenabkalbungen durch den Durchschnittsbestand im Jahr. In BB 35,7 %.
BNR - Brunstnutzungsrate. Wieviel der zur Besamung anstehenden Tiere (Kühe wie Färsen) innerhalb von 21 Tagen (= 1 Zyklus) besamt wurden. Man fängt an nach dem Ablauf der freiwilligen Wartezeit zu zählen. Die Brunstnutzungsrate ist besonders von der Brunstbeobachtung abhängig, dass man auch die brünstigen Kühe findet.
TREB - Trächtigkeitsrate aus Erstbesamungen. Anteil der Kühe die von der 1. Besamung tragend geworden sind.
PR - Pregnancy Rate. PR = BNR x TREB. Anteil der Kühe die innerhalb von 21 Tagen tragend geworden sind. Einen deutschen Begriff gibt es dafür nicht (vgl. Post vom 13.02.2018). Ziel sind über 20 %. Ganz so zufrieden bin ich mit der Kennzahl nicht. Die Amerikaner reiten auf der Zahl rum, alle Kühe möglichst schnell nach der Kalbung wieder tragend zu kriegen; aber man kann da mit Hormonen ziemlich "cheaten". So hatte damals die Sunridge Dairy (siehe Post vom 16.10.2014) 32 %. Mit Brunstsynchronisierung ist das kein Problem. Anfang 2016 hatte ich mal die ganzen Fruchtbarkeitskennzahlen für Boberow ausgrechnet als Paulin das im Studium hatte. Die Pregnancyrate lag da bei nur 16 %, vor allem weil die Brunstnutzungsrate so schlecht war.
Das es in der heutigen Zeit nicht mehr darum geht die Kühe möglichst schnell tragend zu kriegen ist es vielmehr ein Maß dafür wie schnell es nach dem Ablauf der (individuellen) freiwilligen Wartezeit gelingt. "Zahl für termingerechte Trächtigkeit".
Benjamin
Mittwoch, 27. Mai 2020
Fruchtbarkeitskennzahlen - Teil 1
Endlich hat die Berufsschule wieder angefangen und ich muss als Ausbilder unseren Lehrlingen nicht mehr bei ihren Hausaufgaben helfen. Weil das war teilweise sehr ernüchternd die Diskrepanz zwischen dem was ein Landwirt/Tierwirt am Ende seiner Ausbildung können sollte und was nach knapp zwei oder sogar drei Jahren erst da ist.
Eine Aufgabe ging um Fruchtbarkeitskennzahlen bei Rindern und da habe ich zur Veranschaulichung schnell einen Zeitstrahl aufgemalt. Den gibt es jetzt für den Kuhblog in schöner und doppelter Ausführung (für Kühe und Färsen). Es sind nämlich ein ganzer Haufen der Fruchtbarkeitskennzahlen, mit denen man so um sich wirft, meistens nicht alltäglich aber wenigstens einmal im Monat wenn vom LKV der Bericht von der Milchleistungsprüfung kommt in dem die meisten ausgewiesen sind.
RZ - Rastzeit. Zeit von der Kalbung bis zur ersten Besamung. RZ = FWZ + uFWZ. Liegt in Brandenburg bei durchschnittlich 73 Tagen.
ZBZ - Zwischenbesamungszeit. Da nicht immer gleich die erste Besamung erfolgreich ist und die Kuh wieder brünstig wird ist die ZBZ die durchschnittliche Zeit zwischen den einzelnen Besamungen. 21 Tage wären ein Zyklus, 42 Tage zwei Zyklen, 63 Tage drei Zyklen. Kuhindividuell trifft es nicht zu, aber im Durchschnitt kann man ableiten, ob eher die nächste Brunst erwischt oder verpasst wird. In BB 40 Tage.
VZ - Verzögerungszeit. Die Zeit zwischen erster Besamung und erfolgreicher Besamung. Wird die Kuh gleich bei der ersten Besamung tragend ist VZ = 0. Teilweise kann es deutlich über die 100 Tage gehen. In BB 75 Tage.
GZ/ZTZ - Güstzeit oder Zwischentragezeit. Die Zeit von der Kalbung bis zur nächsten Trächtigkeit. GZ/ZTZ = RZ + VZ. In BB 138 Tage.
ZKZ - Zwischenkalbezeit. Die Zeit zwischen einer und der nächsten Kalbung. In BB 410 Tage. Die alte Regel 365 Tage für jedes Jahr ein Kalb ist überholt und die Tendenz geht zur Verlängerung der Zwischenkalbezeit. Dazu werden ich noch mal (definitiv) mehrere Posts schreiben.
Tragedauer ist keine Kennzahl. Aber wenn man die Tragedauer auf die GZ draufzählt kommt man auf die vZKZ - vorraussichtliche Zwischenkalbezeit. Die Tragedauer beträgt bei Holsteins mit einer Schwankungsbreite von meist rund zwei Wochen um die 280 Tage.
Trockenstehdauer ist ebenfalls keine Kennzahl, beträgt meist um die 8 Wochen vor der nächsten Kalbung.
Bei den Färsen gibt es aucg ZBZ und VZ. Die Zwischenbesamungszeit ist mit 39 Tagen in der selben Größenordnung. Die VZ deutlich geringer mit rund 1 Monat, weil die Färsen eine bessere Fruchtbarkeit haben und daher mehr eine VZ = 0.
FKA - Färsenkonzeptionsalter. Konzeptions ist die Befruchtung; das Alter in dem die Färsen tragend werden. FKA = EBA + VZ. In BB 17 Monate.
EKA - Erstkalbealter, wann die Färse zum ersten Mal kalbt und zur Kuh wird. Für mich die wichtigste Fruchtbarkeitskennzahl, weil sehr aussagekräftig über den Erfolg und Wirtschaftlichkeit der Jungviehaufzucht, auch wenn da etwas die Intensität (z.B. Weide) reinspielt. Ziel sind bei Holsteins 24 Monate. In BB im Durchschnitt 26 Monate. Die Bandbreite beträgt da zwischen den Betrieben von unter 23 bis über 29 Monaten, auf das Einzeltier bezogen gibt es noch größere Unterschiede.
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Eine Aufgabe ging um Fruchtbarkeitskennzahlen bei Rindern und da habe ich zur Veranschaulichung schnell einen Zeitstrahl aufgemalt. Den gibt es jetzt für den Kuhblog in schöner und doppelter Ausführung (für Kühe und Färsen). Es sind nämlich ein ganzer Haufen der Fruchtbarkeitskennzahlen, mit denen man so um sich wirft, meistens nicht alltäglich aber wenigstens einmal im Monat wenn vom LKV der Bericht von der Milchleistungsprüfung kommt in dem die meisten ausgewiesen sind.
Erstes Bild für die Kühe:
FWZ - Freiwillige Wartezeit. Die Zeitspanne die man nach der Kalbung eine Kuh nicht besamt, bis der Stoffwechsel und der Zyklus rund laufen. Eine fruchtbare Kuh ist meist um die 4 Wochen nach der Kalbung das erste Mal wieder brünstig. Die FWZ haben die meisten Betriebe bei 60 oder 80 Tagen.
uFWZ - unfreiwillige Wartezeit. Wenn die freiwillige Wartezeit abgelaufen ist muss man noch bis zur nächsten Brunst warten für die erste Besamung. Bei einer Zykluslänge von 21 Tagen beim Rind wären es dann theoretisch 10,5 Tage wenn man alle Brunsten erwischen würde (zur Brunstnutzungsrate im nächsten Post).RZ - Rastzeit. Zeit von der Kalbung bis zur ersten Besamung. RZ = FWZ + uFWZ. Liegt in Brandenburg bei durchschnittlich 73 Tagen.
ZBZ - Zwischenbesamungszeit. Da nicht immer gleich die erste Besamung erfolgreich ist und die Kuh wieder brünstig wird ist die ZBZ die durchschnittliche Zeit zwischen den einzelnen Besamungen. 21 Tage wären ein Zyklus, 42 Tage zwei Zyklen, 63 Tage drei Zyklen. Kuhindividuell trifft es nicht zu, aber im Durchschnitt kann man ableiten, ob eher die nächste Brunst erwischt oder verpasst wird. In BB 40 Tage.
VZ - Verzögerungszeit. Die Zeit zwischen erster Besamung und erfolgreicher Besamung. Wird die Kuh gleich bei der ersten Besamung tragend ist VZ = 0. Teilweise kann es deutlich über die 100 Tage gehen. In BB 75 Tage.
GZ/ZTZ - Güstzeit oder Zwischentragezeit. Die Zeit von der Kalbung bis zur nächsten Trächtigkeit. GZ/ZTZ = RZ + VZ. In BB 138 Tage.
ZKZ - Zwischenkalbezeit. Die Zeit zwischen einer und der nächsten Kalbung. In BB 410 Tage. Die alte Regel 365 Tage für jedes Jahr ein Kalb ist überholt und die Tendenz geht zur Verlängerung der Zwischenkalbezeit. Dazu werden ich noch mal (definitiv) mehrere Posts schreiben.
Tragedauer ist keine Kennzahl. Aber wenn man die Tragedauer auf die GZ draufzählt kommt man auf die vZKZ - vorraussichtliche Zwischenkalbezeit. Die Tragedauer beträgt bei Holsteins mit einer Schwankungsbreite von meist rund zwei Wochen um die 280 Tage.
Trockenstehdauer ist ebenfalls keine Kennzahl, beträgt meist um die 8 Wochen vor der nächsten Kalbung.
Zweites Bild für die Färsen:
Zur Zulassung zur Zucht gibt es keine Kennzahl, ist aber vergleichbar mit der FWZ bei den Kühen. Die erfolgt wenn die Färse schwer genug ist für die Zucht, je nach Betrieb zwischen 380 und 430 kg, so zwischen knapp 12 und 16 Monaten Alter.
EBA - Erstbesamungsalter. Das Alter in dem die Färse dann zum ersten Mal besamt wird. In BB Durchschnitt 16 Monate. Bei den Färsen gibt es aucg ZBZ und VZ. Die Zwischenbesamungszeit ist mit 39 Tagen in der selben Größenordnung. Die VZ deutlich geringer mit rund 1 Monat, weil die Färsen eine bessere Fruchtbarkeit haben und daher mehr eine VZ = 0.
FKA - Färsenkonzeptionsalter. Konzeptions ist die Befruchtung; das Alter in dem die Färsen tragend werden. FKA = EBA + VZ. In BB 17 Monate.
EKA - Erstkalbealter, wann die Färse zum ersten Mal kalbt und zur Kuh wird. Für mich die wichtigste Fruchtbarkeitskennzahl, weil sehr aussagekräftig über den Erfolg und Wirtschaftlichkeit der Jungviehaufzucht, auch wenn da etwas die Intensität (z.B. Weide) reinspielt. Ziel sind bei Holsteins 24 Monate. In BB im Durchschnitt 26 Monate. Die Bandbreite beträgt da zwischen den Betrieben von unter 23 bis über 29 Monaten, auf das Einzeltier bezogen gibt es noch größere Unterschiede.
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Donnerstag, 21. Mai 2020
Aktuelles Wachstum
Bei dem sonnigen Wetter am heutigen Feiertag habe ich abends einen größeren Rundgang in der Feldflur gemacht um mal den aktuellen Stand der Vegetation zu begutachten.
Unkrauteck kann man zu dieser Stelle eher nicht sagen, ist eine Freifläche die spontan bewachsen ist. Hauptsächlich mit Klatschmohn, Roggen, Phacelia und Luzerne. Luzerne kann schon mal gernerell kein Unkraut sein und Phacelia ist eine wichtige Zwischenfrucht, auch wenn ich einen speziellen Bezug zu ihr habe (siehe Post vom 09.10.2016). Hier waren unzählige Bienen und Hummel an den Blüten unterwegs. Auf dem Foto sieht man nur die dickste davon unten links:
Hoffentlich gibt es dieses Jahr mal wieder eine normale Maisernte für unsere Kühe. Der Mais hat die Eisheiligen überstanden und vom Regen der letzten Woche profitiert. Momentan ist er im 4-Blatt-Stadium:
Ende Mais bis Anfang Juni wenn die Gerste grüne Grannen hat ist der zweite optische Höhepunkt nach der Rapsblüte im Pflanzenbaujahr. Die Landschaft sieht dann so "weich" aus und wenn noch etwas Wind durch die Ähren geht... da kann ich mich gar nicht dran satt sehen. Es ist mehrzeilige Gerste:
Benjamin
Unkrauteck kann man zu dieser Stelle eher nicht sagen, ist eine Freifläche die spontan bewachsen ist. Hauptsächlich mit Klatschmohn, Roggen, Phacelia und Luzerne. Luzerne kann schon mal gernerell kein Unkraut sein und Phacelia ist eine wichtige Zwischenfrucht, auch wenn ich einen speziellen Bezug zu ihr habe (siehe Post vom 09.10.2016). Hier waren unzählige Bienen und Hummel an den Blüten unterwegs. Auf dem Foto sieht man nur die dickste davon unten links:
Hoffentlich gibt es dieses Jahr mal wieder eine normale Maisernte für unsere Kühe. Der Mais hat die Eisheiligen überstanden und vom Regen der letzten Woche profitiert. Momentan ist er im 4-Blatt-Stadium:
Ende Mais bis Anfang Juni wenn die Gerste grüne Grannen hat ist der zweite optische Höhepunkt nach der Rapsblüte im Pflanzenbaujahr. Die Landschaft sieht dann so "weich" aus und wenn noch etwas Wind durch die Ähren geht... da kann ich mich gar nicht dran satt sehen. Es ist mehrzeilige Gerste:
Benjamin
Montag, 18. Mai 2020
Crew IV/2020
Zum Lebensgefühl mit Kuh gehören Katzen im Stall dazu, auch wenn ich manchmal dem Gedanken der "katzenfreien Anlage" nachhänge. Weil die schon mal ins Futter machen und sich nicht immer mit dem Einsatz von Rattengift vertragen, wobei mir aus eigener Erfahrung keine solcher Kollateralschäden bekannt sind.
Momentan sind in der Abkalbebucht wieder kleine Katzen. Seit der Geschichte mit Mikla (siehe Post vom 24.04.2014) - mehr als sechs Jahre ist das mittlerweile her - bin ich da vorsichtig, dass keine Kuh versehentlich drauftritt.
Aber das Nest ist an der Wand und zudem von einem Pfeiler geschützt, sodass die Kühe durch ihren "Überhang" automatisch den Sicherheitsabstand einhalten. Und beim Ausmisten ist die Mutterkatze auch enstpannt geblieben.
Sie als 2020er Jahrgang der Schadnagerbekämpfungsbrigade zu bezeichnen wäre etwas ungenau und daher nach Marineart als Crew IV/2020:
Benjamin
Momentan sind in der Abkalbebucht wieder kleine Katzen. Seit der Geschichte mit Mikla (siehe Post vom 24.04.2014) - mehr als sechs Jahre ist das mittlerweile her - bin ich da vorsichtig, dass keine Kuh versehentlich drauftritt.
Aber das Nest ist an der Wand und zudem von einem Pfeiler geschützt, sodass die Kühe durch ihren "Überhang" automatisch den Sicherheitsabstand einhalten. Und beim Ausmisten ist die Mutterkatze auch enstpannt geblieben.
Sie als 2020er Jahrgang der Schadnagerbekämpfungsbrigade zu bezeichnen wäre etwas ungenau und daher nach Marineart als Crew IV/2020:
Benjamin
Donnerstag, 14. Mai 2020
Elektrohoflader
Gestern hatten wir für eine kleine Vorführung einen Schäffer 23e da. Ein Hoflader mit Elektroantrieb. Momentan steht eine Neuanschaffung für einen der Hoflader an (hat einen kapitalen Motorschaden). Der Elektrohoflader steht nicht zur Wahl, weil die Investitionskosten zu hoch sind, auch wenn die gesamten Lebenszykluskosten niedriger wären. Aber Schäffer war zufällig in der Gegend mit dem Vorführer untewegs und kam vorbei.
Der Weidemann 1160 eHoftrac war auf der Eurotier 2014 der erste Hoflader mir Elektroantrieb. Hoflader sind von den mobilen Landmaschinen gut geeignet zur Elektrifizierung: Recht geringe Leistung, nicht stundenlanger Volllastbetrieb, geringer Aktionsradius um die Ladestation und brauchen eh ein Gegengewicht (also die Batterie).
Mittlerweile gibt es auch von einer Reihe weiterer Hersteller elektrisch angetriebene Hoflader (Giant, Avant, Kramer).
Den Weidemann bin ich vor drei Jahren mal auf dem Hoffest eines Bekannten gefahren. Da hatte der örtliche Weidemann-Händler den als Kinderprogramm ausgestellt (Reifenstapeln). Damals fiel mir gegenüber dem Schäffer 442, auf den ich "geeicht" bin - also mit dem überdimensionierten Einstreugerät auf zwei Rädern fahren usw. - auf, dass der fast sofort stehen blieb wenn man vom Fahrpedal ging wogegen es beim Hydrostatitischen Antrieb noch ein Stück weit ausrollt und das man im Fahrgefühl einkalkuliert hat.
Der Schäffer dagegen ist eine Leistungsklasse höher was man beim Fahren gleich merkt und rollt weiter aus als mit hydrostatischem Antrieb. Also ungewohnt in die andere Richtung aber angenehmer weil nicht so ruckelnd.
Einen vollen Palettencontainer packt der anzuheben und sicher zu transportieren.
Das war alles im Eco-Modus mit reduzierter Leistungsabgabe, dass die Batterie für gut 5 Stunden normale Arbeiten reicht. Der normale Modus wurde vom Vorführfahrer auch mal gezeigt mit 20 km/h Endgeschwindigkeit und vor allem einer wahnsinnigen Anfahrbeschleunigung, die kein Verbrennungsmotor schafft.
Für mich das Ausschlusskriterium: Den Hoflader gibt es ausschließlich mit festem FOPS-Dach (falling object protection structure) und nicht mit einer klappbaren Variante. Somit hat der eine Gesamthöhe von 2,2 m und wir brauchen maximal 1,95 m um in den alten Stall fahren zu können.
Benjamin
Der Weidemann 1160 eHoftrac war auf der Eurotier 2014 der erste Hoflader mir Elektroantrieb. Hoflader sind von den mobilen Landmaschinen gut geeignet zur Elektrifizierung: Recht geringe Leistung, nicht stundenlanger Volllastbetrieb, geringer Aktionsradius um die Ladestation und brauchen eh ein Gegengewicht (also die Batterie).
Mittlerweile gibt es auch von einer Reihe weiterer Hersteller elektrisch angetriebene Hoflader (Giant, Avant, Kramer).
Den Weidemann bin ich vor drei Jahren mal auf dem Hoffest eines Bekannten gefahren. Da hatte der örtliche Weidemann-Händler den als Kinderprogramm ausgestellt (Reifenstapeln). Damals fiel mir gegenüber dem Schäffer 442, auf den ich "geeicht" bin - also mit dem überdimensionierten Einstreugerät auf zwei Rädern fahren usw. - auf, dass der fast sofort stehen blieb wenn man vom Fahrpedal ging wogegen es beim Hydrostatitischen Antrieb noch ein Stück weit ausrollt und das man im Fahrgefühl einkalkuliert hat.
Der Schäffer dagegen ist eine Leistungsklasse höher was man beim Fahren gleich merkt und rollt weiter aus als mit hydrostatischem Antrieb. Also ungewohnt in die andere Richtung aber angenehmer weil nicht so ruckelnd.
Einen vollen Palettencontainer packt der anzuheben und sicher zu transportieren.
Das war alles im Eco-Modus mit reduzierter Leistungsabgabe, dass die Batterie für gut 5 Stunden normale Arbeiten reicht. Der normale Modus wurde vom Vorführfahrer auch mal gezeigt mit 20 km/h Endgeschwindigkeit und vor allem einer wahnsinnigen Anfahrbeschleunigung, die kein Verbrennungsmotor schafft.
Für mich das Ausschlusskriterium: Den Hoflader gibt es ausschließlich mit festem FOPS-Dach (falling object protection structure) und nicht mit einer klappbaren Variante. Somit hat der eine Gesamthöhe von 2,2 m und wir brauchen maximal 1,95 m um in den alten Stall fahren zu können.
Benjamin
Dienstag, 12. Mai 2020
Funktionales Exterieur
Das Exterieur ist das Äußere einer Kuh, ihr Körperbau. In den letzten Jahr(zehnt)en wird von den meisten nicht mehr ein bestimmtes Schönheitsideal angestrebt sondern das Funktionale Exterieur, das das Arbeiten der und mit der Kuh erleichtert soll. Dass sich z.B. das Melkzeug einfach ansetzen lässt oder gut zu Fuß ist. Im Gegensatz zu Fruchtbarkeit und Leistung kann man das Exterieur in wirtschaftlichen Zahlen schlechter bewerten.
Da ich nur Hobby-Statistiker bin, der nur Auswertungen mit Mittelwert und Standardabweichung macht habe ich mich drüber gefreut, dass Dr. Simon von der RBB in der aktuellen Blickpunkt Rind (gibt es hier online zu lesen) eine umfassende Auswertung zum Exterieur geschrieben hat.
Wirtschaftliche Bezugsgröße ist die Nutzungsdauer, welchen Einfluss die einzelnen Körpermerkmale darauf haben. Um die 64.000 Kühe die in Brandenburg im Exterieur eingestuft worden waren sind eingeflossen. Die neun Noten der einzelnen Merkmale wurden in vier Gruppen zusammengefasst und wie sich die Nutzungsdauer der Kühe dieser Gruppen vom Durchschnitt der Gesamtmenge unterschied. Die durchschnittliche Nutzungsdauer betrug 1.115 Tage (36,6 Monate)
Rot ist mehr als ein Monat schlechter, Grün mehr als ein Monat besser:
Erklärung der Abkürzungen: GRÖ = Größe, MCH = Milchtyp, KTI = Körpertiefe, STÄ = Stärke, BNE = Beckenneigung, BBR = Beckenbreite, HWI = Hinterbeinwinkelung, KWi = Klauenwinkel, SGE = Sprunggelenk, HBST = Hinterbeinstellung, BEW = Bewegung, HEU = Hintereuterhöhe, ZBA = Zentralband, SPV = Strichplazierung vorne, SPH = Strichplatzierung hinten, VEU = Vordereuteraufhängung, ETI = Eutertiefe, STL = Strichlänge, BCS = Body Condition Score.
Näheres zur Linearen Beschreibung von Holsteinkühen gibt es beim Bundesverband Rind und Schwein.
Wieder mal hat sich dabei gezeigt, dass der "Kanadische Typ", die scharfe Schaukuh im Alltag nicht so viel bringt sondern mehr die mittelgroße Kuh ohne Extreme.
Schöner Vergleich dazu.
Auf der einen Seite Nr. 1001 Jasminka, die ehemalige Starkuh in Pinnow. Vom Zuchtwert als Jungrind in der Spitzengruppe der RinderAllianz, im Exterieur sehr hoch bewertet. Eine extrem große Kuh, die man unter 60 Kühen auf dem Karussell sofort heraus sah. Um die 1200 Tage Nutzungsdauer. Und dann lauter Nachkommen von ihr... (siehe Post vom 15.11.2014).
Und dann meine Braunie als mittelgroße, von der Statur eher zierliche Kuh mit einem sehr jugendlichen Euter. Über 1600 Tage Nutzungsdauer. Von der Lebensleistung auch deutlich besser.
Benjamin
Da ich nur Hobby-Statistiker bin, der nur Auswertungen mit Mittelwert und Standardabweichung macht habe ich mich drüber gefreut, dass Dr. Simon von der RBB in der aktuellen Blickpunkt Rind (gibt es hier online zu lesen) eine umfassende Auswertung zum Exterieur geschrieben hat.
Wirtschaftliche Bezugsgröße ist die Nutzungsdauer, welchen Einfluss die einzelnen Körpermerkmale darauf haben. Um die 64.000 Kühe die in Brandenburg im Exterieur eingestuft worden waren sind eingeflossen. Die neun Noten der einzelnen Merkmale wurden in vier Gruppen zusammengefasst und wie sich die Nutzungsdauer der Kühe dieser Gruppen vom Durchschnitt der Gesamtmenge unterschied. Die durchschnittliche Nutzungsdauer betrug 1.115 Tage (36,6 Monate)
Rot ist mehr als ein Monat schlechter, Grün mehr als ein Monat besser:
Erklärung der Abkürzungen: GRÖ = Größe, MCH = Milchtyp, KTI = Körpertiefe, STÄ = Stärke, BNE = Beckenneigung, BBR = Beckenbreite, HWI = Hinterbeinwinkelung, KWi = Klauenwinkel, SGE = Sprunggelenk, HBST = Hinterbeinstellung, BEW = Bewegung, HEU = Hintereuterhöhe, ZBA = Zentralband, SPV = Strichplazierung vorne, SPH = Strichplatzierung hinten, VEU = Vordereuteraufhängung, ETI = Eutertiefe, STL = Strichlänge, BCS = Body Condition Score.
Näheres zur Linearen Beschreibung von Holsteinkühen gibt es beim Bundesverband Rind und Schwein.
Wieder mal hat sich dabei gezeigt, dass der "Kanadische Typ", die scharfe Schaukuh im Alltag nicht so viel bringt sondern mehr die mittelgroße Kuh ohne Extreme.
Schöner Vergleich dazu.
Auf der einen Seite Nr. 1001 Jasminka, die ehemalige Starkuh in Pinnow. Vom Zuchtwert als Jungrind in der Spitzengruppe der RinderAllianz, im Exterieur sehr hoch bewertet. Eine extrem große Kuh, die man unter 60 Kühen auf dem Karussell sofort heraus sah. Um die 1200 Tage Nutzungsdauer. Und dann lauter Nachkommen von ihr... (siehe Post vom 15.11.2014).
Und dann meine Braunie als mittelgroße, von der Statur eher zierliche Kuh mit einem sehr jugendlichen Euter. Über 1600 Tage Nutzungsdauer. Von der Lebensleistung auch deutlich besser.
Benjamin
Freitag, 8. Mai 2020
Die Kuhlänge
Keine Sorge, ich bin nicht unter die Zecken gegangen. Heute Abend war ich auf dem Heimweg erstmals seit der Maskenpflicht beim einkaufen und spaßeshalber mal die Kapuze aufgesetzt und dann ist es Alan-Walker-Style. Wobei der aber nicht die schicken Melkhandschuhe trägt.
Darkside sind die schwarzen Flecken der Kühe:
In der Landwirtschaft sind wir mit dem Seuchenschutz in einer wirklich komfortablen Situation, die uns die Umsetzung im Alltag leicht macht: Wir haben den eingebauten Sicherheitsabstand.
Bei TopAgrar hieß es vor paar Wochen mal anschaulich eine Kuhlänge Abstand. Eine Kuh ist gut 2,5 m lang, passt also.
Für 97 % der Arbeiten ist das leicht einzuhalten, als Ausnahmen fallen mir da gerade nur das Fangen von Kälbern und Geburtshilfe ein.
Wenn die Kühe im Fressgitter stehen ist meist einer vorne und einer hinter den Kühen und bei Arbeiten im Stall auch mit größerem Abstand, weil bei der einzelnen Kuh immer nur einer gleichzeitig am Treiben ist (siehe Post vom 05.08.2019).
Benjamin
Darkside sind die schwarzen Flecken der Kühe:
In der Landwirtschaft sind wir mit dem Seuchenschutz in einer wirklich komfortablen Situation, die uns die Umsetzung im Alltag leicht macht: Wir haben den eingebauten Sicherheitsabstand.
Bei TopAgrar hieß es vor paar Wochen mal anschaulich eine Kuhlänge Abstand. Eine Kuh ist gut 2,5 m lang, passt also.
Für 97 % der Arbeiten ist das leicht einzuhalten, als Ausnahmen fallen mir da gerade nur das Fangen von Kälbern und Geburtshilfe ein.
Wenn die Kühe im Fressgitter stehen ist meist einer vorne und einer hinter den Kühen und bei Arbeiten im Stall auch mit größerem Abstand, weil bei der einzelnen Kuh immer nur einer gleichzeitig am Treiben ist (siehe Post vom 05.08.2019).
Benjamin
Dienstag, 5. Mai 2020
Ersatzohrmarken
Die Ohrmarken unserer Rinder halten nicht ewig. Ab und zu reißt mal eine ab, meistens im Fressgitter eingeklemmt und dann reißt der Dorn durch und die beiden Hälften fallen runter. Ausreißen aus dem Ohr kommt wirklich sehr selten vor, eher bei Kälbern, das sind dann die Schlitzohren.
Knapp 10 % der Ohrmarken gehen im Jahr verloren. Das ist bei den Ohrmarken von Allflex wie wir sie in Brandenburg haben; bei den Ohrmarken von Caisley wie es sie in anderen Bundesländern gibt soll die Verlustrate deutlich höher sein.
Wenn eine Ohrmarke verloren geht muss unverzüglich bei der zuständigen Stelle eine Ersatzohrmarke beantragt und wenn erhalten unverzüglich eingezogen werden. So steht es in der Viehverkehrsverordnung, § 27, Abs. 5. Die bei uns für die Tierkennzeichnung zuständige Stelle ist der Landeskontrollverband Berlin-Brandenburg in Waldsieversdorf.
Das unverzüglich ist so eine Sache. Es ist nur schwer nachzuweisen, wann genau eine Ohrmarke verloren ging und wann das bemerkt wurde. Zudem würde es bei mehreren hundert Rindern ziemlich ausarten, wenn man sobald man eine Ohrmarke als fehlend erkannt hat Ersatz bestellt. Da hätte man jede Woche mehrere Briefe.
Ich mache das als "chargenweise" und bin damit bisher immer gut gefahren. Wenn das Veterinäramt da war oder bei Audits z.B. für QM Milch und beim Gang durch den Stall ganz unauffällig nebenbei nach fehlenden Ohrmarken gesucht wurde hieß es immer "Es fehlen nur wenige Ohrmarken, Sie haben das im Griff, bleiben Sie dran!"
Man braucht da ein striktes System dafür. Uwe und ich hatten da zu Beginn unserer Pinnower Zeit ein ziemliches Durcheinander geerbt. Es war nie aufgeschrieben worden, welche Ersatzohrmarken bestellt worden waren und daher auch viele doppelt. So hatten einige Kühe dann drei Ohrmarken und eine sogar vier. Dazu noch ein ganzer Haufen Ohrmarken die über waren, aus denen habe ich dann die Schlüsselanhänger gemacht (siehe Post vom 26.07.2019).
Ich hatte dann eine Excel-Tabelle eingeführt wo die Kühe und die zugehörigen Ohrmarkennummern drin stehen und farblich hinterlegt sind für den "Status": rot- fehlt, orange - Ersatzohrmarke bestellet, gelb - Ersatzohrmarke angekommen, grün - Ersatzohrmarke eingezogen.
Zuerst werden meist zwei Tage lang fehlende Ohrmarken aufgeschrieben. Vorzugsweise bei der Trächtigkeitsuntersuchung wenn man viele Kühe auf einmal im Fressgitter hat oder prinzipiell immer beim jährlichen Bluten für die Paratuberkulosesanierung weil man da alle sieht.
Dann werden beim Landeskontrollverband die Ersatzohrmarken bestellt. Das geht zur MQD in Güstrow, dem gewerblichen Teil des LKV Mecklenburg-Vorpommern, der auch die Ersatzohrmarken für Brandenburg herstellt.
Wenn die Ohrmarken angekommen sind wird erstmal auf die Innenseite die Stallnummer geschrieben, dass man weiß zu welcher Kuh die gehört. Die Kühe werden in den darauffolgenden Tagen nach den Melkzeiten aussortiert und die Ohrmarken eingezogen.
Sind (fast) alle Ohrmarken eingezogen beginnt es wieder von vorne. Fast nur deshalb, weil z.B. eine trockenstehende Kuh würde nicht extra von der Koppel geholt werden sondern bis zum Transensortierten gewartet.
Die Bestellung beim Landeskontrollverband machte ich zunächst per Fax bis ich dann irgendwann rausgefunden hatte dass das auch im HIT geht.
HIT ist das Herkunftssicherungs- und Informationssytem für Tiere. Das ist die zentrale Datenbank für alle Nutztiere in Deutschland, mit allen Bewegungen, Geburten, Abgängen usw. Ein Rind braucht zwei Ohrmarken und eine Pass, das kann nicht einfach über die Grenze kommen und sagen, dass es seinen Pass verloren hat und sein Alter nicht weiß.
Das gesamte HIT wird vom bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) für alle Bundesländer geführt. Die waren wahrscheinlich damals am weitesten gewesen damit und da haben sich die anderen Länder drangehangen. Das HIT gibt es seit 1999 und dieses Alter merkt man deutlich an der umständlichen Bedienung. Da bin ich schon froh drüber, dass im HERDE die ganzen Meldungen (Geburt, Verkauf usw.) automatisiert im Hintergrund mitlaufen.
So sieht es dann aus beim Bestellen von Ersatzohrmarken:
Benjamin
Knapp 10 % der Ohrmarken gehen im Jahr verloren. Das ist bei den Ohrmarken von Allflex wie wir sie in Brandenburg haben; bei den Ohrmarken von Caisley wie es sie in anderen Bundesländern gibt soll die Verlustrate deutlich höher sein.
Wenn eine Ohrmarke verloren geht muss unverzüglich bei der zuständigen Stelle eine Ersatzohrmarke beantragt und wenn erhalten unverzüglich eingezogen werden. So steht es in der Viehverkehrsverordnung, § 27, Abs. 5. Die bei uns für die Tierkennzeichnung zuständige Stelle ist der Landeskontrollverband Berlin-Brandenburg in Waldsieversdorf.
Das unverzüglich ist so eine Sache. Es ist nur schwer nachzuweisen, wann genau eine Ohrmarke verloren ging und wann das bemerkt wurde. Zudem würde es bei mehreren hundert Rindern ziemlich ausarten, wenn man sobald man eine Ohrmarke als fehlend erkannt hat Ersatz bestellt. Da hätte man jede Woche mehrere Briefe.
Ich mache das als "chargenweise" und bin damit bisher immer gut gefahren. Wenn das Veterinäramt da war oder bei Audits z.B. für QM Milch und beim Gang durch den Stall ganz unauffällig nebenbei nach fehlenden Ohrmarken gesucht wurde hieß es immer "Es fehlen nur wenige Ohrmarken, Sie haben das im Griff, bleiben Sie dran!"
Man braucht da ein striktes System dafür. Uwe und ich hatten da zu Beginn unserer Pinnower Zeit ein ziemliches Durcheinander geerbt. Es war nie aufgeschrieben worden, welche Ersatzohrmarken bestellt worden waren und daher auch viele doppelt. So hatten einige Kühe dann drei Ohrmarken und eine sogar vier. Dazu noch ein ganzer Haufen Ohrmarken die über waren, aus denen habe ich dann die Schlüsselanhänger gemacht (siehe Post vom 26.07.2019).
Ich hatte dann eine Excel-Tabelle eingeführt wo die Kühe und die zugehörigen Ohrmarkennummern drin stehen und farblich hinterlegt sind für den "Status": rot- fehlt, orange - Ersatzohrmarke bestellet, gelb - Ersatzohrmarke angekommen, grün - Ersatzohrmarke eingezogen.
Zuerst werden meist zwei Tage lang fehlende Ohrmarken aufgeschrieben. Vorzugsweise bei der Trächtigkeitsuntersuchung wenn man viele Kühe auf einmal im Fressgitter hat oder prinzipiell immer beim jährlichen Bluten für die Paratuberkulosesanierung weil man da alle sieht.
Dann werden beim Landeskontrollverband die Ersatzohrmarken bestellt. Das geht zur MQD in Güstrow, dem gewerblichen Teil des LKV Mecklenburg-Vorpommern, der auch die Ersatzohrmarken für Brandenburg herstellt.
Wenn die Ohrmarken angekommen sind wird erstmal auf die Innenseite die Stallnummer geschrieben, dass man weiß zu welcher Kuh die gehört. Die Kühe werden in den darauffolgenden Tagen nach den Melkzeiten aussortiert und die Ohrmarken eingezogen.
Sind (fast) alle Ohrmarken eingezogen beginnt es wieder von vorne. Fast nur deshalb, weil z.B. eine trockenstehende Kuh würde nicht extra von der Koppel geholt werden sondern bis zum Transensortierten gewartet.
Die Bestellung beim Landeskontrollverband machte ich zunächst per Fax bis ich dann irgendwann rausgefunden hatte dass das auch im HIT geht.
HIT ist das Herkunftssicherungs- und Informationssytem für Tiere. Das ist die zentrale Datenbank für alle Nutztiere in Deutschland, mit allen Bewegungen, Geburten, Abgängen usw. Ein Rind braucht zwei Ohrmarken und eine Pass, das kann nicht einfach über die Grenze kommen und sagen, dass es seinen Pass verloren hat und sein Alter nicht weiß.
Das gesamte HIT wird vom bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (StMELF) für alle Bundesländer geführt. Die waren wahrscheinlich damals am weitesten gewesen damit und da haben sich die anderen Länder drangehangen. Das HIT gibt es seit 1999 und dieses Alter merkt man deutlich an der umständlichen Bedienung. Da bin ich schon froh drüber, dass im HERDE die ganzen Meldungen (Geburt, Verkauf usw.) automatisiert im Hintergrund mitlaufen.
So sieht es dann aus beim Bestellen von Ersatzohrmarken:
Benjamin
Freitag, 1. Mai 2020
Aktuelle Statistiken
Man merkt schon, dass die Leute mehr Zuhause sind denn die Leserzahlen des Kuhblogs haben sich in den letzten Wochen um rund 20% erhöht.
Dabei waren in den Statistiken wieder einige interessante weitergeleitete Suchbegriffe, die ich eindeutig Posts zuordnen konnte:
- Güllebad - Welchen Hintergedanken auch immer der Suchende dabei hatte... Raus kam dann zumindest der Post wie ich ein Kalb aus dem Gülleabwurfschacht in Garlin gerettet habe. Siehe Post vom 25.11.2016.
- Milchautomat C. Schmidt. Wenn man nach Christians Milchtankstelle sucht kommt man ab und zu auch zum Kublog. Siehe Post vom 09.09.2017. Jetzt hat er einen Nachfrageanstieg wie allgemein bei Trinkmilch, aber im Gegensatz zu Molkereien und Supermärkten konnte er schnell darauf reagieren.
- Wieviel frisst eine Kuh. Ein Klassiker bei den Suchanfragen, in verschiedenen Formulierungen. Dazu habe ich schon mehrere Posts geschrieben: 10.12.2015, 08.09.2019, 30.01.2020, 03.02.2020.
- DeLaval HDHB. Abkürzung für Heavy Duty Herringbone, einem Melkstandtyp von DeLaval, der ursprünglich von Germania entwickelt wurde. Ist ein besonders robuster Fischgrätenmelkstand aus Edelstahl für den Betrieb rund um die Uhr. Einen solchen hat die Agrargenossenschaft Zarnekow; Post vom 22.08.2016.
- Trocken-TMR. Bezieht sich auf die Kälber-Trocken-TMR, eines meiner Lieblingsthemen. Posts vom 13.03.2016, 14.04.2016, 01.08.2016, 10.11.2017, 30.06.2019.
- Neulewin Kühe. Weitergeleitet wurde da zu den Posts vom 24.02.2015 und 25.02.2015, als ich bei der Agrarproduktion Oderbruch in Neulewin war, wo die Tierarztpraxis Stumpe und Idexx einen Workshop zur Trächtigkeitsuntersuchung über das Blut veranstalteten.
- Röhrenfetotom Thygesen. Gleich vier mal! Da wollte jemand unbedingt was darüber wissen und kam immer wieder bei dem Post (siehe 26.08.2019) raus, wo ich im Kälberstall ein altes Fetotom gefunden hatte.
- Braunvieh einkreuzen. Den Suchbegriff gab es auch schon öfter und ich habe auch mal was dazu geschrieben; siehe Post vom 16.12.2019.
Benjamin
Dabei waren in den Statistiken wieder einige interessante weitergeleitete Suchbegriffe, die ich eindeutig Posts zuordnen konnte:
- Güllebad - Welchen Hintergedanken auch immer der Suchende dabei hatte... Raus kam dann zumindest der Post wie ich ein Kalb aus dem Gülleabwurfschacht in Garlin gerettet habe. Siehe Post vom 25.11.2016.
- Milchautomat C. Schmidt. Wenn man nach Christians Milchtankstelle sucht kommt man ab und zu auch zum Kublog. Siehe Post vom 09.09.2017. Jetzt hat er einen Nachfrageanstieg wie allgemein bei Trinkmilch, aber im Gegensatz zu Molkereien und Supermärkten konnte er schnell darauf reagieren.
- Wieviel frisst eine Kuh. Ein Klassiker bei den Suchanfragen, in verschiedenen Formulierungen. Dazu habe ich schon mehrere Posts geschrieben: 10.12.2015, 08.09.2019, 30.01.2020, 03.02.2020.
- DeLaval HDHB. Abkürzung für Heavy Duty Herringbone, einem Melkstandtyp von DeLaval, der ursprünglich von Germania entwickelt wurde. Ist ein besonders robuster Fischgrätenmelkstand aus Edelstahl für den Betrieb rund um die Uhr. Einen solchen hat die Agrargenossenschaft Zarnekow; Post vom 22.08.2016.
- Trocken-TMR. Bezieht sich auf die Kälber-Trocken-TMR, eines meiner Lieblingsthemen. Posts vom 13.03.2016, 14.04.2016, 01.08.2016, 10.11.2017, 30.06.2019.
- Neulewin Kühe. Weitergeleitet wurde da zu den Posts vom 24.02.2015 und 25.02.2015, als ich bei der Agrarproduktion Oderbruch in Neulewin war, wo die Tierarztpraxis Stumpe und Idexx einen Workshop zur Trächtigkeitsuntersuchung über das Blut veranstalteten.
- Röhrenfetotom Thygesen. Gleich vier mal! Da wollte jemand unbedingt was darüber wissen und kam immer wieder bei dem Post (siehe 26.08.2019) raus, wo ich im Kälberstall ein altes Fetotom gefunden hatte.
- Braunvieh einkreuzen. Den Suchbegriff gab es auch schon öfter und ich habe auch mal was dazu geschrieben; siehe Post vom 16.12.2019.
Benjamin
Dienstag, 28. April 2020
Rapsblüte 2020
Wie jedes Jahr gibt es im Kuhblog ein Foto von der Rapsblüte. Dieses Jahr hat der Rapsanbau weiter abgenommen, durch die Dürre im Sommer waren die Aussaatbedingungen schlecht und die Verbote im Pflanzenschutz hatten die Vorzüglichkeit schon in den letzten Jahren stark geschmälert.
Das Foto ist vom letzten Freitag, den 24.04.
Der Vergleich zu den letzten Jahren, wann ich anhand der Fotos ähnliche Entwicklungsstadien als erreicht schätze:
2014: 22. April (siehe Posts vom 09.04.2014 und 25.04.2014)
2015: 8. Mai (siehe Posts vom 29.04.2015 und 08.05.2015)
2016: 4. Mai (siehe Post vom 05.05.2016)
2017: 30. April (siehe Post vom 13.04.2017)
2018: 7. Mai (siehe Post vom 09.05.2018)
2019: 21. April (siehe Post vom 15.04.2019)
Benjamin
Das Foto ist vom letzten Freitag, den 24.04.
Der Vergleich zu den letzten Jahren, wann ich anhand der Fotos ähnliche Entwicklungsstadien als erreicht schätze:
2014: 22. April (siehe Posts vom 09.04.2014 und 25.04.2014)
2015: 8. Mai (siehe Posts vom 29.04.2015 und 08.05.2015)
2016: 4. Mai (siehe Post vom 05.05.2016)
2017: 30. April (siehe Post vom 13.04.2017)
2018: 7. Mai (siehe Post vom 09.05.2018)
2019: 21. April (siehe Post vom 15.04.2019)
Benjamin
Sonntag, 26. April 2020
Agrarkarrieretag 2021
Da mache ich hier im Kuhblog schon Werbung für den Agrarkarrieretag 2021 der TH Bingen.
In der aktuelle Situation kriegt man nicht so viel mit hier in der brandenburger Provinz, die Landwirtschaft ist nicht downlocked und so geht es im Alltag den normalen Gang.
Aber außenrum merke ich es schon, das was ich gerne als "draußen rumziehen" bezeichne und im Kuhblog auch drüber berichte; die Veranstaltungen und meine Exkursionen. Da ist seit nun sechs Wochen gar nichts mehr und bisschen langweilig ist es schon.
Am Freitag wäre der Agrarkarrieretag der Technischen Hochschule Bingen gewesen, der aber auch Ende März schon abgesagt wurde.
Der Agrarkarrieretag soll den Studenten Berufsmöglichkeiten im Agrarbereich aufzeigen. Dort war ich noch nie gewesen, erstmals fand der glaube 2014 statt, also nach meiner Studienzeit.
Dieses Jahr kam auch eine Ankündigung an die Ehemaligen ob mancher nicht einen Vortrag über seinen beruflichen Werdegang halten will und danach noch ein gemütliches Zusammensein. Die Hälfte der Vorträge waren für Organisationen und Verbände vorgesehen und die anderen Hälfte für Absolventen. Da von meinen Kollegen auch viele in die vorgelagerte Industrie gegangen sind, dachte ich mir, da bin ich schon fast ein Exot und könnte super Werbung für die praktische Landwirtschaft, die Milchviehhaltung und die neuen Bundesländer machen. Ein zehnminütiger Vortrag ist nicht lange, zwei Stunden kann ich auch drüber reden und ich hatte den im Kopf schon fertig ausgearbeitet.
Mit drei Monaten Vorlaufzeit war es auch schon organisiert, dass ich für zweinhalb Tage runter in die alte Heimat fahre und am nächsten Morgen noch zum üblichen Melken auf meinem Stammbetrieb Hofgut Neumühle bin...
Habe mich sehr darauf gefreut und tja, dann im nächsten Jahr.
Benjamin
In der aktuelle Situation kriegt man nicht so viel mit hier in der brandenburger Provinz, die Landwirtschaft ist nicht downlocked und so geht es im Alltag den normalen Gang.
Aber außenrum merke ich es schon, das was ich gerne als "draußen rumziehen" bezeichne und im Kuhblog auch drüber berichte; die Veranstaltungen und meine Exkursionen. Da ist seit nun sechs Wochen gar nichts mehr und bisschen langweilig ist es schon.
Am Freitag wäre der Agrarkarrieretag der Technischen Hochschule Bingen gewesen, der aber auch Ende März schon abgesagt wurde.
Der Agrarkarrieretag soll den Studenten Berufsmöglichkeiten im Agrarbereich aufzeigen. Dort war ich noch nie gewesen, erstmals fand der glaube 2014 statt, also nach meiner Studienzeit.
Dieses Jahr kam auch eine Ankündigung an die Ehemaligen ob mancher nicht einen Vortrag über seinen beruflichen Werdegang halten will und danach noch ein gemütliches Zusammensein. Die Hälfte der Vorträge waren für Organisationen und Verbände vorgesehen und die anderen Hälfte für Absolventen. Da von meinen Kollegen auch viele in die vorgelagerte Industrie gegangen sind, dachte ich mir, da bin ich schon fast ein Exot und könnte super Werbung für die praktische Landwirtschaft, die Milchviehhaltung und die neuen Bundesländer machen. Ein zehnminütiger Vortrag ist nicht lange, zwei Stunden kann ich auch drüber reden und ich hatte den im Kopf schon fertig ausgearbeitet.
Mit drei Monaten Vorlaufzeit war es auch schon organisiert, dass ich für zweinhalb Tage runter in die alte Heimat fahre und am nächsten Morgen noch zum üblichen Melken auf meinem Stammbetrieb Hofgut Neumühle bin...
Habe mich sehr darauf gefreut und tja, dann im nächsten Jahr.
Benjamin
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