Dienstag, 30. September 2014

Warteschlange

Da die Tankstelle am Stützpunkt aktuell leer ist wurde der Tankanhänger zur Milchviehanlage gefahren. Und bevor dann in der Mittagspause die Traktoren von den umliegenden Feldern zum Tanken kommen und wieder nichts übrig ist wurde morgens alles aufgefüllt, was Diesel braucht. Da bildete es sich eine entsprechende Schlange, auch weil es mehr Gerätschaften wie Fahrer waren: Teleskoplader, Hoflader und Frontladertraktor (Käse-Trecker), der Valtra mit dem Mischwagen kam kurz später und dazwischen doch schon ein Traktor vom Pflanzenbau, sodass es schon wieder knapp wurde.

Benjamin

Samstag, 27. September 2014

Nach Schleswig - Teil 4

Als letzte Station stand ein Besuch bei Jahnkes Ziegenkäse an.
Mitten in Angeln gelegen hält Familie Jahnke natürlich Angler Rotvieh. Wichtiger sind aber die Weißen Deutschen Edelziegen, die die Milch für den Ziegenkäse liefern. Was vor 10 Jahren mit 4 Altziegen begann ist heute einen aus eigener Remontierung auf 46 Ziegen samt Nachzucht angewachsene Herde.
Gearbeitet wird mit einer engen Saisonablammung im Februar/März, aktuell läuft also der Bock mit. Entsprechend wird auch die ganze Herde vor der Ablammsaison den Winter über trockengestellt.

























Das Melken erfolgt in einem Doppel-8-Swingover-Melkstand, was dann vier Eimermelkmaschinen mit je zwei Melkzeuge (zu 2 Zitzenbechern) sind. Und beim Melken spielen die Ziegen ihre Vorteile voll und ganz aus: Ein Begrenzungsrohr ist nicht nötig, fällt eine in die Grube, kann sie einfach zurück aufs Podest gehoben werden. Und Kot ist überhaupt kein Problem, käme nur alle paar Monate mal vor und dann reicht auch ein Handfeger.


Die Milch wird in der Hofmolkerei mit angeschlossenen Reiferäumen zu verschiedensten Käsesorten, Butter und auch Eis verarbeitet und im Hofladen verkauft.

Weitere Infos unter: www.jahnkes-ziegenkaese.de

Benjamin

Donnerstag, 25. September 2014

Nach Schleswig - Teil 3

Bei der Exkursion gab es auch einen kulturellen Teil; und zwar mit dem Schiff zur Hallig Hooge im nordfriesischen Wattenmeer. Das Wetter war gut, kein Regen sondern dichter Nebel.
Die Hallig hat seit rund 100 Jahren einen Sommerdeich, sodass sie nur noch bei Sturmflut einige Male im Jahr übeflutet wird. Die Häuser stehen in kleinen Weilern auf den höhergelegenen Warften. Außerhalb dieser gibt es keine Bäume sonder nur plattes Land und Priele:





















Milchkühe gibt es dort keine, nur einige Dutzend Fleckviecher und Fleischschafe, die in unmittelbarer Nähe zum Meer grasen:





















Wieder auf dem Festland gab es noch einen kurzen Abstecher nach Husum, der Kreisstadt Nordfrieslands, wo man im Innenhafen gut das "ständige Theater mit dem Wasser - mal da, mal nicht da" sehen konnte:

Benjamin


Mittwoch, 24. September 2014

Nach Schleswig - Teil 2

Als nächste Station stand der Ellbekhof an, ca. 10 km südlich von Flensburg gelegen. 
Wie bei vielen Höfen in der Gegend üblich wegen der großen Konkurrenz zu den Biogasanlagen mit einem recht hohen Viehbesatz und ausschließlich Futterbau. Die Böden sind von der Qualität ähnlich wie in der Prignitz aber mit um die 800 mm Niederschlag anderthalb mal so viel Wasser.
Unter geographische Besonderheit kann man auch zählen, dass für den Wegebau Miesmuschelschalen genommen werden.
Die über 10.000 kg Herdenleistung sah man den Kühen deutlich an: Alle sehr großrahmig und daher das entsprechende Futteraufnahmevermögen. Bei den Gewichten verschätze ich mich oft, aber das Durchschnittsgewicht liegt in dieser Herde über 700 kg.

Für Brandenburger ein ungewohntes Sammelsurium an Ställen aus verschiedenen Jahrzehnten. Der neuste der Ställe ist ganz modern hell und luftig. Die Tiefboxen werden mit Gärresteseperat eingestreut, das von einer Biogasanlage bezogen wird, die ausschließlich Nawaro vergärt. Und mit der dortigen Trocknung dann auch wirklich schön trocken, manche (mit anderer Einstreu daheim...) meinten sogar zu trocken.





















Dass der Betriebsleiter selbst mal in Brandenburg tätig war erkannte man an der restaurierten Tür der alten Milchkammer. Da gibt man sich halt nicht mit einem Miele- oder Westfalia-Schild zufrieden.

Benjamin



Nach Schleswig

Dieses Wochenende war ich mit auf der Jahresexkursion des Rinderzucht- und Besamungsverein Prignitz nach Schleswig.

Erste Station war der Hof der Familie Schwarten. Vor der Wende waren sie der größte Milchviehbetrieb Westdeutschlands, ohne eigene Nachzucht ganz auf die Milchproduktion spezialisiert.
Heutzutage dagegen sind sie weitaus breiter aufgestellt mit Jungvieh, einer großen Biogasanlage, Lohnunternehmen und außerlandwirtschaftlichen Aktivitäten.
Im Kuhstall wurde das Melkkarussell 2006 durch 6 Lely Astronaut A3 ersetzt, in jedem der Häuser stehen 2 Stück:




 















Neben den üblichen Substraten kommen auch Zuckerrüben in die Biogasanlage. Es wurden gerade 4.000t gewaschen und gemust:

Benjamin

Donnerstag, 18. September 2014

Maiszeit

Die Silomaisernte ist nun im vollen Gange.
Das Foto machte ich heute Morgen um halb neun, als das erste Stück des kleineren Silos in Boberow zugedeckt wurde. Passen so an die 3.500 t rein, oder auch 4.500 t, aber was sind denn schon 1.000 t...
Der Scheibencracker funktioniert auch, nachdem das letztes Jahr wegen den fehlenden Körner nicht zu sehen war.
Nachmittags verzögerte es sich etwas, weil die Kolonne umsetzen musste. Eine der Mutterkühe war ausgebüxt und hatte sich in einem Maisbestand versteckt. Bloß blöd, wenn dann ein "motorisiertes Suchkommando" kommt und den Mais weghäckselt.

Benjamin


Mittwoch, 17. September 2014

Maisfeldtag

Heute fand der Maisfeldtag von RAGT auf dem Demonstrationsfeld in Zapel statt.
Der interessanteste Teilaspekt dabei war die Vorstellung des Versuchsabschnitts einer Mischkultur aus Mais und Feuerbohnen, die zur Proteinerhöhung in der Silage dienen. Halt ganz im Trend des einheimischen Eiweißfutteranbaus.
Die Bohnen wurden zwei Wochen nach dem Mais gesät, dass dieser einen Vorsprung hat und den Bohnen als Stützpflanze dienen kann. Von der Aussaatmenge wurde 1/4 der Maiskörner durch Bohnen ersetzt.
Bei dem ca. 50 m² großen Versuchsabschnitt war aber nach starkem Rehbefall von den Bohnen nicht mehr allzuviel vorhanden und man konnte das Zuwuchern der Maispflanzen nur erahnen.
Da die Feuerbohne aber eine extreme Streuung im Kaliber hat bereitet dies den Sämaschinen in der Vereinzelung Probleme, sodass im Praxiseinsatz auf die Deutsche Stangenbohne gewechselt werden soll. Für das nächste Jahr ist ein Versuchsanbau im kommerziellen Maßstab irgendwo in der Gegend geplant.

Benjamin





Mondscheinlese

Da war ich gerade passend im Herbst in der alten Heimat, um nach zwei Jahren Pause mal wieder beim Traubenlesen zu helfen. Wenn auch es nur ein Maischewagen voll war. Wie mittlerweile im September üblich wird auch nachts geerntet, vor allem um die kühleren Temperaturen auszunutzen, dass die Trauben nicht zu schnell anfangen zu gären.
Wurde im Mondschein geerntet, die Übersicht ist natürlich schlechter als am Tage, aber dafür im Feld nichts los und man hat Platz.


Benjamin


In Südhessen

Am  Montag war ich auf Besuch bei Familie Landau im südhessischen Groß-Gerau. Mit aktuell 14 melkenden und 2 trockenstehenden Kühe einer der wenigen Milchviehbetriebe im dortigen Gemüsebaugebiet. Aus dieser für mich doch ungewohnten Größenordnung resultieren besondere Anforderungen: Mitten in Ortslage gelegen ist die Hofstelle entsprechend eng, das Milchauto hält dann (ohne Anhänger) in der Seitestraße auf der Rückseite der Milchkammer. Auch macht es keinen Sinn für einen solchen Bestand ein Maissilo anzulegen, daher wird mit einer klassischen Sommerfütterung gearbeitet, wo es das Jahr über in der Frischvorlage von Luzerne über Mais bis zu Futterraps geht und dann im Winter verschiedene Kulturen in Wickelballen. Und das wichtigere Betriebsstandbein sind Lohnarbeiten im Landschaftspflege- und Kommunalbereich.
Zwei Drittel der Kühe auf einem Foto:




















Eine weitere Besonderheit sind die extrem schweren Böden in den ehemaligen Rheinauen mit bis zum 90 % (!) Ton. Entsprechend intensiv und aufwändig fällt die Bodenbearbeitung aus. Bei 20 cm Arbeitstiefe beim Pflügen entstehen solche Brocken, wo vom präsentierten beim Aufheben schon die Hälfte abgebröselt war. Der Koffer mit dem Feuchtigkeitsmessgerät für die Sojabohnen auf dem Nachbaracker verschwindet praktisch zwischen den Schollen:

Benjamin

Samstag, 13. September 2014

Bei Braunies Familie

Heute Morgen war ich bei Braunies Familie zum Melken. Ihre Mutter Leoni hat im Juli zum achten Mal gekalbt - das vierte Bullenkalb in Folge. Die anderen vier, ihre Schwester Latte, ihre Tochter Mai, deren Alterskameradin Sonne und die noch namenslose Nichte sind allesamt tragend und werden im Oktober und November kalben.
Wo Braunie mit der Leistung ziemlich unterdurchschnittlich lag ist bei Mai der Zuchtfortschritt voll zum tragen gekommen und sie liegt schon in der zweiten Laktation bei 15,3 kg Lebenstagsleistung! Braunie selbst hat es nur bis 13,6 geschafft.

Hier Mai links und rechts Latte:
 


















Blick über die erste Versuchsgruppe und den neuen Futtermischwagen, einen BvL Maxium 1500, beim Befüllen der Wiegetröge:

Benjamin


Mittwoch, 10. September 2014

Duckers Enkel - 2. Anlauf

Nachdem am vorletzten Wochenende auch noch Dunkel als letzte Überlebende von Duckers Enkeln von den Kühen erlegt worden war, hat jetzt am Montag Waltraud mit einem neuen Wurf nachgelegt.
Wie mein Kollege mal sagte: "Wir mühen uns mit den Kühen ab mit der Brunstbeobachtung und bei den Katzen muss nur mal der Kater vorbeischauen." Bloß bringt das alles nichts, wenn sie dann von Verlustraten unter 5 % nur träumen können.

Das Nest ist mitten in einer Liegebox, aber eine wenig frequentierte (40 cm Stufe!) und ich halte auch 5 m Sicherheitsabstand, dass sie nicht in eine unkontrollierte Ecke umzieht.

Benjamin

Dienstag, 9. September 2014

Ehemaliger Melkstand

Heute war ich bei den Überresten eines ehemaligen Melkstandes, drei Generationen vor dem sich im Bau befindlichen Karussell. Dabei handelte es um die Überbleibsel einer während der Weidesaison genutzten Weidezentrale. Auf der Betonplatte, wo wahrscheinlich der eigentliche Melkstand stand, soll ein Sortiergatter für die ortsansässige Mutterkuhherde gebaut werden. Dafür muss aber erst einmal mit dem Teleskoplader abgeschoben werden, da die Platte in den letzten Jahren total überwuchert ist. Um nicht dabei mit vier platten Reifen in den Trümmern liegen zu bleiben haben wir heute eine vorbereitende Begehung zur Begutachtung unternommen - zu Recht, denn wir fanden einige verrostete Wenderzinken.
Ohne die Kühe außenrum wirkt die Ruine des Technikgebäudes wie irgendwo in der hintersten kanadischen Provinz und nicht wie 150 m von der nächsten Straße und 500 m vom Ort entfernt. Rechts der Anbau sind die Sanitäranlagen; habe nicht genauer reingeschaut, aber bestimmt noch funktionsfähig.

Benjamin

Montag, 8. September 2014

Foto von Rebecca

Endlich gibt es mal wieder ein aktuelles Foto von Rebecca; wo sie sich die letzte Zeit immer hinter ihren Kolleginnen versteckt hatte, war sie heute mal wieder richtig fotogen drauf.
Am Sonnabend war sie nun vier Monate alt und dürfte mittlerweile um die 130 kg wiegen, was ich aber nicht nachgemessen habe.
Farblich beginnt sie vom Braunie-Schokoladenbraun langsam zu dunkeln, beim kurzen Fell am Kopf sieht man es am deutlichsten.

Benjamin

Donnerstag, 4. September 2014

Zukünftiger Melkstand

Nun gibts mal ein Foto von der Baustelle den neuen Melkstandes. Seit so zweieinhalb Monaten laufen die Bauarbeiten, bisher im Tiefbau für Fundamente, Leitungen und Güllekanäle aus der Entfernung eher unscheinbar. Aktuell wird die Gebäudehülle errichtet und man sieht die Baufortschritte deutlich.
Auf dem Foto ist die Baugrube für das Melkkarussell zu sehen. In der Mitte die Anschlüsse für die zentrale Drehkupplung und daneben die Wände für den Zugangstunnel ins Innere, da man beim Außenmelker nicht mehr über die Plattform steigen kann.

Benjamin













Nachtrag: Dies ist der Übersichts-Post der Melkhausbau-Serie.
Die weiteren Posts der Serie:
DeLaval PR3100HD in Karstädt, Post vom 23.02.2014
Halbzeit; Rohbauarbeiten; Post vom 24.10.2014 
Dach und Fassaenverkleideung, Post vom 23.11.2014 
Vor Betonieren Vor-/Nachwartebereich, Post vom 17.01.2015 
künftiges Herdenmanagerbüro, Post vom 01.02.2015
Asphaltieren Vor-/Nachwartebereich, Post vom 20.02.2015
Außenansicht März 2015, Post vom 08.03.2015 
Hofbefestigung, Einbau Flush-System, Post vom 22.03.2015
Einbau Kuhtreiber, Post vom 30.03.2015 
Außenansicht April 2015, Post vom 06.04.2015 
Selektionsbereich mit Fressgittern, Post vom 15.04.2015 
Anlieferung Dipproboter, Post vom 22.04.2015 
Einziehen Transponderohrmarken, Post vom 07.05.2015
Neues Herdenmanagerbüro, Post vom 12.05.2015
Meine private Einweihungsfeier, Post vom 25. 05.2015 
Erstes Melken, Post vom 05.06.2015
Fabienne zu Besuch, Post vom 07.06.2015 
Karussellbildschirm, Post vom 07.06.2015
Milchleistungsprüfung in Karstädt, Post vom 09.06.2015
Dipproboter in Betrieb, Post vom 10.06.2015 
Alltäglicher Wahnsinn begiint, Post vom 13.06.2015 
Erstes Trockenstelln, Post vom 18.06.2015 
Kuh steckengeblieben, Post vom 18.06.2015 
Erste Milchleistungsprüfung, Post vom 23.06.2015
Karussellbildschirm im Büro, Post vom 14.08.2015
Milchmengenmessgeräte Kalibrieren, Post vom 18.08.2015

Montag, 1. September 2014

Herbstanfang

Passend zum meterologischen Herbstanfang gab es heute früh dichten Nebel.

Hier sind die letzten Fotos vom Sommer: Die Trockensteher auf ihrem neuen "Golfplatz", nachdem das überständige Gras weggemäht wurde.



















Und Truxa ist auch in dieser Gruppe dabei. Mit ihrer aufdringlichen Art läuft sie einem über die gesamte Weide nach und die ganzen anderen Kühe folgen ihr dann. Da werde ich beim nächsten Sortieren mal versuchen allesamt ohne großen Aufwand auf dieses Weise in den Stall zu bekommen.

Benjamin

Sonntag, 31. August 2014

Als Hilfsschlosser

Da hatte ich diese Woche ein richtiges Erfolgserlebnis, dass ich was kurzerhand selbst wieder flottgemacht habe: Am Donnerstagnachmittag blieb ich mit dem Hoflader liegen. Nur noch ein Zischen und die Hydraulikfunktionen waren weg. Und irgendwo an der Hydraulikpumpe tropfte es. Da von der Werkstatt vor Feierabend niemand mehr kommen sollte wurde selbst angefangen zu schrauben. Mein Kollege als ehemaliger Gasleitungsschweißer hatte gleich das Leck gefunden; am Abgang der kleineren der beiden Hydraulikpumpen war der Dichtring gerissen. Das schraubte ich ab und holte Freitagfrüh aus der Werkstatt einen neuen Dichtring, den ich vor und nach der anstehenden Trächtigekeitsuntersuchung nebenbei einbaute. Und danach lief wieder alles rund - also den richtigen Fehler behoben.
Der Schäffer steht in Zugänglichkeit keinem Dexheimer mit 105 cm Außenbreite oder einem japanischen Kei-Car (hat schließlich einen Motor von Kubota) nach: Die Hydraulikpumpe ist so 10 cm lang, da sind kleine Hände schon von Vorteil:

Benjamin

 

Donnerstag, 28. August 2014

Gebärmuttervorfall

Am Dienstag bekam ich erstmals ein Gebärmuttervorfall mit; laut Tierarzt "mal was Spannendes". Dabei presst nach einer Kalbung die Kuh ihre Gebärmutter mit raus und diese hängt dann "linksrum" hinten dran. Die Gefahr ist, dass eine andere Kuh darauf tritt und wegen dem stark durchblutendem Gewebe die Kuh an der Verletzung verblutet. Außerdem stirbt nach einiger Zeit die Gebärmutter selbst ab, da wegen dem Linksrum die Blutgefäße abgedrückt werden.
Also hilft nur eins: Schnell wieder rein damit!
Nach einer gründlichen Reinigung damit nicht allzu viel Schmutz mit nach drinnen genommen wird stopften die Tierärzte die Gebärmutter wieder rein und ließen sie mit dem Wasserschlauch volllaufen, dass sie sich wieder richtig rum ausstülpt. Zum Schluss wurde von außen noch zugeklammert, um einen erneuten Vorfall zu verhindern.
Fotos habe ich keine davon gemacht, aber es sah ungefähr so aus: Die raushängende Gebärmutter einen halben Meter lang und 20 cm im Durchmesser, von kräftiger roter Farbe und die Karunkel fast schwarz.

Der Kuh geht es gut, hatte bisher keine Komplikationen mehr.

Benjamin

Montag, 25. August 2014

Mittagessen

Die Gruppe der altmelkenden Kühe beim Mittagessen. Aktuell sind es in dieser Gruppe um die 70 Kühe; alle die tragend sind und weniger als 30 kg Milch geben. Da das eine große Bandbreite in der Leistung ist - manche haben kurz vor dem Trockenstellen weniger als 10 kg - liegt der Gruppendurchschnitt mometan bei 21 kg.
Das bekommen die Kühe jeweils zu fressen:
 26 kg Maissilage
 15 kg Grassilage
 2 kg Gerstenstroh
 500 g Heu
 1 kg Sojaextraktionsschrot
 2 kg Rapsextraktionsschrot
 750 g Roggenschrot
 250 g Triticaleschrot
 1 kg Körnermais
 250 g Mineralfutter
 100 g Salz
Da kucken sie (fast) alle interessiert herüber und Shila (ganz rechts) sabbert:

Benjamin





Sonntag, 24. August 2014

Nach Laage - Teil 2

Bevor es morgen wieder über Rindviecher geht, gibt es jetzt noch ein paar Fotos vom Tag der offenen Tür auf dem Fliegerhorst Laage.

Transall beim Start, an den Propellerspitzen bilden sich bei annähernd Schallgeschwindigkeit gut sichtbare Luftverwirbelungen:



















Flugvorführung einer tschechischen Saab Gripen im extremen Langsamflug von um die 220 km/h:



















Der eindeutige Höhepunkt war eine MiG-29 der polnischen Luftstreitkräfte, wobei dieses einzelne Flugzeug nie in Deutschland geflogen war. Aber es war eine ganz besondere Stimmung im Publikum: "Unsere MiG ist wieder daheim in MV!". Und vom Lärm und Rauch natürlich allen anderen Flugzeugen weit überlegen:

Benjamin



Samstag, 23. August 2014

Nach Laage

An meinem freien Wochenende gab es wieder Kulturprogramm, diesmal in Richtung Kunstflug.
Das taktische Luftwaffengeschwader 73 Steinhoff in Laage veranstaltete einen Tag der offenen Tür zu einem Dreifach-Jubiläum: 10 Jahre Eurofighter, 30 Jahre Fliegerhorst Laage und 55 Jahre Bestehen des Geschwaders, dass ich noch aus den 1990ern als Jagdbombergeschwader 35 in Pferdsfeld kenne, wovon aus die damaligen Phantoms auch schwarmweise über Rheinhessen flogen.
War mal ein Gegensatz zu der Seite der Bundeswehr, die man aus den Nachrichten nur von Etatkürzungen und Standortschließungen her kennt.
Neben am Boden ausgestellten Flugzeugen gab es auch eine zweistündige Flugvorführung.



















Doch ein sehr seltenes Bild: Vier Eurofighter auf einmal; wo eigentlich bei vier Durchschnittlichen drei nie gebaut wurden:



















Formationsflug mit Tanker, hier aber mit eingezogenen Betankungsschläuchen:





















Morgen gibts noch paar Fotos!

Benjamin

Freitag, 22. August 2014

Auf Urlaub

Wir sagen als scherzhaft zum Trockenstellen "in den Urlaub schicken", weil die Kühe dann halt nicht mehr gemolken werden.
Gestern/Heute waren zwei meiner Lieblingskühe dran: Die aufdringliche Truxa und die fleißige Schecke, die nun beide ihre erste Laktation erfolgreich abgeschlossen haben.
Truxa gehört zur "Dickmilchfraktion", in 308 Tagen gab sie ca. 6.825 kg Milch mit 4,76 % Fett und 3,82 % Eiweiß, macht eine Jahresleistung von 602 kg Fett+Eiweiß und liegt damit etwas unter den durchschnittlichen 625 kg aller Erstlaktierenden. Der errechnete Kalbetermin ist der 7. Oktober, was dann 355 Tage Zwischenkalbezeit machen würde und sie 47 Tagen trockenstehen soll.
Schecke gehört zur "Dünnmilchfraktion" in 358 Tagen gab sie ca. 13.800 kg Milch mit 2,89 % Fett und 3,02 % Eiweiß, macht eine Jahresleistung von weit überdurchschnittlichen 754 kg Fett+Eiweiß. Bei ihr ist der errechnete Kalbetermin der 27. September, was 395 Tage Zwischenkalbezeit macht und sie 37 Tage trockenstehen soll  Das habe ich etwas verkürzt, denn zum eigentlich vorgesehen Termin zum Trockenstellen vor zwei Wochen lag sie noch bei 33,3 kg Tagesleistung.

Nach dem letzten Melken abends geht es dann morgens über den Hof in den Trockensteherstall. Da eigentlich alle irgendwann mal auf der Sarglebener Angewöhnungskoppel schlechte Erfahrungen mit Strom gemacht haben reicht auf beiden Seiten gespanntes Ballengarn, wenn es mal nur zwei oder drei Kühe sind auch nur auf einer Seite und bei dem seltenen Fall einer einzigen Kuh gehts auch ohne.

Benjamin

Donnerstag, 21. August 2014

Giselas Geburtstag

Vor genau einem Jahr habe ich über die Geburt von Gisela geschrieben (Post vom 21.08.2013) und ein Foto von Janus, den ich beim Fressen der Nachgeburt gestört hatte.
Heute hatte sie also ihren ersten Geburtstag und da gabs es als Schnuckes eine halbe Schaufel Schrot, weil mit der Trockensteherration bekommt sie nur noch Grobfutter. Inklusive dem Zurechtweisen der aufdringlichen Futterneider.
Und im Vergleich zu ihren ersten Tagen (Foto im Post vom 26.08.2013) hat sie sich doch ganz gut gemacht:

Benjamin




Mittwoch, 20. August 2014

Falschparker

In Bereich der altmelkenden Gruppe gibt es zwei Liegeboxen, die statt 1,2 ganze 1,45 m breit sind, weil es damals mit der Aufteilung am Ende der Boxenreihe scheinbar nicht mehr gepasst hatte. 
Und wenn man dann so ehrgeizig ist wie Renda (Kuh Nr. 1406) reicht einem der Platz zum Umdrehen aus und man legt sich falschrum in die Box rein. Bisher hatte ich sowas nur bei den super-komfortablen Liegeboxen von Cow-Welfare gesehen, wo die flexiblen Bügel bei einem solchen Manöver bereitwillig Platz machen.
Jedenfalls genoss sie auf dem Platz die Aussicht zum Zugang der Fressgangs, wer halt so alles vorbeikommt.
Und zeigte dann warum die Kühe nicht falschrum liegen sollen: Denn nach dem Aufstehen haben die Kuhfladen überhaupt keine Chance auf den Laufgang zu fallen, sondern mitten im Bett landen:

Benjamin




Sonntag, 17. August 2014

Schaufelsammlung

Mal ein Foto für die Kollegen, die sich fragen wo die ganzen Hofladerschaufeln geblieben sind. Am Freitag habe ich nun die dritte zu meiner Sammlung gestellt.
Wenn der Hoflader zum Einstreuen der Liegeboxen gebracht wird ist meist eine Schaufel angebaut. Die wird dann zur Seite gestellt und meistens nicht wieder mit dem Hoflader mitgenommen. Irgendwo muss sich da mal ein Engpass auftun...

Benjamin




Mittwoch, 13. August 2014

Herbstaussaat

Der Sommer ist quasi rum, die Getreideernte ist abgeschlossen und die Herbstaussaat hat begonnen.
Wie für Roggen auf diesem 75 ha-Acker bei Pröttlin mit Blick zum Pinnower Fernsehturm. Im Einsatz das erste Sägespann: Ein John Deere 8520 (250 kW) mit einer Horsch Pronto 9DC (9 m, 60 Schare). Bei über anderthalb km Schlaglänge dauert es hin und zurück über 20 Minuten und auf dem gepflügten Sandboden staubt es ordentlich:

Benjamin

Dienstag, 12. August 2014

Foto am Dienstag

Die Trockensteher auf der Weide vor dem alten Pinnower Gutshaus. Bei der Handykamera sieht man aber von dem aufgewühlten Himmel des aufziehenden Schauers gar nichts:

Benjamin

Montag, 11. August 2014

Drei Exoten

Für die nächsten Wochen wurden auf der Boberower Milchviehanlage drei Exoten einquartiert. Bis heute morgen wusste ich nur, dass drei aus Embryotransfer stammende Kälber wegen Iglu-Mangel von den anderen Anlagen herverlegt werden sollen. Bloß auf dem Anhänger standen keine schwarzbunten Holsteinkälber sondern drei zierliche von schokoladenbrauner Färbung. Und zwar von den bekannten, aber doch seltenen Wagyus. Es waren letztes Jahr vier Embryonen übetragen worden und daraus wurden drei Kuhkälber, die nun als Zuchttiere eine Sonderabteilung im Mutterkuhbereich bilden sollen.
Vorläufig habe ich sie Okinawa, Takeuchi und Yokohama genannt.
Auf dem Fotos Yokohama, die jüngste der drei:

Benjamin

Samstag, 2. August 2014

Platter Kater

Wie schon ihre Schwester Mittel letzte Woche haben in der Nacht zum Dienstag Weißgesicht und sein Bruder Hell es sich zum Schlafen in einer Liegebox bequem gemacht
und die 700 kg einer Kuh nicht überlebt. So eine platte Katze hatte ich noch nie gesehen.
Da hatte ich so hohe Erwartungen an ihn gehabt, dass er mal zu einem Chef-Kater wird, der nicht überall hinpisst und die anderen verhaut.
Jetzt bleibt von Duckers Enkeln nur noch Dunkel übrig, die aber recht ängstlich ist und scheinbar nicht so leichtsinnig.

Das letzte Foto von Weißgesicht, wo er am Montag wie ein Großer auf dem Barren saß:

Benjamin


Freitag, 1. August 2014

Mähdrescherkette

Die Rapsernte geht nun zu Ende.
Wie viele hundert ha es dieses Jahr waren weiß ich gar nicht genau.
Jedenfalls sieht man in Rheinhessen keine vier Mähdrescher gleichzeitig in einem Beet fahren:

Benjamin

Donnerstag, 31. Juli 2014

Erfolgreiche Ausbildung

Für Fabienne geht nun ihr Urlaub in Boberow zu Ende. Zwei Wochen lang war sie jeden Tag meine Assistentin oder wie manche meinten, meine Nachfolgerin in Ausbildung.
Als Ausbilder konnte man sich da nur wohlfühlen: Total wissbegierig, dass ich stundenlang erklären konnte und mit einer Beobachtungsgabe, dass wir nach einigen Tagen zusammen durch den Stall liefen und uns über die einzelnen Kühe unterhielten, wie ich es mit niemand anderem kann.
Insgesamt ist sie nach diesen zwei Wochen schon weiter eingearbeitet, als ich es vor einem Jahr selbst war.

Eigentlich wollte ich noch ein Foto mit ihren Lieblingskälbern machen, aber alle drei - Nina, Alis und Rebecca - wollten nicht und so sprang ganz routiniert Gisela als mein Lieblings"kalb" ein.

Benjamin

Dienstag, 29. Juli 2014

Halsbandbeschaffung

Auf der Garliner Milchviehanlage herrschte mal wieder ein Halsbandmangel, weil zusammen mit der Pinnower Herde fast alle Halsbänder von Kühen getragen werden und nur eine handvoll im Lager liegt, um an Erstkalbende vergeben zu werden. Was aber zum Glück auch bedeutet, dass mehr Kühe nachrücken als abgehen. An der Oberkante angekommen bestanden zwei Möglichkeiten; einerseits Kühe zu verkaufen - was bei den aktuellen Preisen jedoch nicht in Frage kam - andererseits die Umsetzung nach Boberow, weil es dort dann neue Halsbänder mit der führenden 1 gibt und die anderen wieder frei werden.
So wurden heute früh 14 Jungkühe und eine Zweitkalbskuh (warum auch immer) von Garlin nach Boberow gefahren. Die Halsbänder wurden ausgetauscht und während ich die alten für den Rücktransport sauber machte übernahm meine Assistentin die allerwichtigste Aufgabe: Das obligatorische Schwänzekürzen. Ich bin ja kein Fan der langen, verschissenen Schwänze, wo an manchen so viel dranhängt, dass die Kuh den nicht mehr richtig hochgehoben bekommt und jedes mal wieder vollscheißt. Passt absolut nicht zum professionellen Anspruch in Boberow.
Auf dem zweiten Foto zeigt sie das letzte Kilo eines solchen 5-kg-Schwanzes.

Benjamin


Sonntag, 27. Juli 2014

Heubeschwerer

In Garlin bleiben die Kälber über die Kolostralmilchphase in Einzelboxen oder 4er-Gruppenbuchten, wobei sie dort fürs Tränken fixiert werden. Danach gehen die weiblichen an den Tränkeautomaten und die männlichen in eine Buchte, wo sie Vollmilch aus einem großen Fass nuckeln können.
Bei dem warmen Wetter sucht die sich hauptsächlich auf den Kälberstall konzentrierende Schadnagerbekämpfsbrigade dann in dieser Gruppe Liegeplätze mit Durchlüftung.

Benjamin


Rüben beregnen

Wenn man keine 90er-Lössböden für die Zuckerrüben hat muss man dies irgendwie kompensieren, z.B. über Beregnung. So wird nun auch der Rübenacker beregnet (siehe auch Post vom 28.05.).
Hier mal ein Foto unter der Trommel hindurch: Das Kabel führt zur Sensorrolle an der Spulvorrichtung, womit die Einzugsgeschwindigkeit ermittelt wird. Die Regelung der Geschwindigkeit erfolgt dann über ein Ventil, das steuert wieviel des Wassers über die Turbine geleitet wird, die die Trommel antreibt.
Im Hintergrund sieht man in 445 m Entfernung den Regner.

Benjamin

Freitag, 25. Juli 2014

Pumpe ziehen

Mein Kollege der für die Biogasanlage zuständig ist hat nächste Woche Urlaub und in dieser Zeit soll ich vertretungsweise die Anlage überwachen. Heute bei der Einweisung ließ sich die Pumpe in der zentralen Sammelgrube, die die Gülle in den Fermenter pumpt nicht anschalten. Gerade passend für den Freitagnachmittag. Eine Abordnung der Werkstatt rückte mit dem zum Getreideladen gemieteten Teleskoplader (Claas Scorpion 9055) an, um die Pumpe rauszuziehen. Als die Pumpe rausgezogen und saubergemacht war, fand sich die Ursache schnell: Über die Zeit angesammelte Reste von Ballengarn hatten die Schneidvorrichtung blockiert.

Benjamin

Mittwoch, 23. Juli 2014

Nachlöscharbeiten

Lag heute früh kein Brandgeruch mehr über dem Hof, so flammte mittags in der prallen Sonne und bei stetigem Wind das Feuer an den Resten der abgebrannten Heuballen wieder auf. Meine Assistentin hatte es bemerkt und gleich mit Sand zugeschaufelt bevor sie mir Bescheid sagte, um mit dem Hoflader eine Schaufel voll Wasser zu holen. Danach forderte ich wieder das Wasserfass an, welches von der Brandwache beim Mähen abgezogen wurde. Und kaum war das da mussten wir von den "geretteten" Ballen einen qualmenden auseinanderziehen, der kurz davor stand ebenfalls abzubrennen.
Haben nun sicherheitshalber einen langen Wasserschlauch, den die Baubrigade auf dem Hof vergessen hatte, bereitgelegt.

Benjamin

Dienstag, 22. Juli 2014

Kokelheu

Heute habe ich meinen ersten passiven Feuerwehreinsatz erlebt. War gerade morgens aufgestanden als mich mein Kollege anrief, dass eine der Strohmieten am Rand der Milchviehanlage brennt. Da war ich gleich hellwach. Der Beschreibung nach war es aber die Miete mit dem Heu in Rundballen.
Wie sich dann die 15 Minuten Fahrt von Grabow nach Boberow ziehen können.
Als ich ankam war die Feuerwehr schon am löschen und meine Kollegen zogen die Ballen mit Front- und Teleskoplader auseinander. Das Feuer war noch recht klein gewesen und nur um die 20 Ballen angekokelt. Und man merkte wieder einmal die Dimensionen von fast 4.000 ha bis vom Technikstützpunkt endlich der schwere Radlader und das Wasserfass angerückt kamen.
Nachdem alles weggeräumt war deuteten die Brandspuren auf eine Selbstentzündung hin.

Wenn um halb sieben die Feuerwehr wieder abrückt kann der Tag nur noch besser werden:



















Die Überbleibsel: Vorne das auseinandergezogene und abgelöschte Heu, rechts die unversehrten Ballen und in der Mitte die nicht betroffene Strohmiete:



















Benjamin