Freitag, 8. Juni 2018
Erika ist da!
Nach zig Jahren sollte dann doch ein neuer gekauft werden (vgl. Post vom 09.12.2017), das zog sich dann auch wieder hin und dazu noch sechs Wochen Lieferverzögerung.
Aber heute kam er an! War ein großer Auflauf auf dem Boberower Stützpunkt, denn erstmals seit nun fast fünf Jahren hat die Tierproduktion wieder mal eine neue Maschine bekommen.
Ist das gleiche Modell wie ich mir auf der Agritechnica angeschaut hatte, bloß kein KL 35.8T in Grün sondern ein 8095T in Gelb. Weil die grüne Landwirtschaftssparte wird von John Deere vertrieben und die haben solche Preisvorstellungen, dass die gelbe Baumaschinenvariante günstiger war. Scherzhaft haben wir gesagt, dass man sich nicht in der Farbe umgewöhnen muss.
Der Neue wurde Erika genannt; mein Kommentar dazu: "Erika war die Katze, die im Feuerlöschteich ersoffen ist."; die Schwester von Waltraud bzw. Tante von Weißgesicht und Weißspitze.
Die Teleskoplader sind trotz des Altersunterschieds doch recht ähnlich. Die Unterschiede: Der Neue ist niedriger und länger mit geräumigerer Kabine und Motorraum, hat eine höhere Hubkraft, der Motor hat ebenfalls 55 kW, ist aber nun wasser- statt ölgekühlt. Und eine Zentralschmieranlage wurde eingebaut; da das mit der Führung im Teleskoparm zu aufwändig ist gibt es für die Schmierpunkte an der Werkzeugaufnahme eine separate Schmierleiste. Hundeganglenkung ist möglich und der Joystick jetzt elektronisch.
Gab noch eine Einweisung, in der Bedienung hat sich aber nicht allzu viel geändert.
Gertrud schon auf dem Tieflader verzurrt und mit Erika wird noch die Schaufel aufgeladen:
Das offizielle Foto für den Kuhblog: Was lange währt wird endlich gut: Jörg und Petra überglücklich mit dem neuen Teleskoplader:
Benjamin
Donnerstag, 7. Juni 2018
Baufortschritt Güllepott
Woher das Wasser kommt kann ich aber nicht sagen:
Benjamin
Mittwoch, 6. Juni 2018
Mais Webcam - Teil 4
- zur Übersicht der Mais-Webcam -> hier -
Der Mais wächst weiter und geht jetzt in die pflegeleichte Phase über, wo er sich gegen Unkraut behaupten kann. Problem ist langsam das Wasser, seit Mitte April haben wir Sommer und es hat so seitdem gut wie nicht mehr geregnet. Zwar ist Mais als C3-Pflanze im Stoffwechsel sparsam im Wasserbedarf und braucht pro kg Zuwachs an Trockenmasse nur die Hälfte von Getreide und ein Drittel von Klee. Aber Mais liefert die höchsten Erträge, dass diese relative Sparsamkeit absolut nicht zum tragen kommt und bei allen (Kultur)pflanzen geht ohne Wasser gar nichts.
Wuchshöhe 50 - 70 cm.
07.06. 13:26:
Aktualisierung vom 07.06.: Das Foto ist ein Tag später aufgenommen, weil ich beim Schreiben des Posts gemerkt habe, dass ich zwar die Höhe gemessen und Blätter gezählt hatte, aber vergessen das aktielle Foto zu machen.
Benjamin
Dienstag, 5. Juni 2018
Nach Görlsdorf - Teil 2
Die Besonderheit an den Ställen ist die automatische Bandfütterung, die an die Fütterungsanlage des alten Stalls angeschlossen ist. So wird sechsmal täglich gefüttert und es ist noch die Kapazität für zwei weitere Fütterungen vorhanden. Durch den so entzerrten Tagesablauf sind die Kühe neben dem automatischen Treiben und Melken noch mal ruhiger.
Ein Standard-Futtertischfoto mit dem Trog und dem Überkopf-Futterband. Der Reprostall ist komplett mit Fangfressgittern ausgestattet:
Ein weiterer Nebeneffekt ist der schmälere Stall, weil gegenüber einem befahren Futtertisch 5 m Breite fehlen ist die Querlüftung verbessert. Dazu gedämmte Dächer, verbunden mit der Absicht auf Ventilatoren verzichten können, die aber leicht nachzurüsten wären. Bei geschätzen 28 Grad außerhalb war es im Stall deutlich angenehmer mit spürbarer Luftbewegung.
Die Boxen sind mit Kalk-Stroh-Gemisch eingestreut, das einmal in der Woche eingefahren wird. Dafür wurde ein Futtermischwagen (gabs bisher nicht bei der Bandfütterung) angeschafft und ein Traktor, der extra nicht zugelassen wurde, dass der Pflanzenbau den nicht in Besitz nimmt. Ist halt überall das Selbe... Dazu ein Boxenplaner für den Hoflader zum Einebnen. Und die Boxen sehen wirklich sehr ordentlich aus; das System funktioniert einfach:
Neben dem Stall mit den melkenden Kühen gibt es den Reprostall (Reproduktion). Auf der einen Seite Liegeboxen für frischmelkende Kühe und Trockensteher, auf der anderen Seite Tiefstreu als Abkalbebuchten und für gerade gekalbte Kühe. Dazu an beiden Außenseiten entlang Treibwege, dass von jeder Gruppe in jede andere Kühe umgestallt werden können ohne andere wegsperren zu müssen. Vom Treibweg aus die Abkalbeboxen mit dem jüngsten Kalb, das auch gleich vom Repormeister sein Kolostrum bekommen hat:
Ein sehr eindrucksvoller Betriebsbesuch. Zeitgemäße Ställen bieten viel Platz und frische Luft für die Kühe und ich freue mich um so mehr auf unseren neuen Stall, dass dann wenigstens ein Teil unserer Kühe das auch bekommen.
An das Görlsdorfer Team noch einmal viele Dank für die tolle Führung!
Benjamin
Montag, 4. Juni 2018
Nach Görlsdorf - Teil 1
Wie bei uns in Pinnow 2014 mit dem Bau des Melkhauses begonnen sagte ich schon, dass wir zwei Jahre zu früh dran sind, den da liefen vom DairyProQ erst die Prototypen in deutlich kleineren Größenordnungen. Umso ärgerlicher, dass dieser frühzeitige Bau gar nichts gebracht hat, wurde doch gerade erst mit dem ersten der zugehörigen Ställe begonnen.
Jetzt sah ich endlich mal eins in Betrieb. Erste Erkenntnis dabei: Kleiner als gedacht. Mit dem Roboterarm an jedem Platz hatte ich erwartet, dass es deutlich größer baut als ein konventioneller Außenmelker. An der Krümmung der Plattform (vgl. Post vom 01.02.2016) konnte ich keinen großen Unterschied zu unserem Karussell ausmachen. Ungewohnt war aber die Drehrichtung gegen den Uhrzeigersinn.
Auf dem Foto sieht man hinten rechts am Augang den Kran, der dazu dient die Robotermodule schnell auszutauschen gegen zwei bereitstehende als Reserve; weil wegen der Komplexität der Robotertechnik nicht alles schnell zwischendurch repariert werden kann:
Das Karussell läuft im 14 Sekunden-Takt, macht einen theoretischen Durchsatz von gut 260 Kühen pro Stunde, effektiv sind es zur Zeit 200. Pro Schicht sind es zwei Personen, eine am Karussell für die Überwachung des Melkprozesses und ggf. manuellem Eingreifen und vor allem Saubermachen - siehe die glänzenden Kabinette auf dem zweiten Foto. Und eine weitere Person im Stall zum Pflegen der Liegeboxen und Saubermachen der Tränken, denn es ist ein automatisches Treibesystem eingebaut, das die Kühe mit Treibegattern alleine aus den Gruppen holt. Das automatische Treiben und Melken sorgt für eine stets gleichbleibende Arbeitsqualität über alle Schichten hinweg und ist vor allem ruhig für die Kühe, sodass die alle extrem entspannt sind. Die Plastiküberzieher über den Schuhen sind da immer ein guter Test dafür und sie waren desinteressiert bis neugierig.
Das Karussell hat zwei komplette Milchleitungen, daran zu erkennen, dass an jedem Platz zwei grüne Silikonschläuche nach unten gehen. Eine Leitung fürs normale Melken und eine zweite für "Abfallmilch", wenn z.B. die Leitfähigkeitsmessung eine Kuh mit Euterentzündung gefunden hat oder auch für Kühe in der 5-Tage-Sperre, wenn die Milch nicht für die Kälber gebraucht wird:
Am meisten Eindruck hat das Ansetzen gemacht: Wenn die Kühe auf der Plattform standen dauerte es selten mehr als 45 Sekunden und die Zitzenbecher waren angesetzt und das Vormelken begann. Das Ansetzen hätte von Anfang an so gut geklappt, innerhalb von vier Tagen wären alle Kühe vom alten auf das neue Karussell umgestellt gewesen. Neue Kühe müssen nicht vermessen werden bei der ersten Melkung, das klappt auch so. Und es hätte keine einzige Kuh gehen müssen, weil sie nicht robotertauglich war! Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass in Görlsdorf in der Zucht seit Jahrzehnten Wert auf melkerfreundliche Euterformen Wert gelegt wird. Beim Roboterkarussell zahlt sich das jetzt voll aus.
Ich wurde in meiner Meinung bestätigt: Das ist die Zukunft des Melkens!
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Donnerstag, 31. Mai 2018
Testherdentagung 2018
Am gestrigen Mittwoch waren die Vorträge; was es zu hören gab:
- Über Stallbau. Dass zukünftige Ställe Kuhkomfort und Arbeitseffizienz mit einfacher Bewirtschaft bei niedriger Baukosten bieten müssen. Das mittlerweile übliche gewordene Konzept der H-Anlage mit zentralem Melkhaus und klaren Strukturen. Das Einsparpotential bei den Kosten läge vor allem in der Flexibilität bei der Bauausführung, z.B. von Fundamenten, Dachkonstruktion usw.
- Der Tierwohlcheck des IFN Schönow zusammen mit dem RBB. Ursprünglich als Haltungscheck benannt wurde dieser zwischenzeitlich in Tierwohlcheck unbenannnt um die gesellschaftliche Diskussion aufzugreifen und bereits Antworten bieten zu können. Ziel ist eine Schwachstellenanlyse für die Haltung über das Verhalten der Kühe beim Liegen, Laufen, Fressen, dann Sauberkeit, ggf. Druckstellen und ähnliche Parameter.
Erinnerte mich etwas an das Arlagarden Plus, bloß halt ein viel professionellerer und ganzheitlicher Ansatz.
- Aktuelle Entwicklungen im Zuchtprogramm vom RBB bzw. NOG. Die Anzahl der jährlich zum Besamungseinsatz angekaufter Bullen stabilisiert sich langsam, nachdem mit der genomisches Zuchtwertschätzung die Anzahl seit 2009 um über 70 % gesunken ist. Für den Nutzungsdauerzuchtwert (RZN) wurde ein neues Berechnungsmodell eingeführt, das auf "Überlebensraten" der Kühe basiert und da hätte man viel früher verlässliche Werte weil der erste Punkt schon 50 Tage nach der ersten Kalbung als Jungkuh liegt, ob bis dahin vereinfacht gesagt 95, 97 oder 98 % der Kühe überlebt haben. Natürlich wird es nach hinten raus mit den weiteren Punkten sicherer.
- Über die Einführung eines Zuchtwertes für Dermatitis digitalis, der an der Universität Halle entwickelt wurde. Bisschen augenzwinkernd, dass man doch nicht das landläufige "Mortellaro" sagen solle, weil Prof. Mortellaro es nicht so gerne hört, dass sein Name als Synonym für eine Krankheit benutzt werde. Daher Mortellaro'sche Krankheit oder das lateinische Dermatitis digitalis, wobei das "DD" als Kürzel doch schon sehr geläufig ist.
Bei dem Monitoring das als Datengrundlage dient waren unsere Pinnower Kühe damals beteiligt (siehe Post vom 28.10.2015). Insgesamt kamen dabei 2.500 Kühe raus, die dreimal bewertet wurden und genotypisiert waren. Mit deren Daten wurde eine genomweite Assoziationsstudie durchgeführt um Genorte mit Einfluss zu finden. Und dass ist dann sogar so gut gelungen, dass daraus ein Zuchtwert entwickelt wurde, der die Validierungen an anderen Daten bestanden hat und zur Sicherheit nochmal um 2.500 Kühe als Grundlage erweitert wurde. Zur Zuchtwertschätzung im August oder Dezember kann dann der Dermatitis digitalis-Zuchtwert berechnet werden. Dass innerhalb von paar Jahren sowas entwickelt werden konnte und es jetzt die Möglichkeit gibt an kleinen Bullenkälber schon die DD-unanfälligen Vererber rauszufinden. Da fühle ich mich in meinem Verständnis als Züchter mit der Aufgabe Daten für das Testherdenprogramm zu erfassen mehr als bestätigt!
Benjamin
Sonntag, 27. Mai 2018
Baufortschritt Treibweg
Benjamin
Samstag, 26. Mai 2018
Blick von oben
Der wurde damals für den Besamungsversuch mit Frischsperma im Stall aufgehängt, um Umweltdaten in den Auswertungen berücksichtigen zu können.
Nach kurzer Beratung über den Schreibtisch hinweg waren wir der Meinung, dass der letztes Jahr abgenommen und ausgewertet wurde, weil wir uns ganz genau an das Ergebnis erinnern konnten: 6 Monate im Jahr Hitzestress weil der Stall so niedrig und eng ist und daher einen schlechten Luftaustausch hat.
Der Datenlogger wäre aber gegen einen anderen ausgetauscht worden.
Wo der genau angebracht war wusste ich, schließlich hatte ich den Platz dafür ausgesucht. Habe gleich nachgeschaut und der hing tatsächlich noch und es stand sogar Universität Berlin drauf. Schicken den jetzt zurück für die weiteren Auswertungen.
Und wenn man schon mal da oben auf den Nackenrohren rum steigt habe ich ein Foto von der Aussicht gemacht, weil ein nicht so üblicher Blickwinkel:
Der Datenlogger war an das Rohr angebracht, durch das das Anschlusskabel für die Kuhbürste verläuft: Zentral im Stall gelegen, man kommt einigermaßen dran, aber die Kühe nicht. Alles etwas staubig, weil die Kühe da nicht "saubermachen" können:
Benjamin
Freitag, 25. Mai 2018
Mais Webcam - Teil 3
- zur Übersicht der Mais-Webcam -> hier -
Bei den heißen Temperaturen wächst der Mais nun rasch.
Habe extra das Foto morgens gemacht, weil in dem Alter leuchten die Pflänzchen dann so schön in der Morgensonne.
5 Blätter, ca. 25 cm Wuchshöhe.
25.05., 07:44
Benjamin
Donnerstag, 24. Mai 2018
4. Baustelle
Der Stall wird schräg hinter dem Melkhaus gebaut mit einem Laufhof (links) daneben. Die Küh laufen dann am anderen Endes des Quergangs ins Melkhaus.
Ein Anblick auf den ich schon seit vier Jahren warte und jetzt konnte endlich angefangen werden:
Mein Kommentar zum aktuellen Baufortschritt: Im Westen wären sie froh über eine so große Baugrube und das ganze Dorf würde Schlange stehen, um seine Altlasten unter dem neuen Stall loszuwerden.
Benjamin
Dienstag, 22. Mai 2018
Neumühle 2/2018 - Teil 2
Für den Versuchsbetrieb sind sie dort mittlerweile mit dem SmartCalf-System von Förster (vergl. Post vom 23.11.2016) ausgerüstet.
Die Activity Box mit den Kraftmesssensoren am Tränkenuckel haben sie nicht, aber die Smart Water Station zum individuellem Abtränken nach der Pansenentwicklung, zu erkennen an der schwarzen Antennenverkleidung neben dem Tränkebecken:
Und das Smart Neckband zur Aktivitätsmessung bei den Kälbern, wo unter den transparenten Verkleidung die rote Lampe sitzt zur Anzeige auffälliger Kälber. Wobei das Foto so schief ist weil es bei ihr sehr mühsam war mit der rechten Hand abzulenken und mit der linken zu fotografieren:
Benjamin
Montag, 21. Mai 2018
Neumühle 2/2018 - Teil 1
Sitzen wir sonntags früh um halb sechs vor dem Computer am Herde. Hatten ein Kreuzungskuh aus Holstein und Glanrind zur Mutterkuh umdeklariert, war aber weiter bei den Milchkühen in der Liste. Da die aber eine Milchleistungsprüfung mitgemacht hatte wollten wir das Ergebnis weglöschen, das geht aber nicht. Und meine Idee hat geklappt, nur die offiziellen Milchkühe anzeigen zu lassen per Filter. Das waren dann genau 140, davon 127 Melkende mit am Samstag einem Durchschnittsgemelk von 38,3 kg,. "Es läuft gerade so richtig!" "Bei uns stehen da fast 10; nein genau 9 kg weniger."
Die 38,3 kg sind wohlgemerkt bei zweimaligem Melken und im Versuchsbetrieb, mit den häufigen Umstellungen für die Kühe. Grob überschlagen wäre das aufs Jahr hochgerechnet über 12.000 kg.
Zum Melken musste ich eine Overall drüber ziehen und Stiefelüberzieher, auch wenn ich extra meine Auswärtsklamotten anhatte, die immer extra frisch gewaschen sind. Aber bei der Biosicherheit bin ich vorne dabei; ich kann ja nicht nur daheim über die schimpfen, die für Milchkühe, Mutterkühe und Jungvieh nur ein einziges Paar Gummistiefel haben.
Das neue Dach für die Kälberiglus ist in Betrieb mit den ersten beiden Kälbern, die älteren stehen noch neben dem Melkhaus:
Und für den Melkstand gibt es jetzt eine Kuhdusche mit Sprinklern über den Melkplätzen, dass die Kühe bei der Sommerhitze während des Melkens gekühlt werden können. Dazu noch vor der Eingängen um mit einem Wasserschleier eine Barriere für Fliegen zu bilden, dass die im Stall bleiben. Damit hätte das LVFZ in Achselschwang gute Erfahrungen gesammelt; die Versuchsbetriebe tauschen sich halt untereinander aus:
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Samstag, 19. Mai 2018
Baubeginn Güllepott
1. Am neuen Kälberstall wird aktuell weniger gebaut; der Stromanschluss wurde neu verkabelt und an der Güllesammelgrube wird gearbeitet.
2. Am Treibweg wird eifrig gebaut, der Güllekanal ist fast fertig gemauert.
3. Und die Gülle muss ja auch irgendwo hin. Seit diesem Jahr ist eine Mindestlagerkapazität von 9 statt bisher 6 Monaten gesetzlich vorgeschrieben. Das hat zwar genau wie die Sperrfristen zur Ausbringung von Wirtschaftsdüngern keine wissenschaftlich begründbare Grundlage, aber ist halt Gesetz. Daher wird ein neuer Güllebehälter hinter dem aktuell noch „neuen Kälberstall“ bzw. künftig „altem Kälberstall“ gebaut. Die vorbereitenden Erdarbeiten:
Zu Baustelle Nr. 4 gibt es was die nächsten Tage.
Benjamin
Freitag, 18. Mai 2018
100.000 Liter - Teil 4
Viel Platz ist jetzt auf der Fensterbank nicht mehr.
Auf der Urkunde steht noch die Adresse der alten Verwaltung drauf (die mit dem untoten Telefonanschluss), darunter sind wir beim LKV immer noch geführt, auch wenn die Post zur richtigen Adresse geschickt wird. Aber da das auch als auf die Rinderpässe aufgedruckt wird und mit der HIT-Datenbank und staatliche Veterinärverwaltung usf. habe ich das nicht abändern lassen, bevor da noch wegen möglichen Formfehlern ein riesen Fass aufgemacht wird.
Jetzt ist alles komplett und für den 5. Teil habe ich mir schon Gedanken gemacht.
Also: Fortsetzung folgt!
Benjamin
Donnerstag, 17. Mai 2018
Mais Webcam - Teil 2
- zur Übersicht der Mais-Webcam -> hier -
Der Mais ist zwischenzeitlich gesät, aufgelaufen und jetzt so groß, dass man ihn auf dem Foto auch sehen kann.
3 Blätter, 10 - 15 cm Wuchshöhe.
16.05., 16:21
Benjamin
Mittwoch, 16. Mai 2018
Neuer Treibweg
Der kommt jetzt nachträglich zum Bau des Melkhauses vor drei Jahren, weil der damals aus falscher Sparsamkeit weggelassen wurde. Aus Gruppenzwang hatte ich da zugestimmt, wollte ja nicht als Kostentreiber dastehen... Mittlerweile sind wir aber doch reicher an Erfahrungen.
Unten auf dem Foto ist rechts der Treibgang vom alten Stall her kommend zu sehen, wo es dann im Stall durch den Laufgang links entlang zur Futtertischbrücke am Stallende geht und dann Richtung Melkhaus. Der gravierende Nachteil dabei ist, dass die Gruppe in diesem Bereich den Gang hergeben muss und damit zweimal drei Stunden am Tag während den Melkzeiten zwar ihre vollen Fressplätze hat aber bei den Liegeboxen dann 150 % Belegung. Und das taugt gar nix!
Ergänzung: Da ich gefragt wurde, wie die Kühe da genau laufen müssen noch mal zur Verdeutlichung eine schematische Skizze von Stallgrundriss, der rot Pfeil ist der aktuelle Weg, der grüne der künftige:
Daher nun der neue Treibweg, sodass die Kühe nur noch am Stallende quer durchlaufen.
Das Foto ist von letzter Woche, wie der Boden vom Güllekanal darunter betoniert war, gestern wurden dann die Paletten mit den Steinen für die Wände runtergehoben:
Benjamin
Dienstag, 15. Mai 2018
Nach Wöbbelin - Teil 3
Neu ist das Thema für uns keineswegs, denn wir füttern unsere Kühe und Kälber seit anderthalb Jahren schon GVO-frei. Weil für Arla ist es wichtiger die Produktion mit privatrechtlichen Auflagen zu verkomplizieren als einen guten Milchpreis zu erwirtschaften.
Dazu zählt in der Umsetzung dann vor allem der (teilweise) Verzicht auf Sojaextraktionsschrot, der meistens von gentechnisch veränderten Sojabohnen stammt; in vielen Ländern herrscht halt der gesunde Menschenverstand vor und nicht die German Angst...
Bloß ist Sojaextraktionsschrot in der Milchviehfütterung die "Traumkombination" aus Energie und Eiweiß und bei allen Alternativen müssen dabei Kompromisse eingegangen werden. Was mir bisher nicht so bewusst war, dass Soja auch relativ viel Kalium enthält und sich daher günstig auf die Mineralstoffversorgung (DCAB - Dairy Cation Anion Bilance) auswirkt.
Es wurde über verschiedene landläufig nicht so bekannte Futtermittel diskutiert, wobei ForFamers da als niederländische Firma schon fast klischeehaft ein Schwerpunkt aufNebenprodukte aus der Agrarindustrie hat:
- Mais-DDGS. Trockenschlempe aus der Bioenthanolprodultion aus Mais. Vergleichbar mit Protigrain, bloß auf Maisbasis statts Weizen und Roggen. Das kannte ich aus Idaho, wo das ein in großen Mengen verfügbares Eiweißfuttermittel ist, denn die US-Amerikaner verarbeiten zig Millionen Tonnen Mais zu Ethanol für ihre durstigen Pickups.
- Maisnachmehl. Der Rest von der Maisstärkeproduktion, der Mehlkörper ist entfernt und es sind vor allem die eiweißreichen Schalen und der energiereiche Keimling (vergleiche Maiskeimöl!) enthalten.
- Zuckerrübenvinasse. Vergorene Zuckerrübenmelasse, in der dann kein Zucker mehr drin ist sondern das Eiweiß und die Mineralien aufkonzentriert. Da ist dann viel Kalium enthalten.
Zum Schluss gab es noch einen Erfahrungsaustausch über den Sojaanbau und die Verfütterung von unextrahierten Sojabohnen in der Prignitz, wo einige Betriebe schon sehr gute Erfahrungen damit gesammelt haben.
Benjamin
Freitag, 11. Mai 2018
100.000 Liter - Teil 3
Die Liste auf der Internetseite des Brandenburger Landeskontrollverbands mit den neusten 100.000 Liter-Kühen. Schön darunter den eigenen Betriebsnamen mal zu lesen. Tina ist die 32. in diesem Jahr in Brandenburg und Neunhundertirgendwas überhaupt.
Die Liste liest sich fast schon wie eine Linksliste für den Kuhblog.
- Mit der PBK Schönhagen habe ich viel zu tun, ist der Geschäftsführer schließlich ein Studienkollege von mir (Siehe Posts: 1, 2, 3, 4, 5)
- Die AG Lichtenberg sorgt dafür, dass Frankfurt seit Ewigkeiten der Landkreis mit der höchsten Durchschnittsleistung ist.
- Bei der Lübbincher Milch & Mast war ich mal vor 9 Jahren gewesen, der erste Betrieb mit mehr als 1.000 Kühen den ich überhaupt gesehen habe.
- Paries ist der Betrieb mit der höchsten Leistung in Brandenburg.
- Bei der Produktivgenossenschaft Kranepuhl war ich mal auf Exkursion (siehe Post vom 26.06.2014)
- AG Karstädt sind unsere Nachbarn (siehe Posts: 1, 2, 3)
- Von der Fürstenwalder AP kenne ich den Geschäftsführer.
- Agrarprodukte Dedelow ist der wohl bekannteste Betrieb in Brandenburg (siehe Posts 1, 2, 3, 4, 5).
- Wessels ist der beste Biobetrieb in Brandenburg, war ich bei der Testherdentagung vor zwei Jahren (siehe Post vom 15.06.2016)
- Die AG Uckro hat seit vielen Jahren die höchste Lebensleistung in Brandenburg.
Am Montag gab es Tinas Urkunde vom Zuchtverband. Mit Eichenlaub und rot-weißem Band.
So steht jetzt der Pokal von Bosse (siehe Post vom 02.07.2017) nicht mehr so alleine auf der Fensterbank meines Büros:
Benjamin
Donnerstag, 10. Mai 2018
Nach Wöbbelin - Teil 2
Auf der Anlage sind neben den Milchviehställen und der Biogasanlage auch die Sonderkulturen.
Erdbeeren im Folientunnel. Die Kamera hatte da Probleme mit der Reflektion der Folie:
Der größte Teil sind aber die Gewächshäuser zum Anbau von Tomaten, Salatgurken und Snackpaprika. Sehr interessant, wenn man normalerweise gar nichts mit modernem Gartenbau zu tun hat.
Beheizt wird das Gewächshaus mit der Wärme der Biogasanlage; ein 1.000 m³-Warmwasserspeicher ist dazwischengeschaltet um Lastspitzen abzupuffern und weniger zuheizen zu müssen. Hier sieht man auch die Arbeitsbühnen, denn die Tomaten werden doch recht hoch:
Die Tomatenpflanzen wachsen auf Steinwolle (in den weißen Kisten) und wachsen an Schnüren nach oben. Die Pflege ist vergleichbar mit dem Weinbau: Anbinden, Blüten schneiden, Geiztriebe entfernen.
Der Ertrag liegt bei 40 - 45 kg/m² und Jahr, die berüchtigten Wassertomaten kommen auf 70 kg.
Bestäubt wird mit Hummeln, die aber gefüttert werden müssen, denn Tomatenblüten haben keinen Nektar.
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Mittwoch, 9. Mai 2018
Rapsblüte 2018
Am weitesten fortgeschritten und mittlerweile schon am Abblühen ist dieser Acker bei Pröttlin; vor dreieinhalb Wochen waren die Pflanzen erst gut einen halben Meter hoch:
Benjamin
Dienstag, 8. Mai 2018
Weideauftrieb 2018
Wie jedes Jahr mache ich Fotos davon wie die Kühe glücklich umherspringen, wenn sie das erste Mal im Jahr draußen sind. Diesmal marschierten sie aber zügig über den ausgetrockneten See - glaubt man gar nicht nach 1000 mm Niederschlag letztes Jahr - und fingen gleich an zu grasen:
Benjamin
Montag, 30. April 2018
Neumühle 1/2018
Wichtigste Neuerung: Die Kälberiglus stehen vorübergehend in einer anderen Ecke des Hofes, da am eigentlichen Stellplatz ein Dach errichtet wird. Wobei die Meister die Ausrichtung bemängeln, denn die offene Seite ist Richtung Westen, die einzige Richtung aus der die Sonne direkt einfällt.
Im Eingangsbereich des Melkstands hängt wieder die Übersicht des LKVs zum Jahresabschluss 2016/17 aus. Knapp 11.000 kg Jahresleistung und 802 Fett-Eiweiß-Kilo. Fast 2.000 kg mehr als zu meinen Studienzeiten. Und der immer als Vergleich angegebene Durchschnitt für RLP/SL ist deutlich schlechter als der in Brandenburg.
Zuwachs für Braunies Familie gab es endlich auch mal wieder: Ihre Enkelin Mai (2.) hatte zwar als zweites Kalb ein Bullenkalb, dafür ihre Schwester Leonie (2.) ein Kuhkalb. Nr. 1789, vorfläufiger Projektname „Bale“ (Balu + Leonie). Sie wurde schon zwei Tage nach meinem letzten Besuch am 26. Dezember geboren. Ein Foto habe ich von ihr nicht, da die anderen Kälber im Kälberstall im Weg standen, aber sie ist wie Braunie von schwarzer Grundfarbe mit einer kleinen Blesse.
Leonie (2.), jetzt als Kuh:
Benjamin
Samstag, 28. April 2018
10-jähriges Melkerjubiläum
Der damalige Melkstand waren auf der einen Seite fünf Plätze Fischgräte und auf der anderen drei Plätze Autotandem; ein Melkstandtyp der aufgrund des hohen Platzbedarfs und den weiten Wegen mittlerweile total aus der Mode gekommen ist aber rückblickend zum Melkenlernen ideal: Die gesamte Kuh im Blick, viel Platz darunter und eine nach der anderen, dass man den Verkehr nicht so sehr aufhält.
Wurden 75 Kühe gemolken inklusive Holen aus dem Stall als von einem Meister und einem Lehrling und zur wöchentlichen Milchleistungsprüfung im Versuchswesen noch ein Doktorand dazu.
Das Foto ist am 30.05.2008 aufgenommen; Benjamin beim Melken im alten Neumühler Kuhstall, den es schon lange nicht mehr gibt:
Benjamin
Mittwoch, 25. April 2018
Nach Wöbbelin - Teil 1
Vor zwei Wochen war ich mit einem meiner Kollegen auf der Exkursion unseres Besamunsgvereins zum Hof Denissen in Wöbbelin.
Mit dem Autobahnanschluss am Pinnower Kuhstall sind es nur 20 Minuten Fahrt.
Der Betrieb ist sehr bekannt, für seine extreme Diversifizierung in viele Betriebszweige und vor allem den Spargelanbau, wo jedes Jahr Minister Backhaus die Spargelsaison für Mecklenburg-Vorpormmern eröffnet.
Eine Aufzählung der Betriebszweige: Milchviehhaltung mit Nachzucht; Futter- und Ackerbau inkl. Kartoffeln; Spargel; Erdbeeren; Biogasanlage, Gewächshaus mit Tomaten, Gurken und Paprika; Eisproduktion mit Eiscafes in Ludwigslust und Neustadt; Hofladen mit Milchtankstelle; Restaurant und das was ich vergessen habe...
Kurzum: Die Milchproduktion dort auf einem sehr hohen Niveau (Spitzengruppe im Landkreis Ludwigslust-Parchim) war für uns natürlich das Interessanteste, ist aber im Betrieb nur einer von vielen Zweigen.
Besonderheit ist das Einkreuzen von Braunvieh. Alle vier Jahre werden 600 Portionen Sperma von Braunviehbullen eingesetzt, sodass ein Teil der Kühe Kreuzungen sind und das über die Generationen wieder abnimmt. Würde mal schätzen dass der Blutanteil Braunvieh im Durchschnitt um die 10 % in der Herde liegt.
Im Kuhstall: Die Kühe alle sehr sauber und von der Größe und Kondition sehr homogen. Da haben die Besamer halt einen geübten Blick dafür, wenn Kühe zu groß sind:
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Dienstag, 24. April 2018
Aktueller Baufortschritt - Teil 3
Die Rückseiten der Buchten bekommen jetzt auch richtige Wände, dass die Kälber nicht zu den alten Türen rauslaufen:
Benjamin
Sonntag, 22. April 2018
Auf Drenchlehrgang
Das Drenchen kann man als eine Art Magensonde für Kühe beschreiben die in den Pansen gelegt wird, um bei gestörter Pansentätigkeit bzw. allgemein Verdauungsproblemen korrigierend eingreifen zu können mit Hefe, Propylenglykol, Zucker und vor allem größeren Mengen Wassers.
Ich lief den Tag über bei der Herdenleiterin mit zur Frischabkalberkontrolle und den Kuhbehandlungen und es wurden auch zwei Kühe gedrencht. Das mache ich in Pinnow zwar auch öfters, aber dort geht es viel leichter: Von dem Abkalbestall war ich schon beim Besuch im Januar begeistert gewesen von der arbeitsfreundlichen Auslegung. Es gibt auch in jeder Box einen Anschluss für warmes Wasser, sodass die Kuh nach Drenchen der ersten 5 l mit den Mitteln per Handpumpe einfach daran angeschlossen und "aufgefüllt" wird. Wenn es so leicht geht wird halt eher mal eine Kuh vorsichtshalber gedrencht bevor die Verdauungsstörung schlimmer wird.
Nach Gabi (siehe Post vom 07.03.2018) haben sie auch gefragt, von der hatte ich damals erzählt, wo es drum ging wie groß Erstkalbskühe werden können.
Benjamin
Samstag, 21. April 2018
Mais Webcam - Teil 1
Nachdem über Winter der Acker als Winterkoppel für die Düdower Mutterkuhherde diente ist diese nun auf die gegenüberliegende Wiese gewechselt und die Vorbereitungen für die anstehende Maisaussaat haben begonnen.
Da der Acker an meiner Stammstrecke zwischen Pinnow und Boberow liegt hatte ich mal wieder Glück und konnte Fotos vom Gewimmel bei der Düngung machen. Der Mais braucht auch Nährstoffe, dass im Herbst gute und nahrhafte Maissilage rauskommt.
Auf der hinteren Hälfte war Agrartechnik Smetek mit dem Einscheiben von Gülle zugange und auf der vorderen Hälfte meine Kollegen beim Miststreuen.
Auf dem Foto ist links das gelbe Fass vom Holmer TerraVariant zu erkennen, der auf den folgenden Fotos nicht drauf ist. Links außerhalb des Blickwinkels stand ein Case-IH 1455 XL als Güllezubringer und rechts der Claas Scorpion 9055 am zwischengelagerten Misthaufen; 20.04., 17:37:
Nochmal in groß: Claas Xerion 3300 Saddle Trac mit Kaweco-Gülleauflieger und Amazone Catros sowie John Deere 6150M mit Fortschritt T088:
Claas Arion 640 CIS mit dem Mietstreuer (Hawe DST 20?) und Claas Arion 630 CIS mit Lemken Rubin 9/600 KUA beim Einarbeiten:
Benjamin
Donnerstag, 19. April 2018
Besuch aus Irland
Zudem bekam ich wirklich sehr spontan Besuch von Bekanntschaft aus Irland. "Hast Du mal Zeit?" Ich sage immer lapidar zwei Stunden Vorwarnzeit wären schön aber es geht auch mit weniger, man muss halt Prioritäten setzen.
Wurde eine Führung über die Milchviehanlage in Pinnow gemacht, unter Bauern dauert es dann etwas länger, vor allem weil sich die Produktionssysteme so sehr unterscheiden, da prallten zwei Welten aufeinander: 10-Monate-Weidehaltung gegen 11-Monate-Stallhaltung, grasbasiert gegen maisbasiert, saisonale gegen ganzjährige Abkalbung, Jersey-Einkreuzungen gegen reinrassige Holstein.
Der Keenan-Mischwagen machte natürlich einen guten Eindruck, wo ich gleich ergänzte, dass wir drei Stück davon haben (noch der Boberower und den in Reserve).
Im großen Stall, wo man gleicher Meinung war wie über das Scheren der Schwänze und auch verschiedener; für mich sind die Kühe definitiv nicht sauber, gerade die zwei schmutzigsten Gruppen von allen. Liegt aber am Blickwinkel, wo in Irland momentan nach einem extrem schneereichen Winter und verzögertem Vegetationsbeginn alles im Schlamm zu versinken scheint. Hier hatten wir es über die Zusammensetzung der TMR:
Benjamin







































