Montag, 22. November 2021

Kraftfutter - Energie

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Neben dem Grundfutter gibt es das Kraftfutter, das sind die Futtermittel die in Form von Energie und Eiweiß zusätzliche Kraft für die Leistung - bei unseren Milchkühen die Milchleistung bringen.

Der große Unterschied zum Grundfutter ist der, dass Kraftfutter alleine ein Rind nicht ernähren kann da es zu wenig Rohfaser für die Pansentätigkeit enthält. Es kann bei ausreichender Rohfaserversorgung durch das Grundfutter zusätzliche Energie und Eiweiß liefern.

Wie beim Grundfutter auch wird beim Kraftfutter in energie- und proteinreich unterschieden. Energiereiche Kraftfuttermittel sind hauptsächlich verschiedene Getreidearten die Stärke als pansenverfügbare Kohlenhydrate liefern:
 
Geschrotet oder gequetscht aus den ganzen Körnern mit Mehlkörper, Schale und Keimen:
- Gerste
- Weizen
- Roggen
- Triticale
- Hafer

Mais ist wirklich vielseitig einsetzbar, neben der Hauptverwendung als Maissilage auch als
- geschroteter Körnermais
- Lieschkolbenschrot (LKS), die ganzen Maiskolben werden samt Spindel und den Lieschblättern außenrum gehäckselt und einsiliert
- Corn-Cob-Mix (CCM) bzw. Korn-Spindel-Gemisch; die ganzen Maiskolben, aber ohne die Lieschblätter werden zermahlen und einsiliert
CCM und vor allem LKS haben wegen den Spindel bzw. den Lieschblättern dann etwas mehr Rohfaser als purer Körnermais.

Beispiel: Gerste

Einordnung: Kraftfuttermittel, energiereich.

Trockensubstanz: 86 - 88 %.
Energie: 8,1 MJ NEL
Eiweiß: 12 %
Rohfaser: 6 %
Stärke: 60 %
Die Inhaltsstoffe sind auf die Trockenmasse bezogen, häufig wird es beim Kraftfutter auch auf die Frischmasse bezogen, denn der Wassergehalt ist recht gering und hat im lager- und handelsfähigen Zustand keine großen Schwankungen.

Benjamin

Freitag, 19. November 2021

Aktueller Input

Diese Woche habe ich an zwei Webinaren teilgenommen um mal wieder aktuellen Input zu bekommen. Man will schließlich weiter kommen und solange unsere Kühe nur so 70 % ihres genetisch veranlagten Leistungsvermögens ausschöpfen ist das auch nötig.

Einmal von ForFarmers zur Druckbelastung der Klauen; als Referent Prof. Mülling vom Veterinäranatomischen Institut der Universität Leipzig. Grundlagenforschung, aber sehr interessant. Eigentlich wird nur an den Hinterfüßen geforscht, da die vorderen Klauen der Kuh aufgrund der geringeren Gewichtsbelastung viel weniger Probleme machen. So z.B.  Hochgeschwindigkeitsröntgenaufnahmen was mit den Knochen und Sehnen im Fuß abläuft wenn die Kuh auftritt. Oder Zeitlupenaufnahmen vom Fuß beim Auftreten, das ist beim Rind ähnlich wie beim Menschen ein Abrollen: Zuerst der Ballen, dann die Sohle mit der Hauptbelastungsphase und zum Schluss vor dem Abheben nur noch die Spitze. Dabei ist die Außenklaue 40 Millisekunden vor der Innenklaue dran.
Die Außenklaue trägt zwischen 65 und 80 % des Gewichts, durch die funktionelle Klauenpflege wird es versucht Richtung 50 : 50 zu verschieben. Das ist auch das Problem der fehlenden Hohlkehlung, denn wenn die Innenseite der Außenklaue "zugewachsen" ist hebt sie quasi die Innenklaue hoch und die hat dann weniger Bodenkontakt.
Daneben wurde über Messungen des Kontaktflächendrucks an den Klauen berichtet, einmal mit Druckmessmatten und dann über ein neues System das auf den Klauenflächen mit einer Art Socke angebracht wird und bis zu vier Stunden messen kann während die Kuh ganz normal im Stall umherläuft und nicht in einem Versuchsaufbau.
Zusammenfassende Erkenntnisse: Gepflegte Klauen reduzieren über die vergrößerte Aufstandsfläche den Druck, Gummiböden haben gegenüber Betonböden aufgrund ihrer Nachgiebigkeit nur halb so höhe Drücke und mit der dynamischen Komponente der Bewegung ist bei Trab der Druck doppelt so hoch wie bei Schritt, was wichtig ist beim Treiben der Kühe. 
 
Und dann von der PhönixGroup zur verlängerten Zwischenkalbezeit. Referentin war Dr. Römer von der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern, mit den Auswertungen der ganzen Daten aus den Testherdenprogrammen die in die Deutschland führende Wissenschaftlerin auf dem Gebiet. Den ersten Teil des Vortrags hatte ich schon so ähnlich auf der Milchtour Anfang letzten Jahres gehört (siehe Post vom 18.02.2021). Im zweiten Teil ging es dann um aktuelle Forschungsvorhaben zum Thema. Mit dem deutschlandweiten Projekt VerLak wird die verlängerte Zwischenkalbezeit in Praxisbetrieben erforscht um auch Arbeitsweisen und Empfehlungen für die breite Masse zu entwickeln, quasi das was früher als Schrittmacherbetriebe bezeichnet wurde. Daneben soll ebenfalls selektives Trockenstellen umgesetzt werden um Antibiotikaeinsparungen zu ermöglichen. Ganz den Zusammenhang dazwischen sehe ich nicht und halte es vielmehr für eine Projekterweiterung zur Förderungsoptimierung. Siehe auch MUD-Tierschutz::Verlängerung der Laktationsperiode. Drei Betriebe aus Brandenburg nehmen am Projekt teil, darunter auch die Agrargenossenschaft Ranzig (vgl. Posts vom 28.02.2020 und 03.03.2020).
Ein Argument gegen die verlängerte Laktation ist die Verfettungsgefahr, wenn eine Kuh nicht rechzeitig tragend wird mit dem damit verbundenen Problemen rund um die nächste Kalbung (Ketose usw.). Daher wird die Wartezeit bis zur ersten Besamung nicht pauschal verlängert sonder für jede Kuh individuell bestimmt, sodass eine in der Frühlaktation eher leistungsschwache rechtzeitig besamt wird.
Die Berechung erfolgt mit dem TBS = tierindividueller Besamungsstart. Ist eine Kuh brünstig wird nachgerechnet, ob sie schon besamt oder doch noch gewartet werden soll.Es fließen die aktuellen Melktage ein und die Durchschnittsleistung der letzten Woche (7-Tage-Mittel), da dieses nicht so sehr schwankt wie einzelne Tageswerte.
TBS für Mehrkalbskühe:0,56 x Melktag + 5,8 x Milch-kg -149
TBS für Erstlaktierende Kühe (Jungkühe oder "Färsen"): 0,56 x Melktag + 5,8 x Milch-kg - 101
Ist der bechnete TBS kleiner als der aktuelle Melktag kann die Kuh besamt werden.
Auf die (ersten) Ergebnisse des Projekts bin ich schon gespannt, in der Milchviehhaltung dauert es ja immer mehrere Jahre.

Benjamin 

Dienstag, 16. November 2021

Saftfutter

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Saftfutter sind die Futtermittel die nicht so recht in die Einteilung Grundfutter und Kraftfutter passen. Meist haben sie eine höhere Energiekonzentration als Grundfutter und eine geringere Trockensubstanz als Kraftfutter. Von der geringen Trockensubstanz her auch der Name Saftfutter.

Hauptsächlich sind es Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung, die so über das Rind verwertet und in weitere Lebensmittel umgewandelt werden können. Da in vielen dieser Verarbeitungsprozessen die Kohlenhydrate gewonnen/benötigt werden ist das Saftfutter dann meist proteinreich.

- Rübenpressschnitzel aus der Zuckergewinnung
- Biertreber vom Bierbrauen
- Schlempe aus der Alkoholproduktion
- DDGS (Dried Distillers Grains with Solubles), Trockenschlempe; bei uns meist das Protigrain aus Weizen. In Idaho damals habe ich viel Mais-DDGS gesehen, in den USA als größten Körnermaisproduzent wird viel Ethanol aus Mais gewonnen.
- Kartoffelpülpe aus der Produktion von Kartoffelstärke.
- Zitrustrester aus der Orangensaftpressung

Außerdem zählen Futterrübe, Zuckerrübe und Kartoffel dazu.
 
Auf den Fotos ist Pressschnitzelsilage (im Fahrsilo silierte Pressschnitzel) zu sehen. Vom Silostock her sieht es von Weitem wie Maissilage aus, ist aber weißlich statt gelb-braun von der Farbe:

Benjamin






















Samstag, 13. November 2021

Taiga enthornt

Am Montag hatte nicht nur Perle Geburtstag sondern ihre Schwester Taiga wurde auch enthornt.
 
Die Hörner sind die Waffen der Rinder. Wir haben zwar die Wolfsproblematik und es wird noch Jahre und menschliche Opfer brauchen bis die gelöst ist aber unsere Milchkühe sind im Stall sicher und brauchen daher keine Waffen. Die Hörner sind damit ein vermeidbares Verletzungsrisiko für Tier und Mensch. Enthornung ist praktizierter Tier- und Arbeitsschutz!

Warum Perle hornlos ist und Taiga gehörnt:
Tantekäthe (Mutter): pp = gehörnt
Perplex PP (Perles Vater): PP = homozygot hornlos 
Gamboa (Taigas Vater): pp =gehörnt
-->
Perle: Pp = heterozygot hornlos 
Taiga: pp = gehörnt 
Zur Vererbung der Hornlosigkeit siehe im Post vom 13.09.2020

Ich trauere immer noch der Enthornung mit Kaliumhydroxid (KOH) als Ätzpaste nach. Das war so einfach und schonend, das wurde sogar den Kälber auf die Hornanlagen aufgetragen wenn sie am Tränkeautomat angelernt wurden und beim Saufen schön still hielten. Das musste aber im Rahmen vom Arlagarden-Qualitätsprogramm auf Ausbrennen umgestellt wurden und wurde später auch allgemein verboten. Kann mich noch dran erinnern, dass das der Auditor von Arla aus Dänemark nicht vernünftig begründen konnte und nur sagte: "Arla will Premium produzieren." und mein Chef antwortete: "32 Cent sind aber kein Premium!" (Siehe Post vom 30.04.2015)

Die Kälber enthorne ich immer Gruppenweise. Dass älteste Kalb darf nicht älter als 42 Tage sein, denn nur so lange darf es ohne Betäubung erfolgen. Die Sedierung ist keine Betäubung sondern nur eine Ruhigstellung wie ein sehr tiefer Schlaf, dass sie nicht so viel mitbekommen. Das jüngste Kalb der Gruppe ist meist dann um die drei Wochen alt und man kann die Hörner sicher fühlen.

Mit der Genotypisierung über KuhVision (siehe auch Post vom 04.10.2016) kenne ich den genetischen Hornstatus der Kälber und der hat bisher auch immer gestimmt. Verwechslungen von Kälbern werden über den Elternfinder als Abstammungstest vorher behoben.
Die hornlosen Kälber schreibe ich mir als auf den Handschuh. Mit unserem Tierarzt gehe ich dann durch die Gruppe, ich kontrolliere die Hornansätze und er spritzt dann den Gehörnten das Sedativum.
Wenn sich alle hingelegt haben und die Hornlosen dazwischen weiter laufen gebe ich ihnen reihum Schmerzmittel, schere die Hornansätze frei und veröde mit dem Enthorner ("Lötkolben", "Brennstab") die Hornanlagen. Auch wenn ich das mal so gelernt habe (im April 2008 bei den Kälbern vom Kälber-Trocken-TMR-Versuch, siehe Post vom 13.03.2016) lasse ich die Hornknospen dran, denn dass vergrößert nur unnötig die Wunde, stinkt zu sehr und dauert zu lange.
 
Taiga in der Aufwachphase, die sich über mehrere Stunden hinzieht. Das ist auch ein Nachteil gegenüber dem Kaliumhydroxid, dass die Tränkeaufnahme am Tag der Enthornung deutlich zurückgeht weil die Kälber so lange schlafen:

Benjamin 
 

 

Montag, 8. November 2021

Perles Geburtstag

Wie die Zeit vergeht! Heute wurde Perle schon ein Jahr alt.
Und wieder kann ich berichten, dass man ihren kompakten Typ mit einem Größen-Zuchtwert von 78 (siehe auch Post vom 11.01.2021) im Vergleich zu ihren Altersgenossinnen immer deutlicher sieht. Sie ist mittlerweile eine kleine Färse. Beim Gewicht kann ich es nicht genau sagen, weil sie lässt sich nicht freestyle den Brustumfang messen und ein Fressgitter gibt es in ihrer Buchte nicht.
Und was mir erst beim Bearbeiten des Fotos zu den ganzen aus ihren Kälbertagen so bewusst geworden ist: Sie ist jetzt eine "richtige" Rotbunte. Ihre Fellfarbe ist ein dunkles Rot wie bei den Rotbunten Doppelnutzung und nicht das klassische helle Rot der Red Holsteins.
 
Das Foto war eher ein Glückstreffer, denn sie war wie die anderen Färsen ihrer Gruppe ziemlich aufgemischt:
 
Benjamin 



Donnerstag, 4. November 2021

Stroh und Heu

 
Zum Grundfutter gehört auch Stroh und Heu. 
Die Definition ist landläufig nicht besonder beskannt, aber sehr einfach: Die gesamte Pflanze getrocknet ist Heu, die Pflanze ohne Samen ist Stroh. Als Beispiel las ich mal in einer Studie im Journal of Dairy Science von Haferheu als Futter und bei der Grasvermehrung bleibt nach dem Dreschen Grasstroh übrig.

Heu und Stroh sind die ältesten konservierten Futtermittel, da die Trocknung leichter zu beherrschen ist als die Silierung. Zudem ist Heu und Stroh besser handelbar, Silage allenfalls als Wickelballen, die dann wegen dem höheren Wassergehalt eine geringere Transportwürdigkeit haben und wegen der Folie anfälliger sind. So wird Luzerneheu in größerem Stil aus den USA in den arabischen Raum verschifft.

Es gibt zwei Einsatzzwecke: Einmal zur Versorgung mit Rohfaser und dann zur "Verdünnung", denn der Rohfasergehalt ist vergleichweise hoch und der Energie- und Proteingehalt niedriger. So kann in der Jungviehaufzucht das Wachstum über den Strohanteil gesteuert werden: Mehr Stroh ist weniger Energiegehalt und dazu weniger Futteraufnahme, denn die absolute Rohfaser (genauer die NDF, siehe hier) ist der limitierende Faktor für die Pansenkapazität, das Wachstum nimmt dann ab. 

Die Partikellänge ist sehr wichtig, denn alles über 2 cm Länge können die Rinder aussortieren. Das habe ich 2013 erlebt, als in die Kuhrationen Rapsstroh kam. War halt da. Bloß Rapsstroh ist auch mit der Strohmühle sehr schwer zu häckseln, sodass viele Partikel von 5 bis 10 cm Länge dabei waren. Der Futterrest bestand dann zum größten Teil aus diesen; schön sauber geleckt.

Üblich ist Wiesenheu vom Dauergrünland und beim Stroh die häufigen Getreidearten, Gerste wird aber bevorzugt genommen, da mit der höchste Nährwert im Vergleich und Gerste ist gegenüber Weizen doch ein gutes Stück krankheitsunanfälliger. Denn die ganzen Pilze die Weizen befallen können hinterlassen auch Pilzgifte und das muss man den Pansenmikroben nicht unbedingt antun.

Einordnung: Grundfuttermittel
 
Getreidestroh :
Trockensubstanz: > 85 %.
Energie: 3,5 MJ NEL
Eiweiß: 4 %;
Rohfaser: 40 - 45 %
keine Stärke und Zucker
 
Benjamin


Montag, 1. November 2021

Maissilage und GPS

 
Maissilage ist bei uns in Brandenburg mengenmäßig das wichtigste Kuhfutter. Auf den schwächeren Böden hier sind Roggen und Mais die häufigsten Kulturen. Und Mais kann man am besten als Maissilage für die Rinderfütterung verwenden.

Wichtig bei der Maissilage ist neben der Kornreife, bei der die gebildete Stärke in die Körner eingelagert wird der Aufschluss der Körner bei der Ernte, dem Cracken. Denn ganze Körner kann das Rind (mit Ausnahme vom Kälbern) nicht verdauen. Die Körner bleiben einfach zu kurz im Pansen und die Mikroben können die harte äußere Schicht nicht durchdringen. Die Körner gehen dann im Ganzen durch den Darm und kommen hinten wieder raus. "Goldwaschen" sagt man dann dazu, wenn in jedem Kuhfladen Maiskörner zu finden sind.
Die Stoppelhöhe hat einen Einfluss auf den Ertrag und den Energiegehalt, da mit längeren Stoppeln der Anteil der Stängel abnimmt und der Anteil der Kolben mit den energiereichen Körnern zunimmt.

Einordnung: Grundfuttermittel, energiereich.
 
Trockensubstanz: 30 - 35 %.
Energie: 6,3 - 7,2 MJ NEL
Eiweiß: < 9 %; alles darüber ist Luxuskonsum an Stickstoff den der Mais nicht richtig verwerten kann
Rohfaser: 17 - 23 %
Stärke: 30 - 40 %
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Maissilage ist zwar auch eine Ganzpflanzensilage (GPS) aus der gesamten Pflanze, wird aber in der Regel nicht zu den Ganzpflanzensilagen gezählt.
Ganzpflanzensilage ist meistens Getreide, das zur Teigreife, wenn die Körner schon gebildet sind aber noch nicht abgereift mit einem Feldfutterschneidwerk gemäht und gehäckselt. Dann ist die Trockensubstanz auch passend für die Silierung. Je nach Art und Sorte ist das häufig im Juni, wenn die Getreidebestände sich von grün Richtung hellgrün oder gelblich verfärben.
Für GPS wird Weizen, Roggen, Triticale, Gerste angebaut, manchmal auch im Gemenge mit Ackerbohnen oder Erbsen, vor allem um dann den Eiweißgehalt zu steigern.

Benjamin

Freitag, 29. Oktober 2021

Goldener Oktober

Ende Oktober ist das Wetter richtig schön herbstlich geworden. Nach ein paar Nächten mit Frost ist es diese Woche mild und sonnig:

Benjamin



Dienstag, 26. Oktober 2021

Besamerstammtisch 2021 - Teil 2

Nach der Vorstellung der Nachzuchten gab es den Vortragsteil, bei dem es immer um Themen zur Besamung geht.

Zuerst Hr. Dalle von der RBB zum Aktuellen aus dem Bullenangebot.
Freemax, vor zwei Jahren beim Besamerstammtisch der Star-Bulle, damals Nr. 3 weltweit wurde stark als Bullenvater eingesetzt und so sind mittlerweile seine Söhne schon im Besamungseinsatz. In der Top-50-liste nach Gesamtzuchtwert (RZG) sind sieben von ihnen vertreten, in der Top-100-Liste zehn.
Trends bei den Bullen sind weiterhin Hornlosigkeit, das sind in Brandenburg inzwischen 37 % der verkauften Spermas, in gesamt Deutschland 25 %. Dann wie die letzten Jahre auch schon zu kleineren Bullen hin, nicht nur solche die nicht mehr so extrem Größe vererben sonder zunehmend auch solche die unter dem Durchschnitt der Population liegen. Denn noch größere Kühe passen nicht in die Ställe und bei der aktuellen politischen Situation ist fraglich wie schnell es neue Ställe gibt... Und dann noch stärker gewinkelte Hinterbeine. Das Problem sehe ich seit gut zehn Jahren schon, dass die Hinterbein zunehmend steiler wurden was zu starken Belastungen der Klauenspitzen führt.
 
Zweiter Vortrag war von Dr. Beyer vom IFN in Schönow, der über den Versuch referierte den eine Doktorandin des IFN in Nordrhein-Westfalen durchgeführt hatte. Ob bei verzögertem Eisprung (Ovultaion) Firschsperma höhere Besamungserfolge bringt. Verzögerte Ovulation liegt vor wenn der Eisprung mehr als 24 h nach der äußerlich sichtbaren Brunst stattfindet. Das hat wieder mit dem Hormonabbau zu tun. Pro Liter Milch müssen 500 Liter Blut durchs Euter fließen, die alle auch durch die Leber fließen, die alles mögliche verstoffwechselt, inklusive der Sexualhormone. Wenn die Leber aus 25.000 Liter Blut am Tag einen Großteil der Hormone abbaut bleiben nicht mehr so viele für einen normal ablaufenden Zyklus übrig. 
In dem Versuch wurde das Sperma vom gleichen Absamen als aufgeteilt, Hälfte als Gefriersperma, Hälfte als Frischsperma. Die Versuchskühe für die beiden Varianten wurden zufällig ausgewählt anhand der Ohrmarkennummer. Also ein Versuchsdesign um unerwünschte Einflüsse auszuschließen.
24 h nach der Besamung wurde per Ultraschall geschaut ob der Eisprung schon stattgefunden hatte, wenn nicht war es eine verzögerte Ovulation. Und es wurde noch die Rückenfettdicke gemessen, um einen Einfluss der Körperkondition nachweisen zu können.
Als Ergebnisse kamen heraus, dass eine natürliche Brunst bessere Trächtigkeitsraten erzielt als hormonell induzierte ("anspritzen"), unabhängig ob von der verzögerten Ovulation, mit 10 - 13 mm Rückenfettdicke (= BCS 2,25 - 2,5) gab es die höchste Trächtigkeitsrate.
Und die eigentliche Fragestellung: Frischsperma bringt bei verzögerter Ovulation bessere Besamungserfolge. Die wahrscheinlichste Ursache: Die Spermien sind länger lebensfähig und noch aktiv wenn sich die Eizelle verspätet, das Gefriersperma ist da im Nachteil, weil sie beim Einfrieren mit Flüssigstickstoff bei -196°C "einen auf den Deckel bekommen haben".
 
Der  dritte Vortrag war von Dr. Bochardt von der FU Berlin über Neuigkeiten bei Brunsterkennungssystemen. 
Die modernen Systeme, die auf dem Markt verfügbar sind, würden über 90 % der Brunsten erkennen. Die FU arbeitet mit einigen Betrieben in Brandenburg zusammen um Daten für die Forschung zu sammeln.
So kam heraus, dass im Zeitraum zwischen 7 und 24 h nach dem Brunstalarm der Besamungserfolg am höchsten ist. Daher ist es nicht schlimm wenn nur einmal am Tag besamt wird, wie es bei den Tierzuchttechnikern von Zuchtverband üblich ist. Und das bestätigt die alte Morgens-Abends-Regel, die besagt wenn eine Kuh morgens brünstig gesehen wird soll sie abends besamt werden bzw. abends dann am nächsten Morgen.
Sowie noch Erkenntnisse zur Brunstintensität. Da gibt es große Unterschiede, manche sind die Stillbrünstigen ganz heimlich und andere sieht an dem Tag im Stall einfach jeder. Die Brunstintesität in den ersten 50 Tagen in Milch, ob kein, ein oder zweimal, zyklisch im 3-Wochen-Rhythmus und wie stark ist ein gutes Früherkennungssystem wie es nach dem Ablauf der freiwilligen Wartezeit dann mit der Fruchtbarkeit weitergehen wird.

Benjamin


Samstag, 23. Oktober 2021

Besamerstammtisch 2021 - Teil 1

Am Donnerstag war ich auf dem diesjährigen Besamerstammtisch der RBB in Groß Kreutz. Das war für mich die erste überregionale Veranstaltung seit mehr als anderthalb Jahren gewesen. Im September hatte die Testherdentagung stattgefunden während ich in meinem Weinleseurlaub gewesen war. Die ist normalerweise als im Mai oder Juni...
 
Der Teil auf der Besamungsstation in Schmergow mit der Vorführung aktueller Besamungsbullen musste wegen dem herrschenden Sturm aus Sicherheitsgründen ausfallen. Wobei sich die Bullen bei dem starken Wind bestimmt auch nicht aus dem Stall getraut hätten.

Die Coronaauflagen halt. Mit persönlicher Voranmeldung, Hinterlegung der Kontaktdaten und man bekam am Eingang ein Partybändchen:



























Es ging dann gleich in Groß Kreutz los. Die Vorstellung der Nachzuchten fand nicht im Ring in der Vermarktungshalle statt sondern im Stall nebenan, wo die Zuschauer dann auf dem Futtertisch standen.
Die Bullen haben zwar schon Töchter in Milch aber bis auf Saleno noch keinen Töchterzuchtwert, dafür muss eine bestimmte Anzahl drei Milchleistungsprüfungen absolviert haben, dass man dann einen ersten Zuchtwert berechnen kann. Bei der nächsten Zuchtwertschätzung im Dezember (dreimal jährlich: April, August, Dezember) bekommen dann die beiden anderen auch ihren Töchterzuchtwert.

Die zugehörigen Bullen kannte ich alle. Die sind bei uns auch durch die Besamung gegangen. Das allererste verfügbare Sperma geht in die Spitzenzucht des Zuchtprogramms, dann kommen der Testeinsatz in den Testherden dran. Dafür wurden die in den Zeiten vor der genomischen Zuchtwertschätzung etabliert, 2006 in Mecklenburg-Vorpommern und 2009 in Brandenburg: Schnell Töchter der Bullen zu bekommen um dann die Töchterinformationen für die Zuchtwertschätzung zu haben. Sowie eine umfangreicher Datenerfassung (-> RBBplus) Durch die Kooperation in der PhönixGroup hatten wir dieses Jahr auch zwei Spitzenbullen der RBW aus Baden-Württemberg bekommen, die jetzt die Kapazitäten Testherden mitzunutzen.
In Verbindung mit der Genotypisierung der Kühe waren die Testherden auch Ausgangspunkt für den "Mortellaro"-Zuchtwert DDcontrol und die Gesundheitszuchtwerte.

Töchter von Garido.
Von ihm wurden sehr viele Spermaportionen verkauft und er hat entsprechend viele Töchter, von denen jetzt immer mehr erstmals abkalben. In Brandenburg ist er von den neueren Bullen mit Töchtern aktuell der Beste mit einer Einsatzleistung von 32 kg. Das heißt, dass die Töchter in ihrer ersten Milchleistungsprüung, die irgendwo zwischen dem 5. und 40. Tag nach der Kalbung liegt im Durchschnitt 32 kg Milch gaben.
Wir haben 3 Garido-Töchter, sie sind so rund 3 Monate in Milch, Einsatzleistung war 28 kg, bei dreien kann das halt eine ziemlich nach unten ziehen.
 

 



















Töchter von Makari PP:
Man sah auf die Entfernung schon deutlich, dass er wenig Größe vererbt. Die mittelrahmige Kuh wie sie gewünscht ist. Die Einsatzleistung liegt in Brandenburg bei 31 kg.
Makari ist homozygot hornlos, also sind alle seine Töchter hornlos (siehe auch Post vom 13.09.2020).  
Die beiden rechten Kühe sind von der Agrargenossenschaft Karstädt; das erkannte ich sofort an den linken Ohren, in der Ohrmarke die Einkerbungen für die Markierung genetisch hornloser Tiere (siehe Post vom 11.06.2019) und die Transponderohrmarke für die Tiererkennung auf dem Melkkarussell (siehe Post vom 23.02.2014).
Wir haben 12 Makari-Töchter, wobei demnächst noch paar nachkommen werden. Die bisherigen sind so 4 - 6 Monate in Milch und hatten eine Einsatzleistung von 31 kg.






















Töchter von Saleno. 
Von Saleno haben wir 9 Töchter, 3 sind altmelkend, 3 stehen trocken und 3 haben bereits zum zweiten Mal gekalbt. Ihre Einsatzeistung lag bei 29 kg.
 
Da habe ich kein vernünftiges Foto hinbekommen, die Gruppe war sehr unruhig. Mit meinen Erfahrungen von der Kreistierschau finde ich das gar nicht schlimm und bin da eher von dem Trend der freilaufenden Auktionen angetan, bei denen die Kühe nicht mehr geführt sondern getrieben werden:
 

 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fortsetzung folgt!

Benjamin

Mittwoch, 20. Oktober 2021

Anwelksilage

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Anwelksilage (AWS) ist das Rinderfutter schlechthin. Umgangssprachlich Grassilage oder Gras genannt. 

Die klassische Anwelksilage wird vom Grünland gewonnen, enthält also auch Klee und Kräuter. Daneben gibt es auch von verschiedensten Arten Ackerfutter: Gräser wie Welsches Weidelgras oder Rohrschwingel, Kleegras mit Rotklee dabei, Luzerne oder Landsberger Gemenge (Welsches Weidelgras, Inkarnatklee, Wicke). Und auch Grünroggen zählt eigentlich dazu, wenn auch selten als AWS bezeichnet.

Die Gemeinsamkeiten sind der Erntezeitpunkt vor dem Ähren/Rispenschieben bzw. in der Knospe, kurz bevor die Pflanze von Wachstum auf Fortpflanzung umschwenkt und am meisten Energie und Eiweiß enthält. Dann das Anwelken um Wasser zu verdunsten und in einen Bereich der Trockensubstanz zu kommen in dem die Silierung problemlos funktioniert. Und noch die Bedeutung in der Fütterung als Eiweißquelle und Rohfaser für die Pansenfunktion.

Zwischen den Arten gibt es Unterschiede, so haben die Weidelgräser mehr Energie aber weniger Eiweiß als Rohrschwingel und Luzerne. Und der Schnittzeitpunkt hat auch einen großen Einfluss, der erste Schnitt im Frühjahr hat den höchsten Energie- und Eiweißgehalt. Die Folgeschnitte haben dann weniger und mehr Rohfaser.

Einordnung: Grundfuttermittel, proteinreich.

Trockensubstanz: Ziel sind 35 - 40 %. Bei Wickelballen mehr. Unter 28 % gibt es Sickersaft aus dem Silostock mit dem Nährstoffe verloren gehen.
Energie: 5,0 - 7,0 MJ NEL
Eiweiß: 10 - 20 %
Rohfaser: 20 - 30 %
Zucker: 5 - 10 %, das was bei der Milchsäuregärung nicht umgesetzt wird
Stärke: keine
wichtig ist noch die Rohasche (unter 10 %), das sind nicht nur die Mineralstoffe sondern auch Sand der bei der Ernte (Mähen, Zetten/Wenden, Schwaden) mit ins Futter kommt.

Anwelksilage aus Rohrschwingel, 2. Schnitt, gehäckselt:

Benjamin



Sonntag, 17. Oktober 2021

Nach Gülpe

Zur Versammlung des Besamungsverein letzte Woche gab es auch eine Exkursion und zwar zur Agrargenossenschaft Gülpe.

Gülpe ist der dunkelste Ort Deutschlands, Städte und Inustrie gibt es im näheren Umkreis nicht sodass die Lichtverschmutzung recht gering ist und eine gute Sicht auf den nächtlichen Sternenhimmel bietet. Dafür ist der Sternenpark Westhavelland eingerichtet worden, vor allem mit speziellen Straßenlampen und Verdunklung zu bestimmten Anlässen, auch in den Ställen.

Die AG Gülpe hat auch für Brandenburger Verhältnisse recht ungünstige Standortbedingungen: Der Ackerbau auf märkischem Sand und vom Grünland 95 % im Naturschutzgebiet und davon noch ein Teil Überflutungsflächen der Havel.

Es wird Schweinehaltung im geschlossenen System - Zuchtsauen zur Ferkelproduktion und Mast - betrieben. Des Weiteren Mutterkuhhaltung mit Gebrauchskreuzungen, die hauptsächlich Fleckvieh und Uckermärker enthalten. Die Färsen werden mit Angus- und die Kühe mit Uckermärkerbullen belegt. Daneben Marktfruchtbau und Naturschutzarbeietn wie Baum- und Heckenpflege.
Bis letztes Jahr auch noch Milchviehhaltung, die aber nach den drei Dürrejahren 2018 bis 2020 aufgegeben werden musste. Der Betriebsname war mir aus den Bestenlisten unseres LKV geläufig und als im oberen Viertel dabei.

Hauptstandbein ist die Direktvermarktung über die Landfleischerei Gülpe, über die sämtliche Schweine und ein Großteil der Rinder in mehreren eigenen Geschäften verkauft werden. Die gesamte Verarbeitung erfolgt selbst bloß die eigentliche Schlachtung erfolgt im Schlachthof, da sich ein eigenes Schlachthaus bei dem ganzen Auflagenwahn nicht rechnet. 

Flache und weite Landschaft, in der Ferne ist eine der Mutterkuhherden zu erkennen. Der Kanal wird im Winter angestaut und dann stehen die Flächen unter Wasser.
Mit dem trüben Wetter hat mich das ein wenig an Hooge erinnert, da gab es ähnliche Fotos (siehe auch Post vom 25.09.2014):

Benjamin




Donnerstag, 14. Oktober 2021

Endlich wieder unterwegs!

Letzte Woche war ich endlich wieder bezüglich Kühen "draußen unterwegs" auf einer Veranstaltung, das letzte Mal war ich auf dem Tag des Milchviehhalters im März 2020 gewesen (siehe auch Posts vom 13.03.2020 und 15.03.2020).
 
Diesmal war es die Jahreshauptversammlung des Rinderzucht- und Besamungsvereins. Da fand 2020 gar keine Veranstaltung statt und 2021 bisher auch nicht.
 
Wie jedes Jahr auch die Statistiken des Zuchtverbands, dass die Anzahl der Kühe wieder abgenommen hat.
Der krasse Strukturwandel wird deutlich wenn man es auf längere Zeit gesehen betrachtet.
In Deutschland gab es 1990 6,4 Mio. Milchkühe, 2021 nur noch 3,9 Mio., das sind - 39 %!
In den Neuen Bundesländern in der gleichen Zeit von 1.583.000 auf 671.000, das sind -58 %.
Und in Brandenburg von 423.000 1989 auf 137.000 2020, sind - 67%. Die Gesamtzahl aller Rinder ist in dieser Zeit um 61 % vom 1,233 auf 0,477 Mio gesunken.
Soviel zu der Thematik die Tierhaltung müsse aus Klimaschutzgründen um 50 % reduziert werden, in Brandenburg ist man über dieses Ziel heute schon weit darüber hinaus! Wobei die Tiere gar nicht klimaschädlich sind, denn sie sind in den natürlichen Kohlenstoffkreislauf eingebunden und der Kohlenstoff den sie als CO2 und Methan ausstoßen wurde zuvor von den Futterpflanzen der Athmosphäre entnommen (siehe auch Post vom 13.08.2021).

Bei den Milchkühen dind es jetzt 90.000 Herdbuchkühe auf 210 Betrieben, 2007 waren es noch doppelt so viele Betriebe mit weit über hundertausend Milchkühen. 
Die Lebensleistung ist um knapp 1.000 kg auf 28.852 kg gestiegen. Die der Herdbuchkühe liegt immer etwas über der aller Kühe in der Milchleistungsprüfung, da waren es 27.660 kg. Die Nutzungsdauer ist auf 35,1 Monate gestiegen (MLP 33,9), die Lebenstagsleistung auf 15,4 kg (MLP 15,2) und das Erstkalbealter auf 25,6 Monate gesunken (MLP 25,7).

Im Fleischrinderbereich sind es noch 6.500 Herdbuchkühe, wo bei den Milchkühen gut zwei Drittel im Herdbuch sind, so sind es bei den Mutterkühen keine 10 %, was vor allem an der extensiveren Wirtschaftsweise bei der Mutterkuhhaltung liegt. Von den 6.500 Kühen sind rund 2.000 Uckermärker, 1.500 Fleckvieh, 1.500 Angus und 1.000 Hereford. Die restlichen alle möglichen Fleischrinderrassen, wo vor allem Kleinstbetriebe im Hobbybereich auch die absolute Anzahl der Herdbuchzuchtbetriebe ansteigen lassen.

Die neusten Besamungsbullen wurden nicht vorgestellt, da hat sind in den letzten beiden Jahren doch viele schon durch die Besamung gegangen. Das war immer lustig, weil wir als Testherdenbetrieb die allerneusten Bullen immer zuerst bekommen, dass es schnell Töchter für die Zuchtwertschätzung gibt. Und so kennt man die meisten der neuen Bullen schon oder die ganzen Portionen sind bereits aufgebraucht.

Beim verkauften Sperma lagen die genomischen Bullen lagen bei 81,5 %, die töchtergeprüften bei 18,5 %, die großen Veschiebungen sind da lange vorbei, aber im Prozentbereich legen die genomischen immer noch zu.
Weiterhin kräftig legen die hornlosen Bullen zu, die sind jetzt bei 35,6 %. Vor zwei Jahren waren es noch 26 % (siehe auch Post vom 23.10.2019). Wobei davon wiederum 80 % homozygot hornlos sind, die haben den heterozygoten komplett den Rang abgelaufen. Denn der Hauptgrund für den Einsatz von honlosen Bullen ist die Hornlosigkeit der Kälber und die hat man bei homozygoten Bullen sicher (siehe auch Post vom 13.09.2020)
Gesextes Sperma lag recht konstant bei 5,5 %. 

Benjamin

Montag, 11. Oktober 2021

Schwester für Perle

Perle hat letzte Woche eine Schwester bekommen.
Das hatte ich gar nicht auf dem Schirm, weil Perle gerade erst 11 Monate alt ist. Aber als ich die Abkalbungen im Computer eingegeben habe stand da als Mutter Tantekäthe (von Tableau). Die war sehr früh bei ihrer ersten Brunst am 52. Tag erfolgreich besamt worden und kam so auf nur 332 Tage Zwischenkalbezeit.
Der Vater ist der schwarzbunte Holsteinbulle Gamboa von der RBB, der in Schleswig-Holstein geboren wurde. Er vererbt vor allem Größe, Milchleistung und Robotereignung, bei mittelmäßigen Inhaltsstoffen, Fruchtbarkeit und Gesundheitswerten. Hier bei der RBB und hier im Bullenbrowser vom VIT.

Perle hatte ich nach ihrem Vater Perplex PP benannt, sie war da einfach das rotbunte Kalb für die Kälberserie. Bei ihrer Schwester habe ich das normale Bennenungsschema wieder eingehalten und sie heißt jetzt Taiga. Über die Kuhnamen könnte ich auch mal was schreiben...

Benjamin
 

 

Freitag, 8. Oktober 2021

Nach Tangermünde

Mal wieder außenrum: Am vergangenen Wochenende war ich mit der Jugendfeuerwehr unterwegs. Und zwar über die Elbe nach Sachsen-Anhalt. Wir waren zu Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr Tangermünde. Die Feuerwehr der Kernstadt Tangermünde ist eine bedeutende Stützpunktfeuerwehr im Landkreis Stendal, besonders wegen der Lage an der Elbe.

Der Löschzug in der Fahrzeughalle, außer der Drehleiter. die stand draußen auf dem Hof (siehe drittes Foto). Von links:
Einsatzleitwagen ELW 1
Löschgruppenfahrzeug LF 20, erstausrückendes Fahrzeug bei Brandeinsätzen.
Rüstwagen RW 1
Löschgruppenfahrzeug LF 20, erstausrückendes Fahrzeug bei Technischer Hilfeleistung. Das Fahrzeug ist weiß lackiert und mit Folie leuchtorange beklebt. Danach waren alle Autos wieder feuerrot (RAL 3000). Ilse wurde es zu Ehren einer Mäzenin genannt:
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Als Sonderfahrzeug ist dort ein Wechsellader stationiert, einmal mit einem Abrollbehälter Sonderlöschmittel für den ganzen Landkreis, in großen Mengen Schaummittel, Löschpulver, CO2 und mehrere Wasserwerfer. In meiner alten Heimat kam 2003 als im Nachbardorf die Seifenfabrik abbrannte für diesen Zweck die Werkfeuerwehr der BASF aus Ludwigshafen.
Ein zweiter Abrollbehälter ist für den Gewässerschutz und Umweltschutz. Die Beladung besteht aus 200 m Ölsperre und einem Ölseparator. Damit ist die Feuerwehr Tangermünde zuständig für die Elbe stromabwärts bis zur Havelmündung in Havelberg. Wäre ein extremer Aufwand aber zum Glück gibt es Ölunfälle nur so alle fünf Jahre. Durch die vielen trockenen Jahre würde die Elbe sehr wenig Wasser führen und die Tankschiffe könnten daher nicht besonders viel laden:
 

 
 
 


















Mit der Drehleiter gab es "Fahrten" in 15 m Höhe, wovon man bei allerschönstem Wetter einen gute Aussicht über die Stadt und die Havelauen hatte. Das ist eine Knick-Drehleiter, bei der das oberste Stück der Leiter angewinkelt werden kann:















Daneben noch die Feuerwache mit den Umkleiden, Schulungsräumen und Mini-Museum. Ein rundum gelungener Ausflug und auch eine gute Motivation nach den anderthalb Jahren Zwangspause; der Dienst hatte erst wieder nach den Sommerferien angefangen.

Benjamin



Dienstag, 5. Oktober 2021

Roter Uckermärker

Keine Sorge, ich bin nicht vom Kurs abgekommen und habe jetzt Fleckvieh im Stall. 
Es handelt sich um ein Kreuzungskalb. Der Vater ist auch der Uckermärkerbulle Magnum PP. Bloß die Mutter hat einen Rotfaktor mitgebracht und so ist das Kalb nicht graubraun sondern rot gescheckt.
"Rote Belgier" (Rotbunt x Weißblaue Belgier) hatte ich schon paar mal, zum ersten davon siehe Post vom 09.08.2018.
Die Farbenlehre der reinrassigen Holsteins ist relativ einfach; siehe auch Post vom 06.02.2015. Bei Kreuzungen wird es mit der Dominanz, Kopplung usw. schwieriger. Da gehe ich davon aus, dass der Uckermärker als Vater die Fellzeichnung - eher Fleckvieh oder eher Charolais - vererbt und die Mutter die Farbe - schwarzbunt oder rotbunt. Magnum scheint reinerbig die Fleckviehzeichnung zu vererben, alle seine bisherigen Kälber bei uns sahen vor allem mehr als weniger nach seinem Fleckviehanteil aus.
 
Benjamin
 

 

Samstag, 2. Oktober 2021

Traubenlesen 2021 - Teil 2

Trauben habe ich auch abgefahren. Einmal mit dem Deutz D 5506, 52 PS und Hinterradantrieb. Baujahr 1972. Das war der "große" Traktor meines Großonkels gewesen für den Ackerbau und Transport. Der Ackerbau wurde in den 1980er Jahren eingestellt, die Hauptarbeit war danach der Traubentransport. Ich kenne den Traktor nur als recht träge, aber letztes Jahr wurde die Einspritzpumpe überholt und so fährt der sich jetzt richtig spritzig, "Deutz Sport", vielleicht wurde die Pumpe auch auf 52 kW eingestellt...
 
Daneben der ausgliehene Traktor von einem Arbeitskollegen, der auch Weinbau im Nebenerwerb betreibt und dessen Lese etwas zeitlich versetzt ist. Ein Case-IH Quantum 75V, Baujahr 2010 rum. Der einfachste Schmalspurtraktor den es damals so gab. Natürlich Allrad und ein 16/16-Wendegetriebe. Offiziell 75 PS, soll aber mehr haben. Ein sehr elastischer Motor, mit der Straßengruppe kriegt man mit den Gängen 2 bis 4 alles abgedeckt, der 1. Rückwärtsgang ist aber etwas flott.
Habe noch scherzhaft gesagt, dass mein "Universalschlüssel" vom Hoflader doch bestimmt bei dem auch passt:
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der Traktor wäre sehr schwer auf der Straße zu fahren. Der Maischwagen hinten dran ist über 2 m breit, da muss man mit dem wendigen Schmalspurschlepper trotzdem ausholen. Kann ich so nicht bestätigen, zwar ist der recht giftig, mit 900 Umdrehungen kann man auf den unebenen Feldwegen schön niedrigtourig entlangschaukeln aber ab 1400 Umdrehungen kommt der Turbo. Bloß bei 25 km/h ist Schluss, denn der Maischewagen ist nicht für mehr zugelassen, war in den 1970er auch so üblich. Da fährt es sich immer noch entspannt:
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Gelesen wurden Müller-Thurgau. Das Refraktometer ist quasi eines der Symbole der Weinlese. Über die Lichtbrechung wird der Zuckergehalt des Safts bestimmt. Dazu kommt Saft unter die Plastikklappe und wenn man gegen das Licht durchschaut kann man an einer Skala den Knick in der Optik ablesen. Es waren 80 Grad Oechsle bzw. 19 Brix:
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nachmittags gings zur Lohnlese bei einem Weingut zwei Dörfer weiter. Von dort sah man schön die Zuckerfabrik der Südzucker in Offstein und die Zuckerrüben-LKWs auf der Bundesstraße dorthin. Die Zuckerfabrik erkennt man an der Dampfwolke in Bildmitte über der Baumreihe:

Benjamin