Sonntag, 28. Februar 2016

Wo sich Fuchs und Hase...

... Gute Nacht sagen oder umgangssprachlich am Arsch der Welt oder auch mitten in der Prignitz. 
So saß am Donnerstagmorgen die ganze Tierproduktion im Schulungsraum versammelt zur alljährlichen Arbeitsschutzunterweisung. Dabei hatten die meisten nebenher den Hof im Blick, um zu sehen, wann Futter gebracht wird usw. Als dann jemand sagte: "Da läuft ein Fuchs!" Mitten am Tag lief der in aller Ruhe die Straße vor dem Melkzentrum (vgl. Post vom 25.07.2016) entlang und bog dann auf den Acker ab.
Könnte vielleicht der gleiche gewesen sein, den ich schon mehrmals morgens am anderen Dorfende ganz entspannt auf der Straße habe sitzen sehen.
Das wirkt schon ein wenig provinziell, wenn das Wild über den Hof maschiert, aber andererseits der beste Beweis für die Artenvielfalt in den großräumigen Kulturlandschaften.

Benjamin

Mittwoch, 24. Februar 2016

Verblühte Landschaften

Das mit den verblühten Landschaften ist daher der Posttitel, weil das untenstehende Foto aus der gleichen Perspektive aufgenommen ist wie die blühenden Landschaften (siehe Posts vom 03.10.2013 und 06.11.2015). Der Gelbsenf stand bis Ende des Jahres kräftig grün und fror dann mit dem Frost im Januar zügig ab.
Aktuell ist das Wetter sehr wechselhaft, von strahlendem Sonnenschein bis Platzregen mehrmals am Tag, wäre es 15 Grad wärmer könnte man Aprilwetter dazu sagen bzw. in Rheinhessen im Mai.
Und da kommen teilweise tolle Lichtverhältnisse zustande, wie hier in der Morgensonne. Im Vordergrund ist das umgegrubberte Vorgewende.
"Ach wie schee is Brandeburg!":

Benjamin


Montag, 22. Februar 2016

Super Kundenservice

2014 hatte die EU die Grenzwerte für Quartäre Ammoniumverbindungen stark herabgesetzt. Daher wurde von Arla in den Molkereien aufgrund dieser niedrigen Grenzwerte und der damit verbundenen Gefahr von Überschreitungen sämtliche Reinigungs- und Desinsfektionsmittel, die quartäre Ammoniumverbindungen (schöne Abkürzung QAV) enthalten abgeschafft. Und nun wurde das auch für die milchliefernden Höfe vorgeschrieben. Hatte einen komischen Beigeschmack, weil das zeitlich passend bekannt gegeben wurde, als in England ein Vetrag über 200 Millionen kg Frischmilch an Müller-Milch verloren gegangen war, wovon man aber nur aus den Medien erfuhr...
Daher fragten wir bei den einzelnen Hersteller der Reinigungsmittel an, ob in den von uns verwendeten Produkten QAVs enthalten sind. Die schickten dann Erklärungen zurück, dass keine QAVs enthalten sind. Schnell und formlos, man will ja schließlich weiterhin verkaufen.
Besonders überrascht war ich von der Firma Finktec, von der wir Reinigungsmittel für die Milchtanks beziehen. Auf deren Internetseite schrieb ich in das 08/15-Kontaktformular das Anliegen mit den betroffenen Produktnamen und keine Stunde später hatte ich in meinem E-Mail-Fach eine von der Zulassungsabteilung unterzeichnete Erklärung über die QAV-Freiheit. Was für ein toller Kundenservice!

Benjamin

Dienstag, 16. Februar 2016

Yamamoto in Boberow

Hatte ich noch im Dezember (siehe Post vom 17.12.2015) gesagt, dass sich Hokkaido und Yamamoto wahrscheinlich nicht wieder sehen werden, so ging das jetzt doch ganz schnell. Vorletzte Woche wurde im Pröttliner Jungviehstall umsortiert und zum Schluss war Yamamoto übrig und so wurde er nach Boberow zu Hokkaido gebracht.
Streicheln lassen sie sich nicht, aber Hokkaido ist zwar scheu aber trotzdem halt neugierig:

Benjamin


Samstag, 13. Februar 2016

Testherde

Der Testherdenbetrieb mit dem Einsatz von Testbullen und der Tatenerhebung an deren Töchter (Leistungs- und Gesundheitsdaten) sind für uns ja Alltag. Aber bisher war dies nur in den Herden in Pinnow und Garlin der Fall, die seit nunmehr 11 Jahren zum ProFit-Testherdenprogramm der RinderAllianz (vormals RMV) gehören. Das Problem für uns war allerdings dabei, dass bei den Tierwechseln von und nach Boberow, wo die Herde historisch gewachsen zum RBB gehört, die Tiere aus dem Testherdenprogramm herausfallen. Die ganze Datenerfassung läuft für das normale Management fast genauso bis auf paar Kleinigkeiten, aber für die Zucht gehen die Daten verloren.
Nun wird die Agrar Boberow rückwirkend zum 01. Februar ins RBB plus-Testherdenprogramm aufgenommen und zwar in die höchste Erfassungsstufe mit allen Gesundheitsdaten.
Am Donnerstag wurden die Rahmenbedingungen abgeklärt, was insbesondere die Kapazität zur Anpaarung mit Testbullen war und die Unterschiede zum mecklenburger Programm. Dies ist einmal die Exterieureinstufung sämtlicher Erstkalbskühe, auch die die nicht von Testbullen Abstammenden als Vergleich und die Anpaarung von Testbullen an Färsen.
Jetzt spielt Boberow in der Zucht auch ganz oben mit und meine Kühe werden ihren Beitrag zum Zuchtfortschritt leisten, wie er nicht größer möglich ist.

Benjamin

Freitag, 12. Februar 2016

Nach Schönhagen - Teil 3

Milchleistung kommt von Grundfutterleistung. Besser kann man die Milchviehhaltung nicht zusammenfassen. Und in Schönhagen kommt man auf geschätzt über 6.000 kg aus dem Grundfutter. Dies kann nur durch hohe Futteraufnahmen und beste Grundfutterqulität erreicht werden. So ist die Milchproduktion für die Futterernte zuständig; schon ein Vorteil wenn die Fütterer und Melker, die das ganze Jahr über die Futterqualität schimpfen würden es selber machen.
Drohenaufnahmen bieten einen schönen Überblick: An die 45 t Walzgewicht auf dem Silo, die Schräge sehr lang gezogen und mit Seitenfolien:






















Aus einem anderen Blickwinkel Hintergrund die Biogasanlage und das Windrad sowie Quaderballensilage, in die entweder feuchtere Partien gepresst werden um das eigentliche Grassilo homogen zu halten und Luzerne, die zusammen mit Trockenschlempe (Protigrain) als einheimisches Eiweißfutter Sojaschrot ersetzt.





















Und abschließend noch ein Foto, das ich schon vorher kannte, weil es das Motiv für September 2015 vom RBB-Kalender war: Guarana. Wie vom Namen es sich vermuten lässt ist ihr Vater Guarini, also eine Halbschwester zu meiner Gisela:

Benjamin

Dienstag, 9. Februar 2016

Nach Schönhagen - Teil 2

Es war schon am späten Nachmittag bzw. am Abend recht duster und dazu noch richtig norddeutsches Wetter, sodass ich keine Fotos gemacht habe. Aber ich habe paar Fotos für die Posts bekommen. Vielen Dank noch einmal!

Der Futtertisch mit einem Fress-Liegeplatzverhältnis von 1 : 2,5, wo die Kühe im 24h-Betrieb in Schichten fressen; ich sah zumindest keinen freien Platz. Bei dem entsprechenden Durchsatz pro Fressplatz (so 130 kg am Tag!) und dem schmalen Futtertisch wird viermal täglich gefüttert. Bei der hohen Leistung gibt es nicht so die klassischen Leistungsgruppen sondern es wird nach der Frischmelkergruppe nach Laktationsnummer sortiert (1, 2-4, 5+) und Zellzahl (< 100.000; > 100.000). Links ist der Abkalbestall zu erkennen.






















Und ein Foto vom Jungviehstall. Von der Aufstallung her ähnlich wie der in Boberow: Zweiflächenbuchten mit Fressbereich auf Spaltenboden und Liegebereich in Tiefstreu. Aber halt fast 20 Jahre moderner, arbeitswirtschaftlich effektiver und mit Aussenfuttertischen. Alles sehr hell und luftig und ein Dach ist heutzutage nur noch ein Wetterschutz. Hier sind die Färsen ab knapp einem dreiviertel Jahr, dann zur Besamung und kommen tragend in den Stall links davon:

Fortsetzung folgt!

Benjamin

Montag, 8. Februar 2016

Weizen Webcam - Teil 6

- zur Überischt der Weizen-Webcam -> hier - 

Die Tage werden nun länger und die Sonne geht jetzt um die Zeit auf, wenn ich morgens von Boberow nach Pinnow fahre. 
War nicht die übliche Uhrzeit und Fahrtrichtung, aber vom Licht passte es so schön.

Wo der Winter wahrscheinlich rum ist sind zumindest bei einem flüchtigen Blick keine Auswinterungen zu erkennen.

08.02.; 07:53:

Benjamin

Samstag, 6. Februar 2016

Nach Schönhagen - Teil 1

Am gestrigen Freitag war ich auf Besuch bei der PBK Rinderzucht Schönhagen in Pritzwalk-Schönhagen. Den Geschäftsführer kenne ich wie mancher Kuhblogleser aus Studienzeiten und obwohl nur 40 km entfernt habe ich über zweieinhalb Jahre gebraucht mal dorthin zu kommen...
Sind mit über 11.500 kg pro Kuh und Jahr in der Spitzengruppe von Brandenburg und der leistungsstärkste Betrieb in der gesamten Prignitz, die ja über 2.100 km² groß ist und einen Milchkuhbestand von mehr als 17.000 hat.
Mit Altanlagen ist so salopp daher gesagt, dazu zählt man schnell alles was älter als 30 Jahre ist. In Schönhagen ist bis auf den vor zwei Jahren neu gebauten Jungviehstall sowie die Biogasanlage alles alte Bausubstanz, teilweise noch aus den 1950ern mit deckenlastigen Bergeräumen, wo man aber (mit viel Handarbeit) die Kälber mit guten Aufzuchtergebnissen halten kann.
Und der Haupt-Kuhstall ist ein Umbau zum Fünfreiher mit einem Fress-Liegeplatzverhältnis von 1 : 2,5 und darin laufen dann die Hochleistungsgruppen. Insgesamt fiel beim Rundgang auf, dass alle Tiergruppen, sowohl Färsen als auch Kühe von der Größe und Kondition her sehr homogen sind.
Danach gings an die Zahlen: Prüfbericht der Milchleistungsprüfung, Rationen und Kennzahlen, wo ich dann nicht so mitreden konnte. "Wie, Du weißt als Produktionsleiter nicht, wo Deine Kosten liegen?" "Die Geheimhaltung der finanziellen Verhältnisse ist halt wichtiger als dass ich die Einsparpotentiale mobilisieren kann." Tja, bei solch einem Unterschied im Niveau merkt man, dass man trotz allem doch ein Krauter ist, wenn auch ein großer...

Ich habe schon viele Betriebsbesichtigungen gemacht, aber noch keine war so beeindruckend und nirgends war soviel mehr Sein als Schein.

Fortsetzung folgt!

Benjamin

Donnerstag, 4. Februar 2016

Überbleibsel - Teil 8

- zur Übersicht der Überbleibsel-Serie -> hier - 

Mal wieder ein Überbleibsel.
Und zwar der große Schaltschrank im Boberower Melkhaus. Schon alleine an den durchgestrichenen Beschriftungen der Blechdeckel kann man die Umbauarbeiten daran erkennen. Dies bezog sich vor allem auf den Abbau der Antriebsmotoren für die Futterbänder als der Ställe von Anbinde- auf Laufstallhaltung umgebaut wurde.
Es sieht halt sehr abschreckend aus, wenn man davor steht. Als mal das Computersystem der Melkstände abgestürzt war wollte der Servicemonteur das ganz klassisch am Schaltschrank beheben und wie er dann davor stand: "Nein, das muss irgendwie auch anders gehen." Wo wir dann den Computer resetet haben und das auch geholfen hat.
Die offenen Kästen sind einmal links für den FI-Schalter, der nie zugeschraubt wird, weil der besonders beim Güllerühren im Stall gerne mal rausfliegt und es dann doch zu viel Arbeit ist den Deckel für zwei Monate wieder draufzuschrauben. Und bei dem anderenn sind die Sicherungen für die Milchpumpen und Spülautomaten drin, wo letztens was repariert werden musste.



 















Das Typenschild ist vom VEB Elektroschaltgeräte Grimma, wie oft man die sieht muss dort bestimmt dreiviertel der ganzen Elektroinstallation hergestellt worden sein.

Benjamin

Montag, 1. Februar 2016

Nach Dedelow - Teil 3

Bei der großen Herde in Dedelow fällt auch die Melktechnik entsprechend größer aus.
Mit dem Bau des neuen Stalls wurde 2013 auch ein neues Melkzentrum gebaut, das das 60er Innenmelkerkarussell von Westfalia ersetzte - größere Innenmelker sind glaube nie gebaut worden.
Das neue Karussell ist wie in dieser Größenklasse heute üblich ein Außenmelker und zwar ein Boumatic Xcalibur 360EX mit 72 Plätzen. Und das ist schon extrem groß; wie mich im Sommer einer unserer ehemaligen Lehrlinge besuchte und wir im Subway in Pinnow standen meinte er man würde den Größenunterschied zu ihrem 52er Karussell daheim deutlich sehen, immerhin machen 8 Plätze mehr 2 Meter mehr Durchmesser.
Bei 72 sind es dann noch einmal 3 Meter im Vergleich zu 60. Am deutlichsten sieht man es wenn man außen steht, da ist man derart auf die Krümmung der Plattform bei 60 Plätzen geeicht.

Blick von der "Tribüne" oberhalb des Melkmateriallagers. Das komplette Melkhaus wird mit Abwärme der Biogasanlage geheizt, bei -2 Grad Außentemperatur bringt das komfortable Arbeitsbedingungen und keine technischen Probleme. Ist dann etwas neblig:

















 

Am Ende der Plattform werden die Kühe von einem Roboter gedippt. Dies ist ein Boumatic SR-1, der im Gegensatz zum TSR von DeLaval hydraulisch funktioniert und der eigentliche Arm sich nur in zwei Dimensionen bewegen kann und in der dritten Dimensionen komplett am Boden verschoben wird und somit am Karussell immer hin und her fährt. Ganz klassisch als Vorführeffekt hatte der Roboter Probleme mit den Kameras, da war draufgeschissen worden und mussten erst vom Treiber geputzt werden - ist überall doch das Gleiche.
Hier sieht man, dass die Melkzeuge nach der Abnahme heruntergelassen werden und unterhalb der Plattform hängen und somit beim Rein- und Rausgehen nicht im Gefahrenbereich sind. Gleichzeitig werden sie zur Säuberung ein Stück vor dem Roboter durch Wannen mit Wasser und Desinfektionsmittel gezogen.
Und unten rechts ist der Anschluss für den Schlauch der Melkanlagenspülung:



















Ein Blick auf die andere Seite, dem Melkerbereich mit zwei Plattformen. Die erste für zwei Personen zum Vormelken und Abputzen der Euter und links - außerhalb des Bildes - der Ansetzbereich. Das Besondere hier ist aber der dazwischen montierte Kärcherroboter, der nach der letzten Kuh der Schicht die vorbeifahrende Plattform säubert:

























Auch wenn ich vorletztes Jahr in Idaho von der Kuhzahl weitaus größere Höfe gesehen habe, bleibt Dedelow doch eine Liga für sich. Es war eine sehr interessante Besichtigung!

Benjamin

Samstag, 30. Januar 2016

Nach Dedelow - Teil 2

In Dedelow wurde auf der Milchviehanlage in Verlängerung der alten Ställe 2013 ein weiterer Stall gebaut, um den Kühen einfach mehr Platz zu bieten. Eigentlich ein normaler Doppel-Dreireiher mit planbefestigten Laufgängen und Tiefboxen (Seperat-Häckselstroh-Gemisch als Einstreu). Die Besonderheit ist hier die Bandfütterung, die an die bestehende Fütterungsanlage angebaut wurde, um nicht mit verschiedenen Verfahren arbeiten zu müssen.
Hier ist es aber als Überkopffütterung ausgeführt, wo dann mit dem Hoflader das Restfutter rausgeschoben wird. Im Gegensatz zu üblichen Systemen mit einem fixen Förderband und einem beweglichen Pflug zum Abwerfen ist das Förderband beweglich und fährt den Trog entlang. Und wo früher die Fütterungsanlagen vom Kombinat Takraf mit der Erfahrung aus der Braunkohleförderung gebaut wurde ist diese Anlage auch von einem Konstruktionsbüro für Bergbautechnik entworfen worden - was man sofort sieht, denn alles ist extrem robust ausgelegt.
Etliche Neugierige haben sich versammelt:



















Und ein spontan entstandenes Foto, weil diese Kuh noch aufmerksamer die am Stall vorbeilaufende Besuchergruppe beobachtete. Nur 1,0 % der brandenburger Kühe sind rotbunt, also nur an die 1.600 insgesamt und einige davon stehen auch in Dedelow. Im linken Ohr sieht man den Transponder für die Tiererkennung im Melkkarussell - dazu mehr im nächsten Post!
Halt durch das Windschutznetz mit 20 mm Maschenweite fotografiert:




















Fortsetzung folgt!

Benjamin

Donnerstag, 28. Januar 2016

Nach Dedelow - Teil 1

Zwei Wochen nach dem Testherdentag kommt nun endlich der Bericht über den Besuch in Dedelow. Es wird immer ein in der Nähe zum Tagungsort liegender Testherdenbetrieb besucht. Und für mich war das der Anlass, den weiten Weg nach Pasewalk gar nicht in Frage zu stellen.

Einfach die Bedeutung der Milchviehanlage in Dedelow, mit an die 2.500 Kühen nicht nur der größte der Testherdenbetriebe und mehr als doppelt so groß wie unsere drei Herden zusammen sondern auch die Historie des Betriebes:
1968 wurde hier der Prototyp der MVA 2000 gebaut, quasi die Vorgängerserie der weitverbreiteten MVA 1930 ("1930er-Anlage"), wie sie auch unsere Nachbarn in Karstädt haben (siehe Post vom 22.02.2014) oder mein Bruder in Kolochau leitete (siehe Post vom 09.12.2013).
Mitte der 1960er, als mein Urgroßvater wie hundertausende andere auch vier Kühe angebunden hielt, das ganze Leben mit Blick an die Wand, nicht einmal mit einer Tränke wurde hier ein Konzept entwickelt, das dem damals technisch Möglichen entsprach: Ein Liegeboxenlaufstall mit Vollspalten für 2000 Kühe und die zugehörigen Tränkekälber, automatische Fütterung über Futterbänder und ein 40er-Innenmelkerkarussell (Impulsa M 691).
Wie zukunftweisend diese Auslegung war zeigt sich daran, dass Dutzende von Ställe dieses Konzepts 50 Jahre nach Entwicklung und über 30 Jahre nach Ende der Bauserien Anfang der 1980er immer noch in Betrieb sind mit wenigen Veränderungen, insbesondere modernisierter Melktechnik.
In Dedelow wurde 1973 nochmal der gleiche Stall daneben gebaut, sodass die erste MVA 3750 mit dann 3745 Plätzen entstand.
Hinzu kam das zentrale Ausbildungszentrum für "industriemäßige Rinderhaltung", wo als "Schrittmacherbetrieb" der "wissenschaftlich-technische Fortschritt" von der Forschung in die breite Praxis überführt wurde.

Charakteristisch ist die Bandfütterung. Am insgesamt rund 300 Meter langen Hauptband zweigen die Nebenbänder für die einzelnen Kuhgruppen ab. Beschickt wird das Hauptband von zwei Seiten, auf der einen die Kraft- und Mineralfutterkomponenten und von der anderen das Grobfutter aus fünf Dosierern (Pressschnitzelsilage, Maissilage, Luzernesilage, zwei verschiedene Grassilagen). Da braucht es keinen Futtermischwagen, durch die Programmierung fährt es dann im richtigen Mischungsverhältnis vor die Kuh.
Die Aufgabe des Fütterers ist es das Futter von den Silos mit dem Radlader zu den Dosierern zu fahren:




















Das zweite Foto zeigt einen Blick in eine leerstehende Gruppe, das charakterisch ist. Bei der Breite des Stalls von über 100 Metern fällt das meiste Licht über die Lichtbänder im Dach ein; genauso wie die große Anzahl an Lüftern für das entsprechende Stallklima. Hier ist es eine Stahlkonstruktion, die spätere MVA 1930 war dann aus Stahlbeton. Links ist einer der Tröge, später wurden obenliegende Bänder gebauert, wo ein seilgezogener Pflug das Futter in den Trog wirft, wodurch fast beliebig oft am Tag gefüttert werden kann. Hier wurden Krippeneinzugsbänder gebaut, wo das Band mit dem Futter drauf den Trog entlang gezogen wird. Das hat zwar den Nachteil, dass nur zweimal am Tag gefüttert werden kann, weil bei jeder Fütterung das ganze Band zuerst wieder aufgerollt werden muss, aber dabei wird das Restfutter abgekratzt und läuft mit einem eigenen Band zu einem Auswurf an der Stallseite - sehr komfortabel!




















 
Weitere Infos:
A.G.U. Agrargesellschaft Uckermark AG

Fortsetzung folgt!

Benjamin

Mittwoch, 27. Januar 2016

Angels Geburtstag

Angel, eines von Fabiennes Lieblingskälber und Giselas jüngere Schwester, ist mittlerweile ein ordentliches Jungrind und wurde heute ein Jahr alt.

Hier das Geburtstagsfoto, mit einer schönen Perspektive:

Benjamin

Dienstag, 26. Januar 2016

Testherdentag - Teil 2

Zum Testherdentag gibt es neben den Berichten zum aktuellen Stand auch immer Vorträge, was mit den erhobenen Daten herausgefunden wurde.
Fr. Kopke von der Uni Halle stellte die Ergebnisse des Mortellaromonitorings (siehe auch Posts vom 08.10.2015 und 28.10.2015) an 6.000 Kühen aus mecklenburger und brandenburger
Testherden vor. Dabei waren dreimal im dreiwöchigen Abstand die Hinterfüße auf Mortellaro bonitiert worden. Dabei waren es fast nur Höfe mit Außenmelkerkarussellen, weil ein hoher Durchsatz bei bester Sicht. Bei der Berechnung der Erblichkeiten waren wir ausgeschlossen worden, weil die zu diesem Zeitpunkt vielen akuten Mortellarofälle (hatten aber auch die beste Entwicklung über die drei Termine!) das Gesamtbild verzerrten. Die Erblichkeiten lagen mit 12 - 42% bei den einzelnen Merkmalen höher als vorher gedacht und nun schließt sich eine genomische Studie an, wo es schon einige vielversprechende Genorte für die Mortellaroanfälligkeit zu geben scheint.
Prof. Swalve von der Uni Halle, quasi der "Vater" des Testherdenprogramms stellte eine Masterarbeit vor, in der der Einfluss verschiedener Exterieurmerkmale auf die Nutzungsdauer aus dem Datenmaterial von 11.000 Testherdenkühen untersucht wurde. Dabei war das Ergebnis, dass meist die extreme Ausprägung von Merkmalen schlecht für die Nutzungsdauer ist. Als wichtige Merkmale wurden die Sprunggelenke und viele der Eutermerkmale gefunden, im Gegensatz zu Körpermerkmalen, die kaum Einflüsse zeigten.
Dr. Boldt stellte Ergebnisse von der Berechnung des Einflusses von Exterieurmerkmalen auf Gesundheitsparameter vor. Dabei kam heraus, dass die Beckenneigung einen Einfluss auf die Totgeburtenrate hat, die Beckenbreite aber nicht. Und tiefe und sehr milchtypische Kühe
haben häufiger Stoffwechselprobleme, was vor allem bei der Körpertiefe überraschte. Dagegen war es ganz plausibel, dass Kühe mit schlechten Beinen häufiger Klauenerkrankungen haben.

Benjamin

Samstag, 23. Januar 2016

Testherdentag - Teil 1

In der letzten Woche waren wir von der Leitung der Milchproduktion auf dem Testherdentag 2016 der RinderAllianz in Pasewalk. Vorpommern ist eine der von uns aus entferntesten Ecken des Zuchtgebiets, sodass wir 300 km quer durch MV fuhren.
Nachdem vor zwei Jahren die RSA und RMV zur RinderAllianz fusioniert sind kommen jetzt zum Jahr 2016 15 Betriebe aus Sachsen-Anhalt zum ProFitplus-Testherdenprogramm hinzu und die Zahl der einbezogenen Kühe steigt auf gut 35.000 an.
Zusammen mit dem Brandenburger Testherdenprogramm, die zusammen verrechnet werden, sind mittlerweile über 2.700.000 Datensätze angefallen, was über 2/3 aller in Deutschland erhobenen Gesundheitsdaten von Milchkühen entspricht. Ursprünglich mal für eine genauere Datengrundlage im klassischen Testbulleneinsatz vor der Zeit der genomischen Selektion begonnen ist mittlerweile daraus die Spitze der deutschen Holstein-Zucht geworden.
Und als Erfolge des fleissigen Sammelns von Daten gibt es seit der August-Zuchtwertschätzung die Zuchtwerte Kalbungplus und Mastitisplus, die auf der Mela vorgestellt wurden (siehe Post vom 14.09.2015 und bei der RinderAllianz). Nun wird zur nächsten Zuchtwertschätzung im April der nächste auf dem Testherdenprogramm basierende Zuchtwert eingeführt, Klauenplus. In diesen fließen die ganzen Daten aus der Klauenpflege ein, kurzum welche Bullen Probleme mit den Füßen vererben und welche nicht.
In Zukunft soll es die Quartalsberichte mit den betriebsindividuellen Auswertungen dann auch auf einer Online-Plattform geben, dann schön zum Benchmarking geeignet.

Benjamin

Freitag, 22. Januar 2016

Schnappschuss am Freitag

Mal ein sehr besonderes Foto: Wenn man ein Melkkarussell hat, das 17 h am Tag stillsteht und es draußen -10 Grad sind kann man schon auf manch schräge Idee kommen.
Heute musste eine Kuh mit Labmagenverlagerung operiert werden. Der Nachwartehof ist zwar windgeschützt und eisfrei aber dann doch recht kalt, der Melkbereich mit der Dämmung und den Heizlüftern dagegen über 0 Grad, dass die Technik nicht einfriert.
Also den Vorhang zum gedämmten Bereich geöffnet und die Kuh über den Bipass des Selektionstors in den Ausgang vom Karussell gebracht und dort auf einem Melkplatz festgebunden. Kann da nicht groß rumzappeln und man kommt gut ran.
Platz 12 für die Kuh, Platz 13 als Arbeitsbereich und Platz 14 mit dem Material:

Benjamin



Dienstag, 19. Januar 2016

Weizen Webcam - Teil 5

- zur Übersicht der Weizen-Webcam -> hier

Endlich mal wieder ein Foto mit Schnee. Nachdem es letzte Woche tagsüber taute ist jetzt wieder durchgehend Dauerfrost mit bis zu -10 Grad. Am Wochenende hat es etwas geschneit, bei der trockenen Luft ist aber das meiste schon wieder verdunstet.

18.01.; 13:06:

Benjamin

 

Sonntag, 17. Januar 2016

Wir machen Euch satt!

Wenn zur Internationalen Grünen Woche die ganze agrarpolitische Aufmerksamkeit auf Berlin gerichtet ist und Landwirtschaftsgegner, deren Essen aus dem Supermarkt kommt und Spendensammelkonzerne daraus Kapital schlagen wollen müssen wir Bauern ein Zeichen dagegen setzen.
Daher sind wir gestern mit einer kleinen Abordnung gemeinsam mit Kollegen von den Nachbarhöfen zur Demonstration nach Berlin gefahren. Wir machen Euch satt! - Redet mit uns statt über uns! Für Diskussion über die Landwirtschaft ohne Diffamierungen, ohne Ideologien, sachlich und wissenschaftlich fundiert. Denn die Bauern machen tagtäglich die Bevölkerung satt.


Vor der Demonstration war noch Platz paar Fotos zu machen, die Emsländer waren sehr stark vertreten:




 
















Und aus dem Berliner Umland waren genau 30 Traktoren gekommen, mehr hatte die Polizei aus Platzgründen nicht erlaubt:



 
















Wieviel Bauern da waren kann ich nicht sagen, lässt sich bei der Menge schlecht schätzen, von 500 bis 4000 hat man alle möglichen Zahlen gehört. Aber es stehen eine dreiviertel Million daheim bei der Arbeit gebliebenen dahinter und über 80 Millionen Mitbürger, die täglich essen.
Eine super Stimmung mit viel Applaus bei den Reden, Trillerpfeifen und Sprechchören; den Zusammenhalt zu spüren zwischen den Bauern aus ganz Deutschland und den unterschiedlichsten Produktionsrichtungen:

Benjamin





Sonntag, 10. Januar 2016

Planerfüllung 2015

Nun sind die Zahlen zur Planerfüllung der Leistung nach abgelieferter Milch in Boberow für das Jahr 2015 berechnet. 
Mit der Menge wurde der Plan übertroffen, aber der Milchfettgehalt erreicht nicht die doch ambitionierten Ziele:
                                   Plan       Ist    Differenz  % von     
                                                                         Plan   
l/Kuh                          8.578    8.643     + 65      100,8   
kg/kuh                        8.750    8.816     + 66      100,8   
Fett-%                          4,10      3,99    - 0,11       97,3   
Eiweiß-%                      3,55      3,53    - 0,02       99,4   
kg fettkorrigiert             8.969    8.793    - 176       98,0   
kg energiekorrigiert       8.935    8.879      - 56       99,4   
F+E-kg                          669       663        - 6       99,0     


So sieht der Vergleich zu den Vorjahren aus, wo die Steigerungen vom Vorjahr nicht wiederholt werden konnten, was auch der schlechten Futtersituation im zweiten Halbjahr 2013 geschuldet war, die leichter überboten werden konnte:

Jahr                             2013    2014     2015  Differenz
                                                                    2014 - 2015
l/Kuh                          8.080    8.380    8.643    + 263
kg/kuh                        8.242    8.548    8.816    + 268
Fett-%                          3,97     4,09      3,99    - 0,10
Eiweiß-%                      3,52      3,51     3,53    + 0,02
kg fettkorrigiert             8.172    8.742    8.793      + 51
kg energiekorrigiert       8.272    8.698    8.879    + 181
F+E-kg                          617       650       663      + 13


Und der neue Plan für das Jahr 2016, der von 9.000 kg abgelieferter Milch pro Kuh ausgeht, man muss ja schließlich auch Ziele haben. Der geplante Fettgehalt wurde etwas gesenkt, weil zwar 2014 fast erreicht, aber doch etwas zu unrealistisch eingeschätzt:

l/Kuh                          8.824  
kg/kuh                        9.000  
Fett-%                          4,05  
Eiweiß-%                      3,55  
kg fettkorrigiert            9.113  
kg energiekorrigiert      9.138  
F+E-kg                          684    




Benjamin
 

Samstag, 9. Januar 2016

Schwanzamputation

Kuh Nr. 1183, Samone - benannt nach ihrem Vater Samburu, was man an den Dalmatinerflecken sieht - hatte echt Pech: Eine andere Kuh muss ihr unglücklich auf den Schwanz getreten sein, sodass sich die Verletzung entzündete und ein eitriger Abszess entstand, der ins Rückenmark zog. Daher musste nun der Schwanz amputiert werden. 
Zum Ablauf: Der Schwanz wird unter Lokalanästhesie gesetzt, unterhalb der Stelle der Abtrennung in einen Besamungshandschuh gepackt - also ein weiteres Einsatzgebiet dafür (vgl. Post vom 25.12.2015) - , der Rest gewaschen und kahlrasiert und oben fest abgeschnürt, dass nicht zu viel Blut verloren geht. Die Lache auf dem Foto stammt aus dem unteren Teil des Schwanzes, was zurück lief. Dann werden zwei Hautlappen freigeschnitten, mit denen nach dem Abtrennen des Schwanzes zwischen zwei Wirbeln die Querschnittsfläche abgedeckt und vernäht wird, dass das neue Schwanzende auch von Haut umschlossen ist. Danach wird noch ein Verband umgelegt, dass es ungestört verheilen kann.
Meine Aufgabe war dabei den Schwanz passend zu halten bzw. später den Stummel möglichst weit vom schmutzigen Rest der Kuh weg.
Und sie war die ganze Zeit über extrem ruhig bis sogar desinteressiert und fing irgendwann an wiederzukauen.

Das Foto nach erfolgreicher Operation. Da der Abszess, als Verdickung am linken Schwanzstück zu sehen, ziemlich in der Mitte saß musste recht viel amputiert werden, sodass nur noch ein ungefähr 20 cm langer Stummel übrig blieb:

Benjamin

Freitag, 8. Januar 2016

Ultraschall

Wieder ein Post in Bezug auf die Statistik: Letztens war ein Suchbegriff aufgelistet "Ultraschalluntersuchung". Der bezog sich wahrscheinlich auf meinen Ausflug nach Neulewin (siehe Post vom 25.02.2015).
Aber es gibt auch Interessantes über die Ultraschalluntersuchungen bei uns in Pinnow und Postlin (siehe auch Post vom 19.05.2014) zu erzählen
In der Pinnower Milchviehherde wird Ultraschall eingesetzt neben den Trächtigkeitsuntersuchung für die Sterilitätsuntersuchungen bei Kühen die nicht in Brunst kommen wollen wegen verschiedenster Beeinträchtigungen im Fruchtbarkeitszyklus und der Puerperalkontrolle in der vierten oder fünften Woche nach der Kalbung, um zu überprüfen ob die Gebärmutter sich richtig zurückgebildet hat.

Vom Ablauf her greift der Tierarzt wie bei der manuellen Trächtigkeitsuntersuchung in den Enddarm; also Rektalisieren, kommt von Rectum, lateinisch für Enddarm. Beim Manuellen wird durch die Darmwand nach unten getastet, ob in den Gebärmutterhörnern die Verdickung einer Frucht (= komplett alles von Embryo bis Plazenta) zu fühlen ist. Beim Ultraschall wird stattdessen die Sonde nach unten gehalten, um die Gebärmutter abzuhorchen.

Ein schematische Ansicht dazu:


















So sieht es dann von außen aus mit dem eigentlichen Ultraschallgerät:





 




















Und die Aufnahmen aus dem Inneren von Kuh 523, die am 20. November vom Vertretungsbesamer der RinderAllianz besamt wurde, der meinen Kollegen vertritt, wenn dieser frei hat. Der Bulle ist Anamur, ein genomischer schwarzbunter Holstein.
Es ist ein Kalb drin und es lebt, wird dann ihr viertes sein und war auch ein Erstbesamungserfolg - mit der ersten Besamung in dieser Laktation trächtig geworden. Nach 48 Tagen ist es ungefähr 2 cm groß. Die Ansicht war auf dem Display auf die doppelte Größe herangezoomt . Mal die Spiegelungen von den Flutlichtstrahlern und den Dreck nicht beachtet ist alles in Graustufen dargestellt, weil das Echo der Ultraschallwellen halt keine Farbe hat. Grau ist Gewebe und schwarz Flüssigkeit, hier das Fruchtwasser, wo dann gesucht wird ob darin was schwimmt. 
Links ist der Kopf zu sehen, dann die Ansätze der Vorderbeine, mit denen es eifrig gestrampelt hat und dann der hintere Rumpf, der noch nicht so stark differenziert ist.
In diesem Stadium kann man das Geschlecht noch nicht erkennen. 
Und ich bleibe dran an "523/4", um den 25. August rum soll es Geburtstag haben!

Benjamin  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachtrag: Dies ist der Übersichtspost zur Serie 523/4. 
Die weiteren Posts der Serie:
Neugeborenes Kalb 523/4, Post vom 31.08.2016
Fiebermessen bei 523, Post vom 03.09.2016
523/4 am Tränkeautomat, Post vom 11.09.2016

Mittwoch, 6. Januar 2016

Heizvieh

Mit Beginn diesen Jahres ist doch noch der Winter gekommen.
War es an Weihnachten nachts +13° C, so waren es am Montag -11° C. Beim momentan vorherrschenden trockenen Ostwind waren es sogar gefühlte -18° C. Und dann die Rheinhessen, die kein Kontinentalklima gewohnt sind, wo ja auch noch der letzte Winter ausgefallen war.
Gestern Nachmittag und heute Nacht hat es zudem etwas geschneit, aber zum Glück nicht soviel, dass geräumt werden musste.
Probleme haben wieder die Tränken im Boberower Abkalbestall ("Bullenstall") gemacht. Das massive Mauerwerk ist eine ideale Kältebrücke, woran die Wasserleitung entlang läuft (halbwegs zu sehen im Post vom 25.01.2015). Mit 4 Trogtränken und 4 Schalentränken ist es für jede abzutrennbare Buchte ausgerüstet und es würde für rechnerisch 150 Kühe reichen. Bloß waren nur 14 eingestallt, die das Wasser nicht am laufen halten konnten und zu wenig heizten.
Nachdem die Technische Abteilung die Tränken wieder gangbar gemacht hatte wurde Heizvieh eingestallt. Neben den wöchentlichen Umstallungen in die Abkalbebucht - Transen holen - wofür 5 dran waren alle leerstehenden Buchten mit Trockenstehern aufgefüllt, was nochmal 19 waren. Diese 24 zusätzlichen Kühe brachten genug Heizleistung, bestimmt 15 kWKuh-thermisch, sodass heute Nacht nichts mehr einfror. Dafür steht jetzt bei zu wenig Lüftung im verschlossenen Stall die Luft. Tausche Durst gegen Schadgasbelastung... aber der aktuelle Plan sieht für Freitag bei ansteigenden Temperaturen vor, wieder die zusätzlichen Kühe auszustallen und tagsüber die Tore zu öffnen.

Benjamin

Sonntag, 3. Januar 2016

62 kg am Tag

Für 2015 habe ich keinen Jahresendbesuch bei Braunies Familie auf Hofgut Neumühle gemacht sondern einen Neujahrsbesuch für 2016.
Am Montag hat Mais Alterskameradin Sonne gekalbt, auch wieder ein Bullenkalb. Der Vater ist der Bulle Mahuva von CRI, wobei das Sperma über die RUW gekauft wurde. (-> hier gibts die Bullenkarte)
Mai selbst bricht alle Rekorde. Hatte ich bei ihr schon in der ersten Laktation gesagt, dass sich der Zuchtfortschritt deutlich zeigt, so ist sie nun in ihrer vierten in der Spitzengruppe angelangt. Im Wochenmittel liegt sie bei 62 kg Tagesleistung und am Montag waren es sogar 64,65 kg gewesen. In den 45 Melktagen seit ihrer letzten Kalbung (siehe Post vom 23.11.2015) hat sie 2.253 kg gemolken und dürfte damit die 100-Tage-Leistung von 5.000 kg knacken. Insgesamt lag sie in den letzten beiden Jahren in keiner Milchleistungsprüfung, auch kurz vor dem Trockenstellen, unter 20 kg bei einer Zellzahl von stets unter 60.000 und das auch in der dritten Laktation!
Zum Zuchtfortschritt: Ihre Grossmutter Leoni hat es in bisher knapp neuneinhalb Jahren auf durchschnittlich 6.875 kg Jahresleistung geschafft, ihre Mutter München (= Braunie) in knapp viereinhalb Jahren auf 7.380 kg und Mai selbst in bisher etwas über drei auf 11.220 kg.

Im Liegebereich des Versuchsabteils, die komfortablen Tiefboxen mit Pferdemist- und Häckselstroheinstreu, sowie die extra robusten Doro-Boxenbügel, bei denen die Kühe "den Kopf frei haben". Vorne in der linken Reihe Mai und die vierte in der rechten Reihe, die herkuckt ist Leoni.

Benjamin

Start in 2016

Allen Lesern des Kuhblogs wünsche ich ein gesundes neues Jahr 2016!

Es wird rund um meine Kühe bestimmt wieder viele interessante Dinge geben, über die es sich zu schreiben lohnt.

Benjamin

Sonntag, 27. Dezember 2015

Überbleibsel - Teil 7

- zur Übersicht der Überbleibsel-Serie -> hier - 

Heute über ein Überbleibsel, von dem vor nicht allzu langer Zeit noch mehr übrig war: Dem Wiegehäuschen mit der Brückenwaage am Boberower Mühlenweg, direkt vor der Milchviehanlage.

Das erste Foto ist im Juli 2013 aufgenommen, obwohl es momentan auch sehr warm und sonnig ist.
Damals war noch die Wiegebrücke vorhanden, die im Februar 2014 entfernt wurde, weil die Holzbohlen nach jahrelangem Nichtgebrauch stark verwittert waren. Dies war einer der wenigen Einsätze für unseren Bagger (siehe Post vom 14.02.2015) in letzter Zeit.



 















Die Waage ist eine mechanische Laufmassenwaage, wo die Gegenmasse auf dem Hebelarm verschoben wird bis es sich im Gleichgewicht befindet, der Wert kann dann an der angebrachten Skala abgelesen werden:



 















Auf dem Typenschild steht die Höchstlast: 15 t; das erscheint erstmal nicht viel für eine Fahrzeugwaage, aber schließlich ist die Baujahr 1962 und damals gab es im landwirtschaftlichen Gebrauch auch nichts Schwereres. Ganz genau weiß ich es nicht, aber die Errichtung der Waage düfte gemeinsam mit dem ersten Bauabschnitt der Milchviehanlage nach der Kollektivierung zur LPG Typ 3 (= gemeinsame Tierproduktion) erfolgt sein. Damals wurde der 80er-Anbindestall mit Bandfütterung gebaut, heute der alte Kälberstall (siehe Post vom 25.01.2014).






 












Die Plakette mit dem Logo des VEB Oschatzer Waagenfabrik, darauf stilisiert die Frontansicht der St.-Aegidien-Kirche als Oschatzer Wahrzeichen.
Heute heißt die Firma Oschatzer Waagen GmbH und baut vor allem Dosierwaagen: http://www.oschatzer-waagen.de

Benjamin

Samstag, 26. Dezember 2015

Weizen Webcam - Teil 4

- zur Übersicht der Weizen-Webcam -> hier -

Zu Weihnachten wäre ein Foto von den verschneiten Weiten der Prignitz schön gewesen, aber auch auf das Foto "Bullen im Schnee" musste ich lange warten (siehe Post vom 05.02.2015) und so gibt es aktuell bei Nachttemperaturen im zweistelligen Bereich kein Schnee und nicht mal Winter sondern arg später Frühherbst.

In Rheinhessen sagte ich als zu dem Wetter "Braune Weihnachten", in Bezug auf die brachliegenden Äcker, auf die im nächsten Jahr die Zuckerrüben kommen. Und daher nun ein Foto von den "Grünen Weihnachten" mit dem Weizenfeld:

25.12.; 13:01:

Benjamin




Freitag, 25. Dezember 2015

Besamungshandschuh

Mal wieder was mit Bezug auf die Statistik.
Und zwar war letztens unter den aufgelisteten Suchbegriffen "Besamungshandschuh".
Da zur Besamung in den Enddarm (Rectum) gegriffen wird um dann von "Außen" die Besamungspipette durch den Gebärmutterhals zu schieben, zieht man dafür Handschuhe an.
Sind dünne Einmalhandschuhe, die bis zur Schulter reichen.
Obwohl ich keine Kühe besame habe ich immer ein paar Stück einstecken, weil man die meist braucht wenn man nicht dran denkt. Auf dem Foto beim Abnehmen einer festsitzenden Nachgeburt zwei Tage nach der Kalbung. Die Melkerhandschuhe lasse ich dabei an, der Besamungshandschuh kommt erst nach dem äußerlichen Saubermachen der Kuh nur für das Reingreifen drüber.
Und auch bei der Geburtshilfe gibts die Handschuhe, dann aber beidseitig und die Melkerhandschuhe nach dem Saubermachen oben drüber gezogen, weil die enger anliegen und man so besser greifen kann.

Benjamin