Donnerstag, 26. Mai 2016
Alte Milchkanne - Teil 2
Überbleibsel sogar noch aus Reichszeiten kann man dazu sagen, entsprechend gibts ein Foto von der Prägung des Herstellers. Die Süddeutsche Metallwarenfabrik KG in Mußbach/Pfalz (heute Stadtteil von Neustadt a.d. Weinstraße) existiert nicht mehr, wie lange kann ich nicht sagen.
Ein kleiner milchwirtschaftlicher Exkurs in die rheinhessische Provinz der 1940er bis 1960er;
so dürfte die Verwendung der Milchkannen abgelaufen sein: Die gemolkene Milch wurde im Eimer in die Küche getragen und durch den Filter in die Kannen geschüttet, wobei mein Urgroßvater sehr kleinlich war und immer ein Filterpapier verwendete und auch stets ein frisches; war damals eher unüblich... Dann wurden die Milchkannen mit dem Fahrrad zur Milchsammelstelle mitten im Dorf (so 300 m entfernt) gefahren. Dort wurde die abgelieferte Menge gewogen und kam in eine Kühlwanne. Nach der morgendlichen Anlieferung wurde die Milch von der Wanne in große Transportkannen umgefüllt und nach Worms zur damaligen Molkerei gefahren.
Als Ende der 1960er die Milchkuhbestände zurückgingen wurde dann die Milch daheim gekühlt und nur noch morgens an die Sammelstelle gebracht, wovon die kleinen Kannen direkt abgeholt wurden. Zur Zuordnung wurden die Kannen mit Nummern beschriftet, bei meinem Urgroßvater war es die rote 18.
Benjamin
Mittwoch, 25. Mai 2016
Alte Milchkanne - Teil 1
Hatte ich aus dem Urlaub in der alten Heimat in meinem Koffer mitgenommen, da ich mit dem Zug fahre geht das problemlos, dabei fallen zylindrische Metallgegenstände im Gepäck nicht auf.
Es ist eine 15l-Kanne aus Aluminium von Mitte der 1930er. Damals bedeutete Milchqualitätssicherung noch nicht einen dicken Ordner mit Vorschriften sondern die Milch in Milchkannen statts in offenen Eimern zur Milchsammelstelle zur bringen. Daher wurde die Benutzung von Milchkannen stark durch den Reichsnährstand beworben und mein Urgroßvater beschaffte als zweiter im Dorf Milchkannen. Und zwar weitsichtig nicht die aus verzinktem Stallblech sondern aus Aluminium, die dann bis zur Einstellung der Milchproduktion 1974 in Gebrauch waren:
Benjamin
Sonntag, 22. Mai 2016
Neumühle Mai 2016
Kuckt um Dreiviertel sechs Leoni in den Melkstand. Im Juni hat sie dann zehnjähriges Produktionsjubiläum und liegt aktuell bei einer bisherigen Nutzungsdauer von 119 Monaten! Bei einer Lebensleistung von knapp 68.000 kg:
Mittlerweile sind schon viele vom Jahrgang 2014 in Milch. Darunter Nr. 1417, die erste von drei Holstein-Glanrind-Kreuzungen. Beim Glanrind als mittelgroße Dreinutzungsrasse sagt man so 5.000 kg Jahresleistung. Da fand ich knapp 14 kg pro Gemelk in Ordnung, bloß der Milchfluss ist miserabel: Hat dafür ganze 16 Minuten Melkzeit gebraucht. Sieht man schön den Unterschied an der Milch im Sammelstück der Melkzeuge: Links reinrassige Holstein, rechts Holstein-Glanrind-Kreuzung:
Braunies Enkelin "Ma-xy" (als Kalb siehe Post vom 31.12.2014) habe ich auch wieder gesehen; sie ist ja tragend (siehe Post vom 04.03.2016) und soll Ende September kalben:
Benjamin
Samstag, 21. Mai 2016
Frühling in Rheinhessen
Der Weizen ist vor dem Ährenschieben und der Roggen kurz vor der Blüte. Auf den guten Lössböden werden hauptsächlich Weizen und Zuckerrüben angebaut, der Roggen dürfte Vertragsanbau für die Kupfermühle in Bischheim sein:
Mittlerweile bin ich ja fast drei Jahre in Mecklenburg und habe nicht mehr so das Gefühl für den Vegetationsverlauf im Wingert, aber es kommt mir dieses Jahr doch recht spät vor. Mitte Mai sind die Reben meist schon deutlich weiter:
Benjamin
Montag, 16. Mai 2016
Neues Solarkraftwerk
Kleinere Arbeiten finden daran noch statt:
Benjamin
Sonntag, 15. Mai 2016
Nach Plate - Teil 2
Die Kälberställe sind alte Anbindeställe mit deckenlastigen Bergeräumen so von Anfang der 1960er die renoviert wurden. Sieht recht verbaut aus, kann aber zum Ausmisten komplett mit dem Hoflader durchgefahren werden:
Nach dem Absetzen kommen die Kälber zur weiteren Aufzucht auf eine Jungrinderanlage, wo es in der Sommersaison für alle tragenden Färsen bis kurz vor der Abkalbung Weidegang gibt.
Habe ich extra fotografiert, um im Kuhblog drüber zu berichten: Die "Lecksteinhalter System Plate". Wo man die Lecksteinhalter aus Plastik ständig auswechseln muss, weil die Kühe sie anbrechen, dass die Steine nicht mehr richtig drin liegen bleiben oder komplett abbrechen.
Hier wird durch den Leckstein ein Bolzen gesteckt und per Splint gesichert. Durch die Schwerkraft dreht sich die am wenigsten abgeleckte Ecke immer nach unten. Ist der Stein dann aufgebraucht, fällt der Rest auf die Schieberbahn. Einziger Nachteil wäre das Rumgeturne auf dem Barren wenn man einen neuen Leckstein anbringen will; da könnte irgend eine Art Klappmechanismus hilfreich sein. Ist schön anzusehen wie die Kühe mit langgestrecktem Hals dran schlecken :
Und an Katrin: Vielen Dank für die ausführliche Führung und die Zeit, die Du dir für uns genommen hast! Es macht immer wieder Spaß sich über die Kleinigkeiten und Details im Management und Verfahrensweisen auszutauschen.
Über die Ergebnisse vom Frischspermaversuch werde ich dann im Kuhblog berichten.
Benjamin
Samstag, 14. Mai 2016
Nach Plate - Teil 1
Nun war ich heute wieder dort zu einer ausführlichen Betriebsbesichtigung. Anlass war der im letzten Jahr neu gebaute Kuhstall. Eigentlich sollte der neuste der Ställe aus Mitte der 2000er verbreitert und verlängert werden. Da es aber aus statischen Gründen wegen den einzuhaltenden Schneelasten (ganz wichtig im Nordosten!) kompliziert geworden wäre, war es dann günstiger den bisherigen Stall abzubauen und ein neuen an einem Stück zu errichten.
Auf dem Foto wirkt es nicht so, aber der Futtertisch ist für heutige Bauart schon schmal, weil geländebedingt die Gesamtbreite begrenzt war und es da am Sinnvollsten ist beim Futtertisch zu sparen:
Hinzu kam ein Außensilo für die Milch, das den kleineren der beiden Milchtanks ersetze und somit nun auch die melkzeitunabhängige Milchabholung ermöglicht. Die Milch geht zu Arla-Hansano nach Upahl:
Eine Besonderheit ist wegen seiner Dimension das neue Klauenbad zwischen Stall und Melkhaus, das den Namen wirklich verdient: Mit einem Fassungsvermögen von 4.000 l und Platz für rund 50 Kühe. Die werden nicht durch getrieben, sondern entsprechend am jeweiligen Tag - meist im 3-Wochen-Rhythmus - vor dem Melken eine viertel Stunde reingestellt, was dann wegen der damit verbundenen Reinigung der Klauen eine gute Wirkung erzielt:
Benjamin
Freitag, 13. Mai 2016
Weizen Webcam - Teil 8
- zur Überischt der Weizen-Webcam -> hier -
Nach anderthalb Wochen traumhaften Sommerwetters soll es zu den Eisheiligen kühler werden und Regen geben. Also habe ich gestern noch ein aktuelles Foto vom Weizenacker gemacht.
Wuchshöhe aktuell 50 cm bei 4 Knoten.
12.05.; 14:07:
Benjamin
Donnerstag, 12. Mai 2016
Nachfolgerin
Für einen Teil ihrer Aufgaben - nicht Nachgeburten fressen und auch nicht in die Tränkeeimer klettern, sondern die Nutzung der Kälberiglus - hat sich mittlerweile eine Nachfolgerin gefunden. Und zwar Bestie (siehe Post vom 16.12.2015), die ich Ende letzten Jahres von Pinnow nach Boberow umgesiedelt hatte.
Hier zusammen mit Suna im Iglu:
Benjamin
Mittwoch, 11. Mai 2016
Stroh-Kühe
Benjamin
Dienstag, 10. Mai 2016
Häcksler-Einweihung
Gleichzeitig war es der Ersteinsatz unseres neuen Häckslers, einem John Deere 8600i.
Da zeigte sich Brandenburg wieder von seiner allerschönsten Seite mit bestem Silowetter: 26 Grad, Sonne satt und gut Wind, ideal zum Anwelken, wobei es da schon fast zu schnell ging.
War zweimal am Feld bzw. Silo um Proben für die Trockensubstanzbestimmung zu holen. Eigentlich wollte ich die Werte mit denen vom Harvest-Lab vergleichen, bloß das lief noch nicht.
Die Häckselkolonne macht Mittagspause, da am Silo die Walzschlepper nicht nachkamen:
Wie dann noch ein dritter Traktor zum Walzen dazu kam lief es besser. So gegen 16:00 war Halbzeit, die TS lag hier im zweiten Anhänger bei 45 %:
Benjamin
Sonntag, 8. Mai 2016
Nach Kaaks - Teil 2
Der Melkstand ist ein GEA Global 90 (Side-by-Side), das gleiche Modell wie auf der Neumühle, aber als Doppel-20er mit Dematron Melkplatzterminals und Classic-Melkzeugen. Saubergemacht werden die Euter mit Küchenrollen, die palettenweise in der Maschinenhalle bevorratet werden. Hr. Fischer legt großen Wert auf euterschonenden Milchentzug mit ausführlichem Anrüsten und kurzer Melkdauer. Bei dreimaligem Melken dauert ein durchschnittlicher Melkvorgang knappe 4 Minuten, wobei die Abnahme der Melkzeuge auf 900 g Milchfluss/min eingestellt ist; so landläufig üblich bei zweimaligem Melken sind 250 g.
Die Milchleistungsprüfung wurde letztes Jahr aus Kostengründen aufgegeben, seitdem werden die Daten aus der Milchmengenmessung und für die Inhaltsstoffe aus der Milchgüteprüfung verwendet. Die Milch geht zur Osterhumsumer Meierei in Witzwort in Nordfriesland, die Trinkmilch abfüllt.
Blick in den großen Kuhstall, der trotz der vielen Stützen luftig und geräumig wirkt. Besonderheit sind die Fressgitter an allen Plätzen, ist in dieser Größenordnung unüblich. Die Tiefboxen werden einmal wöchentlich mit einem Gemisch aus Mist, Kalk und Stroh eingestreut. Außer Sauberhalten werden die nicht zusätzlich bearbeitet und sahen sehr gut aus ohne Liegekuhlen.
Alle Gruppen kriegen die gleiche Ration gefüttert, die momentan wegen trockener Silagen Zitrustrester enthält um Feuchtigkeit reinzubekommen. In diesem Jahr werden zudem Futterrüben angebaut, die diese Funktion in Zukunft übenehmen sollen:
Die Exkursion machte richtig Spaß, es waren halt Vorzeigebetriebe auf obersten Niveau, bei denen man sich einige Sachen abkucken konnte. Und gleichzeitig ein Ansporn was zu erreichen möglich ist.
Benjamin
Samstag, 7. Mai 2016
Nach Kaaks - Teil 1
Der Betrieb hat zwei Standorte. Da am bestehenden, seit Jahrzehnten gewachsenen Hof am Ortsrand keine sinnvolle Erweiterungsmöglichkeit bestand wurde eine neue Milchviehanlage außerhalb im Feld gebaut.
Auf der alten Hofstelle befindet sich das Jungvieh und die Trockensteher samt Abkalbebereich. Da dort nur das Kolostrum mit einer Karrenmelkmaschine ermolken wird müssen alle Kühe gleich nach der Kalbung problemlos zur Milchviehanlage umgesetzt werden können. Die Trockensteherfütterung erfolgt einphasig mit hohem Strohanteil, sodass die Einsatzleistungen in die Laktation geringer ausfallen, aber die Kühe sehr fit sind: "Milchfieber kommt vielleicht fünfmal im Jahr vor; nein, zehn Kühe sind es als definitiv nicht. Die müssen rüber, wir können sie nicht hier sammeln."
Um eine große Herde unter Kontrolle zu haben sind genau definierte und stets gleiche Arbeitsabläufe wichtig, so sind an der Abkalbebucht Anleitung zur Einstufung des Geburtsfortschritts aufgehängt und jeder der vorbeikommt muss protokollieren bzw. sieht den bisherigen Ablauf. Und natürlich eine Uhr dazu, dass niemand die Zeit schätzen muss:
Die Kälber werden 14 Tage in Iglus gehalten, ein Bereich für Färsenkälber und einer für Bullenkälber, das bei deren Verkauf keine Keime in den Zuchtbereich eingeschleppt werden. Die weiblichen Kälber kommen nach zwei Wochen in Hütten mit je zwei 6er-Gruppen, wo sie auf Tränkeschalen umgestellt werden. Hatte ich auch noch nicht gesehen.
Die Kälber/Jungrinder bekommen bis zum 8. Lebensmonat eine Ration aus Kraftfutter und Stroh, um Probleme mit der Lagerstabilität von Silagen zu umgehen.
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Freitag, 6. Mai 2016
Nach Hemdingen - Teil 2
Ein Foto aus dem Kuhstall, aber mit ein paar Besonderheiten im Detail: Die Kühe tragen Aktivitätsmesser von Nedap (rotes Band) und haben Nacknumbers, wo die Nummer nicht mit Ziffern auf das Halsband gezogen ist sondern als Schild oben drauf. Man kann es nicht so genau erkennen, aber die Ration besteht hauptsächlich aus Langschnitt-Maissilage (ca. 26 mm Häcksellänge), die schon seit drei Jahren so gemacht wird und sich bewährt hat. Sehr rigoros fand ich die Reduktion des Grasanteils. Da Grassilage verhältnismäßig teuer ist und unhygienisch, wenn beim Hochschnitt von Mais 50 cm Stoppeln stehen bleiben und beim Gras im Jahr ein gutes Dutzend mal in absoluter Bodennähe rumgekratzt wird und so viel Dreck dazwischen kommt. Ein Argument das ich bei unserer derzeitigen Silagequalität sehr gut nachvollziehen kann:
Der Arbeitsbereich des Herdenmanagements, im Verbindungsgang zwischen Melkzentrum und Stall. Links davon ist der Hintrieb zum Vorwartehof, rechts das Büro und Materiallager. Sind drei Buchten, dass jede Gruppe (bis auf tragende Altmelker) nacheinander eine füllt und zum Schluss ohne großen Aufwand geschlossen in ihren Stallbereich zurückgebracht werden kann. Über vollautomatische Selektion mit dem Herdenmanagementprogramm Dairycomp 305 werden an festen Wochentagen für die jeweiligen Arbeiten die Kühe heraussortiert: Trächtigkeitsuntersuchung, Trockenstellen, Gruppenwechsel etc.
Ist ein sehr luftiger Arbeitsplatz für die Herdenmanager, wie man auch an den frostsicheren Richie-Tränken erahnen kann.
Insgesamt ein sehr sauberer und gut organisierter Betrieb, wo für mich aber am meisten hermachte, dass der Betriebsleiter sämtliche Zahlen, egal welcher Art, nach denen er gefragt wurde im Kopf hatte.
Benjamin
Donnerstag, 5. Mai 2016
Rapsblüte 2016
Aber jetzt steht unser "Vorgarten" in Pinnow in voller Blüte. Dazu wolkenloser Himmel und Sonne. Bloß Geruchsdateien gibts im Blog leider nicht für den zugehörigen Duft:
Benjamin
Mittwoch, 4. Mai 2016
Nach Hemdingen - Teil 1
Nach meinem Arbeitsanteil vom Trockenstellen in Pinnow morgens ging es los und war eine wirklich schöne Fahrt: Bei strahlendem Sonnenschein zur Rapsblüte quer durch Norddeutschland.
Erste Station war Westerkamp Holsteins in Hemdingen bei Pinneberg. Größen- und leistungsmäßig in Schleswig-Holstein ganz oben dabei.
Der Betriebsinhaber war längere Zeit in Nordamerika und wurde von der dortigen Milchviehhaltung doch sehr geprägt und hat nach der Übernahme des elterlichen Hofes aus einem ordentlichen Betrieb noch viel mehr gemacht. Nicht nur in der Leistung ein extrem hohes Niveau, sondern auch eine sehr straffe Organisation in der Tierbetreuung und den Arbeitsabläufen. Dazu der Großteil der Hofes modern und überall sauber und aufgeräumt - wirklich ein absoluter Vorzeigebetrieb.
Die Kälberaufzucht erfolg sehr intensiv und nutzt das Wachstumspotential der Holsteins aus, bei minimalsten Verlusten (um 0,5%!). Die männlichen Kälber sind in Iglus draußen untergebracht, die weiblichen unter Dach. Getränkt wird mit Vollmilch und entsprechend dem Bedarf noch Milchpulver dazu. Die Tränkeperiode ist mit um die 52 Tagen recht kurz, hatten aber im letzten Jahr durchschnittliche Absetzgewichte von 103 kg.
Bei diesem Wachstum wird auch schon mit 12 Monaten angefangen zu besamen, das spart nicht nur Färsen in der Warteschleife ein sondern nimmt die noch bessere Fruchtbarkeit in diesem Alter mit.
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Montag, 2. Mai 2016
Nach Dedelow - Teil 5
Hier der Blick über die zentrale Achse im Stall, zwei Treibwege um keinen Begegnungsverkehr zu haben und dazwischen ein Personalgang, dass die Kühe in Ruhe laufen können. Oben sieht man das lange Futterband, auf dem ein Bandwagen mit Querförderband fährt, das das Futter in die weißen Trichter zur Beschickung der Krippenbänder wirft. Zwischen dem rechten Gatter und der Wand läuft die Kratzerkette in einem Kanal, auf die beim Einrollen des Krippenbands unterhalb des Trichters das Restfutter fällt und aus dem Stall transportiert wird. An jedem Trichter hängt eine Tafel, an der die jeweilige Gruppennummer und Tierzahl angeschrieben wird für Fütterer und Treiber:
Erstaunt war ich über die Gestaltung der Buchten. Bei den verbeiteten 1930er-Anlagen mit Überkopffütterung sind an jedem Futtertisch beidseitig drei Liegeboxenreihen hintereinander. Also wie ein normaler Dreireiher.
Bei der MVA 2000 ist es eine einzige Reihe auf jeder Seite! Hinzu kommen noch eine handvoll Boxen in Verlägerung des jeweiligen Krippenbandes, das nicht ganz bis zur Stallaußenseite reicht. Dazu dann noch ein Übergang, sodass ein U-förmiger Laufbereich entsteht. Ein Fress-Liegeplatz-Verhältnis von mehr als 1:1 und keine Kuh hat mehr als 5 m Weg zum Fressen!
Zweimal am Tag wird gefüttert, zu Schichtbeginn bonitiert der Fütterer den Abfressgrad der Futterbänder um dann an diesen Zahlen die Futtermengen zu justieren.
Waren in den 1960er große Schaltschränke für die Steuerungselektronik nötig ist es heute ein PC-Programm, dass die Fütterungsanlage steuert. Neben der schönen Übersicht, mit den laufenden Förderbändern (grün) und der Position der Krippenbänder (rot und orange), wie weit auf- oder abgerollt und den Futtermitteldosierern (unten) sind dann alle Futtermengen und Rationen hinterlegt:
Insgesamt eine sehr beeindruckende Besichtigung eines baulich und größenmäßig über die Jahrzehnte recht konstanten Betriebs, der sich stets weiterentwickelt hat ohne Bewährtes aufzugeben.
Benjamin
Sonntag, 1. Mai 2016
Nach Dedelow - Teil 4
War die Besichtigung im Rahmen der diesjährigen Testherdentagung des ProFit-Programm (siehe Posts vom 28.01.2016, 30.01.2016 und 01.02.2016) recht oberflächlich, so gab es jetzt eine gut vierstündige Führung und auch mal in den Stall hinein.
Was mir im Januar irgendwie nicht so aufgefallen ist: Die ältesten Teile der Anlage sind zwar fast 50 Jahre alt und wirken schon abgenutzt, aber alles ist extrem sauber, da käme man gar nicht auf die Idee, dass eine Kuh mal ab und an den Schwanz hebt. Auf den bestimmt mehr als 15 ha Hofgelände sah ich keine einzige Dreckecke. Sehr beeindruckend!
Auf dem nächsten Foto sieht man es schön: So sehen die Melkbereiche in den Zwischenmelkzeiten aus. An der Stelle eines der ursprünglichen 40er-Melkkarusselle befindet sich ein Doppel-12er-Fischgrätenmelkstand, in dem alle Kühe gemolken werden, die nicht in den 9,5 sec-Takt des Melkkarussels passen, wie frisch Abgekalbte oder Kranke.
Der Melkstand ist ein Westfalia Global 45, wo die Milchmengenmessgeräte und Terminals gegen solche von Boumatic ausgetauscht wurden, dass sie kompatibel sind mit der Technik vom Melkkarussell.
Noch zu den Zwischenmelkzeiten: Wenn weder die Melktechnik noch die Fütterung läuft liegt eine fast gespenstische Stille über dem gesamten Hof. Da hört man kein einziges Muhen, obwohl die Kühe neugierig herbeikommen wenn man in den Stall schaut.
Die alte Schwarz-Weiß-Trennung wird noch teilweise praktiziert, hier der Zaun zwischen Verwaltungsgebäude und Milchlager zum Stall hin. Gerade Kontrollrunde der Innen-Schadnagerbekämpfung:
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Freitag, 29. April 2016
Hemmstofftester-Tuning
Ergebnis: Die Tests sind immer in Ordnung, es läuft dann außenrum was schief. Wie unsachgemäßer Transport, Wärmeschwankungen bei der Lagerung, bei der Probennahme an der Kuh, beim Ansetzen des Tests usw.
Die Testgeräte wären zu stark von Fliegen verschissen, dass dadurch der Wärmeübergang vom Heizblock zum Teströhrchen beeinträchtigt wäre und die Bebrütungszeit verzerrt wird. Nein, Deckel dafür gäbe es nicht, wäre noch niemand auf die Idee gekommen.
Also habe ich halbwegs passende Deckel dafür gebastelt.
Benjamin
Samstag, 23. April 2016
Überbleibsel - Teil 9
- zur Übersicht der Überbleibsel-Serie -> hier -
Nach langer Zeit der nächste Teil der Überbleibsel-Serie. Dieses Überbleibsel hat es nur bis zum gestrigen Freitag überdauert, ist aber beispielhaft für Deutsche Wertarbeit. Bei einer Kuh mit Gebärmutterentzündung wurde die Gebärmutter mit einer Lösung gespült. Die Spritze war aber undicht und es ging etwas daneben, denn wie sich herausstellte war der Glaszylinder gerissen; wie auch auf dem Foto zu sehen. MLW steht für Medizin- Labor- und Wägetechnik, ein Warenzeichen vergleichbar mit IFA. Ich schätze die Spritze war über 30 Jahre alt. In Zeiten von Einwegspritzen und Mehrwegspritzen aus Plastik, die einige Monate bis Jahre alt werden dürften fast unvorstellbar.
Benjamin
Donnerstag, 21. April 2016
Nach Sandhagen - Teil 2
Der Stall ist eine klassische 1930er Milchviehanlage, wie sie auch in Karstädt (siehe Post vom 22.02.2014), Kolochau (siehe Post vom 09.12.2013) und in doppelter Ausführung in Dedelow (siehe Post vom 28.01.2016) stehen.
Und genau wie diese Anlagen wurde da auch in den letzten Jahr(zehnten) modernisiert:
2012 wurde ein Reprostall daneben gebaut. Auf der einen Seite des Futtertisches stehen die Kühe, auf der anderen die Färsen. Hinten in normaler Liegeboxenaufstallung die Transit- bzw. Vorbereitergruppe, wovon täglich die weiter in die Gruppenboxen vorne sortiert werden, die beginnen aufzueutern. Daneben ist eine Einzelbox, in der die Kühe bzw. Färsen erst bei beginnender Geburt kommen. Sodass diese Box nicht vollgeschissen wird und recht hygienisch ist. Diese Art der Just-in-Time-Kalbung funktioniert recht gut im alltäglichen Betriebsablauf.
2008 wurde ein neues Melkzentrum gebaut, vergleichbar mit dem in Karstädt: Der Vorwartehof und Rücktrieb befindet sich in der bestehenden Stallhülle, das Karussell in einem Anbau. Dabei handelt es sich um ein 60er-Außenmelker von Fullwood. War das erste Karussell ohne Subway, das ich in dieser Größenordnung gesehen habe. Da genau wie bei uns sämtliche Kühe auf dem Karussell gemolken werden ist der Durchsatz von um die 200 Kühe pro Stunde auch ähnlich:
Benjamin
Mittwoch, 20. April 2016
Nach Sandhagen - Teil 1
Den Betrieb kannte ich schon vorher, da ebenfalls Testherde im ProFit-Programm; aber da ist es dann besonders interessant den Hintergrund zu den ganzen Leistung- und Gesundheitsdaten zu sehen.
Im Vergleich zu unserem Betrieb gibt es doch erstaunlich viele Parallelen: Mit Marktfrucht- und Futterbau, Grünland, Milchvieh, Mutterkuhhaltung und Biogas sowie der Verteilung auf mehrere Höfe ist der Produktionsumfang und die Größenordnung sehr ähnlich.
Andererseits gibt es wie bei jedem Betrieb die individuellen Besonderheiten:
Der Großteil des Grünlandes befindet sich in der Großen Friedländer Wiese, einem Niedermoorgebiet das sich im Frühjahr entsprechend langsam erwärmt, sodass in normalen Jahren der 1. Schnitt erst in der zweiten Juniwoche geerntet und der 3. meist nur abgeweidet werden kann. Daher ist die Fütterung dann auch maisbetont.
Unten ein Foto der Futterhalle an der Milchviehanlage, von der aus auf allen Höfen gefüttert wird. Der einzige Mischwagen (Alimix 18 m³) hat eine Edelstahlauskleidung, denn der macht extreme Durchsätze an Futter: 32 Mischungen täglich im Zweischichtbetrieb, was wegen der weiten Fahrten sich jährlich auf rund 6.000 h und 50.000 km summiert.
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Dienstag, 19. April 2016
Nach Potsdam Präsenz zeigen!
Eine lautstarke Menschenmenge auf dem Platz vor dem Landtag; mit vielen Reden, von diplomatisch bis wütend. Später kam auch unser Landwirtschaftsminister und die Fraktionsvorsitzenden zu Wort, die einen vorbereiteten Kompromissantrag als großen Wurf darstellten und ihren Beistand zur Landwirtschaft aussprachen. Bloß der der Grünen war ferngeblieben...
Abschließend wurde das Landtagsgebäude mit einer Menschenkette umzingelt und hunderte schwarzer Ballons als Zeichen der Mahnung aufsteigen gelassen.
Denn wir Bauern sorgen für Ernährungssicherung und die Erhaltung des ländlichen Raums!
Benjamin
Freitag, 15. April 2016
Besamungsversuche
Hintergrund der Studie ist die höhere Fruchtbarkeit von Frischsperma gegenüber tiefgefrorenem wissenschaftlich zu erfassen. Bisher gibt es überhaupt noch keine stichhaltigen Zahlen dazu.
Die Erstbesamungen werden nun wöchentlich abwechselnd mit Frisch- und Gefriersperma durchgeführt. Dass es keine Verzerrungen in der Auswahl der Kühe gibt werden alle genommen, die zuchthygienisch gesund sind und bis zum 65. Tag nach der Kalbung noch nicht besamt wurden. Dazu werden die im Zyklus synchronisiert (Ov-Synch). Wo man immer über die amerikanische Voll-Synchronisation lästert, wo die Kühe überspitzt gesagt nicht mehr selber Hormone bilden müssen. Am Mittwoch wurde die erste Runde für nächste Woche gespritzt und schon diese simple Synchronisation macht einen Haufen Aufwand. Wenn man halt in der grossen Forschung mitspielen will. Mal sehen was rauskommt!
Benjamin
Donnerstag, 14. April 2016
Kälber-Trocken-TMR - Teil 2
Haben 750 kg angemischt, weil man dafür dann genau einen Sack Mineralfutter braucht.
Da ich daneben stand, um nachzurechnen, ob die einprogrammierte Rezeptur auch stimmt habe ich mal ein Foto vom Mischwagenbeladen gemacht, hatte ich bisher tatsächlich noch keines:
Blick von oben in den Futtermischwagen, wegen des hohen Anteils an Getreideschrot staubte es schon ziemlich. Für Keenan typisch die Bauart als Haspelmischer, wobei der Easi-feeder 115 (11,5 m³) eine zweiteilige Haspel hat, der Easi-feeder 140 (14 m³), wie er als Feststoffdosierer für die Boberower Biogasanlage dient eine dreitteilige (siehe auch Post vom 29.07.2013).:
Also mal sehen, wie die Kälber nach der ersten Neugier davon fressen werden.
Benjamin
Mittwoch, 13. April 2016
Fuchsbilder
Einmal mittags wie ich von Pinnow nach Boberow gefahren bin wieder auf der Wiese gegenüber vom Weizenacker; bloß nur mit dem Handy, weil der Rucksack mit der Kamera im Kofferraum lag:
Und dann auf dem Rückweg nochmal; er war da immer noch unterwegs, wahrscheinlich hatte es mit dem Mittagessen noch nicht so recht geklappt:
Benjamin
Dienstag, 12. April 2016
Weizen-Webcam - Teil 7
- zur Überischt der WeizenWebcam -> hier -
Endlich ist der Frühling auf den Äckern angekommen. Der Weizen hat begonnen zu schossen; die Wuchshöhe beträgt aktuell 20 cm.
11.04.2016; 08:11:
Benjamin

Donnerstag, 7. April 2016
Platz an der Sonne
Da sucht man sich auf der Südseite einen Platz mit Aussicht wo man das Wetter genießen kann:
Benjamin
Mittwoch, 6. April 2016
Melken von oben
Gestern dann habe ich endlich mal ein Foto vom Obergeschoss aus gemacht während dem Melken. Habe auf dem Kontrollbildschirm es genau so abgepasst, dass es mitten in einer Gruppe war und so waren auch alle Plätze belegt, also 58 von 60, mehr gehen nicht sonst wäre der Ausgang blockiert.
Und für meine Kamera ist es nach wie vor zu groß um alles draufzukriegen:
Benjamin
Sonntag, 3. April 2016
Auf den Hund gekommen
Dir drei standen immer noch am Zaun als ich hinkam; in den Zeiten der Wolfsplage muss man halt wachsam sein:
Benjamin









































