Wieder ein Foto auf meinem Schreibtisch mit dem ausgebreiteten Inhalt des Überraschungspakets:
Wieder ein Foto auf meinem Schreibtisch mit dem ausgebreiteten Inhalt des Überraschungspakets:
Allen Lesern des Kuhblogs wünsche ich ein Gesundes Neues Jahr 2021! Und denen mit Kühen auch Gesundheit für diese, denn wenn die Kühe gesund sind kommt der ganze Rest von alleine.
Und wie jedes Jahr gibt es auch diesmal kein winterliches Foto, da bleibt mir nur der Verweis auf "Bullen im Schnee" - siehe Post vom 05.02.2015. Gut sechs Jahre ist das mittlerweile her, damals hatte ich dafür zwei Plus auf Google+ bekommen, gibt es schon nicht mehr...
Böllerverbot hin oder her, man sollte sich daran erinnern woher die Bräuche zum Jahresende herkommen, lange vor Schwarzpulver und der christlichen Vereinnahmung: Mit Lärm die bösen Geister des alten Jahres zu vertreiben.
Geschätztes Alter würde ich aus den 1960ern vermuten, wurde mit Carbid oder direkt mit Acetylen (Ethin, C2H2) betrieben, obwohl ein Anschluss für eine Propangasflasche wie bei den moderneren Modellen später drangebastelt wurde. Dieser Typ ist heute gängig (--> Link), Foto davon gibts im Post vom 19.09.2016.
Mein Großvater hatte damals noch eine eigene, in meiner Erinnerung fand das aber immer schon kooperativ statt, quasi eine "ZBE Starenabwehr Bergkloster Gundheim" die im Gemeindegebiet alle Geräte aufstellt und betreut.
Benjamin
Momentan bin ich auf Urlaub in der alten Heimat. Ein Besuchsprogramm gab es wieder keines, nicht Sonntagsmorgens auf die Neumühle zum Melken, nicht zu meinem Bruder an die TH Bingen um mir mal die neuen Liegeboxen live anzukucken (siehe auch Post vom 02.10.2020) und auch nicht zu Christian nach Lampertheim, wo er jetzt eine interessante Neuerung im Stall hat.
Aber einen Spaziergang durch die Felder und Weinberge habe ich gemacht, bei drei Grad und schönstem Sonnenschein. Die Feldwege waren sehr matschig, an Weihnachten hatte es ordentlich geregnet. Wobei mit nur um die 400 mm Jahresniederschlag 2020 da unten deutlich trockener war als 2018 und 2019.
Im Ackerbau gibt es hauptsächlich zwei Kulturen: Zuckerrüben und Winterweizen. Den Winterweizen sieht man auf dem Foto als die grünen Felder. Zuckerrüben sind von diesem Jahr schon alle abgefahren, auch wenn die Kampagne in Offstein momentan noch läuft. Die Äcker für nächstes Jahr liegen brach; Zwischenfrüchte habe ich gar keine gesehen, wie das dann mit dem Greening gemacht wird kann ich nicht sagen.
Am Horizont kann man ganz schwach erkennen, dass im Odenwald Schnee liegt, ungefähr 35 km entfernt:
Benjamin
Zur Kälberaufzucht gehört auch das Impfprogramm. Im Studium wurde ich da sehr geprägt, präventiv zu arbeiten statt später Krankheiten therapieren zu müssen. Also mit Impfungen das Immunsystem zu stärken.
Wie immer nenne ich hier aufgrund des Heilmittelwerbegesetzes (-> Link) keine Präparatenamen sondern "Fragen Sie Ihren Tierarzt!".
Wenn die Kälber in die Automatengruppe kommen beginnt das Impfprogramm gegen Rindergrippe und Kälberflechte.
Der Impfstoff für die Rindergrippe ist gegen die Erreger von Lungenentzündungen, die Viren Bovines Respiratorisches Synzytialvirus und Bovines Parainfluenzavirus und das Bakterium Mannheimia haemolytica.
Wie jedes Jahr gibt es im Kuhblog Weihnachtsgrüße an die Leser.
Und auch wie jedes Jahr gibt es keine weiße Weihnachten. In Brandenburg kann ich mich nicht daran erinnern. Wo ich jetzt einen Laptop mit Windows 10 (dazu mehr im nächsten Jahr) habe inklusive der Wetterapp in der eine Rekordschneehöhe für die Weihnachtstage von ganzen 5 mm (1999) steht bei einer durchschnittlichen Schneehöhe von 0,5 mm in den letzten 30 Jahren. Also im Durchschnitt leichter Nachtfrost mit etwas Puderzucker.
Im Gegensatz zu den letzten Jahren gibt es keine Schwarz-Weißen Weihnachten sondern Rot-Weiße mit Perle! Sie ist nun sechseinhalb Wochen alt und säuft am Tag um die 10 Liter:
Benjamin
Der dritte Vortrag beim Online-Seminar am letzten Donnerstag war von Dr. Fasching von der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt (HBLFA) Raumberg-Gumpenstein über Sensortechnik. Ihn hatte ich schon mal beim Praxisseminar vor drei Jahren gehört (siehe auch Post vom 30.03.2018).
Es ging um den Einsatz von Allflex SenseHub und Smaxtec bei Milchkühen. SenseHub ist die Weiterentwicklung von Heatime, nachdem Allflex vor zwei Jahren SCR übernommen hat. Smaxtec mit ihren Pansenboli wurde hauptsächlich in Raumberg-Gumpenstein entwickelt und später mit einer ausgegründeten Firma vermarktet.
Gestern wurde Perles Gruppe enthornt. Sie nicht, da sie ja hornlos ist. Aber da das zur Kälberaufzucht dazugehört gibt es einen Post darüber.
Benjamin
Gemäß dem Motto "Arbeitsscheinwerfer kann man nie genug haben!". Gute Ausleuchtung ist wichtig für produktives Arbeiten und die Arbeitssicherheit. Zudem ist der tote Winkel vor dem Milchtaxi auch nicht zu unterschätzen.
Dafür hat das Milchtaxi vorne eine eingebaute Beleuchtung. Die war jetzt aber kaputt und da das Ersatzteil ziemlich teuer ist hat unsere Werkstatt einfach einen Arbeitsscheinwerfer von der Stange angebaut. Deutlich günstiger und macht auch was her. Die Leistung ist auch nicht zu vergleichen: Damit wird der ganze Hof ausgeleuchtet. Als ich das zum ersten Mal gesehen habe fragte ich mich welcher Traktor da mit voller Beleuchtung über die Anlage fährt.
Benjamin
Um Hype (siehe auch Posts vom 09.08.2017 und 08.08.2016) war es in der letzten Zeit ruhig geworden. Er war weiterhin im Angebot der RinderAllianz.
Am Dienstag wurde vom VIT die Zuchtwertschätzung Dezember 2020 veröffentlicht. Intern glaube wird die Zuchtwertschätzung mittlerweile täglich berechnet; oder zumindest einmal in der Woche. Veröffentlicht werden sie aber nur dreimal im Jahr - jeweils Anfang April, August und Dezember, wonach dann die Zuchtorganisationen ihre Angebote ausrichten.
Am Donnerstag kam Perle an den Tränkeautomat. Schließlich war sie schon 18 Tage alt und ihr Tränkeverhalten stabil; am Mittwoch, ihrem letzten kompletten Tag in der Einzelbox waren es 12,5 Liter.
Zudem muss ja beim Rein-Raus-Verfahren auch gewartet werden bis genügend Kälber für eine Gruppe zusammen gekommen sind.
Auf dem Weg in die Gruppenbox ging es wieder über die Waage und da waren es diesmal 54,2 kg. Diese starke Zunahme ist wahrscheinlich eine Messungenauigkeit bei nur zwei Einzelwerten. Und die Uhrzeit hat auch nicht ganz überein gestimmt. Bei den Kuhwaagen beim konventionellen Melken werden die Kühe auch direkt nach dem Melken gewogen um sie immer zum gleichen Zeitpunkt in ihrem Tagesablauf zu haben.
In der Einzelhaltung kommt sie damit auf 611 g Tageszunahme.
Benjamin
Am Sonntag wurde Perle erstmals gewogen.
Zuerst habe ich sie mit dem Jungviehwiegeband gemessen. Dabei wird vom Brustumfang das zugehörige Gewicht abgeleitet. Haupteinsatzzweck sind Färsen um die Erstbesamung rum, ob die auch das nötige Gewicht schon haben. Für ein Kalb schätzte ich es als zu ungenau ein. Und so war es auch: 90 cm Brustumfang und 70 kg Gewicht. Viel zu viel.
Daher habe ich sie zur Waage gebracht. Am Strick geführt bzw. mehr geschoben. Halfterführig wäre doch mal was und bei Perles Bedeutung eigentlich eine Selbstverständlichkeit... Das letzte Kalb das ich halfterführig gemacht habe war damals Berta (siehe Post vom 11.07.2014).
Die Waage zeigte 49,4 kg an. Da bin ich erschrocken, das wären ja nur 3,2 kg mehr als das Geburtsgewicht. Wahrscheinlich wurde bei dem die 3 Liter Kolostrum mitgewogen bzw. nicht abgezogen. 6,2 kg Zunahme in 14 Tagen wären 443 g Tageszunahme. Zwar kein guter Wert aber realistisch.
Streicheleinheiten nach dem aufregenden Ausflug:
Benjamin
Was Aktuelles zum ökonomischen Zuchtwert RZ€. Mittlerweile kucke ich fast nur noch darauf, auch wenn man erst noch ein Gefühl für die Werte bekommen muss. All die Jahre mit den RZG, da hatte man immer die Glockenkurve der Verteilung vor dem Inneren Auge und die Tiere dann gleich eingeordnet.
Ihr Vater Perplex PP ist ein homozygot hornloser Bulle, sodass sie auch hornlos ist. Wahrscheinlich heterozygot. Zur Vererbung der Hornlosigkeit siehe im Post vom 13.09.2020. Sie muss dann nicht enthornt werden, die behornten Kälber ihrer Gruppe werden wahrscheinlich am 9. Dezember dran sein.
Keine Exkursionsberichte, keine Veranstaltungsberichte - da ich den Kuhblog nicht in den Lockdown schicken will habe ich nach anderen Themen gesucht.
Und mitten beim Schreiben kam mir die Idee eine Serie daraus zu machen über das dann geborene Kalb. In der Kälberaufzucht passiert in verhältnismäßig kurzer Zeit recht viel, für die Kuhblogleser ohne Kühe digital ein Kalb aufwachsen zu sehen und für die mit Kühen der Vergleich zur eigenen Verfahrensweise und Grundlage für Erfahrungsaustausch und Diskussion. Bisschen Leserbindung durch den Fortsetzungscharakter auch noch dazu.