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Montag, 13. September 2021

Mikeschs Geburtstag

Mikesch wurde gestern zwei Jahre alt. Ob er wirklich am 12. Geburtstag hat weiß ich nicht, meiner Erinnerung nach wurde er Mitte September geboren.
Das ist schon ein krasser Unterschied zu unseren Kälbern, da wird es meistens auf fünf Minuten genau dokumentiert. Einzige Ausnahme dabei sind die unbeobachteten Nachtkalbungen.
 
In den zwei Jahren hat sich Mikesch prächtig entwickelt. Seine drei Wurfgeschwister wurden abgegeben und er blieb damals zurück weil er ziemlich verschnupft war und auch etwas zurück geblieben. Das hatte sich aber nach einem halben Jahr rausgewachsen.
Nachdem seine Geschwister weg waren verließ in seine Mutter und er wurde vom Chefkater im Kälberstall adoptiert. Von ihm übernahm er die Fixierung auf den Mensch, sodass man ihn auch streicheln und auf den Arm nehmen kann.
So kann man ihn auf der Kälberwaage wiegen, was ich schon seit längerer Zeit nicht mehr gemacht habe, er liegt als bei so 4,5 kg.
 
Sein weißes Fell kriegt er schön sauber gehalten:
 
Benjamin
 

 

Mittwoch, 24. März 2021

Fotos von Mikesch

Bevor es im nächsten Post wieder richtigen Kuhbezug gibt noch mal über das Leben im Stall statt Leben mit Kuh.
 
Von privater Tierhaltung halte ich für mich persönlich nicht so viel. Rinder geht schon mal gar nicht, weil da gibts für mich nur Holsteins und für ordentliches Arbeiten damit ist man ganz schnell in Größenordnungen von über 10.000 Stunden Aufwand im Jahr. Also hauptberuflich wie ich es auch mache.
Bei Katzen habe ich die Haltung von Stallkatzen als passende Lösung gefunden. Klar hauptsächlich zur Schadnagerbekämpfung, aber für mich hat das den Vorteil einer recht unverbindlichen Sache: Jeder ist für sich selbst verantwortlich und man begegnet sich ab und zu oder auch mal öfters. Wenn man dabei eine anhängliche Katze hat ist es natürlich besonders schön.
 
Mikesch hat sich schnell zu meinem Lieblingskater hochgearbeitet, weil schon geradezu aufdringlich. Er ist jetzt anderthalb Jahre alt und nachdem er zunächst fast nur im Kälberstall war streift er mittlerweile über die halbe Anlage. Man kann ihn rufen und er läuft auch mit einem mit. Und auf der Kälberwaage kann man ihn wiegen, entweder alleine oder man nimmt ihn auf den Arm. Der letzte Wert im Februar waren glaube ich 4,6 kg.
 
Fotografieren ist recht schwer, weil er eigentlich nie still hält:



















Und ganz dynamisch, da setzte er an um mir auf die Schulter zu springen:

Benjamin




Montag, 18. Mai 2020

Crew IV/2020

Zum Lebensgefühl mit Kuh gehören Katzen im Stall dazu, auch wenn ich manchmal dem Gedanken der "katzenfreien Anlage" nachhänge. Weil die schon mal ins Futter machen und sich nicht immer mit dem Einsatz von Rattengift vertragen, wobei mir aus eigener Erfahrung keine solcher Kollateralschäden bekannt sind. 

Momentan sind in der Abkalbebucht wieder kleine Katzen. Seit der Geschichte mit Mikla (siehe Post vom 24.04.2014) - mehr als sechs Jahre ist das mittlerweile her - bin ich da vorsichtig, dass keine Kuh versehentlich drauftritt.
Aber das Nest ist an der Wand und zudem von einem Pfeiler geschützt, sodass die Kühe durch ihren "Überhang" automatisch den Sicherheitsabstand einhalten. Und beim Ausmisten ist die Mutterkatze auch enstpannt geblieben.
Sie als 2020er Jahrgang der Schadnagerbekämpfungsbrigade zu bezeichnen wäre etwas ungenau und daher nach Marineart als Crew IV/2020:




















Benjamin

Sonntag, 29. März 2020

1. Weg für Mikesch

Heute geht es im Kuhblog mal wieder um das Drumherum und zwar über Katzen und Schweine.

Mikesch ist ein kleiner Kater aus dem Kälberstall und hatte am Mittwoch das Pech unserem Tierarzt über den Weg zu laufen und nun ist er kein richtiger Kater mehr.
Das war aber schon länger geplant. Seine drei Wurfgeschwister wurden abgegeben und haben eine außerlandwirtschaftliche Zukunft gefunden. Er blieb zurück und da er sehr anhänglich wurde und keinerlei Anstalten machte ins Dorf abzuwandern sollte er kastriert werden. Zum Fruchtbarkeitsmanagement gehört es auch dazu die Vermehrung der Katzen im Griff zu haben.

Die Operation wurde vor Ort gemacht, weil bei einem Kater wäre das nicht so kompliziert. Daher mein Vergleich mit einem Ferkel.
Jetzt geht es im Kuhblog mal über Schweine, schließlich ist die Schweineproduktion nach der Milchproduktion der wichtigste Bereich der deutschen Landwirtschaft.
Männliche Ferkel werden kastriert, weil geschlechtsreife Eber Hormone ins Fleisch einlagern was dann zum Ebergeruch führen kann.
Ich habe noch das Ferkelkastrieren ohne Betäubung gelernt, aber im Studium ging es dann schon um die Kastration mit Betäubung, so alt ist das Thema bereits. Ab 1. Januar wird die betäubungslose Kastration nicht mehr erlaubt sein.

Fünf "Wege" gibt es dafür, wobei die bis auf die letzten beiden nicht eindeutig durchnummeriert zu sein scheinen:
1. Weg. Kastration unter Vollnarkose. Entweder als Injektionsnarkose per Spritze oder Inhalationsnarkose mit den Gas Isofluran. Das ist die teuerste Variante und hat die höchsten Verluste zu Folge von Ferkeln die nicht mehr aufwachen. Zudem kann das Gas gesundheitsschädllich sein.
2. Weg. Immunokastration. Die Eber bekommen einige Wochen vor der Schlachtung einen Impfstoff durch den das Immunsystem angeregt wird die Sexualhormone auszuschalten, damit werden sie vom Hormonstatus wie kastrierte Eber. Die Schlachtunternehmen wollen solche Schweine aber nicht.
3. Weg. Ebermast. Die Eber werden nicht kastriert und vor dem Erreichen der Geschlechtsreife mit rund 85 g geschlachtet. Sie passen aber nicht in das System des 120kg-Standardschweins auf das alles abgestimmt ist (bis hin zu den Fleischkisten) und die Schlachtunternehmen wollen sie auch nicht so recht.
4. Weg. Kastration unter Lokalanästhesie. Diese Methode ist in Schweden seit vielen Jahren bewährt. Mit diesem Weg sind eigentlich alle zufrieden, bloß nicht die Politik und die Lobbyisten der Tier"schutz"organisationen.
5. Weg. Eher ironisch gemeint für die Einstellung der Ferkelproduktion, was die am häufigsten gewählte Variante als Alternative zu den ersten dreien sein wird.

Zwei Tage lang war er beleidigt, jetzt ist alles aber wieder in Ordnung:

Benjamin 


Sonntag, 23. Februar 2020

Nachruf auf Kyra

Sie war wirklich ein großer Kuh-Fan auf ihre ganz eigene Art.

Stallkatzen kommen und gehen, das ist ein ständiger Wechsel; über wie viele Katzen ich schon hier im Kuhblog berichtet habe. Es sind meist halbwilde Katzen mit einer Bandbreite von recht scheu bis zur sehr anhänglich.
Kyra war aber eine richtige Hauskatze meiner Eltern und doch eine Bauernhofkatze. Sie stammte vom Hof meines Großcousins, der als letzter in der Familie Milchkühe hielt bevor ich wieder damit anfing. Bei Kyras Geburt waren es aber glaube nur noch Mastbullen. Sie sei auf dem Misthaufen aufgewachsen sagten wir darüber.

Wenn ich in den letzten Jahren auf Besuch bei meinen Eltern und dann Sonntagsmorgens zum Melken auf meinem Stammbetrieb Hofgut Neumühle war beanspruchte sie danach meinen Overall. Der Kuhduft-Overall; kaum war man im Hausflur kam sie her und zerrte teilweise schon den Overall aus der Tasche. Erst um sich darauf zu wälzen und dann für viele Stunden darauf zu schlafen, dass keine andere Katze ihn besetzen kann. Irgendwann ist dann der ganze Kuhduft verbraucht.

Am 5. April also dann gleich in die Waschmaschine...

Benjamin