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Montag, 16. August 2021

Monensin

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Monensin ist ein antibiotischer Leistungsförderer der in den Kohlehydratabbau im Pansen eingreift. Sämtliche antibiotische Leistungsförderer wurden 2006 in der EU verboten. So gab es Ende der 2000er Jahre zu meinen Studienzeiten einen regelrechten Hype um probiotische Mittel. Da habe ich auch 2010 in den Semesterferien bei einem Kälberversuch auf meinem Stammbetrieb LVAV Hofgut Neumühle geholfen, bei dem die Kälber Kraftfutter mit einem probiotischen Wirkstoff bekamen.
Vereinfacht erklärt hauen Antibiotika unerwünschte Mikroben weg während Probiotika sie mit anderen Mikroben verdrängen (z.B. im Darm).

Monensin wirkt gegen die Mikroben die Kohlenhydrate auf dem Acetatweg verstoffwechseln. Durch die geringere Konkurrenz wird der Propionatweg gefördert, der für die Verdauung effizienter ist, weil keine Futterenergie durch Methanbildung verloren geht. Es steht also mehr Energie zur Verfügung, die dann ich Milch- oder Fleischleistung umgesetzt werden kann.

Weltweit gesehen ist Monensin in der Rinderfütterung von Bedeutung. Neben diskutierten Varianten wie Zusatz von ätherischen Ölen, Algen oder Impfungen gegen Methanbildner sehe ich in Monensin auch eine Möglichkeit den Methanausstoß von Rindern zu senken. Ob gewollt oder durchsetzbar ist eher unwahrscheinlich.

Benjamin

Freitag, 13. August 2021

Methan


Auf molekularer Ebene unterscheiden sich die Abbauprozesse der Kohlenhydrate durch die Pansenmikroben. Beim Propionatweg wird Wasserstoff benötigt, beim Acetatweg wird dagegen Wasserstoff frei. Und da gasförmiger Wasserstoff wegen der Explosionsgefahr nie gut ist wird von den Methanbildnern Kohlenstoff drangehängt und es entsteht so Methan (CH4). Das ist der gleiche Prozess wie in einer Biogasanlage, wobei diese darauf ausgerichtet ist und beim Wiederkäuern das Methan ein Stoffwechselprodukt ist das nicht weiter genutzt wird. Durch die Pansenmotorik wird das Gas ausgestoßen, Ruktus nennt sich der Vorgang und ist ein geräuschloses Rülpsen.
Wenn eine Kuh ganz flach auf der Seite liegt, wenn sie z.B. nicht aufstehen kann funktioniert der Ausstoß des Methans nicht mehr und die Kuh gast dann auf, der Pansen ist dann prall mit Methan (und auch CO2) gefüllt. Dann muss die Kuh auf den Bauch gedreht oder durch die Bauchdecke der Pansen angestochen werden mit einem Trokar, wie er auch für das Toggeln einer Labmagenverlagerung verwendet wird (siehe auch Post vom 18.11.2019).

Methan ist ja ein Treibhausgas. In der Wirkung 20 bis 30 mal so stark wie CO2. Aber es sammelt sich nicht auf Ewigkeiten in der Atmosphäre an sondern reagiert mit Sauerstoff zu CO2 und Wassersdampf. Zudem ist das Methan der Rinder (bzw. aller Wiederkäuer) nicht fossil wie das Leckgas aus der Öl- und Gasförderung. Der darin erhaltene Kohlenstoff wurde von den Futterpflanzen als CO2 zuvor der Atmosphäre entnommen. 

Benjamin