Montag, 9. Dezember 2013

Quer durch Brandenburg

Am gestrigen Sonntag habe ich meinen Bruder dort besucht, wo er nun als Herdenmanager arbeitet. 300 km, einmal quer durch ganz Brandenburg bis fast nach Sachsen. War für mich ein kleiner Kulturschock, zumindest im Winter wirkt das Elbe-Elster-Land sowie der angrenzende Fläming wie die südwestdeutschen Mittelgebirge und nicht so flach und weit wie ich es von hier oben aus dem Nordwesten Brandenburgs gewohnt bin.
Die große Tour über die Höfe dauerte natürlich viel länger als geplant. Interessant war einerseits das Konzept, dass jeder Hof ein eigenständiger Betrieb und auf einen Betriebszweig spezialisiert ist. So wird eine Kuh von ihrer Geburt bis zur zweiten Kalbung sieben (!) Mal umgesetzt und verkauft. Und auch alle Kühe, die mal eine Euterentzündung bekommen, werden dann an einen der Betriebe verkauft. Da kommt man sich selbst mit der eigenen Umsetzerei auf einmal gar nicht mehr so extrem vor.
Und andererseits die Milchviehanlage des Typs MVA 1930; nach einer detailierten Führung bin ich noch mehr erstaunt, wie dieses Konzept Anfang der 1970er derart durchdacht war, dass die Ställe noch 40 Jahre später, wenn auch mit gewissen Umbauten, höchsten Ansprüchen genügen. Da steht Planwirtschaft für wirklich gut geplant und an alles gedacht, bis auf den einzigen Nachteil, dass die Spalten nicht befahrbar sind - weil damals gab es noch gar keine Hoflader.

Der Stall ist breiter (28 Reihen) als lang, in der Mitte stehend sieht man eigentlich nur Kühe; das Licht fällt größtenteils von oben ein. Hier sind auch die Förderbänder für das Futter oberhalb des Troges zu sehen.




















Zwei Zäune für Schwarz-Weiß-Trennung in zwei Stufen, wenn auch nicht mehr so strikt durchgeführt wie in den 70ern. Rinder sind robuster als Schweine, das SMR damals erst recht, aber wenn schon Hygiene dann richtig!






















Ein schöner Sonntagsausflug wars, trotz der langen Fahrerei.

Benjamin

Sonntag, 8. Dezember 2013

Mikroklima

Diese Woche wurden rechtzeitig vor dem Winter noch die Abdeckungen für die Kälbernester fertig. Im Jungviehstall ist von der Lüftung her wirklich gutes Klima, bloß lagen die Tränkekälber in der kalten Fallluft, die durch die Lüftungsschlitze an der Traufen strömt. Kälbernester mit Mikroklima zu schaffen lag da nahe, bloß müssen dreimal pro Woche der Traktor bzw. Teleskoplader zum Einstreuen und Ausmisten durchfahren können. Daher war meine Idee eine Form von Luftleitung zu bauen, dass die kalte Luft erst im Fressbereich nach unten abfällt. Dieser Plan wurde abgeändert zu Abdeckungen, die zum Durchfahren zwischen die Ständer hochgeklappt werden können. Es hat lange gedauert, aber mit der Konstruktion hat sich die Werkstatt mal wieder selbst übertroffen: Alurahmen mit LKW-Plane bespannt und über Kettenzüge mit Gegengewichten zu bedienen. Zusätzlich wurden die Lüftungsschlitze mit Planen verkleidet.
Die Höhe ist auch optimal, man kann darunter gebückt hinter den Kälbern herrennen.
Und es gibt Gerüchte, dass es weitere Serien für die anderen Kälberställe geben soll.

Benjamin


Samstag, 7. Dezember 2013

Schneesturm

Der Orkan verlief hier stürmisch, aber nicht so schlimm wie befürchtet. Donnerstagmorgen hieß es im Radio "Orkanböen, auf Darß und Rügen bis 150 km/h". Nachmittags wurde es ungemütlich, es wurde windig und der Regen kam waagrecht. Abends dann schon Richtung Sturm. Freitagmorgen dann ein leichter Schneesturm, sodass das meiste trotz Plusgraden liegen blieb. Abgesehen von den Schleichern auf der B5 (Opel mit 35...) kam ich ohne große Verzögerungen nach Boberow, auch die Straße durch den Wald war passierbar. Bin ich nicht nur aus Bequemlichkeit die kürzeste Strecke gefahren, sondern auch um kucken, ob Bäume dem Futtertransport im Weg liegen.
Gegen Mittag wurde es ruhiger, aus dem Schnee wurde Matsch, der Abends wieder gefroren ist. Zwischenzeitlich gab es sogar etwas Sonne, sodass es es schön anzusehen war:

Benjamin

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Nach Karow

Heute ging es für mich zusammen mit dem Leiter der Mutterkuhabteilung nach Karow zu einer Veranstaltung des RMV und der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei bezüglich Milchviehfütterung. Der erste Eindruck vom Vermarktungszentrum des RMV in Karow war der gleiche wie bei denen andere Zuchtorganisationen, wie vom VOST in Aurich oder RBB in Groß-Kreutz: Das Sperma ist zu teuer!
Unter den Vorträgen war einer zur Zusammenfassung von Forschungsergebnissen, die auf der letzten Tierernährungstagung in Fulda präsentiert wurden, dabei auch über den Einfluss des Schnittzeitpunkts auf die Inhaltsstoffe bei Luzerne aus Bingen von Trautwein et. al. Die zugehörigen Fotos von den Mitarbeitern als Wuchshöhenvergleich gabs in dem kurzen Überblick aber leider nicht.
Aus Sachsen die Ergebnisse zur technischen Umsetzung der optischen BCS-Messung, wo die Grundlagen gelegt sind und schon eine höhere Wiederholbarkeit als bei der klassischen Einstufung erreicht wurde. Zur Anwendung des BCS in der Fütterung vom Versuchsbetrieb in Iden; mit Abgangsleistungen von über 54.000 kg wieder was aus kompromisslos-konsequenten Sphären, wo das Zuhören richtig Spaß macht.
Als Höhepunkt gab es den "Vergleich der Körperkondition aus Zucht- und Fütterungssicht". Eine fette und eine rappelige Kuh; im BCS eingestuft und dann die Live-Rückenfettdickenmessung mit Übetragung des Ultraschallbildes auf den Beamer. Aus züchterischer Sicht wurde dann die rappelige Kuh schöngeredet...

Benjamin

Dienstag, 3. Dezember 2013

"Zufällige" Kuh

Mal wieder was über eine der Kühe, die sich heute zufällig in den Vordergrund gedrängelt hat:
Und zwar Samanta, Nr. 1001, die "erste" Kuh der Herde. Der Namen nimmt Bezug auf ihren Vater Samburu, was man auch an der dalmatinerartigen Fellfärbung sieht. Geboren ist sie im August 2011 und kalbte erstmals im September auf der anderen Milchviehanlage in Garlin, mit einem Erstkalbealter von 25,5 Monaten gehörte sie doch zu den Frühen. Mitte November kam sie mit einer Gruppe andere Erstkalbenden nach Boberow. Bin mit ihr ganz zufrieden, leistungsmäßig ist sie bei 32 kg täglich und hebt sich damit von den später Dazugekommenen ab, die fast drei Liter hinter den in Boberow Abgekalbten zurückliegen.
Aber heute hat sie eine große Show abgezogen. Morgens war sie am Fressgitter, um den Aktivitätsmesser am Halsband wieder anzuschalten. Den Tag über war sie anschließend im "Warteabteil" und zum nachmittäglichen Melken ging es in den Vorwartehof des Melkstand. Auf dem Weg dorthin sprang sie über die so 1,10 m hohe Bretterwand, die den Treibgang von den Liegeboxen abtrennt - ganz rüber kam sie aber nicht. Da holte mich mein Kollege hinzu. Sie hing über der Wand, die Vorderbeine im Kopfraum der Liegeboxen und die Hinterbeine im Treibgang. Mit der Beckenklammer hochzuheben ging nicht, weil die Ecke nicht mit dem Frontlader zu erreichen ist. Die Idee stattdessen war, die Vorderbeine wegzuziehen, dass sie in einer halben Rolle vorwärts über die Wand rutscht. Bis ich dafür die Stricke geholt hatte war sie doch aus eigener Kraft drüber. Habe ich dann ein Stück des Nackenrohrs der Liegeboxen abmontiert, um sie auf den Gang zu lassen. Gings zur nächsten Station: Sie macht hinter einem der Durchgänge eine 120°-Kehre und schlüpft neben dem Klauenstand in den strikt kuhfreien Arbeitsbereich hindurch. Dort hat sie die am Freitag randvoll aufgefüllte Schrottonne umgeworfen und auch noch die dazugehörige Schaufel kaputtgedrehten - so stabil sind die  Plastikdinger gar nicht, 300 kg reichen vollkommen aus. Haben sie aber ohne weitere Zwischenfälle da raus und zum Melken bekommen.
Es wäre ja zu langweilig nur mit braven Kühen und es gäbe abends nichts zu berichten.

Benjamin

Sonntag, 1. Dezember 2013

Foto am Sonntag

Für Fabienne gibt es heute ein Foto von Michi.
Es wurde Anfang November von meinem Bruder aufgenommen. Da sie sehr anhänglich und verschmust ist konnte ich ganz einfach ihre Rückseite - ohne Schwanz - in die Kamera drehen.

Benjamin

Samstag, 30. November 2013

Anruf aus dem Allgäu

Da die Nummer des Telefons in meinem Stallbüro allgemein aus der Zeit vor der Zugehörigkeit der Agrar Boberow zur Landgenossenschaft Pröttlin bekannt ist, bekomme ich da schon interessante Anrufe. Von den Interessanteren betrifft mich das meiste nicht und dann heißt es entweder abwimmeln - wie BDM, Büromöbelhersteller usw. - oder an die Zentralverwaltung weiterzuleiten. So auch an diesem Donnerstag, als ich einen Anruf von Schnell Motoren bekam, von denen die Motoren der Biogasanlage stammen. Da musste ich erklären, dass ich zwar die letzte ihnen bekannte Telefonnummer habe und zur richtigen Firma gehöre, aber trotzdem nicht der richtige Ansprechpartner bin und wer zuständig ist. Und "ohne ins Detail zu gehen: Gibt es die Motoren überhaupt noch?" "Ja, sind in Produktion!" Es scheint heute wohl nicht mehr selbstverständlich zu sein, dass die Kundschaft friedlich in den Akten schlummert.
Ich muss mal nachkucken, wieviel Hunderttausend Stunden der ältere der beiden Motoren überhaupt hat, wenn die Haltbarkeit sogar den Hersteller überrascht.

Benjamin

Dienstag, 26. November 2013

Kurze Tage

Jetzt ist es vorübergehend Winter geworden. Die meiste Zeit war es heute gefroren, zum Glück aber ohne Schnee und Eis, sodass es für die Arbeit nur kalt war.
Ende November sind hier im Norden die Tage schon recht kurz, zwischen Sonnenauf- und -untergang an die 8 Stunden.
Morgens um kurz vor halb neun ist es endlich hell und die Gänse und Schwäne fliegen in gemischter Formation vom Rambower See aus, um die Getreide- und Rapsäcker abzufressen. Im Hof liegt das Futter für die Trockensteher und Färsen, das vor den Stichfuttertischen abgeladen wird, da diese nicht mit dem Mischwagen befahrbar sind.

 
Kurz nach halb drei schon in der tiefstehenden Nachmittagssonne, der Reif auf den Dächern ist getaut. Der Teleskoplader steht bereit um den Mist vom planbefestigten Teil des Kuhstalls zu schieben.
 
Benjamin

Freitag, 22. November 2013

Früh übt sich...

...wer eine fleißige Milchkuh werden will! So auch Nina, das Kalb, das heute Nacht geboren wurde. Als ich morgens ankam lag sie im noch nicht eingestreuten Reserveiglu. Die Kollegen hatten sie zum Melkbeginn schnell dort hingebracht, denn sie wollte mit ihrer Mutter gleich zum Melkstand laufen. Ein vielversprechender Start für eine große Karriere.

Und extra für Fabienne: Viele Grüße aus Boberow!

Benjamin

Donnerstag, 21. November 2013

Trockengelegt

Die Färsen sind zu neugierig. Bis die mit 25 bis 35 Monaten kalben, werden die nicht nur einen Haufen Geld sondern auch einen Haufen Nerven gekostet haben. Die Balltränken in ihrem Stallabteil sind ja schon für sich alleine eine Katastrophe mit der "Teichflora" und dann macht sich eine der Damen den Spaß wie auch immer einen der Stopfen des Abflusses rauszuziehen. Da war am Montag vor der Tränke keine Tiefstreu mehr sondern Tiefmatsch. Ersatzstopfen rein und frisch eingestreut. Gestern dann das gleiche beim zweiten Stopfen und dieser war auch nicht mehr auffindbar. Musste die Tränke durch Blockieren des Schwimmerventils stillgelegt werden. Gehalten hat es natürlich nicht, denn während ich im Brunnenhaus war, um das Wasser wieder anzustellen wurde im Stall der Schwimmer abgebissen. Also nochmal blockiert und schnell wieder den Deckel draufgeschraubt.
Vielleicht werden sie mit zunehmendem Alter und Trächtigkeit etwas träger.

Benjamin

Montag, 18. November 2013

Neuankömmlinge

Letzte Woche kam eine neue Gruppe nach Boberow und zwar tragende Färsen, die schon an die zwei Jahre alt sind aber trotzdem noch einige Monate bis zum Kalben haben und dazu zwei Deckbullen (die hoffentlich nicht mehr allzu viel Arbeit bekommen). Sie wurden jetzt am Ende der Weidesaison in einem über den Sommer leerstehenden Abteil aufgestallt.

Und neugierig sind sie natürlich auch:

Benjamin




Sonntag, 17. November 2013

Dicke Suppe

Jetzt ist es richtig Herbst geworden und damit neblig. Am Freitag sogar schon Winter, mit Nachfrost und tagsüber maximal 3 Grad. Dazu dichter, kalter Nebel; kurz gesagt das Wetter, welches die Römer dauerhaft aus Germanien ferngehalten hat.
In der Prignitz ist halt nicht ewiger Sommer.

Benjamin


Montag, 11. November 2013

Besuch aus dem Südwesten - Teil 2

Bei der Betriebsbesichtigung ging es nach der Hauptmilchviehanlage auf den Technikstützpunkt, wo trotz geteiltem Interesse fast alle Ecken des Hofes abgegangen wurden - und wir doch die Tankstelle vergessen haben.

Gülledreirad: Einer der Holmer des Lohnunternehmers hatte einen Defekt an der Vorderachse. Werden halt am Stützpunkt 25 t aufgebockt und ein 1050er Reifen abgeschraubt.



Nicht der Werkshof von Irriland in Guastalla sondern in Pröttlin nach der Beregnungssaison.




















Mit dem Xerion nebendran kann man halt nicht so angeben, wo die beiden hier es der Optik nach zusammen auf über 1000 PS schaffen.




















Nach der zweiten Jungviehanlage mit dem Gülleseparator und dem zentralen Schuttplatz für den Wegebau - haben im Hunsrück scheinbar nicht alle Betriebe - sowie der Mutterkuhanlage ging es als Höhepunkt der gesamten Reise nach Boberow. In den Kuhstall konnten wir leider nicht rein, da die Kühe Angst vor dem Geräusch der Schuhüberzieher hatten. Dafür die mecklenburgische Seenplatte im Auslauf der Trockensteher, alle Ställe und die Futterhalle, die nach dem Riesendreck von 33 gehäckselten Rapsstrohballen am Freitag wieder sauber gekehrt war. Und meine Beschreibung vom Geschmack der Pülpe als "wie saurer Grumbeerbrei" traf wieder zu.

Bei dem vollen Programm war nicht viel mit gemütlichem Wochenende, aber es war richtig schön!

Benjamin

Sonntag, 10. November 2013

Besuch aus dem Südwesten - Teil 1

An diesem Wochenende hatte ich Besuch der ersten Abordnung meiner Kollegen aus Binger Zeiten, die aus Kappel, Alzey und Wolpertshausen über 600 km gefahren waren, um mich in der Prignitz zu besuchen.
Neben dem Kulturprogramm außenrum stand für die Studienreise entsprechend die Betriebsbesichtigung auf dem Programm. Die Tour über alle Höfe dauerte mehr als 6 Stunden und es ging schon gut gelaunt los: "Was ist das für eine Ruine da rechts?" "Da fahrn wir jetzt hin!" Aber aus der Nähe betrachtet ein für die damalige Zeit richtig großer und durchdachter Kuhstall, wie heute mancherorts noch nicht gebaut wird.
Über den ersten Jungviehstandort ging es am großen Siloplatz vorbei. Schon alleine der Haufen der Reifen, die vom Zudecken noch übrig waren machte Eindruck und wenn man dann bei dem verregneten Wetter ganz bequem zur Anschnittsfläche fahren kann. Hier ist das Silo höher als früher in Kappel (vor der Zeit als Getreidehalle) breit, es wurde jeder als Größenvergleich davor fotografiert.



















Einen kleinen Umweg auf der Weiterfahrt zur Hauptmilchviehanlage gab es auch, um wenigstens die Sauenställe des Nachbars von außen zu sehen, wenn sie ungeachtet der Bedeutung der Schweinehaltung schon nicht im Besichtigungsprogramm enthalten waren.
Da wir dann dem Chef über den Weg gelaufen sind, konnten wir uns auch die Fischanlage mit den Welsen anschauen, wo ich vorher selbst noch nicht gewesen war.

Und noch für mich ein Foto vor dem großen Kuhstall mit den Schildern:



















Fortsetzung folgt.

Benjamin

Dienstag, 5. November 2013

Vor dem Winter

Der Winter steht bald bevor und daher müssen die nötigen Vorbereitungen getroffen werden. Schließlich ist es schon November und die Weidesaison endet demnächst. Während die Mutterkuhherden dann auf ihre Winterweiden kommen werden die Holsteinfärsen aufgestallt. Ein Teil davon auch in Boberow, sodass heute in dem vorgesehenen Stall alles dafür gerichtet wurde.
Verteilen der Strohballen im Abendrot:

Benjamin

Sonntag, 3. November 2013

Mein Traktor

Bezüglich den großen Maßstäben in der ostdeutschen Landwirtschaft und den dazugehörigen großen Traktoren kommt heute mal ein Foto, auf dem ich stolz neben "meinem" Traktor posiere. Als Herdenmanager habe ich zwar keinen eigenen Stammtraktor und fahre daher bei Bedarf mit dem Hoftraktor der Milchviehanlage: Ein Case-IH 640A, der ungefähr mein Alter haben dürfte. Aber natürlich in Vollausstattung; welcher andere IH der A-Familie hat denn schon Allrad, Vollkabine und Industriefrontlader zusammen?

Benjamin



Donnerstag, 31. Oktober 2013

Erwischt!

Gibt es heute schon das dritte und nunmehr letzte Foto von Mikla bei einem Kalb, denn ich konnte sie mal fotografieren, wie sie auf Jurka lag. Bisher war sie immer heruntergestiegem, wenn jemand ans Iglu kam. Aber heute lagen sie ganz unbekümmert über mehrere Stunden aufeinander, vielleicht traute sich Jurka auch einfach nicht aufzustehen. Ansonsten war es ein ruhiger Tag, alles auf Wochenendrhythmus, denn der Reformationstag ist in Brandenburg (in Mecklenburg-Vorpommern auch) Feiertag. Da die Kühe trotz ihrem preußischen Schwarz-Weiß keine Protestanten sind muss halt gearbeitet werden. Bloß die Wochenarbeiten die überlicherweise auf den Donnerstag fallen wurden verschoben.

Benjamin

Dienstag, 29. Oktober 2013

Optischer Feinschliff

Die Kühe müssen schön aussehen, da lege ich keinen Wert auf so pseudozüchterische Sachen wie Milchcharakter und andere subjektive Einschätzungen, womit mancher sogar das Potenzial einer Kuh ableiten will, sondern auf die sofort sichtbaren Dinge. Und der Feinschliff dafür findet täglich am Fressgitter statt, heute waren es sogar vier verschiedene Gruppen: Kühe zur Besamung, zum Einziehen von Ohrmarken, zur Umsortierung von Trockenstehend in die Anfütterung und zum Trockenstellen.
Was die meisten Kühe betrifft ist das Kürzen der Schwanzquasten. Nachdem eine schriftliche Dokumentation für die Klauenpflege eingeführt wurde braucht man die Quasten nicht mehr, um durch das Abschneiden das ungefähre Datum der letzen Kontrolle bzw. Behandlung erkennen zu können. Daher werden jetzt nach und nach die "Rasselschwänze" entfernt.
Die Halsbänder lasse ich von der Kollegin, die darin den Überblick hat ergänzen, dass auf jeder Seite auch vier Ziffern stehen und man die Kühe von beiden Seiten erkennen kann.
Und dann noch das Einziehen von Ersatzohrmarken. Die Kennzeichnung ist ja gesetzlich vorgeschrieben und man kann es sehr leicht kontrollieren. Also wird nicht lange gefackelt und beim LKV eifrig nachbestellt.
Kuh 1353 bekam heute alle drei Sachen; hier zeigt sie sich fertig gestylt mit ihren neuen Ohrmarken. Sie hatte tatsächlich beide verloren und mich vor ein paar Tagen ganz neugierig im Stall angekuckt, mit vorgestellten Ohren und in beiden nur noch leere Löcher drin. Wie man erkennen kann gehört Laudan zu ihren Vorfahren, und zwar als Großvater mütterlicherseits:

Benjamin

Donnerstag, 24. Oktober 2013

Wild West in der Altmark - Teil 2

Heute wurden in der Altmark die restlichen Färsen und der Deckbulle abgeholt, die vor vier Wochen noch dort geblieben waren. Da nicht mehr sortiert werden musste dauerte es nicht so lange. Dafür zu Beginn beim Einfangen der Herde und dem Treiben zum Sortiergatter, weil sie nicht gleich brav gelaufen kamen sondern eine Runde gerannt sind. Die Cowboys saßen für solche Fälle auf ihrem Pferd, heutzutage ist ein Pickup dafür zeitgemäßer und vor allem praktischer. Die Kollegen vom Mutterkuhbereich haben es da wirklich drauf, schließlich werden die Fleischrinderherden immer per Auto umgetrieben. Es ist schon sehr beeindruckend mit an die 30 km/h inmitten einer galoppierdenen Rinderherde zu fahren. Kriegt man als Kuhbauer im Stall ja auch nicht alle Tage mit.

Früher der Melkstand einer Weidezentrale, heute Sortierplatz:

Benjamin

305.000 l-Feier

Gestern Abend gab es für den Milchviehbereich etwas zu feiern: Und zwar die drei neusten 100.000 l-Kühe, nachdem zwei davon mit der Milchleistungsprüfung im August auch die Marke geknackt hatten. Wurde am Technikstützpunkt fernab der Kuhställe gegrillt. Auch wenn aus Boberow diesmal keine Kuh beteiligt war, so war doch die Mannschaft fast vollzählig anwesend, hatten schließlich dafür die Melkzeit ein klein wenig verschoben.

Benjamin

Dienstag, 22. Oktober 2013

Kälbersommer

Gab es doch noch mehr Kälber im Spätsommer. Diese Woche wurden schon vier geboren und dazu kam dann für den Sommer ein sehr verspäteter Spätsommertag; an die 20 Grad und Sonnenschein. Wahrscheinlich einer der allerletzten Tage in diesem Jahr, an denen man die Ärmel umschlagen kann. 
Da ich heute Nachmittag die Kälber gefüttert habe konnte ich zumindest dieses Foto machen, wie Mikla, die Katze die den Kälberbereich beansprucht mit Michi, dem Kalb ohne Schwanz, kuschelt. War bloß etwas spät, denn zuvor lag sie noch auf ihrem Rücken.

Benjamin

Montag, 21. Oktober 2013

Fotos aus der Pfalz

Jetzt gibt es noch einen Nachtrag von gestern, ein paar Fotos, die ich beim Besuch bei meiner Braunie gemacht habe.

Erst mal eines von Braunie, mit dem roten Fesselband, das dort die Trockensteher tragen. In dreieinhalb Wochen soll sie mit 71 Monaten zum fünften Mal kalben, so was gibt es halt auch! Und was anderswo Kühe nicht einmal fressen dürfen, da liegt sie drauf.
























Wieder einmal ein Blick von der Empore oberhalb des Melkstandes in den Stall; die Ventilatoren links zwischen Selektions- und Versuchsbereich sind neu hinzu gekommen.



















Wurden auch neu aufgehängt: Die Milchwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz macht Öffentlichkeitsarbeit mit schönen Plakaten; bloß nimmt sie dafür - schon peinlich - Fotos von Kühen mit 03er-Ohrmarken:

Benjamin





Sonntag, 20. Oktober 2013

Spätlese und bei Braunie

Heute schreibe ich direkt aus Gundheim, denn hier bin ich gerade für ein verlängertes Wochenende auf Urlaub in der alten Heimat. Zumindest anderthalb Tage war richtiges rheinhessisches Wetter. Erstmals seit vielen Jahren dauert nach dem späten Frühling die Weinlese bis in die zweite Oktoberhälfte. Da habe ich selbst noch bei ein paar Huxel Spätlese gemacht, dass ich doch noch was vom Stock gegessen hab. Heute Morgen war mein obligatorischer Besuch bei Braunie und ihrer Familie, Zuwachs gab es keinen, der jüngste Enkel war wieder ein Bullenkalb. Und es ist auch schön, wenn die Kühe nicht panisch im Vorwartehof rumlaufen, sondern so "Ist mir doch scheißegal"-rumstehen.

Benjamin

Montag, 14. Oktober 2013

Da fehlt was!

Wo es für mich in den letzten Wochen eher routiniert lief und nicht viel Besonderes bei der Arbeit vorkam, gab es heute paar neue Sachen. Morgens konnte ich meinen agrarmeteorologischen Außenposten für die Flächen in Boberow und Mankmuß nach drei Wochen mäßigen Ergebnissen endlich richtig einweihen: Der Regenmesser war nach 29 mm am Samstag gut voll. Die Kälberflaute ist nun auch vorbei, es kamen jetzt in drei Tagen drei Kälber. Zum ersten davon, der am Samstag geborene Michi, wurde mir morgens gleich gesagt: "Das hat keinen Schwanz!" Das erste Mal überhaupt war ich mit Missbildungen konfrontiert, hab erst mal Fieber gemessen, um zu sehen, ob da auch nicht noch der Ausgang fehlt. Aber alles da, nur der Schwanz fehlt. Und sie ist auch sehr lebhaft und säuft ordentlich. Schon erleichternd, wo man bei  Missbildungen sofort an so Sachen wie Spinnengliedrigkeit und Bulldog denkt. Habe auch gleich Meldung beim Zuchtverband gemacht, dass es dem Bullen angekreidet werden kann.

Ganz normal, bloß keinen Schwanz:

Benjamin


Sonntag, 13. Oktober 2013

Foto am Sonntag

Nach dem dunstigen Wetter der letzten Tage hat es mit dem Goldenen Oktober heute für paar Stunden geklappt. Und morgen soll es noch mal sonnig werden.

Benjamin


Mittwoch, 9. Oktober 2013

Goldener Oktober - Teil 2

Das mit dem Goldenen Oktober muss aufgeteilt werden, denn war es am Montag sonnig und richtig schönes Wetter so war es dann heute zwar auch noch ziemlich warm, dafür aber trüb. Da sich die ersten Bäume verfärbt haben und die Blätter beginnen zu fallen nun der zweite Teil.
Und ich fühle mich jetzt noch ein Stück heimischer geworden in Brandenburg/MV, nachdem ich heute erstmals einen der Kirovets beim Silowalzen gesehen habe, wie sich das gehört bei den Dimensionen hier. Der Xerion, der nebendran fuhr ist zwar sichtbar größer, macht aber bei Weitem nicht so viel her.

Benjamin

Montag, 7. Oktober 2013

Goldener Oktober

Vielleicht war es heute schon der schönste Tag im Oktober: Warm, Sonnenschein und die ersten Bäume mit bunten Blättern. Das Wetter hat echt für gute Laune gesorgt.
Nachdem am Samstag auch das zweite Maissilo in Boberow voll wurde ist noch keine Ruhe auf dem Hof eingekehrt, heute wurde wieder vom Lohnunternehmer Gülle gefahren. Wenn auch nicht mit allerhöchstem Durchsatz, weil nur die kleinste Pumpe da war und einer der Holmer zum Ausbringen.

Mal ein Foto aus dem Kälberstall, ein Teil der Truppe von vor der Kälberflaute: Links Sima, schlafend Gisela, in der Mitte Lisa und stehend Marina:

Benjamin




Samstag, 5. Oktober 2013

Etwas Wind

Gestern war mal wieder die Kälberflaute zu spüren, aktuell sind es nur noch drei Kälber unter zweieinhalb Wochen. Außerdem haben meine Kollegen begonnen die Kuhgruppen umzusortieren, was jetzt erst nach zehn Wochen wieder nötig war, nachdem es solange gedauert hatte die Frischmelkergruppe mit abgekalbten Kühen aufzufüllen.
Das Wetter war gestern im Gegensatz zu heute noch gut, zwar morgens mit 3 Grad wieder sehr frisch, dafür nachmittags sehr schön. Bloß etwas windiger dabei, beim Zudecken des Silos mit der Unterziehfolie über Nacht hat die oben drauf stellenweise arg geflattert.

Abends: Es geht los mit dem Zudecken des Silos, vier der sechs Züge sind schon da:

Benjamin



Donnerstag, 3. Oktober 2013

Blühende Landschaften

Anlässlich dem Tag der Deutschen Einheit: Nicht die Anstrengung des Bimbes sondern die der Bürger haben die neuen Bundesländer in blühende Landschaften verwandelt. Und auch in Brandenburg bis über den Horizont hinaus; so wie durch die Kollegen von der Agrarland Steesow auf diesem 70 ha-Acker bei Mellen mit Gelbsenf als Zwischenfrucht:

Benjamin



Mittwoch, 2. Oktober 2013

Übergangszeit

Nach dem doch recht warmen und verregnetem September kommt jetzt im Oktober die Übergangszeit. Bei klarem Himmel waren es morgens frische 2,5°C und nachmittags dann zweistellig. Das optimale Wetter: In thermoneutralen Bereich der Kühe und keine Gefahr, dass die Technik einfriert. Goldener Oktober ist noch nicht, die Blätter an den Bäumen sind noch grün, aber die Herbstsonne ist schon da:

Benjamin

Sonntag, 29. September 2013

Besuch aus Gundheim

Heute bekam ich Besuch aus der alten Heimat und zwar von meinen Eltern, die mich in Grabow besuchten. Gab es nachmittags eine "kleine" Führung über die wichtigsten Standorte, natürlich mit Schwerpunkt in Boberow. Und das Wetter war auch heute ideal dafür.
Wo ich bisher nie dazu gekommen bin: Am Technikstützpunkt die Firmenschilder zu fotografieren, so das ist es jetzt:

Benjamin


Freitag, 27. September 2013

Erstes Maissilo voll

Nach zwei Wochen sind nun alle Maisäcker angehäckselt und das erste Silo damit gefüllt. Eine solch lange Befülldauer hätte ich nicht für möglich gehalten, da aber der Silostock keilförmig aufgebaut wird und zum Schluss bereits die Hälfte fertig zugedeckt ist klappt das. Heute Nachmittag wurde der Rest noch zugedeckt, die Plane kam gerade noch rechtzeitig vor dem nächsten Regenschauer drauf. Es wird ausschließlich mit Reifen beschwert, habe keinen einzigen Silosack gesehen, dafür zig tausend Reifen. Macht den Eindruck, als ob auf dem Haufen die ganzen Altreifenbestände der Prignitz liegen. Der ist so hoch, dass regelrecht Lawinen aus Reifen abgehen, wenn mit dem Radlader eine Schaufel davon genommen wird. Zwischenzeitlich kam auch der Teleskoplader des Nachbarbetriebs, da dieser die Reifen über die Silomauer abkippen konnte.
Kurv bevor das Silo fertig zugedeckt war musste ich wieder zurück in den Stall, dort macht sich die Arbeit ja auch nicht von alleine. Später beim aufgeschobenen Verwaltungskram unter anderem noch die Ergebnisse der heutigen Trächtigkeitsuntersuchung auswerten, so merkte man, dass vor 8 Wochen die Futterumstellung stattfand und die Umbullerrate anstiegen ließ. Andererseits liegen die Kühe, die nicht in Brunst kommen in der Leistung spürbar höher.

Dürften knapp 4.500 t Mais drin sein, das Silo daneben wurde gestern gefegt (Kehren hat ja eine andere Bedeutung) und soll auch noch befüllt werden:

Benjamin



Mittwoch, 25. September 2013

Wild West in der Altmark

Heute war ich mit dabei Färsen von Pensionsweiden zurückzuholen. 100 km Fahrt in die Altmark, mitten zwischen Salzwedel und Stendal. Dort stehen als über das Sommerhalbjahr auf dem Grünland eines Ackerbaubetriebes Holstein- und Fleischrinderfärsen. Eine ordentliche Weide von vielleicht 15 ha und darauf knapp 50 Kopf, daneben ein ehemaliger Weidemelkstand mit einem Sortiergatter. Zusammen mit der Praktikantin habe ich einen langen Zaun zum Zutreiben aufgebaut, da ich überhaupt nicht einschätzen konnte wie wild die nach der langen Freiheit sind. Waren sie aber gar nicht, der Betreuer hat sie so an sich gewöhnt, dass alle nachliefen. Sitzt man dann hinten auf dem Pickup und fährt mit, weil alle Färsen brav vorweg marschieren. Da war das Viehtrieb-Feeling perfekt. Ein Anhänger voll wurden aussortiert, bekamen die Mutterschutzimpfung vor der Kalbung und wurden verladen; und wenn sie das Autofahren schon gewöhnt sind geht das auch problemlos.
Und bei der ganzen Fahrerei sind nachmittags auch noch hochtragende Färsen nach Boberow gebracht worden, es können ja nicht nur immer Einjährige abgeholt werden.

Benjamin

Dienstag, 24. September 2013

Gruppeniglu

Mikla (rechts) hat zur Zeit ziemliche Probleme: Soweit ich bisher mitbekommen habe ernährt sie sich hauptsächlich von Nachgeburten und der Kälbermilch, wozu sie auf die Gatter springt und dann in die Eimer steigt. Da seit einer Woche keine Kälber mehr geboren wurden nagt sie zur Zeit am Hungertuch. Hinzu kam, dass ihr bevorzugter Schlafplatz in der Abkalbebox aktuell auch nicht zur Verfügung steht, weil dort ausgemistet wurde und nun eine Grundreinigung gemacht wird. Hat sie sich halt ein anderes Plätzchen gesucht, bei Marina mit im Iglu.

Benjamin

Montag, 23. September 2013

Herbstanfang

Zum astronomischen Herbstanfang war es gleich mal viel sommerlicher als die letzten beiden Wochen, morgens schon 16 °C, mittags aber auch nicht viel mehr. Dazu mal kein Regen.
Die Kälberflaute geht weiter, nun war erstmals seit mindenstens zweieinhalb Monaten keine Kuh mehr in der Kolostralmilch-Sperre.
Da morgens gerade die Tierärztin da war hatte ich keine Zeit, um beim Aufdecken des Maissilos vor dem heutigen Häckseln zu helfen. Dafür dann abends, als die Unterziehfolie über Nacht wieder drauf kam. Die fünf Meter hohen Silowände werden so richtig deutlich, wenn man die Traktoren von weitem oben drauf fahren sieht. Und die Aussicht von dort ist nicht schlecht, auch wenn man von Boberow nicht allzu viel sieht, weil es weitaus grüner ist als von unten betrachtet.

Bei dem angenehmen Wetter waren die Kühe den halben Tag draußen:

Benjamin

Donnerstag, 19. September 2013

Feldtag

Heute war ich mit einigen Kollegen auf dem Maisfeldtag von Pioneer, die jährlich auf den Flächen der Genossenschaft einen Sortenversuch anlegen. Nach der Vorstellung von Neuigkeiten aus dem Pflanzenschutzbereich, wo ich bei den ganzen Wirkstoffen und Produktnamen mit der Erfahrung von 11 m² Ackerbau im Garten nicht so ganz mitgekommen bin wurden die getesteten Sorten vorgestellt, die nach dem stressigen Jahr deutliche Unterschiede zeigten.
Nachmittags habe ich endlich mal in Sachen Futterraufen für die Iglukälber weitergemacht. Als ich das Angebot einholte hatte der sehr bemühte Verkäufer Bedenken, dass die Raufe mit der Halterung nicht an die Iglus eines Wettbewerbers passen würde und es ein größerer Umbauaufwand wäre und ob die Werkstatt passend ausgerüstet ist, worauf ich ungefähr geantwortet hatte: "An der Werkstatt würde es als letztes scheitern." Die Besprechung der Abänderungen mit dem Werkstattleiter heute lief recht zügig ab: "Halt' mal!", zwei Hammerschläge - passt. Habe diese erste Raufe mal probehalber bei Gudela ans Gatter gehängt, ist aber zu grobmaschig (für Schilf konstruiert?), lasse ich noch was ranbauen.

Benjamin

Mittwoch, 18. September 2013

Historisches Ereignis

Wie ich schon im Post vom 26.08 geschrieben hatte, steht eine Kälberflaute bevor, doch nun ist sie gleich zu Beginn ganz krass in Erscheinung getreten. Heute am frühen Morgen kalbte die Kuh 1409 zum 3. Mal; war ein Bullenkalb, das ich Marikus genannt habe, nach seinem Vater Marinero. Das Besondere war jedoch, dass als sie zum Melken geholt wurde erstmals überhaupt in der Geschichte der Boberower Milchviehanlage die Abkalbebox komplett leer war. Wenn auch nur für etwas mehr als einen Tag, denn morgen Mittag kommt die nächste Gruppe Kühe, die in den nächsten dreieinhalb Wochen kalben sollen und wenn sie sich an die Termine halten aber erst ab Ende September.
Die Kälberflaute habe ich schon groß verplant, dass im Jungviehstall die dynamische Gruppenbelegung in ein einmaliges Rein-Raus-System umgestellt wird, um die Buchten gründlich zu reinigen.

Benjamin

Dienstag, 17. September 2013

Maiszeit

Für die Kuhbauern ist ja die Silomaisernte eine aufregende Zeit, wenn davon dann das ganze nächste Jahr gefüttert wird. Weil gerade das Silo in Boberow befüllt wird habe ich paar mal gekuckt, was so angekommen ist und war auch eine ganze Tour zum Acker mitgefahren. Ich hätte mich alleine dort nicht zurecht gefunden, wenn es in dem hügeligen Gelände fast immer über den Horizont hinaus reicht. Zuerst wird eine Runde am Rand freigehäckselt und mehrere Schneisen quer durch, kommen alleine schon so einige ha zusammen. Technisch ist es in der absoluten Profiliga: Der Häcksler mit fast 500 kW, 10-reihigem Gebiss und neben zwei Siliermittelsystemen auch eine Ertrags- und Trockensubstanzmessung. War interessant genaue Zahlen zum optischen Eindruck zu bekommen, so reichte es von 45 t/ha an besseren Stellen bis einmal 6 t/ha (Frischmasse!) in einer vertrockneten Ecke. Und da es zu zeitaufwändig ist die Anhängerzüge zu trennen werden die komplett an den Häcksler angehängt.

Bei dem schönen Wetter lassen sich auch die Einhörner draußen blicken:

Benjamin

Montag, 16. September 2013

Als Ausbilder

"Der kann doch nur in der Meta-Ebene ausbilden!?", werden sich jetzt manche Leser wundern. Aber irgendwann muss man halt damit in der Realitäts-Ebene anfangen.
So hatte ich heute eine Praktikantin zugeteilt bekommen, die bei der Genossenschaft jetzt mit dem Vorpraktikum zum Studium angefangen hat. Da die Herdenleiterin des Hauptmilchviehbetriebs mal in Urlaub war, hatte ich am Nachmittag nach der obligatorischen Runde über alle Höfe die Betreuung zu übernehmen. Die normalerweise vorgesehene Bürokratie während der Melkzeit wurde vertagt und dafür habe ich zwar ohne großes Konzept, dafür aber umfangreich losgelegt: Neben dem Mitnehmen zu diversen Arbeiten Crashkurse in Fütterung, Melken; weil heute das Maishäckseln angefangen hat auch noch in Sachen Silo; Lesen vom Bullenkatalog mit etwas Zucht dazu, Biologie und ne Menge Zahlen. Und mir war gar nicht mehr bewusst, wie umfangreich schon die abgespeckte Form des Fachwissen für Anfänger wirkt. Auf paar Eindruck machende Fachbegriffe (z.B. Heritabilität) habe ich aber Wert gelegt.
Noch ein Foto von heute, das dritte nun in Folge mit Claas-Traktoren drauf. Die Silomaisernte hat begonnen und wurde ins neue Boberower Silo eingefahren, bei dem letzte Woche noch der Boden asphaltiert und die Wände gestrichen wurden.

Benjamin

Sonntag, 15. September 2013

Jobstart-Messe

Gestern ging es für mich zusammen mit einer Kollegin quer durch die Prignitz nach Neuruppin. Im dortigen Sportzentrum fand die 8. Jobstart-Messe in Nordwestbrandenburg statt. Waren mit einem weiteren landwirtschaftlichen Betrieb, der Agrarabteilung der Ländlichen Erwachsenenbildung Prignitz-Havelland, LANDaktiv - Initiative für Leben im ländlichen Raum und der Brandenburger Landtechnik am Gemeinschaftsstand Grüne Berufe vertreten. Äußerst günstig positioniert vor dem Eingang bei dem schönen Wetter; gegenüber dem Stand der Bundeswehr (Zeiten der Freiwilligenarmee halt), aber ein moderner Mittelklassetraktor macht doch mehr her als LKWs im Flecktarn. Etliche Interessierte gab es schon, wenn auch keine die direkt für das nächste Ausbildungsjahr einplanbar sind.
Noch ein Foto kurz vor Schluss:

Benjamin


Freitag, 13. September 2013

MeLa

Heute war ich auf der Mecklenburgischen Landwirtschaftsausstellung, sperriger als Fachausstellung für Landwirtschaft und Ernährung, Fischwirtschaft, Forst, Jagd und Gartenbau bezeichnet, in Mühlengeez bei Güstrow. Nicht nur die Werbung im Vorfeld sondern auch der Umfang mit geplanten 70.000 Besuchern in vier Tagen verdeutlicht die Bedeutung der Landwirtschaft in MV.
Morgens war der Bauerntag des Landesbauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, eine wirklich bedeutende Veranstaltung, wie viele Funktionäre in den Grußworten erwähnt werden mussten. Die Hauptdiskussion verlief aber nicht besonders spannend, da die Beteiligten grundsätzlich einer Meinung waren. Und nach meinen Erfahrung in Rlp merkte ich besonders deutlich an Backhaus, was ein richtiger Minister FÜR Landwirtschaft ist.
Danach halt die Ausstellungen selbst, alle Bereiche dabei: Von Rassekanickeln über Versicherungsvertreter bis hin zu den neusten Traktoren, wie dieser Claas Axion 800, man muss ja nicht bis zur Agritechnica warten.

Benjamin


Donnerstag, 12. September 2013

Treibwegpfosten

Mitten auf dem hinteren Teil des Hofes steht recht exponiert neben der Mistplatte ein Pfosten zum Einhängen der Schnüre, wenn Kühe aus der Krankenbucht oder der Abkalbebucht zum Melkstand getrieben werden.
Heute wurde die allerneuste Generation dieses Treibwegpfosten montiert, nachdem ich das baugleiche Vorgängerexemplar (Foto im Post vom 28.08) am Dienstag mit dem Einstreugerät am Hoflader und null Sicht nach vorne irreparabel umgebogen hatte. Meine Kollegen nahmen es recht locker: "Wie oft der Posten schon umgefahren wurde; aus Holz, aus Stahl; beim Mistladen; mit dem Strohanhänger, mit dem Hoflader..." (Manch Leser wird sich erinnern). Ein höherer Pfosten zwecks besserer Sichtbarkeit wurde abgelehnt: "Da stand auch schon mal ein halber Baumstamm, der wurde auch umgefahren."

Benjamin


Mittwoch, 11. September 2013

Seekühe

In Mecklenburg würde man Seenplatte dazu sagen, in Brandenburg Tagebaurestloch, aber es ist nicht mehr als eine große Pfütze nach zweieinhalb Tagen Dauerregen. Der sandige Boden hat halt doch ein gewisses Wasserhaltevermögen. Und solange die Kühe nur ihre Füße darin waschen stört es mich auch nicht.

Benjamin

Montag, 9. September 2013

Nach Woldegk

Heute war ich auf einer Tagung der RMV auf deren Besamungsstation in Woldegk. Da mein Chef sich um die Vermarktungsseite kümmern musste bin ich dorthin gefahren. 200 km durch die dünn besiedelten, weitläufigen Landschaften entlang der mecklenburgisch-brandenburgischen Grenze. Auf dem Hinweg sah ich allerdings nicht viel davon, denn fast die ganze Zeit schüttete es wie aus Eimern.
Auf der Tagung ging es um Precision Dairy Farming, für mich mal wieder ein theoretisch hohes Niveau ohne zunächst den Gedanken der Umsetzbarkeit. Neben neuen technischen Entwicklungen und Managementansätzen aus dem Inland gab es auch international Interessantes: Ein neuseeländischer Tierarzt referierte über den Zusammenhang zwischen Klauenerkrankungen und Kuhhandling und ein Israeli über die dortige "extrascharfe" Fütterung.
Und wenn ich schon mal so weit Richtung Polen unterwegs war habe ich noch mitgenommen, was auf dem Weg lag. Den Stall werden einige von Euch von Fotos her kennen.

Benjamin



Freitag, 6. September 2013

Erntefest

Heute war das Erntefest der Genossenschaft. Wie gesagt wurde, in der tierischen Produktion ist jeden Tag Ernte und in der pflanzlichen zieht es sich auch fast ein halbes Jahr hin, aber ein Termin muss man halt auswählen und da wurde der Abschluss der Ernte der Druschfrüchte genommen (war ich froh, dass das Wort Druschfruchternte nicht fiel). Der Silomais braucht noch einige Tage und heute wurde ein Teil des dritten Schnitts gehäckselt, sodass einige der Erntemannschaft später hinzugestoßen sind. Und auch ein beachtlicher Teil der Herbstbestellung ist schon fertig. 
In großer und gemütlicher Runde gabs Essen und Trinken in der Werkstatt; wo ich dann beim letzten Drittel noch war und um Viertel elf meine Kollegen zurück nach Boberow gefahren habe.
Vor versammelter Menge wurden die Zahlen verlesen: Im Vergleich zum fünfjährigen Mittel lagen alle Kulturen darüber, von 3 % beim Raps, wenn auch mehr als ein Drittel dieses Jahr auf grenzwertigen Flächen stand bis zu 35 % mehr bei der Triticale dank stellenweiser Beregnung. Der Mais wird diese Bilanz leider nicht halten können.

Dienstag, 3. September 2013

Autobahnbau

Auch heute war wieder trüb-nasses Wetter, genau richtig für eine längere Autofahrt.
Die stand auch an, denn mein zweiter Chef zeigte mir die Äcker und Wiesen der Genossenschaft. Über die große Ausdehnung der gesamten Fläche hinweg gibt es natürlich immense Unterschiede; von Maisäckern mitten im Wald mit entsprechendem Wildschweinbesuch bis zu weitläufigen Ackergrasbeständen in landschaftlich reizvoller Lage, die mit den sich im Wind wiegenden Ähren fast wie die Prärie wirken.
Dann "am letzten Außenposten", einer ehemaligen Weidezentrale (Melkstand für die Sommersaison), die heute als Sortierplatz für eine der Mutterkuhherden dient, zeigte sich besonders eindrucksvoll deren Verhalten: Die Herden sind derart auf das Treiben mit den Geländewagen trainiert, sodass sie auch alle gleich gelaufen kamen, da nur noch für einen Tag Futter vorhanden war.
Als Haupteil  stand die Begutachtung der Vorarbeiten an der zukünftigen Autobahntrasse an, denn durch die Prignitz wird in den nächsten Jahren der Lückenschluss der A14 von Schwerin nach Magdeburg gebaut. Aktuell laufen im Gebiet der Genossenschaft noch keine Bauarbeiten sondern archäologische Ausgrabungen und die Anlage von Ausgleichsmaßnahmen.

Der Trassenverlauf wird für die letzte Bestellung (mit Grünroggen) vorbereitet, denn es ist aufwändiger die Fläche im Acker auszusparen. Im Hintergrund sind die Silos der Getreide AG in Karstädt zu sehen:

Benjamin



Montag, 2. September 2013

Für die Katz...

...war es heute mal wieder. Nachts hatten drei Kühe gekalbt und da war für die Stammgäste in der Abkalbebucht wieder ein Festessen angesagt. Sie gingen auch nur äußerst ungern zur Seite als die Kühe dann raussortiert wurden.

Vom Wetter her muss ich mich nun umstellen, weil auch in der Prignitz ist nicht ewiger Sommer. Heute gab es einen kleinen Vorgeschmack auf den Herbst, kühl, trüb und die ganze Zeit Nieselregen.
Ins Büro zur Schreibarbeit verziehen war auch nicht drin, denn kaum hatte man gesessen ging es schon Richtung Winterschlaf. Und das Anfang September!
So dunkel wie es war hätte es eine verregnete Sommernacht in Island sein können.

Benjamin