Samstag, 28. Februar 2015

Giselas Stammbaum

Für meine Gisela habe ich mal den Stammbaum aufgemalt. Ich kann ihre Ahnen bis zu 10 Generationen auch in die 1950er Jahre zurückverfolgen. Unten habe ich nur die letzten sechs Generationen bis zu ihren Ururururgroßeltern aufgemalt, weil es darüber hinaus zu komplex geworden ist. Ganz oben ist ihre Mutterlinie, ganz unten die Vaterlinie. Man sieht schon, dass einige Bullen mehrfach vorkommen und natürlich auch Starbuck und Chef II, die zudem in den früheren Generationen auch noch einige Male auftauchen. 
Insgesamt hat sie deutsche, niederländische, amerikanische und kanadische Vorfahren und da die Mutterlinie auf das SMR zurückgeht über die darin "enthaltenen" Dänischen Jerseys auch unbekannte aus Dänemark und England:

Benjamin




Freitag, 27. Februar 2015

Die Urahnen

Mal was aus dem Bereich der Hobbyzucht, wo die Abstammung mehr bedeutet als die Zuchtwerte:
Letzte Woche habe ich die Stammbäume der Kühe im Herde-Programm entdeckt. Normal werden in der Einzeltierübersicht die drei letzten Generationen angezeitgt (bis Urgroßeltern). Zusätzlich sind aber die Bullen mit ihrer Abstammung hinterlegt, soweit diese bekannt ist.
Insgesamt kann ich so die Abstammung der Kühe über bis zu zwölf Generationen hinweg bis in die 1950er Jahre zurückverfolgen.
Und mir wurde die starke Verwandschaft bei den Holsteins schlagartig sichtbar, in den stets angezeigten drei letzten Generationen sieht man das nicht, außer dass zwei der Kühe doch tatsächlich nur einen Großvater haben. Aber tief in den Stammbäumen liest man immer wieder die selben Namen, allen voran den berühmten Starbuck aus Kanada (Jahrgang 1979) und den amerikanischen Chef II (Jahrgang 1962). Auch wenn über die Bullenstammbäume nicht die Mutterlinien und damit bedeutende SMR-Bullen erfasst sind, sehe ich diese beiden nun als die Stammväter der Boberower Herde an: 94 % stammen von Starbuck ab, 96 % von Chef II und 91 % sogar von beiden. Bei einer einzigen Kuh fand ich sie nicht im Stammbaum, aber bloß weil diese von mehreren nicht verzeichneten Deckbullen abstammt.

Benjamin

Donnerstag, 26. Februar 2015

Foto von Angel

Nun gibt es endlich ein Foto von Angel. Sie ist nun 30 Tage alt und nicht ganz so anhänglich wie es Gisela in diesem Alter war.

Benjamin

Mittwoch, 25. Februar 2015

Nach Neulewin - Teil 2

Von der Milchviehanlage in Neulewin war ich wirklich überrascht, zwar ist die Herde knapp doppelt so groß und das Niveau ein gutes Stück höher als in Boberow, aber die Bedingungen doch sehr ähnlich. Die beiden Ställe für die melkenden Kühe wurden nach der Wende erweitert und umgebaut, dazwischen ein Melkhaus mit zwei nebeneinander liegenden DeLaval-Fischgrätenmelkständen (hier Doppel-8er), die Sondergruppen sind in einem separatem Stall untergebracht und müssen über den Hof gekehrt werden. Die Hochtiefboxen werden mit Separat eingestreut, aber dafür wird direkt die Gülle genommen, weil in die Biogasanlage auch Hühnertrockenkot reinkommt, was dann hygienisch bedenklich wäre.

Im Abkalbestall (ehemalige Bergehalle) waren in der Bucht der Anfütterungsgruppe einige bei der Ultraschalluntersuchung als besonders sehenswert aufgefallene Kühe aufgereiht, die dann alle von innen angekuckt wurden. Was hier eine Besonderheit ist, denn normalerweise wird das mangels Selektionsmöglichkeiten mitten in den Kuhgruppen gemacht.
Mit den Ultraschallbildern bin ich nicht so vertraut, weil ich bei uns immer zum Schreiben mit den ganzen Listen auf dem Futtertisch stehe, aber in Verbindung mit einer Leinwand hatte ich es schon mal bei der Rückenfettdickenmessung gesehen (siehe Post vom 04.12.2013). Gab es alle möglichen Störungen an den Eierstöcken zu sehen, aber am beeindruckensten war der Vergleich von einem Embryo am 36. Tag, der nur murmelgroß ist zu Zwillingen am 56. Tag, also nur 3 Wochen älter, aber schon mausgroß, sehr lebhaft ("die beißen schon") und man kann da bereits vom Echo her die Rippen zählen. In dem Zusammenhang der Ansatz bei festgestellten Zwillingsträchtigkeiten diese Information zu nutzen und die gesamte Vorbereitung der Kuh auf den früheren Kalbetermin auszurichten:

Benjamin



Dienstag, 24. Februar 2015

Nach Neulewin - Teil 1

Am Sonnabend war ich in Neulewin im Oderbruch, 5 km vor Polen. Dort veranstaltete die Agrarproduktion Oderbruch mit der betreuenden Tierarztpraxis Stumpe und Idexx Laboratories, die in der Veterinärdiagnostik tätig sind, einen Workshop zum Thema Fruchtbarkeitsmanagment. Die Einladung dazu erhielt ich über einen eher ungewöhnlichen Weg: Wurden blind Ausbildungsbetriebe in Brandenburg angeschrieben, wodurch das auch auf meinen Schreibtisch gekommen war.
Es ging hauptsächlich um den Ansatz, von den Besamungen nicht tragend gewordene Kühe möglichst schnell zu finden, um da keine Zeit zu verlieren. Dazu werden freitags Blutproben der vor 4 - 5 Wochen besamten Kühe genommen und gehen per Nachtkurier ins Idexx-Labor in Ludwigsburg (bei Stuttgart), wo ein Trächtigkeitstest gemacht wird. Die danach nicht tragenden Kühe kommen dann montags zur wöchentlichen Ultraschalluntersuchung, um zu kucken, was genau los ist. Die tragenden kommen erst die Woche darauf zur klassichen Trächtigkeitsuntersuchung, um die höhere Embryonensterblichkeit (Frühabort) in der 6. Trächtigkeitswoche zu beachten.
Nicht tragende Kühe werden dadurch ganze 2 - 3 Wochen früher gefunden als bei unserer Verfahrensweise, wenn auch bei erheblichem Mehraufwand.

Benjamin

Freitag, 20. Februar 2015

Aktueller Baufortschritt

- zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier - 

Der Vorwartehof wurde asphaltiert. Hier der Blick von unten vom Treibgang nach oben. An der linken Mauer kann man den Anstieg deutlich erkennen; dass sich die Kühe bergan Richtung Karussell ausrichten. In der Mitte zwischen den beiden Mauern ist der Rücktrieb, wo auch das Klauenbad hinkommt. Und rechts davon dann der Selektionsbereich.

Benjamin




Mittwoch, 18. Februar 2015

Embryotransfer - Teil 3

Gestern wurde Hedda gespült und zwar von einem ET-Spezialisten der Masterrind. Da ist die Verbandszugehörigkeit egal, weil er für ostdeutsche Verhältnisse um die Ecke wohnt und ansonsten zählt da nur das Können. Und so konnte er ganze 13 Embryonen ausspülen, wovon 9 auf die geeigneten der vorbereiteten Trägertiere übertragen wurden und 4 eingefroren. Die meisten der Embryonen waren im Morula-Stadium (~ 16 Zellen), einige schon im Blastozysten-Stadium, wo die Flüssigkeitsblase angelegt wird.
Die meiste Zeit hab ich zugekuckt und mir die Geschichten aus der hohen Zucht angehört, wo welcher Bulle herstammt, und dessen Mutter meist duch irgendwelchen Zufall für den Embryotansfer ausgewählt wurde. Gehört auch etwas Gestrunze dazu: "Gunnar sagt Dir was?" - Ist ein Bruder vom Guarini, also der Onkel von Gisela - "Ja, von dem haben wir etliche Töchter hier." "Den hab ich rausgespült!"
Auch der Vergleich der Arbeitsbedingungen, wo zu Anfangszeiten des Embryotransfers in desinfizierten und mit UV-Licht bestrahlten Labors gearbeitet wurde und bei uns heutzutage unter absoluten Feldbedingungen in den "Katakomben":

Benjamin


Samstag, 14. Februar 2015

Embryotransfer - Teil 2

Am Dienstag wurde Hedda zweimal besamt mit dem Bullen Deyja. Dieser hat zwar eine Schwäche im Kalbeverlauf, aber ansonsten sehr ausgeglichene Zuchtwerte, wo vor allem der Nutzungsdauerzuchtwert von 141 raussticht, was auch zum fast idealen Milchtyp-Zuchtwert von 106 passt.

Hier die ganze Bullenkarte bei WWS: 
http://www.wwsgermany.com/?l1=bullen&l2=Genom.%20Jungbullen%20DE&tid=600&kn=DEYJA

Und am Dienstag waren neun der insgesamt zwölf als Trägertiere synchronisierten Färsen brünstig.
Am kommenden Dienstag soll dann die Übertragung stattfinden.

Benjamin

Kran auf Fahrt

Für Spezialeinsätze ist auf der Boberower Milchviehanlage ein Bagger stationiert. Dabei handelte es sich um einen Fortschritt T 188, Ende der 1980er im Weimarer Werk gebaut, was heute zu Hydrema gehört. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird hier Kran dazu gesagt, wahrscheinlich weil früher mit den Mobilbaggern alle größere Ladearbeiten verrichtet wurden.
Nach über einem Jahr Stillstand gab es heute wieder einen Spezialeinsatz. Bei der mitbetreuten Biogasanlage des Nachbarbetriebs war der Feststoffdosierer defekt und musste leergeräumt werden, wozu sich der Bagger am bestem eignet. Der Motor sprang bei den Minusgraden gleich an und dann wurde einer der großen Ackerschlepper vorgespannt, um nicht die große Überlandfahrt quer durchs Feld aus eigener Kraft bewältigen zu müssen.

Benjamin

Samstag, 7. Februar 2015

Embryotransfer - Teil 1

Bei Embryotransfer denkt man eher daran, wie Anfang der 1980er in Dummerstorf für die Nukleuszuchten die 10.000 l-Kühe gespült und damit der Zuchtfortschritt für ganz Deutschland gemacht wurde. So bedeutend ist der Embryotransfer längst nicht mehr wegen den viel größeren verfügbaren Datenmengen und der genomischen Selektion.
Wird aber trotzdem noch gemacht, wie bei der Färse Hedda, die einen besonders hohen Zuchtwert hat (RZG 140+). 
Und wenn man als über die Amis lästert mit ihrem Pre-Double-sonstwas-Ovsynch, wo die Kühe bis zur Trächtigkeit ein Dutzend Spritzen bekommen und man mit der Hormonmenge auch bestimmt Bullen tragend bekommen würde... Bei der zu spülenden Färse ist es nicht ganz so viel, aber auch noch vier Tage lang, um die Superovulation auszulösen. Dass nicht nur wenige sondern vielleicht 15 - 20 Eizellen springen, die dann hoffentlich befruchtet ausgepült werden können.
12 andere Färsen wurden jetzt im Zyklus als Empängertiere synchronisiert, um bei der Übertragung genauso weit zu sein.

Hier Hedda, mit grün angesprühten Ohrmarken um sie besser zu erkennen. Links von ihr - in Fahrtrichtung rechts - steht übrigens Gisela.

Benjamin


Freitag, 6. Februar 2015

Erstes VRC-Kalb

Die Farblehre der Deutschen Holstein folgt den Mendelschen Regeln: Schwarzbunt ist dominant, Rotbunt ist rezessiv. Heterozygote sind phänotypisch schwarzbunt, können aber auch rotbunt vererben, wird daher Rotfaktor genannt.

SS + SS = SS
rr + rr = rr
SS + rr = Sr

SS + Sr = 1/2 SS, 1/2 Sr
Sr + rr = 1/2 Sr, 1/2 rr
Sr + Sr = 1/4 SS, 1/2 Sr, 1/4 rr

Nun gibt es auch das VRC-Gen (Variant Red Carrier), was ein dominantes rotbuntes Allel ist. Der Bulle OneRed hat ein solches und seit letztem Mai warte ich auf das erste dadurch rotbunte Kalb. Gestern ist es nun in Garlin gekommen und auch gleich ein weibliches. In Boberow wird es noch einige Wochen dauern:

SS + SR = 1/2 SR, 1/2 SS

Bei Rotfaktor-Kühen würde es so aussehen:

Sr + SR = 1/4 SS, 1/4 SR, 1/4 Sr, 1/4 Rr

Und bei der handvoll unserer Rotbunten würde es so aussehen:

rr + SR = 1/2 Sr, 1/2 Rr 

Solange die Kuh selbst kein VRC-Gen hat sind die Hälfte der Kälber von OneRed immer rotbunt und die andere schwarzbunt, weil er zwei dominante Allele vererben kann.

Benjamin


Donnerstag, 5. Februar 2015

Bullen im Schnee

Dass der Winter die Prignitz fest im Griff hat kann man nicht so sagen, tagsüber gehen die Temperaturen teilweise über 0 Grad. Aber seit Montagabend, genau unpassend zum Gülleneujahr, liegt Schnee.
Und wo ich seit Ende 2013 auf das Foto "Bullen im Schnee" gewartet hatte und entweder kein Schnee lag, die Bullen außer Sichtweite waren oder ich schlichtweg nicht an der Koppel entlang gekommen bin, so war es dann heute endlich soweit und auch noch bei schönsten Sonnenschein.
Leider nur mit der Handykamera gemacht:

Benjamin




Dienstag, 3. Februar 2015

"Ehnschl", Giselas Schwester

Schon letztes Jahr hatte mir Fabienne eine ganze Liste geschickt mit Namensvorschlägen für weitere Lieblingskälber und dann noch mal letzte Woche drei E-Mails als Erinnerung, dann das nächste Kalb Angel zu nennen, und dass das "Ehnschl" ausgesprochen wird. Was ja klar ist, denn schließlich ist es eine Holstein und keine Angler.
Habe das letzte noch unbenannte Kalb genommen, das jetzt "58419 AGB Angel" heißt. Sie wurde am letzten Dienstag abends geboren und es passte von der Zeit wirklich perfekt: Wollte eigentlich den Fortgang der Geburt kontrolliert und habe sie noch die letzten 30 cm rausgezogen. Dann der Kuh zu Saufen gebracht und gleich zum Melkstand. Gerade 45 Minuten alt, hatte Angel schon 3,5 l Biestmilch gesoffen, also ein absoluter Traumstart.
Heute Abend hab ich noch für diesen Post ihre Abstammung nachgekuckt. Ihr Vater ist Michigan und ihr Großvater (Muttervater) Bill, ein Testbulle der damaligen RMV vor dem genomischen Zeitalter. Und jedenfalls ist der Test schief gegangen, der hat nämlich einen auf die gesamte Population bezogen unterdurchschnittlichen Zuchtwert und einen beachtlichen negativen Milchzuchtwert. Jedenfalls gleichen sich die Schwächen mit denen von Michigan (Fruchtbarkeit) sehr gut aus. Da fiel mir ein, dass auch Gisela so einen schlechten Bullen als Großvater hat und ich kuckte es nach und es war tatsächlich ebenfalls Bill. Kein Wunder, denn Gisela und Angel sind nämlich (Halb)schwestern, das 2. und 3. Kalb der namenlosen Nr. 1286.

Bilder folgen, wenn sie am Tränkeautomat ist.

Benjamin

Sonntag, 1. Februar 2015

Schöne Aussicht

- zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier - 

Das erste Foto von der Aussicht aus meinem künftigen Büro wo mehr zu sehen ist als nur Sand. Der Boden des Vor-/Nachwartebereichs wurde nun betoniert.
Rechts von den Mauern ist der Vorwartehof, links die Pfostenreihen sind für die Fressgitter zum Einfangen der Kühe für Besamungen etc., die mittlere davon für die Unterteilung in zwei Gruppen. Man kann das Gefälle des Bodens nach hinten erahnen; wo der Mist dann runtergespült wird (Flush-System), eine der vier Düsen dafür befindet sich genau unterhalb des Fensters.
Die seitlichen Vorhänge wurden auch schon montiert und der Vorhang am Eingangsbereich des Melkkarussells, der zwischen den Melkzeiten im Winter den ungedämmten (Vor-/Nachwartebereich) vom gedämmten Gebäudeteil (Karussell) trennt.

Benjamin


Freitag, 30. Januar 2015

Mal wieder Winter

Heute kam der Winter mal wieder für einen Tag zurück.
Den Vormittag über hat es geschneit und bis zum Abend ist es dann bei knapp über 0 Grad wieder weggeschmolzen.
Man kann halt Schnee haben ohne dass alles Mögliche eingefriert und durch die verschneiten brandenburgischen Wälder zu fahren ist auch schön anzusehen:

Benjamin



Dienstag, 27. Januar 2015

Biosicherheit Stufe 0,5

Den Stand des Seuchenschutzes und der Hygienemaßnahmen der 1980er hat man längst nicht wieder erreicht und so muss man sich über die kleinen Schritte freuen. Nach dem "niedersächsischen Leitfaden Biosicherheit in Rinderhaltungen" gibt es für die verschiedensten Maßnahmen die Stufen 1 bis 3. Insgesamt eine schöne Liste, die viel Potential aufzeigt.
Beim Teilaspekt "Betreten durch unbefugte Personen" ist es jetzt bei Stufe 2 angelangt - Warnschild + verschließbares Tor. Und wie immer wenn die Boberower Werkstatt etwas baut, wenn nicht für die Ewigkeit dann zumindest robust genug für die nächsten Jahrzehnte:

Benjamin


Sonntag, 25. Januar 2015

Neue Bullen

Dieses Jahr wurden wieder drei "richtige" Deckbullen in die Reservebuchte eingestallt, weil deren bisherige Buchte auf der Mutterkuhanlage in Zapel für die Abkalbungen der Färsen gebraucht wurde. War von mir etwas unüberlegt, weil ab Mitte März auch diese Buchte hier eigentlich für Abkalbungen genommen werden soll. Muss ich mir halt etwas einfallen lassen, wie ich dann wieder umsortiere.
Aber es wurde wenigstens ein kleines Abteil bis zur Krankenbucht der Kühe hin freigelassen, dass sich nicht wieder einer in der Abtrennung verfängt (siehe Post vom 23.04.2014).
Im Hintergrund sieht man übrigens das neue Tor, nachdem das arg in die Jahre gekommene Vorherige den Sturm am vorletzten Wochenende nicht überstanden hatte:

Benjamin


Dienstag, 20. Januar 2015

Nasenbohren

Dumme Zufälle gibts manchmal... In der zweiten Lebenswoche bekommen die Kälber eine erste Impfung gegen Rindergrippe. Dafür wird der Impfstoff in die Nase gespritzt, um dann von der Nasenschleimhaut aufgenommen zu werden. Vergleichbar mit Nasenspray.
Heute hat dabei Grata derart gezappelt, dass die Spitze der Spritze abgebrochen ist. Kommt ab und an mal vor, aber sie hatte die gleich so tief reingeschoben und konnte dann nicht mehr mit der Pinzette rausgezogen werden. 
Wurde sie nach dem Mittag sediert ("zugedröhnt") und so ohne Gegenwehr weitergemacht. Kleine Kälber haben schon sehr enge Nasenlöcher. Hier mit der Naseninnenbeleuchtung und Nasenbluten macht das Bohren doch auch:

Benjamin



Samstag, 17. Januar 2015

Aktueller Baufortschritt

- zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier - 

Im neuen Melkzentrum in Pinnow wurde jetzt die Bewehrung im Vorwarte- und Nachwartebereich ausgelegt. Auf den beiden Pfostenreihen werden dann die Schienen für den Kuhtreiber montiert. Links davon kommt der Gang zurück in den Stall und die Fressgitterreihen, wo die Kühe für Besamungen, Trächtigkeitsuntersuchung usw. eingefangen werden:

Benjamin


Donnerstag, 15. Januar 2015

Alis' Geburtstag

Ja, das ist schon ein Jahr her, dass ich Alis als erstes Kalb im Auftrag von Fabienne benannt habe. (Siehe Posts vom 15. und 18.01.2014).
Ein Jahr weiter ist sie ein gutes Stück größer und nicht mehr ganz so fotogen wie zu Kälbertagen:

Benjamin





Mittwoch, 14. Januar 2015

700 FEK geknackt

Die offiziellen Zahlen für die Milchleistungsprüfung bekomme ich erst mit den Prüfberichten, vorher mache ich mir immer nur Hochrechnungen.
Jedenfalls wurden im gleitenden 12-Monats-Schnitt für Dezember in der MLP die magischen 700 FEK (Fett-Eiweiß-Kilo) pro Kuh und Jahr erreicht.

Die Entwicklung des gleitenden 12-Monats-Schnitts über die letzten Milchleistungsprüfungen, wo immer die letzten 11 eingerechnet werden, da im Juli als keine stattfindet:

Prüfung  12-Monats-Schnitt  Milch-kg  Fett-%  Fett-kg  Eiweiß-% Eiweiß-kg  FEK
06/2014  08/2013 - 06/2014   9.060      3,91      354        3,51          318       672
08/2014  09/2013 - 08/2014   9.081      3,96      360        3,52          320       680
09/2014  10/2013 - 09/2014   9.066      3,98      361        3,53          320       681
10/2014  11/2013 - 10/2014   9.086      4,02       365        3,52         320       685
11/2014  12/2013 - 11/2014   9.139       4,04      369        3,52          322       691
12/2014  01/2014 - 12/2014   9.288      4,05       374       3,53          326       700

Benjamin

Parallelwelten

Die Kühe stehen zwar alle absolut anwesend im Stall, aber in der Verwaltung und Dokumentation können sich da ungeahnte Parallelwelten auftuen.
Heute war die zuständige Milchleistungsinspektorin des Landeskontrollverbandes für die Fehlerkorrektur da, die alle paar Monate gemacht wird. Normal geht das ganz schnell, Fehler sind sehr selten und meist durch die Ummeldung zwischen den einzelnen Milchviehanlagen bedingt. 
Dieses Mal war es aber ein großer Batzen: Bei 21 Kühen fehlten sämtliche Ergebnisse. Grund dafür: Montags machten sie in Garlin die Milchleistungsprüfung mit, wurden Dienstags für Boberow ausgewählt und Mittwochs hin gebracht, mitten in die Milchleistungsprüfung hier; und donnerstags umgemeldet. Freitags beim LKV die ganzen Daten berechnet und für diese Kühe waren für Boberow keine vorhanden.
Aber auf dem Computer sind sie ungeachtet der Betriebszugehörigkeit angekommen und so wurden diese abgeschrieben für die Korrekturformulare des offiziellen Prüfberichts.
Man merke sich für die Zukunft: Niemals Kühe zwischen den Standorten umsortieren bevor alle mit der jeweiligen Milchleistungsprüfung durch sind.
Und die 21. Kuh war niemals in Boberow gewesen und wurde wahrscheinlich fälschlicherweise vom Rinderzuchtverband umgemeldet - warum auch immer - und ist daher nur im Prüfbericht nicht in Pinnow, physisch und ihre Daten schon.

Benjamin

Dienstag, 13. Januar 2015

Vergessener Sieg

Wo ich vorletzte Woche das vergangene Jahr ausgewertet habe kam mir der Gedanke, dass bei diesem ordentlichen Leistungsanstieg doch vielleicht noch mehr Milchleistungsprüfungen im internen Vergleich "gewonnen" worden waren. Schließlich bin ich der Einzige, den das interssiert und Zugang zu den Daten hat. Bloß hatte ich es einfach vergessen, die einzelnen Monatsergebnisse zu berechnen. Und siehe da, im August war Boberow zum dritten Mal besser gewesen, wenn auch nur um ein viertel kg:

Benjamin




Donnerstag, 8. Januar 2015

Milchrindtag

Gestern war ich auf dem Tag des Milchrindhalters des Landeskontrollverband Berlin-Brandenburg und der Rinderproduktion Berlin-Brandenburg. Gab es die aktuellesten Entwicklungen aus der Milchleistungsprüfung und der Zucht, wo ich fast alle der neuen tollen Bullen kannte, weil etliche davon schon in Boberow im Einsatz sind.
Zum Hauptthema - Nutzungsdauer und Lebensleistung - gab es die verschiedensten Statistiken und vom vit (Vereinigte Informationssyteme Tierhaltung) einige schöne Berechnungen damit. Wofür man jeden Monat die Milchleistungsprüfung macht sieht man an den Erkenntnissen, die aus diesen Daten gezogen werden können. Dass die Kühe immer langlebiger werden und die abgegangenen Kühe eines Jahres bisher immer rund 500 kg mehr Lebensleistung gepackt haben als die eines davor. Und da man den Nutzungsdauerzuchtwert der Väter aller lebenden und bis Mitte diesen Jahres geborenen Kühe bzw. Färsen kennt kann man dann damit die zukünftige Entwicklung der Lebensleistung abschätzen. Die Prognose sind dann deutschlandweit 30.000 kg für das Jahr 2020, wo ich mir dieses Ziel für 2019 gesetzt habe, 2018 halte ich für etwas knapp.
Zum Schluss wurde als herausragendes Beispiel der Öffentlichkeitsarbeit eine Vorabpremiere des sehr toll gemachter Imagefilms von der Glücksburg Agrar e.G. aus Dixförda gezeigt, der erst nächste Woche offiziell auf der Grünen Woche vorgestellt wird. Übrigens ein Betrieb, der in Sachsen-Anhalt liegt und trotzdem zum Brandenburger Rinderzuchtverband gehört, wie bei uns in der brandenburger Prignitz manche zum Mecklenburger.

Benjamin

Montag, 5. Januar 2015

60 Trächtigkeiten am Tag

Nach der Milchleistung läuft es gerade in Sachen Fruchtbarkeit recht gut: Heute wurden bei den Trächtigkeitsuntersuchungen auf der großen der Milchviehanlagen und bei den Färsen zusammen genau 60 Trächtigkeiten festgestellt - an einem einzigen Tag! Wenn jetzt am Dienstag und Freitag noch die beiden anderen Milchviehanlagen anstehen dürften es insgesamt 95 trächtige Kühe und Färsen werden. Dann innerhalb einer Woche, wenn es auch die Untersuchungen für alle Besamungen sind die in einem Zeitraum von zweieinhalb bis drei Wochen gemacht wurden. Aber es liegt weit über dem üblichen Durchschnitt und damals im November müssen die Bedingungen einfach gepasst haben.

Benjamin

Aktuelles von Gisela

Gisela kam in der Woche vor Weihnachten in den Besamungsstall.
Heute bei der Trächtigkeitsuntersuchung, wo sie nicht an der Reihe war, zeigte sie sich brünstig: Hat sich selbstständig aus dem Fanggitter befreit und war mal wieder sehr zutraulich. Darauf schob ich auch ihr ganzes Verhalten, die übliche Anhänglichkeit halt. Aber sie lief derart aufgeregt umher und brüllte, dass es doch nicht zu übersehen war. Für morgen habe ich sie zur Besamung vorgemerkt.
Und sie lässt sich sehr leicht ins Fressgitter locken und festmachen, wirklich vorbildlich:

Benjamin



2015er Jahrgang

Jetzt bin ich endlich im Jahr 2015 angekommen: Habe heute die ersten Ohrmarken mit 15 beschriftet. In Sachen Ohrmarken für die Kälber gibt es zwischen den Milchviehanlagen Garlin und Boberow große Unterschiede. Erstmal die Zuständigkeit, in Garlin ist die Markierung der Kälber "Ingenieursaufgabe", das Nachziehen von verlorenen Ohrmarken bei den Kühe nicht, in Boberow ist das genau umgekehrt. In Boberow haben die Kuh- und Bullenkälber unterschiedliche Ohrmarkenserien, aktuell bei den weiblichen hinten auf "58 3xx" endend, bei den männlichen "75 0xx"; in Garlin dagegen kriegen alle die gleiche Serie "72 9xx". Zur Unterscheidung sind es Ohrmarken mit einem Feld zur individuellen Beschriftung, wo bei den Kuhkälbern der Name des Vaters draufgeschrieben wird und bei den Bullenkälbern das Geburtsdatum. Dies ist jetzt 01.15 für Januar 2015, die 04 dahinter steht für Garlin, was die Endziffern der Betriebsnummer nach der Viehverkehrsordnung sind:

Benjamin

Samstag, 3. Januar 2015

Planübererfüllung

Die Erfüllung des Plans wird leichter, wenn dieser stümperhaft ausgearbeitet wurde.
Neben der Milchleistungprüfung für die individuelle Leistung jeder Kuh ist der wichtigere Parameter die verkaufte Milch. Dafür hatte ich Anfang 2014 die alte Tafel "Staatliches Aufkommen Milch" mit den Spalten "Plan" und "Ist" reaktiviert. Und bei der Festsetzung des Plans einen groben Fehler gemacht: Liter mit kg gleichgesetzt. Normalerweise wird die Milch immer in kg gerechnet, bloß beim Milchauto geht es nach Litern. Dafür hat die Molkerei die fixe Dichte von 1.020g/l als Umrechnungsfaktor und den hab ich glatt vergessen.
Von rund 8.000 l pro Kuh im Jahr 2013 ausgehend nahm ich für den Plan 2014 8.500 kg, mehr erschien mir zu übetrieben; bloß schrieb ich immer die Liter auf und das war sehr häufig unter Plan.
Am Ende des Jahres dann doch auf kg umgerechnet war es über Plan:

Jahr                          2013    2014      Differenz
l/Kuh                        8.078   8.369      + 291 l
kg/Kuh                     8.240   8.536      + 296 kg
Fett-%                        3,95     4,09      + 0,14 %
Eiweiß-%                   3,50      3,51     + 0,01 %
kg fettkorrigiert         8.137   8.728      + 591 kg
kg energiekorrigiert  8.245   8.688      + 443 kg
F+E-kg                        614      649       +   35 kg

Der Plan für 2015 beträgt nun 8.750 kg.

Benjamin

Donnerstag, 1. Januar 2015

Neujahrsgrüße

Allen Lesern des Kuhblogs wünsche ich ein Gutes und Gesundes Neues Jahr 2015!

Benjamin



Mittwoch, 31. Dezember 2014

Braunies Enkelin

Heute früh war ich noch mal für dieses Jahr auf meinem "Stammbetrieb", der LVAV Hofgut Neumühle, um mit den dortigen Ingenieuren zu melken und den neusten Zuwachs in Braunies Familie zu begutachten.

Mehr als zwei Jahre nach Leuchte gab es endlich wieder ein Kuhkalb, und zwar von Mai, die am 9. November, einen Tag nach meinem letzten Besuch (siehe Post vom 13.11.14) kalbte. Einen Namen hat sie noch nicht, gehört ihrer Mutter nach zur Blutlinie "Ma", also vorläufig Ma-xy; Tochter von Mai, Urenkelin von Leoni, Enkelin von Braunie, Großnichte von Lara und Latte, Cousine 2. Grades von Leuchte. Mittlerweile 52 Tage alt und schon fleißig am Wiederkauen:

Benjamin

Montag, 29. Dezember 2014

Baufortschritt Melkstand

- zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier - 

Der neue Melkstand nimmt immer mehr Form an. Auf dem Foto ist der zukünftige Ansetzbereich zu sehen mit den Gruben für die Hubböden, einer für das Vormelken/Abputzen und einer zum Ansetzen der Melkzeuge. Dazwischen befindet sich einer der vier Antriebsmotoren für die Plattform. Die Standplätze sind schon mit Gummimatten ausgelegt und in den Tüten noch verpackt sind die "Kuh-Positionierer", die mittig auf die Plätze geschraubt werden, dass die Kühe nicht hackeneng stehen und zudem als Orientierung für den Dipproboter dienen.

Benjamin

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Einlagerung

Da am Feiertag nicht ganz so viel los ist habe ich endlich die Zeit gefunden, die Auszeichnungs-Plaketten für Milchleistung und -qualität von der Milchkammertür abzunehmen. Nach teilweise mehr als 15 Jahren waren die stark verwittert bis gar nicht mehr vorhanden. Frisch gewaschen sind die jetzt eingelagert um dann im Eingangsbereich des neuen Melkhauses aufgehängt zu werden:

Benjamin


Mittwoch, 24. Dezember 2014

Frohe Weihnachten!

...wünsche ich allen Lesern des Kuhblogs!

Bei frühlingshaften Temperaturen und nach 40 l Regen in der letzten Woche war aber heute nichts mit einem weihnachtlichen Kuhfoto. Also ganz normal:

Benjamin

Samstag, 20. Dezember 2014

Weiße Vorweihnachten

Bei herbstlichem Wetter mit teilweise zweistelligen Temperaturen die letzten Tage und sehr viel Regen gab es heute unerwartet Schnee. Der bleibt auch bei + 5 Grad liegen wenn genug auf einmal runterkommt. Nach vier Stunden war aber alles schon wieder weggeschmolzen:

Benjamin




Ausgrabungen

Archäologische Abenteuer hinterm Melkstand:
Wenn man einen Lehrling zugeteilt bekommen hat wäre ja mehr Arbeitskraft verfügbar und da könnten auch Sachen gemacht werden, die normalerweise zu kurz kommen wie äußerse Sauberkeit auf dem Hof usw. Habe das gestern uminterpretiert in Richtung Sachen machen, die man nur zu gerne vor sich hergeschoben hat. Und so ließ ich die "Materialschränke Klauenpflege" mal komplett ausräumen und saubermachen, nachdem ich mich diese Woche wieder über die Unordnung geärgert hatte. Heute wurde sortiert und morgen wieder eingeräumt; Tatsachen schaffen bevor das Wochenende rum ist.
Auf dem Foto sind davon so Dreiviertel zu sehen, bis auf die Dippmittelkanister unter dem Tisch und die Dunghacke rechts. Dabei waren auch einige Sachen von fast musealem Wert wie Werkzeugkästen mit russischer Aufschrift; was man so als Ersatzteilspender ansehen kann wie kaputte Milchsammelstücke und Euterbrausen oder Unmengen an Nasenringen, die noch von Zeiten künden wo in Boberow jährlich ganz sicher 50 Deckbullen aufgezogen wurden:

Benjamin


Mittwoch, 17. Dezember 2014

Belko

Heute Nacht wurde Belko geboren; die Besonderheit bei ihm ist, dass er das zweite Kalb der allerersten von mir im August 2013 nach der Kalbung benannten Jungkuh - 1054 Laura ist. Und den Namen für das nun anstehende Kalb durfte ihre "Taufpatin" aus meiner Vorauswahl der vit-Liste auswählen:

Benjamin


Montag, 15. Dezember 2014

Aktuelles von der Autobahn

Nach mehr als einem Jahr Bauzeit sieht man die künftige A14 in der Landschaft schon mehr als deutlich, nicht nur die Einschnitte und Aufschüttungen für die Trasse, sondern auch die Verlegung der B5 bei Karstädt und die ganzen Hochbauten. So wie die Brücke der künftigen Anschlusstelle Groß-Warnow bzw. wie ich dazu sage der "Abfahrt Kuhstall Pinnow", da keine zwei km entfernt:

Benjamin



Sonntag, 14. Dezember 2014

Nächster Jahrgang

Diese Woche wurden tragende Färsen samt zugehörigem Deckbullen für die Nachzügler von den Löcknitzwiesen in Bootz nach Boberow gebracht und für den Winter aufgestallt. Wegen dem milden Wetter im Herbst waren es jetzt ganze vier Wochen später als im letzten Jahr (siehe Post vom 18.11.13).
Sie sollen im Frühjahr kalben und werden dann mehr als die Hälfte der Jungkühe für den Jahrgang 2015 stellen.
Und hoffentlich wissen sie sich zu benehmen und ziehen nicht die Stopfen aus den frisch instandgesetzten Tränken raus.

Benjamin


Samstag, 13. Dezember 2014

Doch unterdurchschnittlich

Hatte ich im Post vom 02.10.14 ganz zuversichtlich geschrieben, dass die Boberow Kühe es im Kontrolljahr 2013/14 der Milchleistungsprüfung über den Brandenburger Durchschnitt packen würden. Dies war aber nicht der Fall, der Anstieg im Landesschnitt von 6 kg Fett+Eiweiß hatte ich nicht erwartet, waren es die letzten 4 Jahre als zwischen - 1 und 5 gewesen. Aber der gleitende 12-Monatsschnitt sah nach der November-Kontrolle schon deutlich besser aus:

                                Milch-kg   Fett %  Eiweiß %  kg Fett+Eiweiß
Brandenburg 13/14     9.277        3,98     3,37         682             + 6 kg        
Brandenburg 12/13     9.152        4,02     3,37         676
Boberow 13/14           9.089        3,97     3,52         681             + 12 kg
Boberow 12/13           9.001        3,92     3,51         669              
Boberow gleitend        9.139        4,04     3,52         691             + 24 kg  zu Dez 12 - Nov 13
Dez 13 - Nov 14

Benjamin

Freitag, 12. Dezember 2014

Letzte Pegeltour

Die Bewässerungssaison (siehe Post vom 28.05.2014) ist zwar schon seit September zu Ende aber danach müssen weiterhin monatlich die Pegelstände gemessen werden. Diese müssen wie die anderen Pegelstände im Saisonverlauf und die entnommenen Wassermengen bis Jahresende an die untere Wasserbehörde gemeldet werden. Da man nicht weiß, wann die Beamten schon ihr Jahr beenden bin ich nun die Dezemberrunde gefahren, um am Montag den ganzen Papierkram fertig zu haben.
Wie hier am Doppelpegel der Grundwassermessstelle Lanzer Weg, der bei 9,60 m stand. Bei milden Temperaturen und viel Regen sind die Wege ziemlich schlammig, sodass ich nach dieser letzten größeren Dreckfahrt in diesem Jahr das Kuhauto wieder von Braunvieh auf Schwarzbunt zurück geputzt habe:

Benjamin


Mittwoch, 10. Dezember 2014

Drachenzähne

Das sind natürlich keine echten Drachenzähne sondern Ein- und Zweihornspitzen.
Die linke stammt von Kuh 1109 (siehe Post vom 17.09.13), deren Horn mittlerweile zu einem gefährlichen "Dosenöffner" geworden war. Und bevor was Ernsthaftes passiert wurde das entschärft.
Die andere ist von Kuh 1111, übrigens mit nicht mehr messbaren 800+ kg die dickste von allen, wo wir im Frühjahr die Spitze des rechten Hornes abgesägt hatten, weil das wegen der Krümmung kurz davor war in den Schädelknochen einzuwachsen:

Benjamin

Sonntag, 7. Dezember 2014

Nach Ivenack - Teil 2

Im Kälberbereich war ich sehr von dem Boxensystem angetan. Mit über 30 Iglus über den Hof zu wandern ist zu aufwändig, daher werden die jüngsten Kälbern in Boxen unter Dach gehalten. Zwischen den Rückseiten der Boxenreihen läuft im Boden eine Kratzer-Kettenenmistung wie es sie auch früher in den alten Anbindeställen gab. Zum Ausmisten nach der Umstallung der Kälber in die Gruppenhaltung wird die links im Foto  zu erkennende Tür geöffnet und der Mist einfach nach hinten in den Kanal geschoben. Die hinten überstehenden Seitenwände können zur Reinigung herausgezogen bzw. auch mehrere Einzelbuchten zu einer größeren zusammengelegt werden:

























Haben auch über die technischen Details zur Umsetzung der Flaschenfütterung gefachsimpelt. Die Gedanken müsste man noch für ein wirklich alternatives Konzept weiter verfeinern.

Im älteren Teil der Stallungen sind die Sonderbereiche mit Trockensteher und Abkalbebuchten. Dort befindet sich auch der Vorgängermelkstand des Karussells, mit dem die frischabgekalbten und auch gesperrten Kühe gemolken werden. Ist ein Fischgrätenmelkstand von Germania in Voll-Edelstahl-Bauweise und so merkt man gar nicht, dass der schon 16 Jahre alt ist. Von diesem Blickwinkel aus sieht man gar keine Kühe, weil die Grube sich trapezförmig nach vorne hin verbreitert und man auf die Technikverkleidungen hinter den Kühen kuckt.

Benjamin

Samstag, 6. Dezember 2014

Nach Ivenack - Teil 1

Letztes Wochenende war ich auf Betriebsbesichtigung bei Familie Hummel in Ivenack; der Hof liegt in unmittelbarer Nähe zu den berühmten tausendjährigen Ivenacker Eichen.

Mein Hauptinteresse war der neuere Teil der Stallungen, der ein ähnliches Layout hat wie die in Pinnow geplanten und dort das gleiche Planungsbüro daran beteiligt war. Was man sich alles nicht aufschwatzen lassen soll...
Insgesamt ging es um die kleinen Details, die im Alltag viel Zeit und Nerven kosten können.

Das Melkkarussell ist ein GEA AutoRotor Magnum 90, sehr ähnlich dem DeLaval PR3100 HD: Die amerikanische Ausführung aus Edelstahl, niedrigen Platzteilern für schnellen Kuhwechsel und alle Schrauben und Rohre in Zoll (da graut es mir davor). Im Gegensatz zu DeLaval, wo die Melkzeuge in Warteposition im Kabinett geparkt werden (siehe Post vom 23.02.14) werden sie hier an der Abnahmeschnur unter die Plattform abgelassen.
Gegenüber der Serienausführung wurde das Karussell optimiert, wie auf dem Foto zu sehen ist wurden die Haltearme für die Melkzeuge verlängert und die Entwässerung der Plattform wird nach außen geleitet, weil im Inneren des Karussells nicht dreimal täglich saubergemacht wird:



















Im Kuhstall werden die Boxen mit separiertem Gärrest eingestreut. Weil das Rückwärtsfahren mit einem angehängten Futterveteilwagen dafür zu lange dauerte bzw. beim zügigen Fahren zu viele Boxenbügel gekostet hätte ist auch da die Lösung verblüffend einfach: Ein abgelegter selbstfahrender Futtermischwagen, bei dem der Fräsarm abgebaut wurde. "Kopf zum Fenster raus und rückwärts gehts.":

Benjamin

 

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Als Ausbilder

Aktuell bin ich in Sachen Ausbildung unterwegs. Seit gestern habe ich erstmals einen Lehrling auf der Anlage in Boberow zugeteilt bekommen. Dort läuft er quasi auf Fabiennes Position: Vormittags und Mittags als Assistent bei den managementbezogenen Arbeiten dabei, wo es das meiste zum Erklären gibt und dann als dritter Melker in der nachmittaglichen Melkschicht. Mit dem entsprechenden theoretischen Vorwissen natürlich auf einem ganz anderen Niveau.
Heute war der Schwerpunkt die Fütterung, über die Eigenschaften der einzelnen Futtermittel und die Analyseergebnisse der Silagen.
Beim Melken läuft es sehr gut, an zwei Tagen hat er nun schon drei Kühe mit akuter Mastitis gefunden; da ist zwar die Buchte mit den Sperrmilchkühen voll aber bis zur S-Klasse in der Milchqualität nicht mehr allzu weit.

Benjamin

Dienstag, 2. Dezember 2014

Kuhlernstichprobe

Für mich war heute in Garlin der Zuchtfortschritt richtig sichtbar. Bei einigen Dutzend Jungkühen wurden Ohrstanzen für die genomische Typisierung genommen.
Hintergrund dabei ist folgender: Da die genomische Zuchtwertschätzung auf dem Genom beruht und man das schon bei einem ungeborenen Rind bestimmen könnte, stehen keine Eigenleistungen dahinter. Daher braucht man eine Referenz, über die man die Effekte der einzelnen Gene herleiten kann. Anfangs nahm man dafür alle Bullen, von denen genetisches Material zur Typisierung verfügbar war und es Leistungsdaten von den Töchtern gab. Diese Bullen bildeten dann die Lernstichprobe zur "Kalibrierung" des Verfahrens. Diese Lernstichprobe muss aber ständig erneuert werden, um dem Zuchtfortschritt in der Population Rechnung zu tragen. Dabei gibt es aber das Problem, dass über die genomische Schätzung nicht mehr genügend Bullen als Datengrundlage nachkommen, denn es wird der "Schrott" schon aussortiert, bevor man an den Töchtern merkt: "Der taugt nichts." Dazu hab ich schon im Studium gelernt, dass man nicht umhin kommen wird auch eine Kuhlernstichprobe zu machen, also Kühe direkt mit ihrer eigenen Leistung zu nehmen.
Mittlerweile ist es nun soweit und rund anderthalb Jahre lang werden alle Jungkühe der mecklenburger und brandenburger Testherden, der Spitze der deutschen Rinderzucht, dafür typisiert. Und die Garliner und Pinnower Kühe gehören dazu.
Und wenn sie schon eingefangen sind so habe ich auch gleich bei denen mal die Schwänze geschnitten.

Benjamin

Samstag, 29. November 2014

Baufortschritt Melkstand - Teil 2

- zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier - 

Im nordischen Winter mit den langen Nächten ist es zum Feierabend nun schon als lange dunkel, sodass ich einen ganzen Monat nicht mehr im neuen Melkstand war. Das habe ich heute Mittag dann mal nachgeholt. Aktuell werden die Kabinette und Platzteiler auf die Plattform des Karussells geschweißt. Wo ich die Melkstände in Boberow und Garlin gewohnt bin kommt mir das alles noch viel luftiger und heller vor.
Am linken Bildrand wird dann der Ausgang vom Karussell sein und direkt im Vordergrund der Dipproboter.

Benjamin

Dienstag, 25. November 2014

Arbeitsverlagerungsmaßnahme

Heute stand das jährlich Bluten der Kühe für die BHV-1 und Para-TB-Untersuchung an. Um es nicht zu kompliziert werden zu lassen wurden dann alle in einem Durchgang gemacht und wenn sie dann schon mal eingefangen sind auch gegen Parasiten behandelt. Das Wetter hat gerade in diesen Stunden mitgespielt und mit ordentlich Arbeitskräften hat es auch gut funktioniert und es gab keine schweren Verletzungen. 
Zur Arbeitserleichterung hat das Landeslabor nun bei den Untersuchungsanträgen ein Strichcodesystem, mit dem dann die Kuhnummern und die zugehörigen Proben bequem eingescannt werden. Wird nicht mehr vor den Aufkleber der Probe die Kuhnummer geschrieben sondern einfach den Aufkleber neben den Strichcode der jeweiligen Kuh geklebt. Die sind aber nach der amtlich-offiziellen 10-stelligen Ohrmarkennummer aufgelistet und das erstreckt sich dann über 15 Seiten... Da ließ ich nur parallel die Nummern vorne am Kopf mitschreiben, bevor diese ganze Zettelwirtschaft zur Zuordnung jeder einzelnen Probe in der Scheiße hinter den Kühen ewig dauert bis schiefgeht. 
Nachmittags parallel zum Melken hab ich den Aufenthaltsraum besetzt und mit allen Zetteln über den Tisch verteilt die Strichcodes der Proben eingeklebt. Zum Schluss hatte jede Kuh ihren Aufkleber und so habe ich nicht einmal drei Stunden dafür gebraucht.

Benjamin

Sonntag, 23. November 2014

Baufortschritt Melkstand

 - zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier -

Wieder mal ein Foto vom derzeitigen Baufortschritt am neuen Melkhaus. Das Dach mit den Lichtfirsten ist komplett montiert, die Fassadenverkleidung ("Plastikfassade") auch und im Obergeschoss und der Frontseite wurden schon die Fensteröffnungen ausgesägt und die Fenster eingesetzt. Und auch die Sektionaltore beiderseits des Melkkarussells sind montiert, sodass der Innenausbau über den Winter weitergehen kann.

Benjamin

Samstag, 22. November 2014

Aktuelles Foto von Nina

Genau vor einem Jahr (Post vom 22.11.2013) schrieb ich über Nina, die kurz nach der Geburt schon ihrer Mutter zum Melkstand folgen wollte.
Zwischenzeitlich wurde sie Fabiennes erstes Lieblingskalb und heute zu ihrem ersten Geburtstag gehört sie zur ältesten Färsengruppe im Jungviehstall.
Ihre Mutter Nr. 1045 wurde letzte Woche trockengestellt und soll Ende Dezember wieder kalben.

Benjamin

Schneits?

Bisher gab es noch keine Anzeichen des Winters hier oben in der Prignitz, hatten als schöne Herbsttage, zwar trüb, aber recht warm. Unabhänig von diesem milden Wetter bin ich aber letzte Woche in den Winterschlaf gefallen oder es kommt mir zumindest so vor.
Gestern ging es dann auch witterungsmäßig Richtung Winter, morgens nur 1 Grad und gefrorener Reif und nachmittags zog vor der Dämmerung vom Feld her binnen Minuten dichter Nebel auf, so schnell, man konnte zukucken. Da wurde es so viel heller im Stall, dass mein Kollege meinte, vom Melkstand aus gesehen: "Das ist alles weiß. Schneits draußen?" Soweit ist es noch nicht und braucht es auch gar nicht...
Um kurz vor halb fünf; in der brandenburger Provinz steigen die Nebelschwaden aus dem Moor empor:

Benjamin