Montag, 30. November 2015

Weizen Webcam - Teil 3

- zur Übersicht der Weizen-Webcam -> hier - 

Jetzt gibt es mal wieder ein Foto vom Weizenfeld bei klarer Sicht.

Die Vegetationsperiode ist nun zu Ende. Die Temperaturen liegen im einstelligen Bereich bei viel Regen und am Wochenende gab es auch etwas Schnee.

Aktuelle Wuchshöhe: 10 - 14 cm.

Mo, 30.11.; 13:24:

Benjamin

Donnerstag, 26. November 2015

Überbleibsel - Teil 4

 - zur Übersicht der Überbleibsel-Serie -> hier -

Die Überbleibsel an einem ganz normalen Belarus MTS-82, wie er in der dritten Reihe des Fuhrparks steht und vor allem für diverse kleinere Transportarbeiten genommen wird. Umgangsprachlich einfach "Russe" genannt. MTS steht für Minski Traktorny Sawod, auf deutsch Minsker Traktorenwerk. 82 heißt 80 PS und Allradantrieb.
Der MTS-82 war in den 1970/80ern das Standardmodell von Belarus und wurde in mehreren hunderttausend Exemplaren gebaut.
Das Typenschild in Kyrillisch, obendrüber SSSR und mit dem Kampfnamen "W. I. Lenin":




















Auf der Motorhaube befindet sich ein Aufkleber, wem der Traktor gehört (hat). Die LPG (P) Seetz war die Pflanzenbaugenossenschaft in unserem Territorium, die nach der Trennung von Tier- und Pflanzenproduktion entstand und unter anderem das Futter für die LPG (T) Pröttlin und LPG (T) Boberow lieferte. 
Später wurde die Genossenschaft aufgelöst und die Flächen und Maschinen auf die Nachfolgebetriebe der LPG (T) verteilt, wobei dieser Traktor zur Landgenossenschaft Pröttlin kam.

Benjamin




Montag, 23. November 2015

Enkel für Braunie

Für Braunie gab es wieder einen Enkel.
Und zwar passend zu meinem Besuch auf der Neumühle hatte ihre Tochter Mai am vergangenen Dienstag gekalbt. Das vierte Kalb im Alter von knapp 5 Jahren (58 Monate). Mit 373 Tagen Zwischenkalbezeit nach ihrem dritten Kalb "Ma-xy" (siehe Post vom 31.12.2014). 
Fast schon in der Familientradition war es wieder ein Bullenkalb, bei ihr das mittlerweile dritte.

Benjamin


Samstag, 21. November 2015

Fotos von der Agritechnica

Noch ein paar Fotos von letzter Woche von der Agritechnica. Es gab so viel zu sehen wie noch nie, aber viele besondere Sachen waren eigentlich nicht dabei.

Die Krone Premos 5000, eine traktorgezogene Pelletpresse. Bekam eine Goldmedaille für die energieeffiziente Auslegung der Pelletiereinrichtung. Insgesamt erinnert das Konzept an die Landtechnik-Lehrbücher Anfang der 1990er, wo das Pelletieren als wichtiger Prozess für die Erhöhung der Transportwürdigkeit von Halmgütern angesehen wurde.
Die technischen Daten schrecken mich da eher ab: 260 - 300 kW Leistungsbedarf, 5.000 kg (Kilo, nicht Tonnen!) pro Stunde. Macht dann ungefähr 1 ha Stundenleistung...



















War schon lange vor der Messe vorgestellt worden: Die Fendt 1000er Serie. Konnte man nur aus großer Entfernung fotografieren, ist aber auch viel interessanter wie sich da die Menschenmassen außenrum tottreten:



















Der Annaburger UniCrawler, ein Prototyp eines Raupenfahrwerkes, der unter einen normalen Muldenkipper "druntergeschnallt" wird: Der Traktor fährt mit dem Anhänger einfach auf das Fahrgestell drauf und wird verriegelt. Der Traktor fährt normal weiter und der Anhänger mit den Raupen:

Benjamin




Donnerstag, 12. November 2015

Durchsatz

Mal wieder in Bezug auf die Statistiken des Kuhblogs. Letzte Woche war ein weitergeleiteter Suchbegriff aufgelistet "Durchsatz Melkkarussell". Da scheint jemand ein Karussell bauen zu wollen und weiss noch nicht wie gross es sein muss. Das Karussell an sich kann ich nur empfehlen, Verfahrensvorteile liegen auf der Hand: Die Kühe müssen nicht zu ihrem endgültigen Melkplatz laufen, die Melker nicht zu den Kühen und es gruppengrössenunabhängig, da muss nicht für die letzte Gruppe eine neue Reihe angefangen werden.
Der Durchsatz wird durch die Melkgeschwindigkeit bestimmt: Bis die Kühe rum sind müssen sie fertig gemolken sein. Dabei dürfen nur die "nutzbaren" Plätze ohne Eingang, Ausgang und Ansetz-/Abnahmebereich gezählt werden.
Unser Karussell braucht ungefähr 12,5 Minuten pro Umdrehung bzw. hat 12,5 sec Taktzeit (bei 60 Plätzen rechnet sich das schön). Nutzbare Plätze sind vom Hubboden zum Ansetzen bis zur Abnahme vor dem Dipproboter 40 Stück. Macht 08:20 min mögliche Melkdauer, was die wenigsten ausschöpfen.
Der theoretische Durchsatz liegt bei ungefähr 290 pro Stunde. Die grossen Gruppen mit 180 - 185 Kühen laufen in 38 - 40 min drauf. Da aber ab und zu ein Platz leer bleibt, zum Gruppenwechsel einige freigelassen werden liegt der tatsächliche Durchsatz niedriger.
Hinzu kommt die Frischmelkergruppe, wo angehalten wird, wenn die vorige Gruppe runter ist und dann die Kälberkühe in die Kanne gemolken werden. Kostet so 10 - 12 Minuten. Vor der Sperrmilchgruppe zum Schluss müssen alle anderen fertig gemolken sein, die Milchleitung wird mit Druckluft leergeblasen und vom Tank abgeschlossen.
Und halt zum Schluss das Leerfahren der letzte Runde, wo die Zeit weiterläuft, aber keine weiteren Kühe angesetzt werden. Zusammen macht das von Melkbeginn bis -ende bei rund 200 Kühen pro Stunde.
Wie ich erstmals unsere Nachbarn von der Agrargenossenschaft Karstädt besucht habe (siehe Post vom 23.02.2014) lief deren Karussell mit 11,5 sec Takt und kam mitten in der Gruppe an die theoretischen 315 Kühe pro Stunde heran.
In der aktuellen Dairy Global ist ein Bericht über einen Hof in Kansas mit 4.500 Kühen. Mehr nicht, weil das das Karussell nicht mehr packt; und das ist auch ein PR3100 mi 60 Plätzen! Der tatsächliche Durchsatz liegt bei 355 Kühen pro Stunde. Wenn man nachrechnet reicht das gerade um alle zweimal täglich zu melken. Ist natürlich extrem sportlich!

Benjamin

Dienstag, 10. November 2015

Ausbildungsmesse

Am Samstag war ich mal wieder auf einer Ausbildungsmesse und zwar der GO! in Perleberg. Fand das Interesse an den Ausbildungen in den grünen Berufen dürftig, aber die künftigen Bauern brauchen ja eh nicht so viel Hilfe bei der Berufswahl.
Da hat man auch mit den Standnachbarn erzählt; Osters & Voß, die als größtes Lohnunternehmen in Deutschland jedes Jahr mehrere Fachkräfte Agrarservice und Mechatroniker ausbilden und zu denen wir über die Zuckerrübenernte Geschäftsbeziehungen haben.
Richtig positiv ist mir Arla aufgefallen. Die suchten für die Molkerei in Karstädt Milchwirtschaftliche Laboranten und Milchtechnologen. Und an deren Stand gab es Kakao, stand zwar Hansano - von hier aus Norddeutschland drauf, aber wenn man sich die Registriernummer anschaute, war der in Pronsfeld bei der MUH abgefüllt - aus Eifelmilch. Mit unserem Betriebsnamen konnten sie nicht so viel anfangen, aber dann zu jeder Lieferantennummer die zugehörige Milchviehanlage nennen.

Benjamin

Samstag, 7. November 2015

Neue Lieblingskuh - Teil 2

Zu einer Kuh gehört gehört auch immer ein Kalb. Bei Gisela ist es Kajo, benannt nach seinem Vater Kayne. Die Langform des Namens ist "M36766 LGP Kajo" wobei das LGP für Landgenossenschaft Pröttlin steht. Mit Ausnahme der Wagyus ist er auch das erste Kalb, das im Pröttliner Bereich von mir einen Namen bekommen hat, in Boberow waren es bisher schon 639 gewesen und dazu rund 220 Kühe.
Sein Geburtsgewicht lag bei 40 kg und der Geburtsverlauf war unbeobachtet, was für die Datenverarbeitung als "0" geführt wird und nicht in die Berechnung der Schwergeburtenrate einfließt. Beim ProFit-Programm wird von der "ehrlichen Null" gesprochen, dass man unbeobachtete Geburten nicht als leichter Verlauf mit "1" dokumentiert, was dann verzerrend wirkt. Schließlich hat der Zuchtwert Kalbung plus der RinderAllianz und RBB gerade seine Stärke durch diese genaue Datenerfassung.

Auf dem Foto hat er noch nicht seine Ohrmarken. Und die Qualität ist bescheiden, da er hier in meinem Schatten stand und zudem sehr lebhaft umhersprang:

Benjamin

Freitag, 6. November 2015

Blühende Landschaften - Teil 2

Der erste Teil der blühenden Landschaften ist schon lange her, das war zum Tag der Deutschen Einheit 2013 (siehe hier). 
Gut zwei Jahre später der gleiche Blick über den blühenden Gelbsenfacker bei Mellen Richtung Pröttlin.
2013 wurde hier nach der Hauptfrucht Winterroggen Gelbsenf als Zwischenfrucht gesät.
2014 kam dann Silomais und für
2015 als Hauptfrucht wieder Winterroggen und nun erneut Gelbsenf als Zwischenfrucht.

Und man sieht schön die Unterschiede im jährlichen Witterungsverlauf. 2013 wurde das Foto am 3. Oktober aufgenommen, dieses Jahr am 05. November.

Benjamin


Donnerstag, 5. November 2015

Neue Lieblingskuh

Heute habe ich eine neue Lieblingskuh bekommen, genauer gesagt wurde aus meiner Lieblingsfärse eine Lieblingskuh: Heute Morgen hat Gisela zum ersten Mal gekalbt.
Wie ich mittags in Garlin war um bei den neuen Kälbern die Ohrmarken einzuziehen habe ich ihre Ohrmarkennummer auf der Abkalbeliste gesehen, die springt mir ja sofort ins Auge. Die Tragezeit war etwas kürzer als normal; den Abkalbetermin hatte ich auf den kommenden Montag geschätzt (siehe Post vom 23.03.2015).
Habe sie auch gleich im Stall besucht und da ist sie halt was Besonderes, dass sie sich in der nervösen Jungkuhgruppe streicheln lässt. Und gross geworden ist sie auch, schliesslich hatte ich sie vor mehr als einem halben Jahr letztmals bei der Trächtigkeitsuntersuchung gesehen. Zwischenzeitlich war sie über Sommer auf Pensionsweide in Badel in der Altmark (vgl. Post vom 24.10.2013).
Als Stallnummer hat sie die 1275 bekommen, die sie bis zum Umzug nach Boberow behält.

Benjamin

Dienstag, 3. November 2015

Weizen-Webcam - Teil 2

- zur Übersicht der Weizen-Webcam -> hier - 

Mal ein besonders aussagekräftiges Foto von der Weizen-Webcam beim aktuell sehr norddeutschen Wetter. Dass nicht so viele bei den ganzen schönen Fotos meinen, wir hätten hier oben 4.000 Sonnenstunden im Jahr.

Die kleinen Weizenpflanzen bilden weitere Blätter und sind jetzt zwischen 6 und 12 cm hoch.

03.11.; 14:05:

Benjamin

Montag, 2. November 2015

Überbleibsel - Teil 3

- zur Überbleibsel-Serie -> hier - 

Der dritte Teil der Serie handelt von einem wirklichen Überbleibsel, das mal ürbig geblieben ist.
Dabei handelt es sich um einen Edelstahl-Milchwärmbehälter, der in Pinnow aktuell auf dem Stichfuttertisch des ältesten Stalls zwischengelagert wird, nachdem er seinen jahrelangen Stellplatz im Kälberstall für einen Materialschrank räumen musste.
Laut Typenschild fasst der Behälter 160 l, die Milch wird indirekt über ein Wasserbad erwärmt und es muss ein Rührwerk vorhanden gewesen sein.

Gebaut wurde der Behälter vom VEB Apparatebau Burg, das damals zum Kombinat Fortschritt Landmaschinen gehörte und später ins Kombinat Nogema kam, wo der Maschinenbau für die Nahrungsmittelindustrie zusammengefasst wurde.
Heute heißt die Firma Apparatebau Burg GmbH.

Das Institut für Milchforschung ist heute die Milchwirtschaftliche Lehr- und Untersuchungsanstalt Oranienburg e.V. (MLUA), wo neben der Milchanalytik im Rahmen der Lebensmittelsicherheit auch die überbetriebliche Ausbildung der Molkereifachkräfte für die neuen Bundesländern stattfindet. 
http://www.mlua.de/index.php

Benjamin



Freitag, 30. Oktober 2015

Versteckte Werbung

Heute kann ich ganz stolz unser neues Arla-Stallschild in Boberow präsentieren.
Das hat diese Woche der Milchfahrer mitgebracht.
Nach der erfolgreichen Auditierung für das Arlagarden-Programm (siehe Post vom 04.06.2015) durften wir das Schild an der Milchkammertür anbringen. Zwar ist bei Arla als wichtigsten Geschäftspartner der Milchbauern in der Gegend kein Geld für eine Spende an den Rinderzuchtverein da, aber für die Stallschilder mit ihrem großen Werbeeffekt, Corporate Identity halt. Auch wenn das Stallschild wohl kaum jemand sehen wird, denn wie für Arlagarden gefordert steht an der Hofeinfahrt zum Seuchenschutz ein Schild, dass niemand unbefugt das Gelände betreten darf (siehe Post vom 27.01.2015).

Benjamin


Donnerstag, 29. Oktober 2015

Embryotransfer - Teil 5

Im Februar wurde Hedda ja für Embryonen gespült.
(Siehe Posts vom 07.02.2015; 14.02.2015; 18.02.2015 und 23.03.2015).
Nun kommen die Kälber zur Welt; eines davon ist Destin (nach seinem Vater Deyja benannt). Das genaue Geburtsdatum weiß ich nicht, weil er unbemerkt draußen auf der Koppel geboren wurde. Im Herdeprogramm wird als nur das Übertragungsdatum angezeigt, dass die Embryonen zu diesem Zeitpunkt schon sieben Tage alt sind wird nicht berücksichtig, dazu war er knapp drei Wochen zu früh dran. Seine Mutter (also Träger) Michaela (nun Stallnr. 1593) - übrigens eine Stallgefährtin von Gisela im Boberower Kälberstall - war zu diesem Zeitpunkt noch auf der Weide und noch nicht im Stall zur Anfütterung.

Benjamin

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Mortellaro-Monitoring - Teil 2

Gestern waren unsere Kühe in Pinnow zur zweiten Runde im Mortellaro-Monitoring der Universität Halle-Wittenberg im Rahmen des Projektes Kuh-L (siehe Post vom 08.10.2015) dran. 
Der Gesundheitsstatus hat sich in den letzten drei Wochen nicht verbessert, aber nach den allerersten Auswertungen nach der ersten Runde mit rund 6.000 Kühen wäre abzusehen, dass man passende Genorte für die Mortellaro-Anfälligkeit finden kann.

Benjamin


Montag, 26. Oktober 2015

2000er-Serie

Nachdem in Boberow so wenig Kühe waren wie seit ganzen zwei Jahren nicht mehr sind heute 15 Kühe aus Garlin hinzu gekommen. 
Hieß es also wieder die Halsbänder zu wechseln und besonders wichtig die Schwänze zu kürzen. Bei zweien hatte es schon mit Nekrosen angefangen, so schmutzig waren die.
Wie die Daten auf den Boberower Computer übertragen waren habe ich eine erste Einschätzung ihrer bisherigen Leistung anhand der ersten Milchleistungsprüfung gemacht. Neun sind in Boberow geboren und die liegen im Schnitt bei der prognostizierten Jahresleistung um 420 kg über den sechs aus Pinnow und Garlin!

Wie beim Umzug ins neue Melkhaus in Pinnow angedacht (siehe Post vom 28.07.2015) werden nun seit einigen Wochen alle Halsbänder für Erstkalbende bzw. bei Reperaturen auf vierstellige Nummer umgestellt. Nachdem Anfang Oktober Nr. 1205 ihr Halsband verloren hatte und ein neues mit 2205 bekam sind diese Jungkühe nun die erste größere Gruppe die Halsbänder der 2000er-Serie mit der führenden 2 bekommen:

Benjamin



Sonntag, 25. Oktober 2015

Saure Milch

Es wird allerhöchste Zeit, dass die Behörden endlich mal in die Gänge kommen und den Stallneubau in Pinnow genehmigen, denn die alten Anlagen fallen schon nicht mehr nur langsam auseinander. Heute Nacht hat sich am größeren der beiden Boberower Milchtanks die Platine des Temperaturfühlers verabschiedet und die Regelung der Kühlung fiel aus. Vom Geschmack her war die Milch in Ordnung, aber viel zu warm. Nach Rücksprache brachte ich eine Probe ins Molkereilabor nach Karstädt. Die Temperatur betrug 19 Grad und der Säuregrad lag bei 9,2, was schon im alkalischen Bereich ist und von der gegenläufigen Analytik bedeutet, dass die Milch schon angefangen hat sauer zu werden. 
Um jedes Risisko einer Verunreinigung bis hin zu einem ganzen Stapeltank in der Molkerei auszuschließen habe ich dann die Milch in den Gulli laufen lassen. Gerade passend zur Zeitumstellung war es heute auch noch die Menge von 25 h. Geschätzt 4.950 l im Wert von 1.350 €; alles total unnötige Verluste, die Milchproduktion in Boberow könnte schon längst eingestellt sein...

Benjamin

Samstag, 24. Oktober 2015

Aktuelles Foto der Wagyus

Ein aktuelles Foto vom 2015er-Jahrgang der Wagyus. Links Hokkaido (mittlerweile knapp 4 Monate) rechts Yamamoto (3,5 Monate). Seit die Kreuzungskälber in eine eigene Bucht im Kälberstall verlegt wurden haben die beiden das Großraumiglu für sich alleine:

Benjamin


Freitag, 23. Oktober 2015

Überbleibsel - Teil 2

- zur Übersicht der Überbleibsel-Serie -> hier - 

Das Überbleibsel im zweiten Teil der Serie ist doch recht klein. Und zwar einzig der Herstellername auf dem Feuerlöscher neben meinem Boberower Büro. Ein ganz normaler 6kg-ABC-Pulverlöscher.
Herstellungsdatum ist laut der Prägung auf der Oberseite 1989.
Hersteller war das VEB Feuerlöschgerätewerk Neuruppin, der damalige Name der Feuerlöscherfabrik in Neuruppin, von uns aus auf dem halben Weg nach Berlin gelegen.
Die Fabrik wurde 1905 gegründet war zwischenzeitlich ein VEB und heißt heute FLN Feuerlöschgeräte Neuruppin; der Schriftzug auf den Feuerlöschern und das Logo sind immer noch gleich:
http://www.fln-neuruppin.de/

Benjamin 




Montag, 19. Oktober 2015

Weizen Webcam - Teil 1

Vor langer Zeit gab es das letzte Foto der Raps-Webcam. 
Zwischenzeitlich ist schon die Folgefrucht ausgesät - und zwar (Winterweich)Weizen (Triticum aestivum).

Nach dem vielen Regen in der letzten Woche sind die Pflanzen schon gut gewachsen; aktuell zwei Blätter und 5 - 8 cm Wuchshöhe.
19.10.2015; 12:54 Uhr:

Benjamin











 
 
 
Nachtrag: Dies ist der Übersichtspost der Weizen-Webcam.
Weitere Posts der Serie:
Weizen unter Schneedecke, Post vom 19.01.2016 
Sonderfolge mit Fuchs, Post vom 20.03.2016
Ährenschieben, Post vom 31.05.2016 
Stoppelsturz und Düngung, Post vom 26.07.2016
Ausfallweizen, Post vom 13.08.2016 

Sonntag, 18. Oktober 2015

Stille Brunst

Als Stillbrünstigkeit wird bezeichnet, wenn eine Kuh im Inneren normal rindert, aber nach Aussen keine Verhaltensänderungen zeigt. So standen letzte Woche in Boberow sechs Kühe zur Sterilitätsuntersuchung an, sie waren jetzt 2 bis 3 Monate in Milch und bisher nicht brünstig gewesen.   In solchen Fällen wird dann die Ursache dafür abgeklärt; vier von ihnen waren aber gerade brünstig und konnten auch gleich besamt werden. Mein Problem dabei: Dass gerade passend zur Untersuchung vier von sechs brünstig sind ist ein ziemlicher Zufall und lässt keine Rückschlüsse zu.  Einziger Anhaltspunkt ist, dass die Kühe leistungsmässig mit 36 - 39 kg zu diesem Zeitpunkt leicht unterdurchschnittlich waren. Werde daher nun versuchen einige Kühe mit ähnlichem Verlauf auf Verdacht zur Besamung vorstellen, sodass das mit dm Zufall genauso gut funktioniert.

Benjamin

Freitag, 9. Oktober 2015

Schnappschuss

Am Quergang des Melkhauses kann man halt nicht gemütlich auf der Mauer sitzen wenn gerade eine Gruppe Kühe reinkommt:

"Hallo!"


Donnerstag, 8. Oktober 2015

Mortellaro-Monitoring

Im 500. Post des Kuhblogs geht es wieder um die große Forschung. Im Rahmen des Projekts Kuh-L, "Kuh-Lernstichproben zur Implementierung genombasierter Selektionsstrategien auf Basis Hochdurchsatztypisierungen beim Milchrind" (siehe auch Post vom 02.12.2014) wird ein Monitoring der Mortellaro-Erkrankungen an den Kühen der brandenburger und mecklenburger Testherden durchgeführt. Dafür war heute als erster von drei Terminen zur nachmittaglichen Melkzeit ein Team der Universität Halle-Wittenberg da, die zwischen den Melkern am Karussell standen und die Klauen aller (melkenden) Kühe einstuften. Die genauen Ergebnisse habe ich noch nicht; aber dass es genug zu finden gab wusste ich schon vorher.

Benjamin

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Überbleibsel - Teil 1

 
Im ersten Teil der Überbleibselserie geht es um die Milchkannen.
In Boberow werden ausschließlich diese benutzt und in Pinnow stehen noch einige als Reserve.


TGL bedeutet Technische Normen, Gütervorschriften und Lieferbedingungen und ist der Vorläufer der Normen des Deutschen Instituts für Normung (DIN). In der TGL 8611 waren Vakuumpumpen, Pulsatoren und auf Blatt 4 auch die Milchkannen genormt: 20 l, Aluminium, eloxiert. In neuwertigem Zustand müssen die bestimmt schön geglänzt haben, aber nach Jahrzehnten ist die Oberfläche abgestumpft und bei manchen auch Dellen drin.
Von wann genau die Norm stammt weiß ich nicht, dürfte in den 1960ern gewesen sein, wenn auch die meisten der Kannen deutlich jünger sind.

20 Liter, gestrichen voll sind es eher 22, reichen bei den frischmelkenden Kühen in den ersten 5 Tagen nach der Kalbung zu 99,5 %. Da ist selten eine Kuh dabei wo es knapp wird.
Wegen der geringen Größe und dem leichten Aluminium ist es sehr komfortabel mit den Kannen zu arbeiten.

Der Hersteller war das VEB Impulsa in Elsterwerda, das aus der Elfa - Elsterwerdaer Fahrradfabrik - hervorging und für das gesamte RGW-Gebiet Melktechnik herstellte und bei der Entwicklung damals immer vorne dabei war, wie beim Serienbau von Melkkarussellen und der Nachmelkautomatik.
Nach der Wende kaufte der Melktechnikhersteller Gascoigne-Melotte das Werk in Elsterwerda; bestimmt für 1 DM... Als Anfang der 2000er BouMatic Gascoigne-Melotte übernahm wurde Impulsa über ein Management-Buy-Out wieder selbstständig.
http://www.impulsa-ag.de

Benjamin



Samstag, 3. Oktober 2015

Neue Serie

Heute zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit fand die Feier der Bundesregierung in Frankfurt/Main statt. Bei uns in der Prignitz - nur wenige km von der ehemaligen Blockgrenze entfernt - wurde bei allerschönstem Wetter das Ackergras gehäckselt (siehe Post vom 02.10.2015). Ich habe den Feiertag als Wochenenddienst im Stall verbracht, ganz bewusst der Tatsache, dass ich ohne Wiedervereinigung solche beruflichen Möglichkeiten niemals gehabt hätte.

Und als "Westimport" fallen mir auch jetzt noch immer Dinge auf, die aus LPG-Zeiten stammen. Daher kommt in den nächsten Monaten eine Serie an Posts mit den gesammelten Fotos von Überbleibseln. Der Anfang macht meine Milchplantafel. Die hatte ich irgendwann mal reaktiviert, weil es auf den Milchviehanlagen in Garlin und Pinnow auch Tafeln gibt - auf denen zwar nur die Tage stehen - und die täglich abgeholte Milchmenge notiert wird.
Von wann die genau stammt weiß ich nicht, schätzte mal aus den 1970ern. Und nach welchem Schema die Mengen darauf notiert wurden weiß ich auch nicht, habe es mir so zurecht gelegt wie ich es für plausibel halte. Den Plan habe ich einfach nach Gefühl festgelegt; 360 Kühe Bestand zu 8.750 kg abgelieferte Milch im Jahr.

Benjamin














 
Nachtrag: Dies ist der Überichtspost der Überbleibsel-Serie.
Weitere Posts der Serie:
Milchkanne des VEB Impulsa Elsterwerda; Post vom 07.10.2015 
Feuerlöscher des VEB Feuerlöschgerätewerk Neuruppin; Post vom 23.10.2015 
Milchbehälter des VEB Apparatebau Burg, Post vom 02.11.2015 
Belarus MTS 82, Post vom 26.11.2015
Kälberregister vom Vordruckbetrieb Demos Osterwieck, Post vom 11.12.2015
Zeitschaltuhr des VEB Zeitschaltelektronik Frauenstein, Post vom 20.12.2015 
Fahrzeugwaage des VEB Oschatzer Waagenfabrik, Post vom 27.12.2015 
Schaltkästen des VEB Elektroschaltgeräte Grimma, Post vom 04.02.2016 




Freitag, 2. Oktober 2015

2-Jahres-Plan erfüllt

Wie ich vor etwas mehr als zwei Jahren als Herdenmanager in Boberow angefangen habe hiess es, dass mittelfristig die Kühe nach Pinnow in den geplanten Stall umziehen sollen. Den Stichtag setzte ich nach damaligem Stand auf den 25. September 2015. Da ich es irgendwie unpassend fand meine Aufgabe in der Abwicklung der Herde zu sehen stellte ich das Ziel auf, die Kühe und mich in diesen zwei Jahren fit zu machen.

Der 25. war nun letzte Woche. Der Umzug ist nicht viel näher gerückt, das neue Melkkarussell läuft schon aber mit dem Stallbau wurde dank deutschem Behördenwahnsinn noch gar nicht begonnen.

Mein Ziel ist aber trotzdem erreicht.
Ich selbst bin längst fit für die Herde in Pinnow, bin ich doch seit vier Monaten deren Leiter.
Und die Kühe sind auch fit, der Abstand zwischen den Herden ist soweit geschrumpft, dass man es auf die Unterschiede in den Haltungsbedingungen und dem genetischen Niveau zurückführen kann.

Die Kennzahlen aus den Milchleistungsprüfberichten, einmal aus Boberow vom Juni 2013 und September 2015 und zum Vergleich Pröttlin (also die Herden Garlin und Pinnow zusammen) vom September 2015.

Leistung im 12-Monats-Schnitt 
                 Kühe         Milch-kg      Fett-%      Fett-kg     Eiweiß-%  Eiweiß-kg Fett+Eiweiß-kg          
Jun. 2013    352           8.835            4,02            355           3,51          310                 665
Sep. 2015    351           9.543           3,95             377          3,56          340                  717
Pröttlin         945           9.789            3,95            387          3,58           350                 737
Sep. 2015

Lebensleistung + Nutzungsdauer des lebenden Bestand zum Kontrolltag:
                 Kühe         Milch-kg    Fett-kg   Eiweiß-kg   Milch je     Milch je       Nutzungs-  
                                                                                 Futtertag   Lebenstag   dauer        
Jun. 2013    347         17.856       713           617              24,2            11,5         24,2
Sep. 2015    331         24.129       947          842               26,1            13,6        30,4
Pröttlin         933         22.693       887          806               27,6            13,5        27,0
Sep. 2015

Lebensleistung + Nutzungsdauer der in den letzten 12 Monaten abgegangenen Kühe:
                 Kühe Abgangsrate Milch-kg Fett-kg Eiweiß-kg  Milch je   Milch je      Nutzungs-  
                                                                                        Futtertag Lebenstag dauer        
Jun. 2013   139      39,2 %      21.507      876        742           23,0          12,2        30,8
Sep. 2015     98      27,8 %      25.887   1.017        909           24,6          13,7       34,6
Pröttlin        357      37,8 %      28.237   1.132     1.010           26,1          14,5        35,6
Sep. 2015


Benjamin

Große Weiten - Teil 3

Das Ende Juli gesäte Gras (siehe Post vom 11.08.2015) wurde nun gemäht. Der erste Schnitt Ende September: jetzt an den letzten schönen Tagen in diesem Jahr mit dichtem Nebel morgens aber dann strahlendem Sonnenschein am Nachmittag. Nach neun Wochen hat sich der Bestand zwar gut etabliert aber viel Masse wird es nicht geben und zudem noch recht jung, d.h. mit viel Protein und wenig Rohfaser.
Gestern habe ich die Trockensubstanz bestimmt, denn unser Häcksler ist aktuell in der Maisernte, sodass das Gras mit einem Miethäcksler ohne Feuchtesensor gehäckselt werden soll.

Benjamin



Montag, 28. September 2015

Maiszeit

Letzte Woche hat die diesjährige Silomaisernte begonnen und ist schneller in Fahrt gekommen als letztes Jahr. Das erste Silo wird in Boberow befüllt; gewalzt wird wieder mit dem Xerion und dem Magnum (siehe Post vom 12.05.2015), der jetzt ein schwereres Heckgewicht bekommen hat. Und auch wenn ich nicht mehr so viel vor Ort bin passt es aber zumindest nachmittags eine Trockensubstanzbestimmung zu machen als Feedback zum Nahinfrarotsensor auf dem Häcksler. Dazu die ganzen und nur angeschlagenen Maiskörner in den Proben zählen, ob die Einstellung des Crackers passt:

Benjamin


Samstag, 26. September 2015

Auf Seminar

Diese Woche war ich wieder auf Seminar und zwar mit meinem Kollegen von der Produktionsleitung bei der Brandenburger Landwirtschaftsakademie bezüglich Melken und Eutergesundheit.
Zuerst Dr. Kreher aus Bad Liebenwerda über Controlling der Eutergesundheit zur Mastitistherapie mit Arzneimitteleinsparungen und auch am Rande über das von ihm entwickelte "Stalllabor", bei dem direkt Bakterienkulturen angesetzt werden, die dann der Tierarzt noch vor der Behandlung auswerten und entsprechend reagieren kann. Womit kein blindes Behandeln mehr nötig ist um keine Zeit zu verlieren. Über das Verfahren wurde in der TopAgrar vom August 2014 berichtet.
Als zweiter Teil Prof. Geidel von der HTW Dresden über Melktechnik und -arbeit. Wo ich mich stellenweise gefragt habe was man denn im Studium dazu überhaupt gelernt hatte; dort ging es um Melkstandsbauformen inklusive Trigon- und Polygonmelkstand sowie Zitzengummis in unterschiedlicher Form. Aber mal die Hintergründe von Technik und Physiologie kurz und komplett zusammengefasst hat schon was gebracht. Dazu die Arbeitswirtschaft beim Melken, eine Herangehensweise die ich bisher auf wissenschaftlichem Niveau noch nicht gemacht hatte. "1 Minute   braucht man pro Kuh, weniger geht nicht, es sei denn man rationalisiert und automatisiert Arbeitsschritte." Als Ergebnis schätze ich das Karussell in Pinnow als verfahrenstechnisch genau richtig ein, wobei da der Zufall schon seinen Anteil hat.

Benjamin

Freitag, 25. September 2015

Am Umziehen

Aktuell wird in Boberow in die wieder aufgebaute Futterhalle umgezogen. Im Laufe der nächsten Tage werden die noch vorhandenen Futterkomponenten in der Behelfshalle verfüttert und alle jetzt angelieferten schon in die neue Halle eingelagert, sodass in vielleicht zwei Wochen umgezogen werden kann mit den kleinen Sachen (Mineralfutter usw.)
Komplett fertig gestellt ist es doch ein Fortschritt zur ehemaligen Inneneinrichtung, die Beleuchtung der gesamten Halle ist besser und auch die Befahrbarkeit mit den verschobenen Buchtenabtrennungen. 
Bloß in die Buchte mit den Trockenschnitzeln passen nur 15 t rein und rollen dann auch schon ziemlich weit raus. Wird es sich zeigen, ob es so dann im Fütterungsalltag funktioniert oder die Abtrennungen wieder abgerissen und an die ursprünglich geplanten Stelle verlegt werden müssen.

Benjamin

Kaspar & Truxi

Am Mittwochmorgen hat Truxa zum dritten Mal gekalbt und es gab Zwillinge, wobei die Tragezeit kaum kürzer war, um gerade einmal drei Tage.
Wie bei dem überwiegendem Teil der Zwillinge ist es ein Pärchen und damit ist das weiblich höchstwahrscheinlich (so zu 98%) eine unfruchtbare Zwicke. 
Grund dafür ist das Anti-Müller-Hormon, das der männliche Embryo gebildet hat, um die stets angelegten Müller-Gänge, aus denen mal die weiblichen Geschlechtsorgane enstehen zurückzubilden. Dieses Hormon gelangt übers Blut zum weiblichen Embryo und beeinträchtigt dann dort die Entwicklung der Geschlechtsorgane.
Entsprechend gibt es dieses Problem bei zwei weiblichen Zwillingen nicht.

Kaspar, entsprechend seinem Vater Kayne benannt:






















Und Truxi, entsprechend nach Truxa:

Benjamin

Montag, 21. September 2015

Aktuelles Foto von Kira

Wie versprochen für Kira ein aktuelles Foto von Kira. Sie ist jetzt knapp dreieinhalb Monate alt; wie schwer sie ist habe ich nicht gemessen, schätzte aber mal auf um die 120 kg.

Benjamin

 

Schelle

Am vorletzten Sonntag hat eine meiner Lieblingskühe, 1408 Schecke, zum dritten Mal gekalbt. Sie gehörte zur ersten Färsengruppe, die in meiner Boberower Zeit erstmals kalbte. Nun war sie von diesen die erste zur dritten Kalbung. Nach zwei Bullenkälbern war es jetzt endlich ein Kuhkalb. Vater ist der Bulle Empire von der RinderAllianz, nichts Besonderes, ein Gesamtzuchtwert von 138 ist in den heutigen Zeiten nicht mehr herausragend; aber einer ohne Schwächen. Da wird es mit dem Zuchtfortschritt wahrscheinlich gering ausfallen und aus Scheckes 13.000 l in der ersten Laktation bei 2,8% Fett nicht viel mehr werden.

06 434 AGB Schelle, von der Fellzeichnung her eindeutig von Schecke abstammend:

Benjamin



Schwester für Braunie

Gestern war ich wieder zum Melken auf meinem Stammbetrieb, der LVAV Neumühle. In Braunies Familie gab es einige Veränderungen: Ihre bisher jüngste Schwester Latte ist am vorletzten Donnerstag wegen Unfruchtbarkeit (hatte sie immer Probleme mit) abgegangen. Aber dafür gab es eine neue Schwester, denn ihre Mutter Leoni hat Ende August zum nunmehr neunten Mal gekalbt und es gab endlich mal wieder ein Kuhkalb. Nach ihren Vater Ellmson und Leoni nenne ich sie vorläufig Elle.

Benjamin



Beim Traubenlesen

Jetzt in meinem Urlaub war ich auch wieder beim Traubenlesen, wenn man schon mal in Rheinhessen ist. Wegen der Trockeinheit in diesem Jahr begann die Lese recht spät, so war erst am 19. September Start.
Als erstes war fast schon traditionell der größte Wingert mit Müller-Thurgau dran. Mengenmäßig war es in Ordnung und von der Qualität mit 76° Oechsle, was dann Rheinhessischer Qualitätswein (QbA = Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete) gibt.
Die Sorte Müller-Thurgau wurde von Hermann Müller Ende des 19. Jahrhunderts im Thurgau gezüchtet und war in den 1970ern die meistgepflanzte Rebsorte in Deutschland und daher auch heute noch vor Riesling die Sorte mit der größten Rebfläche in Rheinhessen.
Geerntet wurde mit der betagt-robusten Technik aus Vorwende-Zeiten: Dexheimer Allrad 345 (50 PS, Bj. 82) mit der Krieger K3 (Bj. 89) und zum Transport der Deutz D 5506 (52 PS, Bj. 72) mit Beinlich BTM 6000E (6 m³, Bj. 78).

Benjamin



 

Montag, 14. September 2015

Doppelrekord

Heute gab es in Boberow gleich einen doppelten Rekord beim Melken:
1. Rekord im Tagesgemelk mit 31,95 kg und damit fast ein halbes Kilo über dem Rekord von 31,48 kg am 14.07.2015 (siehe Kommentar zum Post vom 12.07.2015).
2. Rekord bei der abgelieferten Milch mit 9.228,3 l und damit fast 200 l über dem bisherigen Rekord von 9.033,3 l am 09.09.2015 (siehe Post vom 09.09.2015) der damit keine Woche gehalten hat.
Hinzu kommt, dass Boberow aktuell in der Leistung - sowohl absolut als auch energiekorrigiert - ein gutes Stück über Pinnow liegt, auch wenn der tatsächliche Vorsprung sich wegen den Problemen mit der Milchmengenmessung am Karussell nur schlecht abschätzen lässt.

Benjamin

Beim Dampfpflügen

Gestern war wieder Kulturprogramm angesagt und zwar zum Grünen Wochenende in Iden bzw. den Altmärker Dampfpflugfest.
Es gab sehr viel zu sehen:
Das LLFG für Technik und Tierhaltung mit den Forschungs- und Lehrställen und die Räume der Technikausbildung, inklusive der großen Halle für Bodenbearbeitung unter Dach.
Dann Dreschvorführungen mit rund 25 verschiedenen Dreschmaschinen unterschiedlicher Größe und Alter und allen möglichen Antriebsarten vom Göpel bis Elektromotor.
Im alten Kuhstall des Gutes die landtechnische Sammlung (Agraneum Iden) mit Maschinen die zum größten Teil aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen.
Höhepunkt war ganz klar die Vorführung des Dampfpflugsatzes des Agrarbildungszentrum Schönbrunn in Landshut. Mit Baujahr 1928 eher jüngere Exemplare und auf jeweils 220 PS gedrosselt. Aber die Altmärker Wische mit dem schweren Minutenböden ist angestammtes Dampfpfluggebiet und so es war nach dem Regen auch zu nass. Ein Traktor hätte bestimmt eine Riesensauerei gemacht, aber die Pfluglokomotiven stehen ja am Feldrand. 
Als Dampfmaschine mit gleichmäßiger Verbrennung ist es nicht besonders laut, aber alles vibriert unter Last extrem und wenn der Untergrund rutschig ist zieht sich die Pfluglokomotive mal selbst einen halben Meter zur Seite in den Boden rein. Bei über 20 t Eigengewicht.
An das Eindrucksvolle eines Dampfpflugs kommt nun mal keine moderne Landtechnik ansatzweise heran:

Benjamin



Auf der Mela

Die Mecklenburger Landwirtschaftsausstellung (Mela) in Mühlengeez ist immer der Höhepunkt im Herbst ("Das Beste im September"). Letztes Jahr war ich nicht dort, weil ich wegen Terminen auf Urlaub in der alten Heimat war.
Dieses Jahr war die Jubiläums-Mela, da nun die 25.. Ich war am Donnerstag mit meinen Kollegen gleich am ersten, noch ruhigen, Messetag dort.
Die landwirtschaftliche Branche im Nordosten ist halt doch recht überschaubar, sodass man viele Bekannte traf und von den Geschäftspartnern sehr gut verpflegt wurde. 
Im krassen Gegensatz dazu stand Arla, die uns keinen Kakao spendieren wollten; wo sie den eigenen Genossen mit ihrem Arlagarden-Programm so viele Knüppel zwischen die Beine werfen und wir den Größenwahn der dänischen Bonzen im Vorstand auch dieses Jahr mit mehreren hunderttausend Euro sponsern. Also solch ein Verhalten verbirgt sich  hinter dem tollen Gehört-uns-Milchbauern-Siegel http://www.arlafoods.de/uber-uns/arla-milchbauern/

Bei der RinderAllianz wurden die neuen Zuchtwerte vorgestellt, die als erste aus einer ganzen Reihe aus den Daten des ProFit-Testherdenprogramms entwickelt wurden und nun fast nach 10 Jahren die ersten Ergebnisse für die Zucht liefern. Damit haben RinderAllianz und RBB nun einen großen Vorsprung gegenüber den anderen Zuchtverbänden, die aktuell sich gerade Gedanken über Testherdenprogramme machen.
http://rinderallianz.de/news/aktuelles/news-detailseite/getarticle/detail/neue-zuchtwerte-fuer-gesuendere-kuehe/
Das diesjährige Tier der Mela war die Deutsche Holstein. Und da die Anbindehaltung in den neuen Bundesländern seit Jahrzehnten gar keine Bedeutung mehr hat wurden die Kühe nun nicht wie auf Schauen üblich angebunden sondern in einem ganz normalen Stallabteil gezeigt. Jede mit einem Halsband markiert für die Zuordnung zu den Infotafeln. Und für die ausgestellten Kälber gab es einen Tränkeautomat; man muss halt bei der Tierpräsentation nicht im 19. Jahrhundert stehenbleiben.

Benjamin