Posts mit dem Label Jubiläum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jubiläum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 28. April 2023

15-jähriges Melkerjubiläum

Heute ist mein 15-jähriges Melkerjubiläum bzw. Milchkuh-Jubiläum. 
Vor fünf Jahren habe ich schon mal darüber einen Post geschrieben zu meinem damals 10-jährigen Melkerjubiläum (siehe Post vom 28.04.2018).
 
Bei meinem Vorpraktikum zum Studium war ich auf dem Hofgut Neumühler zuerst 4 Wochen in der Rinderhaltung (Aufzucht, Mast, Mutterkühe), dann 6 Wochen Milchvieh und zum Schluss 3 Wochen Schweinehaltung. Am 9. Juni feiere ich aber nicht mein Schweinejubiläum, da ich damit nur die Erkenntnis verbinde dass Schweine nichts für mich sind.
An die genauen Arbeitszeiten kann ich mich nicht erinnern, nur dass es um 4:30 Uhr anfing und in geteilter Schicht gearbeitet wurde wie es in kleinen Herden üblich ist (damals 85 Kühe).
Morgens habe ich dem Lehrling bei Einstreuen der Färsenboxen und des Winterstalls der Trockensteher geholfen. Winterstall deshalb, weil die dann nach dem Weideauftrieb der tragenden Färsen in deren Abteil mit Auslaufweide gewechselt sind.
Da stand ich mit der Gabel zwischen den Trockenstehern und es wurde mir bewusst dass ich endlich bei den Milchkühen bin, worauf ich damals schon mehr als 10 Jahre hingearbeitet hatte. 
 
Nachmittags war ich dann beim Melken und lernte die Grundlagen. Der damalige Melkstand im alten Neumühler Kuhstall waren auf der rechten Seite fünf Fischgrätenplätze und links 3 Plätze Auto-Tandem. Wie der Melkstand gebaut wurde die in Rheinland-Pfalz üblichen Melkstandtypen. Hersteller war Westfalia-Separator, die Ausstattung vom technischen Stand um 1990: Tiererkennung, Milchmengernmessgeräte, Stimulation, Nachmelkautomatik, Melkzeug-Haltearme und automatische Abnahme.
Auto-Tandem war richtig schön zum Melken lernen: Gute Sicht und Zugänglichkeit zur Kuh und weniger Zeitdruck, weil nicht die ganze Seite auf einmal kommt. Der Nachteil sind die langen Wege, weil die Kühe hintereinander stehen. Von der Baulänge braucht ein Platz ohne auf den cm genau zu rechnen ungefähr doppelt so viel wie Fischgräte, das Dreifache von steiler Fischgräte und das Vierfache von Side-by-Side. Aus diesem Grund sind sie heute auch unüblich.
Den Melkstand gibt es schon lange nicht mehr, mit dem Bezug des neuen Neumühler Kuhstalls (in dem die ganzen Fotos im Kuhblog entstanden sind) im August 2009 wurde der alte Kuhstall zum Schafstall umgebaut.

Wie viele Kühe und kg Milch in den letzten 15 Jahren gemolken habe kann ich weder sagen noch schätzen. Übermäßig viel dürften es nicht sein, bin ich doch nur Vertretungsmelker

Auf welchen Melkstandstypen ich seitdem gemolken habe:
Zu den verschiedenen Typen siehe auch Post vom 01.06.2022.
- Auto-Tandem
. Fischgrätenmelkstand
- Eimermelkanlage
- steile Fischgräte
- Fischgrätenmelkstand mit Schnellaustrieb
- Side-by-Side-Melkstand
- Rohrmelkanlage
- mobile Melkmaschine
- Innenmelkerkarussell
- Außenmelkerkraussell

Foto beim Melken am 30. Mai 2008 auf dem Auto-Tandem.

Benjamin 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1414

Samstag, 1. April 2023

15-jähriges Rinderjubiläum

Der Kuhblog ist zurück! 
Der heutige Tag mit meinem 15-jährigen Rinderjubläum ist der passende Anlass. Die Gründe warum ich den Kuhblog letztes Jahr eingestellt habe sind teilweise noch gleich: Die (agrar)politische Lage hat sich noch einmal deutllich verschlechtert. Die Leserzahlen sind auf einem niedrigen Niveau stabil, da merkte man keinen Unterschied zum Jahr davor. Und Themen gibt es weiterhin auch noch.
Und jetzt kribbelt es mir in den Fingern nach über einem halben Jahr ohne Kuhblog und nur noch etwas Nacharbeiten zur Übersichtlichkeit. Zudem steht der Frühling vor der Tür.
Das regelmäßige Schreiben von Posts erachte ich weiterhin als wichtig, da will ich mir aber keinen Druck machen 2 - 3 Posts pro Woche zu bringen. Mit meiner Erfahrung der letzten knapp 10 Jahre gehe ich aber fest davon aus dass es keine langen Durststrecken geben wird.
Die Veröffentlichung habe ich auf 20:00 Uhr verschoben, die konstant 18:00 Uhr hatten sich zwar bewährt und sehe ich als gute Planbarkeit für meine Leser, aber war dann abends teilweise knapp.

Eigentlich hatte ich geplant für einen Relaunch des Kuhblogs das Design anzupassen. Aber irgendwie hat mir dann doch nix zugesagt und ich weiter auf Kontinuität gesetzt. Das Banner habe ich auch nicht verändert, das passt vom Format her einfach und ist bis heute das beste Foto in der Standard-Futtertisch-Perspektive das ich habe. Nur die Beschreibung im Titel habe ich abgeändert, die habe ich eigentlich schon seit ein paar Jahren im Hinterkopf. Moderne Landwirtschaft ist ein klares Statement; im Internet ist Landwirtschaft zu 95 % Pflanzenbau und davon wiederum 90 % Landmaschinen und für mich sind Landwirtschaft prinzipiell erst einmal Milchkühe. Professionelles Herdenmanagement weil ich mich als Herdenmanager der den ganzen Tag über kaum etwas anderes macht auf einem professionellem Niveau sehe und Leben mit Kuh für das Lebensgefühl allgemein.
 
Zum Rinderjubiläum: Ein Kuhjubiläum ist es nicht ganz, denn zunächst hatte ich nur am Rande mit Mutterkühen zu tun. Mein Beginn mit Milchkühen sehe ich daher später.
Am 1. April 2008, heute vor 15 Jahren, begann ich mein Vorpraktikum zum Studium bei der LVAV Hofgut Neumühle. Das waren 3 Monate lang ein Querschnitt durch große Teile der Tierhaltung: Rinder, Schweine und etwas Schafe. Geflügel nicht, das hat in Rheinland-Pfalz gar keine Bedeutung und wurde auf der Neumühle schon 1977 eingestellt.
Ich war zunächst für vier Wochen in der Lehrwerkstatt Rinderhaltung. Diese umfasste die Fütterungsversuche mit 40 männlichen Fleckvieh-Aufzuchtkälbern und 33 Fleckvieh-Mastbullen. Daneben von der Nachzucht der Milchviehherde rund 20 schwarzbunte Jungtiere von 3 bis 10 Monaten. Dann die Glanrind-Mutterkuhherde mit rund 20 Mutterkühen und ihren Kälbern, 5 Färsen aus dem Vorjahr, 2 Ochsen und 2 Deckbullen (Odin und Fadam). In der benachtbarten Lehrwerkstätte Schafhaltung hatte ich auch zu tun, da waren etwas über 200 Muttern der Rasse Merino-Landschaf die gerade in der Ablammsaison waren und später wurde ein Lämmerversuch gestartet mit Mastfutter mit Rapskuchen.

Meine Hauptarbeit war im Kälberaufzuchtversuch von der FH Bingen (vgl. Foto im Post vom 13.03.2016). Das waren zwei Gruppen zu je 20 Fleckvieh-Bullenkälbern, eine Versuchs- und eine Kontrollgruppe. Die Kontrollgruppe bekam Maissilage, Heu und Kälberkorn, die Versuchsgruppe die Kälber-Trocken-TMR mit Luzerneheu, Leinextraktionsschrot und ganzen Maiskörnern. Die genaue Zusammensetzung weiß ich nicht mehr aber die Ration im Post vom 30.06.2019 ist eine Weiterentwicklung davon und dürfte doch recht ähnlich sein. Am Tränkeautomat wurde MAT vertränkt, wie damals üblich sehr restriktiv mit 6 l pro Tag und die Aufgabe der Praktikanten war dafür zu sorgen dass alle Kälber auch dieses Anrecht voll saufen. 
Einmal pro Woche kam zum Kälberwiegen eine Studentin aus Bingen und aus meiner Erinnerung waren die Zunahmen schlecht: Wir haben uns total gefreut als ein Kalb in einer Woche 8 kg zugenommen hatte, im Schnitt waren es 5 kg. Damit werden bei uns heute die weiblichen Holstein-Kälber von der Zucht ausgeschlossen. Aber die ach so tollen Fleckvieh-Kälber können mit einer restriktiven Fütterung auch nicht richtig wachsen.
Täglich war bei allen Kälber Fieber zu messen, das war drigend nötig zur Gesundheitsüberwachung. Die Kälber waren um die 6 Wochen alt und waren anderthalb Wochen zuvor bei einer Kälberauktion in Baden-Württemberg gekauft worden. 40 Kälber aus 38 verschiedenen Betrieben, gesundheitsmäßig war das sehr herausfordernd um es mal vorsichtig auszudrücken. Aber dabei lernt man auch richtig viel.
An meinem ersten Tag wurde die Kälber-Trocken-TMR angemischt, dass der eigentliche Fütterungsversuch beginnen konnte. Verwendet wurde der Mischwagen vom Kuhstall (siehe Foto im Post vom 21.04.2022) und die TMR, als Trocken-TMR ja lagerfähig im Bergeraum eingelagert. Und ich lernte an dem Tag auch Hoflader-Fahren (Foto im Post vom 17.04.2022)

Benjamin
 

1405

Freitag, 1. April 2022

Stalljubiläum

Und schon wieder ein Kapitel der Geschichte "Wie schnell doch die Zeit vergeht": Heute hatte ich mein 14. Stalljubiläum. Kuhjubiläum ist es keines, denn ich habe mit Kälbern angefangen.

Am 1. April 2008 begann ich in meinem Stammbetrieb Hofgut Neumühle mit dem Vorpraktikum für das Agrarstudium. Das waren drei Monate lang ein Großteil der tierischen Erzeugung: Kälberaufzucht, Bullenmast, Mutterkuhhaltung, Schafhaltung, Milchkühe, Ferkelproduktion und Schweinemast. 

Angefangen habe ich damals beim im Kuhblog oft erwähnten Kälber-Fütterungsversuch zur Kälber-Trocken-TMR mit Luzerneheu. Das waren 40 Fleckvieh-Bullenkälber von 38 verschiedenen Betrieben aus Baden-Württemberg die auf einer Kälberauktion gekauft worden waren. Die Gesundheitssituation war für mich als Praktikant intensiv-lehrreich.

Es sind noch immer Kälber, die Farbe ist teilweise noch dieselbe, aber schon seit fast 12 Jahren ausschließlich Holsteins:

Benjamin 


Freitag, 26. Juni 2020

7 Jahre Kuhblog

Wie die Zeit vergeht! Heute wird der Kuhblog sieben Jahre alt.
Wie und wo ich den allerersten Post (siehe hier) des Kuhblogs geschrieben habe daran kann ich mich noch ganz genau erinnern. Es war an einem Mittwochmorgen und samstags dann ging es in den Nordosten.
Im Gegensatz dazu kann ich mich bei den allermeisten anderen Posts so gut wie gar nicht an das wie sondern an das wann erinnern. Und vor allem die Fotos. Das sind mittlerweile an die 1.900 Stück und oft ist der Gedanke "Da hattest Du doch schon mal ein Foto dazu". Die Treffergenauigkeit der Erinnerung ist meist auf den Monat genau.
Wie im ersten Post geschrieben war mein Bruder im Sommer 2012 für drei Monate auf einem Milchviehbetrieb in Ostontario gewesen. Da war vorher das Interesse des Umfelds an Berichten so groß, sodass er die Idee für den Blog hatte. Aus heutiger Sicht recht unscheinbar und rudimentär aber interessant alle paar Tage mitzulesen.
Als ich ein Jahr später nach Brandenburg ging war die Situation ähnlich, aus rheinhessischer Sicht war da der Unterschied zu Ontario nicht allzu groß...
Der Schwerpunkt hat sich über die Jahre aber hin zu den Kuhthemen verlagert, da habe ich zwischen den Agrarbloggern meine Nische gefunden.

Im nächsten Post gibt es mal wieder Statistiken, aber keine aktuellen sondern die bisher unveröffentlichten.

Benjamin