Nun zur zweiten und dritten Seite des Eutergesundheitsberichts.
Hier noch mal der Link zur Podcastfolge im Kuhverstand.
Die Zahlen noch mal im Einzelnen, mit dem 12-Monats-Durchschnitt und dem Vergleich zum oberen Viertel:
Benjamin
Nun zur zweiten und dritten Seite des Eutergesundheitsberichts.
Hier noch mal der Link zur Podcastfolge im Kuhverstand.
Die Zahlen noch mal im Einzelnen, mit dem 12-Monats-Durchschnitt und dem Vergleich zum oberen Viertel:
Benjamin
Letzte Woche hatte Christian vom Kuhverstand (-> Link) in seinem Podcast eine Folge über die „Mediankuh“ (-> gibt es hier zu hören). Da der Mittelwert bei der Herdenzellzahl wegen der Millionäre die das verzerren nicht so aussagekräftig ist hatte er die Idee stattdessen den Median zu verwenden. Ich schrieb ihm darauf eine Feedback-E-Mail und meinte recht provokant, dass das alles nicht viel taugt und der Eutergesundheitsbericht der Milchkontrolle viele brauchbare Kennzahlen hergibt.
Darüber haben wir diskutiert und nun eine „Crossoverfolge“ zwischen Kuhverstand-Podcast und Kuhblog zum Thema Eutergesundheitsbericht gemacht. Einmal zum Hören und einmal zum Lesen.
Hier im Kuhblog wird der erste Teil am späten Mittwochabend veröffentlicht; es gibt dann noch einen zweiten Post, weil das für einen zu umfangreich ist.
Benjamin
Im 31. Jahr der Deutschen Einheit und meinem 8. Jahr in Brandenburg ist das Ost-West für mich nur noch für lustige Anekdoten da.
Eine davon war jetzt das Ostpaket. Da habe ich meiner Familie einige Gläser Nudossi mitgebracht, weil das im Weste so gut wie nicht erhältlich ist. Weil das besser schmeckt als andere Nuss-Nougat-Cremes, was vom deutlich höheren Anteil an Haselnüssen kommt. Früher waren die Haselnüsse halt in Deutschland verfügbar während Kakao für Devisen importiert werden musste.
Benjamin
Vor gut einem halben Jahr hatte ich die Tränkekurve am Tränkeautomat angepasst. Kurz nachdem ich im Kuhblog darüber geschrieben hatte (siehe Post vom 26.03.2020). Mit den 747 kg Milch über die ganze Tränkeperiode war ich zufrieden. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass die Kälber nach dem Absetzen weniger gut weiterwachsen. Als Ursache vermutete ich das zu rasche Abtränken. Zwar war die Kurve eingestellt von 20 Liter am 58. Tag über 5 Wochen lang auf 2 Liter am 93. Tag abzutränken. Da die wenigsten Kälber aber die 20 Liter gesoffen haben waren es eher nur die letzten 2,5 Wochen von so 11 Liter an abwärts.
Daher habe ich die Kurve geändert, ab dem 51. Tag mit 14 Liter beginnend über 6 Wochen lang auf 2 Liter am 93. Tag. Da ist das eigentliche Abtränken dann tatsächlich 4 bis 5 Wochen lang und nicht so "steil". Da die Abtränkkurve früher und flacher einsetzt hatte ich erwartet, dass die Kälber insgesamt weniger Milch saufen, was sie durch eine parallel stärker ansteigend Futteraufnahme ausgleichen sollten.
Wenn ich beim Absetzen die Kälber vom Tränkeautomaten abmelde zeigt der einzeln die verbrauchte Menge Milchpulver an. Das rechne ich nebenher zusammen und habe für die letzten 163 Kälber jetzt die neue Aufnahmemenge: 750 statt 747 kg. Also gleich geblieben und die weniger Milch aus der Abtränkphase in die davor liegende ad-libitum-Phase verschoben, wo sie zudem für die metabolische Programmierung wertvoller sind.
Für die weitere Entwicklung nach dem Absetzen fehlt mir natürlich optisch der Vergleich und gewogen werden sie da nicht... Eine ordentliches Ergebnis habe ich da also nicht.
Bei der intensiven Tränke wachsen die Kälber stärker auseinander, aber zum Vorteil der gut Entwickelten!
Diese Woche ist wieder die Firma Findeisen Klauenpflege bei uns zur Bestandsklauenpflege. Da ist dann bisschen mehr los und entsprechend war es davor am Wochenende richtig ruhig, sodass ich die Zeit genutzt habe einige Ecken im Stall mal wieder sauber zu machen und auch in größerem Stil Schwänze zu scheren. Die Stammleser des Kuhblogs wissen, dass ich das gerne mache und ich würde es sogar als eine meiner Lieblingsbeschäftigungen bezeichnen, hat auch was Entspannendes dabei.
Lange habe ich die Schwänze mit einer Schafschere geschnitten und dann vor gut drei Jahren auf eine Akkuschermaschine umgestellt (siehe auch Posts vom 08.09.2017 und 07.01.2018).
Benjamin
Für mich habe ich gestern die Corona-Pandemie für beendet erklärt. Denn das Medikament, das ein halbes Jahr nicht lieferbar war, weil einer der Grundstoffe aus China nicht mehr kam, gibt es nun wieder. Das war die einzige Einschränkung in meinem Alltag gewesen.
Die positiven Folgen von Corona merkt man an den digitalen Möglichkeiten, die nun verstärkt genutzt werden.
So auch gestern Abend die gestreamte Pressekonferenz zur Gründung der PhöniXGroup. Im Vorfeld war schon groß angekündigt worden, alles recht nebulös über die Zukunft der Rinderzucht. Ich hatte gemutmaßt, dass ein gemeinsames Holstein-Zuchtprogramm für ganz Deutschland verkündet wird.
PhöniX ist der Zusammenschluss für das Zuchtprogramm und die Vermarktung der Zuchtverbände RinderAllianz (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt), Rinderproduktion Berlin-Brandenburg (Brandenburg), Qnetics (Hessen, Thüringen), Rinder-Union West (Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen) und Rinderunion Baden-Württemberg. Es wurde extra gesagt, dass sie in Zukunft auch offen für weiter Kooperationspartner seien.
Die Bullen gehören weiterhin den einzelnen Verbänden, werden aber ausschließlich unter dem Namen PhöniX im ganzen Gebiet angeboten. Neben Holsteins auch Fleckvieh, Braunvieh und Fleischrassen. Insgesamt dürften es rund 50 % aller Herdbuchkühe in Deutschland sein. Erwähnt wurde extra, dass es auch in Richtung Mastanpaarungen gehen soll; dabei auch die Kapazitäten des Testherdenporgramms ProFitPlus von RBB und RinderAllianz zu nutzen. In der aktuellen Blickpunkt Rind war zu dem Thema auch ein Artikel über den Geburtsverlauf von Masthybriden, wobei Holstein x Uckermärker am besten Abschnitt. Das ist also ganz am Puls der Zeit.
Des Weiteren die Zusammenarbeit mit dem IFN in Schönow und es soll eine eigene Biotechnologie-Station für Embryotransfer und Ovu-Pick-Up aufgebaut werden, die in Nückel gehört ja der Masterrind (siehe Posts vom 06.06.2019 und 11.06.2019). Und das neue Sexing-Labor der RBW in Bad Waldsee, dazu wurde nichts gesagt aber das dürfte ein gewichtiger Grund bei den Verhandlungen gewesen sein.
Der Geschäftsbetrieb startet dann zum 1. Januar.
Auf die Zukunft des Zuchtprogramms und was für neue Ideen in der Zucht jetzt umgesetzt werden bin ich gespannt.
Internetseite der PhönixGroup (noch recht überschaubar): www.phoenix-genetics.de
Benjamin
Jetzt kommt ein Post, der aus der unten stehenden Grafik entstand, die bei meinen Datenauswertungen zur verlängerten Laktation als Nebenprodukt abfiel. Mit etwas Rechnerei wurde da aber ziemlich viel daraus.
Vor paar Jahren habe ich mal überschlagen wie hoch denn der Zuchtfortschritt sein müsste, dass es sich lohnt die Remontierungsrate dafür zu erhöhen. Damals kam ich auf einen utopischen Zuchtfortschritt von 2.000 kg Jahresleistung pro Jahr. Den Rechenweg dafür weiß ich aber nicht mehr.
Der Hintergrund davon: Die Remontierungsrate ist der Anteil der Kühe die im letzten Jahr neu in die Herde gekommen sind, der Ersatz für abgegangene Kühe, egal ob freiwillig oder unfreiwillig aussortiert. Die Remontierungsrate liegt in Deutschland im Schnitt bei 32 - 33 %, also gut ein Drittel der Kühe pro Jahr. Schlechtere Betriebe kommen teilweise auf über 40 %, die besten auf unter 20 %.