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Montag, 26. Januar 2026

Häufigkeit von Zwicken

Seit dem Post über Zwicken - siehe Post vom 12.05.2023 - wollte ich noch einen schreiben über die Häufigkeit.
Hintergrund dabei: Gefühlt sind die allermeisten Zwillingskälber Pärchen, also ein Zwicke dabei. Aber irgendwie kann das nicht stimmen, es gibt männliche und weibliche Spermien und wie die dann kombiniert werden. Normalerweise sind so 51 % männliche Kälber und 49 % weibliche. Demnach müssten von den Zwillingskalbungen 26 % zwei Bullenkälber, 50 % Pärchen und 24 % zwei Färsenkälber sein.
 
Bei meiner Auswertung kam aber raus:
15,6 % zwei Bullenkälber
50,6 % Pärchen
33,8 % zwei Färsenkälber
 
Erster Gedanke: Der Einsatz von gesextem Sperma. Das habe ich in meiner großen Abkalbeliste nicht erfasst, kam zudem nicht von Anfang an zum Einsatz und auch nicht in der Menge um den großen Anteil der Geburten mit zwei Färsenkälbern zu erklären. Außerdem müsste dann der Anteil von Pärchen weniger als 50 % betragen.
 
Woran das liegen könnte weiß ich nicht und habe da auch keine Idee dazu.
Bleibt zusammen zu fassen: Geburten mit zwei Färsenkälbern sind deutlich häufiger als solche mit zwei Bullenkälbern. 
Für statistische Aussagekraft bräuchte es aber die Auswertung von tausenden Zwillingsgeburten.
 
Was Nutzbares ist bei meiner Auswertung trotzdem abgefallen:
Zwillingskalbungen machten 4,1 % aller Kalbungen aus, d.h. 8,2 % der Kälber sind Zwillingskälber und 2,1 % der Kälber Zwicken.
Die durchschnittliche Tragezeit bei Zwillingsträchtigkeiten beträgt 272 Tage und damit 5 Tage weniger als bei Einlingen. Bisher hatte ich immer mit 7 Tagen gerechnet, z.B. für das Trockenstellen oder die Transitfütterung ("Transen").
Und das sind doch deutlich weniger als die zwei Wochen, die man so als Faustzahl landläufig liest/hört.  
 
Benjamin
 
 
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Mittwoch, 26. April 2023

Lebende Drillinge!

Tote Drillinge habe ich schon mal erlebt (siehe Post vom 06.06.2020). Aber gestern Mittag war dann Premiere für lebende Drillinge. 

47438 hätte heute Termin gehabt, kalbte aber schon gestern, also fast auf den Tag genau. Kamen im Halbstundenabstand zuerst ein Färsenkalb, dann ein Bullenkalb und dann noch mal ein Färsenkalb.

Das Besondere dabei: Die Kuh hatte schon mal Zwillinge. In ihrer bisherigen Laufbahn aus sieben Besamungen vier Kalbungen mit sieben Kälbern. Also quasi ein Besamungsindex von 1,0. 5 weibliche Kälber, davon 3 Zwicken (darüber muss ich auch mal einen Post schreiben) und zwei Bullenkälber, ein Zwilling und ein Drilling.
Wir haben einige Kühe die schon zweimal Zwillinge hatten und eine sogar dreimal.

Die Zwillingsträchtigkeit war bekannt, aber es kam dann noch ein drittes. Beim Ultraschall werden Zwillinge eher nebenbei gefunden und nicht explizit gesucht. Es geht um tragend oder nicht tragend, wobei nicht tragend schwerer zu diagnostizieren ist weil man die gesamte Gebärmutter absuchen muss ob wirklich leer. Tragend ist dann einfacher: Was gefunden das normal aussieht (nicht abgestorben o.ä.). Zwillinge sind dann beide auch gesehen. Und Drillinge hätte unser Tierarzt beim Ultraschall noch nie gesehen. Bei der TU2 (noch was für einen weiteren Post) vorm Trockenstellen wurde die Zwillingsträchtigkeit bestätigt  aber das dritte Kalb auch nicht gefunden.

Foto von den drei Kälbern, extra von oben in die Kälberboxen fotografiert, dass alle drauf sind. Links ist der Bulle (2 h alt), rechts hinten das jüngere Färsenkalb (1,5 h), vorne das ältere (2,5 h). Da sie so klein sind haben die aktuell noch eine gemeinsame Box. Und durften ihre Rotlichtlampe auch mehr als einen halben Tag behalten:

Benjamin


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Samstag, 6. Juni 2020

Tote Drillinge

Kein schöner Anlass, aber doch mit extremen Seltenheitswert, sodass ich einen Post darüber schreibe.
Heute habe ich meine erste Drillingsgeburt mitbekommen, alle drei Kälber - allesamt weibliche - wurden aber tot geboren.
Rinder sind in der Regel Einzelgeburten, Zwillinge kommen auch vor und sind gar nicht mal so selten. Ich habe mal in meinen Statistiken nachgeschaut und über die Jahre waren ungefähr 4 %, also jede 25. Kalbung eine Zwillingskalbung. Dabei vermehrt bei älteren Kühen: Bei Erstkalbenden unter 2 % und ab der 5. Kalbung um die 6 %.
Für Drillinge kann ich jetzt mangels Fällen keine Zahlen nennen, da es aber so viele Jahre gedauert hat schätze ich es auf eine von 5.000 bis 10.000 Kalbungen. Also 0,01 - 0,02 %.
Totgeburten sind bei Zwillingen schon häufiger, bei Drillingen fast schon üblich. Drillinge allesamt lebend über die ersten Wochen zu kriegen, das gibt dann eine Meldung in der Bauernzeitung und lebende Vierlinge deutschlandweit auch in den allgemeinen Medien, sowas kommt nur alle paar Jahre mal vor.
Bei uns waren sie aber alle drei tot.
Love stand zu ihrer 4. Kalbung an, mit 268 Tragetagen rund anderthalb Wochen vor dem eigentlichen Termin. Das erste Kalb lag schon falsch, nur der Kopf kam raus und die Vorderbeine waren nach hinten umgeschlagen. Meine Kollegin konnte es aber per Hand rausziehen. Weil das so klein war (nur 27 kg später gewogen) machte ich noch einen Kontrollgriff in die Gebärmutter, fühlte aber kein weiteres Kalb. Die müssen extrem tief drin gelegen haben. Nach drei Stunden kam das zweite Kalbe und musste rückwärts rausgezogen werden (Hinterendlage) und wiederum eine Stunde später dann noch das dritte (Steißlage).
Zusammen hatten sie 85 kg. 27, 30 und 28 kg. Vom Gewicht hätte ich spontan Drillinge leichter eingeschätzt; sie kommen damit an leichte Zwillinge heran.
Und gleich drei tote Kälber im Kadaverhaus liegen zu haben ist wirklich nicht schön...

Benjamin

Nachtrag:
Die Drillinge waren natürlich das Thema und da haben wir am Sonntag in der Frühstückspause mal recherchiert.
An lebende Vierlinge kann ich mich mal Ende der 1990er in Schleswig-Holstein erinnern, das war damals eine Rotbunte mit drei Färsen- und einem Bullenkalb. Aber es gab auch gerade vor zwei Wochen wieder welche in Baden-Württemberg: --> siehe hier
Die Pressesprecherin des Landesbauernverbands nennt da eine Wahrscheinlichkeit von einer von elf Millionen Kalbungen. In der Größenordnung hätte ich es auch eingeschätzt, zwischen 10 und 20 Millionen bei ca. 4 Millionen Kalbungen in Deutschland pro Jahr und alle paar Jahre mal.
Fünflinge gabe es mal 2011 auf der Agrofarm Lüssow, drei lebend und zwei tot: --> siehe hier
Und lebende Fünflinge 2013 in Baden-Würtemberg: --> siehe hier
Unser Tierarzt meinte, dass er noch nie lebende Drillinge hatte und ich darauf, dass das bestimmt so wahrscheinlich wie eine 10-Tonner-Kuh (10.000 kg Fett + Eiweiß Lebensleistung) ist. "Hier vielleicht, in Iden nicht." "Da ist das noch seltener als eine 200.000-Liter-Kuh." (vergleiche Post vom 05.09.2018)