Donnerstag, 30. April 2015

Audit

Heute waren auf der Milchviehanlage in Pinnow die Audits für QM Milch (Qualitätsmanagement Milch) und Arlagarden dran. QM Milch ist ein Gütesiegel, dass nach der Guten fachlichen Praxis gearbeitet wird, also so wie es sein soll und nicht die Grenzen des gesetzlich Erlaubten komplett ausreizend. 
Und Arlagarden als Qualitätsprogramm von Arla, naja, das sehe ich eher als Greenwashing. Die ganzen Dänen im Vorstand der Genossenschaft - wobei die sehr weit vom genossenschaftlichen Gedanken entfernt sind - verstehen einfach nicht, dass "Made in Germany" weltweit als höchster Standard anerkannt ist. Und die Chinesen verhängen kein Importverbot, wenn die Melker kein bis ins Detail formulierte Anweisung für Hemmstoffälle haben. "Made in Germany" bedeutet dann einfach die Sensibilität für dieses Thema, dass im Verdachtsfall derart Panik geschoben wird und die Milch garantiert nicht in die Molkerei gelangt.

Zog sich entsprechend in die Länge weil es zwischendurch immer wieder Diskussionen gab, wer nur Preise im unteren Mittelfeld für die Milch bezahlt nicht die allerhöchsten Anforderungen stellen kann. Wo durch den ganzen Dokumentationsaufwand wir kurz davor stehen, dass dadurch die Betreuung der Kühe zu kurz zu kommen droht.

Bei den Kontrolleuren merkte man wirklich, dass die sehr viel Erfahrung haben und genau wissen wo sie hinkucken müssen. Hatten auch etwas zu beanstanden, zum Glück gleich zum Anfang, da war dann der Erfolgsdruck genommen. 
Als Ergebnis gab es bei QM Milch 63 von 66 Punkten und die Eignung für Arlagarden wurde vorläufig genehmigt mit Auflagen in einem Punkt, wo die Abänderung sofort umzusetzen ist.

Benjamin

Mittwoch, 29. April 2015

Weideauftrieb 2015

Der See auf der Trockensteherweide ist trotz dem schönen Wetter im April immer noch nicht ausgetrocknet, dafür das Gras umso besser gewachsen, sodass die Kühe heute auf die Weide getrieben wurden. Oder besser gesagt das Tor geöffnet und alle sind hinausgerannt, "uff die Eierpitschewies". 
Es ist auch entsprechend was los, in der Trockenstehergruppe 1 (sieben bis zweieinhalb Wochen vor der Kalbung) sind momentan mit 37 Kühen so viele wie seit langem nicht mehr:

Benjamin




Raps Webcam - Teil 4

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Der Raps ist jetzt ungefähr auf halbem Weg zur Vollblüte. Aus der Ferne leuchten schon die meisten Felder in der Sonne satt gelb. Man sieht momentan sehr deutlich die Unterschiede im Verlauf der Blüte, bedingt durch Saatzeitpunkt und Sorte; zwischen den einzelnen Schlägen liegen teilweise eine ganze Woche.

Aktuelle Wuchshöhe ca. 105 cm.

29.04., 13:12:

Benjamin


Auf der Agra - Teil 2

Im Schauring war viel los, auch wenn ich mit den klassischen Tierbeurteilungen nichts anfangen kann, da werden Kühe in höchsten Tönen für ihr Aussehen gelobt und bei einem flüchtigen Blick von hinten heißt eigentlich das Urteil: "Bei einer solchen Strichstellung taugt die nur zum Trockenstehen."

Weitaus interessanter war die Vorführung zur Klauenpflege durch das Team Klauentiermedizin der Universität Leipzig unter Prof. Starke. Da konnte man bequem auf der Tribüne sitzen und zukucken, wie der Ablauf demonstriert wurde. 
Vorgeführt wurden zwei Klauenpflegestände von Rosensteiner, von denen auch der Boberower Klauenstand stammt, der zwar ein Auftragsbau für Texas Trading war.

Als zu pflegende Kuh diente Enna aus Bayern, deshalb weil in den Mittelgebirgsgegenden des Erzgebirges das Fleckvieh eine gewisse Bedeutung hat, aber nicht bei Masterrind Meißen als Zuchtorganisation. Daher war Bayerngenetik auf der Agra vertreten. 
Zuerst wurde der Rosensteiner Red 5 als Durchtreibestand in Vollausstattung (alle Funktionen elektrisch) gezeigt:




















Danach ein Kippstand, wo die Kühe auf die Seite gelegt werden, um eine für den Klauenpfleger angenehmere Arbeitsposition zu ermöglichen. Hierbei handelte es sich um einen Prototyp, der besonders hinsichtlich Flexibilität für jegliche tierärztliche Behandlungen ausgelegt ist. So kann u.a. die Kuh von beiden Richtungen hineinlaufen, dass die benötigte Seite vorne/oben ist.
Gruppenbild mit gekippter Kuh für die Fotografen:

Benjamin


Sonntag, 26. April 2015

Auf der Agra - Teil 1

Am gestrigen Samstag war ich in Leipzig auf der Agra, ein Wochenendausflug, zum kucken und Informationen einzuholen.

Die Agra ist eine der und bedeutendsten Landwirtschaftsmessen in Deutschland. Veranstaltungsort ist die Neue Messe in Leipzig, bis vor zehn Jahren war es das Messegelände in Markkleeberg, daher auch das Umgangssprachliche „nach Markkleeberg“. Heute ist die Werbung recht langweilig, aber als Dekoration gab es auch alte Plakate zu sehen aus Zeiten, wo es noch nicht einmal Agra hieß:


























Im Gegensatz zu den auf Neuheiten fixierten Messen der DLG in Hannover geht es sehr viel praxisorientierter zu und ich habe sehr interessante Gespräche geführt und einige Bekannte getroffen.

Bei den ostdeutschen Strukturen haben die Aussteller ganz selbstverständlich die allergrößte Kategorie dabei, hier knapp 1.500 PS auf dem Foto:



















Schön restaurierte, seltene oder auch besonders umgebaute Oldtimer gab es ebenfalls zu sehen. Eine echte Legende, der ZT 300-GB, die Raupenausführung des ZT:



















In den Hallen gab es die Tiere aller Arten zu sehen inklusive in den Schauringen mit Präsentation von Alpakas über Puten bis zu Wasserbüffeln. 
Nach den Hammeltests auf dem St.Wendlinhof in Bingen meine Lieblingsschafrasse, das Merino-Landschaf:

Benjamin

Freitag, 24. April 2015

Raps Webcam - Teil 3

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Am Mittwoch sah man vermehrt Rapsblüten und heute würde ich dann sagen, dass die Rapsblüte begonnen hat.

24.04.2015; 13:52:

Benjamin



Mittwoch, 22. April 2015

Beste MLP aller Zeiten?

Heute war die Milchleistungsprüfung für April, wegen Personalmangel übrigens die erste, bei der ich die gesamte Vor- und Nachbereitung mache.
Die Kühe haben richtig gut mitgespielt, sodass die vom Melkstandscomputer angezeigte Durchschnittsleistung so hoch lag wie selten zuvor. Was genau dabei heraus kommen wird kann ich natürlich nicht sagen, aber mit den aktuell verfügbaren Daten abschätzen: Mit den momentanen Milchinhaltsstoffen einberechnet dürfte es möglicherweise das beste Ergebnis in der fast vierzigjährigen Geschichte der Milchleistungsprüfung in Boberow werden.
Die Jahresleistung dürfte damit auf ca. 9.350 kg Milch und 710 kg Fett + Eiweiß steigen.

Benjamin

Der Roboter ist da!

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Heute habe ich wieder mal eine Begutachtungsrunde durchs neue Melkaus gemacht. Eine  Enttäuschung gabs schon: Zwar wurden gerade die Klauenbäder festgeschraubt. Und das ist das gleiche Modell, wie wir es letztes Jahr in Boberow herausgerissen haben, weil es auf Dauer nicht einmal 70 Kühen gewachsen war (siehe Post vom 25.05.2014). Andererseits hat es sich wahrscheinlich mit diesen dann relativ schnell erledigt und müssen durch etwas Vernünftiges ersetzt werden.
Außerdem wird gerade der Dipproboter, der DeLaval TSR (teat spray robot) montiert. Der "Sicherheitskäfig" (siehe Post vom 23.02.2014) steht schon. Zusammengefaltet wirkt der Roboterarm doch recht klein:

Benjamin



Montag, 20. April 2015

Raps Webcam - Teil 2

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Auf dem Foto sieht man es leider nicht so gut, aber langsam erkennt man einen gelben Schleier im Grün des Raps'.

20.04.; 12:57 Uhr:

Benjamin


Freitag, 17. April 2015

Raps-"Webcam"

Mal wieder Abwechslung im Kuhblog und zwar in die experimentelle Richtung:
Mehrmals täglich fahre ich an einem Rapsacker vorbei, knappe 75 ha groß und zumindest vom Optischen her mit welligem Relief und Bauminseln ansprechend.
Wo jetzt bei den wärmeren Temperaturen der Raps ins Schossen kommt sieht man wie es täglich mehr wird auf dem Acker.

Daher mache ich jetzt jedes Mal, wenn ich um die Mittagszeit rum vorbei komme ein Foto aus dem gleichen Blickwinkel, quasi wie eine Webcam.

Hier nun das erste Foto,  17. April, 12:39:

Benjamin

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nachtrag: Dies ist der Übersichtspost der Raps-Webcam.
Weitere Posts der Serie: 
Erste Blüten, Post vom 20.04.2015
Beginn Blüte, Post vom 24.04.2015
Foto mit meiner Familie, Post vom 24.05.2015
Letzte Blüten, Post vom 31.05.2015 
ganz abgeblüht, Post vom 10.06.2015 
Schotenwachstum, Post vom 21.06.2015 
Beginnende Abreife, Post vom 30.06.2015 
warten auf Erntewetter, Post vom 31.07.2015
Ernte mit zwei Claas Lexion 480, Post vom 03.08.2015
Stoppelbearbeitung, Post vom 16.08.2015
aufgelaufener Ausfallraps, Post vom 01.09.2015

Mittwoch, 15. April 2015

Aktueller Baufortschritt

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Momentan gehts auf der Baustelle in der Endausrüstung rund: Der Tunnel ins Innere des Karussells wurde gefliest, alle Melkzeuge sind montiert und jetzt ist die Elektronik dran. 
In Nachwartebereich haben gestern meine Kollegen von der Baubrigade die Fressgitter angeschraubt. Ist ein gewaltiger Fortschritt zum Bisherigen; halt Sicherheitsfressgitter, die man notfalls über den Verriegelungspunkt weiterdrücken kann und für die heutigen Kuhgrößen ausgelegt. Wo man durchsteigen kann statt drüberzukrabbeln.
Sind zwei getrennte Abteile mit den Fressgittern und das Gestell im Hintergrund  vor dem grünen Vorhang zum Karusselleingang ist das 3-Wege-Selektionstor (normaler Rückweg, Abteil 1, Abteil 2) und ganz links spiralförmig die Druckluftschläuche zum Antrieb des Kuhtreibers.

Benjamin


Dienstag, 14. April 2015

Auf Seminar - Teil 4

Zur konsequenten Fütterung kommt in Iden noch ein konsequentes Management mit dem Schwerpunkt auf der Einzeltierbetreuung hinzu.
Und die Resultate können sich mehr als sehen lassen, wenn man ganz ehrfürchtig vor diesen Giganten steht: Aktuell über 20 lebende Kühe jenseits der 100.000 l-Marke von mehr als 70 die das bisher geschafft haben. Diese Zahl wird noch beeindruckender wenn man sich Erinnerung ruft, dass es in ganz Sachsen-Anhalt bisher knapp 800 waren. Also ungefähr ein Zehntel der 100.000er stammt dort aus Iden, bei 0,3 % an der Gesamtpopulation!
Lebende Zehntonner (> 10.000 kg Fett und Eiweiß) und 150.000 l-Kühe sind auch dabei.
Unter anderem Carlotta, deren Mutter und Tochter ebenfalls zu den 100.000ern gehören. Da kann man der Aussage: "Kuhfamilien sind schon was Geiles!" absolut zustimmen.
Bericht aus der Bauernzeitung dazu: 
https://www.bauernzeitung.de/agrarticker-ost/sachsen-anhalt/tolle-kuehe-tolles-team/

Und Bressi, die Kuh mit der höchsten Lebensleistung in Iden, die in der 13. Laktation bei an die 165.000 kg liegt. Ende letzten Jahres lag sie in Sachsen-Anhalt auf dem 2. und in Deutschland auf dem 10. Platz aller Kühe:

Benjamin





Sonntag, 12. April 2015

Auf Seminar - Teil 3

Die Fütterungstricks in Iden. Tja, da gibts eigentlich keine. Ist mal wieder das typische der obersten Leistungsspitze: "Kompromisslos konsequent".
- Alles wird ordentlich gerechnet mit Grundfutteranalysen unter Berücksichtigung aller wichtigen Parameter. In der Frühlaktation Balanceakt zwischen genügend Struktur und genügend Energie im Futter, wobei der Struktur etwas mehr gegeben wird als laut Bedarf; die Lösung dafür ist eine möglichst hohe Futteraufnahme, dass von beidem genügend vorhanden ist.
- Im Lauf der Laktation mit abnehmender Milchleistung ist die Energie kein Problem mehr und es gilt daher zu vermeiden dass die Kühe zu fett werden. Dafür werden einmal im Monat alle Kühe eingestuft und entsprechend umgruppiert bzw. die Rationen angepasst, wenn sich die Kondition zu vieler Kühe verändert.
- Für das Feintuning wird bei der Tierbeobachtung die Wiederkauaktivität (Anteil kauender Kühe) gezählt und die Restfuttermengen erfasst. Darüber wird für die tägliche Strukturanpassung der Strohanteil im Futter gesteuert.
- Gute Grundfutterqualität versteht sich da von selbst.
- Einzige wirklich Besonderheit ist kein Soja in der Fütterung. Als einziger Proteinträger kommt Rapsextraktionsschrot zum Einsatz und um die Energiedifferenz zu Soja auszugleichen Futterfett.

Wer in der Milchviehfütterung unterwegs ist, dem wird Thomas Engelhard als Dezernatleiter Milchviehhaltung und -zucht in Iden ein Begriff sein. Hier ist er bei der BCS-Einstufung, ganz genau an dem Fleisch auf den Querfortsätzen der Lendenwirbel. Das System dahinter kannte zwar jeder, aber wenn man das nicht regelmäßig macht ist die Eingrenzung auf Viertelnoten schon schwer:




















Luzerne gilt als recht anspruchsvoll zu silierendes Futter, besonders in Reinkultur: Wenig Zucker für die Milchsäuregärung, dafür viel Eiweiß und Struktur. Ein wahrlich beispielhaftes Silo! 
In  der linken Silokammer der dritten Schnitt Gras, in der rechten die Luzerne:



















Partikellängenbestimmung mit der Schüttelbox. Da habe ich mich dann vorgedrängelt, wo ich das auf der Neumühle im Luzernefütterungsversuch als gemacht hatte. Hier war es aber eine dreistufige Box ohne das Gitter für die peNDF-Fraktion unter 1,18 mm, weil man diese Kenngröße meistens eh nicht braucht. Das besonderen in dem Fall war, dass im Restfutter (obere Reihe) weniger lange Partikel waren als im vorgelegten Futter (untere Reihe), also die Kühe diese gezielt herausgefressen haben:

Benjamin





Samstag, 11. April 2015

Auf Seminar - Teil 2

Der praktische Teil des Seminars fand auf der Milchviehanlage des Landwirtschaftsbetriebs statt. Ist quasi ein Tochterunternehmen der Landesanstalt, das nach wirtschaftlichen Kriterien geführt wird und Personal und Kühe für Forschung und Ausbildung bereitstellt.
Gab es einen zeitlich natürlich total ausgeuferten Rundgang:

Die Anlage wurde 1964 gebaut und zwar die beiden Prototypen des Typenstalls L203, damals ein fünfreihiger Anbindestall mit 315 Plätzen, wie er bis in die 1980er hundertfach gebaut wurde. So auch bei uns in Garlin und Pinnow, bei dem auf der halben Länge eine sechste Reihe angebaut wurde zwecks Planerfüllung.
Im Gegensatz zu der späteren Serienausführung haben die Ställe in Iden kein Pult- sondern ein Sheddach, wodurch deutlich mehr Licht in den Stall kommt.
In einem der beiden Ställe sind die Spezialbereiche untergebracht, links das Versuchsabteil mit den Wiegetrögen (wie auf der Neumühle) und rechts die Frischabkalberbucht. Nicht zu sehen ist die Abkalbebucht, ebenfalls mit Wiegetrögen ausgestattet:




 














Gemolken wird dreimal täglich in einem Doppel-16er-Side-by-Side von DeLaval. Also bekannte Technik, so die gleichen Melkplatzcomputer wie in Boberow und die gleichen Melkzeuge, wie sie im neuen Melkkarussell in Pinnow gerade montiert werden. In diesem Melkstand findet auch die überbetriebliche Ausbildung statt, neben den Lehrlingen aus Sachsen-Anhalt auch für die aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern; einige unserer Lehrlinge haben hier drin das Melken gelernt. Im Vergleich zum Lehrmelkstand in Aulendorf (Baden-Württemberg) ist die Grube nicht einmal halb so breit - Umbaulösung halt - andererseits geht hier auch über sechsmal so viel Milch durch:

Benjamin


Donnerstag, 9. April 2015

Auf Seminar

Gestern und heute war ich zu einem Seminar für Management in der Milchviehfütterung, vor allem Richtung Controlling. Fand von der Brandenburger Landwirtschaftsakademie aus im Zentrum für Tierhaltung und Technik in Iden statt. Für meine Verhältnisse mit 80 km von Grabow aus nicht allzu weit weg.

Habe ich sehr viel mitgenommen, vor allem über die praktische Umsetzung im Alltag. Auch der theoretische Teil war derart praxisbezogen wie ich es selten erlebt habe. Eine Gruppe von Praktikern aus der tagtäglichen Produktion und da wird nicht lange drum herum geredet. In dem Stil hätte man die Schul- plus Studienzeit bestimmt in fünf Jahren durchgehabt.

Das Rittergut in Iden war schon im 19. Jhd. mit über 1.000 ha ein beachtlicher Betrieb und seit nunmehr 70 Jahren Forschungsanstalt. Die alte Gutansanlage macht auch heute noch etwas her, wie es das im Südwesten Deutschlands nie gab:

Benjamin



Montag, 6. April 2015

Aktuelle Ansicht

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Der Baufortschritt am neuen Melkhaus mal aus 1,5 km Entfernung über einen Teil der Mutterkühe mit ihren Kälbern hinweg gesehen:
Von links nach rechts der Strohstall für die frischabgekalbten Kühe, der "alte Stall" (Typenbau L203), das bisherige Melkhaus, der "neue Stall" und das neue Melkhaus, farblich vom Wiesengrün der anderen Gebäude abgehoben:

Benjamin


Samstag, 4. April 2015

Aktuelles Foto von Angel

Wie versprochen gibt es für Fabienne heute das aktuelle Foto von Angel, also Giselas jüngerer Schwester, die mittlerweile schon 10 Wochen alt ist.. Von den drei anderen habe ich leider keine zeitnah aufgenommenen, da Nina und Alis schon nach Sargleben umgezogen sind und Rebecca einfach keine Lust auf Fotos hatte:

Benjamin


Freitag, 3. April 2015

Endlich April

Wie das Wetter hier oben ist? Die letzten Tage war es richtig ungemütlich, man konnte fast meinen, dass der Winter zurückgekehrt ist: Nachfrost, Sturm inklusive Stromausfällen und umgewehten Bäumen, Schnee und Platzregen. Jetzt ist aber auch endlich der April angekommen. Zwar nicht das allerwärmste, aber am Nachmittag ordentlich Sonnenschein und auch passend für die ersten unserer diesjährigen "Osterhasen-Kälber":

Benjamin


Die MLer

Heute mal über die "MLer", was mittlere Leistungsgruppe bedeutet. Aktuell wird ein neuer Vertretungsfütterer angelernt, und da ist die Übersicht über die einzelnen Futtergruppen im verbauten Stall zu Beginn nicht so einfach. Wo die anderen, die seit Jahren dabei sind (trifft mittlerweilen auch auf mich zu) mit den Gruppennummern um sich werfen. Daher hat er sich mit Viehmarkierungsspray die jeweiligen Rationskürzel an den Stalleinfahrten angesprüht. Hier zu sehen die ML "im großen Stall links oben". Was man hier auf dem Foto auch erkennen kann sind die massiven Pfeiler und die höhere Decke des ehemaligen Futterhauses, wo früher die Förderbänder für die Untenbandfütterung beschickt wurden.

Zu den MLern gehören alle Kühe, die noch nicht als tragend (nach Trächtigkeitsuntersuchung) erfasst wurden und weniger als 29 kg Milch am Tag geben. Aktuell liegen sie im Schnitt bei 24,8 kg.
Das bekommt jede zu fressen:
 

18 kg Maissilage 
7,5 kg Grassilage 
350 g Gerstenstroh  
4,5 kg Pressschnitzel  
1,4 kg Sojaextraktionsschrot  
1,7 kg Rapsextraktionsschrot  
1,6 kg Roggenschrot  
500 g Triticaleschrot  
850 g Körnermais
125 g Pansenpilot  
250 g Mineralfutter
40 g Salz 

Benjamin




Mittwoch, 1. April 2015

Start in die Marktwirtschaft

Heute war es soweit: Nach über 20 Jahren wurde auch bei der Milch die Marktwirtschaft eingeführt. Mit der "freien Milch" anstoßen, dass in Zukunft die Politik nicht mehr die Produktion von Lebensmitteln einschränkt oder sogar sanktioniert:

Benjamin

Montag, 30. März 2015

Kuhtreiber

- zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier

Wo in Boberow die uralte Umbaulösung von Vorwartehof äußerst ungünstig ist: Breiter als lang, seitliche Eingänge, Ecken, in denen sich Kühe verstecken können; so wird es im neuen Melkhaus von Grund auf vernünftig gebaut. Auf dem Foto im Post vom 20. Februar ist ja schön der Anstieg zu sehen. Dazu wird noch aktuell der Kuhtreiber eingebaut, ein Gatter, dass die Kühe nach vorne zum Karussell treibt und gleichzeitig zur Trennung von der nächsten Gruppe dient. Das eigentliche Gatter wird draußen zusammengebaut und das Fahrwerk, woran dieses dann hängt wurde schon auf die Schienen gesetzt. Und angebunden, dass es nicht zurückrollt:

Benjamin


Freitag, 27. März 2015

Onika

Hatte ich bisher über die rotbunten Kälber in Garlin (Post vom 06.02.2015) und die rotbunten Bullenkälber (Post vom 20.03.2015) geschrieben, so kann ich heute endlich mal ein Foto von einem rotbunten Kuhkalb aus Boberow bringen, und zwar Onika, die am Dienstag geboren wurde. Wie der Name schon vermuten lässt ist auch ihr Vater OneRed.
Ihre Mutter ist das "Dicke Einhorn", Nr. 1109. Ein Foto von ihr ist im Post vom 17.09.2013, seitdem ist sie aber noch ein ganzes Stück gewachsen, vor allem in die Breite.

Benjamin


Donnerstag, 26. März 2015

Nach Iden

Am gestrigen Mittwoch war ich erstmals in Iden, und zwar zum 40. Tag des Milchviehhalters in Sachsen-Anhalt; die Prignitz liegt halt zentral abseits, von allen landwirtschaftlich wichtigen Orten gleich weit weg. 
Natürlich war mir davor das LLFG Iden ein Begriff, als bedeutende Forschungsanstalt mit großer Geschichte und die beste Milchviehherde in Sachsen-Anhalt. Aber alleine das alte Rittergut, das den Kern der Anlage bildet ist mehr als beeindruckend (Fotos folgen bald).
Thematisch ging es um die aktuellen Entwicklungen der Milchkuhpopulation von seiten des Landeskontrollverbands und des Zuchtverbands, dann eher wenig aussagend über Eutergesundheit und dafür umso mehr aus dem Mehrländer-Jungrinderaufzuchtprojekt der ostdeutschen Forschungsanstalten, wo die metabolische Programmierung richtig schön mit Zahlen untermauert wurde. Das erste halbe Jahr Vollgas und dann bremsen.
Und zum Schluss als Vertreter des Hauses noch Thomas Engelhard über die Fütterung in Iden auf Leistung und Gesundheit, einfach nur schön zuzuhören wie es auch laufen kann, wenn von den Vorraussetzungen her (fast) alles stimmt. Wieder mal eine halbe Stunde gedanklich in der kompromisslos-konsequenten Liga unterwegs.

Benjamin

Dienstag, 24. März 2015

Milchquote erfüllt!

Vor anderthalb Jahren hätte ich es nicht für möglich gehalten die Milchquote vollzubekommen. Aber heute um 18:34 war es dann soweit, eine Woche vor Ende des allerletzten Quotenjahres waren die 100 % erreicht. Die genaue Literzahl bei der heutigen Abholung konnte ich nicht genau vorhersagen, weil mir die Fettwerte der letzten Tage fehlen, aber ich hatte mal 4.235 angenommen, und war ungefähr eine Sekunde zu langsam:



















Vor einem Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt nur 92,5 % Quotenausnutzung gewesen. Die ca. 8,5 % über Vorjahresniveau sind einmal davon 3,5 % auf eine höhere Kuhzahl zurückzuführen, da ich die Zahl der abgegangenen Kühe verringert habe und so mehr "übrigblieben". Und die restlichen 5 % sind Leistungssteigerung.

Nachtrag vom 26.03.: Nun habe ich alle Fettwerte bis einschließlich Dienstag und die Milchquote war bei 4.723 l erfüllt, also erste eine knappe Minute später.

Benjamin

Montag, 23. März 2015

Embryotransfer - Teil 4

Heute standen die Trächtigkeitsuntersuchungen bei den Färsen an, die im Februar die Embryonen von Hedda übertragen bekommen hatten. Von den ursprünglich neun Färsen waren zwei zwischenzeitlich brünstig geworden und von den sieben übrigen waren heute sechs tragend.

Und bei den anderen Trächtigkeitsuntersuchungen aus normalen Besamungen war auch Gisela dabei. Sie ist auch tragend, von dem Bullen Kayne. Ist ein nach Brandenburg ausgewanderter Engländer und von den Zuchtwerten her für mich doch zufriedenstellend. Sie wurde am 2. Februar besamt, sodass ich als Kalbedatum den 9. November erwarte. Wären dann 26,6 Monate Erstkalbealter, zwar nicht das allerbeste, aber für unsere Verhältnisse schon gut.

Benjamin

Sonntag, 22. März 2015

Frühlingssonne

- zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier - 

Nachdem gestern der erste Frühlingstag bei gemütlichen 4 Grad ins Wasser gefallen war, wurde es heute nicht viel wärmer, aber dafür viel Sonnenschein. Da strahlt das Dach vom neuen Melkhaus richtig. Das ist auch der Grund, warum heute die meisten Stalldächer weiß sind: Um die Sonne zu reflektieren, damit sich das Innere nicht aufheizt. So findet ihr auch auf keinem meiner Fotos aus Idaho (mit immerhin 300 Sonnentagen im Jahr...) andersfarbige Dächer.
Und zumindest auf der Südseite ist die Schlammschlacht vorbei und der Unterbau des Hofes ist fertig:





 













Am Vorwartehof wird gerade die Technik für das Flushsystem eingebaut. An der Farbe kann man schon erkennen, dass das von GEA Houle stammt ("also Westfalia"):

Benjamin



Freitag, 20. März 2015

Sonnenfinsternis

Von der Sonnenfinsternis hat man hier oben in der Prignitz schon etwas mitbekommen. Der Himmel war wolkenlos und so war es für eine dreiviertel Stunde schon trüber, als würde man durch eine Sonnenbrille kucken und in meinem Büro mit Fenstern Richtung Nordwest merkte man es deutlich. 

Da auch das Foto von der Finsternis bei maximaler Überdeckung derart überbelichtet war, dass genau gar nix zu sehen ist hier ein Foto von den unwirklichen Lichtverhältnissen; strahlender Sonnenschein und trotzdem trüb:




 














Und der groß angekündigte Stromausfall blieb auch aus.

Benjamin

Die Roten kommen!

Jetzt gab es auch endlich in Boberow rotbunte Kälber via Vererbung des VRC-Gens (siehe Post vom 06.02.2015).
Waren jetzt beides Bullenkälber, sodass diese Farbtupfer wieder schnell aus dem Stall draußen sind.
Einmal Ontario:





 















Und der zweite, Molar. Sein Vater ist Mokabi, auch ein Bulle mit VRC-Gen, von dem ich dies nicht wusste, da er in Boberow nicht eingesetzt wurde. Seine Mutter ist einer der über den Winter aufgestallten Färsen (siehe Post vom 14.12.2014). Zwar hatte ich in Garlin schon einige Kälber von Mokabi, also Molars Halbgeschwister, die waren aber allesamt schwarzbunt:

Benjamin

Dienstag, 17. März 2015

Waffenhandel ohne Strom

Eigentlich wollte ich morgen früh wieder bei meinen Kühen sein, aber da hatte die Bahn nicht genügend Strom dafür, sodass ich es gerademal zwanzig km weit bis nach Biblis gepackt habe. Der Anschlusszug fiel wegen Oberleitungsschaden aus, also den Urlaub zwangsweise um einen halben Tag verlängert.
Aber es gab auch was zu kucken: War ein Güterzug im Bahnhof liegen geblieben, 40 Container, alle mit Explosiv-Aufklebern und US-Kennnummern. Sah schon ganz nach einem Waffentransport Richtung Ukraine aus, um den Bürgerkrieg am Laufen zu halten. Kamen auch gleich bewaffnete Marines und haben sich am Zugende aufgestellt, dass ja niemand was plündert.
In tiefsten Hinterland gescheiterte Supermacht...

Benjamin




Muskelbiopsie

Wo ich auf der Neumühle war konnte ich wieder in der Agrarforschung mitspielen bzw. etwas assistieren.
Beim aktuellen Forschungsprojekt geht es darum, durch die Fütterung von Niacin (Vitamin) vor der Kalbung eine Veränderung an den Muskelfaser herbeizuführen, dass dann später andere Fettsäuren abgebaut werden und die Stoffwechsel- und Leberbelastung niedriger ausfällt.
Wurden gerade bei zwei kurz vor der Kalbung stehenden Kühen Muskel und Leberproben entnommen, für die Muskelproben von der Keule (Bewegungsmuskulatur) und dem Rücken (Haltemuskulatur).
Wird mit der Stanze eingestochen und die entnommenen Proben in flüssigem Stickstoff eingefroren und danach in die Probenröhrchen umgefüllt:

Benjamin

Auf der Neumühle

Wenn ich schon mal auf Urlaub in Rheinhessen bin fahre ich dann auch Sonntagsmorgens zum Melken auf meinen "Stammbetrieb".
Die Herde umfasst jetzt genau 150 Kühe und somit ist der Stall auch voll. Die Leistung wurde in den letzten Monaten deutlich gesteigert und liegt nun bei rund 10.350 kg, nennenswert mehr wäre im Versuchsbetrieb nicht zu erwarten, wegen der häufigen Änderungen.

Braunies Verwandtschaft gehts gut, ihre Tochter Mai liegt in der dritten Laktation schon bei 17,3 kg Lebenstagsleistung, ihre Schwester Latte ist mittlerweile wieder tragend und ihre Mutter Leonie auch, nun mittlerweile zum neunten Mal. Mit über elf Jahren geht ist  nun langsam auf die 60.000 kg Lebensleistung zu:




















Und hier noch ein Foto von Sonne, die ihre ganze Technik präsentiert: Das weiße Halsband mit der Stallnummer und dem Insentec-Transponder für die Wiegetröge im Versuchsbereich, das schwarze Halsband mit dem Heatime für die Brunsterkennung und am Fuß den Transponder für die Erkennung im Melkstand, an der Waage und den Selektionstoren:

Benjamin

Montag, 16. März 2015

101 t/ha Zuckerrüben

War ich mal wieder in Ertragsdimensionen unterwegs, die fernab vom "Brandenburger Kanickelsand" liegen. Aktuell bin ich auf Urlaub in Rheinhessen und da war ich auch mal wieder auf Besuch bei meinem Studienkollegen in Südhessen. Direkt am Rhein die grundwasserbeeinflusste Auenböden halt. Und da war es neben Kucken fremder Kühe, dem Fachsimpeln über die Berichte der Milchleistungsprüfung auch das Bestaunen der Ertragsstatistiken: Nicht nur für 2014 einen durchschnittlichen Weizenertrag von um die 105 dt/ha sondern auch 101 t/ha bei den Zuckerrüben, bei einem bereinigten Zuckerertrag von 16,5 t/ha. Wobei der schlechteste Schlag nach dem Hochwasser vorletztes Jahr (siehe Post vom 13.05.2014) es mit 85 t stark nach unten gezogen hatte.

Benjamin

Freitag, 13. März 2015

Melktechnikprüfung

Am Dienstag gabs mal wieder die Melktechnikprüfung durch den Landeskontrollverband, wo während dem Melken an allen möglichen Stellen Vakuum und Milchfluss gemessen wurde. Im Vergleich zur letzten Überprüfung vor anderthalb Jahren hatte sich viel verbessert, vor allem wegen der höheren Milchleistung:
- so gut wie keine Kühe mehr mit verzögertem Milchfluss
- keine biomodalen Milchkurven mehr, wo durch unzulängliche Stimulation zuerst die Milch aus der Euterzisterne kommt und da später erst die aus dem Eutergewebe
- bessere Melkzeugpositionierung durch die verlängerten Schläuche
Zu beanstanden gab es relativ wenig:
- bei einem der Melkstände war der Sensor für das Vakuum-Regelventil verschmutzt
- zu hohes Vakuum von 45 kPa (= absoluter Druck 0,56 bar), aber keine Probleme mit dadurch bedingten Hyperkeratosen an den Zitzenspitzen ("Hornhaut")
- Zitzengummis mit zu großem Innendurchmesser, dadurch zu viele Lufteinbrüche gegen Melkende. Muss also beim nächsten Wechsel mal das Modell gewechselt werden.
- Die schlecht melkbaren Euter mit zu engen Zitzenabstand hinten wären ein züchterisches Problem, das es vor allem im (beeinflussten) Gebiet der Rinderzucht Mecklenburg-Vorpommern gäbe.

Benjamin

Sonntag, 8. März 2015

Erster Frühlingstag

- zur Übersicht der Melkhausbau-Serie -> hier - 

Gab es noch am Dienstag Glatteis so war heute der erste Frühlingstag für dieses Jahr: Schönster Sonnenschein und 17 Grad.
Da bot es sich an für die treu wartenden Leser mal wieder ein aktuelles Foto vom neuen Melkhaus zu machen. Trotz geschlossener Curtains ließ sich schon bei diesen Temperaturen die luftige Bauweise gut erahnen.
Der Blick ist von der Rückseite, im Vordergrund der Treibweg, worauf dann die Kühe vom Stall gelaufen kommen.

Benjamin


Donnerstag, 5. März 2015

Nach Güstrow

Im "Vierländereck" von BB, MV, NS und SA gelegen, bin ich eigentlich von allem gleich weit entfernt. Am Dienstag war ich in Güstrow beim Landeskontrollverband MV zum 24. Milchrindtag Mecklenburg-Vorpommern. Geschäftsbeziehungen dorthin haben wir aber auch und zwar über die Milchgüteprüfung der abgelieferten Milch. Da die Molkerei Karstädt zur Hansa-Milch gehört, die ihren Hauptsitz in Upahl (bei Grevesmühlen) hat werden die Analysen in Mecklenburg-Vorpommern gemacht.
Thematisch ging es hauptsächlich um Forschungsergebnisse der Landesforschungsanstalt, insbesondere mit dem Datenmaterial aus den Testherden, wenn das ganze schön durchgerechnet und aufbereitet ist.
Beim Aktuellen vom Rinderzuchtverband wurden eine Liste mit den höchsten Zuchtwerten weiblicher Kälber im Zuchtgebiet gezeigt und bei Blick quer drüber kam mir der Muttername eines der Kälber ziemlich bekannt vor - Jasminka. Kein Wunder, denn die gehört zur Pinnower Herde und ist wie ich nachgekuckt habe auch die Mutter der vier in Boberow stehenden Jungrinder (siehe Post vom 15.11.2014).
Zum Schluss gab es noch einen Vortrag über das Konzept eines Null-Emissionen-Stalls mit Vollklimatisierung. War total abgedreht und ich halte die Stallplatzkosten von knapp 11.000 € für extrem schöngerechnet, aber andererseits hat Vieles irgendwann mal als Spinnerei angefangen.

Benjamin

Montag, 2. März 2015

Referenzmenge erreicht

Das letzte Jahr der Milchquote geht nun endlich langsam zu Ende, sind nur noch 30 Tage. Gestern Abend wurde bei der Abholung die Referenzmenge unserer Quote überschritten, mehr als drei Wochen früher als im letzten Jahr (25. März). Da sich diese aber auf einen Fettgehalt von 4,358 % bezieht und in den letzten elf Monaten es im Schnitt 4,071 % waren kommt nun die Fettkorrektur zum tragen, weil ja eigentlich nicht die Milchmenge an sich quotiert ist sondern nur die Milchfettmenge. Danach liegt die Quotenausnutzung bei 93,6 %.

Samstag, 28. Februar 2015

Giselas Stammbaum

Für meine Gisela habe ich mal den Stammbaum aufgemalt. Ich kann ihre Ahnen bis zu 10 Generationen auch in die 1950er Jahre zurückverfolgen. Unten habe ich nur die letzten sechs Generationen bis zu ihren Ururururgroßeltern aufgemalt, weil es darüber hinaus zu komplex geworden ist. Ganz oben ist ihre Mutterlinie, ganz unten die Vaterlinie. Man sieht schon, dass einige Bullen mehrfach vorkommen und natürlich auch Starbuck und Chef II, die zudem in den früheren Generationen auch noch einige Male auftauchen. 
Insgesamt hat sie deutsche, niederländische, amerikanische und kanadische Vorfahren und da die Mutterlinie auf das SMR zurückgeht über die darin "enthaltenen" Dänischen Jerseys auch unbekannte aus Dänemark und England:

Benjamin




Freitag, 27. Februar 2015

Die Urahnen

Mal was aus dem Bereich der Hobbyzucht, wo die Abstammung mehr bedeutet als die Zuchtwerte:
Letzte Woche habe ich die Stammbäume der Kühe im Herde-Programm entdeckt. Normal werden in der Einzeltierübersicht die drei letzten Generationen angezeitgt (bis Urgroßeltern). Zusätzlich sind aber die Bullen mit ihrer Abstammung hinterlegt, soweit diese bekannt ist.
Insgesamt kann ich so die Abstammung der Kühe über bis zu zwölf Generationen hinweg bis in die 1950er Jahre zurückverfolgen.
Und mir wurde die starke Verwandschaft bei den Holsteins schlagartig sichtbar, in den stets angezeigten drei letzten Generationen sieht man das nicht, außer dass zwei der Kühe doch tatsächlich nur einen Großvater haben. Aber tief in den Stammbäumen liest man immer wieder die selben Namen, allen voran den berühmten Starbuck aus Kanada (Jahrgang 1979) und den amerikanischen Chef II (Jahrgang 1962). Auch wenn über die Bullenstammbäume nicht die Mutterlinien und damit bedeutende SMR-Bullen erfasst sind, sehe ich diese beiden nun als die Stammväter der Boberower Herde an: 94 % stammen von Starbuck ab, 96 % von Chef II und 91 % sogar von beiden. Bei einer einzigen Kuh fand ich sie nicht im Stammbaum, aber bloß weil diese von mehreren nicht verzeichneten Deckbullen abstammt.

Benjamin

Donnerstag, 26. Februar 2015

Foto von Angel

Nun gibt es endlich ein Foto von Angel. Sie ist nun 30 Tage alt und nicht ganz so anhänglich wie es Gisela in diesem Alter war.

Benjamin

Mittwoch, 25. Februar 2015

Nach Neulewin - Teil 2

Von der Milchviehanlage in Neulewin war ich wirklich überrascht, zwar ist die Herde knapp doppelt so groß und das Niveau ein gutes Stück höher als in Boberow, aber die Bedingungen doch sehr ähnlich. Die beiden Ställe für die melkenden Kühe wurden nach der Wende erweitert und umgebaut, dazwischen ein Melkhaus mit zwei nebeneinander liegenden DeLaval-Fischgrätenmelkständen (hier Doppel-8er), die Sondergruppen sind in einem separatem Stall untergebracht und müssen über den Hof gekehrt werden. Die Hochtiefboxen werden mit Separat eingestreut, aber dafür wird direkt die Gülle genommen, weil in die Biogasanlage auch Hühnertrockenkot reinkommt, was dann hygienisch bedenklich wäre.

Im Abkalbestall (ehemalige Bergehalle) waren in der Bucht der Anfütterungsgruppe einige bei der Ultraschalluntersuchung als besonders sehenswert aufgefallene Kühe aufgereiht, die dann alle von innen angekuckt wurden. Was hier eine Besonderheit ist, denn normalerweise wird das mangels Selektionsmöglichkeiten mitten in den Kuhgruppen gemacht.
Mit den Ultraschallbildern bin ich nicht so vertraut, weil ich bei uns immer zum Schreiben mit den ganzen Listen auf dem Futtertisch stehe, aber in Verbindung mit einer Leinwand hatte ich es schon mal bei der Rückenfettdickenmessung gesehen (siehe Post vom 04.12.2013). Gab es alle möglichen Störungen an den Eierstöcken zu sehen, aber am beeindruckensten war der Vergleich von einem Embryo am 36. Tag, der nur murmelgroß ist zu Zwillingen am 56. Tag, also nur 3 Wochen älter, aber schon mausgroß, sehr lebhaft ("die beißen schon") und man kann da bereits vom Echo her die Rippen zählen. In dem Zusammenhang der Ansatz bei festgestellten Zwillingsträchtigkeiten diese Information zu nutzen und die gesamte Vorbereitung der Kuh auf den früheren Kalbetermin auszurichten:

Benjamin



Dienstag, 24. Februar 2015

Nach Neulewin - Teil 1

Am Sonnabend war ich in Neulewin im Oderbruch, 5 km vor Polen. Dort veranstaltete die Agrarproduktion Oderbruch mit der betreuenden Tierarztpraxis Stumpe und Idexx Laboratories, die in der Veterinärdiagnostik tätig sind, einen Workshop zum Thema Fruchtbarkeitsmanagment. Die Einladung dazu erhielt ich über einen eher ungewöhnlichen Weg: Wurden blind Ausbildungsbetriebe in Brandenburg angeschrieben, wodurch das auch auf meinen Schreibtisch gekommen war.
Es ging hauptsächlich um den Ansatz, von den Besamungen nicht tragend gewordene Kühe möglichst schnell zu finden, um da keine Zeit zu verlieren. Dazu werden freitags Blutproben der vor 4 - 5 Wochen besamten Kühe genommen und gehen per Nachtkurier ins Idexx-Labor in Ludwigsburg (bei Stuttgart), wo ein Trächtigkeitstest gemacht wird. Die danach nicht tragenden Kühe kommen dann montags zur wöchentlichen Ultraschalluntersuchung, um zu kucken, was genau los ist. Die tragenden kommen erst die Woche darauf zur klassichen Trächtigkeitsuntersuchung, um die höhere Embryonensterblichkeit (Frühabort) in der 6. Trächtigkeitswoche zu beachten.
Nicht tragende Kühe werden dadurch ganze 2 - 3 Wochen früher gefunden als bei unserer Verfahrensweise, wenn auch bei erheblichem Mehraufwand.

Benjamin