Samstag, 17. Januar 2015

Aktueller Baufortschritt

- zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier - 

Im neuen Melkzentrum in Pinnow wurde jetzt die Bewehrung im Vorwarte- und Nachwartebereich ausgelegt. Auf den beiden Pfostenreihen werden dann die Schienen für den Kuhtreiber montiert. Links davon kommt der Gang zurück in den Stall und die Fressgitterreihen, wo die Kühe für Besamungen, Trächtigkeitsuntersuchung usw. eingefangen werden:

Benjamin


Donnerstag, 15. Januar 2015

Alis' Geburtstag

Ja, das ist schon ein Jahr her, dass ich Alis als erstes Kalb im Auftrag von Fabienne benannt habe. (Siehe Posts vom 15. und 18.01.2014).
Ein Jahr weiter ist sie ein gutes Stück größer und nicht mehr ganz so fotogen wie zu Kälbertagen:

Benjamin





Mittwoch, 14. Januar 2015

700 FEK geknackt

Die offiziellen Zahlen für die Milchleistungsprüfung bekomme ich erst mit den Prüfberichten, vorher mache ich mir immer nur Hochrechnungen.
Jedenfalls wurden im gleitenden 12-Monats-Schnitt für Dezember in der MLP die magischen 700 FEK (Fett-Eiweiß-Kilo) pro Kuh und Jahr erreicht.

Die Entwicklung des gleitenden 12-Monats-Schnitts über die letzten Milchleistungsprüfungen, wo immer die letzten 11 eingerechnet werden, da im Juli als keine stattfindet:

Prüfung  12-Monats-Schnitt  Milch-kg  Fett-%  Fett-kg  Eiweiß-% Eiweiß-kg  FEK
06/2014  08/2013 - 06/2014   9.060      3,91      354        3,51          318       672
08/2014  09/2013 - 08/2014   9.081      3,96      360        3,52          320       680
09/2014  10/2013 - 09/2014   9.066      3,98      361        3,53          320       681
10/2014  11/2013 - 10/2014   9.086      4,02       365        3,52         320       685
11/2014  12/2013 - 11/2014   9.139       4,04      369        3,52          322       691
12/2014  01/2014 - 12/2014   9.288      4,05       374       3,53          326       700

Benjamin

Parallelwelten

Die Kühe stehen zwar alle absolut anwesend im Stall, aber in der Verwaltung und Dokumentation können sich da ungeahnte Parallelwelten auftuen.
Heute war die zuständige Milchleistungsinspektorin des Landeskontrollverbandes für die Fehlerkorrektur da, die alle paar Monate gemacht wird. Normal geht das ganz schnell, Fehler sind sehr selten und meist durch die Ummeldung zwischen den einzelnen Milchviehanlagen bedingt. 
Dieses Mal war es aber ein großer Batzen: Bei 21 Kühen fehlten sämtliche Ergebnisse. Grund dafür: Montags machten sie in Garlin die Milchleistungsprüfung mit, wurden Dienstags für Boberow ausgewählt und Mittwochs hin gebracht, mitten in die Milchleistungsprüfung hier; und donnerstags umgemeldet. Freitags beim LKV die ganzen Daten berechnet und für diese Kühe waren für Boberow keine vorhanden.
Aber auf dem Computer sind sie ungeachtet der Betriebszugehörigkeit angekommen und so wurden diese abgeschrieben für die Korrekturformulare des offiziellen Prüfberichts.
Man merke sich für die Zukunft: Niemals Kühe zwischen den Standorten umsortieren bevor alle mit der jeweiligen Milchleistungsprüfung durch sind.
Und die 21. Kuh war niemals in Boberow gewesen und wurde wahrscheinlich fälschlicherweise vom Rinderzuchtverband umgemeldet - warum auch immer - und ist daher nur im Prüfbericht nicht in Pinnow, physisch und ihre Daten schon.

Benjamin

Dienstag, 13. Januar 2015

Vergessener Sieg

Wo ich vorletzte Woche das vergangene Jahr ausgewertet habe kam mir der Gedanke, dass bei diesem ordentlichen Leistungsanstieg doch vielleicht noch mehr Milchleistungsprüfungen im internen Vergleich "gewonnen" worden waren. Schließlich bin ich der Einzige, den das interssiert und Zugang zu den Daten hat. Bloß hatte ich es einfach vergessen, die einzelnen Monatsergebnisse zu berechnen. Und siehe da, im August war Boberow zum dritten Mal besser gewesen, wenn auch nur um ein viertel kg:

Benjamin




Donnerstag, 8. Januar 2015

Milchrindtag

Gestern war ich auf dem Tag des Milchrindhalters des Landeskontrollverband Berlin-Brandenburg und der Rinderproduktion Berlin-Brandenburg. Gab es die aktuellesten Entwicklungen aus der Milchleistungsprüfung und der Zucht, wo ich fast alle der neuen tollen Bullen kannte, weil etliche davon schon in Boberow im Einsatz sind.
Zum Hauptthema - Nutzungsdauer und Lebensleistung - gab es die verschiedensten Statistiken und vom vit (Vereinigte Informationssyteme Tierhaltung) einige schöne Berechnungen damit. Wofür man jeden Monat die Milchleistungsprüfung macht sieht man an den Erkenntnissen, die aus diesen Daten gezogen werden können. Dass die Kühe immer langlebiger werden und die abgegangenen Kühe eines Jahres bisher immer rund 500 kg mehr Lebensleistung gepackt haben als die eines davor. Und da man den Nutzungsdauerzuchtwert der Väter aller lebenden und bis Mitte diesen Jahres geborenen Kühe bzw. Färsen kennt kann man dann damit die zukünftige Entwicklung der Lebensleistung abschätzen. Die Prognose sind dann deutschlandweit 30.000 kg für das Jahr 2020, wo ich mir dieses Ziel für 2019 gesetzt habe, 2018 halte ich für etwas knapp.
Zum Schluss wurde als herausragendes Beispiel der Öffentlichkeitsarbeit eine Vorabpremiere des sehr toll gemachter Imagefilms von der Glücksburg Agrar e.G. aus Dixförda gezeigt, der erst nächste Woche offiziell auf der Grünen Woche vorgestellt wird. Übrigens ein Betrieb, der in Sachsen-Anhalt liegt und trotzdem zum Brandenburger Rinderzuchtverband gehört, wie bei uns in der brandenburger Prignitz manche zum Mecklenburger.

Benjamin

Montag, 5. Januar 2015

60 Trächtigkeiten am Tag

Nach der Milchleistung läuft es gerade in Sachen Fruchtbarkeit recht gut: Heute wurden bei den Trächtigkeitsuntersuchungen auf der großen der Milchviehanlagen und bei den Färsen zusammen genau 60 Trächtigkeiten festgestellt - an einem einzigen Tag! Wenn jetzt am Dienstag und Freitag noch die beiden anderen Milchviehanlagen anstehen dürften es insgesamt 95 trächtige Kühe und Färsen werden. Dann innerhalb einer Woche, wenn es auch die Untersuchungen für alle Besamungen sind die in einem Zeitraum von zweieinhalb bis drei Wochen gemacht wurden. Aber es liegt weit über dem üblichen Durchschnitt und damals im November müssen die Bedingungen einfach gepasst haben.

Benjamin

Aktuelles von Gisela

Gisela kam in der Woche vor Weihnachten in den Besamungsstall.
Heute bei der Trächtigkeitsuntersuchung, wo sie nicht an der Reihe war, zeigte sie sich brünstig: Hat sich selbstständig aus dem Fanggitter befreit und war mal wieder sehr zutraulich. Darauf schob ich auch ihr ganzes Verhalten, die übliche Anhänglichkeit halt. Aber sie lief derart aufgeregt umher und brüllte, dass es doch nicht zu übersehen war. Für morgen habe ich sie zur Besamung vorgemerkt.
Und sie lässt sich sehr leicht ins Fressgitter locken und festmachen, wirklich vorbildlich:

Benjamin



2015er Jahrgang

Jetzt bin ich endlich im Jahr 2015 angekommen: Habe heute die ersten Ohrmarken mit 15 beschriftet. In Sachen Ohrmarken für die Kälber gibt es zwischen den Milchviehanlagen Garlin und Boberow große Unterschiede. Erstmal die Zuständigkeit, in Garlin ist die Markierung der Kälber "Ingenieursaufgabe", das Nachziehen von verlorenen Ohrmarken bei den Kühe nicht, in Boberow ist das genau umgekehrt. In Boberow haben die Kuh- und Bullenkälber unterschiedliche Ohrmarkenserien, aktuell bei den weiblichen hinten auf "58 3xx" endend, bei den männlichen "75 0xx"; in Garlin dagegen kriegen alle die gleiche Serie "72 9xx". Zur Unterscheidung sind es Ohrmarken mit einem Feld zur individuellen Beschriftung, wo bei den Kuhkälbern der Name des Vaters draufgeschrieben wird und bei den Bullenkälbern das Geburtsdatum. Dies ist jetzt 01.15 für Januar 2015, die 04 dahinter steht für Garlin, was die Endziffern der Betriebsnummer nach der Viehverkehrsordnung sind:

Benjamin

Samstag, 3. Januar 2015

Planübererfüllung

Die Erfüllung des Plans wird leichter, wenn dieser stümperhaft ausgearbeitet wurde.
Neben der Milchleistungprüfung für die individuelle Leistung jeder Kuh ist der wichtigere Parameter die verkaufte Milch. Dafür hatte ich Anfang 2014 die alte Tafel "Staatliches Aufkommen Milch" mit den Spalten "Plan" und "Ist" reaktiviert. Und bei der Festsetzung des Plans einen groben Fehler gemacht: Liter mit kg gleichgesetzt. Normalerweise wird die Milch immer in kg gerechnet, bloß beim Milchauto geht es nach Litern. Dafür hat die Molkerei die fixe Dichte von 1.020g/l als Umrechnungsfaktor und den hab ich glatt vergessen.
Von rund 8.000 l pro Kuh im Jahr 2013 ausgehend nahm ich für den Plan 2014 8.500 kg, mehr erschien mir zu übetrieben; bloß schrieb ich immer die Liter auf und das war sehr häufig unter Plan.
Am Ende des Jahres dann doch auf kg umgerechnet war es über Plan:

Jahr                          2013    2014      Differenz
l/Kuh                        8.078   8.369      + 291 l
kg/Kuh                     8.240   8.536      + 296 kg
Fett-%                        3,95     4,09      + 0,14 %
Eiweiß-%                   3,50      3,51     + 0,01 %
kg fettkorrigiert         8.137   8.728      + 591 kg
kg energiekorrigiert  8.245   8.688      + 443 kg
F+E-kg                        614      649       +   35 kg

Der Plan für 2015 beträgt nun 8.750 kg.

Benjamin

Donnerstag, 1. Januar 2015

Neujahrsgrüße

Allen Lesern des Kuhblogs wünsche ich ein Gutes und Gesundes Neues Jahr 2015!

Benjamin



Mittwoch, 31. Dezember 2014

Braunies Enkelin

Heute früh war ich noch mal für dieses Jahr auf meinem "Stammbetrieb", der LVAV Hofgut Neumühle, um mit den dortigen Ingenieuren zu melken und den neusten Zuwachs in Braunies Familie zu begutachten.

Mehr als zwei Jahre nach Leuchte gab es endlich wieder ein Kuhkalb, und zwar von Mai, die am 9. November, einen Tag nach meinem letzten Besuch (siehe Post vom 13.11.14) kalbte. Einen Namen hat sie noch nicht, gehört ihrer Mutter nach zur Blutlinie "Ma", also vorläufig Ma-xy; Tochter von Mai, Urenkelin von Leoni, Enkelin von Braunie, Großnichte von Lara und Latte, Cousine 2. Grades von Leuchte. Mittlerweile 52 Tage alt und schon fleißig am Wiederkauen:

Benjamin

Montag, 29. Dezember 2014

Baufortschritt Melkstand

- zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier - 

Der neue Melkstand nimmt immer mehr Form an. Auf dem Foto ist der zukünftige Ansetzbereich zu sehen mit den Gruben für die Hubböden, einer für das Vormelken/Abputzen und einer zum Ansetzen der Melkzeuge. Dazwischen befindet sich einer der vier Antriebsmotoren für die Plattform. Die Standplätze sind schon mit Gummimatten ausgelegt und in den Tüten noch verpackt sind die "Kuh-Positionierer", die mittig auf die Plätze geschraubt werden, dass die Kühe nicht hackeneng stehen und zudem als Orientierung für den Dipproboter dienen.

Benjamin

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Einlagerung

Da am Feiertag nicht ganz so viel los ist habe ich endlich die Zeit gefunden, die Auszeichnungs-Plaketten für Milchleistung und -qualität von der Milchkammertür abzunehmen. Nach teilweise mehr als 15 Jahren waren die stark verwittert bis gar nicht mehr vorhanden. Frisch gewaschen sind die jetzt eingelagert um dann im Eingangsbereich des neuen Melkhauses aufgehängt zu werden:

Benjamin


Mittwoch, 24. Dezember 2014

Frohe Weihnachten!

...wünsche ich allen Lesern des Kuhblogs!

Bei frühlingshaften Temperaturen und nach 40 l Regen in der letzten Woche war aber heute nichts mit einem weihnachtlichen Kuhfoto. Also ganz normal:

Benjamin

Samstag, 20. Dezember 2014

Weiße Vorweihnachten

Bei herbstlichem Wetter mit teilweise zweistelligen Temperaturen die letzten Tage und sehr viel Regen gab es heute unerwartet Schnee. Der bleibt auch bei + 5 Grad liegen wenn genug auf einmal runterkommt. Nach vier Stunden war aber alles schon wieder weggeschmolzen:

Benjamin




Ausgrabungen

Archäologische Abenteuer hinterm Melkstand:
Wenn man einen Lehrling zugeteilt bekommen hat wäre ja mehr Arbeitskraft verfügbar und da könnten auch Sachen gemacht werden, die normalerweise zu kurz kommen wie äußerse Sauberkeit auf dem Hof usw. Habe das gestern uminterpretiert in Richtung Sachen machen, die man nur zu gerne vor sich hergeschoben hat. Und so ließ ich die "Materialschränke Klauenpflege" mal komplett ausräumen und saubermachen, nachdem ich mich diese Woche wieder über die Unordnung geärgert hatte. Heute wurde sortiert und morgen wieder eingeräumt; Tatsachen schaffen bevor das Wochenende rum ist.
Auf dem Foto sind davon so Dreiviertel zu sehen, bis auf die Dippmittelkanister unter dem Tisch und die Dunghacke rechts. Dabei waren auch einige Sachen von fast musealem Wert wie Werkzeugkästen mit russischer Aufschrift; was man so als Ersatzteilspender ansehen kann wie kaputte Milchsammelstücke und Euterbrausen oder Unmengen an Nasenringen, die noch von Zeiten künden wo in Boberow jährlich ganz sicher 50 Deckbullen aufgezogen wurden:

Benjamin


Mittwoch, 17. Dezember 2014

Belko

Heute Nacht wurde Belko geboren; die Besonderheit bei ihm ist, dass er das zweite Kalb der allerersten von mir im August 2013 nach der Kalbung benannten Jungkuh - 1054 Laura ist. Und den Namen für das nun anstehende Kalb durfte ihre "Taufpatin" aus meiner Vorauswahl der vit-Liste auswählen:

Benjamin


Montag, 15. Dezember 2014

Aktuelles von der Autobahn

Nach mehr als einem Jahr Bauzeit sieht man die künftige A14 in der Landschaft schon mehr als deutlich, nicht nur die Einschnitte und Aufschüttungen für die Trasse, sondern auch die Verlegung der B5 bei Karstädt und die ganzen Hochbauten. So wie die Brücke der künftigen Anschlusstelle Groß-Warnow bzw. wie ich dazu sage der "Abfahrt Kuhstall Pinnow", da keine zwei km entfernt:

Benjamin



Sonntag, 14. Dezember 2014

Nächster Jahrgang

Diese Woche wurden tragende Färsen samt zugehörigem Deckbullen für die Nachzügler von den Löcknitzwiesen in Bootz nach Boberow gebracht und für den Winter aufgestallt. Wegen dem milden Wetter im Herbst waren es jetzt ganze vier Wochen später als im letzten Jahr (siehe Post vom 18.11.13).
Sie sollen im Frühjahr kalben und werden dann mehr als die Hälfte der Jungkühe für den Jahrgang 2015 stellen.
Und hoffentlich wissen sie sich zu benehmen und ziehen nicht die Stopfen aus den frisch instandgesetzten Tränken raus.

Benjamin


Samstag, 13. Dezember 2014

Doch unterdurchschnittlich

Hatte ich im Post vom 02.10.14 ganz zuversichtlich geschrieben, dass die Boberow Kühe es im Kontrolljahr 2013/14 der Milchleistungsprüfung über den Brandenburger Durchschnitt packen würden. Dies war aber nicht der Fall, der Anstieg im Landesschnitt von 6 kg Fett+Eiweiß hatte ich nicht erwartet, waren es die letzten 4 Jahre als zwischen - 1 und 5 gewesen. Aber der gleitende 12-Monatsschnitt sah nach der November-Kontrolle schon deutlich besser aus:

                                Milch-kg   Fett %  Eiweiß %  kg Fett+Eiweiß
Brandenburg 13/14     9.277        3,98     3,37         682             + 6 kg        
Brandenburg 12/13     9.152        4,02     3,37         676
Boberow 13/14           9.089        3,97     3,52         681             + 12 kg
Boberow 12/13           9.001        3,92     3,51         669              
Boberow gleitend        9.139        4,04     3,52         691             + 24 kg  zu Dez 12 - Nov 13
Dez 13 - Nov 14

Benjamin

Freitag, 12. Dezember 2014

Letzte Pegeltour

Die Bewässerungssaison (siehe Post vom 28.05.2014) ist zwar schon seit September zu Ende aber danach müssen weiterhin monatlich die Pegelstände gemessen werden. Diese müssen wie die anderen Pegelstände im Saisonverlauf und die entnommenen Wassermengen bis Jahresende an die untere Wasserbehörde gemeldet werden. Da man nicht weiß, wann die Beamten schon ihr Jahr beenden bin ich nun die Dezemberrunde gefahren, um am Montag den ganzen Papierkram fertig zu haben.
Wie hier am Doppelpegel der Grundwassermessstelle Lanzer Weg, der bei 9,60 m stand. Bei milden Temperaturen und viel Regen sind die Wege ziemlich schlammig, sodass ich nach dieser letzten größeren Dreckfahrt in diesem Jahr das Kuhauto wieder von Braunvieh auf Schwarzbunt zurück geputzt habe:

Benjamin


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Drachenzähne

Das sind natürlich keine echten Drachenzähne sondern Ein- und Zweihornspitzen.
Die linke stammt von Kuh 1109 (siehe Post vom 17.09.13), deren Horn mittlerweile zu einem gefährlichen "Dosenöffner" geworden war. Und bevor was Ernsthaftes passiert wurde das entschärft.
Die andere ist von Kuh 1111, übrigens mit nicht mehr messbaren 800+ kg die dickste von allen, wo wir im Frühjahr die Spitze des rechten Hornes abgesägt hatten, weil das wegen der Krümmung kurz davor war in den Schädelknochen einzuwachsen:

Benjamin

Sonntag, 7. Dezember 2014

Nach Ivenack - Teil 2

Im Kälberbereich war ich sehr von dem Boxensystem angetan. Mit über 30 Iglus über den Hof zu wandern ist zu aufwändig, daher werden die jüngsten Kälbern in Boxen unter Dach gehalten. Zwischen den Rückseiten der Boxenreihen läuft im Boden eine Kratzer-Kettenenmistung wie es sie auch früher in den alten Anbindeställen gab. Zum Ausmisten nach der Umstallung der Kälber in die Gruppenhaltung wird die links im Foto  zu erkennende Tür geöffnet und der Mist einfach nach hinten in den Kanal geschoben. Die hinten überstehenden Seitenwände können zur Reinigung herausgezogen bzw. auch mehrere Einzelbuchten zu einer größeren zusammengelegt werden:

























Haben auch über die technischen Details zur Umsetzung der Flaschenfütterung gefachsimpelt. Die Gedanken müsste man noch für ein wirklich alternatives Konzept weiter verfeinern.

Im älteren Teil der Stallungen sind die Sonderbereiche mit Trockensteher und Abkalbebuchten. Dort befindet sich auch der Vorgängermelkstand des Karussells, mit dem die frischabgekalbten und auch gesperrten Kühe gemolken werden. Ist ein Fischgrätenmelkstand von Germania in Voll-Edelstahl-Bauweise und so merkt man gar nicht, dass der schon 16 Jahre alt ist. Von diesem Blickwinkel aus sieht man gar keine Kühe, weil die Grube sich trapezförmig nach vorne hin verbreitert und man auf die Technikverkleidungen hinter den Kühen kuckt.

Benjamin

Samstag, 6. Dezember 2014

Nach Ivenack - Teil 1

Letztes Wochenende war ich auf Betriebsbesichtigung bei Familie Hummel in Ivenack; der Hof liegt in unmittelbarer Nähe zu den berühmten tausendjährigen Ivenacker Eichen.

Mein Hauptinteresse war der neuere Teil der Stallungen, der ein ähnliches Layout hat wie die in Pinnow geplanten und dort das gleiche Planungsbüro daran beteiligt war. Was man sich alles nicht aufschwatzen lassen soll...
Insgesamt ging es um die kleinen Details, die im Alltag viel Zeit und Nerven kosten können.

Das Melkkarussell ist ein GEA AutoRotor Magnum 90, sehr ähnlich dem DeLaval PR3100 HD: Die amerikanische Ausführung aus Edelstahl, niedrigen Platzteilern für schnellen Kuhwechsel und alle Schrauben und Rohre in Zoll (da graut es mir davor). Im Gegensatz zu DeLaval, wo die Melkzeuge in Warteposition im Kabinett geparkt werden (siehe Post vom 23.02.14) werden sie hier an der Abnahmeschnur unter die Plattform abgelassen.
Gegenüber der Serienausführung wurde das Karussell optimiert, wie auf dem Foto zu sehen ist wurden die Haltearme für die Melkzeuge verlängert und die Entwässerung der Plattform wird nach außen geleitet, weil im Inneren des Karussells nicht dreimal täglich saubergemacht wird:



















Im Kuhstall werden die Boxen mit separiertem Gärrest eingestreut. Weil das Rückwärtsfahren mit einem angehängten Futterveteilwagen dafür zu lange dauerte bzw. beim zügigen Fahren zu viele Boxenbügel gekostet hätte ist auch da die Lösung verblüffend einfach: Ein abgelegter selbstfahrender Futtermischwagen, bei dem der Fräsarm abgebaut wurde. "Kopf zum Fenster raus und rückwärts gehts.":

Benjamin

 

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Als Ausbilder

Aktuell bin ich in Sachen Ausbildung unterwegs. Seit gestern habe ich erstmals einen Lehrling auf der Anlage in Boberow zugeteilt bekommen. Dort läuft er quasi auf Fabiennes Position: Vormittags und Mittags als Assistent bei den managementbezogenen Arbeiten dabei, wo es das meiste zum Erklären gibt und dann als dritter Melker in der nachmittaglichen Melkschicht. Mit dem entsprechenden theoretischen Vorwissen natürlich auf einem ganz anderen Niveau.
Heute war der Schwerpunkt die Fütterung, über die Eigenschaften der einzelnen Futtermittel und die Analyseergebnisse der Silagen.
Beim Melken läuft es sehr gut, an zwei Tagen hat er nun schon drei Kühe mit akuter Mastitis gefunden; da ist zwar die Buchte mit den Sperrmilchkühen voll aber bis zur S-Klasse in der Milchqualität nicht mehr allzu weit.

Benjamin

Dienstag, 2. Dezember 2014

Kuhlernstichprobe

Für mich war heute in Garlin der Zuchtfortschritt richtig sichtbar. Bei einigen Dutzend Jungkühen wurden Ohrstanzen für die genomische Typisierung genommen.
Hintergrund dabei ist folgender: Da die genomische Zuchtwertschätzung auf dem Genom beruht und man das schon bei einem ungeborenen Rind bestimmen könnte, stehen keine Eigenleistungen dahinter. Daher braucht man eine Referenz, über die man die Effekte der einzelnen Gene herleiten kann. Anfangs nahm man dafür alle Bullen, von denen genetisches Material zur Typisierung verfügbar war und es Leistungsdaten von den Töchtern gab. Diese Bullen bildeten dann die Lernstichprobe zur "Kalibrierung" des Verfahrens. Diese Lernstichprobe muss aber ständig erneuert werden, um dem Zuchtfortschritt in der Population Rechnung zu tragen. Dabei gibt es aber das Problem, dass über die genomische Schätzung nicht mehr genügend Bullen als Datengrundlage nachkommen, denn es wird der "Schrott" schon aussortiert, bevor man an den Töchtern merkt: "Der taugt nichts." Dazu hab ich schon im Studium gelernt, dass man nicht umhin kommen wird auch eine Kuhlernstichprobe zu machen, also Kühe direkt mit ihrer eigenen Leistung zu nehmen.
Mittlerweile ist es nun soweit und rund anderthalb Jahre lang werden alle Jungkühe der mecklenburger und brandenburger Testherden, der Spitze der deutschen Rinderzucht, dafür typisiert. Und die Garliner und Pinnower Kühe gehören dazu.
Und wenn sie schon eingefangen sind so habe ich auch gleich bei denen mal die Schwänze geschnitten.

Benjamin

Samstag, 29. November 2014

Baufortschritt Melkstand - Teil 2

- zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier - 

Im nordischen Winter mit den langen Nächten ist es zum Feierabend nun schon als lange dunkel, sodass ich einen ganzen Monat nicht mehr im neuen Melkstand war. Das habe ich heute Mittag dann mal nachgeholt. Aktuell werden die Kabinette und Platzteiler auf die Plattform des Karussells geschweißt. Wo ich die Melkstände in Boberow und Garlin gewohnt bin kommt mir das alles noch viel luftiger und heller vor.
Am linken Bildrand wird dann der Ausgang vom Karussell sein und direkt im Vordergrund der Dipproboter.

Benjamin

Dienstag, 25. November 2014

Arbeitsverlagerungsmaßnahme

Heute stand das jährlich Bluten der Kühe für die BHV-1 und Para-TB-Untersuchung an. Um es nicht zu kompliziert werden zu lassen wurden dann alle in einem Durchgang gemacht und wenn sie dann schon mal eingefangen sind auch gegen Parasiten behandelt. Das Wetter hat gerade in diesen Stunden mitgespielt und mit ordentlich Arbeitskräften hat es auch gut funktioniert und es gab keine schweren Verletzungen. 
Zur Arbeitserleichterung hat das Landeslabor nun bei den Untersuchungsanträgen ein Strichcodesystem, mit dem dann die Kuhnummern und die zugehörigen Proben bequem eingescannt werden. Wird nicht mehr vor den Aufkleber der Probe die Kuhnummer geschrieben sondern einfach den Aufkleber neben den Strichcode der jeweiligen Kuh geklebt. Die sind aber nach der amtlich-offiziellen 10-stelligen Ohrmarkennummer aufgelistet und das erstreckt sich dann über 15 Seiten... Da ließ ich nur parallel die Nummern vorne am Kopf mitschreiben, bevor diese ganze Zettelwirtschaft zur Zuordnung jeder einzelnen Probe in der Scheiße hinter den Kühen ewig dauert bis schiefgeht. 
Nachmittags parallel zum Melken hab ich den Aufenthaltsraum besetzt und mit allen Zetteln über den Tisch verteilt die Strichcodes der Proben eingeklebt. Zum Schluss hatte jede Kuh ihren Aufkleber und so habe ich nicht einmal drei Stunden dafür gebraucht.

Benjamin

Sonntag, 23. November 2014

Baufortschritt Melkstand

 - zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier -

Wieder mal ein Foto vom derzeitigen Baufortschritt am neuen Melkhaus. Das Dach mit den Lichtfirsten ist komplett montiert, die Fassadenverkleidung ("Plastikfassade") auch und im Obergeschoss und der Frontseite wurden schon die Fensteröffnungen ausgesägt und die Fenster eingesetzt. Und auch die Sektionaltore beiderseits des Melkkarussells sind montiert, sodass der Innenausbau über den Winter weitergehen kann.

Benjamin

Samstag, 22. November 2014

Aktuelles Foto von Nina

Genau vor einem Jahr (Post vom 22.11.2013) schrieb ich über Nina, die kurz nach der Geburt schon ihrer Mutter zum Melkstand folgen wollte.
Zwischenzeitlich wurde sie Fabiennes erstes Lieblingskalb und heute zu ihrem ersten Geburtstag gehört sie zur ältesten Färsengruppe im Jungviehstall.
Ihre Mutter Nr. 1045 wurde letzte Woche trockengestellt und soll Ende Dezember wieder kalben.

Benjamin

Schneits?

Bisher gab es noch keine Anzeichen des Winters hier oben in der Prignitz, hatten als schöne Herbsttage, zwar trüb, aber recht warm. Unabhänig von diesem milden Wetter bin ich aber letzte Woche in den Winterschlaf gefallen oder es kommt mir zumindest so vor.
Gestern ging es dann auch witterungsmäßig Richtung Winter, morgens nur 1 Grad und gefrorener Reif und nachmittags zog vor der Dämmerung vom Feld her binnen Minuten dichter Nebel auf, so schnell, man konnte zukucken. Da wurde es so viel heller im Stall, dass mein Kollege meinte, vom Melkstand aus gesehen: "Das ist alles weiß. Schneits draußen?" Soweit ist es noch nicht und braucht es auch gar nicht...
Um kurz vor halb fünf; in der brandenburger Provinz steigen die Nebelschwaden aus dem Moor empor:

Benjamin

Dienstag, 18. November 2014

1000. Melkzeit

Heute Nachmittag war die 1.000. Melkzeit in Boberow unter meinem Kommando; ganz genau stimmt dass nicht, weil es nur die 1.000. war für die ich die Daten aus dem Melkstandscomputer abgeschrieben habe, was ich in der allerersten Woche nicht gemacht hatte.
Diese 1.000 Melkzeiten dauerten zusammen um die 3.617 Stunden und es wurden bei an die 305.100 Einzelgemelken 4.118.000 kg gemolken.

Und auch wir melken in zwei direkt nebeneinander gebauten Melkständen, wie lang die tatsächlich sind sieht man aus diesem Winkel nicht. Ganz vorne auf Platz 19 steht Nr. 1020, eine Kuh aus der letzten Generation ohne Namen:

Benjamin

 



Montag, 17. November 2014

Neues von Gisela

Gisela ist nun nicht mehr in Boberow sondern seit gut zweieinhlab Wochen auf der Jungrinderanlage in Sargleben, die manche unter "rumänisch Sargleben" kennen.
Dort wurde sie mit ihren Alterskolleginnen aus Boberow im Wartebereich aufgestallt, bis sie dann gewogen wird und in den Besamungsstall kommt (Foto im Post vom 19.05.14)
Auch wenn ich sie jetzt nicht mehr täglich sehe, muss ich nur nach ihr rufen und sie kommt quer durch die Buchte gelaufen:

Benjamin

Samstag, 15. November 2014

Sondergruppe

Da ich schon geschimpft wurde, warum ich im Blog immer noch nichts über die besonderen Kälber geschrieben habe hole ich das nun hiermit nach.
Vor zwei Wochen wurden insgesamt vier Kälber von Pinnow nach Boberow verlegt. Beim Embryotransfer kommen nicht nur mittelmäßige Kühe raus wie Nr. 1028 Rubi sondern auch richtig gute Kälber. Nach der Typisierung haben zwei von denen einen gRZG von über 150. Also welche, die ich ungern im Stall stehen habe.
Zusammen mit den drei Wagyus Okinawa, Takeuchi und Yokohama (siehe Post vom 11.08.2014) habe ich sie in einer separaten Buchte im Jungviehstall untergebracht als "Sondergruppe ET Boberow".
Auf dem Foto sind die Wagyus zufällig nicht drauf. Von rechts nach links dem Alter nach sortiert: Jara (von Smurf), Jamaika, Joy und Jovita (alle drei von Shotglass):

Benjamin



Freitag, 14. November 2014

Auf der Eurotier

Ganz klar ist die Eurotier der Höhepunkt im November. Dieses Jahr war ich erstmals betrieblich unterwegs. Nach einigem Rumorganisieren wurde ich für die zweite Gruppe am Mittwoch eingeteilt, also weder "Junge Leute" noch "Rentner".
War es davor ein reines Kucken, was es auf dem Markt Neues gibt, war es diesmal für mich eher in Richtung des vielzitierten Branchentreffs, wo ich doch viele Bekannte getroffen habe aus der alten und neuen Heimat, aus Studienzeiten und Geschäftspartner. In diesem Zusammenhang besondere Grüße an den Genossenschaftsvorstand aus Plate!

Und ansonsten war ich auf "Shoppingtour", Informationen über verschiedene Produkte einholen. Hatte ich aus Amerika die Idee mitgebracht in den Tränkeflaschen für die Kälber eine leicht zu reinigende Alternative zu den klassischen Tränkeeimern zu sehen. Passend dazu führt CalfTel gerade eine 4 l-Variante ein, wo mir die 3 l zu wenig sind. Außerdem ist die Box etwas kürzer als bei den anderen Anbietern, da speziell nur für die ersten paar Wochen ausgelegt:



















In welchen Größenordnungen ich doch unterwegs bin zeigte sich dann bei Wasserbauer, wo ich nach deren neuem Futterschieberoboter fragte, weil ich etwas in diese Richtung für den geplanten Stallbau in Betracht gezogen habe. Bloß bei 180 m Futtertischlänge wird es da arg eng, weil das ungefähr der kompletten Batteriekapazität entspricht und mehrere Ladestationen sind scheinbar nicht vorgesehen. Aber ich soll noch eine nähergehende Antwort aus der Entwicklungsabteilung bekommen.
Mit der Schnecke zum Durchmischen des Futters eigentlich eine schöne Maschine...

Benjamin

Donnerstag, 13. November 2014

Bei Braunies Familie

Am letzten Wochenende war ich wieder auf Besuch bei Braunies Familie.
Und die ist schon wieder geschrumpft; ihre Nichte, die bei mir unter dem Namen Stephie (von "Schwarzie") lief hieß offiziell Leuchte (von Lara), hat es aber nach der Kalbung auf gerade einmal 14 Tage Nutzungsdauer und 229 kg Lebensleistung gepackt. Hatte eine Schwergeburt, kam nicht richtig auf die Füße und wurde von der älteren Kühe übel gemobbt...

Die nächsten Kälber - hoffentlich mal weibliche darunter - stehen aber an, Mai (Braunies Tochter, vorne) und Latte (Braunies Schwester, hinten) waren beide in der Abkalbebox. Und was der Unterschied in Erstkalbealter und Zwischenkalbezeit ausmacht: Obwohl Latte gut drei Wochen älter ist wird sie zum 2. Mal kalben, Mai hingegen schon zum 3. Mal. Übrigens kann man hier den im Post vom 5. Nov. erwähnte Fangplatz an der zweiten Abtrennung erkennen:



















Leoni ist weiterhin mit knapp 11 Jahren die älteste der Kühe, mittlerweile für das 9. Kalb besamt:




















Diese Szene musste ich einfach fotografieren; die neu gefrästen Längsrillen auf den Laufgängen, "zweigleisige" Fellpflege und im Hintergrund die Liegeboxen mit den hochgesetzten Nackenrohren. Weil man Kuhkomfort nicht nur versprechen sondern auch umsetzen kann:

Benjamin



Dienstag, 11. November 2014

Fazit aus Idaho

- zur Übersicht der Idaho-Serie -> hier - 

Nun gehen die Idaho-Wochen im Kuhblog zu Ende und es gibt noch ein Fazit zu den Erkenntnissen der Reise.
- Der größte Unterschied und gleichzeitig die stärksten Auswirkungen hat dort die "fehlende" Düngeverordnung. Die Besatzdichten sind nicht eingeschränkt, es wird halt so viel tierischer Stickstoff gedüngt, wieviel die Pflanzen brauchen oder auch mal mehr... Auch die ganze Güllelagerung ist viel einfacher, schon alleine in den Open Lots. Da sah man hektarweise die Wettbewerbsvorteile.
- Enorme Futteraufnahmen durch ein Fressplatzverhältnis von 1:1 und hohe Luzerneanteile im Futter.
- Dass bei sehr hohem Durchsatz beim Melken Gruppenmelkstände wieder Sinn machen können, weil sonst die Kühe zu wenig Zeit haben um auf die Plattform des Karussells zu kommen.
- Wüstenklima aus der Sicht von Pflanzenbauern ungünstig erscheinen mag, aber wegen der niedrigen Luftfeuchte Vorteile für die Tiergesundheit bedeutet.
- Man bei der Fruchtbarkeit "alles mit Hormonen" machen kann und dann hoffen muss, dass die Kühe keine Spritzenphobie bekommen.
- Dass Flaschen für Tränkekälber gegenüber Eimern sich viel schneller zum Reinigen zerlegen lassen.
- Klare Arbeitsanweisungen und Organisation bringen Effizienz und Routine.
Und als Hauptfazit: Man braucht keine Angst vor Größe zu haben.

Benjamin

Montag, 10. November 2014

Big Sky Dairy - Teil 2

- zur Übersicht der Idaho-Serie -> hier - 

Nun kommt noch der zweite Teil über die Big Sky Dairy.
Dort wird eine Biogasanlage mit der anfallenden Gülle betrieben. Das Besitzverhältnis und die Verfahrensweise ist die gleiche wie bei der Double A Dairy: Der Betrieb liefert die Gülle, die Jeromer Abteilung von AgPower ist Besitzer und Betreiber, Andgar hat alles projektiert in Zusammenarbeit mit DVO als Hersteller der Anlage.
Zwei Gasmotoren mit zusammen 1,5 MW und äuft alles nur mit Gülle, wofür diese erst einmal in Becken sich absetzt, um dickflüssigeres Material für eine ausreichende Gärraumbelastung im Fermenter zu bekommen. Nach der Biogasanlage wird dann hier der Gärrest separiert, die feste Phase sortiert - die leichten Partikel zum Einstreuen und die schwereren und feuchteren zum Kompostieren für die Düngung. Und die flüssige Phase wird mit einem riesigen Güllegespann (2x 20 m³) ausgebracht; aber nur direkt neben dem Hof auf einem Acker zum Verdunsten...
Auf dem Hof wird das Futter auch noch für die benachbarte Milchviehanlage gemischt, insgesamt für 10.000 Kühe. Und da bei dem starken Wüstenwind sich die Verluste an Kraftfutter zwischen angeliefert und vorgelegt auf 8 - 9 % (!) beliefen wurde eine geschlossene Futterhalle gebaut. Für 1 Mio. $ und innerhalb von rund 4 Monaten amortisiert: 50 x 50 m freitragend und an zwei Seiten entlang die Fächer für das Kraftfutter. Darin sind die 15t-Radlader rumgefahren wie bei uns der kleine Hoflader. Die Halle hat mir richtig gut gefallen, aber bei so wenig Wind und Kühen in Brandenburg kann man sich das dann auch nicht mal schönrechnen.

Benjamin

Freitag, 7. November 2014

Big Sky Dairy - Teil 1

- zur Übersicht der Idaho-Serie -> hier -

Die letzte Station in Idaho war die Big Sky Dairy in Gooding.
Fotos habe ich nur ein einziges von außerhalb, weil der Besitzer nicht will, dass Fotos in falsche Hände kommen ohne den Kontext zu verstehen. Und der Kuhblog ist dann auch davon betroffen.
Man sieht im Vordergrund einer der typischen Kreisregner, wie viele genau der Betrieb hat wusst er nicht, dürften mehrere hundert sein. Vier Leute sind nur für die Beregnung zuständig; und wieviel mm denn beregnet würden, eine kurze SMS an den Pflanzenbauleiter und die Antwort 30 - 35 inches (~ 750 - 875 mm) beim Mais pro Saison!
Dahinter dann die Milchviehanlage für an die 5.500 Kühe mit dem zentralen Melkhaus mit zwei Doppel-40-Side-by-Side-Melkständen. Dort werden nur melkende Kühe gehalten, weil sich auch hier in dieser Größenordnung kein Abkalbestall lohnt und dann auf einem anderen Standort des "Kombinats" kalben:



















Mit zwei anderen Betrieben betreibt man ein eigenes Milchproteinwerk, wenn auch noch aus Diversifikationsgründen nicht alle Milch dort verarbeitet wird und ein Teil an eine Käserei geht.
Hier fiel die Systemfrage Stall oder Open Lot klar für die Open Lots aus und so werden in den Ställen hauptsächlich die Erstlaktierenden und die Jerseys gehalten, da sie einfach weniger Platz in Anspruch nehmen.
Und auch hier war der Betriebsleiter sehr von den Jerseys begeistert, auch wenn er keine Vorzüge in der Futtereffizienz feststellen kann. Nach den ganzen Jerseygeschichten ist man schon arg verwundert und sagt sich: "Im SMR war das nicht umsonst drin". Aber dann kam der Haken an der Geschichte: Die Bullenkälber, die bekanntlich bei Jerseys kaum wachsen wollen. So gibt es in Idaho für ein eintägiges Holsteinkalb 250 $, für ein Jerseykalb 20 $. Aktuell gar kein Problem mit gesextem Sperma, gibt es also nur weibliche Kälber und der Jerseyanteil in den Herden steigt an. Wenn der angestrebte Anteil, von dem man sich noch nicht sicher ist, erreicht ist will man Zuchtvieh verkaufen. Bloß das ist dann ja auch kein dauerhaftes Geschäft. Aber so langfristig wird in Amerika nicht gedacht...

Benjamin

Mittwoch, 5. November 2014

Si-Ellen Farms - Teil 2

- zur Übersicht der Idaho-Serie -> hier - 

Da sich für eine Farm mit 2.500 Kühe kein eigener Abkalbestall lohnt kalben alle Kühe des "Roth-Kombinats" auf der Si-Ellen Farms und werden ggf. zurück auf ihren eigentlichen Betrieb gebracht.
Dort wird auch eine 24h-just-in-time-Abkalbung praktiziert, es sind aber eher Abkalbebuchten wie man sie in Deutschland kennt, bloß dass die Kühe nicht tagelang sondern nur ein paar Stunden drin sind.
Waren gut 20 Minuten in dem Stall und haben während dessen zwei Kalbungen (1x CE-1, 1x CE-4) mitbekommen.
In jeder Buchte, die mit zwei bis drei kalbenden Kühen belegt wird ,gibt es einen Fangplatz mit seitlichem Abrenntgitter für Geburtshilfe. Da waren einige richtig begeistert davon und da ich sowas von der Neumühle kenne, wo die Abkalbebox letztens damit ausgerüstet wurde hab ich dann im Bus mit WLAN zurück gleich die genaue Produktbezeichnung geliefert. Man muss schließlich seinem Ruf gerecht werden...

Ganz klare Anweisungen, wie der Kalbeverlauf für die Dokumentation einzustufen ist. Allgemein sieht man viele Tafeln mit Arbeitsanweisungen; stets zweisprachig in Englisch und Spanisch (hier nicht zu sehen):



















Bei den Kontrollgängen durch die Vorbereitergruppen auf der Suche nach kalbenden Kühe rutscht ab und auch eine durch, die einfach zu schnell ist. Dann wird das Kalb per ATV abgeholt:



















Neugierige Amerikanerinnen neben dem "kleinen" Melkzentrum mit D50-SbS:

Benjamin


Dienstag, 4. November 2014

Si-Ellen Farms - Teil 1

- zur Übersicht der Idaho-Serie -> hier - 

Vorletzte Station war die Si-Ellen Farms der Familie Roth. Es ist der Hauptbetrieb, auf dem 7.500 der 12.000 Kühe stehen, alle Abkalbungen und die Kälberaufzucht stattfindet.
Die Großeltern des Besitzers stammten aus der Schweiz und die Familie kam in den 1980ern von Washington nach Idaho.
Die schweizer Abstammung sah man sofort am Zustand der Anlage: Alles sauber und top gepflegt, nicht die kleinste Ecke vernachlässigt. Damit liegen die Lohnkosten ungefähr anderthalb mal so hoch wie in Idaho üblich - aber das ist es halt wert.
Insgesamt war man sehr ehrlich zu uns, die erreichte Lebensleistung passte mal mit Tagesleistung und Nutzungsdauer zusammen und auch eine zweifelnde Haltung zur Zukunftsfähigkeit des Bewässerungsfeldbaus. Zur Standardfrage, ob Open Lots oder Laufställe für das bessere System gehalten werden die Antwort: "Open Lots sind 10 Monate im Jahr eine feine Sache und die anderen beiden überhaupt nicht."

Bei den vielen Lots wirkte das Gelände doch etwas unübersichtlich. In der Morgensonne waren die Lichtverhältnisse ganz besonders; das Bild hab ich auch für die Titelseite meines Berichts an die Genossenschaftsleitung genommen, zeigt es doch sehr schön die Eigenarten der Milchviehhaltung in Idaho:



















Das Futterzentrum war ursprünglich mal für 2.500 Kühe ausgelegt, bei der mittlerweile dreifachen Zahl geht es etwas eng zu. Daher soll in naher Zeit ein neues gebaut werden, dann aber mit stationärem Mischer und Verteil-LKW. Aktuell laufen ein gezogener und zwei aufgebaute Mischwagen, weil die Traktoren im Vergleich zu den LKWs zu teuer sind. Und Soja ist auch hier zu teuer, sodass Canola gefüttert wird:



















Es werden sowohl Holsteins als auch Jerseys gehalten, auf dem Foto in Bereich der Kälberaufzucht. Dazu die Meinung: "Wenn nochmal, dann zu 100 % Jersey." Die Jerseybegeisterung ist in Idaho wirklich extrem:

Benjamin