Freitag, 23. April 2021
Inzucht - Teil 1
Samstag, 17. April 2021
Neuer RZG
Aktuelles Thema in der Rinderzucht ist die Einführung des neuen Gesamtzuchtwerts RZG (Relativzuchtwert gesamt). Der wurde vom Bundesverband Rind und Schwein (BRS) nach 13 Jahren überarbeitet, um vor allem den Entwicklungen und Möglichkeiten durch die genomische Zuchtwertschätzung Rechnung zu tragen. Seitdem waren nur kleine Änderungen vorgenommen worden wie 2015 die Neuanpassung der Bewertung von Fett- und Eiweißprozenten. Weil die Milchquote eine Fettquote war wurde das Milchfett extrem unterbewertet, da es mit den verbundenen hohen Quotenkosten in der Produktion viel teurer war als das Milcheiweiß. 2018 wurde der Relativzuchtwert Nutzungsdauer (RZN) auf ein neues Berechnungsmodell umgestellt.
Letztes Jahr wurde der RZ€ eingeführt (siehe auch Post vom 24.08.2020), damit wurde für mich der RZG eigentlich überflüssig, weil der RZ€ absolut ausreicht um gesunde und dadurch auch wirtschaftliche Kühe zu züchten. Aber in dem ist das Exterieur (RZE) nicht enthalten, weil unter 1% Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit (hier beim vit nachzulesen auf S.23 u. 24). Aber es gibt in der Züchterschaft einflussreiche Kreise die gedanklich im 19. Jahrhundert hängen geblieben sind wo es nur nach dem Aussehen der Kühe ging und die auch weiterhin den RZE im Gesamtzuchtwert haben wollen.
Dienstag, 13. April 2021
Virtuelle Stallbesichtigung
Samstag, 10. April 2021
Kirschblüte
Für mich gehört zum Frühling in Rheinhessen die Kirschblüte dazu. Meine Eltern haben vor ihrem Haus eine stattliche Japanische Zierkirsche stehen; knappe 60 Jahre ist die alt. Die Blüte ist im April und sehr eindrucksvoll und hat daher in Japan als Ursprungsland eine große kulturelle Bedeutung. Deshalb hatte ich auch Sakura danach benannt, weil als letztes der Wagyus aus Embryotransfer im April geboren (siehe auch Post vom 11.05.2017).
Wie bei allen Pflanzen hat das Wetter den größten Einfluss auf den Zeitpunkt der Blüte. Im südlichen Rheinhessen ist die Vollblüte meist zwischen 10. und 20. April. Mitte letzter Woche mit bis zu 25 Grad dachte ich schon, dass ich es bis Donnerstag fast noch mitbekommen könnte, weil glaube letztmals hatte ich das 2011. Bloß nach Ostern Nachtfrost und auch tagsüber für April sehr kalt und windig und da haben die Blüten eine Pause eingelegt. So sahen sie vorgestern aus:
Auch wenn es dieses Jahr nicht geklappt hat noch ein Archivfoto:
Benjamin
Donnerstag, 8. April 2021
Hausbau - Teil 2
Sonntag, 4. April 2021
Digitalisierung aktuell
Um die Digitalisierung in der Landwirtschaft wird ein großer Aufriss gemacht. Einmal als Betätigungsfeld für alle die nicht mit sondern an der Landwirtschaft ihr Geld verdienen und von der Politik als Allheilmittel für alle Probleme, die in Wirklichkeit auf die jahrzehntelange Fehlentwicklung "Weltrekordauflagen zu Weltmarktpreisen" zurückzuführen sind. Als Hindernisse werden die schlechte Mobilfunk- und Internetversorgung gesehen, kann man hier in der brandenburger Provinz tagtäglich nachvollziehen. Und Fr. Karliczek ist ja der Meinung, dass nicht jede Milchkanne 5G braucht, also wieder nur die Großstädte... Weiterhin die Missbrauchgefahr. Größte Bedenken dabei habe ich beim staatlichen Überwachungs- und Repressionsapparat, dass die begeistert die Daten abzweigen.
Abgesehen von dem großen Allgemeinen ist die Digitalisierung aber schon lange angekommen. Von Anfang an hatte ich mit digitalen Anwendungen zu tun. 2008 auf Hofgut Neumühle nicht direkt mit dem Herdenmanagementprogramm, damals sagte man eher noch Kuhplaner dazu, das dürfte schon Dairyplan C21 gewesen sein. Beim Kälberversuch (vgl. Post vom 13.03.2016) haben wir Praktikanten mit einer frühen Version des Förster Kalb Managers gearbeitet, wo die Hauptaufgabe war nachzuschauen ob alle 40 Kälber ihre 1,5 l-Portionen der sparsamen 6 l täglich zeitnah gesoffen haben. Später in Boberow dann mit Herde und mit Herde Mobil auf dem Handy immer alle Kuhdaten greifbar dabei zu haben im Stall. Mit Digistar zur Programmierung der Waage des Mischwagens und zum Auslesen der Mischprotokolle, dann Fernzugriff zwischen den einzelnen Büros hin und her sowie Internetanwendungen wie die HIT-Datenbank für Untersuchungsanträge oder Bestellen von Ersatzohrmarken (siehe Post vom 05.05.2020) oder das Netrind vom VIT. Auch wenn ich oft den Eindruck habe wir wären irgendwann im Papierzeitalter hängen geblieben so sind doch viele Arbeiten digitalisiert.
Wie ich jetzt in Urlaub in die Alte Heimat gefahren bin gab es einen Aha-Moment bezüglich dem Stand der Digitalisierung, im positiven Sinne. Seit paar Jahren gibt es im ICE WLAN. Schon praktisch, weil mobiles Internet bei der Fahrt durch die ganzen Funklöcher sehr instabil ist. Da ich während der Fahrt meistens schlafe, weil das der riesige Vorteil gegenüber dem Autofahren ist, habe ich das bisher nicht besonders viel genutzt. Aber jetzt mal um mit dem Laptop mal in die Verwaltung der Tränkeautoamten reinzuschauen. Da fährt man mit geschätzten 200 km/h durch die Landschaft und sieht nach, wieviel die Kälber zig 100 km weiter gesoffen haben - in Echtzeit:
Benjamin
Mittwoch, 31. März 2021
Abkalbebox - Teil 2
Als zweiter Teil über die Abkalbeboxen ein Beispiel aus der Praxis, das mir bisher am besten gefallen hat. Damals habe ich eine Skizze des Grundrisses gemalt.:
Am Futterband entlang liegt eine Vakuumleitung zum Kolostrummelken mit der Eimermelkmaschine und ganz komfortabel eine Wasserleitung die auf 40 Grad eingestellt ist. Da kann dann direkt in der Buchte mit einem kurzen Schlauchstück Kuhtrank angerührt werden. Oder die Kuh gedrencht, ohne Anstrengung quasi "vollaufen" lassen.
Ein Foto habe ich doch noch gefunden. Wie man sieht in einer 1930er Anlage, also eine Umbaulösung, z.B. ist die Buchtenbreite durch den Pfeilerabstand vorgegeben. Das ist am ersten Futterband, wo früher der Abkalbestall in Anbindung war und dahinter die Zimmer mit den Kälberboxen. Da ja bei uns Anbindehaltung seit Jahrzehnten out ist gibt es keine der Anlagen wo das noch original ist und die jeweiligen Umbaulösungen sind immer das Interessanteste wo der Rest des Stalls fast immer noch identisch.
Gruß an Martin!
Benjamin
Montag, 29. März 2021
Abkalbebox - Teil 1
Daher habe ich mir Gedanken gemacht, was ich empfehlen würde oder wovon abraten und welche Punkte zu beachten sind.
Klar sind Abkalbeboxen eine super Nutzungsmöglichkeit für bestehende Altgebäude, aber bei einer Umbaulösung sollte man nicht zu viele Kompromisse eingehen. Einwände wie "bei unseren paar Abkalbungen pro Woche lohnt sich das doch gar nicht" lasse ich da nicht gelten, denn eine gelungene Abkalbung ist der Grundstein für ein gut entwickeltes Kalb und ein guter Start für die Kuh in die Laktation. Als krasses Gegenbeispiel: Lohnt sich ein gut ausgestatteter Traktor eines "Premiumherstellers" für 400 bis 500 Betriebsstunden im Jahr? Wenn man sich die Traktor-Bundesliga mal ankuckt für die Meisten ganz klar...
Erstmal Sonderlösungen in Sachen Abkalbebox. Abkalbung im Boxenlaufstall, kenne ich Betriebe die das in großem Stil machen. Ein Vorteil ist, dass die Kuh nicht "mit dem Arsch zur Wand" liegen kann und das Kalb auf den Gang fällt. Nachteile sind Spaltenboden zwingend erforderlich, weil Schieber da viel zu gefährlich sind. Die Kuh kann sich nicht so gut ausstrecken, der enorme Aufwand das für Abkalbungen hygienisch genug zu halten und der
Platzbedarf, nicht mehr als so 50 % belegt.
Dann die Weidekalbung, wie es Jeff im Sommerhalbjahr macht (siehe Post vom 09.07.2019).
Vorteile sind der Platz, die Bewegungsfreiheit und die kalbende Kuh kann sich von der
Gruppe leichter absondern. Nachteile sind die Wettereinflüsse, der Bedarf an einer zusätzlichen Winterabkalbebox und für Geburtshilfe umständlichere Fixierung.

















