Aktuell wird nicht nur auf der Milchviehanlage in Pinnow gebaut sonden auch in Boberow. Heute wurde das Fundament für den neuen Milchtank betoniert. Da kommt nämlich auch ein 30.000 l-Außentank hin. Mit der dann möglichen melkzeitunabhängigen Abholung und dem 3-Zoll-Anschluss (siehe auch Post vom 30.12.2017) gibt es Milchpreisaufschläge (die vorher vom Grundpreis abgezogen wurden), mit denen sich die Investition lohnt. Das ist auch die offizielle Absicht von Arla die Höfe in Richtung einer für die Milcherfassung günstigen Struktur zu lenken.
Das Fundament misst 3,4 x 3,4 m und ist 70 cm stark, mit einem Volumen von 8,01 m³ und 20 t Beton:
Benjamin
Mittwoch, 28. November 2018
Dienstag, 27. November 2018
Bluten 2018
Am letzten Donnerstag war die Jahresblutung in Boberow für die Paratuberkulose-Sanierung. Hatte doch ein gutes Team zusammengestellt für die Aktion, wo es wie fast immer nur danach ging wer überhaupt verfügbar und nicht für andere Arbeiten eingeteilt ist. Ging zügig vonstatten, sehr ruhig und damit sauber, weil aufgeregt umher rennende Kühe sonst viele Gülle „aufwirbeln“. Die Stimmung war gut und die Sprüche dabei (fast schon zu) locker. Traditionell findet es im Spätherbst statt und mit 2 Grad war es doch frisch, dass zwischendrin ein Versorgungstrupp nach Pinnow geschickt wurde zum Kaffee holen für eine Aufwärmpause im Aufenthaltsraum.
Abends hatte ich wieder die ganzen Etiketten der Probenröhrchen auf die Zettel des Untersuchungsantrags zu kleben (vgl. Post vom 28.11.2016). Wo ich anschließend noch einen zweiten nachdrucken musste. Dies hing mit den Auswahlkriterien zusammen. Es heißt immer alle Kühe und die Färsen die älter als zwei Jahre sind. Und so hatte ich als Auswahlkriterium in der HIT-Datenbank (quasi das Kuh-Melderegister) "> 24 Mon." angeklickt. Drei Färsen waren da nicht dabei, weil in der Datenbank das Alter fehlte, warum auch immer. Dazu fehlten noch 5 Kühe, weil noch keine zwei Jahre alt. Das hatte ich gar nicht bedacht, weil bis letztem Jahr mit den 29 Monaten Erstkalbealter keine jemals in die Nähe davon gekommen war.
Benjamin
Abends hatte ich wieder die ganzen Etiketten der Probenröhrchen auf die Zettel des Untersuchungsantrags zu kleben (vgl. Post vom 28.11.2016). Wo ich anschließend noch einen zweiten nachdrucken musste. Dies hing mit den Auswahlkriterien zusammen. Es heißt immer alle Kühe und die Färsen die älter als zwei Jahre sind. Und so hatte ich als Auswahlkriterium in der HIT-Datenbank (quasi das Kuh-Melderegister) "> 24 Mon." angeklickt. Drei Färsen waren da nicht dabei, weil in der Datenbank das Alter fehlte, warum auch immer. Dazu fehlten noch 5 Kühe, weil noch keine zwei Jahre alt. Das hatte ich gar nicht bedacht, weil bis letztem Jahr mit den 29 Monaten Erstkalbealter keine jemals in die Nähe davon gekommen war.
Benjamin
Montag, 26. November 2018
Baufortschitt November - Teil 2
Letzte Woche wurden die Giebelverkleidungen am neuen Kuhstall aufgestellt und nun wird das Dach gedeckt. Am Mittwoch wurden die ganzen Liegeboxenbügel geliefert, die ich dann mal schnell neben der Tierarztvisite annahm, da sich auf der Baustelle niemand zuständig fühlte.
Blick den Futtertisch entlang, hier stehe ich im Bereich wo die Futtertischbrücke hinkommt:
Und einen der Laufgänge entlang mit dem Podest für die Tränke im Übergang:
Benjamin
Blick den Futtertisch entlang, hier stehe ich im Bereich wo die Futtertischbrücke hinkommt:
Und einen der Laufgänge entlang mit dem Podest für die Tränke im Übergang:
Benjamin
Samstag, 24. November 2018
Nachtschicht
Wir wünschen uns freitags immer ein ruhiges Wochenende, denn der diensthabende Ingenieur ist dann als Einzelkämpfer für die Leitung der gesamten Abteilung zuständig und das kann auch mal stressiger werden.
Mein Wochenende fing gestern um 23:52 Uhr an. Da rief die späte Melkschicht an, die gerade aus Garlin nach Pinnow zurückgekommen waren, dass im Melkhaus der Strom ausgefallen ist und in der Abkalbebox eine Kuh mit Scheidenvorfall steht.
Da hatte ich zunächst die größten Bedenken, ob auch die Milchkühlung ausgefallen ist, was nicht der Fall war.
Unter Fernanleitung der Werkstatt konnte ich den Ausfall auf eine rausgeflogene Sicherung eingrenzen, wahrscheinlich durch einen Kurzschluss der Tauchpumpe, die das Karussell entwässert. Ich war dann die ganze Zeit in der Abkalbebox und bekam gar nicht mit, dass beinahe der gesamte Innenbereich vom Karussell (Subway) abgesoffen wäre, was aber behoben werden konnte.
Kuh 1053 hatte schon vor vier Wochen als Trockensteher einen Scheidenvorfall (Prolaps vaginae). Das ist die „kleinere Variante“ vom Gebärmuttervorfall (Prolaps uteri; siehe auch Post vom 09.07.2016), wo nicht die gesamte Gebärmutter auf links rausgedrückt wird sondern nur die Scheide, so 20 cm vielleicht. Da die Gebärmutter davon nicht betroffen ist geht die Trächtigkeit normal weiter. Da wurde auch eine Klammer angebracht, dass alles drinnen bleibt und jetzt vor der Kalbung entfernt, weil die nicht nachgeben und alles zerreißen würde. Die Kalbung ging dann heute Nacht los. Die Kuh drückte wieder die Scheide raus und es kam auch schon Schleim raus. Da das dann abgedrückt ist und sich nicht weiten kann ist so die Geburt unmöglich. Einzige Möglichkeit war ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea). Konnten sie in die leere Abkalbebucht nehmen und anstelle der Funzel-Beleuchtung habe ich auf der Kälberstall-Baustelle einen Halogenstrahler gefunden und ans Nackenrohr geschraubt.
Sie war aber sehr unkooperativ und wild, sodass eine Sedierung nötig war, worauf sie sich hinlegte. Was wiederum ungünstig ist weil so der Pansen obenauf liegt.
Hat aber geklappt, ein weibliches Kalb und sehr vital.
Um halb sechs war die Kuh wieder zugenäht und alles aufgeräumt und ich konnte vor dem geplanten Schichtbeginn nochmal heimfahren zum Frühstück.
Mittags, das Kalb um die acht Stunden alt und sehr mobil. Noch in der Abkalbebox, aber dort war es schon rechtzeitig mit Kolostrum aus dem Vorrat versorgt worden:
Benjamin
Mein Wochenende fing gestern um 23:52 Uhr an. Da rief die späte Melkschicht an, die gerade aus Garlin nach Pinnow zurückgekommen waren, dass im Melkhaus der Strom ausgefallen ist und in der Abkalbebox eine Kuh mit Scheidenvorfall steht.
Da hatte ich zunächst die größten Bedenken, ob auch die Milchkühlung ausgefallen ist, was nicht der Fall war.
Unter Fernanleitung der Werkstatt konnte ich den Ausfall auf eine rausgeflogene Sicherung eingrenzen, wahrscheinlich durch einen Kurzschluss der Tauchpumpe, die das Karussell entwässert. Ich war dann die ganze Zeit in der Abkalbebox und bekam gar nicht mit, dass beinahe der gesamte Innenbereich vom Karussell (Subway) abgesoffen wäre, was aber behoben werden konnte.
Kuh 1053 hatte schon vor vier Wochen als Trockensteher einen Scheidenvorfall (Prolaps vaginae). Das ist die „kleinere Variante“ vom Gebärmuttervorfall (Prolaps uteri; siehe auch Post vom 09.07.2016), wo nicht die gesamte Gebärmutter auf links rausgedrückt wird sondern nur die Scheide, so 20 cm vielleicht. Da die Gebärmutter davon nicht betroffen ist geht die Trächtigkeit normal weiter. Da wurde auch eine Klammer angebracht, dass alles drinnen bleibt und jetzt vor der Kalbung entfernt, weil die nicht nachgeben und alles zerreißen würde. Die Kalbung ging dann heute Nacht los. Die Kuh drückte wieder die Scheide raus und es kam auch schon Schleim raus. Da das dann abgedrückt ist und sich nicht weiten kann ist so die Geburt unmöglich. Einzige Möglichkeit war ein Kaiserschnitt (Sectio caesarea). Konnten sie in die leere Abkalbebucht nehmen und anstelle der Funzel-Beleuchtung habe ich auf der Kälberstall-Baustelle einen Halogenstrahler gefunden und ans Nackenrohr geschraubt.
Sie war aber sehr unkooperativ und wild, sodass eine Sedierung nötig war, worauf sie sich hinlegte. Was wiederum ungünstig ist weil so der Pansen obenauf liegt.
Hat aber geklappt, ein weibliches Kalb und sehr vital.
Um halb sechs war die Kuh wieder zugenäht und alles aufgeräumt und ich konnte vor dem geplanten Schichtbeginn nochmal heimfahren zum Frühstück.
Mittags, das Kalb um die acht Stunden alt und sehr mobil. Noch in der Abkalbebox, aber dort war es schon rechtzeitig mit Kolostrum aus dem Vorrat versorgt worden:
Benjamin
Montag, 19. November 2018
1000. Post
Jubiläum für den Kuhblog! Heute gibt es den 1000. Post.
Ich freue mich besonders in welchem Rahmen ich dieses Jubiläum begehen kann. Vor so 4 Jahren dachte ich mir noch, dass ich den Kuhblog mit abnehmendem Interesse auslaufen lassen werde, vielleicht nach rund 1.000 Posts so im Jahr 2021. Aber dann entwickelte es sich anders: Die Idaho-Serie, über den Stallbau und die Berichte wenn es mich wieder mal nach draußen zieht. Und der Kuhblog hat mehr Leser als jemals zuvor, jetzt schon ist das Jahr 2018 das bisher Erfolgreichste.
Auch hat sich das Zielpublikum geändert, waren es zunächst die Kumpels in der alten Heimat, dass ich nicht jedem persönlich E-Mails über das Aktuelle schreiben muss ist es jetzt quer durch Deutschland von Mecklenburg bis ins südliche Bayern. Also was ich definitiv weiß; im Ausland gibt es aber bestimmt auch Leser.
Stolz bin ich auf das Drumherum das um den Blog entstanden ist.
Dass in der breit gestreuten Kuhblog-Leserschaft immenses Wissen schlummert (siehe auch Kommentar zum Post vom 02.07.2018).
Der Kuhblog als Quelle rund um Kühe und Milchviehhaltung dient (siehe Post vom 22.07.2018).
Die Kontakte die sich ausschließlich über den Kuhblog ergeben haben und zu teilweise intensiver Zusammenarbeit geführt haben.
Der Kuhblog bei manchen die Kuhverrücktheit gefördert hat.
Dass ich manchmal 5 Minuten nach einem besonders abenteuerlichen Post eine erstaunte SMS bekommen habe.
Und natürlich auch das persönliche Feedback, wenn mir (meist weitläufige) Bekannte erzählen, dass sie auch den Kuhnlog lesen.
Wie schon mehrmals aus dem aktuellen Anlass aus den Blog-Statistiken.
Die beliebtesten Posts:
1. Ein noch relativ junger, aber dennoch mit riesigem Abstand der Post über meine Kompakt-TMR-Versuche. Was auch ein Zeichen für die Aktualität des Themas sein dürfte.
2. Der Post über die letzte Pegeltour 2014. Mit einem Foto das schon klischeehaft typisch für Brandenburg ist.
3. Der Post über das Transponderlesegerät. Landwirtschaft 4.0. Digitalisierung. Der Kuhblog am Puls der Zeit. Auch wenn es lange nichts mehr drüber zu lesen gab so hat es sich aber trotzdem langsam entwickelt und es werden dazu in nächster Zeit auch wieder Posts kommen.
Auf die nächsten 1.000 Posts zusammen mit Euch!
Benjamin
Ich freue mich besonders in welchem Rahmen ich dieses Jubiläum begehen kann. Vor so 4 Jahren dachte ich mir noch, dass ich den Kuhblog mit abnehmendem Interesse auslaufen lassen werde, vielleicht nach rund 1.000 Posts so im Jahr 2021. Aber dann entwickelte es sich anders: Die Idaho-Serie, über den Stallbau und die Berichte wenn es mich wieder mal nach draußen zieht. Und der Kuhblog hat mehr Leser als jemals zuvor, jetzt schon ist das Jahr 2018 das bisher Erfolgreichste.
Auch hat sich das Zielpublikum geändert, waren es zunächst die Kumpels in der alten Heimat, dass ich nicht jedem persönlich E-Mails über das Aktuelle schreiben muss ist es jetzt quer durch Deutschland von Mecklenburg bis ins südliche Bayern. Also was ich definitiv weiß; im Ausland gibt es aber bestimmt auch Leser.
Stolz bin ich auf das Drumherum das um den Blog entstanden ist.
Dass in der breit gestreuten Kuhblog-Leserschaft immenses Wissen schlummert (siehe auch Kommentar zum Post vom 02.07.2018).
Der Kuhblog als Quelle rund um Kühe und Milchviehhaltung dient (siehe Post vom 22.07.2018).
Die Kontakte die sich ausschließlich über den Kuhblog ergeben haben und zu teilweise intensiver Zusammenarbeit geführt haben.
Der Kuhblog bei manchen die Kuhverrücktheit gefördert hat.
Dass ich manchmal 5 Minuten nach einem besonders abenteuerlichen Post eine erstaunte SMS bekommen habe.
Und natürlich auch das persönliche Feedback, wenn mir (meist weitläufige) Bekannte erzählen, dass sie auch den Kuhnlog lesen.
Wie schon mehrmals aus dem aktuellen Anlass aus den Blog-Statistiken.
Die beliebtesten Posts:
1. Ein noch relativ junger, aber dennoch mit riesigem Abstand der Post über meine Kompakt-TMR-Versuche. Was auch ein Zeichen für die Aktualität des Themas sein dürfte.
2. Der Post über die letzte Pegeltour 2014. Mit einem Foto das schon klischeehaft typisch für Brandenburg ist.
3. Der Post über das Transponderlesegerät. Landwirtschaft 4.0. Digitalisierung. Der Kuhblog am Puls der Zeit. Auch wenn es lange nichts mehr drüber zu lesen gab so hat es sich aber trotzdem langsam entwickelt und es werden dazu in nächster Zeit auch wieder Posts kommen.
Auf die nächsten 1.000 Posts zusammen mit Euch!
Benjamin
Sonntag, 18. November 2018
Tilly
Am Mittwoch hat Tina zum 10. Mal gekalbt. Bis Darina im März kalbt ist sie somit unsere einzige Kuh in der 10. Laktation.
Im Vorfeld hatte ich schon Bedenken, dass alles glatt geht. Laut Herde-Programm war der voraussichtliche Kalbetermin der 14. November. Da sie aber mit einem Weißblauen Belgier besamt war, die eine etwas längere Tragezeit haben schätzte ich es nach meinen Statistiken auf den 16. November (siehe auch Post vom 06.04.2018). Und der 15. November war schon seit zwei Jahren für den Besuch auf der Eurotier eingeplant. Da unser Abkalbestall zudem nachts ganze 9 Stunden als unbesetzt ist wollte ich schon Nachtwache machen. Klar ist das keine vernünftige Lösung und man müsste das Problem grundsätzlich angehen aber auf die Schnelle ist eine Ausnahme für die beste Kuh in Ordnung.
Aber sie kalbte schon am Mittwoch. Vormittags hielt sie fast demonstrativ den Schwanz ab und die Beckenbänder waren weich. Die lockern sich vor der Geburt, auch wenn das kein 100% Zeichen für den genauen Zeitpunkt ist. Vor allem habe ich keine Erfahrung damit weil unsere Kühe einen normalerweise nicht so nah heranlassen, aber Tina war sich ihres Sonderstatus bewusst und hielt die Tage davor als brav still. Mittags kam das Kalb, alles problemlos, weil auch recht klein mit 31,5 kg. Name: AGB 61 155 Tilly.
Vater ist Gunvald, ein Weißblauer Belgier von der RinderAllianz, der aber nicht mehr im Angebot ist weil er nicht die typische Farbe vererbt. Die Kälber sehen halt nicht nach Belgier-Kreuzung aus sondern eher nach Uckermärker oder Charolais.
Benjamin
Im Vorfeld hatte ich schon Bedenken, dass alles glatt geht. Laut Herde-Programm war der voraussichtliche Kalbetermin der 14. November. Da sie aber mit einem Weißblauen Belgier besamt war, die eine etwas längere Tragezeit haben schätzte ich es nach meinen Statistiken auf den 16. November (siehe auch Post vom 06.04.2018). Und der 15. November war schon seit zwei Jahren für den Besuch auf der Eurotier eingeplant. Da unser Abkalbestall zudem nachts ganze 9 Stunden als unbesetzt ist wollte ich schon Nachtwache machen. Klar ist das keine vernünftige Lösung und man müsste das Problem grundsätzlich angehen aber auf die Schnelle ist eine Ausnahme für die beste Kuh in Ordnung.
Aber sie kalbte schon am Mittwoch. Vormittags hielt sie fast demonstrativ den Schwanz ab und die Beckenbänder waren weich. Die lockern sich vor der Geburt, auch wenn das kein 100% Zeichen für den genauen Zeitpunkt ist. Vor allem habe ich keine Erfahrung damit weil unsere Kühe einen normalerweise nicht so nah heranlassen, aber Tina war sich ihres Sonderstatus bewusst und hielt die Tage davor als brav still. Mittags kam das Kalb, alles problemlos, weil auch recht klein mit 31,5 kg. Name: AGB 61 155 Tilly.
Vater ist Gunvald, ein Weißblauer Belgier von der RinderAllianz, der aber nicht mehr im Angebot ist weil er nicht die typische Farbe vererbt. Die Kälber sehen halt nicht nach Belgier-Kreuzung aus sondern eher nach Uckermärker oder Charolais.
Benjamin
Freitag, 16. November 2018
Besuch aus Gundheim - Teil 2
Bei den Fotos vom Besuch meiner Eltern fehlt natürlich noch Pinnow.
Das Melkkarussell hatten sie noch nicht in Betrieb gesehen und das macht halt was her, das ist ganz unabhängig vom Alter (siehe auch Post vom 30.06.2015)
Da ich einen von zwei Schlüsseln für das Obergeschoss habe konnten wir uns das auch von oben ankucken. Wobei ich darauf geachtet habe, dass es genau mitten in einer Gruppe ist und somit keine Plätze frei sind:
Im neuen Kuhstall waren wir auch, wo sich jetzt auch die ganzen Abmessungen erkennen lassen. Das erste Foto auf dem Futtertisch:
Benjamin
Das Melkkarussell hatten sie noch nicht in Betrieb gesehen und das macht halt was her, das ist ganz unabhängig vom Alter (siehe auch Post vom 30.06.2015)
Da ich einen von zwei Schlüsseln für das Obergeschoss habe konnten wir uns das auch von oben ankucken. Wobei ich darauf geachtet habe, dass es genau mitten in einer Gruppe ist und somit keine Plätze frei sind:
Im neuen Kuhstall waren wir auch, wo sich jetzt auch die ganzen Abmessungen erkennen lassen. Das erste Foto auf dem Futtertisch:
Benjamin
Donnerstag, 15. November 2018
Besuch aus Gundheim - Teil 1
Gerade bin ich auf dem Rückweg von der diesjährigen Eurotier in Hannover - Bericht folgt im Kuhblog! - und habe eine unplanmässigen Aufenthalt in Berlin-Spandau wegen Verspätung von Anschlusszügen. Aber der sehr bemühte Zugführer hat meine Fahrkarte umgeschrieben und so komme ich noch heute heim.
Und in der Zwischenzeit kann ich das Aktuellste im Blog schreiben:
Am letzten Wochenende hatte ich nach mehreren Jahren mal wieder Besuch von meinen Eltern. Normalerweise bevorzuge ich es ja sie zu besuchen weil nicht so stressig und ich dann gleich Besuche bei Bekannten in der alten Heimat anhängen kann.
Was es Neues gibt? „Wir haben jetzt Autobahn!“ Dazu noch wenig befahren.
Haben nur eine kleine Runde über die Höfe gemacht: Milchviehanlagen in Boberow und Pinnow sowie Jungvieh in Sargleben.
Mein Vater hat mit seiner Spiegelreflexkamera paar schöne Fotos gemacht, an deren Qualität ich mit meiner Kamera bzw. erst recht mit den Handyfotos nicht rankomme.
In Boberow im großen Kuhstall die mittlere Leistungsgruppe. Die habe ich letzte Woche ziemlich umgekrempelt. Da hatte ich die letzten Monate nur noch Jungkühe in der ersten Laktation drin. Aber da die Gruppengrösse nicht zu deren Anteil in der Herde passte habe ich jetzt wieder Mehrkalbskühe dazugestellt. Aber nur ein Drittel, dass die die kleinen nicht zu sehr verdrängen, was schon ein Problem sein kann. 2101 Jule, in der 5. Laktation, ist eine von den „Alten“:
Im Jungviehstall die Färsen von 7 - 13 Monaten alle nebeneinander beim Fressen nach der nachmittäglichen Futtervorlage. So fokusiert über die gesamte Länge sieht man erstmal wie krumm der Nackenriegel ist:
Eigentlich wollten wir in Sargleben Apolla besuchen, fanden sie aber nicht. Wahrscheinlich ist sie im Herde-Programm noch in der falschen Gruppe gemeldet. Dafür aber die dicke Hokkaido, die man aber zwischen den Holsteins leicht heraussieht: 30 cm niedriger und 30 cm breiter. Die Färsen sind zwar nicht so neugierig dass sie herkommen aber beobachtet werden muss es trotzdem.
Benjamin
Und in der Zwischenzeit kann ich das Aktuellste im Blog schreiben:
Am letzten Wochenende hatte ich nach mehreren Jahren mal wieder Besuch von meinen Eltern. Normalerweise bevorzuge ich es ja sie zu besuchen weil nicht so stressig und ich dann gleich Besuche bei Bekannten in der alten Heimat anhängen kann.
Was es Neues gibt? „Wir haben jetzt Autobahn!“ Dazu noch wenig befahren.
Haben nur eine kleine Runde über die Höfe gemacht: Milchviehanlagen in Boberow und Pinnow sowie Jungvieh in Sargleben.
Mein Vater hat mit seiner Spiegelreflexkamera paar schöne Fotos gemacht, an deren Qualität ich mit meiner Kamera bzw. erst recht mit den Handyfotos nicht rankomme.
In Boberow im großen Kuhstall die mittlere Leistungsgruppe. Die habe ich letzte Woche ziemlich umgekrempelt. Da hatte ich die letzten Monate nur noch Jungkühe in der ersten Laktation drin. Aber da die Gruppengrösse nicht zu deren Anteil in der Herde passte habe ich jetzt wieder Mehrkalbskühe dazugestellt. Aber nur ein Drittel, dass die die kleinen nicht zu sehr verdrängen, was schon ein Problem sein kann. 2101 Jule, in der 5. Laktation, ist eine von den „Alten“:
Im Jungviehstall die Färsen von 7 - 13 Monaten alle nebeneinander beim Fressen nach der nachmittäglichen Futtervorlage. So fokusiert über die gesamte Länge sieht man erstmal wie krumm der Nackenriegel ist:
Eigentlich wollten wir in Sargleben Apolla besuchen, fanden sie aber nicht. Wahrscheinlich ist sie im Herde-Programm noch in der falschen Gruppe gemeldet. Dafür aber die dicke Hokkaido, die man aber zwischen den Holsteins leicht heraussieht: 30 cm niedriger und 30 cm breiter. Die Färsen sind zwar nicht so neugierig dass sie herkommen aber beobachtet werden muss es trotzdem.
Benjamin
Mittwoch, 7. November 2018
Baufortschritt November - Teil 1
So sieht es aktuell im neuen Kuhstall aus: Beim Hallenbau ist jetzt Halbzeit; das Gerüst steht und dieser Tage werden die Verspannungen eingebaut:
Benjamin
Benjamin
Dienstag, 6. November 2018
Karussell zerschneiden
Aus der Kategorie: Der alltägliche Wahnsinn.
Am Donnerstag musste am Karussell geflext werden. Kuh 797 hatte am Mittwoch zum sechsten Mal gekalbt und war noch etwas wacklig auf den Beinen wie sich dann erst im Nachhinein herausstellte. Also eine Kuh die man zum Melken eigentlich nicht auf das Karussell schicken würde sondern auf einen separaten Repro-Melkstand (vgl. Post vom 07.12.2014), sofern man einen hat...
Zumindest fiel sie dann auf ihrem Platz hin und rutschte nach hinten von der Plattform runter. Als ausgewachse Kuh ist sie dann aber so groß, dass sie zwischen der Plattform und dem untersten Rohr des äußeren Begrenzungsrings stecken blieb. Einzige Möglichkeit: Das Rohr durchflexen und wegbiegen. Da wir auf der Anlage in Pinnow kein Werkzeug haben musste extra ein Werkstatttrupp aus Pröttlin anrücken.
Nachdem die Kuh runtergezogen war stand sie auch wieder auf wo wir befürchtete hatten, dass sie sich an der Wirbelsäule Nerven eingeklemmt haben könnte.
Fazit: Da würde der "Tierschutz-TÜV" helfen, dass Stalleinrichtung vor der Markteinführung auf ihre Sicherheit getestet wird und man nicht solchen "blauen Plunder" bekommt.
Das abgeflexte Rohr wurde mit einer Schelle provisorisch fixiert und am Freitag wieder ordentlich angeschweißt:
Benjamin
Am Donnerstag musste am Karussell geflext werden. Kuh 797 hatte am Mittwoch zum sechsten Mal gekalbt und war noch etwas wacklig auf den Beinen wie sich dann erst im Nachhinein herausstellte. Also eine Kuh die man zum Melken eigentlich nicht auf das Karussell schicken würde sondern auf einen separaten Repro-Melkstand (vgl. Post vom 07.12.2014), sofern man einen hat...
Zumindest fiel sie dann auf ihrem Platz hin und rutschte nach hinten von der Plattform runter. Als ausgewachse Kuh ist sie dann aber so groß, dass sie zwischen der Plattform und dem untersten Rohr des äußeren Begrenzungsrings stecken blieb. Einzige Möglichkeit: Das Rohr durchflexen und wegbiegen. Da wir auf der Anlage in Pinnow kein Werkzeug haben musste extra ein Werkstatttrupp aus Pröttlin anrücken.
Nachdem die Kuh runtergezogen war stand sie auch wieder auf wo wir befürchtete hatten, dass sie sich an der Wirbelsäule Nerven eingeklemmt haben könnte.
Fazit: Da würde der "Tierschutz-TÜV" helfen, dass Stalleinrichtung vor der Markteinführung auf ihre Sicherheit getestet wird und man nicht solchen "blauen Plunder" bekommt.
Das abgeflexte Rohr wurde mit einer Schelle provisorisch fixiert und am Freitag wieder ordentlich angeschweißt:
Benjamin
Sonntag, 4. November 2018
Fortschritte!
Letzte Woche am Dienstag war die Jahreshauptversammlung unseres Besamungsvereins. Es gab den Bericht zur Exkursion zum Milchgut Görlsdorf im September, wo ich nicht dabei gewesen war, weil schon im Mai zur Testherdentagung dort (siehe Post vom 04.06.2018).
Dr. Osmers von der RBB stellte die neusten Besamungsbullen vor und präsentierte statistische Daten zur Entwicklung der Nutzungsdauer in der Brandenburger Milchviehpopulation. Jeder Betrieb bekam seine individuellen Zahlen bis zurück nach 1995. Im Vergleich waren immer das oberste Viertel der Betriebe angegeben, wobei alle heutigen Betriebe in den 1990er dazu gehört haben dürften. Entwicklung über die letzten 20 Jahre:
Erstkalbealter Nutzungsdauer Lebensleistung Lebenstagsleistung
1997 AG Boberow 30,9 Mon. 35,8 Mon. 18.979 kg 9,4 kg
BB +25 % 29,8 Mon. 31,9 Mon. 15.454 kg 8,2 kg
2007 AG Boberow 27,8 Mon. 31,8 Mon. 21.589 kg 11,9 kg
BB +25 % 26,5 Mon. 32,7 Mon. 25.231 kg 14,0 kg
2017 AG Boberow 28,0 Mon. 40,3 Mon. 32.024 kg 15,4 kg
BB +25 % 25,4 Mon. 37,4 Mon. 32.532 kg 17,0 kg
Für Brandenburg gesehen ist die Jahresleistung kontinuierlich gestiegen und das Erstkalbealter gesunken. Dadurch ist die Lebensleistung und die Lebenstagsleistung auch ständig gestiegen. Die Nutzungsdauer der Kühe war bis Mitte der 2000er recht konstant, seitdem ansteigend, seit der Einführung der genomischen Zuchtwertschätzung 2010 stärker, da sich dadurch die Sicherheit der Nutzungsdauerzuchtwerte erhöht hat.
Ich beschäftige mich erst seit 5 Jahren mit diesen Zahlen und so war es für mich dann doch erstaunlich wie schlecht die mal waren bzw. welche großen Fortschritte es in der Vergangenheit schon gab.
Benjamin
Dr. Osmers von der RBB stellte die neusten Besamungsbullen vor und präsentierte statistische Daten zur Entwicklung der Nutzungsdauer in der Brandenburger Milchviehpopulation. Jeder Betrieb bekam seine individuellen Zahlen bis zurück nach 1995. Im Vergleich waren immer das oberste Viertel der Betriebe angegeben, wobei alle heutigen Betriebe in den 1990er dazu gehört haben dürften. Entwicklung über die letzten 20 Jahre:
Erstkalbealter Nutzungsdauer Lebensleistung Lebenstagsleistung
1997 AG Boberow 30,9 Mon. 35,8 Mon. 18.979 kg 9,4 kg
BB +25 % 29,8 Mon. 31,9 Mon. 15.454 kg 8,2 kg
2007 AG Boberow 27,8 Mon. 31,8 Mon. 21.589 kg 11,9 kg
BB +25 % 26,5 Mon. 32,7 Mon. 25.231 kg 14,0 kg
2017 AG Boberow 28,0 Mon. 40,3 Mon. 32.024 kg 15,4 kg
BB +25 % 25,4 Mon. 37,4 Mon. 32.532 kg 17,0 kg
Für Brandenburg gesehen ist die Jahresleistung kontinuierlich gestiegen und das Erstkalbealter gesunken. Dadurch ist die Lebensleistung und die Lebenstagsleistung auch ständig gestiegen. Die Nutzungsdauer der Kühe war bis Mitte der 2000er recht konstant, seitdem ansteigend, seit der Einführung der genomischen Zuchtwertschätzung 2010 stärker, da sich dadurch die Sicherheit der Nutzungsdauerzuchtwerte erhöht hat.
Ich beschäftige mich erst seit 5 Jahren mit diesen Zahlen und so war es für mich dann doch erstaunlich wie schlecht die mal waren bzw. welche großen Fortschritte es in der Vergangenheit schon gab.
Benjamin
Samstag, 3. November 2018
Nach Wetzin
Letzte Woche ging es nach den Vorträgen in Kobrow zur Milchviehanlage Wetzin der Gut Sternberg. Dort haben ForFarmers und Förster bei einer Neuinvestition der Tränketechnik das neu aufgezogen und zwei Studentinnen haben damit einen Versuch gemacht für ihre Abschlussarbeiten.
Daneben gab es auf verschiedenen Stellen der Anlage Demonstrationen: Kolostrummanagement, Kälber wiegen, Elektrolyttränke bei Kälber drenchen als Sofortmaßnahme bei starkem Durchfall um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Damit habe ich mich noch nie beschäftigt aber absolut sinnvoll. Bei der Vorbereitungsfütterung der Transitkühe (Transen), wo es alleine darauf ankommt die Futteraunahme hochzuhalten um die Nährstoffversorgung zu sichern.
Zur eigentlichen Kälberaufzucht: Mit zwei Wochen kommen die Tränkekälber in die Gruppenhaltung. Ein Tränkeautomat für vier Gruppen mit Förster Hygienebox und jeweils einem Kraftfutterautomaten mit Wiegeeinrichtung dazu. Die Tränkedauer beträgt 14 Wochen, die gleiche verlängerte Tränkekurve wie sie auch auf der Neumühle gemacht wird. Damit sehr gute Zunahmen von durchschnittlich 930 g pro Tag. Zwei Wochen nach dem Absetzen mit 112 Tagen Alter wogen die Kälber im Schnitt 146 kg, das schwerste sogar 169 kg! Im Vergleich dazu waren es bei den Auswertungen zum Kälberwachstum der Landesforschungsanstalt in diesem Alter knapp 120 kg gewesen. Wo man im Stall auch hinkuckte: Überall schöne runde und glatte Kälber.
Zur Demonstration hatte eines der Kälber ein Smart Neckband (vgl. Post vom 22.05.2018) um. Wird zwar meistens als Spielerei abgetan, aber dagegen der Vorteil genannt, dass man ein Kalb in der Gruppe sofort findet ohne alle aufzuscheuchen und durcheinanderzujagen. Und tatsächlich: Das ist zwar kein rotes Licht wie auf den Werbefotos sondern ein grünes Blinkendes, aber auch bei dem verregnetem Wetter im düsteren Stall dermaßen auffällig, dass die Kälber damit bestimmt für die Beweidung auf internationalen Flughäfen zugelassen sind.
Benjamin
Daneben gab es auf verschiedenen Stellen der Anlage Demonstrationen: Kolostrummanagement, Kälber wiegen, Elektrolyttränke bei Kälber drenchen als Sofortmaßnahme bei starkem Durchfall um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Damit habe ich mich noch nie beschäftigt aber absolut sinnvoll. Bei der Vorbereitungsfütterung der Transitkühe (Transen), wo es alleine darauf ankommt die Futteraunahme hochzuhalten um die Nährstoffversorgung zu sichern.
Zur eigentlichen Kälberaufzucht: Mit zwei Wochen kommen die Tränkekälber in die Gruppenhaltung. Ein Tränkeautomat für vier Gruppen mit Förster Hygienebox und jeweils einem Kraftfutterautomaten mit Wiegeeinrichtung dazu. Die Tränkedauer beträgt 14 Wochen, die gleiche verlängerte Tränkekurve wie sie auch auf der Neumühle gemacht wird. Damit sehr gute Zunahmen von durchschnittlich 930 g pro Tag. Zwei Wochen nach dem Absetzen mit 112 Tagen Alter wogen die Kälber im Schnitt 146 kg, das schwerste sogar 169 kg! Im Vergleich dazu waren es bei den Auswertungen zum Kälberwachstum der Landesforschungsanstalt in diesem Alter knapp 120 kg gewesen. Wo man im Stall auch hinkuckte: Überall schöne runde und glatte Kälber.
Zur Demonstration hatte eines der Kälber ein Smart Neckband (vgl. Post vom 22.05.2018) um. Wird zwar meistens als Spielerei abgetan, aber dagegen der Vorteil genannt, dass man ein Kalb in der Gruppe sofort findet ohne alle aufzuscheuchen und durcheinanderzujagen. Und tatsächlich: Das ist zwar kein rotes Licht wie auf den Werbefotos sondern ein grünes Blinkendes, aber auch bei dem verregnetem Wetter im düsteren Stall dermaßen auffällig, dass die Kälber damit bestimmt für die Beweidung auf internationalen Flughäfen zugelassen sind.
Benjamin
Dienstag, 30. Oktober 2018
Baufortschritt Oktober - Teil 3
Nachdem letzte Woche das Material angeliefert und vormontiert wurde hat gestern die Errichtung der Halle für den neuen Kuhstall begonnen:
Benjamin
Benjamin
Sonntag, 28. Oktober 2018
Nach Kobrow
Wo ich diese Woche unterwegs war: Am Dienstag war ich im Mecklenburger Kutschenmuseum in Kobrow. Aber nicht um mir die Ausstellung anzuschauen, sondern im Veranstaltungbereich fand ein Workshop zur Kälbergesundheit von For Farmers und Förster Technik statt.
Besonderer Augenmerk sollte eigentlich auf dem langsam beginnenden Winter liegen, dabei ist es aber recht einfach: Ordentlich arbeiten wie immer und die Tränke erhöhen (Menge oder Konzentration), weil bei den kälteren Temperaturen der Erhaltungsbedarf steigt.
Im Kuhblog hatte ich schon mehrfach geschrieben, dass sich in den letzten Jahren intensive Tränkepläne bis hin zur Ad.libitum-Tränke durchgesetzt haben. Mittlerweile gibt es den Trend zur Verlängerung der Tränkephase, wie es zum Beispiel auf Hofgut Neumühle mit 14 Wochen als Ergebnis der Ad-libitum-Versuchen eingeführt wurde.
Auch ging wieder über die Wichtigkeit der Versorgung mit Biestmilch in den ersten Lebensstunden. Wobei alle Referenten darauf hingewiesen haben, dass sich als zu sehr auf die Aufnahme von Antikörpern ins Blut konzentriert wird und die Effekte im Darm selbst und die enthaltenen Wachstumsfaktoren nicht zu unterschätzen seien.
Den Hauptvortrag hielt Dr. Sanftleben von der Forschungsanstalt, wo ich etliche der Ergebnisse im Rahmen vom Testherdenprogramm schon gehört hatte.
Von Förster Technik ging es um die technische Umsetzung der Kälberaufzucht mit Tränkeautomaten und die verschiedenen Lösungen, wie CalfRail für die Einzelhaltung (siehe auch Post vom 12.07.2018), das Smart Calf System (siehe Post vom 23.11.2016 und 30.03.2018) und das in Werneuchen schon erwähnte Fieberthermometer mit Cloud-Anschluss, für das es auf der diesjährigen Eurotier eine Silbermedaille gibt.
Benjamin
Besonderer Augenmerk sollte eigentlich auf dem langsam beginnenden Winter liegen, dabei ist es aber recht einfach: Ordentlich arbeiten wie immer und die Tränke erhöhen (Menge oder Konzentration), weil bei den kälteren Temperaturen der Erhaltungsbedarf steigt.
Im Kuhblog hatte ich schon mehrfach geschrieben, dass sich in den letzten Jahren intensive Tränkepläne bis hin zur Ad.libitum-Tränke durchgesetzt haben. Mittlerweile gibt es den Trend zur Verlängerung der Tränkephase, wie es zum Beispiel auf Hofgut Neumühle mit 14 Wochen als Ergebnis der Ad-libitum-Versuchen eingeführt wurde.
Auch ging wieder über die Wichtigkeit der Versorgung mit Biestmilch in den ersten Lebensstunden. Wobei alle Referenten darauf hingewiesen haben, dass sich als zu sehr auf die Aufnahme von Antikörpern ins Blut konzentriert wird und die Effekte im Darm selbst und die enthaltenen Wachstumsfaktoren nicht zu unterschätzen seien.
Den Hauptvortrag hielt Dr. Sanftleben von der Forschungsanstalt, wo ich etliche der Ergebnisse im Rahmen vom Testherdenprogramm schon gehört hatte.
Von Förster Technik ging es um die technische Umsetzung der Kälberaufzucht mit Tränkeautomaten und die verschiedenen Lösungen, wie CalfRail für die Einzelhaltung (siehe auch Post vom 12.07.2018), das Smart Calf System (siehe Post vom 23.11.2016 und 30.03.2018) und das in Werneuchen schon erwähnte Fieberthermometer mit Cloud-Anschluss, für das es auf der diesjährigen Eurotier eine Silbermedaille gibt.
Benjamin
Samstag, 20. Oktober 2018
Baufortschritt Oktober - Teil 2
Im Kälberstall wird aktuell die Mistplatte betoniert, die sich dort befindet wo früher die Kühe vom Treibweg in den Vorwartehof liefen. In der Kälberküche konnte nicht weiter gebaut werden da Teile für die Wasserinstallation fehlen, daher wurde gestern dann angefangen endlich mal die Kälberboxen auszupacken und die erste Reihe fertig zu montieren.
Was noch fehlt sind die Halterungen für die Nuckeleimer, die es von Holm&Laue als Importeur dazu gibt, denn aus Amerika sind die Boxen nur für die dort üblichen Nuckelflaschen bzw. normalen Eimer ausgelegt:
Benjamin
Was noch fehlt sind die Halterungen für die Nuckeleimer, die es von Holm&Laue als Importeur dazu gibt, denn aus Amerika sind die Boxen nur für die dort üblichen Nuckelflaschen bzw. normalen Eimer ausgelegt:
Benjamin
Donnerstag, 18. Oktober 2018
Baufortschritt Oktober - Teil 1
Aktuell laufen am künftigen Kuhstall die letzten Betonarbeiten.
Die Wasseranschlüsse für die Tränken sind soweit fertig, die Übergänge sind noch das letzte Größere das betoniert werden muss. Hier auf dem Foto noch der Rest der Liegboxenkanten eingeschalt, gut Zweidrittel sind schon fertig, genau wie die Barren am Futtertisch:
Das Ende vom Futtertisch wo dann die Futtertischbrücke hinkommt:
Und für den nächsten großen Schritt wird auch schon vorbereitet: An der Außenmauer wurde schon ausgesägt wo die Stützen für das Dach hinkommen:
Benjamin
Die Wasseranschlüsse für die Tränken sind soweit fertig, die Übergänge sind noch das letzte Größere das betoniert werden muss. Hier auf dem Foto noch der Rest der Liegboxenkanten eingeschalt, gut Zweidrittel sind schon fertig, genau wie die Barren am Futtertisch:
Das Ende vom Futtertisch wo dann die Futtertischbrücke hinkommt:
Und für den nächsten großen Schritt wird auch schon vorbereitet: An der Außenmauer wurde schon ausgesägt wo die Stützen für das Dach hinkommen:
Benjamin
Montag, 15. Oktober 2018
Goldener Oktober
Dass in der Prignitz schon Herbst ist und in Teilen Südwestmecklenburgs noch nicht: Mit über zwanzig Grad ist es zwar hier auch noch Sommer, aber das Laub der Bäume verfärbt sich seit letzter Woche.
Daui ein passendes Foto unserer Kühe in Herbststimmung. Vom Kleinklima her wehte hier zwischen Stall und Silo durch eine leichte Brise und deshalb standen sie alle zusammen:
Benjamin
Daui ein passendes Foto unserer Kühe in Herbststimmung. Vom Kleinklima her wehte hier zwischen Stall und Silo durch eine leichte Brise und deshalb standen sie alle zusammen:
Benjamin
Sonntag, 14. Oktober 2018
Nach Rodenwalde
Gestern Abend war ich auf dem Milchhof Rodenwalde. War eine schöne Fahrt bei sommerlichem Wetter durch das herbstliche Südwestmecklenburg (LUP).
Wenn sich die Herdenmanager treffen um gemeinsam die Veränderungen zu begutachten, die Kälber anzukucken, über die aktuelle Situation zu reden und allgemein fachzusimpeln.
Auch dort ist nach der Dürre das Grundfutter knapp, auch wenn es nicht so schlimm ist wie bei uns: Es konnte jetzt der dritte Schnitt gemäht werden. Und die Landschaft dort ist grün: Noch kein buntes Laub an den Bäumen und Raps und Gerste sind schon aufgelaufen.
Im Melkstand wird seit rund zwei Monaten mit Zitzenbürsten vom Typ Puli-Sistem F488 gearbeitet: Statts mit Papier oder Lappen die Euter abzuputzen werden die Zitzen mit den Bürsten gereinigt; ist das gleiche System wie beim Melkroboter. Zuerst wird Wasser mit Seife und Desinfektionsmittel auf die Bürsten gesprüht und dann mit einer Nachlaufzeit die Zitzen getrocknet. Zudem ist durch das Bürsten die Stimulation stärker und die Kühe melken schneller, was für das Euter schonender ist.
Ohne Übung wirkt die Bürste etwas klobig in der Hand und den Schalter fand ich etwas "arg nervös", was aber so sein muss, dass nach mehreren hundert Kühen der Finger vom Draufdrücken nicht schlapp macht.
War ein schöner Ausflug, relativ spontan zwischendurch.
Benjamin
Wenn sich die Herdenmanager treffen um gemeinsam die Veränderungen zu begutachten, die Kälber anzukucken, über die aktuelle Situation zu reden und allgemein fachzusimpeln.
Auch dort ist nach der Dürre das Grundfutter knapp, auch wenn es nicht so schlimm ist wie bei uns: Es konnte jetzt der dritte Schnitt gemäht werden. Und die Landschaft dort ist grün: Noch kein buntes Laub an den Bäumen und Raps und Gerste sind schon aufgelaufen.
Im Melkstand wird seit rund zwei Monaten mit Zitzenbürsten vom Typ Puli-Sistem F488 gearbeitet: Statts mit Papier oder Lappen die Euter abzuputzen werden die Zitzen mit den Bürsten gereinigt; ist das gleiche System wie beim Melkroboter. Zuerst wird Wasser mit Seife und Desinfektionsmittel auf die Bürsten gesprüht und dann mit einer Nachlaufzeit die Zitzen getrocknet. Zudem ist durch das Bürsten die Stimulation stärker und die Kühe melken schneller, was für das Euter schonender ist.
Ohne Übung wirkt die Bürste etwas klobig in der Hand und den Schalter fand ich etwas "arg nervös", was aber so sein muss, dass nach mehreren hundert Kühen der Finger vom Draufdrücken nicht schlapp macht.
War ein schöner Ausflug, relativ spontan zwischendurch.
Benjamin
Freitag, 12. Oktober 2018
Wieder Kartoffeln
Nach vier Jahren Anbaupause werden bei uns wieder Kartoffeln angebaut. Das war 2013 eingestellt worden als die Kartoffeltechnik
verschließen war und ansonsten Ersatzinvestitionen angestanden hätten. Dieses
Jahr werden wieder in kleinem Rahmen Kartoffeln angebaut, die von
Lohnunternehmen gelegt und gerodet werden.
Kartoffellager vor den Maissilos, wo der Platz gerade nicht gebraucht wird:
Eigentlich sollten alle in die Stärkefabrik nach Kyritz
gehen aber aufgrund der dürrebedingten kleineren Ernte wurden zu Beginn die
Lieferungen nach Hagenow umgeleitet, wo Kartoffelflocken für Lebensmittel draus
gemacht werden.
Die gestrige Lieferung ging dann nach Kyritz und als Rückfracht kam Kartoffelpülpe mit. Und niemand wusste Bescheid… Ganz so schlimm war es nicht, es gab gut vier Stunden Vorwarnzeit sodass ich das Nötigste veranlassen konnte die Pülpe in die Fütterung aufzunehmen.
Die gestrige Lieferung ging dann nach Kyritz und als Rückfracht kam Kartoffelpülpe mit. Und niemand wusste Bescheid… Ganz so schlimm war es nicht, es gab gut vier Stunden Vorwarnzeit sodass ich das Nötigste veranlassen konnte die Pülpe in die Fütterung aufzunehmen.
Kartoffellager vor den Maissilos, wo der Platz gerade nicht gebraucht wird:
Sonntag, 7. Oktober 2018
Schnappschuss
Ein Schnappschuss aus dem Stall von vorletzter Woche. Nr. 1143 lief mir mehrere Minuten hinterher, sodass ich mal mit dem Handy ein Foto machte wie sie an meinem Klemmbrett roch. Dazu der schielende Blick, der daher kommt, dass Rinder mit den seitlich stehenden Augen zwar ein weites Blickfeld haben aber einen toten Winkel nach vorne und nicht sehen können woran sie riechen:
Benjamin
Benjamin
Samstag, 6. Oktober 2018
Erntefest 2018
Am Dienstag fand das diesjährige Erntefest statt. Recht spät, nach dem Abschluss der Maisernte, die einzige noch zu erntenden Kulturen sind die Zuckerrüben und nach vierjähriger Anbaupause die Kartoffeln.
Es war in etwas größerem Umfang, denn es waren auch Abordnungen der bei der Ernte kooperierende Betriebe gekommen.
Die Erntestatistik waren die Ertragseinbußen durch die Dürre, am wenigsten noch bei der Gerste, die als frühstes Getreide vom Wassermangel nicht ganz so stark betroffen war bis hin zum Gras, wo es beim allergrößten Teil der Flächen nur einen einzigen Schnitt gab. Zusammengefasst über alles nur die halbe Ernte dieses Jahr.
Deutlich wird es anhand der Wassermengen. Im Mittel sind es 550 mm, letztes Jahr waren es über 1.000. Dieses Jahr bis zum 2. Oktober 308 mm, davon bis zum 27. April 205 mm. In über 5 Monaten nur gute 100 mm, wo es normalerweise das Zweieinhalbfache ist.
Auch wenn es nur die halbe Ernte gibt, das Erntefest war aber ein Ganzes!
Benjamin
Es war in etwas größerem Umfang, denn es waren auch Abordnungen der bei der Ernte kooperierende Betriebe gekommen.
Die Erntestatistik waren die Ertragseinbußen durch die Dürre, am wenigsten noch bei der Gerste, die als frühstes Getreide vom Wassermangel nicht ganz so stark betroffen war bis hin zum Gras, wo es beim allergrößten Teil der Flächen nur einen einzigen Schnitt gab. Zusammengefasst über alles nur die halbe Ernte dieses Jahr.
Deutlich wird es anhand der Wassermengen. Im Mittel sind es 550 mm, letztes Jahr waren es über 1.000. Dieses Jahr bis zum 2. Oktober 308 mm, davon bis zum 27. April 205 mm. In über 5 Monaten nur gute 100 mm, wo es normalerweise das Zweieinhalbfache ist.
Auch wenn es nur die halbe Ernte gibt, das Erntefest war aber ein Ganzes!
Benjamin
Donnerstag, 27. September 2018
Baufortschritt September - Teil 3
Der neue Güllebehälter ist fast fertig, es fehlt nur noch die Anschlussleitung um es zu befüllen.
Zur Minderung der Geruchsemissionen hat es ein Dach, das die gesamte Anlage überragt. Anders wäre es aber auch gar nicht genehmigt worden. Deutscher Auflagenwahn halt.
Der Größenvergleich mit dem bisher größten Becken links im Bild. 6.000 m³ ist halt doch groß, der Hoflader verliert sich daneben:
Und noch mal von der anderen Seite. Die Trockensteher gehen nicht zum Melken und entsprechend ist ihnen langweilig; da sind dann fast alle mitten in der Mittagsruhe aufgestanden um nachzukucken was ich auf ihrer Weide denn mache. Links am Behälter kann man die Plattform eines der Rührwerke erkennen:
Benjamin
Zur Minderung der Geruchsemissionen hat es ein Dach, das die gesamte Anlage überragt. Anders wäre es aber auch gar nicht genehmigt worden. Deutscher Auflagenwahn halt.
Der Größenvergleich mit dem bisher größten Becken links im Bild. 6.000 m³ ist halt doch groß, der Hoflader verliert sich daneben:
Und noch mal von der anderen Seite. Die Trockensteher gehen nicht zum Melken und entsprechend ist ihnen langweilig; da sind dann fast alle mitten in der Mittagsruhe aufgestanden um nachzukucken was ich auf ihrer Weide denn mache. Links am Behälter kann man die Plattform eines der Rührwerke erkennen:
Benjamin
Montag, 24. September 2018
Lungenendoskopie
Habe schon die verschiedensten Sachen miterlebt: Kaiserschnitt, verschiedene Operationen; Rumenozentese, wo durch die Bauchdecke und die Pansenwand gestochen wird um Pansensaft zu entnehmen und Muskelbiopsie (siehe Post vom 17.03.2015). Heute gab es wieder hohe Medizin: Und zwar Lungenendoskopie.
Am Freitag hatte ich beim Fiebermessen der Frischabkalber zwei Kühe mit Fieber gefunden, bei denen sich dann herausstellte, dass beide Lungenentzündung haben. Natürlich wurde gleich mit der Behandlung angefangen, aber heute Abend standen sie zur Endoskopie an, um reinzukucken und Proben für den Erregernachweis und Resistenztest zu entnehmen.
Die Kuh wird leicht sediert, dass sie etwas benommen ist, um sich nicht zu sehr zu wehren. Dann ein Halfer gebunden, um den Kopf gerade halten zu können und das Endoskop über die Nase reingeschoben. Parallel wird die ganze Zeit durchgekuckt um auch in die Luftröhre zu kommen und genau im passenden Moment mit der Atmung durch den Kehlkopf hindurch.
Das Endoskop ist ungefähr so dick wie ein kleiner Finger:
Es ging bis in die Bronchien, wo es zu fein wird. Dann wurde es wieder ein Stück weit herausgezogen, um ein Probe nehmen zu können. Kuh 1193 war fast sauber, so ungefähr wie ich es mir am Freitag erhofft hatte, dass es nach dem Wochenende unter Behandlung aussieht wie ein leerer Edelstahl-Weintank. Bei Kuh 845 hingegen waren dicke Eiterstreifen in der Luftröhre.
Durch den Arbeitskanal im Endoskop wurde ein Katheter geschoben, mit dem eine Spülflüssigkeit eingebracht und wieder abgesaugt wurde wo entsprechend Eiter mitkam:
Ein Foto aus dem Inneren gibt es leider nicht; ich habe gar nicht versucht durch das Okular zu fotografieren.
Benjamin
Am Freitag hatte ich beim Fiebermessen der Frischabkalber zwei Kühe mit Fieber gefunden, bei denen sich dann herausstellte, dass beide Lungenentzündung haben. Natürlich wurde gleich mit der Behandlung angefangen, aber heute Abend standen sie zur Endoskopie an, um reinzukucken und Proben für den Erregernachweis und Resistenztest zu entnehmen.
Die Kuh wird leicht sediert, dass sie etwas benommen ist, um sich nicht zu sehr zu wehren. Dann ein Halfer gebunden, um den Kopf gerade halten zu können und das Endoskop über die Nase reingeschoben. Parallel wird die ganze Zeit durchgekuckt um auch in die Luftröhre zu kommen und genau im passenden Moment mit der Atmung durch den Kehlkopf hindurch.
Das Endoskop ist ungefähr so dick wie ein kleiner Finger:
Es ging bis in die Bronchien, wo es zu fein wird. Dann wurde es wieder ein Stück weit herausgezogen, um ein Probe nehmen zu können. Kuh 1193 war fast sauber, so ungefähr wie ich es mir am Freitag erhofft hatte, dass es nach dem Wochenende unter Behandlung aussieht wie ein leerer Edelstahl-Weintank. Bei Kuh 845 hingegen waren dicke Eiterstreifen in der Luftröhre.
Durch den Arbeitskanal im Endoskop wurde ein Katheter geschoben, mit dem eine Spülflüssigkeit eingebracht und wieder abgesaugt wurde wo entsprechend Eiter mitkam:
Ein Foto aus dem Inneren gibt es leider nicht; ich habe gar nicht versucht durch das Okular zu fotografieren.
Benjamin
Sonntag, 23. September 2018
Baufortschritt September - Teil 2
So sieht es mittlerweile am neuen Kuhstall aus. Die letzten Wochen wurde betoniert. Die gesamten Böden und der Futtertisch und aktuell werden die Wandelemente aufgestellt.
Wo früher ein T 174 genommen wurde ist es heute ein Cat 318F L (im Hintergrund), der auch standsicherer ist. Damit werden die Elemente vom Lagerplatz zu den jeweiligen Einbaupositionen gefahren.
Die Elemente sind innen hohl und werden mit Beton ausgegossen, damit werden keine aufwändigen Schalungen benötigt, immerhin sind es rund 250 m Mauern im Stall.
Der rückseitige Laufgang. Bei zweireihiger Aufstallung macht auf der Rückseite eine Mauer Sinn, dass die Kühe den Curtain nicht kaputt machen. Beim Dreireiher hingegen ist hinten die dritte Boxenreihe und die Kühe kommen an den Curtain nicht heran (vgl. dieses Foto von Gisela). Der Laufgang ist mit dem bogenförmigen Besenstrich als Profilierung versehen, der Fressgang vorne am Futtertisch ist glatt, weil da Gummimatten drauf kommen. Rechts die Mauerlücke wird einer der Ausgänge zum Laufhof werden:
Einer der Übergänge, wo die Schalungen zum Ausgießen der Wandelemente schon angebracht sind. Hinten das Rohr der Wasserleitung für die Tränke. Der Übergang selbst ist noch nicht betoniert, der wird noch mit Sand aufgefüllt, weil später höherliegend als die Laufgänge. Die Stufe wird dann in Flucht mit der ebenfalls noch nicht betonierten Liegeboxenaufkantung als Seitenührung für die Mistschieber dienen:
Benjamin
Wo früher ein T 174 genommen wurde ist es heute ein Cat 318F L (im Hintergrund), der auch standsicherer ist. Damit werden die Elemente vom Lagerplatz zu den jeweiligen Einbaupositionen gefahren.
Die Elemente sind innen hohl und werden mit Beton ausgegossen, damit werden keine aufwändigen Schalungen benötigt, immerhin sind es rund 250 m Mauern im Stall.
Der rückseitige Laufgang. Bei zweireihiger Aufstallung macht auf der Rückseite eine Mauer Sinn, dass die Kühe den Curtain nicht kaputt machen. Beim Dreireiher hingegen ist hinten die dritte Boxenreihe und die Kühe kommen an den Curtain nicht heran (vgl. dieses Foto von Gisela). Der Laufgang ist mit dem bogenförmigen Besenstrich als Profilierung versehen, der Fressgang vorne am Futtertisch ist glatt, weil da Gummimatten drauf kommen. Rechts die Mauerlücke wird einer der Ausgänge zum Laufhof werden:
Einer der Übergänge, wo die Schalungen zum Ausgießen der Wandelemente schon angebracht sind. Hinten das Rohr der Wasserleitung für die Tränke. Der Übergang selbst ist noch nicht betoniert, der wird noch mit Sand aufgefüllt, weil später höherliegend als die Laufgänge. Die Stufe wird dann in Flucht mit der ebenfalls noch nicht betonierten Liegeboxenaufkantung als Seitenührung für die Mistschieber dienen:
Benjamin
Samstag, 22. September 2018
Mais Webcam - letzter Teil
- zur Übersicht der Mais-Webcam -> hier -
Heute gibt es den letzten Teil der Mais-Webcam. Am 11. September wurde der restliche Teil der noch stand weggehäckselt und danach die Stoppel eingearbeitet. Damit geht das schlechte Maisjahr für die Webcam zu Ende und der nächste Teil wird schon zur Folgekultur gehören.
21.09., 14:22; Wuchshöhe negativ:
Auf dem Foto sieht man nur, dass es recht trüb ist. Denn gestern hatten wir einen Sandsturm; nach über fünf Monaten Dürre und den ausgetrockneten Böden wirbelte der herrschende starke Sturm stellenweise viel Sand und Staub auf. Ein Foto in die entgegengesetzt Richtung, die Mutterkuhherde Düdow auf der "Fuchswiese" vor einer Staubwand:
Benjamin
Nachtrag vom 05.11.2019: Das folgende Foto habe ich nachträglich hinzugefügt, weil ich den Post vom starken Sandsturm verlinken wollte und darin war gar nicht das beabsichtige Foto enthalten. Ist mir erstmals in den über sechs Jahren Kuhblog passiert...
War ebenfalls auf der Fahrt nach Boberow, 3 - 4 Minuten vor den anderen Fotos eine kurze Zwangspause wegen schlechter Sicht:
Mittwoch, 19. September 2018
Sortendemonstration - letzter Teil
Wo ich auf der MeLa auch bei RAGT gewesen und mir erklärt wurde warum keine Beprobung der Sortendemonstration im "Vorgarten" unseres Melkhauses stattgefunden hatte.
Die wurde nämlich am Mittwoch vergangener Woche mit dem daneben liegenden Maisacker weggehäckselt was auch der letzte Acker überhaupt in der diesjährigen Maisernte war. Damit war die am 12. September abgeschlossen, wo letztes Jahr am 14. September erst begonnen wurde.
Ich hatte mir ja bei den extremen Bedingungen bei der Dürre erhofft, dass man die besonders trockenheitstoleranten Sorten rausfindet. Dies war aber nicht der Fall denn auf sechs der sieben Demonstrationsschlägen im gesamten Nordosten zeigte sich folgendes Bild: Die frühreifen Sorten waren allen anderen überlegen und verkrafteten die Trockenheit am besten.
Die Reifezahl wäre dabei das einzig Entscheidende gewesen. Je höher die Reifezahl ist, desto länger braucht der Mais für das Wachstum, d.h. vor allem Wärmesummen. Mais mit der Reifezahl 130 braucht nur 100 Tage und einer mit 420 würde auch am Oberrhein bis Anfang November nicht reif werden. Da Wachstumszeit auch Ertrag bedeutet, versucht man für den Standort entsprechend mögliche Sorten anzubauen.
Wärme war dieses Jahr genügend vorhanden, aber nicht das Wasser und da waren die Sorten die weniger Wasser brauchen, weil sie wegen ihrer kürzeren Wachstumszeit nicht so viel Ertrag bilden deutlich im Vorteil.
Benjamin
Die wurde nämlich am Mittwoch vergangener Woche mit dem daneben liegenden Maisacker weggehäckselt was auch der letzte Acker überhaupt in der diesjährigen Maisernte war. Damit war die am 12. September abgeschlossen, wo letztes Jahr am 14. September erst begonnen wurde.
Ich hatte mir ja bei den extremen Bedingungen bei der Dürre erhofft, dass man die besonders trockenheitstoleranten Sorten rausfindet. Dies war aber nicht der Fall denn auf sechs der sieben Demonstrationsschlägen im gesamten Nordosten zeigte sich folgendes Bild: Die frühreifen Sorten waren allen anderen überlegen und verkrafteten die Trockenheit am besten.
Die Reifezahl wäre dabei das einzig Entscheidende gewesen. Je höher die Reifezahl ist, desto länger braucht der Mais für das Wachstum, d.h. vor allem Wärmesummen. Mais mit der Reifezahl 130 braucht nur 100 Tage und einer mit 420 würde auch am Oberrhein bis Anfang November nicht reif werden. Da Wachstumszeit auch Ertrag bedeutet, versucht man für den Standort entsprechend mögliche Sorten anzubauen.
Wärme war dieses Jahr genügend vorhanden, aber nicht das Wasser und da waren die Sorten die weniger Wasser brauchen, weil sie wegen ihrer kürzeren Wachstumszeit nicht so viel Ertrag bilden deutlich im Vorteil.
Benjamin
Dienstag, 18. September 2018
MeLa 2018
Am Donnerstag war ich auf der diesjährigen MeLa.
Wetter war wie nicht anders zu erwarten trocken, wobei ich jedoch meistens in den Hallen unterwegs gewesen bin.
Die Devise meines Kollegen war: "Es wird kein Geld ausgegeben!" Man futtert sich den ganzen Tag durch. Und so war es auch wieder mal: Seit jetzt fünf Jahren bin ich hier im Nordosten und auch wenn ich keine Studienkollegen treffe, dann doch viele Bekannte und Geschäftspartner.
Für zwei Exkursionen habe ich schon mal angefragt, dass ich im Winterhalbjahr mein Wochenendprogramm habe und auch was zum Berichten im Kuhblog.
Arla war sehr großzügig, es gab eine Tüte voll mit Spezialitäten aus Upahl und Pronsfeld; wo bei mir die Großzügigkeit beim Milchpreis doch lieber wäre.
Unter anderem bei unseren Geschäftspartnern RinderAllianz, Schaumann und Milkivit, von denen ich traditionell schon die Eintrittskarte bekomme.
Bei DSP Agrosoft natürlich auch, um in nächster Zeit mit HERDE Plus nach einem dreiviertel Jahr endlich in Richtung der Automatikfunktionen zu gehen und auch für die Einbindung des Transponderlesegeräts (vgl. Post vom 02.01.2017).
Bei Holm&Laue war ich ebenfalls, schließlich haben wir bei denen fleißig eingekauft dieses Jahr (siehe Posts vom 08.04.2018 und 13.08.2018).
Ausgestellt wurde die neueste Ausführung des Milchtaxis, das MilkTaxi XXL. Ein selbstfahrendes Milchtaxi auf Basis des Goupil G1, einem Elektroauto aus Frankreich, das hauptsächlich für gewerbliche Anwendung im Innenbereich ausgelegt ist. In der Landwirtschaft aber eher im Freien; an sowas hätte meine Mannschaft auch ihren Spaß:
Benjamin
Wetter war wie nicht anders zu erwarten trocken, wobei ich jedoch meistens in den Hallen unterwegs gewesen bin.
Die Devise meines Kollegen war: "Es wird kein Geld ausgegeben!" Man futtert sich den ganzen Tag durch. Und so war es auch wieder mal: Seit jetzt fünf Jahren bin ich hier im Nordosten und auch wenn ich keine Studienkollegen treffe, dann doch viele Bekannte und Geschäftspartner.
Für zwei Exkursionen habe ich schon mal angefragt, dass ich im Winterhalbjahr mein Wochenendprogramm habe und auch was zum Berichten im Kuhblog.
Arla war sehr großzügig, es gab eine Tüte voll mit Spezialitäten aus Upahl und Pronsfeld; wo bei mir die Großzügigkeit beim Milchpreis doch lieber wäre.
Unter anderem bei unseren Geschäftspartnern RinderAllianz, Schaumann und Milkivit, von denen ich traditionell schon die Eintrittskarte bekomme.
Bei DSP Agrosoft natürlich auch, um in nächster Zeit mit HERDE Plus nach einem dreiviertel Jahr endlich in Richtung der Automatikfunktionen zu gehen und auch für die Einbindung des Transponderlesegeräts (vgl. Post vom 02.01.2017).
Bei Holm&Laue war ich ebenfalls, schließlich haben wir bei denen fleißig eingekauft dieses Jahr (siehe Posts vom 08.04.2018 und 13.08.2018).
Ausgestellt wurde die neueste Ausführung des Milchtaxis, das MilkTaxi XXL. Ein selbstfahrendes Milchtaxi auf Basis des Goupil G1, einem Elektroauto aus Frankreich, das hauptsächlich für gewerbliche Anwendung im Innenbereich ausgelegt ist. In der Landwirtschaft aber eher im Freien; an sowas hätte meine Mannschaft auch ihren Spaß:
Benjamin
Montag, 17. September 2018
Neumühle 4/2018 - Teil 2
Nach dem Melken morgens kam mein Bruder mit seinen Kindern vorbei, um mit ihnen die Neumühle (den Rinderbereich) zu besichtigen. Dass sie auch mal sehen, wo der Onkel als unterwegs ist.
Gegenseitiges Begutachten an den Wiegetrögen im Versuchsbereich. Da die Überzieher für die Schuhe Einheitsgröße sind (Gr. 45?) hatten wir die mit Paketband angepasst:
Und ein Familienfoto mit Kälbern. Das ist übrigens genau der Stall, in dem vor nunmehr zehneinhalb Jahren meine Rinder-Laufbahn begann (siehe auch Foto im Post vom 13.03.2016).
Auch wenn in Zeiten der digitalen Fotografie es recht kurzlebig geworden ist, dieses Foto wird noch lange in Erinnerung bleiben:
Benjamin
Gegenseitiges Begutachten an den Wiegetrögen im Versuchsbereich. Da die Überzieher für die Schuhe Einheitsgröße sind (Gr. 45?) hatten wir die mit Paketband angepasst:
Und ein Familienfoto mit Kälbern. Das ist übrigens genau der Stall, in dem vor nunmehr zehneinhalb Jahren meine Rinder-Laufbahn begann (siehe auch Foto im Post vom 13.03.2016).
Auch wenn in Zeiten der digitalen Fotografie es recht kurzlebig geworden ist, dieses Foto wird noch lange in Erinnerung bleiben:
Benjamin
Sonntag, 16. September 2018
Neumühle 4/2018 - Teil 1
Jetzt endlich noch die restlichen Posts von meinem Urlaub in der alten Heimat am letzten Wochenende.
Sonntags war ich wieder zum Melken auf meinem Stammbetrieb der LVAV Hofgut Neumühle.
Mal ein Foto vom Moocall zur Abkalbeüberwachung. Da der Stall nachts für rund zehn Stunden unbesetzt ist wird zur Überwachung der Abkalbung der Moocall-Sensor eingesetzt.
Bei gut drei Abkalbungen pro Woche macht die Betreuung rund um die Uhr keinen Sinn im Gegensatz zu uns wenn wir mit unserem neuen Kuhstall alle Abkalbungen in Pinnow konzentrieren.
Der Sensor wird am Schwanz befestigt ist und verschickt eine Alarm-SMS wenn die Kuh beim Beginn der Kalbung den Schwanz hochhält. Der Sensor wird aber nur nachts angelegt, weil es auch schon negative Erfahrungen gab, dass der abschnürend wirkt wenn er zu lange dran ist:
Bei der Einstreu für die Tiefboxen wurde umgestellt. Schon zu meiner Praktikantenzeit wurde als Pferdemist genommen. Das ist in Rheinland-Pfalz weit verbreitet; als Gründe werden neben dem hohen Strohanteil immer das andere Keimspektrum bei Pferden genannt. Aber Keime bleiben Keime und so konnte die Eutergesundheit deutlich verbessert werden, als jetzt ein Großteil durch Kalk-Stroh-Gemisch ersetzt wurde. Ein Teil Pferdemist bleibt aber drin um der Matratze mehr Festigkeit zu geben, dass die Kühe nicht zu viel rauswühlen.
Ich habe auch herausgefunden, warum ich bei meinem letzten Besuch (siehe Post vom 05.07.2018) gerade Nr. 1536 mit den drei Halsbänder fotografiert habe wo auch noch andere mit dreien herumliefen: Sie ist halt sehr aufdringlich und hätte mich diesmal beinahe über den Haufen gerannt.
Zu Braunies Familie: Mai (2.) und Leonie (2.) sind beide wieder tragend und sollen im Februar bzw. April kalben.
Leonie hier in der Mitte auf dem Foto und man sieht schön wie viel Platz die Boxen den Kühen geben, die Bügel dienen nur dazu, dass sie sich gerade hinlegen und das funktioniert wunderbar:
Benjamin
Sonntags war ich wieder zum Melken auf meinem Stammbetrieb der LVAV Hofgut Neumühle.
Mal ein Foto vom Moocall zur Abkalbeüberwachung. Da der Stall nachts für rund zehn Stunden unbesetzt ist wird zur Überwachung der Abkalbung der Moocall-Sensor eingesetzt.
Bei gut drei Abkalbungen pro Woche macht die Betreuung rund um die Uhr keinen Sinn im Gegensatz zu uns wenn wir mit unserem neuen Kuhstall alle Abkalbungen in Pinnow konzentrieren.
Der Sensor wird am Schwanz befestigt ist und verschickt eine Alarm-SMS wenn die Kuh beim Beginn der Kalbung den Schwanz hochhält. Der Sensor wird aber nur nachts angelegt, weil es auch schon negative Erfahrungen gab, dass der abschnürend wirkt wenn er zu lange dran ist:
Bei der Einstreu für die Tiefboxen wurde umgestellt. Schon zu meiner Praktikantenzeit wurde als Pferdemist genommen. Das ist in Rheinland-Pfalz weit verbreitet; als Gründe werden neben dem hohen Strohanteil immer das andere Keimspektrum bei Pferden genannt. Aber Keime bleiben Keime und so konnte die Eutergesundheit deutlich verbessert werden, als jetzt ein Großteil durch Kalk-Stroh-Gemisch ersetzt wurde. Ein Teil Pferdemist bleibt aber drin um der Matratze mehr Festigkeit zu geben, dass die Kühe nicht zu viel rauswühlen.
Ich habe auch herausgefunden, warum ich bei meinem letzten Besuch (siehe Post vom 05.07.2018) gerade Nr. 1536 mit den drei Halsbänder fotografiert habe wo auch noch andere mit dreien herumliefen: Sie ist halt sehr aufdringlich und hätte mich diesmal beinahe über den Haufen gerannt.
Zu Braunies Familie: Mai (2.) und Leonie (2.) sind beide wieder tragend und sollen im Februar bzw. April kalben.
Leonie hier in der Mitte auf dem Foto und man sieht schön wie viel Platz die Boxen den Kühen geben, die Bügel dienen nur dazu, dass sie sich gerade hinlegen und das funktioniert wunderbar:
Benjamin
Mittwoch, 12. September 2018
Keltern 2018
Nach der Lese werden die Trauben gekeltert. Auch wenn es das Verfahren der Ganztraubenpressung gibt ist die Variante der Maische üblich: Die Beeren zerquetschen dass der Großteil des Safts von alleine herausfließt.
Dafür wird der Maischwagen benutzt, mit dem auch die Trauben zum Hof transportiert werden. Dieser hat zur Entleerung eine Schnecke mit angeschlossener Exzenterschneckenpumpe, die die Trauben zerquetscht und Richtung Kelter pumpt. Durch den roten Schlauch wird die Kelter befüllt und wirkt zunächst als Sieb, weil schon viel Saft gleich in die Saftwanne abfließt. So passen bei 2100 l Nenninhalt locker 4500 l Maische rein.
Es handelt sich um eine Willmes Spindelkelter, bei der sich der Kelterkorb dreht und über die Spindel den Pressstempel vorschraubt zum Abpressen und zwischendrin zurück zum Auflockern.
Willmes muss bevor sich die pneumatischen Keltern durchgesetzt haben in der Region mit großem Abstand Marktführer gewesen sein.
Gelesen und gekeltert wurden die typisch rheinhessischen Sorten Scheu und Huxel, beide an der ehemaligen Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey gezüchtet.
Zu den Oechsle. Grad Oechsle ist die Maßeinheit für das Gewicht des Traubensaftes, woraus auf den Zuckergehalt zu schließen ist. Es gibt die Gramm an, die ein Liter Saft mehr als 1 Kilogramm wiegt. Je mehr Zucker enthalten ist, desto schwerer ist der Saft. Hat ein Liter z.B. 1.100 g, sind es 100 °Oechsle.
Im Fall der Scheu waren es 67 °Oechsle (= 1.067 g/l), gemessen mit dem Refraktometer. Damit fällt es in die Qualitätsstufe "Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete" (QbA) und darf sich dann später Rheinhessischer Qualitätswein nennen.
Benjamin
Dafür wird der Maischwagen benutzt, mit dem auch die Trauben zum Hof transportiert werden. Dieser hat zur Entleerung eine Schnecke mit angeschlossener Exzenterschneckenpumpe, die die Trauben zerquetscht und Richtung Kelter pumpt. Durch den roten Schlauch wird die Kelter befüllt und wirkt zunächst als Sieb, weil schon viel Saft gleich in die Saftwanne abfließt. So passen bei 2100 l Nenninhalt locker 4500 l Maische rein.
Es handelt sich um eine Willmes Spindelkelter, bei der sich der Kelterkorb dreht und über die Spindel den Pressstempel vorschraubt zum Abpressen und zwischendrin zurück zum Auflockern.
Willmes muss bevor sich die pneumatischen Keltern durchgesetzt haben in der Region mit großem Abstand Marktführer gewesen sein.
Gelesen und gekeltert wurden die typisch rheinhessischen Sorten Scheu und Huxel, beide an der ehemaligen Landesanstalt für Rebenzüchtung in Alzey gezüchtet.
Zu den Oechsle. Grad Oechsle ist die Maßeinheit für das Gewicht des Traubensaftes, woraus auf den Zuckergehalt zu schließen ist. Es gibt die Gramm an, die ein Liter Saft mehr als 1 Kilogramm wiegt. Je mehr Zucker enthalten ist, desto schwerer ist der Saft. Hat ein Liter z.B. 1.100 g, sind es 100 °Oechsle.
Im Fall der Scheu waren es 67 °Oechsle (= 1.067 g/l), gemessen mit dem Refraktometer. Damit fällt es in die Qualitätsstufe "Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete" (QbA) und darf sich dann später Rheinhessischer Qualitätswein nennen.
Benjamin
Montag, 10. September 2018
Traubenlesen 2018
Nach drei Jahren war ich jetzt endlich mal wieder beim Traubenlesen dabei. Mein Onkel hat einen eigenen Vollernter, eine schon betagte Krieger K3 von 1989, bei der ich dann meistens oben drauf stehe um zu schauen ob alles richtig funktioniert.
Weil die Funktionsweise in Rheinhessen zwar zur Grundschulbildung gehört aber schwer zu erklären ist extra ein Foto in Aktion. Fahrtrichtung ist nach rechts. Vorne und hinten sind die schwarzen Spritzschutzlappen, dass keine Beeren rausfliegen. Rechts sind die Schläger die auf die Rebstöcke in Höhe der Traubenzone schlagen. Die Beeren und teilweise ganze Traubenhängel sowie Blätter werden abgeschlagen und fallen nach unten. Dort sind die Plastikschuppen die den Boden verschließen, aber federbelastet sind dass die Rebstöcke und Pfähle wie bei einem Reißverschluss durchfahren können. Von den Schuppen geht es auf die seitlichen Förderbänder und vom dort über Becherbänder zum Behälter. Links sind beidseitig Gebläse, die die losen Blätter absaugen:
Es gab richtig viel Ertrag dieses Jahr, auch wenn in Rheinhessen seit Mitte Juni ebenfalls Dürre herrscht. Also genauso wie beim Obst.
Wir Milchbauern haben zum Glück keine Milchquote mehr und müssen uns nur mit schlecht bezahlenden Molkereien (Arla auf dem letzten Platz in Deutschland) herumärgern. Die Winzer haben neben den Kellereien noch die Weinkontigentierung. Bürokratie statt Natur: Jetzt liegt die Menge dieses Jahr bei 150 bis 180 % des Kontingents. Da wird ein großer Teil wofür man das ganze Jahr gearbeitet hat hängen bleiben müssen und verfaulen:
Das Weiße ich schäumender Saft, der schon aus den angeschlagenen Beeren austritt:
Benjamin
Weil die Funktionsweise in Rheinhessen zwar zur Grundschulbildung gehört aber schwer zu erklären ist extra ein Foto in Aktion. Fahrtrichtung ist nach rechts. Vorne und hinten sind die schwarzen Spritzschutzlappen, dass keine Beeren rausfliegen. Rechts sind die Schläger die auf die Rebstöcke in Höhe der Traubenzone schlagen. Die Beeren und teilweise ganze Traubenhängel sowie Blätter werden abgeschlagen und fallen nach unten. Dort sind die Plastikschuppen die den Boden verschließen, aber federbelastet sind dass die Rebstöcke und Pfähle wie bei einem Reißverschluss durchfahren können. Von den Schuppen geht es auf die seitlichen Förderbänder und vom dort über Becherbänder zum Behälter. Links sind beidseitig Gebläse, die die losen Blätter absaugen:
Es gab richtig viel Ertrag dieses Jahr, auch wenn in Rheinhessen seit Mitte Juni ebenfalls Dürre herrscht. Also genauso wie beim Obst.
Wir Milchbauern haben zum Glück keine Milchquote mehr und müssen uns nur mit schlecht bezahlenden Molkereien (Arla auf dem letzten Platz in Deutschland) herumärgern. Die Winzer haben neben den Kellereien noch die Weinkontigentierung. Bürokratie statt Natur: Jetzt liegt die Menge dieses Jahr bei 150 bis 180 % des Kontingents. Da wird ein großer Teil wofür man das ganze Jahr gearbeitet hat hängen bleiben müssen und verfaulen:
Das Weiße ich schäumender Saft, der schon aus den angeschlagenen Beeren austritt:
Benjamin
Freitag, 7. September 2018
Auf dem Rochusberg
Gestern war ich auf dem Rochusberg in Bingen, beim St.Wendelinhof, dem Versuchs- und Demonstrationsbetrieb der Technischen Hochschule Bingen. Während des Studiums war ich dort oft gewesen, für Ferkelaufzuchtversuche, Hammeltests und auch im Rahmen der Vorlesungen. Letztmals war ich dort vor über fünf Jahren gewesen. Da nun mein Bruder seit August dort Betriebsleiter ist stand jetzt ein Besuch an. Mein erster Eindruck: Größtenteils soweit bekannt, aber die Anlage viel kleiner als ich es in Erinnerung hatte; da bin ich halt von der Brandenburger Weitläufigkeit daheim geprägt. Der Kuhstall ist ein alter Anbindestall, der 2004 (?) zu einem Laufstall umgebaut wurde mit dem Schritt von der Rohrmelkanlage zum Melkroboter. Damals ein Lely Astronaut A2, mittlerweile ein A4. Rechts die Durchgänge führen zum angeschlepptem Fressbereich:
Die Kühe sind sehr sauber, die Liegeboxen werden mit Häckselstroh eingestreut, das der Lohnunternehmer mit einer Häckselpresse (Krone BigPack PreChop) presst. Die Liegeboxen sind recht schmal - 1,14 m nur, dass hatten wir mal für ein HACCP-Protokoll ausgemessen - aber dafür lange genug dass die Kühe gerade drin liegen und auf den Gang machen.
Natürlich keine Kälber sondern einige der Hammel für den Hammeltest. Das ist die Standardmethode für die Verdaulichkeitsbestimmung in vivo, also am Tier. Dafür stehen die Hammel im Versuchsstall in Einzelboxen und das Futter und der Kot werden verwogen und analysiert. Daneben gibt es den Vorbereitungsstall für die Umstellungsphase auf das zu testende Futter (zu meiner Zeit Luzernesilage) und für die übrige Zeit diese Koppel mit zwei Unteständen.
Repräsentativ die beiden verwendeten Rassen: Nolana-Landschaf und Merino-Landschaf. Die Merinoschafe sind die häufigste Rasse in Deutschland, während die Nolana eine sehr junge Rasse sind die verdeutlicht wie schnell sich die Landwirtschaft anpassen muss. War in den 1980ern die Wollproduktion so wichtig, dass es „Wollträgerherden“ gab so decken die Wollerlöse seit den 1990ern die Schurkosten nicht mehr und es wurde begonnen die Nolana zu züchten die als Haarschaf ihre Winterwolle von alleine verlieren:
Ein schöner Ausflug an eine ehemalige „Wirkungsstätte“. Und eine junges hochmotiviertes Team, alles Facharbeiter und Studenten, da bin ich schon neidisch drauf.
Benjamin
Die Kühe sind sehr sauber, die Liegeboxen werden mit Häckselstroh eingestreut, das der Lohnunternehmer mit einer Häckselpresse (Krone BigPack PreChop) presst. Die Liegeboxen sind recht schmal - 1,14 m nur, dass hatten wir mal für ein HACCP-Protokoll ausgemessen - aber dafür lange genug dass die Kühe gerade drin liegen und auf den Gang machen.
Natürlich keine Kälber sondern einige der Hammel für den Hammeltest. Das ist die Standardmethode für die Verdaulichkeitsbestimmung in vivo, also am Tier. Dafür stehen die Hammel im Versuchsstall in Einzelboxen und das Futter und der Kot werden verwogen und analysiert. Daneben gibt es den Vorbereitungsstall für die Umstellungsphase auf das zu testende Futter (zu meiner Zeit Luzernesilage) und für die übrige Zeit diese Koppel mit zwei Unteständen.
Repräsentativ die beiden verwendeten Rassen: Nolana-Landschaf und Merino-Landschaf. Die Merinoschafe sind die häufigste Rasse in Deutschland, während die Nolana eine sehr junge Rasse sind die verdeutlicht wie schnell sich die Landwirtschaft anpassen muss. War in den 1980ern die Wollproduktion so wichtig, dass es „Wollträgerherden“ gab so decken die Wollerlöse seit den 1990ern die Schurkosten nicht mehr und es wurde begonnen die Nolana zu züchten die als Haarschaf ihre Winterwolle von alleine verlieren:
Ein schöner Ausflug an eine ehemalige „Wirkungsstätte“. Und eine junges hochmotiviertes Team, alles Facharbeiter und Studenten, da bin ich schon neidisch drauf.
Benjamin
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