Freitag, 21. Oktober 2016
Rebecca ist zurück
Siehe auch Posts vom 06.05.2014, 13.06.2014, 06.05.2015 und 19.08.2016.
Am Mittwoch kamen neue Kühe von Garlin nach Boberow. Lief von der Organisation etwas schief. Normalerweise werden die abends in Garlin aussortiert, morgens um acht als erste Gruppe dann gemolken und anschließend nach Boberow gefahren. Dort werden die Halsbänder gewechselt, die Schwänze geschnitten und die Anmeldung im Computer gemacht (siehe auch Posts vom 07.01.2014, 29.07.2014 und 26.10.2015). Nachmittags können sie dann als erste Gruppe gemolken werden und kommen danach in die Frischmelkergruppe.
Diesmal kamen die Kühe aber erst gegen 16:00 mitten in der Melkzeit. Die Halsbänder waren aber schon in Garlin gewechselt worden und so kamen die Kühe ungemolken gleich in die Gruppe. Über Nacht hatten sie sich schon an die anderen gewöhnt und längst überfällig mit dann knapp 19 h Zwischenmelkzeit liefen sie morgens ohne Probleme in den Melkstand. So läuft das also bei den Spezialisten die nur einmal täglich melken: Da stehen die Kühe auf der Matte...
Abends hatte ich nur noch schnell die Halsbänder für die Tiererkennung angemeldet und morgens bei der kompletten Eingabe in den Computer sah ich dann Rebeccas Ohrmarkennummer auf der Liste. Ist sie wieder heimgekehrt. Als Stallnummer hat sie die 2040 bekommen.
Hier bei ihrem zweiten Melken in Boberow, ganz vorne in der Reihe, hat sich also nicht faul im Vorwartehof rumgedrückt:
Benjamin
Dienstag, 18. Oktober 2016
Neunreiher
War ich gestern Mittag auf der Verwaltung und da stand im Hof der Transportanhänger für ein neunreihiges Roderaggregat. Also musste der Lohnunternehmer da sein.
Auf dem Rübenacker Richtung Zapel waren sie unterwegs, gegenüber dem einen Acker mit Phacelia (siehe Post vom 09.10.2016).
Ein ganz normaler Holmer TerraDos T3 wie er auch in Rheinhessen rumfährt, bloß nicht mit sechreihigem HR sondern neunreihigem HRM davor. Unter den Messern des Blattschleglers kann man die Nachköpferkämme erkennen - neun an der Zahl:
Was man in Rheinhessen auch selten sieht, in Brandenburg aber aufgrund der großen Schläge Standard ist: Abfahrer zu den Mieten:
Benjamin
Sonntag, 16. Oktober 2016
Hokkaido ist zurück
(siehe auch Posts vom 26.06.2015, 17.12.2015 und 16.02.2016)
Wie langsam die Wagyus wachsen sieht man im Vergleich zu den schwarzbunten Färsen um sie herum: Die sind 6 bis 8 Monate alt, Hokkaido hingegen 15 und genauso hoch, wenn auch etws breiter.
Und einen Saugschutz hat sie mitgebracht. Im Frühsommer hatte einer der Herdenmanager von der Mutterkuhabteilung einen Saugschutz bei mir in Pinnow für eine der Wagyus geholt, die immer die anderen Färsen angesaugt hat. Dass es sich dabei um Hokkaido handelte wusste ich nicht, dachte es wäre eine vom 2014er-Jahrgang gewesen.
Benjamin
Dienstag, 11. Oktober 2016
Oleg
Der vorrausberechnete Geburtstermin war der 25. September, da aber ein Kreuzungskalb (SBT x WBB, wegen Para-TB-positiv) ging ich vom 29. September aus. Sie war aber längst überfällig und so wurde ich letzte Woche doch etwas unruhig.
Es waren dann 291 Tragetage, nach meiner Statistik sind nur 0,5 % der Trächtigkeiten noch länger (292-294 Tage). Entsprechend schwer war er auch: 56,3 kg! Wo wir bei seinem Vater Olaf als sagen, dass dieser der leichtkalbigere Weißblaue Belgier ist im Vergleich zu Delgado, da leichtere Geburtsgewichte. Der Geburtsverlauf war aber problemlos, damit ist er eines der schwerste Kälber die bisher ohne Probleme geboren wurden.
Ein wirklicher Hinkucker ist seine getupfte Fellfärbung, wobei er nicht das typische Grau-Weiß der Kreuzungskälber hat:
Auf diesem Foto kann man den kräftigen Körperbau etwas erkennen:
Benjamin
Sonntag, 9. Oktober 2016
Lila blühendes Zeugs
In der Klausur gab es dann Fotos, so Sachen wie Grannenweizen, Hartweizen und Triticale in der Teigreife auseinanderhalten und dann so lila blühendes Zeugs, mit dem ich nichts anzufangen wusste... Das war Phacelia.
Bei uns wird es als Zwischenfrucht aus phytosanitären Gründen angebaut, denn es ist die einzige Kulturpflanze aus der Familie der Wasserblattgewächse und überträgt daher wenig Krankheiten; z.B. im Gegensatz zu Gelbsenf, in dem als Kreuzblütler die ganzen Rapskrankheiten unterkommen.
Benjamin
Donnerstag, 6. Oktober 2016
Besuch aus Spanien
Eigentlich sollten die um 16:00 Uhr da sein; ich hatte aber noch länger in Boberow zu tun und kam erst um dreiviertel Fünf nach Pinnow zurück. Und als ich gerade mal nebenher für den Kuhblog ein Angeberfoto machen wollte, wie mein Kollege mit der großen 9m-Sämaschine den Vorgarten vom Melkhaus drillt (wurde dann nix draus...) bin ich den Spaniern über den Weg gelaufen, die gerade verspätet ankamen.
War ein großes Aufgebot neben den Landwirten auch die Händler und Produktmanager.
Habe das kurzerhand übernommen und das Karussell und die Technik gezeigt; bei den Händlern merkte man sofort, dass wir das Allermodernste von DeLaval haben, Teile der Ausstattung hatten die noch nicht gesehen. Die Landwirte waren besonders interessiert, was aus Edelstahl und was aus verzinktem Stahl gebaut ist und der Durchsatz halt. Von 210 Kühen pro Stunde waren sie enttäuscht, ist ja aber von der ersten bis zur letzten mit allem drum und dran (Frischabkalber etc.). Mitten in der Hochleistungsgruppe mit 305 pro Stunde am Ein- und Ausgangsbereich mit dem schnellen Kuhverkehr staunten sie aber dann genauso wie ich damals, als ich das Karussell in Karstädt zum ersten Mal gesehen habe (siehe Post vom 23.02.2014).
Kam die Frage: "Kann man damit 2400 Kühe dreimal am Tag melken?" "Also so nicht! Da braucht man drei Melker pro Schicht, einen separaten Melkstand für die Frischabkalber und kranken Kühe..." An sich dürfte das aber klappen, wenn man eine Milchviehanlage auf die grüne Wiese baut, wo das von Anfang an eingeplant ist.
Und der Produktmanager wusste, dass die standardmäßigen Ventile im Selektionstor nix taugen (vgl. Post vom 21.07.2016); aber dieser Schrott wurde uns trotzdem verkauft...
Insgesamt zweieinhalb Stunden Führung, um sich wieder richtig professionell zu geben; so habe ich bei der Runde durch den Stall, um den Treibweg zu zeigen, die zwischendrin einfach stehen gelassen, um am anderen Ende nach einer Gruppe brünstiger Kühe zu kucken. Zwei davon wurden heute besamt.
Benjamin
Mittwoch, 5. Oktober 2016
Gisela trockengestellt
Wie bei allen Kühen in Pinnow und Boberow seit Mai habe ich das selbst gemacht, denn es hat sich bewährt, die Arbeitsschritte aufzuteilen: Einer vorneweg zum Sauberputzen der Zitzen mit den Desinfektionstücher, einer gibt mir die Injektoren und ich spritze die rein. So bleiben meine Handschuhe recht sauber weil ich nirgends in Dreck fassen muss, den ich möglicherweise mit in die Strichkanäle einschleppe.
Gisela hat in den 335 Melktagen ihrer ersten Laktation 9.565 kg mit 3,51 % Fett und 3,68 % Eiweiß gemolken. Bei bester Eutergesundheit, abgesehen von ihrer ersten Milchleistungsprüfung lag sie nie über 60.000 Zellen und wurde mit 36.000 trockengestellt. Ihre Milchharnstoffwerte waren auch als in Ordnung, im Schnitt etwas über 200 ppm. Ihre Einsatzleistung betrug 31,2 kg, eine Laktationsspitze hatte sie nicht so recht, lag über 6 Monate als bei 32 kg und wurde jetzt mit 22 kg trockengestellt.
Um den 20. November soll sie dann zum zweiten Mal kalben.
Benjamin
Dienstag, 4. Oktober 2016
Meilenstein in der Zucht
Und ich nahm damals auch mit, dass wegen der geringer werdenden Anzahl von Besamungsbullen eine Kuhlernstichprobe nötig sein wird. Dies wurde im Projekt Kuh-L ertmals nachgewiesen, wo auch unsere Kühe dran teilnahmen und typisiert wurden (siehe Post vom 02.12.2014).
Damals (Nov. 2011) sagte Prof. Thaller: "Irgendwann werden sie alle ihre weiblichen Kälber typisieren." Wann das sein wird wusste ich nicht, schätzte aber 2018 oder 2019, wollte schließlich nicht zu den Nachzüglern gehören.
Ging aber alles viel schneller und war 2016 schon so weit: Bei der Zuchtwertschätzung jetzt im August wurde ein Lauf auf Basis der Kuhlernstichprobe gerechnet und mit Kuh-Vision ist das Projekt gestartet, in dessem Rahmen erstmals ganze Herden routinemäßig in großem Stil typisiert werden. Und wenn man schon mal die genomischen Informationen hat will man auch die phänotypischen - sprich Leistungen und Gesundheitsdaten - dazu haben, was liegt da also näher als wieder bei den Testherden anzufangen.
Gibt es nun die ersten Fotos vom Einziehen der Typisierungsohrmarken. Die sind weiß, so groß wie ein 5-Mark-Stück (größer als ein 2-Euro-Stück) und auf dem Rand steht die Ohrmarkennummer, vergleichbar mit Schweineohrmarken. Der Dorn des männlichen Teils ist aber hohl mit der Stanze drin, für das Gewebematerial zur Untersuchung:
Aktuell gibt es die Ohrstanzen im Nachgang zu bereits angemeldeten Kälber, bisher waren sie so drei Wochen alt. In Zukunft wenn alles besser eingespielt ist sollen die Ohrstanzen parallel zu den Lebenohrmarken eingezogen werden um nur einmal das Kalb dafür "in die Hand" zu nehmen.
Ganz wichtig: Ins rechte Ohr, weil ins linke ja später mal der Transponder fürs Karussell muss:
Damit bricht dann das Zeitalter des genomischen Herdenmanagements an: Wir werden im Vornherein (ok, es gibt weiterhin Sicherheiten und Erblichkeiten) von allen Kühen wissen wie gut sie werden und können entsprechend die Zuchtentscheidungen und Anpaarungen früher und präziser treffen.
Benjamin
Sonntag, 2. Oktober 2016
Erntefest 2016
Folgende Erträge konnten dieses Jahr geerntet werden:
Gerste 85 dt/ha
Raps 32 dt/ha
Weizen 67 dt/ha
Roggen 60 dt/ha
(Triticale scheine ich verpasst zu haben...)
Die Erträge liegen nur klein wenig unter denen der guten Ernte 2015, weil am 23. Mai in unserem Territorium 50 mm Niederschlag gefallen waren. Bei den zwar durchschnittlichen aber extrem ungleichmässig verteilten Niederschlägen in diesem Jahr war das ertragsentscheidend.
Benjamin
Mittwoch, 28. September 2016
Keine Überstunden
Vor allem für die Leser aus den alten Ländern wieder was aus der Serie "Hohe Auslastung im Osten".
Am Dienstag hat der Hoflader der Pinnower Milchviehanlage (Schäffer 4560T) die 10.000 Betriebsstunden erreicht.
Der Stundenzähler ist aber nur vierstellig und ist dann auf null gesprungen und zählt nicht mehr weiter. Schade, kann man dann nicht irgendwann mit 30.000+ h angeben.
Der Hoflader kam glaube am 23.09.2013, bis gestern waren es dann genau 1100 Tage, macht 09:06 h pro Tag. Wenn man die Stillstandszeiten beachtet, wo als am Knickgelenk die ganzen Schrauben abgebrochen waren sind es eher 09:15 h am Tag.
Benjamin
Samstag, 24. September 2016
Neuer Dosierer
Bloß waren nach 15 Jahre unter freiem Himmel auch der Rest der Wanne so weit verrostet, dass eine Erneuerung der Wannenbleche keinen Sinn mehr machte:
Musste halt ein neuer Mischwagen her. Haben neben den vieren im täglichen Einsatz ja noch zwei in Reserve stehen. Wurde der eine Redrock genommen, der lange Zeit auf der Jungrinderanlage in Pröttlin gelaufen ist bevor er vom überholten Sgariboldi Monofeeder abgelöst wurde. Redrock ist eine nordirische Firma, die vor allem Haspelmischer baut und in der frühen Zeit der TMR-Fütterung scheinbar in unsrer Gegend verbreitet war und heute auf dem deutschen Markt keine Rolle mehr spielt. Der andere Redrock läuft auf der Garliner Milchviehanlage, hinter einem roten Valtra Valmet 900, baugleich zum Boberower Futtertraktor (siehe Post vom 28.02.2014).
Da die Redrocks den Futteraustrag auf der rechten Seite haben steht der Mischwagen anders rum als der Keenan. Erstmal provisorisch aufgebockt, nächste Woche soll der richtige Unterbau folgen:
Benjamin
Freitag, 23. September 2016
Foto von Bestie
Sie hält sich nur rund um den alten Kälberstall auf und liegt bei den Kälber im Iglu. Dass sie Milch aus den Eimer klaut habe ich noch nicht gesehen.
Und wo wir uns anfangs gar nicht verstanden hatten, schließlich siedelte ich sie gegen ihren Willen nach Boberow um und sie hatte mich dabei gebissen, akzeptiert man sich mittlerweile: Ich scheuche sie nicht mehr weg und sie läuft auch erst auf zwei Meter Entfernung weg.
Von allen Boberower Katzen hat sie das schönste Fell, denn Die Milch machts!
Benjamin
Dienstag, 20. September 2016
Neumühle - 4/2016
Mai, Braunies Tochter ist Mitte August abgegangen wegen Klauenproblemen... Sie hat es auf 46 Monate Nutzungsdauer bei 22 kg Lebenstagsleistung, 32 kg Futtertagsleistung und 38 kg pro Melktag gebracht. Sehr gute, weit überdurchschnittliche Werte.
Leoni kalbt in anderthalb Wochen zum zehnten Mal. Die Anfütterungsgruppe hat im ersten Versuchsabteil einen Bereich mit Wiegetrögen abgeteilt bekommen. Hatte mich schon gewundert, weil im Computer "Gruppe 1" stand, was bisher immer die erste melkende Versuchsgruppe gewesen war.
Und ich war wieder sehr angetan von ihrer körperliche Verfassung, sie ist mittlerweile 12,5 Jahre alt und scheint die letzten 5 Jahre nicht mehr gealtert zu sein:
"Ma-xy", Braunies einzige Enkelin ist in der Gruppe hochtragender Färsen; sie soll Ende Oktober erstmals kalben:
Und "Elle", Braunies jüngste Schwester ist in der Gruppe der einjährigen Färsen. Ganz entspannt, wobei sie die Hinterbeine angezogen hatte, nach dem die quer über die Nachbarbox gestreckt waren: "Benjamin kommt - mal ordentlich hinlegen!":
Benjamin
Montag, 19. September 2016
Herbschd im Summer
Mittwoch, 14. September 2016
Triticale Webcam - Teil 1
Nun wird eine alte Serie im Kuhblog neu aufgelegt: Aus der Weizen-Webcam wird jetzt die Triticale-Webcam. Die Grundbodenbearbeitung setze ich als Beginn der neuen Kultur an.
Gestern in der Abendsonne pflügte mein Kollege - unser Chefpflüger - einen Teil des Ackers. Dabei wird der Ausfallweizen und auch Ausfallraps aus 2015, der bei der diesjährigen Stoppelbearbeitung aufgelaufen war untergepflügt und der Boden für die anstehende Triticaleaussaat vorbereitet.
Der John Deere 8335R ist ein Ersatztraktor für seinen JD 8430, der momentan in der Werkstatt ist. Hintendran der 8-furchige Kverneland BE 100 8-F mit nachlaufendem 90er-Einfachpacker und Nockenwalze.
13.09.2016, 18:33:
Benjamin
Montag, 12. September 2016
Turbo-Separation
Da fühlt man sich fast wie ein Emsländer Schweinebauer mit 200 % Gülleüberschuss die separiert werden müssen um sie wegzuschaffen:
Die Exzenterschneckenpumpe steht im Pumpenhäuschen (daher der Name). Ist von BSA, heute Tochterunternehmen von Bauer, von denen auch der Separator stammt. Baujahr Anfang der 1990er und diente jahrelang als zentrale Güllepumpe der Boberower Milchviehanlage. Zunächst per Zapfwelle von einem GT angetrieben, deshalb steht die auch so schräg vor der Tür. Später kam dann die Tauchpumpe in der Sammelgrube (siehe Post vom 25.07.2014) und die Pumpe stand mindestens 10 Jahre unbenutzt da. An den Schiebern tropft es halt ein wenig, aber dafür gibt es einen Ablauf. Die Pumpe hat solch eine Leistung, dass der Separator nicht alles packt und die Hälfte über den Überlauf direkt ins zweite Becken läuft. Und da die Pumpe das erste Becken schon leergesaugt hat ist jetzt das zweite mit dem "halben" Gärrest dran und läuft quasi als Kreislaufsystem:
Und noch ein Foto von den ganzen kaputten Schläuchen der Schlauchpumpe, die einfach gar nix abkonnten. Die sind alle irgendwo längs aufgerissen. Liegen da nur drei rum, aber ich glaube es waren insgesamt 5 Stück in den letzten beiden Jahren, seitdem der Separator in Boberow steht. Jedes Mal 800 €... Auf der Palette ist das Reserve-Rührwerk für den Fermenter der Biogasanlage:
Benjamin
Sonntag, 11. September 2016
Am Automat
- zur Übersicht der 523/4-Serie -> hier
Aktuelles von 523/4:
Mittlerweile ist er am Tränkeautomat. Im Gegensatz zu Garlin und Boberow kommen in Pinnow auch die Bullenkälber bis zum Verkauf an den Tränkeautomat sobald sie gut saufen, denn die Plätze für Eimertränke (Hochbuchten und Kleingruppen) sind knapp und es macht so natürlich auch weniger Arbeit.
In dem alten Stall aus den 1970ern ist die Durchlüftung nicht besonders gut und daher liegen die Kälber bei der momentanen Hitze recht träge da. Da kann man sie auch streicheln bzw. nuckeln an den Fingern:
Benjamin
Samstag, 10. September 2016
Maisfeldtag
Im Pflanzenschutzbereich ging es um Insektizidstrategien gegen den Erdfloh.
Pioneer hatte auf dem Feld fast sein gesamtes Sortenspektrum von den Reifeklassen S220 bis S330 angebaut. Durch die gute Nährstoffversorgung und ausreichend Wasser absolut gab es keine größeren Fehlschläge, aber bei manchen Sorten zeigte sich Wassermangel in kitischen Phasen der Blüte durch nicht richtig ausgebildete Körner.
Da das Feld an meiner "Stammstrecke" liegt und ich meist viermal täglich dran vorbei fahre hoffe ich, dass ich was von der Ernte der Parzellen mitbekomme:
Mein Chef hatte es extra so organisiert, dass unsere Häckselkolonne vom Boberower Silo aus nach Osten nach Mesekow fährt und nicht nach Norden, wo dann ständig die Traktoren am Versuchsfeld vorbeifahren würden. Dafür kamen dann unsere Nachbarn, auch wenn die beim gegenüber liegenden Feld nur einmal außenrum das Vorgewende frei häckselten. Und da müssen die anwesenden Bauern das natürlich begutachten, wann sieht man zudem heutzutage noch einen Belarus als Abfahrer beim Häckseln (Belarus MTS820 mit 2 HW60):
Benjamin
Mittwoch, 7. September 2016
Truxa auf Abwegen
Diesmal war auch Truxa dabei (vgl. Post vom 14.09.2015). Dabei fällt auf, dass das ziemlich genau vor einem Jahr war und ich rechne bei ihr auch mit einer Zwischenkalbezeit von 368 Tagen.
Da es diese Woche nur drei Kühe waren trieben wir die auf einmal über den Hof um dann vor der Abkalbebucht für die "normalen Transen" die Para-Transen - sprich Truxa - auszusortieren. Klappte zunächst gut, sie trabte vorneweg, bei ihrem nunmehr vierten Kalb macht sie das jetzt zum dritten Mal, ganz routiniert. Freut man sich über die vermeintliche Disziplin seiner Lieblingskühe.
Bloß dann wollte sie mit den normalen Transen in deren Abkalbebucht und als ich die endlich durchs Tor gelassen hatte und sie auf die andere Stallseite in ihre Bucht sollte bog sie links ab auf den Futtertisch. Einmal hoch- und runter gerannt und für die morgendliche Aufregung in der Herde war gesorgt.
Benjamin
Montag, 5. September 2016
Maiszeit 16
Der neue Häcksler (siehe Post vom 10.05.2016) erstmals im Mais.
Es wurden Vorgewende gehäckselt und die Einstellungen angepasst.
Der Trockensubstanzgehalt lag mit 32% recht niedrig und da die Pflanzen noch entsprechend grün waren auch ein geringer Kornanteil, habe keine ganzen Körner in der Probe gefunden; "Entweder ist der Cracker sehr gut oder kaum Körner in den Kolben."
Die Walztraktoren stehen bereit; es wurde aufgerüstet: Der Magnum hat ein größeres Frontgewicht bekommen. Ein guter Fortschritt, im Vergleich zu dem was da vor drei Jahren gewalzt hat dürftes es nun die anderthalbfache Masse auf dem Silo sein (siehe Post vom 16.09.2013):
Benjamin
Samstag, 3. September 2016
Fieber messen
- zur Übersicht der 523/4-Serie -> hier -
Wie es mit 523 weitergeht:
Sie steht aktuell in Gr. 5, den Frischabgekalbten. Eine Gruppe auf Tiefstreu, in denen die Kühe je nach Gesundheit und Leistung 2 - 4 Wochen nach der Kalbung verbleiben, bevor sie in die Hochleistungsgruppe kommen.
Dabei wird allen Kühen bis zum 10. Tag nach der Kalbung täglich Fieber gemessen. Dies ist eine gute Art der Früherkennung von gesundheitlichen Störungen (z:B. Ketose, Puerperalstörung), da Rinder als klassisches Beutetier äußerlich sich nichts anmerken lassen wenn es ihnen schlecht geht. Bzw.es schon fast zu spät ist wenn man es sieht.
Dabei verwende ich eine Abänderung der Vier-Farben-Methode, die mal in der Kuh&Kalb vorgestellt wurde. Für jeden Tag wird nach dem Fiebermessen mit Fettstift ein Strich aufgemalt, die ersten fünf Tage links, vom 5. - 10. rechts. Ist alles in Ordnung gibts einen grünen Strich, hat die Kuh Fieber einen roten, hatte sie nach der Geburt Probleme wie Milchfieber oder Nachgeburtsverhaltung für den Tag der Kalbung einen orangenen und wenn nach 10 Tagen sie aus dem Fiebermessen entlassen werden kann einen gelben.
Dabei ist zu beachten, dass Rinder wegen der enormen "Heizleistung" des Pansens eine normale Körpertemperatur zwischen 38 und 39°C haben.
Die Vier-Farben-Methode sieht auf den Werbefotos ja schön aus, vor allem weil das weiße Kühe sind; bloß auf schwarzem Fell sieht man die grünen und roten Striche nicht besonders gut. Also habe ich eine praxistauglichere Variante übernommen: Gelb bis 39,2°C und Orange ab 39,3°C.
523 am 4. Tag nach der Kalbung (Donnerstag) mit 4 gelben Strichen. Die Pansenfüllung ist schlecht, man sieht eine deutliche "Delle" in der Hungergrube (der Begriff passt hier besonders) an der linken Flanke, da hat sie zu wenig gefressen. Aber sie liegt bei der Milchleistung momentan bei 36 Liter und auch ansteigend.
Benjamin
Mittwoch, 31. August 2016
523/4
- zur Übersicht der 523/4-Serie -> hier -
523/4 steht für das 4. Kalb von Kuh Nr. 523, das keinen offiziellen Namen hat, da in Pinnow geboren. Im Post vom 08.01.2016 gab es das Ultraschallbild von der Trächtigkeitsuntersuchung zu sehen.
Am vergangenen Sonntag kalbte sie dann, drei Tage später als ich geschätzt hatte (282 Tage Tragezeit). Und es ist ein Bullenkalb, sodass die von mir erhoffte Serie über die Kälber- und Jungviehaufzucht entfällt bzw. abgeändert werden muss. Denn er wird, wenn alles gut läuft in anderthalb Wochen in die Bullenmast verkauft.
Was bisher geschah: Am Sonntag wurde er geboren, gestern hat Uwe ihm die Ohrmarken eingezogen; auf der rechten steht "28.08. männlich" drauf, im Gegensatz zum Namen des Vaters bei den weiblichen. So kann man die Geschlechter von vorne unterscheiden und weiß wann die Bullenkälber alt genug sind zum Verkauf. Ich habe dann die Ohrstanze für die BVD-Untersuchung mit den anderem vom gestrigen Tag ans Landeslabor nach Frankfurt geschickt.
Benjamin
Freitag, 26. August 2016
Schönes Kalb
Die Kälberfütterung wurde verbessert, weiterhin nach dem Motto "Viel hilft viel!" (vgl. Post vom 23.03.2016): Die weiblichen Kälber bekommen weiterhin Milchaustauschertränke mit 20% Trockensubstanz, die von 2x 2,5 kg (=1,0 kg Pulver), über 2x 3,0 kg (= 1,2 kg) auf 2x 3,5 kg (=1,4 kg) gesteigert wird.
Und die Bullenkälber bekommen Vollmilch ad libitum, so viel sie saufen wollen, manche kommen dabei an die 20 l pro Tag.
Eigentlich sollen die Kälber bei so guter Fütterung zufrieden in ihren Iglus liegen, stattdessen sprangen die alle munter umher. Bloß dieses, ein 2 bis 3 Wochen altes Kreuzungskalb (Holstein x Weiß-Blauer-Belgier) wirkt doch satt. Ein wirklich schönes Kalb, wenn es noch keine 70 kg hat, ist es zumindest kurz davor. Da habe ich mich als Fan der Ad-libitum-Tränke sehr drüber gefreut:
Benjamin
Donnerstag, 25. August 2016
Nach Zarnekow - Teil 3
Denn in Zarnekow wird ein Großteil des Grundfutters in Hochsilos gelagert, die andererorts oftmals abgerissen wurden.
Sind 6 Silos vom Typ HS25M (M steht für monolithisch, also aus Beton gegossen) mit jeweils 2.000 m³ Inhalt.
Befüllt werden sie von oben: Mit der Kranbahn werden die Dächer abgehoben. Das Futter wird in einen Annahmedosierer (DS 300-14) gekippt, der einen HW80-Doppelzug auf einmal fasst. Dann geht es mit dem schrägen Förderband nach oben und weiter bis zum jeweiligen Silo. Ist das Silo fast voll kommen zum Abschluss noch mal 10 - 15 Ladungen frisches, nasses Futter drauf um genügend Gewicht zu haben, denn die gesamte Verdichtung erfolgt durch die Eigenmasse des Silostocks. Abschließend wird eine Silofolie eingezogen, die mit einem Spannring fixiert wird und das Dach oben wieder draufgesetzt; großer Vorteil: Es regnet nicht drauf und auch nicht auf die Anschnittsfläche bei der Entnahme.
Am unteren Bildrand erkennt man die Förderbänder des Austrags, die zum Längsförderband gehen, das die Grundfutterdosierer der eigentlichen Bandfütterung beschickt:
Vorne an den Treppenhäusern ist auf jeder Etage eine Wartungsluke. Durch eine dieser Luken der Blick ins Silo auf die Fräse. Ist eine Obenentnahmefräse vom Typ VES 12 (Verteil- und Entnahmesystem, 12 m). Zur Befüllung fällt das Futter von oben in den Trichter und wird über die Schnecken (schlecht zu erkennen) nach außen verteilt während sich die Fräse langsam dreht; zur Entnahme drehen sich die Schnecken entgegengesetzt und fördern die Silage in den zentralen Schacht, der bei der Befüllung von einem unten an der Fräse befestigten Zylinder (Bombe genannt) vorgeformt wird. Durch den Schacht fällt die Silage auf das Austragsband. Ab und zu würde mal ein Schacht zusammenfallen und müsste dann wieder aufgebohrt werden:
Ein sehr interessantes System, mit recht hoher Komplexität, aber damals für höchste Qualitätsansprüche und hohen Automatisierungsgrad gebaut. Deutsche Ingenieurskunst halt.
Benjamin
Mittwoch, 24. August 2016
Nach Zarnekow - Teil 2
Neben den Kuhkälber sind es auch die Bullenkälber, die zum Großteil behalten werden und in die eigene Bullenmast gehen. Da lohnt es sich entsprechend auf die metabolische Programmierung zu setzen, schließlich funktioniert die auch bei Mastrindern.
Insgesamt ist man damit sehr zufrieden, leistungsmäßig wie von der Arbeitswirtschaft.
Gefüttert wird alles per Milchtaxi. Die klassischen Kälberabteile wurden schon vor längerer Zeit in Gruppenbuchten mit Tränkeautomat umgebaut, mit der Ad-libitum-Tränke wurde der wieder abgeschafft und es gibt nur noch einen Trog mit Milch, der dann aber auch vor der nächsten Tränkezeit leer ist:
Die jüngeren Kälber werden in Iglus und Kälberboxen gehalten. Die Kälberboxen (von Calf-Tel) sind in einem Neubau untergebracht. Ist vor allem für die Bewirtschaftung viel angenehmer mit dem Witterungsschutz und den breiten Gängen für das Milchtaxi und zum Mist rausfahren. So ungefähr stelle ich mir auch unseren nächsten Kälberstall - ob Neu- oder Umbau - vor, der die in Boberow und Garlin irgendwann mal ersetzen soll:
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Montag, 22. August 2016
Nach Zarnekow - Teil 1
Waren für mich zwei Stunden Fahrt durch halb Mecklenburg-Vorpommern, aber bei bestem Sommerwetter wurde es seinem Ruf als schönstes Bundesland der Welt gerecht.
Ursprünglich wurde in Zarnekow in den 1970er eine 1232er-Milchviehanlage gebaut, ähnlich zu denen in Karstädt und Kolochau (vgl. Post vom 09.12.2013), bloß mit 24 statt 30 Liegeboxenreihen und statt Melkkarussell zwei Fischgrätenmelkständen nebeneinander. 1984 wurden dann an ein weiteres Stallabteil mit 6 zusätzlichen Boxenreihen angebaut für dann insgesamt etwas über 1.600 Kühe. Hinzu kamen dann wie bei fast jeder LPG noch mal 1.200 Kühe in kleinen Anbindeställen "über die Dörfer verteilt." Heute sind es nur noch gut ein Drittel der Kühe, bei fast gleicher Milchmenge.
2005 wurde ein neuer Melkstand eingebaut, ein Doppel-15er HDHB (Heavy Duty Herring Bone) von DeLaval. Ein Fischgrätenmelkstand in Edelstahlausführung, den damals DeLaval gerade von Germania aufgekauft hatte, was auf etlichen Teilen noch drauf steht; ist somit das Nachfolgemodell zu dem Melkstand, den Familie Hummel in Ivenack hat (siehe Post vom 07.12.2014). Der Melkstand ist mit Melkzeugzwischendesinfektion (AirWash) und Milchmengenmessung ausgerüstet, aber ohne Tiererkennung, sodass diese nur für die Milchleistungsprüfung genommen wird und im normalen Betrieb zu große Abweichungen auffallen, da im Stall die Gruppen mit 60 - 80 Kühen recht klein und damit doch sehr homogen in der Leistung sind.
Ohne Tiererkennung und vor allem weil der Platz für einen Selektionsbereich fehlt werden alle Kühe "per Hand" sortiert, wie wir es auch auf den Anlagen in Garlin und Boberow machen, bloß halt mit deutlich mehr. Die Kühe tragen zwar keine Transponder dafür aber die Aktivitätsmesser des Heatime-Systems (von SCR). Die brünstig erkannten Kühe müssen dann halt im Stall gesucht werden.
Und ein Foto vom Klauenpflegezentrum, wo ich von der Sauberkeit und Ordnung, vor allem im Vergleich zu daheim, sehr angetan war:
Fortsetzung folgt!
Benjamin
Freitag, 19. August 2016
Rabea
Letzte Woche sprachen wir die Namensvorschläge für das Kalb ab und ich sagte, dass ich den Kalbetermin für Mittwoch oder Donnerstag (wären 278 oder 279 Tragetage) erwarte. Am gestrigen Donnerstag, als ich wegen anderer Sachen in Garlin war schaute ich in den Abkalbekalender und da stand für Dienstag Rebeccas Ohrmarkennummer drin, mit der vergebenen Stallnummer 1469 und einem Kuhkalb!
In der Jungkuhgruppe habe ich sie nicht besucht, weil die alle recht schreckhaft sind, dafür das Kalb im Kälberstall. Es ist in einer der Gruppenbuchten, die früher mal ein Anbindestall waren. Und dass man die Kälber bis zum Einziehen der Ohrmarken zweimal wöchentlich unterscheiden kann bekommen die einfach ein Halsband vom Tränkeautomat um. Bei DeLaval gibt es keine kleinere Transponder für die Kälber sondern nur die normalen Kuh-Transponder, wirkt etwas klobig.
Das also ist Rabea (Maserati x Banesto x Junker x Aramis x Panther x Berger):
Benjamin
Donnerstag, 18. August 2016
Ducker abgegangen
Schon das ganze Jahr über war sie vom Allgemeinzustand nicht mehr ganz gesund; wobei ich gar nicht weiß, wie alt sie überhaupt war.
Die letzten Tage scheint sie noch mehr abgebaut zu haben, gestern trat ihr eine Kuh auf den Schwanz, die sie zwar kommen sah aber nicht mehr kapierte, dass sie da weggehen muss.
Und nun lag sie heute Mittag tot im Vorraum vom Melkstand.
Zur Erinnerung ein Archivfoto aus besseren Zeiten, aufgenommen am 01.05.2014:
Benjamin
Mittwoch, 17. August 2016
Morgensonne
Bei klarem Himmel gab es heute 23 Grad und dann Schönwetterwolken, morgens aber waren es frische 7 Grad und Nebel lag über den Äckern. Da hier im Norden die Tage schnell kürzer werden geht mittlerweile die Sonne erst kurz vor 6 Uhr auf und so fuhr ich zu den ersten Sonnenstrahlen des Tages von Pinnow nach Boberow:
Benjamin






































