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Freitag, 11. April 2025

Neumühle 2025/0,5


Nur 0,5 weil ich nicht selbst auf meinem Stammbetrieb Hofgut Neumühle gewesen bin wegen der Seuchenlage mit der Maul- und Klauenseuche war ich dieses Jahr noch nicht dort gewesen.
Dafür war mein Bruder heute dort gewesen und hat mir Einiges berichtet.
Er hat dort für den aktuellen Fütterungsversuch beim Probennehmen geholfen. Und im Vergleich zu dem was ich vor inzwischen 14 Jahren für meine Bachelorarbeit gemacht habe ist das deutlich umfangreicher geworden:
- Blut
- Harn
- Kot
- Pansensaft
- Speichel mit Tupfer
- Ultraschall der Pansenwand
- allgemeine veterinärmedizinische Untersuchung

Der Eco-Protector UV-C am MilkShuttle (siehe Post vom 09.01.2024) wurde nach zwei Jahren Test jetzt übernommen. Die UV-Desinfektion ist seit langem im Betriebsablauf intergiert.

Es gibt jetzt einige Kleingruppeiglus für die Pärchenhaltung, neben der Größe auch an den zwei Eimerhaltern am Gatter zu erkennen:

 



















Noch weitere Infos den im Post zum letzten Neumühle-Besuch (siehe 18.09.2024) genannten Kühen:
 
1802 Moral (Numero Uno x Mascalese) hatte bei der dritten (1. plausible) Wiegung nach der Abkalbung Mitte November 878 kg. Da gehe ich von aus dass sie während des Trockenstehens um die 950 kg hatte. Die Waage ist im Rücktrieb vom Melkstand, sodass die Kühe immer zum gleichen Zeitpunkt im Tagesablauf gewogen werden. Ein Problem ist aber die Wiegung mit nur drei Füßen, das muss dann für die Auswertung mit Ausreißerbereinigung korrigiert werden.
Aktuell ist sie in der 5. Laktation. Das hatte ich auch anhand ihrer Stallnummer (siehe Post vom 26.02.2022) geschätzt, dass sie zum vierten Mal vor der fünften Kalbung trocken steht.
Sie hat 148 Melktage und ein Tagesleistung von 43 kg.
 
2157 Ludowika (Greenwich x Semino x Fever x Ramos), die "Glubschi" ist noch immer in der 1. Laktation. Im November 2023 erstmals gekalbt hat sie jetzt 518 Melktage und liegt noch bei 30 kg Tagesleistung, was wieder einmal die gute Persistenz der Jungkühe zeigt.

Benjamin


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Mittwoch, 18. September 2024

Neumühle 2024/2

Am vergangenen Sonntag war ich mal wieder auf meinem Stammbetrieb LVAV Hofgut Neumühle, wo es im Sommer beim Tag der offenen Tür die Kühe nur von außen zu sehen gab.

Hier sieht man gut wie die Kühe in den letzten 15 Jahren seit der Inbetriebnahme des Stalls 2009 größer geworden sind. Nr. 1840 (eine der Fistelkühe) frisst hier gerade am Wiegetrog und steht dabei mit den Hinterfüßen auf der Schieberbahn, weil der Fressstand zu kurz ist. Das machen mittlerweile so gut wie alle Kühe:


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nr. 1802 in der Trockenstehergruppe. Eine riesige Kuh; von der Kondition, der Stärke und vor allem der Tiefe. Das Halsband ist im letzten Loch auch sehr eng. Als Trockensteher geht sie natürlich nicht zum Melken und danach nicht über die Waage. Das Gewicht werde ich noch nachliefern:


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine "Glubschi" auf der Neumühle. Nr. 2157. Kühe mit Glubschaugen kommen ab und zu vor und die kennt dann auch jeder, weil sehr auffällig. Sie schielt dazu noch extrem:


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Noch was Technisches: Am Mischwagen ist jetzt ein HarvestLab von John Deere verbaut. Der dient aber vorerst nur zum reinen Datensammeln. Da will John Deere wohl in diesem Anwendungsbereich der Nahinfrarotspektroskope Fuß fassen:

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Benjamin

1477

 

Dienstag, 9. Juli 2024

TdoT Neumühle 2024

Am Sonntag war ich auf dem diesjährigen Tag der offenen Tür meines Stammbetriebs LVAV Hofgut Neumühle.
 
Normalerweise findet der alle zwei Jahre in den geraden Jahren im Sommer statt:
2008 war ich während meiner Praktikumszeit als Helfer dabei.
2010 ist es wegen Q-Fieber im Kuhstall ausgefallen.
2012 und 2014 war ich nicht dort.
2016 war ich wieder dort (siehe Posts vom 04.07.2016 und 05.07.2016).
2018 war ich wieder nicht dort.
2020 und 2022 ist es wegen Corona (also beim Menschen...) ausgefallen.
und jetzt 2024 wieder.

Gefühlt trifft man dort die Hälfte der Bauern aus der Pfalz und auch die gesamte Mannschaft der Neumühle, von denen ich viele schon jahrelang nicht mehr gesehen habe. Sind eigentlich bei meinen Besuchen nur die vom Kuhstall, die sonntagsmorgens da sind.

Wie ich schon vorher gehört hatte, ist die Schweinehaltung eingestellt worden. 2008 waren das zu meinen Praktikantenzeiten 55 Sauen im Dreiwochen-Rhythmus, mit geschlossenem System und gut 1.300 gemästeten Schweinen pro Jahr. Die Ställe aus den 1970er bis Anfang der 1990er gebaut und 2008 dürfte das renovierte Flatdeck die letzte Baumaßnahme gewesen sein.
Ich war als Prakikant 3 Wochen dort in der Sauenhaltung und Schweinemast und habe doch einen praktischen Gundstein für Schweine bekommen. Später im Studium war ich noch mal dort und danach nicht mehr, weil die Kühe interessanter waren und auch wegen den Hygienevorschriften (Foto der Schleuse im Post vom 21.03.2020).
Da die Schweinehaltung in Rheinland-Pfalz von allen Bundesländern pro Fläche die geringste Bedeutung hat und der Bezirksverband Pfalz als Träger auch kein Geld wurde der Neubau einer zeitgemäßen und zukunftsfähigen Lehrwerkstaatt Schweinehaltung aufgegeben.

Dagegen wird momentan am Hauptgebäude und bei den Kälberställen gebaut.

Gibt nur zwei Fotos, weil einfach viel los war und immer jemand im Weg stand. Ausnahme war da der Kuhstall, dort war außenrum mit Flatterband abgesperrt, dass man nicht an die Kühe und Kälber dran kam.

Über den Futtertisch zu den Abkalbeboxen. Der Stall und die Kühe sind normal schon sehr sauber, aber für den Tag der offen Tür dann noch mal extra sauber.
Die rote Fläche auf dem Futtertisch ist als Markierung um die Futteraufnahme rund um die Kalbung besser im Blick zu haben:





















Das ist von der Durchfahrt zwischen Kuh- und Jungviehbereich aus, zur Demonstration gleich vorne Nr. 1840, eine der Fistelkühe (siehe Post vom 09.01.2024).

Benjamin
























1472

Samstag, 13. Januar 2024

CalfRail DUO

Eine Neuerung die ich zuvor auch noch nicht gesehen habe war das CalfRail DUO von Förster Technik, das die Neumühle seit letztem Frühjahr hat.

Das CalfRail ist erstmal der normale Tränkeautomat an dem nicht für die Gruppenhaltung Tränkestationen mit Nuckel in die die Kälber laufen angeschlossen sind sondern ein Roboterarm mit Nuckel der von Iglu zu Iglu (bzw. Box) mit den Kälbern in Einzelhaltung fährt.

Das CalfRail DUO ist die neuste Variante mit zwei Nuckeln, bei dem zwei Kälber in Pärchenhaltung parallel saufen können.

Benjamin


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dienstag, 9. Januar 2024

Neumühle 2023/2 - Teil 3

War ich wegen Corona in den letzten 4 Jahren nur zweimal auf meinem Stammbetrieb LVAV Hofgut Neumühle gewesen so gab es doch viele Neuerungen für mich nachzuholen.

In diesem Post kommen nur Fotos von Sachen, die mir zwar bekannt waren, ich davon gehört oder gelesen hatte aber noch nie mit eigenen Augen gesehen.

Geburtshilfesimulator für Trockenübungen zur Geburtshilfe, der in der überbetrieblichen Ausbildung eingesetzt wird. Wo über 90 % der Färsen/Kühe ohne jegliche Hilfe abkalben ist es schwer am lebenden Objekt zu üben bzw. Erfahrungen zu sammeln. Wie viele Geburtshilfen ich schon gemacht habe weiß ich nicht, aber dürften mehrere hundert sein. Damit schätze ich mich als überdurchschnittlich erfahren ein und brauch trotzdem paar Mal im Jahr die Hilfe vom Tierarzt. 
Für die Geburtshilfe habe ich die theoretischen Hintergründe im Studium gelernt und das praktische dann an der Kuh von meinem damaligen Kollegen Berthold als erfahrenen Geburtshelfer. Zunächst als Assistenz (Schwanz halten, Strick reichen) über alleine mal Rausziehen bis ich dann nach so zwei Jahren reingewachsen war.
Der Geburtshilfesimulator dient zur Basisausbildung als auch für seltene Fälle von speziellen Fehllagerungen.
Über ein Klappe im Rücken wird der Kälberdummy in der Gebärmutter entsprechend positioniert:


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
  

Kuhortungssystem mit Blinklicht am Halsband. Eine hochtragende Färse in der Trockenstehergruppe, zu erkennen am roten Band am linken Hinterbein.
Der Aktivitätssensor ist vom Förster Smart Neckband (siehe auch Posts vom 23.11.2016 und 03.11.2018). Im Gegensatz zu Kuhortungssystemen wie Smartbow, CowScout und CattleData die mit Triangulation von vielen Antennen aus arbeiten ist es hier nur die Antenne der Aktivitätsmessung über die dann auch das Signal gesendet wird das Licht der gesuchten Kuh anzuschalten und man sieht es im Stall blinken.
Tatsächlich habe ich es hinbekommen das grelle grüne Blinklicht zu fotografieren:


 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Urban MilkShuttle mit EcoProtector UV-C zum Desinfizieren von Kälberiglus und Iglustellplätzen mit UV-Strahlung:


 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kuh mit Pansenfistel. Das ist Nr. 1840, eine von drei Kühen mit Pansenfistel. Mit dem künstlichen Eingang zum Pansen können Verdaulichkeitstests von Futtermittel durchgeführt werden. Die Futterproben werden in Säckchen verpackt in den Pansen gelegt und nach bestimmten Zeitintervallen wieder entnommen und die Abbauraten bestimmt. 
Ein weiteres Verfahren am Tier,  dann zur Bestimmung der Gesamtverdaulichkeit ist der Hammeltest den ich auch im Studium gemacht habe. Dabei wird der Unterschied von Futter zu Kot untersucht.
Wenn keine Verdaulichkeitstest stattfinden laufen die Fistelkühe in der normalen Gruppe mit:
























Benjamin

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Samstag, 6. Januar 2024

Neumühle 2023/2 - Teil 2

Auf der Neumühle habe ich natürlich auch Braunies Familie besucht.

Die Einzige unter den Kühen ist ihre Urenkelin (Ururenkelin von Leonie, Enkelin von Mai, Tochter von Mai [2]) 2044 Memely. Im Juni hat sie zum zweiten Mal gekalbt und zwar Zwillinge, ein Pärchen, ein totgeborenes Bullenkalb und eine Zwicke, 160 Melone. Ihre ältere Tochter 2231 Miera ist im Jungviehstall und immer noch nicht tragend. Sie wurde schon fünfmal besamt, die letzte Besamung war mit Angus Powermix. 
Das ist Einrassen-Mischsperma von drei verschiedenen Angusbullen deren Spermien unterschiedlich schnell sind und somit zusammen eine längere Zeit befruchtungsfähig sind. Wenn es halt wichtig ist die Färse/Kuh endlich tragend zu bekommen. 
Sie sind in der Zucht jetzt spezialisierter aufgestellt wie es mittlerweile modern ist: Viel gesextes Sperma und an die 40 % Fleischrindbullen; Inra 95, Fleckvieh, Fleckvieh männlich gesext, Angus und Glanrind.
 
2044 Memely:
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Glanrinder habe ich auch besucht. Schließlich habe ich bei der Herde meine Kuhlaufbahn begonnen, noch vor der Holsteins. Die sind momentan in der Winterstallhaltung. Der Hauptstall der Mutterkuhherde ist ein Offenfront-Tretmiststall, wie er in Rheinland-Pfalz weit verbreitet ist:

Benjamin


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Samstag, 30. Dezember 2023

Neumühle 2023/2 - Teil 1

Heute früh war ich auf meinem Stammbetrieb LVAV  Hofgut Neumühle zum Jahresendbesuch. Braunies Familie besuchen, die Neuerungen begutachten und fachsimpeln. Dort sind sie ja absolute Profis beim BCS, das sie nicht nur zum Fütterungscontrolling machen sondern regelmäßig über alle Kühe. Und dabei kemnen sie die individuellen Eigenheiten der Kühe, wie die Erstlaktierende die mit 40 kg Leistung bei BCS 2,0 immer schlecht aussieht. So haben wir auf dem Futtertisch gestanden und spaßeshalber ganz unsachlich von vorne die fressenden Kühe eingestuft. Was ohne Anspruch auf sinnvoll nutzbare Ergebnisse doch erstaunlich gut funktioniert.

Eine Überraschung gabs für mich mit dem Abschluss des Milchkontrolljahrs 2022/23. Zur Leistungsentwicklung wie ich sie so in Erinnerung habe: 2005 gab es mal 10.000 kg, 2007 (also 2008 zu meiner Praktikumszeit) 9.300, 2010 zu Zeiten meiner Bachelorarbeit fiel es wegen dem Q-Fieber auf 8.500 und stieg in den 2010ern wieder deutlich an. 2016 waren es rund 11.500 kg, wo die Kennzahlen der Jahresauswertung jahrelang vor dem Melkstand aushingen.

Jetzt sind es glatt 12.500 kg mit 3,83 % Fett und 3,45 % Eiweiß, macht 910 FEK. Bei der letzten Milchkontrolle war es ein Melkdurchschnitt von 40,8 kg mit 3,91 % Fett und 3,65 % Eiweiß. Die Zellzahl war durchschnittlich bei 128.000 und was wichtiger für die Eutergesundheit ist bei 77 % der Kühe unter 100.000.

Im HERDEplus nachgeschaut war der gleitende 12-Monats-Schnitt im März sogar bei 920 FEK gewesen. Damit sind sie jetzt die Versuchsanstalt mit der höchsten Milchleistung, noch vor Iden. Bei der Lebensleistung aber nicht ganz mit 43.054 kg, 3,7 Laktationen und 44,6 Monate Nutzungsdauer. Das sind dann 20,1 kg Lebenstagsleistung, 30,8 kg Futtertagsleistung und 35,9 kg Melktagsleistung.
Im lebenden Bestand sind es 28,8 Monate Lebensleistung und 25.806 kg. Das sind nur so 60 % der Werte von den abgegangen Kühen was heißt dass überwiegend ältere Kühe abgehen und nur wenige in den ersten beiden Laktation.

Foto von der Empore oberhalb des Melkstands, dass es mit der LED-Beleuchtung jetzt weißes LIcht ist und nicht mehr orange wie bei den Natriumdampflampen. Rechts die traditionelle Dekoration mit Weihnachtsbaum:



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fortsetzung folgt!

Benjamin
 

1456

Mittwoch, 6. September 2023

Neumühle 1/2023

Am vergangenen Sonntag war ich mal wieder auf meinem Stammbetrieb LVAV Hofgut Neumühle.
Als nächstes steht dort die Maisernte an, normalerweise ist das meist Mitte September. Ob dieses Jahr die Maissilage bis zum Durchsilieren der neuen Ernte reicht kann ich nicht einschätzen. Es kam schon vor dass das nicht der Fall war und bei manchen Betrieben in Rheinland-Pfalz ist das prinzipiell so. 
 
Frühstück einer der Versuchsgruppen an den frisch gefüllten Wiegetrögen. Die werden morgens ausgekippt und dann frisch gefüttert. Dafür muss es auch immer ein Futtermischwagen mit Förderband sein. Ein Rückwiegen des Restfutters erübrigt sich mit den Wiegetrögen, da erfolgt es kuhindividuell:
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eine Neuerung ist die LED-Beleuchtung im Stall. Vorher waren es die orangen Natriumdampflampen, gut zu erkennen auf dem 2. Foto im Post vom 29.12.2013. Die Energieeinsparung ist trotzdem sinnvoll, auch wenn auf dem Dach die Photovoltaikanlage mit geschätzten 500 kW Leistung ist. Auch vorher war es damit schon ein Plus-Energie-Stall:
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eine weitere Neuerung ist das zweite Milchtaxi. Bisher war es ein Holm&Laue Milchtaxi 4.0 mit 80 l, jetzt ist ein Urban MilkShuttle 100 l hinzugekommen. Steht die Milchkammer gut voll und Betriebe mit zweien kenne ich nicht viele.
 
Benjamin
 
1441

Freitag, 28. April 2023

15-jähriges Melkerjubiläum

Heute ist mein 15-jähriges Melkerjubiläum bzw. Milchkuh-Jubiläum. 
Vor fünf Jahren habe ich schon mal darüber einen Post geschrieben zu meinem damals 10-jährigen Melkerjubiläum (siehe Post vom 28.04.2018).
 
Bei meinem Vorpraktikum zum Studium war ich auf dem Hofgut Neumühler zuerst 4 Wochen in der Rinderhaltung (Aufzucht, Mast, Mutterkühe), dann 6 Wochen Milchvieh und zum Schluss 3 Wochen Schweinehaltung. Am 9. Juni feiere ich aber nicht mein Schweinejubiläum, da ich damit nur die Erkenntnis verbinde dass Schweine nichts für mich sind.
An die genauen Arbeitszeiten kann ich mich nicht erinnern, nur dass es um 4:30 Uhr anfing und in geteilter Schicht gearbeitet wurde wie es in kleinen Herden üblich ist (damals 85 Kühe).
Morgens habe ich dem Lehrling bei Einstreuen der Färsenboxen und des Winterstalls der Trockensteher geholfen. Winterstall deshalb, weil die dann nach dem Weideauftrieb der tragenden Färsen in deren Abteil mit Auslaufweide gewechselt sind.
Da stand ich mit der Gabel zwischen den Trockenstehern und es wurde mir bewusst dass ich endlich bei den Milchkühen bin, worauf ich damals schon mehr als 10 Jahre hingearbeitet hatte. 
 
Nachmittags war ich dann beim Melken und lernte die Grundlagen. Der damalige Melkstand im alten Neumühler Kuhstall waren auf der rechten Seite fünf Fischgrätenplätze und links 3 Plätze Auto-Tandem. Wie der Melkstand gebaut wurde die in Rheinland-Pfalz üblichen Melkstandtypen. Hersteller war Westfalia-Separator, die Ausstattung vom technischen Stand um 1990: Tiererkennung, Milchmengernmessgeräte, Stimulation, Nachmelkautomatik, Melkzeug-Haltearme und automatische Abnahme.
Auto-Tandem war richtig schön zum Melken lernen: Gute Sicht und Zugänglichkeit zur Kuh und weniger Zeitdruck, weil nicht die ganze Seite auf einmal kommt. Der Nachteil sind die langen Wege, weil die Kühe hintereinander stehen. Von der Baulänge braucht ein Platz ohne auf den cm genau zu rechnen ungefähr doppelt so viel wie Fischgräte, das Dreifache von steiler Fischgräte und das Vierfache von Side-by-Side. Aus diesem Grund sind sie heute auch unüblich.
Den Melkstand gibt es schon lange nicht mehr, mit dem Bezug des neuen Neumühler Kuhstalls (in dem die ganzen Fotos im Kuhblog entstanden sind) im August 2009 wurde der alte Kuhstall zum Schafstall umgebaut.

Wie viele Kühe und kg Milch in den letzten 15 Jahren gemolken habe kann ich weder sagen noch schätzen. Übermäßig viel dürften es nicht sein, bin ich doch nur Vertretungsmelker

Auf welchen Melkstandstypen ich seitdem gemolken habe:
Zu den verschiedenen Typen siehe auch Post vom 01.06.2022.
- Auto-Tandem
. Fischgrätenmelkstand
- Eimermelkanlage
- steile Fischgräte
- Fischgrätenmelkstand mit Schnellaustrieb
- Side-by-Side-Melkstand
- Rohrmelkanlage
- mobile Melkmaschine
- Innenmelkerkarussell
- Außenmelkerkraussell

Foto beim Melken am 30. Mai 2008 auf dem Auto-Tandem.

Benjamin 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Samstag, 1. April 2023

15-jähriges Rinderjubiläum

Der Kuhblog ist zurück! 
Der heutige Tag mit meinem 15-jährigen Rinderjubläum ist der passende Anlass. Die Gründe warum ich den Kuhblog letztes Jahr eingestellt habe sind teilweise noch gleich: Die (agrar)politische Lage hat sich noch einmal deutllich verschlechtert. Die Leserzahlen sind auf einem niedrigen Niveau stabil, da merkte man keinen Unterschied zum Jahr davor. Und Themen gibt es weiterhin auch noch.
Und jetzt kribbelt es mir in den Fingern nach über einem halben Jahr ohne Kuhblog und nur noch etwas Nacharbeiten zur Übersichtlichkeit. Zudem steht der Frühling vor der Tür.
Das regelmäßige Schreiben von Posts erachte ich weiterhin als wichtig, da will ich mir aber keinen Druck machen 2 - 3 Posts pro Woche zu bringen. Mit meiner Erfahrung der letzten knapp 10 Jahre gehe ich aber fest davon aus dass es keine langen Durststrecken geben wird.
Die Veröffentlichung habe ich auf 20:00 Uhr verschoben, die konstant 18:00 Uhr hatten sich zwar bewährt und sehe ich als gute Planbarkeit für meine Leser, aber war dann abends teilweise knapp.

Eigentlich hatte ich geplant für einen Relaunch des Kuhblogs das Design anzupassen. Aber irgendwie hat mir dann doch nix zugesagt und ich weiter auf Kontinuität gesetzt. Das Banner habe ich auch nicht verändert, das passt vom Format her einfach und ist bis heute das beste Foto in der Standard-Futtertisch-Perspektive das ich habe. Nur die Beschreibung im Titel habe ich abgeändert, die habe ich eigentlich schon seit ein paar Jahren im Hinterkopf. Moderne Landwirtschaft ist ein klares Statement; im Internet ist Landwirtschaft zu 95 % Pflanzenbau und davon wiederum 90 % Landmaschinen und für mich sind Landwirtschaft prinzipiell erst einmal Milchkühe. Professionelles Herdenmanagement weil ich mich als Herdenmanager der den ganzen Tag über kaum etwas anderes macht auf einem professionellem Niveau sehe und Leben mit Kuh für das Lebensgefühl allgemein.
 
Zum Rinderjubiläum: Ein Kuhjubiläum ist es nicht ganz, denn zunächst hatte ich nur am Rande mit Mutterkühen zu tun. Mein Beginn mit Milchkühen sehe ich daher später.
Am 1. April 2008, heute vor 15 Jahren, begann ich mein Vorpraktikum zum Studium bei der LVAV Hofgut Neumühle. Das waren 3 Monate lang ein Querschnitt durch große Teile der Tierhaltung: Rinder, Schweine und etwas Schafe. Geflügel nicht, das hat in Rheinland-Pfalz gar keine Bedeutung und wurde auf der Neumühle schon 1977 eingestellt.
Ich war zunächst für vier Wochen in der Lehrwerkstatt Rinderhaltung. Diese umfasste die Fütterungsversuche mit 40 männlichen Fleckvieh-Aufzuchtkälbern und 33 Fleckvieh-Mastbullen. Daneben von der Nachzucht der Milchviehherde rund 20 schwarzbunte Jungtiere von 3 bis 10 Monaten. Dann die Glanrind-Mutterkuhherde mit rund 20 Mutterkühen und ihren Kälbern, 5 Färsen aus dem Vorjahr, 2 Ochsen und 2 Deckbullen (Odin und Fadam). In der benachtbarten Lehrwerkstätte Schafhaltung hatte ich auch zu tun, da waren etwas über 200 Muttern der Rasse Merino-Landschaf die gerade in der Ablammsaison waren und später wurde ein Lämmerversuch gestartet mit Mastfutter mit Rapskuchen.

Meine Hauptarbeit war im Kälberaufzuchtversuch von der FH Bingen (vgl. Foto im Post vom 13.03.2016). Das waren zwei Gruppen zu je 20 Fleckvieh-Bullenkälbern, eine Versuchs- und eine Kontrollgruppe. Die Kontrollgruppe bekam Maissilage, Heu und Kälberkorn, die Versuchsgruppe die Kälber-Trocken-TMR mit Luzerneheu, Leinextraktionsschrot und ganzen Maiskörnern. Die genaue Zusammensetzung weiß ich nicht mehr aber die Ration im Post vom 30.06.2019 ist eine Weiterentwicklung davon und dürfte doch recht ähnlich sein. Am Tränkeautomat wurde MAT vertränkt, wie damals üblich sehr restriktiv mit 6 l pro Tag und die Aufgabe der Praktikanten war dafür zu sorgen dass alle Kälber auch dieses Anrecht voll saufen. 
Einmal pro Woche kam zum Kälberwiegen eine Studentin aus Bingen und aus meiner Erinnerung waren die Zunahmen schlecht: Wir haben uns total gefreut als ein Kalb in einer Woche 8 kg zugenommen hatte, im Schnitt waren es 5 kg. Damit werden bei uns heute die weiblichen Holstein-Kälber von der Zucht ausgeschlossen. Aber die ach so tollen Fleckvieh-Kälber können mit einer restriktiven Fütterung auch nicht richtig wachsen.
Täglich war bei allen Kälber Fieber zu messen, das war drigend nötig zur Gesundheitsüberwachung. Die Kälber waren um die 6 Wochen alt und waren anderthalb Wochen zuvor bei einer Kälberauktion in Baden-Württemberg gekauft worden. 40 Kälber aus 38 verschiedenen Betrieben, gesundheitsmäßig war das sehr herausfordernd um es mal vorsichtig auszudrücken. Aber dabei lernt man auch richtig viel.
An meinem ersten Tag wurde die Kälber-Trocken-TMR angemischt, dass der eigentliche Fütterungsversuch beginnen konnte. Verwendet wurde der Mischwagen vom Kuhstall (siehe Foto im Post vom 21.04.2022) und die TMR, als Trocken-TMR ja lagerfähig im Bergeraum eingelagert. Und ich lernte an dem Tag auch Hoflader-Fahren (Foto im Post vom 17.04.2022)

Benjamin
 

1405

Sonntag, 10. Juli 2022

Neumühle 1/2022 - Teil 2

Bezüglich Braunies Familie war mein Besuch auf der Neumühle nicht ganz so erfolgreich. Ihre Enkelin Mai (2.) ist kurz nach meinem letzten Besuch abgegangen, ihre erste Tochter Matilda ist noch als Färse abgegangen nach fünf erfolglosen Besamungen. Ihre zweite Tochter 2044 die ich letztes Mal als kleines Kalb gesehen habe hat Ende Mai zum ersten Mal gekalbt. Sie heißt jetzt Memely. Das Kalb ist auch weiblich und so wird die Familie fortgeführt, es braucht ja pro Generation immer nur eine.
Und vielleicht kann ich mir diese Vermehrungsrate von 1,0 seit Leonie damit schön reden, dass sich doch immer die schlechten Kühe zu stark vermehren.

Im Flur des Sozialgebäude hängen drei Urkunden für die bisherigen 100.000 Liter-Kühe: Kanda, Erding und Rom. Kanada (413) wusste ich zwar, aber nicht wann genau. Das war 2019. 2020 dann Erding (825?), von der Stallnummer her kurz nach meinem Praktikum 2008 geboren. Ob sie beim Luzerneversuch 2010 dabei war weiß ich nicht genau. Rom war 2011er Jahrgang; Kanada und Erding gibt es beide noch und sind jetzt als Rentnerkühe im Bullenstall; also nicht bei den Bullen sondern eher bei den Mutterkühen:


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine kleine Tour durch den Stall habe ich nach dem Melken auch noch gemacht. Im Jungviehstall habe ich erstmals nach all den Jahren den Futteranschieberoboter (Wasserbauer Butler Gold) in Aktion gesehen. Die erste Runde fährt er morgens um 9:30 und da war ich bisher nie da gewesen. Als Besonderheit hat der Butler Gold die Schnecke und hinten dran ist eine Schiebeleiste und die finde ich gibt ziemliche Schleifgeräusche von sich. Das Arbeitsergebnis ist soweit in Ordnung.

Benjamin 



 

 

 

 

 



Mittwoch, 6. Juli 2022

Neumühle 1/2022 - Teil 1

Heute war ich nach Ewigkeiten endlich mal wieder auf meinem Stammbetrieb Hofgut Neumühle. Wegen Corona war das die letzten zweieinhalb Jahre sehr dürftig gewesen. Im ersten Halbjahr 2020 nicht, dann einmal im Juli 2020 zwischen erster und zweiter Welle und jetzt zwischen vierter und fünfter Welle. Da muss ich in einen antizyklischen Rhythmus kommen.
 
Und ganz ungewohnt musste ich mich auf den Besuch vorbereiten und über Braunies Familie nachlesen. Zwei Jahre sind bei Rindern halt gut eine Generation.
 
Auch ungewohnt war der Besuch zur Melkzeit nachmittags. Das war letztmals im September 2010 der Fall gewesen als ich beim Luzerneversuch für meine Bachelorarbeit Milchleistungsprüfung gemacht habe. Später habe ich immer die Frühschicht übernommen und diese Zeit bei meinen Besuchen danach stets beibehalten.
 
Endlich wieder in meinem Stammmelkstand! Ich hab zwar dort nicht melken gelernt (den alten Neumühler Melkstand gibt es nicht mehr), aber es war der dritte Melkstand in dem ich gemolken habe und der hat mich sehr geprägt und ich bin immer wieder gerne dort.
Links 8 FGM RE, acht Fischgrätenplätze mit Schnellaustrieb, rechts 10 Sbs, 10x Side-by-Side, auch mit Schnellaustrieb:



 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Genau wie zu meiner Praktikantenzeit im Mai 2008 war auch eine Schülergruppe da, die in den roten Overalls im Melkstand rumgewuselt sind und auch sehr interessiert waren. 
Wann hatte ich denn zum letzten Mal das Handmelken erklärt? Zumindest bei zweien meiner Kuhblog-Stammleserinnen kann ich mich gut daran erinnern.

Vor zwei Jahren habe ich geschrieben, dass ich von der Euterform der Braunviecher enttäuscht war (siehe Post vom 24.07.2020). Das hat sich jetzt aber verwachsen; auf dem Melkstand sind sie mir nämlich nicht aufgefallen. Später stand Martina (1700) am Ausgang im Weg und wollte gestreichelt werden. Die Kühe auf Neumühle sind mit dem ganzen Betrieb im Stall und ständig fremden Personen ja extrem gechillt und tiefenentspannt, aber das war schon auffällig. Ein sehr einfach zu bearbeitendes Foto für den Kuhblog; die Ohrmarken sind leicht unkenntlich zu machen:
 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Pamela (1800) hatte ich beim Melken gar nicht gesehen, dann aber im Stall, die Braunvieh sieht man nun mal gut aus der Herde heraus.
Bei diesem Foto will ich das Nachdunkeln des Dachs erwähnen. Der Stall ist jetzt 13 Jahre alt und mit Abstand von 2 Jahren ist es mir deutlich aufgefallen wie dunkel die Unterseite der Dacheindeckung geworden ist. Das sind Wellfaserplatten und da setzt sich mit der Zeit Staub zwischen die Fasern und werden dunkler. Ein anderen Nachteil ist die Wärmespeicherfähigkeit, die Platten heizen sich tagsüber auf und geben die Wärme nachts dann in den Stall ab. Auf Neumühle ist dieses Problem entschärft weil auf dem Dach eine Photovoltaikanlage (ca. 400 kW) installiert ist:
 


 



 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fortsetzung folgt!
 
Benjamin

Dienstag, 28. Juli 2020

Neumühle 1/2020 - Teil 3

Was es im ersten Halbjahr 2020 im Kuhstall vom Hofgut Neumühle noch an Neuigkeiten gab.
Die Besamungsfärsen und Kühe sind jetzt mit Smartbow (-> Link) als Sensorsystem zur Brunst- und Gesundheitsüberwachung ausgestattet. Bisher war es Heatime gewesen von dem manche Kühe noch das Halsband umhaben und zwischenzeitlich auch die Vorserienmodelle von InnoCow (siehe auch Post vom 10.04.2019).
Smartbow ist eine Firma aus Österreich, die vor einiger Zeit von Zoetis übernommen wurde, die verstärkt in anderen Bereiche der Tiergesundheit expandieren. Weg vom reinen Pharmageschäft hin zu Sachen wie Gesundheitszuchtwerte oder auch Gesundheitsüberwachung.
Smartbow sind Senosoren als Ohrmarke, ca. 5 x 3 cm groß. Am Ohr befestigt ermöglicht es die Aktivtitätsüberwachung genauso wie am Halsband oder am Fuß. Und auch das Wiederkauen kann so gemessen werden: Kaut die Kuh wieder wackeln dabei die Ohren in einem sehr gleichmäßigen Rhythmus, den das System erkennen kann.
Es gab auch mal die Variante Eartag Life, dafür gab es auf der EuroTier 2016 eine Goldmedaille. Das war eine normale Ohrmarke als Tierkennzeichnung in die der Sensor integriert war. Seitdem habe ich aber nichts mehr davon gehört, wurde scheinbar nicht zu Serienreife fertigentwickelt.
So sieht die Sensorohrmarke aus: 



















Und hier bei Matilda im rechten Ohr (ganz schön voll). Die Sensoren sind immer am oberen Ohrrand nach unten gerichtet eingezogen:




















Zweite große Neuerung ist eine Fahrzeugwaage, und zwar eine LKW-Waage MOBIL von Kilomatic (-> Link). 
Bisher gabe es drei Fahrzeugwaagen auf Neumühle: Vor dem Getreidespeicher, in der Scheune vom Bullenstall und in Verängerung des Futtertischs im Schafstall (alter Kuhstall), unter der ich damals als Praktikant sauber gemacht habe. Aber alle drei nur für einen einzelnen Anhänger geeignet. Dagegen ist die neue Waage für einen ganzen Zug geeignet.
Prinzipiell ist die mobil und kann in Einzelteile zerlegt transportiert werden. Es scheint jedoch eine feste Installation werden, denn einerseits ist sie festgeschraubt und dann wird noch eine Umfahrung links auf dem Grünstreifen gebaut. Wahrscheinlich eine einfachere Lösung als eine ebenerdige Waage mit Fundamenten:

Benjamin



Sonntag, 26. Juli 2020

Neumühle 1/2020 - Teil 2

Zu Braunies Familie, die ist wieder gewachsen, auf nun drei Tiere.
Ihre Enkelin Mai hat am 10. Juli zum vierten Mal gekalbt und befand sich am 12. Juli als ich zu Besuch war noch in der Abkalbebox:




















Leistungsmäßig zeigt sie weiterhin was genetisch in den Holsteins steck, wenn man sie das nur durch gute Fütterung und Haltung ausschöpfen lässt.
In der dritten Laktation gab sie in 399 Tagen 16.537 kg Milch mit 4,62 % Fett und 3,59 % Eiweiß, das sind energiekorrigiert 17.924 kg ECM. Pro Tag sind das 44,9 kg, etwas weniger als in der 2. Laktation, da waren es 45,8 kg,
Ihre 305-Tage-Leistung lag bei 13.383 kg mit 4,46 % Fett und 3,48 % Eiweiß, energiekorrigiert 14.164 kg ECM. Und 1063 Fett-Eiweiß-Kilo.
Die 100-Tage-Leistung waren 5.056 kg mit 4,28 % Fett und 3,12 % Eiweiß, sind 5.129 kg ECM.

Bei der letzten Milchkontrolle vor dem Trockenstellen gab sie 33 kg mit 5,76 % Fett und 3,93 % Eiweiß. Und bei der letzten Wiegung wog sie 761 kg.

Nach drei Laktationen kommt sie auf eine Lebensleistung von 45.746 kg mit 4,52 % Fett und 3,55 % Eiweiß. Das sind 22,1 kg Lebenstagsleistung und 33,8 kg Futtertagsleistung seit der ersten Kalbung; wegen ihrer hohen Inhaltsstoffe nochmal energiekorrigiert 23,6 kg LTL und 36,1 kg FTL.

Ihre Tochter Matilda ist mittlerweile 15 Monate alt und in der Besamungsgruppe der Färsen:



















Das vierte Kalb von Mai war nach Matilda ihr zweites Kuhkalb und hat bisher keinen Namen, nur schon die Stallnummer 2044 zugteilt bekommen. Den Vater habe ich auch nicht nachgeschaut...
Aber im Computer stand bei Mai unter Kalbungen der Kommentar zu Erstversorgung: 3 Liter Kolostrum alleine gesoffen und dann noch 1 Liter gedrencht. Denn auch hier gilt wieder einer meiner Lieblingssprüche: Nur was man dokumentiert kann man auch managen.
Wie Braunie eine kleine Blesse auf der Stirn:




















Die Zuchtkälber bekommen nur noch eine Ohrmarke und ins andere Ohr ein Transponder, auf dem auch die Lebendohrmarkennummer steht und abgespeichert ist. 
Das ist mittlerweile auch in Rheinland-Pfalz erlaubt eine der Ohrmarken durch eine Transponder zu ersetzen. Und auch nur noch der Knopf, vergleichbar mit den Transponderohrmarken für die Tiererkennung am Melkkarussell (siehe Post vom 07.05.2015), während in Niedersachsen die Rückseite der männliche Teil der normalen Ohrmarke ist (siehe Post vom 16.06.2019) und in Luxemburg der Transponder in die normale Ohrmarke integriert (siehe Post vom 13.07.2019).

Fortsetzung folgt!

Benjamin