Freitag, 4. April 2014

Aktuelle Kälberfotos

Wie versprochen gibt es für Fabienne aktuelle Fotos von ihren Lieblingskälbern.

Nina ist jetzt 133 Tage alt und ist laut dem Wiege-Messband 180 kg schwer, was mir doch sehr viel erscheint. Aber sie hat auch nicht besonders still gehalten, war quasi mitten in der Bewegung gemessen.



















Alis ist nun 79 Tage alt und wiegt 110 kg, was plausibler ist und sie hielt auch schön still beim messen. Sie verhielt sich zudem äußerst fotogen, blieb passend stehen, dass sie auch ganz aufs Bild kam.

Benjamin



Donnerstag, 3. April 2014

Impf-Marathon

Ganz zu Beginn meiner Zeit in Boberow hatte ich halber eine Impfaktion mitgemacht (Post vom 03.07), heute war dann wieder die Impfung der gesamten Herde gegen BVD (Bovine Virusdiarrhoe) dran. Im Vorfeld hatte ich es mit der Arbeitseinteilung und einem Ablaufplan für die einzelnen Gruppen scheinbar genau geplant, bloß der Feinschliff war stümperhaft: Direkt nach dem Frühstück waren die Kühe alle satt und wollten sich nicht recht im Fressgitter einfangen. Da war ich als rückwärtiger Treiber, der die Kühe aus den Gruppen holt, bis ganz vorne beim "Platzeinweisen" dabei. Zudem noch technische Probleme mit "dem alde Gelärsch": Bei dem einen, selten benutzten Fressgitter hielt die einzigste Verriegelung gegen 40 Kühe nicht an und verzog sich, sodass die meisten die Köpfe rausziehen konnten und das mittendrin provisorisch gerichtet werden musste.
Zum Schluss waren aber alle trotzdem geimpft und es gab keine Verluste.
Das Wetter ist aktuell nur für das Wohlbefinden richtig schön, allgemein nach mehreren Wochen ohne Regen aber nicht. Heute Morgen waren es frische 3 Grad, nachmittags dann bei viel Sonne fast sommerliche 20 Grad. Das kontinentale Wetter, dass ich so aus Rheinhessen (und Holstein) nicht kenne.

Benjamin

Mittwoch, 2. April 2014

Exotische Siloschädlinge

Tauben, Spatzen, Krähen.. Vieles Viehzeug bedient sich an den Silos. Aktuell haben wir da aber schon was Besonderes: Und zwar die Nilgänse, die am endlich schrumpfenden See auf der Trockensteherweide leben. Das Foto hab ich aufgenommen als ich auf dem Weg zur Strohhalle am Silo vorbei kam und die nicht gleich aufgeflogen sind zurück zum See: Da sitzen die auf der Mauer und schnattern vor sich hin.

Fliegende Nützlinge aus Afrika gibt es auch, in den letzten Tagen sind die Störche zurück gekommen und haben die Nester besetzt, so auch in Boberow und Mellen, wo ich sie gesehen habe.

Benjamin

Dienstag, 1. April 2014

Start ins letzte Quotenjahr

Zum 1. April ging es jetz ins 31. und endlich letzte Jahr der Milchquote. Das vorletzte wurde für uns mit einem "unfreiwilligen Lieferverzicht" beendet. Als Gründe gehe ich von dem allgemein recht stark ausgefallene Sommereinbruch letztes Jahr und durch die Futterumstellungen aus. Also insgesamt von uns keine Extrafinanzierung für die EU mit der Superabgabe.
Die Kühe hatten zwar am vergangenen Montag die Referezmenge überschritten, diese bezieht sich aber auf eigentlich unerreichbare 4.36 % Fett, sodass mit der Fettkorrektur der durchschnittlichen 3,94 % eine Quotenausnutzung von 94,4 % raus kam.

Benjamin

Montag, 31. März 2014

2.000.000 km

Aus eigener Kraft ist dieser Motor zwar keinen Meter gefahren, aber lief bis vorletzte Woche vergleichbare 30.000 h im größeren der beiden BHKWs der Biogasanlage. Es ist ein 80 kW-Perkins der durch einen neuen ersetzt wurde.

Wie erfolgreich die Milchleistungsprüfung im März war konnte ich heute noch nicht erfahren, denn beim VIT in Verden gab es ein Computerproblem und unsere Daten konnten bisher nicht verrechnet werden. Die anstehende Feier wurde daher aufgeschoben.

Benjamin




Freitag, 28. März 2014

Richtige Bullen - Teil 2

Der Bullenstall wird mit 5 Bullen wieder seinem Namen gerecht. Eigentlich ist der Name ein Überbleibsel aus Zeiten, in denen darin die Mastbullen standen. Heutzutage sind darin die kombinierte Transitfütterungs- und Abkalbegruppe (die "Transen"), eine Box für kranke Kühe und mehrere weitere als Reserve. In einer davon steht seit Dienstag der Holstein-Bulle, nachdem seine Gruppe der tragenden Färsen in den Trockenstehern aufging. Und in einer weiteren die beiden Blonde d'Aquitaine-Bullen, zu denen heute noch zwei Charolais-Bullen dazu gekommen sind, die auf der Fleischrindbullenauktion des RMV gekauft wurden. Aber die sind nicht bekloppt und vor allem enthornt. Zunächst ging es rund, aber die Rangordnung war schnell gefunden.
Charolais-Bullen zu den Fleckviehkühen gibt dann für Brandenburg angemessen quasi Uckermärker als Kälber.

Benjamin

Donnerstag, 27. März 2014

Aus der Statistik

Seit nunmehr einem dreiviertel Jahr schreibe ich hier im Kuhblog über die Kühe, Kälber, Färsen und Bullen in der Prignitz sowie das Drumherum. In mittlerweile über 150 Posts und vielen eifrigen (Stamm)lesern.
Nun gibt es mal ein paar interessante Sachen aus der Statistik; weil Blogger zur Datensammlerei von Google gehört, kann ich hier auch die Suchbegriffe lesen, wo die Suchmaschine auf den Blog verwiesen hat.
Die häufigsten sind Kuhblog in denen verschiedensten Schreibweisen. Aber auch Interessante Suchbegriffe, wo ich fast immer den jeweilgen Post herausgefunden habe, der aber wahrscheinlich meistens nicht im Sinne des Suchenden war.
Mehrfach "Getreideernte in Eldena" . Hatte ich nie etwas darüber geschrieben, auch das Trockenwerk Eldena, wo die Luzerne getrocknet wird, hatte ich auch nicht erwähnt. Das dürfte aus dem Beginn der Getreideernte (Post vom 11.07) sowie der Erwähnung der Müritz-Elde-Wasserstraße (Post vom 28.07) oder der Alten Elde (Post vom 30.06) zusammengesetzt sein.
"Bullenkatalog neuseeländische Bullen" - definitiv ein falscher Treffer, im Post vom 16.09 schrieb ich, dass ich der Praktikantin den Bullenkatalog erklärt habe; mit denen aus Mecklenburg-Vorpommern.
"Moderner Weidemelkstand" - auch ein falscher Treffer, und zwar die alte Bauhülle des ehemaligen Weidemelkstands im altmärkischen Badel; Foto im Post vom 24.10.
"Warum sind Kühe Nestflüchter" - eher die Kälber, weil sie mit der Herde mitziehen müssen. Bezogen auf das Ausbüxen der neugeborenen Ilba (Post vom 27.12), auf den gleichen Post bezieht sich auch die Suche "saatengrüner Valtra".
Am beliebtesten sind verschiedene Arten von "Bild Milch-Lkw" (Post vom 10.07); da will ich jetzt mal Werbung für die Firma Milchtransporte Schwemm machen, die jeden Tag - 365 Tage im Jahr, unsere Milch für Arla-Hansano zur Molkerei nach Karstädt fährt.

Benjamin

Dienstag, 25. März 2014

Färsen wiegen

Heute war ich mit auf einer der Jungrinderanlagen Färsen wiegen, weil ich in absehbarer Zeit aushilfsweise auch Wiegungen leiten soll. An dem Standort wird der größte Teil der Färsen besamt, kommen zuvor aus der ersten Stufe der Jungviehaufzucht (u.a. in Boberow) und gehen danach tragend auf die Weiden bzw. die Winterstallungen.
Es wurde die nächste Gruppe der zu besamenden Färsen aussortiert und in dem Besamungsstall mit den Fangfressgittern umgestallt. Dabei werden sie auch gewogen, zur Kontrolle und für die Erfassung im Testherdenprogramm. Zwischen 420 und gigantischen 570 kg war alles dabei, tendeziell mit dem wegen Platzmangel bedingten späten Erstbesamungsalter halt zu schwer. Und heute waren sie doch recht kooperativ, sodass es flott ablief.

Benjamin

Samstag, 22. März 2014

Besuch aus Worms

Am Donnerstag bekam ich Besuch von meinem Onkel und meiner Tante, die auf dem Rückweg vom Urlaub auf Rügen einen Abstecher in die Prignitz machten. Das Wetter zeigte sich entsprechend zum Frühlingsbeginn von seiner besten Seite: Strahlender Sonnenschein und nachmittags 20 Grad.
Auch bei einer kleinen Runde über die Höfe kann man über vier Stunden brauchen; nach der ausführlichen Führung über die Milchviehanlage in Boberow ging es zur Milchviehanlage in Pinnow für einen Blick auf das Melkkarussell und in den modernen Stall und abschließend auf den Technikstützpunkt mit den "ganzen tollen Spielsachen": Kirovetz, MB-Trac, Xerion usw.

Passend zum Frühlingsanfang haben die Kühe in Pinnow mit der Weidesaison begonnen:

Benjamin


Mittwoch, 19. März 2014

Straßensperre

Aktuell wird der Treibeweg zum Abkalbestall groß ausgebaut, dabei wurde auch am Teil des Hofes zwischen dem Hauptstall und der Biogasanlage ausgebessert. Dort waren über die Jahre einige Löcher entstanden, in denen sich Dreck und Wasser sammelte. Da die Baubrigade keine halben Sachen macht wurde großflächig die Platte abgebrochen und neu betoniert. Dass nicht der nächstbeste Traktor reinfährt wurde eine Sperre außendrum gebaut; Absperrmaterial gibt es ja auf dem Hof genug.
Im Hintergrund steht noch eingeschweißt der neue Motor (Perkins) für eines der BHKWs, der heute eingebaut wurde.

Benjamin



Dienstag, 18. März 2014

Luftschutz

Heute wurde das Kuhauto endlich seinem Namen gerecht, denn ich hab damit ein Rindvieh transportiert. Zwar nicht eine ausgewachsene Holstein sondern das einen Tag alte Kalb einer Mutterkuh, die zur Gosedahler Mutterkuhherde gehört. Das Kalb lag abseits der Herde mitten auf der Weide an expornierter Lage und wurde von Raben angegriffen. Mitarbeiter des Forst Brandenburg hatten dies der Verwaltung gemeldet und hielten Wache bis ich als "Ingenieur vor Ort" da war. Bis auf ein paar ausgerissene Haarbüschel war zum Glück nichts passiert und ich nahm das Kalb mit zur Milchviehanlage. Nachmittags kam es dann wieder zurück zu seiner Mutter.

Benjamin

Donnerstag, 13. März 2014

Truxa, die Aufdringliche

Heute hat sich Truxa regelrecht in den Kuhblog gedrängelt. Die Kühe sind allgemein sehr schreckhaft, bei jedem im Stall meinem sie, dass sie zum Melken gehen sollen. Truxa ist da eine der wenigen Ausnahmen, sie ist wirklich aufdringlich, steht felsenfest im Weg rum und leckt einen sogar ab.
Mit vollem Namen heißt sie "70646 AGB Truxa", benannt nach ihrem Vater Truman, einem Bullen der WEU und trotz seines Alters immer noch ein richtig starker Allrounder ohne große Schwächen. Und auf der Mutterseite hat sie als Urgroßväter Jocko Besn, dem Urahn aller leistungsstarken Kühe in Boberow und Eminenz, einer der großen Brandenburger. Geboren wurde sie am 08.09.2011 und kalbte in Garlin am 17.10.2013, mit 25 Monaten für die Herde vergleichweise früh. Am 07.01.2014 zog sie dann nach Boberow um (siehe Post vom 07.01.). Leistungsmäßig liegt sie von der absoluten Menge für Erstkalbende unter dem Durchschnitt, aber mit 4,6 % Fett und 3,8 % Eiweiß in den Inhaltsstoff-Kilo deutlich darüber.
Nachdem ich das Foto gemacht hatte, wo sie mich über die Tränke hinweg ablecken wollte lief ich auf dem Futtertisch weiter zum anderen Ende des Abteils, wo sie dann schon wartete; sie war über den hinteren Laufgang die 35 m parallel mitgelaufen.

Benjamin

Mittwoch, 12. März 2014

Richtige Bullen

Seit gestern sind in einer normalerweise leerstehenden Buchte im Abkalbestall zwei Deckbullen eingestallt. Von der Farbe her denkt man sofort an Glanrinder, aber die stärkere Bemuskelung ist charakteristisch für Blonde d'Aquitaine. Die beiden wurden als nächste Generation an Bullen gekauft und sind für die Mutterkuhherden bestimmt. Bis zum Beginn der Decksaison im Mai sollen sie hier in Boberow bleiben.

Benjamin

Dienstag, 11. März 2014

Mittelfeld

Der Erfolg mit der letzten Milchleistungsprüfung geht weiter, heute hatte ich dann die Auswertung in der Hand und habe beschlossen die Einordnung des Betriebs von "unteres Mittelfeld" in "Mittelfeld" zu ändern. In letzter Zeit, wo ich vermehrt Daten über die Herde erfasst und ausgewertet habe, kam mir schon öfter der Gedanke, dass die Werte gar nicht so schlecht sind.
Insgesamt ist es ziemlich genau ein typischer Durchschnittsbetrieb für die MLP-Betriebe in Brandenburg. Die Leistung und der Fettgehalt ist etwas unterdurchschnittlich, was durch die Zweitlaktierenden bedingt ist, die nach unten abweichen, während die anderen leicht überdurchschnittlich sind. Auch die anderen Bereiche wie Fruchtbarkeit und Nutzungsdauer sind leicht überdurchschnittlich. Und bei der Genetik dann unter den besten 25%.

Benjamin

Montag, 10. März 2014

In der Pfalz

Wie bei jedem Urlaub in der alten Heimat ging es Sonntagsmorgens in die Nordpfalz auf Besuch zu meiner Braunie und ihrer Herde.
Vor einigen Tagen hat sie die 30.000 kg Lebensleistung überschritten und ist nun schon wieder tragend - zum sechsten Mal - und wird dann über die sechs Kalbungen auf durchschnittlich 345 Tage Zwischenkalbezeit kommen.
Bei den anderen ihrer Familie läuft es auch gut, bloß die weibliche Kälber lassen immer noch auf sich warten, das jüngste ist mittlerweile schon eine tragende Färse von 17 Monaten.


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Und das kenne ich halt von daheim leider immer noch nicht: Die Neugierigen, die einem zu viert oder zu fünft belagern, wenn man in einer Liegebox sitzt:
 
Benjamin


 

In Rheinhessen

Aktuell bin ich mal wieder auf Urlaub in Rheinhessen.
Natürlich bei bestem Wetter: Strahlender Sonnenschein und extrem warm, gestern waren es 18 Grad und im Südwesten wurden einige Temperaturrekorde aufgestellt für Anfang März.
Aktuell wird hier unten die Braugerste gedrillt und am Samstag war ich mal wieder im Wingert ein paar Ar Reben anbinden zur Abwechslung.

Benjamin

Donnerstag, 6. März 2014

Stromausfall

Wenn man im fernen Mecklenburg wohnt bekommt man nicht mit, was so nachts alles passiert. So auch am späten Dienstagabend, als in Gosedahl drei Kabel einer Stromleitung spektakulär gerissen sind. Als Ursache wurde der Verdacht geäußert, dass nach der Stilllegung der Hanfplantage (Post vom 20.02) der größte Verbraucher wegfiel und nun die Leitung die ungenutzten Strommengen nicht mehr verkraftete. Die herabfallenden Kabel lösten einen kleinen Flächenbrand aus und brannten Teile des Zauns um die Gosedahler Mutterkuhherde weg. In den umliegenden Ortschaften fiel für anderthalb Stunden der Strom aus. Gestern Vormittag wurde noch einmal für die Reparaturarbeiten abgestellt und auf dem Hof sicherheitshalber das Wasser mit, dass der Druck in den Kesseln des Brunnenhauses nicht zusammenbricht. 

Benjamin

Dienstag, 4. März 2014

Nilgänse

An großen Vögeln mangelt es hier im späten Winter überhaupt nicht: Graugänse, Kanadagänse, Schwäne, Kraniche, die zu vielen Hunderten ihre Nachtquartiere im Moor haben und tagsüber in großen Schwärmen ausfliegen.
Am See auf der Trockensteherweide (Post vom 11.09) haben sich jetzt drei Paare Nilgänse niedergelassen, als invasive Neozoen haben die sich zwar schon über große Teile Europas verbreitet, sind aber in Brandenburg noch seltene Brutvögel.

Benjamin

Etappensieg - Teil 2

Heute wurde der Erfolg bei der Milchleistungsprüfung noch mal richtig gefeiert, mit der gesamten Mannschaft vor dem nachmittaglichen Melken mit Kaffee und Kuchen. Da wurde es im Aufenthaltsraum, der gleichzeitig auch eines der Materiallager ist, schon etwas eng.
Wie es sich gehört hatte ich mit Boberower Milch gebacken, wo auch meine Kollegen davon überzeugt sind, dass das mit allem anderen außer Rohmilch gar nicht richtig funktioniert.
Und ich hab auch bekanntgegeben, dass eine solche Feier doch nun jeden Monat gemacht werden soll, ist ja schließlich ganz nett.

Benjamin

Montag, 3. März 2014

Etappensieg

Da erst morgens sie aktuellen Daten auf die Rechner kamen, erfuhr ich es vom Futterberater, der als letzte Station im Betrieb nach Boberow kam: "Es ist großer Aufruhr, weil Boberow bei der Milchkontrolle besser war als Pinnow." Das kam für mich absolut überraschend, da wir im Vergleich zur Hauptmilchviehanlage etliche leistungsdrückende Nachteile haben: Die alten Stallungen, ein niedrigeres genetisches Niveau, wegen der zu hohen Remontierungsrate eine junge Herde und bei den älteren Kühen gesundheitliche Altlasten.
Bei der Milchleistungsprüfung für Februar letzte Woche lagen die Boberower Kühe in der tatsächlichen Milchmenge höher und bei der um die Inhaltsstoffe korrigierten deutlich um 1,3 kg. Aktuell entspricht dies einer Jahresleistung von 9.250 kg ECM (energiekorrigierter Milch) bei einem gleitenden Schnitt über die letzten 12 Monate von 8.800 kg ECM.
Nach der Mittagspause habe ich dann erstmals die komplette Mannschaft antreten lassen, um diesbezüglich eine Ansprache zu halten. Und ganz im Sinne des (post)sozialistischen Wettberwerbs gabs für die an der Milchleistungsprüfung Beteiligten eine Urkunde, die am schwarzen Brett ausgehängt wurde.

Benjamin

Freitag, 28. Februar 2014

"Neuer" Traktor

Jetzt läuft wieder ein anderer Traktor vor dem Futtermischwagen. Der Belarus (siehe Post vom 08.07.2013) hatte ja Getriebeprobleme und wurde gegen den Valtra 8150 (siehe Post vom 27.12.2013) ausgetauscht. Dieser wird zum Frühjahr nun wieder im Pflanzenbau benötigt und daher kam nun ein anderer Traktor, einer der beiden Valtra Valmet 900, in klassischem Valtrarot.
Wie lange die Freude anhält ist fraglich, denn auch der Keenan soll nun gegen die Rostschüssel, den zweiten Reserve-Futtermischwagen ausgetauscht werden, was für mich vor allem bei der Rationsüberwachung einen extremen Rückschritt bedeuten würde.

Benjamin

Dienstag, 25. Februar 2014

Vorfrühling

Heute war gefühlt der erste Frühlingstag; traumhaftes Wetter, fast schon wie im April: 11 - 12 Grad warm, nur ein paar Schleierwolken und strahlender Sonnenschein. Nach dem dunklen Winter sorgte das für Hochstimmung.
Und das Getreide leuchtet in der Sonne. Wie auf dem Schlag "Lanzer Weg rechts", 32 ha groß, den ich vom Stallbüro aus sehen kann. Letztes Jahr baute der Nachbar darauf Speisekartoffeln an, im September wurde Kartoffelfruchtwasser aus der Stärkefabrik ausgebracht und danach pfluglos Winterroggen gedrillt.

Benjamin


Sonntag, 23. Februar 2014

Außenmelker

- zur Melkhausbau-Serie -> hier -

Der Grund für den Besuch in Karstädt war ja die Besichtigung des Melkkarussells und daher gibt es jetzt einen Post für die technisch visierten Leser.
Das Karussell ist ein DeLaval PR3100 HD, der Typ wurde für den nordamerikanischen Markt entwickelt und dass die Mexikaner in Kalifornien das nicht in kürzester Zeit „abmelken“ die HD-Ausführung. D.h. viel Edelstahl, unanfälliger elektrischer Antrieb, die Melkzeugabnahme über Ketten statt Schnüre und Ohrmarkentransponder für die Tiererkennung.
Der Tierproduktionsleiter hatte mir mal gesagt: „Schaffen so 300 pro Stunde“; was ich nicht so recht glauben wollte. Jetzt habe ich mit der Stoppuhr daneben gestanden und in 2 Minuten ging es um 10,5 Plätze voran – also punktuell ein Durchsatz von 315 Kühen pro Stunde! Und der tatsächliche liegt auch nicht viel darunter, in 20 Minuten hielt das Karussell ein einziges Mal kurz an. Der Grund für den hohen Durchsatz ist der optimierte Kuhverkehr: Der Eingang ist anderthalb Kühe breit und die Melkplätze sind um 15° angewinkelt, sodass die Kühe den Ausgang sehen können und schon press am hinteren Begrenzungsrohr bereit stehen und beim Zurücktreten mit den Vorderbeinen noch auf der Plattform fahren und sich quasi „herausdrehen“ lassen. Und das alles sehr ruhig und gelassen.




 
Ausgelegt ist das Karussell in Subway-Ausführung: Der Boden im Inneren ist abgesenkt und die dort unter der Plattform montierte Technik (Pulsatoren, Milchmengenmessung usw.) leicht für die Milchleistungsprüfung und Wartungsarbeiten zugänglich. Für Reparaturen im laufenden Betrieb wird eine Serviceplattform an den entsprechenden Melkplätzen eingehängt die dann mitfährt. Und um durch gerissene Zitzengummis und ähnliches nicht lange aufgehalten zu werden liegen einige Austauschmelkzeuge bereit, dass schnell gewechselt werden kann.



 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

 
Das Dippen erfolgt automatisch mit einem Dipproboter, ein normaler Industrieroboter, der mit einer 3D-Kameraführung und einem Zitzensprüher ausgerüstet ist. Die blauen Beinteiler auf der Plattform dienen gleichzeitig als Orientierungshilfe für die Kamera. Der Roboter kann locker mithalten und ist so schnell, dass man das eigentliche Sprühen nur bei genauestem Hinsehen überhaupt wahrnimmt.




 
Wirklich beeindruckende Technik, die ein 32er-Karussell von Anfang der 2000er im Vergleich dazu irgendwie ziemlich klein aussehen lässt.  

Benjamin

Samstag, 22. Februar 2014

Nach Karstädt

Diese Woche ging es für die "Milchingenieure" zur Nachbargenossenschaft nach Karstädt, um das dortige Melkkarussell als Referenz zu besichtigen. Mein Chef ist hingefahren, weil ja das Kuhauto mit dem großen Logo drauf nur wieder für unnötige Übernahmegerüchte sorgt.
Die Agrargenossenschaft Karstädt eG ist der größte und beste (Leistung und Genetik) Milchviehbetrieb in der Prignitz. Der Stall ist eine klassische MVA 2000 aus den 1970ern, die 2011 groß umgebaut wurde durch den Anbau eines 60er-Außenmelkerkarussells und eines weiteren Stallabteils.
Blick in den neuen Stall: Weiträumig, hell und luftig; wie man heutzugtage halt baut. Ist mit Gummimatten, Gummi-Bugschwellen und Gummispalten ausgestattet, also kompelett Vollgummi.
Fortsetzung folgt!

Benjamin


Donnerstag, 20. Februar 2014

Drumherum: Hanfbauern

Das Top-Thema heute: Razzia im Gosedahler Wald. Haben gestern Nachmittag meine Kollegen Wasser zur Gosedahler Mutterkuhherde gefahren als sie auf dem Feldweg von der Polizei angehalten wurden - dass die Kolonne der Beweissicherungseinheit vorbei kann. Die haben nämlich bei einem abgelegenen Haus im Wald eine große Hanfplantage ausgehoben. Und gleichzeitig auch welche in Grabow und Blüthen. Wirklich direkt nebenan, sowohl in Grabow als auch in Gosedahl, das gehört nämlich als Wohnplatz zu Boberow, und man kriegt nix mit; ich wusste gar nicht, dass dort ein Haus im Wald steht, aber auch meine Kollegen hielten das für unbewohnt. In den leeren Weiten Brandenburgs gibt es halt alle Arten von Landwirtschaft. Wurden natürlich viele Sprüche gemacht, warum wir mit großen Hallen und von außen schwer überwachbarem Strom und Wärme der Biogasanlagen nicht auf Kulturen mit höherem Deckungsbeitrag umsteigen.

http://www.prignitzer.de/lokales/prignitz/dealer-erzielte-hohe-gewinne-id5796371.html

Benjamin

Sonntag, 16. Februar 2014

Drumherum: Volkspark

Der Grabower Volkspark ist nicht die Heimat mittelmäßiger Fußballer die alljährlich ganz knapp um 15 Plätze die Meisterschaft verpassen sondern ein richtiger Park. In der ersten Hälfte des 19. Jhd. angelegt ist er ein richtiger "Naherholungswald"; ein (im Winter besonders) lichter Hochwald, von vielen Wegen und Trampelpfaden durchzogen. Im Gegensatz zu den auf den mecklenburgischen und brandenburgischen Sandböden vorherrschenden Kiefern stehen hier fast nur Laubbäume.
Ein schöner Ort für einen Spaziergang an einem freien Tag.

Benjamin



Freitag, 14. Februar 2014

Mittagspause

Die Schadnagerbekämpfungsbrigade des Melkhauses macht zwischen den Liegeboxen im Stallabteil der altmelkenden Kühe zusammen Mittag; links Ducker, in der Mitte ihre mittlerweile 9 Monate alten Jungen Walter und Erich und rechts Hamim:

Benjamin

Donnerstag, 13. Februar 2014

Herz Dame

Eine richtige Herz Dame ist Kuh Nr. 1132 natürlich nicht, dafür müsste sie rotbunt sein. Herzförmige Blessen (also weiß auf schwarz) kommen bei Rindern häufiger vor, wie auch bei meiner Braunie. 1132 hat es nicht nur in umgekehrten Farben sondern auch an ungewöhnlicher Stelle, auf der linken Flanke, wo es nicht ganz anatomisch korrekt den Pansen und nicht das Herz markiert. Bisher hatte ich das nie bemerkt, weil man halt mitten in der Gruppe nicht auf solche Details der Fellzeichnung achtet.

Benjamin


Mittwoch, 12. Februar 2014

Mist fahren

Heute wurde ein Teil des Stalls ausgemistet, in dem die tragenden Färsen stehen sowie die Mistplatte leergeräumt und zu Feldmieten gefahren, wo der Mist dann bis zur Ausbringung zwischenlagert. Das Mistfahren macht die Futterbrigade, nachdem morgens das Grundfutter aus den Silos entnommen und auf die einzelnen Anlagen gebracht wurde.
Gefahren wurde heute mit zwei Claas Arion 630 CIS bzw. 640 Cebis mit je zwei HW80 mit Schwerhäckselaufbau, den bewährten Arbeitspferden für die Transportaufgaben.
Geladen wurde mit dem neuen Hauptradlader, dem Case 721F, der Ende des letzten Jahres den Vorgänger, den Case 721C (siehe Post vom 28.08.2013) nach 24.000 h Betriebsstunden ersetzt hat und wie der zweite 721C für die großen Biogasanlagen über die klassische Z-Kinematik verfügt.
Und bei 4 - 5 Grad dampft es ordentlich, was man auf dem Foto nicht sieht, weil ich ja die Maschinen fotografieren wollte.



Benjamin



Dienstag, 11. Februar 2014

Doppelte Schwergeburt

Zwillingsgeburten sind selten und Schwergeburten zum Glück auch, aber heute viel beides zusammen: Kuh 1023 war zum vierten Mal am kalben und es ging nach mehreren Stunden immer noch nicht voran. Also war Geburtshilfe angesagt; ich holte alles Material herbei und dann den erfahrensten Kollegen von daheim ab, weil er eigentlich schon Feierabend hatte.
Erster Griff hinein - vier Beine und zum Glück auch zwei Köpfe. Für Zwillingskälber recht groß und waren genau nebeneinander steckengeblieben. Wurden herausgezogen und alles ging glatt.
Sind über Nacht noch namenlos, morgen früh werde ich sie anmelden.

Nachtrag vom Mittwoch: Vorne ist Bogota, hinten Bolivia, die trotz zuerst geboren die höhere Ohrmarkennummer bekommen hat.

Benjamin



Samstag, 8. Februar 2014

Foto am Samstag

Heute gibt es mal wieder ein Foto aus dem Stall, und zwar vom Futtertisch des Hauptstalles aus. Der Futtertisch ist sehr schmal, gerade mal 3,60 m, der Futtermischwagen passt noch zwischen den Kühen hindurch und das Futter landet auch noch vor dem Barren.
Aufgenommen ist das Foto um kurz vor drei, wo nicht viel los ist im Stall. Links ist die Frischmelkergruppe, die zum Melken ist und rechts die Hochleistungsgruppe, wo die meisten wiederkäuen, weil erst um halb vier frisches Futter kommt.

Benjamin

Freitag, 7. Februar 2014

Marilius

Das einzige Bullenkalb im Jungviehstall ist Marilius. Mit vollem Namen heißt er "M41812 AGB Marilius", das M vor den letzten fünf Stellen der Ohrmarke steht für männlich. Zudem ist es bei den Bullenkällbern eine andere Ohrmarkenserie (41 statt 84), sodass man an den Ohrmarken gleich das Geschlecht erkennen kann.
Marilius wurde mit einer Sehnenverkürzung am linken Vorderbein geboren, sodass er den Fuß nicht normal ausstrecken kann und die Klauen nach hinten umschlägt. Mittlerweile hat es sich abgeschwächt und kann er damit laufen, aber wegen dieser sichtbaren Beeinträchtigung noch nicht verkauft werden.
Um Arbeit mit dem Füttern einzusparen wurde er diese Woche an den Tränkeautomat umgesetzt und hatte schneller den Dreh heraus als alle Kuhkälber vor ihm. Und jeden halben Liter holt er sich nach der zeitlichen Freigabe einzeln ab, derart ist er dahinter her.
Der Rücken im Vordergrund ist der von Alis:

Benjamin


Donnerstag, 6. Februar 2014

Guggi

Guggi ist eines der jüngeren Kuhkälber, 19 Tage alt und sollte eigentlich schon in der Kälbergruppe sein, bloß die ist gerade gut belegt. Ihr vollständiger Name lautet "84227 AGB Guggi"; die 84227 sind die letzten 5 Stellen der Ohrmarke, AGB ist die Abkürzung für Agrar GmbH Boberow und Guggi der eigentliche Rufname.
An Guggi habe ich spirchwörtlich große Erwartungen, denn ihre Mutter 1251 (siehe Post vom 18.01) ist eine der größten Kühe der Herde und ihr Vater Guarini zählte auch zu den größeren Bullen. Bezüglich ihrer Karriere hat sie gute Vorzeichen, denn sie hat als Ururgroßvater den Bullen Jocko Besn, der unter den Boberower Kühen bei den leistungsstarken und langlebigen besonders oft im Stammbaum steht.

Benjamin



Dienstag, 4. Februar 2014

Ehemalige Kuh: 1316 "Schiefkopf"

Heute habe ich eine besondere Kuh verloren, unsere Schiefkopf. Am Sonntag hatte sie zum dritten Mal gekalbt und bekam gestern Milchfieber, was dann der Auslöser für weitere schlummernde Krankheiten war: Herzklappeninsuffizienz und eine schwere Darmentzündung, sodass sie heute leider eingeschläft werden musste. Das Besondere an ihr ist ihre Geschichte: Im August 2009 geboren hielt sie schon als Kalb den Kopf schief, wahrscheinlich wegen einer nicht richtig verheilten Mittelohrentzündung. Deswegen ging sie als Mastfärse zu einem meiner Kollegen und lief dann im Moor. Als sie geschlachtet werden sollte war sie dann (woher auch immer) tragend und durfte auf die Milchviehanlage zurück, wo sie aber anfangs immer unter dem Nackenrohr durchgeschlüpft ist, um heim ins Moor zu kommen. Für mich war sie eine der wenigen Kühe, die ich schon von weitem erkannte, wegen dem besonderen Blick.
Fotos von ihr gibt es leider keine.

Benjamin

Montag, 3. Februar 2014

Mo(t)ormäher

Heute stand ein besonderes Gefährt auf dem Hof und zwar eine Pistenraupe. Was bei den Biogasanlagen der letzte Schrei für das Walzen der Maissilos ist, setzt hier ein Lohnunternehmer ein um wenig tragfähige Stellen im Moor zu mähen. Dafür ist eine Fronthydraulik mit einem speziellen Mähwerk angebaut, das auch dichtesten Aufwuchs packt. An der Pritsche musste etwas geschweißt werden, was dann bei uns zwischen den Kälberiglus und dem Jungviehstall gemacht wurde.

Benjamin

Samstag, 1. Februar 2014

Testherde

Die Landgenossenschaft Pröttlin ist einer der 30 Betriebe des ProFit (Produktions-Fitness)-Testherdenprogramms des RMV. Dafür werden in diesen Spitzenbetrieben neben der üblichen Datenerfassung auch sämtliche Gesundheitsdaten gesammelt um diese in das Zuchtprogramm einfließen zu lassen. Hier ist wieder die historische Besonderheit, dass einige der Betriebe in Brandenburg liegen, aber wegen den ehemaligen Bezirken Schwerin und Neubrandenburg zum RMV gehören.
Am Donnerstag waren nach der allgemeinen Konferenz der Betriebe nun die Wissenschaftler des RMV zur einzelbetrieblichen Auswertung da. In der Zuständigkeit betrifft es mich nicht direkt, aber als einer der "Milchingenieure" war ich mit dabei und die ganze Flut an Kennzahlen genau richtig für mich. Im Vergleich zu den anderen Testherden bewegt man sich im Mittel dieser Gruppe, was vor allem aus den Problemen wegen des von der Betriebsstruktur bedingt hohen Erstkalbealters resultiert. Und besonders positiv fiel die akribische Dokumentation aller Gesundheitswerte auf, genau so wie es vorgesehen ist. Im Gegensatz zu manchen anderen, die trotz Testherdenstatus es schaffen, 86 % ihrer Kühe als über die gesamte Laktation gesund zu erfassen...

Mit dem Erbe von Guarini wird veranwortungsvoll umgegangen: Bei der gestrigen Trächtigkeitsuntersuchung waren fünf mit ihm besamten Kühe tragend.

Benjamin

Dienstag, 28. Januar 2014

Perfektes Timing

Erstmal für Fabienne die Antwort auf die Frage nach dem zweiten Bullen nach Guarini: Das ist Lonar. Mehr an Auswahl gibt es zur Zeit eigentlich nicht. Lonar ist ein Sohn von Laudan, den bedeutendsten Bullen, den die RBB je hatte und überall in Brandenburg seine genetischen Spuren hinterlassen hat. Lonar ist ein töchtergeprüfter Bulle, d.h. etliche seiner Töchter sind schon Kühe (also hat er auch schon Enkel) und seine Zuchtwerte sind nicht nur über Gentests geschätzt. Er ist aber etwas schlechter als Guarini und daher nur meine 2. Wahl.
Hier ist auch ein Bild von ihm dabei:
ttp://der.bullenbrowser.de/public/rbb/nologin/bullenkarte.cfm?action=SCHWARZBUNTE&action2=GESAMT&type=all&tabelle=THIS_STAMMKARTE&L=1&ident=001000811067#oben

Zum (schlechten) Foto des Tages: Bommi, eine Halbschwester von Alis und Bormi, auf ihrer Jungfernfahrt vom Abkalbe- zum Kälberstall. Zu diesem Zeitpunkt war sie knapp eine halbe Stunde alt und ich wusste noch nicht wie sie heißen und welche Ohrmarkennummer sie erhalten wird.  
Sie wurde um 17:20 geboren und das war vom Zeitpunkt perfekt: Ihre Mutter konnte gleich zum Melkstand zum Ermelken der Biestmilch gebracht werden, was so nur viermal am Tag möglich ist. Aber nur abends ist die Versorgung von Kuh und Kalb in meiner Zuständigkeit, wo dann alles stehen und liegen gelassen wird im Wettlauf um die passive Immunsierung.

Benjamin

Montag, 27. Januar 2014

Richtiger Winter - Teil 2

Am Wochenende hatten meine Kollegen bei - 15 Grad mit den vereisten Melkständen zu kämpfen, sowie fast überlaufenden Milchtanks, weil sich die Abholung verzögerte.
Aber mit Heizgebläsen und ansteigenden Temperaturen lief alles wieder wie gewohnt, als ich heute Morgen kam. Über Nacht schneite es; einige cm. Bei dem starken Wind waren die Straßen alle problemlos passierbar, weil freigeblasen.
Und Nachmittags ging es für kurze Zeit über null Grad, sodass es etwas zu schmelzen begann. Dazu passend die Wintersonne; an den Ställen sind alle Luken dicht bzw. mit Strohballen zugestellt:



















Nicht Katzenfutter sondern einige Tonnen Mineralfutter wurden geliefert; auf dem LKW ist bloß Werbung für die Katzenfutterlinie von Josera, hat auf der Autobahn halt mehr Wirkung.

Benjamin



Samstag, 25. Januar 2014

Richtiger Winter

Der Januar ist fast schon rum und jetzt kommt der richtige Winter. Am Mittwochmittag fing es an leicht zu schneien. Am Donnerstag war es dann richtig kalt, - 6 bis - 8 Grad und einige Tränken froren ein, besonders problematisch war es im Abkalbestall, der eigentlich von der Bausubstanz her am meisten geschlossen ist. Daher wurden zum Heizen alle trockenstehenden Kühe dort eingestallt.
Die Toren an den Ställen wurden geschlossen und die Öffnungen mit Strohballen zugesetzt, was mir am meisten an der Situation zu schaffen macht, weil man nicht mehr überall hineinlaufen kann und zu dem die Hälfte der Tore nur von einer Seite zu öffnen sind - kurzum man nimmt wahr, dass der Stallkomplex doch 85 mal 100 m groß ist.
Mittlerweile ist der Schnee vom Wind weggeweht und es herrschen Temperaturen um die -10 Grad, wegen der Luftfeuchte gefühlte -15, also weitaus kälter als ich es aus den rheinhessischen Wintern gewohnt bin.
Am Mittwoch als noch Schnee lag bei den Kälberiglus, sind wie häufig alle herausgekommen, um zu zeigen, wie eifrig sie saufen. Rechts das Hellere ist Alis.

Benjamin


Donnerstag, 23. Januar 2014

Nachruf auf Guarini

Als töchtergeprüfter Bulle mit dem höchsten Zuchtwert in Deutschland und bester Goldwin-Sohn weltweit, Guarini ist der führende Bulle der RBB und folgt damit Eminenz und Laudan. Auch bei seiner Schwäche in der Melkbarkeit sehe ich in ihm einer der wenigen Altbullen, die mit den Genomischen mithalten können. Am Dienstag starb Guarini überraschend, siebeneinhalb Jahre sind ja kein Alter für einen Besamungsbullen. Ich erfuhr es gestern Morgen von der Vetretungsbesamerin, als ich ihr sagte, mit welchen Bullen die Kühe besamt werden sollen und sie antwortete: "Der tot ist?" Guarini war bisher meine erste Wahl (von aktuell zwar nur zwei Bullen) und im Behälter sind noch über 200 Portionen, die nun auch monetär einiges an Wert zugelegt haben. Für die RBB ist es auch ein harter Verlust, vor zwei Wochen wurde auf dem Milchrindtag nicht nur stolz verkündet, dass Guarini die Spitzenposition im Zuchtwert halten und in den Fitnessmerkmalen zulegen konnte, sondern auch, dass 2013 über 110.000 Portionen verkauft werden konnten.
Als Foto eine seiner Töchter, und zwar mein Lieblingskalb Gisela, die mittlerweile knapp 5 Monate alt ist.

Benjamin



Montag, 20. Januar 2014

Jagderfolg...

...hatte ich heute. Oder besser gesagt man kommt auf die dummsten Ideen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Ich war unterwegs auf dem Futtertisch für Tierbeobachtung, Tränken ausleeren usw. als sich was im Futter bewegte. Eine der Ratten, von denen es in den Güllekanälen so viele geben soll. Bisher hatte ich nur eine einzige von oben herab gesehen, als ich mit dem Hoflader Boxen einstreute. Die Ratte rannte davon und versteckte sich hinter einer der Tränken und machte aber nicht mal Anstalten weiter abzuhauen, als ich die Tränke auskippte. Da dachte ich mir: 'Fang ich die einfach.' Bloß das hat auch geklappt und ich hatte sie tatsächlich am Schwanz. Survival of the fittest - wer keine Angst vorm Herdenmanager hat stirbt aus. Laufenlassen wollte ich sie nicht und nahm sie daher mit in den Technikraum, wo wegen der Abwärme der Milchkühlung sich die meisten Katzen rumtreiben. Es waren auch vier Stück da, ob die wirklich Interesse daran hatten habe ich nicht gesehen.
Zumindest habe ich jetzt mal - aus Zufall - eine Ratte mit der bloßen Hand gefangen.

Benjamin

Samstag, 18. Januar 2014

Alis - Teil 2

Darf ich vorstellen: Alis. Deutsche Holstein im Brandenburger Herdbuch, Abstammung Borsati x Emerson; 3 Tage alt, putzmunter und jetzt ganz ordnungsgemäß mit ihren Ohrmarken.

Benjamin

Verpeilt

Weil Weihnachten letztes Jahr mitten unter der Woche lag bedeutete dies ziemlicher Weihnachtsstress, wenn gleich zwei Feiertage auf einmal alles durcheinander bringen. Neben der Arbeitsorganisation waren dies die Wochenarbeiten, vor allem Trächtigkeitsuntersuchungen und Trockenstellen, die verschoben werden mussten. Die ersten Planungen begannen Mitte November und bis wieder alles wie üblich läuft wird es fast Ende Januar sein. Den bisher einzigen Vorfall dabei gab es heute Nacht. Weil durch das Verschieben die Wochenarbeiten sich gegenseitig den Platz für die Kühe weggenommen haben, hatte ich es so organisiert, dass einmal nicht im Zwei- sondern Dreiwochenrhythmus trockengestellt wird, um wieder in den normalen Ablauf zu kommen. Die Kühe wurden alle zum passenden Zeitpunkt trockengestellt, bloß beim Umsortieren in die Abkalbebucht vergass ich die zusätzliche Woche. Gestern Abend bemerkte ich es und wollte die beiden betroffenen Kühe heute umstallen, aber als ich morgens kam, lag schon auf dem Schreibtisch ein Zettel, dass eine davon heute Nacht im Trockensteherstall gekalbt hatte; neun Tage vor dem Termin. Kuh und Kalb geht es gut und mit der einphasigen Trockensteherfütterung ist es auch von Seiten des Stoffwechsels kein Problem.
Es hatten noch zwei andere Kühe gekalbt und zum Verabreichen des Kuhtranks gehört neben dem Kannenwagen zum Transport auch Mikla dazu, die auf dem Barren sitzt und auf die Nachgeburt wartet bzw. gegen Schmarotzer verteidigt. Aber nur beim Kuhtrank kommt sie als gelaufen, beim Fahren der Milchkannen nicht; entweder kennt sie die Uhrzeiten oder kann es am Geräusch unterscheiden. Wobei es heute auch an meinem spaßeshalber "Wo bleibst Du, Mikla?" gelegen haben könnte.


Benjamin

Mittwoch, 15. Januar 2014

Alis

Abends bestellt, nachts geboren, morgens benannt - für Alis ging es recht schnell.
Nachdem ich gestern Abend Fabienne erklärt hatte, wie ich die Kälber benenne bestellte sie über ihre Großmutter bei mir eines mit dem Namen Alis (langes I). Also kuckte ich morgens in den Unterlagen nach und das nächste Kalb von einem Bullen, dessen Namen mit A beginnt wird erst Ende Mai geboren - eindeutig zu lange. Da ich schon zweimal von meiner Namensregel abgewichen bin war es dann zum dritten Mal und so wurde das Kalb, das heute Nacht geboren worden und noch anzumelden war Alis genannt.

Auf dem Foto noch ohne ihre Ohrmarken:

Benjamin

Dienstag, 14. Januar 2014

Bluten

Heute war die melkenden Kühe mit den Blutproben für die BHV-1-Untersuchung dran. Wurde morgens vor den Fressgittern die dreifache Menge an Futter abgeladen, dass auch alle noch was bekommen konnten, um sich auch einzufangen. Haben für knapp 300 zu fünft ungefähr dreieinhalb Stunden gebraucht, also eine andere Größenordnung als zu meinen Praktikantenzeiten im Fütterungsversuch. Ich hatte das Glück bei den mittlerweile etwas frischeren Temperaturen die ganze Zeit in Bewegung zu sein, weil ich die einzelnen Kuhgruppen aus dem Stall geholt und zu den Fressgittern gebracht habe.

Da ich heute mal wieder seit längerem im Hellen durch die Prignitz gefahren bin entstand das Foto einer der Mutterkuhherden, denn es waren nicht nur 1 - 4 Grad sondern auch ziemlich neblig.

Benjamin

Montag, 13. Januar 2014

Trainingslauf

Heute gab es den kleinen "Trainingslauf" für das große Blutprobennehmen zur Erhaltung des BHV1-frei-Status (Bovines Herpesvirus 1) des Betriebes am morgigen Dienstag. Bevor morgen die ganzen melkenden Kühe dran sind wurden heute die trockenstehenden und die tragenden Färsen beprobt, inklusive der beiden Deckbullen. Diese wollten sich nicht ins Fressgitter einfangen und wurden kurzerhand zwischen den Färsen eingekeilt. Erstes positives Ergebnis: Ich habe gleich viele Ohrmarken aufgeschrieben (Ingenieursaufgabe) wie Proben genommen wurden.

Mikla bei der neugeborenen Sumatra in der Abkalbebox; den Blick kann man ungefähr so deuten: "Ey Du! Wo ist die Nachgeburt? Ich will Mittag machen!"

Benjamin



Freitag, 10. Januar 2014

Open Station

Gab es für mich heute kanadische Stimmung in den Weiten Brandenburgs, denn ich hab jetzt einen Open Station, also umgangssprachlich ein Cabrio. Meinem Kollegen ist morgens beim Strohladen mit dem "Käse-Trecker" (Case-IH 640A) ein Quaderballen vom Frontlader gefallen - aber nach hinten, der Auspuff war verbogen und die Frontscheibe kaputt. Der Auspuff wurde in der Werkstatt gerichtet, aber die Kabine ist nun erstmal vorne offen. Und genau wie beim Hoflader ist man ohne Glas dazwischen vor allem akustisch viel näher dran am Geschehen.
Ohne Scheibe kann man auch gut raus fotografieren und weil das Einstreuen aufgeschoben werden musste war es dann auch passend hell.
Die Färsen werden nach vorne in den Fressbereich gesperrt, sodass hinten durch den Liegebereich gefahren und eingestreut werden kann.

Benjamin


Donnerstag, 9. Januar 2014

Nach Groß Kreutz

Heute ging es für mich nach dem morgendlichen Überblick im Stall nach Götz, einem Ortsteil von Groß Kreutz und ich merkte  wieder einmal wie lang doch Brandenburg ist, vom äußersten Nordwesten bis in die Mitte sind es ganze zwei Stunden (zügige) Fahrt. Dort fand der diesjährig Milchrindtag der RBB statt, zum Thema Fruchtbarkeit. Besonders interessant waren die Vorträge über Indizien zur Früherkennung langlebiger Kühe und der Auswirkung von hohen Fruchtbarkeitszuchtwerten. Zum Schluss die Vorstellung der neusten Bullen im Angebot, inklusive einiger der Abteilung "teilweiser Zuchtrückschritt".
Neben mir saß die oberste Referatsleiterin aus dem Landwirtschaftsministerium und fragte mich in der Mittagspause aus. Student bin ich nicht mehr sondern Leiter Milchproduktion; wo ich ganz bescheiden tief gestapelt habe, dass sich das beeindruckender anhört, als es bei (tagesaktuell) 342 Kühen tatsächlich ist. Aber halt wegen den Kühen extra nach Brandenburg (bzw. MV) eingewandert.
Abends habe ich noch die Jungkühe im Computer komplett mit den ganzen Transpondernummern und Namen angemeldet, nachdem ich gestern gemerkt hatte, dass es nicht funktioniert die mal schnell fürs Melken im Melkstandscomputer einzugeben. Denn wenn sie nicht im Stallcomputer vorhanden sind werden sie bei der nächsten Datensynchronisation wieder gelöscht.

Benjamin

Dienstag, 7. Januar 2014

Neue Kühe

Statt kontinuierlich ein, zwei Färsen pro Woche in die Herde zu integrieren kommen ohne Nachzucht am Standort die neuen Kühe schlagartig. Also ein ganzer Anhänger voll hochtragende Färsen oder Jungkühe. So auch heute 15 Jungkühe von einer der anderen Milchviehanlagen. War ich den Vormittag nebernher damit beschäftigt die Halsbänder auszutauschen und die Schwänze zu kürzen, was bei denen noch nie gemacht worden war, mit tlw. einem halben Meter festgetrocknetem Mist dran.
15 Halsbänder kann man nicht mehr über den Arm hängen und fährt die stattdessen bequem mit der Schubkarre zum Futtertisch:

Benjamin

Samstag, 4. Januar 2014

Medizinische Besonderheit

Das neue Jahr begann für eine der Kühe gar nicht gut - und ist leider schon wieder vorbei. Am Donnerstagnachmittag brach sie in der Milchleistung ein und die Aktivität sank laut Messung dramatisch. Meine Kollegen vermuteten eine Labmagenverlagerung, das Laktationsstadium sprach dagegen. Wurde sie gestern Morgen der Tierärztin vorgestellt und diese war sich nicht sicher, was es sein könnte. Eine Stunde später kam ihr Kollege, um ebenfalls die Kuh zu untersuchen und fuhr zwischendrin heim, um sich nähergehend einzulesen. Kein Wunder, denn es handelte sich um eine Caecum dilatation torsio retroflexio, auf Deutsch eine Blinddarmaufgasung mit Verdrehung und nach hinten verlagert in der Bauchhöhle, extrem selten, tritt nur in 0,06 % der Fälle einer Blinddarmaufgasung auf; wobei ich mich frage wie man einen so seltenen Fall in eine Statistik gepackt kriegt. Den Begriff hab ich mir aufschreiben lassen, zwar kann ich dank meinen verbliebenen Latein- und Griechischkenntnissen mit den Diagnosen oft was anfangen aber dann nicht merken. Jedenfalls standen die Chancen arg schlecht, auch wenn eine Operation zumindest aus medizinischer Sicht interessant gewesen wäre, um sich das mal von Innen anzukucken. Musste sie dann abgehen bevor sie verhungert umgefallen wäre. Nicht besonders erbauend gleich im neuen Jahr eine Kuh zu verlieren, aber ich hab sofort überschlagen, dass mir statistisch gesehen nie wieder so was unterkommen wird.

Benjamin