Mittwoch, 30. November 2016

Nach Lübeck

Am Wochenende war ich mal wieder auf Exkursion. Es ging zu Familie Bandholz in Vorrade, einem Stadtteil von Lübeck.

Gar nicht mal so weit weg, aber als Familienbetrieb in der Herangehensweise und Organisation doch Welten entfernt. Wo wir Ingenieure "aus dem Osten" auf Arbeit in ganzen Schichten achten und einen erstaunlichen Blick für Arbeitseffizienz haben.

Auf dem über Jahrzehnten gewachsenen Althof sind das Jungvieh, die Trockensteher - inklusive Transitgruppe ("die gibt es auch für eine einzige Kuh!") - und die Abkalbebox untergebracht. Die melkende Kühe stehen in einem außerhalb des Dorfes gebauten Kuhstall, der im April diesen Jahres bezogen wurde. Es ist ein Doppel-3-Reiher, der aber nur halbseitig ausgebaut ist, die andere Seite dient als Lager und Maschinenunterstand.
Erwähnenswert auf dem Foto sind die Verkleidung sämtlicher Stützen mit Edelstahlblechen, denn der Onkel ist Vollblut-Metaller. Sowie die Beleuchtung mit LEDs; hat mir sehr gefallen, natürlich kann man nicht direkt in die Lampen schauen, aber das Licht ist blendfrei und hat eine sehr natürliche Farbe:




















Herzstück des neuen Stalls ist der Melkroboter. Die Lely Astronaut hat ja quasi jeder und hier sah ich erstmals einen GEA MIone. Ein Einbox-Roboter ist nicht viel mehr als eine Kuh und außenrum eine dreiviertel Tonne Stahl und Plastik, ein Dreibox-Roboter dagegen macht alleine durch seine Größe viel mehr her, das sieht nunmal nach richtig viel Technik aus:



















Mal ein für meine Verhältnisse etwas anderer Milchviehbetrieb: Ein junge Familie die nach dem Generationswechsel durchstartet.

Benjamin


Dienstag, 29. November 2016

Olga & Ola

Mal wieder Kälberfotos, und zwar von zwei besonderen Kälbern: Olga und Ola.
Sind zwei weibliche Masthybriden (Dt. Holstein x Weißblaue Belgier), da ihre Mutter para-tuberkulose-positiv getestet wurde und daher aus der Zucht ausgeschieden ist.

Geboren wurden sie am Freitag vorletzter Woche. Zuerst Olga, die kam uns sehr klein vor (Geburtsgewicht 29 kg). Zwar sind die Kälber von ihrem Vater Olaf kleiner als die vom anderen eingesetzten Weißblauen Belgier Delgado, aber sie war für ein Einzelkalb doch auffällig zu klein, so konnte ich sie problemlos an zwei Beinen nehmen und auf den Futtertisch legen. Also haben wird die Kuh eingefangen und nachkontrolliert, war noch ein Kalb drin und zwar in Hinterendlage. Haben das Material zur Geburtshilfe beigeholt und da merkte ich erst, dass noch die Eihäute komplett geschlossen waren. Laut unserer Tierärztin kommt das in dieser Lage sehr selten vor. Normal gibt es die Regel, dass die Eihäute nie zerstört werden, da durch das dann weglaufende Fruchtwasser die "Schmierwirkung" verloren geht, einzige Ausnahme ist vor der Nase, dass das Kalb nicht erstickt. Aber da brauchte ich die Füße einzeln, um den Geburtsstrick anbinden zu können. Bis ich die Eihaut offen hatte und an den Füßen dran war hat die Kuh aber so stark angefangen zu pressen, dass ich es ohne Probleme mit den bloßen Händen rausziehen konnte. Das war dann Ola, trotz der ungewöhnlichen Lage noch lebend und 32 kg schwer.

Olga, mit einer "7" auf der Stirn:




 














Ola; fast ganz weiß und schwarze Ohren sieht verdächtig nach Laudan aus, aber den hat sie nicht im Stammbaum:

Benjamin

Montag, 28. November 2016

Bluten 2016

Am Mittwoch letzter Woche wurde in Boberow wieder die jährliche Blutung der Kühe für die Untersuchung auf Para-Tuberkulose gemacht. 
Es hat zwar etwas länger gedauert als letztes Jahr, aber wir waren dafür nur zu viert und es lief alles sehr ruhig ab. Ich habe die Ohrmarkennummern der Kühe für die Zuordnung der Blutproben mitgeschrieben und dazwischen als die nächsten (Teil)gruppen geholt. Da das Fressgitter in der Mitte durch den Gülleabwurfschacht unterbrochen wird kann man die Reihen wechselseitig belegen und ist entsprechend zügig am arbeiten.

Beim Mitschreiben der Ohrmarkennummer habe ich gar nicht auf die Halsbandnummern geachtet und so erkennt man dann nur manche Kühe an den Hörneren (die Einhörner) oder an der Fellzeichnung; so auch Renda, die "Falschparkerin" (siehe auch Post vom 20.08.2014). Mittlerweile ist sie in der 3. Laktation:





















Und im Anschluss nachmittags wieder der schönste Teil, das Aufkleben der Probennummern. Die ganzen Zettel sind der Ausdruck des Untersuchungsauftrags an das Landeslabor in Frankfurt. Darauf sind alle Ohrmarkennummer fortlaufen aufgeführt und die Aufkleber der Proben müssen hinter die jeweilige Kuhnummer geklebt werden. Macht einen Haufen Arbeit und dann kann im Labor alles über die Barcodes schnell eingescannt werden. Dazu auf dem Klemmbrett die ganzen mitgeschriebenen Ohrmarkennummer welche Probe zu welcher Kuh gehört und das Handy um vermeintliche Zahlendreher nachkucken zu können. Absolute Sträflingsarbeit.

Benjamin

Sonntag, 27. November 2016

Tritciale Webcam - Teil 3

- zur Übersicht der Triticale-Webcam -> hier - 

Am Donnerstag war aller schönstes Spätherbstwetter, genau wie heute. Dagegen war am Freitag und auch die meiste Zeit am Samstag dichtester Nebel.

Daher noch ein aktuelles Foto von der Triticale wie sie in den Winter geht:

24.11.2016, 14:20:

Benjamin


Freitag, 25. November 2016

Güllebad

In Gülle geduscht habe ich schon vor längerer Zeit, war im Sommer 2009 beim Güllefahren, da habe ich einen Schieber falsch bedient und es gab eine kleine Fontäne. Gestern dann habe ich erstmals in Gülle gebadet.
Gefühlte 2 Minuten vor Feierabend rief die Melkschicht aus Garlin an, bei den Trockenstehern würde ein Kalb im Abwurfschacht des Schiebers liegen. Bin ich hingefahren und hatte extra eine Schürze und Ärmelschoner mitgenommen.
Vom Kalb kuckte nur der Kopf raus; die Ohren waren so verschmiert, dass wir es nicht daran rausziehen konnten und an mehr kam man nicht ran.
Einzige Möglichkeit: Selber reinsteigen und den Strick an einem Bein anbinden. Zuerst mit einer Schaufel gestochert wie tief es überhaupt ist - an die 70 cm. Zu tief für die Gummistiefel - also Stiefel, Socken und Hose ausziehen und rein in die Scheisse! Konnte den Strick festbinden und es rausziehen.
Weil meine Kollegin es so lustig fand durfte sie ein Beweisfoto machen: Bis über die Knie voller Gülle:

Benjamin



Donnerstag, 24. November 2016

Ciro

Am vergangenen Donnerstag hat Nr. 1054 Laura zum vierten Mal gekalbt, nach ihrem zweiten Kalb Belko (siehe Post vom 17.12.2014) und dem dritten Mack (siehe Post vom 05.12.2015) nunmehr das dritte Bullenkalb in Folge. Mit knappen 350 Tagen Zwischenkalbezeit und nur Bullenkälbern eifert sie da meiner Braunie nach. 

Wie jedes Jahr durfte ihre Taufpatin den Namen für das Kalb aussuchen, diesmal war es etwas schwieriger, denn sein Vater Citizen wurde bei uns viel und mit guten Ergebnissen eingesetzt, sodass er schon etliche Halbbrüder hat. Sie hat sich für Ciro entschieden.

Ciro am Dienstag, im Alter von fünf Tagen:

Benjamin

 

Mittwoch, 23. November 2016

ET 16 - Teil 3

Noch ein paar Fotos von der Eurotier.

Die Cuddle Box von Spinder. Hat eine Silbemedaille bekommen oder wie es seit diesem Jahr heißt: "Innovation Award EuroTier Silver Medal". Ist ein Fangplatz für eine Abkalbebox mit einer Kiste davor, in die das Kalb und Futter reinkommt. Die Kuh wird eingefangen, kann fressen und das Kalb ablecken und kann auch gleich für das Kolostrum gemolken werden. Halte das aber nicht für praktikabel, weil wenn die Kuh das Kalb direkt vor der Nase hat und beide auch nicht wegkönnen höchstwahrscheinlich gar nicht frisst. 























Tränkeeimerwaschmaschine "Grete". Wäscht in 15 Minuten vollautomatisch 10 Tränkeeimer. Ist eine Weltneuheit und für mich endlich die lange gesuchte Eimerwaschmaschine. Hatte vor zwei Jahren erwartet was in dieser Richtung auf der Aardema Calf Ranch in Idaho mit 2.500 Tränkekälbern zu sehen, aber die schrubbten alle Tränkeflaschen per Hand (siehe Post vom 19.10.2016). Die Nuckel bleiben an den Eimern und werden über einen Rollenmechanismus die ganze Zeit lang "ausgemolken":






















Das Smart Calf System von Förster Technik bekam eine Goldmedaille. Es bietet eine umfassende Gesundheitsüberwachung für Kälber am Tränkeautomat. Der Nuckel ist federnd gelagert und daran können die Stoßbewegungen des Kalbes gemessen werden, ob es gierig säuft oder nur lustlos drauf rumkaut. Daneben Halsbänder mit Aktivitätsmessung und eine Tränkestation für Wasser, mit der tierindivduell die Wasseraufnahme ermittelt werden kann. Da diese bei Kälbern mit der Entwicklung des Pansens zusammenhängt (Wasserbedarf der Pansenfermentation) kann errechnet werden wieviel Festfutter ein Kalb schon frisst und darüber dann das Absetzen von der Milch steuern.

Benjamin



Sonntag, 20. November 2016

ET 16 - Teil 2

Wichtigste Station in Hannover war für mich der Stand von DSP Agrosoft. Das neue Herde Plus kommt endlich Anfang des nächsten Jahres auf den Markt. Screenshots hatte ich erstmals vor zweieinhalb Jahren gesehen (siehe Post vom 25.06.2014) und mir das Programm vor zwei Jahren auf der letzten Eurotier angekuckt. 
Nun ist es endlich fertig, im Vergleich zum aktuellen Herde 5.9: Übersichtlicher, schneller zu bedienen und umfangreicher. Von den Funktionen her kann es zudem dann wahrscheinlich alle Aufgaben mit übernehmen, wofür wir zur Zeit noch Alpro und Delpro verwenden. 
Habe gleich abgesprochen, dass ich mit der Umstellung einen Schnitt im Management machen werde um die über Jahrzehnte gewachsenen Zettelwirtschaft großteils auf die elektronische Erfassung und Bearbeitung umzustellen.

Sehe bei einer umfassenden Nutzung der Möglichkeiten die das Programm bietet großes Potential zur Effizienzsteigerung der Managementarbeiten in Bezug auf Zeitbedarf und Fehlerminimierung. 
Als ich nur in Boberow zuständig war und ich mich da eingearbeitet hatte mit entsprechenden Arbeitsabläufen und das Management an sich zu einem Halbtagsjob wurde, da meinte ich, dass man "300 Kühe so managen muss, dass man auch 3.000 schafft". Mit meinem bisherigen System ist das definitiv nicht der Fall, da gehen vielleicht 700. 

Es bleibt spannend, wie sich das die nächsten Monate entwickeln wird. Werde im Kuhblog darüber berichten!


Benjamin

Donnerstag, 17. November 2016

ET 16 - Teil 1

Fast live der erste Bericht von der diesjährigen Eurotier in Hannover; bin gerade auf dem Heimweg. Erstmals habe ich mein Programm nicht geschafft, im Vergleich zu vor zwei Jahren waren es mehr Aussteller auf deutlich mehr Hallen verteilt. Dazu sehr viele interessante Sachen wo man hängenbleibt und viele Geschäftspartner bei denen man vorbei kucken will.
Und auch die Zeiten ändern sich: Früher als Student nach dem Messetag hungrig, mit plattgelaufenen Füssen nach 15 km und überladen mit Infomaterial. Heutzutage überall durchgefuttert und die Informationen erklärt bekommen bzw. per E-Mail.
Das Lustigste war bei GEA, frage ich nach Details des neuen Futterschieberoboters, kommt eine Industriespionin von DeLaval, fotografiert das Ding von allen Seiten und schreibt akribisch die Videopräsentation mit. Mein abfälliger Kommentar dazu: "Die kochen auch nur mit Wasser, was unser Aussenmelker bisweilen für Elektronikprobleme macht." Wurde ich scheinbar gleich als ehrlicher Grossbauer eingestuft; habe einen Milchshake bekommen und der für unseren Händler zuständige Gebietsleiter wurde geholt. "Pröttlin, ihr habt ja ein Flushsystem von GEA-Houle." Bekam ich eine umfangreiche und präzise Erklärung zum Futterschieberoboter und den Gülleschiebern für den geplanten Stallneubau in Pinnow.
Und das sind auch andere Zeiten: Als Student irgendwie hingehalten worden, wo es bloss zählte die künftigen Herdenmanager nicht zu verkraulen und heute ist man sich über die entsprechenden Kuhzahlen hinter denen bewusst.

Fortsetzung folgt!

Benjamin

Nachtrag vom Freitag: Die von GEA waren wirklich straff organisiert, keine Stunde später haben sie mir eine E-Mail mit den entsprechenden Prospekten geschickt.

Montag, 14. November 2016

Neumühle 5/2016 - Teil 3

Auf der Neumühle wurde nachts das jüngste Kalb geboren: 1677. Weiblich, 40,8 kg. Habe ich "nebenher" getränkt, da wurde ich als Ingenieur losgeschickt: "Dann zeigst Du uns mal wie das in Brandenburg gemacht wird." Wobei ich mit der Flasche fürs Kolostrum gefühlt die halbe Melkzeit gebraucht habe. Da liegen mir unsere 3l-Flaschen mit geringem Saugwiderstand viel eher (Siehe Post vom 16.04.2014).

 

















Nach dem Melken war ich mit der Tierärztin unterwegs und da ist mir eine neue Krankheit begegnet: Winterdysenterie. Zumindest der Verdacht. Ist ein viral bedingter Durchfall, der im Winter bei Wetterumschwüngen auftritt. Meist durch angefrorenes Futter als Auslöser, wo die betroffene Kuh 1452 als kleine Erstlaktierende, also rangnieder am ehesten so was frisst (fressen muss). Und im Versuchsbetrieb von der Diagnostik doch etwas umfangreicher mit Blutprobe nehmen um im Schnelltest Entzündungsfaktoren nachzuweisen.

Benjamin

Neumühle 5/2016 - Teil 2

Mal wieder eine praktische Erkenntnis, wie ein Abkalbestall eingerichtet sein soll. Zwar wurde der Fangplatz erst 2014 nachgerüstet (siehe auch Post vom 13.11.2014), aber ist ungemein praktisch.

So auch bei Melken in der Abkalbebox, wo wir daheim nur in Pinnow in den Einzel-Abkalbeboxen mit der Karrenmelkmaschine melken können, wozu aber die Kuh aufgehalftert und angebunden werden muss.

Steckdose vor Ort wäre noch schöner. Vakuumanschlüsse für Kannenmelkmaschinen ist doch umständlicher in Bezug auf die Häufigkeit der Nutzung. Im alten Neumühler Kuhstall gabs das, aber wahrscheinlich auch nur, weil die Abkalbebox auf der Rückseite des Maschinenraums lag.

Fortsetzung folgt!

Benjamin

Sonntag, 13. November 2016

Neumühle 5/2016 - Teil 1

Heute Morgen war ich wie im Urlaub üblich sonntagsfrüh zum Melken auf meinem Stammbetrieb Hofgut Neumühle in der Nordpfalz. Mal wieder die Zuverlässigkeit der grünen Melktechnik genießen.

Braunies Familie ist dieses Jahr wieder nicht gewachsen...
Ihre Mutter Leoni(e) hat am 29. September zum zehnten Mal gekalbt und es gab ein Bullenkalb. Das E in Klammern geschrieben, weil ich mir plötzlich nach Jahren nicht mehr sicher bin wie ihr Namen geschrieben wird. Bisher immer ohne E hinten, weil da so im Herdenmanagementprogramm stand, aber nun in einem anderen Programm stand es mit E hinten drin.
Braunies Enkelin, die ich bisher unter "Ma-xy" nach ihrer Mutter Mai geführt hatte, hat am 27. Oktober gekalbt, ebenfalls ein Bullenkalb. Und bei der Namensvergabe waren sie sehr kreativ: Sie heißt jetzt offiziell auch Mai, hat einfach den Namen ihrer Mutter zugewiesen bekommen.

Und noch ein Foto von Leonie im Melkstand: Fast 13 Jahre, 10. Laktation, 72.000 kg Lebensleistung (an die 6.200 Fett-Eiweiß-Kilo). Da sieht man woher Braunie das geerbt hatte: Wenig Leistung aber super melkbares Euter über viele Jahre hinweg. Mit solchen Kühen wäre es die reinste Freude am Karussell:

Fortsetzung folgt!

Benjamin

Mittwoch, 9. November 2016

Am Schnee vorbei

Da hatten wir mit dem Wintereinbruch gestern noch mal richtig Glück gehabt: 3 Grad und Regen; zwar ungemütlich nasskalt aber weder was eingefroren noch Schneechaos. Da sah es in der Nähe ganz anders aus: In Boitzenburg 20 cm Neuschnee, in Schwerin 5 cm, auf der A14 musste die Räumfahrzeuge in Formation fahren, überall in Westmecklenburg unter dem schweren Schnee umgestürzte Bäume und bei uns - gar nix! Einfach vorbeigezogen. Dafür dann heute morgen -3 Grad und später Sonne. Hoffentlich bleibt der Winter so unproblematisch.

Benjamin

Sonntag, 6. November 2016

Mischwägelchen

Der steht aktuell auf der Pinnower Milchviehanlage. Bei unserem ist der Auswurf hinten verschlissen und so sollte es die Leihmaschine geben bis der wieder repariert ist. Bloß wurde dabei nicht bedacht, dass wir einen Mech-Fiber 360 mit 18 m³ haben, dass das beim zweimaligen Füttern am Tag mit den 190er Gruppen passt. Und mit einem Mech-Fiber 300 mit 10 m³ kommt man da nicht weit. Der Mega 8150 ist zwar kein kleiner Traktor, aber der Mischwagen dahinter sieht wirklich mickrig aus:

Benjamin

Donnerstag, 3. November 2016

Ergebnisse Besamungsversuch - Teil 4

Gestern waren wieder die Wissenschaftler der FU Berlin da. Der Besamungsversuch geht nun zu Ende, es sind genug Besamungen zusammengekommen und es läuft aus, die letzten Besamungen werden bei uns in Pinnow am nächsten Samstag (12.11.) erfolgen. Diese Kühe werden dann Ende des Jahres zur Trächtigkeitsuntersuchung anstehen, sodass im Laufe des Januars es die endgültigen Ergebnisse geben dürfte.

Bei uns merkte man im Vergleich zur ersten Auswertung (siehe Post vom 10.08.2016) die langanhaltende Hitze im August und September, da hat die Fruchtbarkeit der Kühe extrem drunter gelitten. 
Bisher sind 64 Kühe im Versuch bis zur Trächtigkeitsuntersuchung gekommen:
Davon waren 32 tragend, macht genau 50 %.
Von den 36 mit Gefriersperma besamten Kühen waren 18 tragend, macht auch genau 50 %.
Von den 28 mit Frischsperma besamten Kühen waren 14 tragend, macht ebenfalls genau 50 %.
Bessere Fruchtbarkeit des Frischspermas? Bei uns gesamt gesehen nicht - im Frühjahr besser, im Sommer schlechter.
Über alle Betriebe hinweg war die Fruchtbarkeit des Frischspermas um 7 % höher, bei starkem Einfluss der Bullen (Gefriereignung).

Im Vergleich zu den anderen Betrieben haben wir die besten Ergebnisse erzielt. Mit einer Konzeptionsrate von über 40 %; da kommt die Erfahrung meines Kollegen voll zu tragen, der in seinen besten Zeiten als Tierzuchttechniker beim RBB locker auf über 4.000 Erstbesamungen im Jahr kam.

Die finalen Ergebnisse gibts dann im Januar. 

Mit dabei war auch ein Gastprofessor, der aktuell in Berlin lehrt. Er wolle sich gute Betriebe in Deutschland anschauen; "Und dann kommen Sie zu uns?" Nach der Besprechung der Auswertungen habe ich das Karussell gezeigt und den großen Stall und hatten es ganz allgemein über die Fütterung und das Fruchtbarkeitsmanagement. Und zum Schluss fragte er mich, ob ich denn der Besitzer des Betriebs sei; "Nein, noch nicht ganz".

Benjamin

Montag, 31. Oktober 2016

So flauschig!

An diesem langen Wochenende habe ich das alleinige Oberkommando über die Milchproduktion. Wo man am Feiertag nicht gestört wird kommt aber trotzdem keine Langeweile auf. Und doch muss bisschen Spaß sein: So habe ich gestern Oleg mal vermessen, weil der sich so prächtig entwickelt. Mit 22 Tagen hat er einen Brustumfang von 95 cm, was ungefähr sehr ordentlichen 80 kg entspricht.
Nicht nur seine Fellzeichnung ist für eine Holstein-Weißblauer-Belgier-Kreuzung untypisch sondern auch das Fell selbst; das ist so flauschig!

Benjamin



Goldener Oktober 2016

Sind die letzten Tage und Wochen als trüb und wolkenverhangen gewesen so war es gestern mal richtig schön sonnig und man hat noch bisschen was vom goldenen Oktober abbekommen.

Die bunt gefärbten Bäume stehen an der Europastraße zwischen Boberow und Pinnow. Der auf dem Foto zu sehende Abschnitt ist ein ganz Besonderer, denn hier mache ich die meisten Fotos für den Kuhblog. Rechts ist nämlich der Triticaleacker der Webcam (bzw. 2015 Raps und 2016 Weizen).
Links eine der Weiden der Mutterkuhherde Düdow, die ich dort auch schon öfters fotografiert habe, wenn sie in der Nähe der Straße waren:
31.07.2013
14.01.2014
01.09.2015
Auf der Weide sind auch die Fuchsbilder entstanden:
20.03.2016
13.04.2016

Benjamin



Samstag, 29. Oktober 2016

Doppelmiete

Die Zuckerrübenernte war dieses Jahr richtig gut, die Pflanzenbauleitung rechnet mit so 850 dt/ha. 
Hohe Erträge + große Schläge = Lange Mieten.
Und da wird auch bisweilen das Vorgewende eines großen Schlages etwas eng. So wurde am Boberower Rübenacker, dem Schlag Mankmußer Straße links, einfach auf der anderen Seite des Feldwegs eine zweite Miete angelegt.
Der Schlag hat mit den besten Boden in unserem Gebiet, um die 50 BP. Vor drei Jahren stand dort Wintergerste (siehe Post vom 19.07.2013).

Zwei schöne Rübenmieten. Im Hintergrund ist der "Melkstand" zu sehen. Es ist das ehemalige Melkstandsgebäude der modernsten und größten Weidezentrale der damaligen LPG(T) Boberow. Dahinter kann man die Kühe der Gosedahler Mutterkuhherde erahnen:

Benjamin

 

Freitag, 28. Oktober 2016

Triticale Webcam - Teil 2

- zur Übersicht der Triticale-Webcam -> hier -  

Die Triticale ist nun aufgelaufen und auf dem Foto auch als grüner Schleier sichtbar.
Das Wetter ist momentan arg trüb und wolkenverhangen, aber bei dem Dunst erscheint die Landschaft noch weitläufiger.

Wuchshöhe: 5 cm.

27.10.2016; 14:12:

Benjamin




Montag, 24. Oktober 2016

Weiße Soße

Canta hatte einen großen Abszess am Hals. Wodurch der auch immer ausgelöst wurde; diese Stelle ist typisch für Spritzabszesse, die durch schmutzige Kanülen verursacht werden. Die sind aber in der Regel faustgroß. Meine Braunie hatte auch eine, deshalb habe ich sie nur noch von der anderen Seite fotografiert. Aber da kann ich stolz sagen: Sowas gibts bei uns nicht!

Zumindest hatte sie diesen Abszess und ich schmierte den als mit Zugsalbe ein. Ist Ammoniumbituminosulfonat - mit dem Bitumen kann man sich schon vorstellen wie das riecht; da hat man den ganzen Tag davon wenn was auf den Ärmel kommt - das die Durchblutung fördert, dass mehr Eiter gebildet wird bis der Abszess aufgeht.
Bloß der ging nicht auf und wurde in den letzten Tagen noch größer:



 ...und so wurde er am Donnerstag aufgeschnitten. Der Eiter ist literweise rausgeplätschert und stank zu meiner Überraschung nicht (rechte Pfütze). Danach wurde das mit dem Wasserschlauch ausgespült und abgekapseltes Gewebe rausgeholt, wobei ich aber nur daneben stand und sie an der Nase festhielt. Vom Blut ist das Wasser entsprechend rot gefärbt, wobei es auf dem Foto schlimmer aussieht als es war:



















Schon erstaunlich wie stark das Immunsystem ist!

Benjamin

Freitag, 21. Oktober 2016

Rebecca ist zurück

Und schon wieder die nächste von den Lieblingsviechern, die nach Boberow zurückkehrt: Rebecca.
Siehe auch Posts vom 06.05.2014, 13.06.2014, 06.05.2015 und 19.08.2016.
Am Mittwoch kamen neue Kühe von Garlin nach Boberow. Lief von der Organisation etwas schief. Normalerweise werden die abends in Garlin aussortiert, morgens um acht als erste Gruppe dann gemolken und anschließend nach Boberow gefahren. Dort werden die Halsbänder gewechselt, die Schwänze geschnitten und die Anmeldung im Computer gemacht (siehe auch Posts vom 07.01.2014, 29.07.2014 und 26.10.2015). Nachmittags können sie dann als erste Gruppe gemolken werden und kommen danach in die Frischmelkergruppe.
Diesmal kamen die Kühe aber erst gegen 16:00 mitten in der Melkzeit. Die Halsbänder waren aber schon in Garlin gewechselt worden und so kamen die Kühe ungemolken gleich in die Gruppe. Über Nacht hatten sie sich schon an die anderen gewöhnt und längst überfällig mit dann knapp 19 h Zwischenmelkzeit liefen sie morgens ohne Probleme in den Melkstand. So läuft das also bei den Spezialisten die nur einmal täglich melken: Da stehen die Kühe auf der Matte...
Abends hatte ich nur noch schnell die Halsbänder für die Tiererkennung angemeldet und morgens bei der kompletten Eingabe in den Computer sah ich dann Rebeccas Ohrmarkennummer auf der Liste. Ist sie wieder heimgekehrt. Als Stallnummer hat sie die 2040 bekommen.
Hier bei ihrem zweiten Melken in Boberow, ganz vorne in der Reihe, hat sich also nicht faul im Vorwartehof rumgedrückt:

Benjamin


Dienstag, 18. Oktober 2016

Neunreiher

Da bin ich in einem bedeutenden Zuckerrübenanbaugebiet, in Riechweite einer der größten Zuckerfabriken Deutschlands aufgewachsen, und sehe trotzdem erstmals auf unserem Acker einen neunreihiger Roder: Momentan werden die Zuckerrüben ausgemacht.
War ich gestern Mittag auf der Verwaltung und da stand im Hof der Transportanhänger für ein neunreihiges Roderaggregat. Also musste der Lohnunternehmer da sein. 
Auf dem Rübenacker Richtung Zapel waren sie unterwegs, gegenüber dem einen Acker mit Phacelia (siehe Post vom 09.10.2016).

Ein ganz normaler Holmer TerraDos T3 wie er auch in Rheinhessen rumfährt, bloß nicht mit sechreihigem HR sondern neunreihigem HRM davor. Unter den Messern des Blattschleglers kann man die Nachköpferkämme erkennen - neun an der Zahl:






































Was man in Rheinhessen auch selten sieht, in Brandenburg aber aufgrund der großen Schläge Standard ist: Abfahrer zu den Mieten:

Benjamin


Sonntag, 16. Oktober 2016

Hokkaido ist zurück

Hokkaido ist jetzt wieder in Boberow.
(siehe auch Posts vom 26.06.2015, 17.12.2015 und 16.02.2016)
Wie langsam die Wagyus wachsen sieht man im Vergleich zu den schwarzbunten Färsen um sie herum: Die sind 6 bis 8 Monate alt, Hokkaido hingegen 15 und genauso hoch, wenn auch etws breiter.
Und einen Saugschutz hat sie mitgebracht. Im Frühsommer hatte einer der Herdenmanager von der Mutterkuhabteilung einen Saugschutz bei mir in Pinnow für eine der Wagyus geholt, die immer die anderen Färsen angesaugt hat. Dass es sich dabei um Hokkaido handelte wusste ich nicht, dachte es wäre eine vom 2014er-Jahrgang gewesen.

Benjamin



Dienstag, 11. Oktober 2016

Oleg

Oleg ist das fünfte Kalb von Truxa und in der Nacht zum Samstag geboren.
Der vorrausberechnete Geburtstermin war der 25. September, da aber ein Kreuzungskalb (SBT x WBB, wegen Para-TB-positiv) ging ich vom 29. September aus. Sie war aber längst überfällig und so wurde ich letzte Woche doch etwas unruhig.
Es waren dann 291 Tragetage, nach meiner Statistik sind nur 0,5 % der Trächtigkeiten noch länger (292-294 Tage). Entsprechend schwer war er auch: 56,3 kg! Wo wir bei seinem Vater Olaf als sagen, dass dieser der leichtkalbigere Weißblaue Belgier ist im Vergleich zu Delgado, da leichtere Geburtsgewichte. Der Geburtsverlauf war aber problemlos, damit ist er eines der schwerste Kälber die bisher ohne Probleme geboren wurden.

Ein wirklicher Hinkucker ist seine getupfte Fellfärbung, wobei er nicht das typische Grau-Weiß der Kreuzungskälber hat:






















Auf diesem Foto kann man den kräftigen Körperbau etwas erkennen:

Benjamin


Sonntag, 9. Oktober 2016

Lila blühendes Zeugs

Das lila blühende Zeugs ist Phacelia. Erkenne ich schon von Weitem, denn da habe ich schlechte Erfahrungen mit gemacht. Damals im dritten Semester in Grundlagen Pflanzenbau gab es Kulturpflanzenkunde, darunter war auch bei den Zwischenfrüchten Phacelia tanacetifolia, auf Deutsch Büschelschön, was aber kein gängiger Name ist. Die Samen sind recht klein, flach und dunkelbraun. Wie die Pflanze aussieht wusste ich nicht, weil es in Rheinhessen so gut wie keine Zwischenfrüchte gab.
In der Klausur gab es dann Fotos, so Sachen wie Grannenweizen, Hartweizen und Triticale in der Teigreife auseinanderhalten und dann so lila blühendes Zeugs, mit dem ich nichts anzufangen wusste... Das war Phacelia.
Bei uns wird es als Zwischenfrucht aus phytosanitären Gründen angebaut, denn es ist die einzige Kulturpflanze aus der Familie der Wasserblattgewächse und überträgt daher wenig Krankheiten; z.B. im Gegensatz zu Gelbsenf, in dem als Kreuzblütler die ganzen Rapskrankheiten unterkommen.

Benjamin


 

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Besuch aus Spanien

Gestern hatten wir Besuch aus Spanien, die sich unser Melkkarussell als Referenz angekuckt haben und danach das von unseren Nachbarn in Karstädt. Die mussten dafür bis in den Norden Deutschlands reisen, weil DeLaval bisher in Spanien noch kein einziges PR3100 verkauft hat.

Eigentlich sollten die um 16:00 Uhr da sein; ich hatte aber noch länger in Boberow zu tun und kam erst um dreiviertel Fünf nach Pinnow zurück. Und als ich gerade mal nebenher für den Kuhblog ein Angeberfoto machen wollte, wie mein Kollege mit der großen 9m-Sämaschine den Vorgarten vom Melkhaus drillt (wurde dann nix draus...) bin ich den Spaniern über den Weg gelaufen, die gerade verspätet ankamen.
War ein großes Aufgebot neben den Landwirten auch die Händler und Produktmanager. 
Habe das kurzerhand übernommen und das Karussell und die Technik gezeigt; bei den Händlern merkte man sofort, dass wir das Allermodernste von DeLaval haben, Teile der Ausstattung hatten die noch nicht gesehen. Die Landwirte waren besonders interessiert, was aus Edelstahl und was aus verzinktem Stahl gebaut ist und der Durchsatz halt. Von 210 Kühen pro Stunde waren sie enttäuscht, ist ja aber von der ersten bis zur letzten mit allem drum und dran (Frischabkalber etc.). Mitten in der Hochleistungsgruppe mit 305 pro Stunde am Ein- und Ausgangsbereich mit dem schnellen Kuhverkehr staunten sie aber dann genauso wie ich damals, als ich das Karussell in Karstädt zum ersten Mal gesehen habe (siehe Post vom 23.02.2014).
Kam die Frage: "Kann man damit 2400 Kühe dreimal am Tag melken?" "Also so nicht! Da braucht man drei Melker pro Schicht, einen separaten Melkstand für die Frischabkalber und kranken Kühe..." An sich dürfte das aber klappen, wenn man eine Milchviehanlage auf die grüne Wiese baut, wo das von Anfang an eingeplant ist.
Und der Produktmanager wusste, dass die standardmäßigen Ventile im Selektionstor nix taugen (vgl. Post vom 21.07.2016); aber dieser Schrott wurde uns trotzdem verkauft...

Insgesamt zweieinhalb Stunden Führung, um sich wieder richtig professionell zu geben; so habe ich bei der Runde durch den Stall, um den Treibweg zu zeigen, die zwischendrin einfach stehen gelassen, um am anderen Ende nach einer Gruppe brünstiger Kühe zu kucken. Zwei davon wurden heute besamt.

Benjamin

Mittwoch, 5. Oktober 2016

Gisela trockengestellt

Heute morgen um kurz vor sechs habe ich Gisela zum ersten Mal trockengestellt. Sie war zwar etwas nevös, aber das Einspritzen des Zitzenversieglers ging bei ihr problemlos. (Interner) Zitzenversiegler deshalb, weil wenn sie trocken steht und nicht mehr gemolken wird hat man auch nicht mehr die Möglichkeit zweimal täglich eindringende Keime rauszumelken und daher werden die Strichkanäle "verstopft".
Wie bei allen Kühen in Pinnow und Boberow seit Mai habe ich das selbst gemacht, denn es hat sich bewährt, die Arbeitsschritte aufzuteilen: Einer vorneweg zum Sauberputzen der Zitzen mit den Desinfektionstücher, einer gibt mir die Injektoren und ich spritze die rein. So bleiben meine Handschuhe recht sauber weil ich nirgends in Dreck fassen muss, den ich möglicherweise mit in die Strichkanäle einschleppe.

Gisela hat in den 335 Melktagen ihrer ersten Laktation 9.565 kg mit 3,51 % Fett und 3,68 % Eiweiß gemolken. Bei bester Eutergesundheit, abgesehen von ihrer ersten Milchleistungsprüfung lag sie nie über 60.000 Zellen und wurde mit 36.000 trockengestellt. Ihre Milchharnstoffwerte waren auch als in Ordnung, im Schnitt etwas über 200 ppm. Ihre Einsatzleistung betrug 31,2 kg, eine Laktationsspitze hatte sie nicht so recht, lag über 6 Monate als bei 32 kg und wurde jetzt mit 22 kg trockengestellt.

Um den 20. November soll sie dann zum zweiten Mal kalben.

Benjamin

Dienstag, 4. Oktober 2016

Meilenstein in der Zucht

Während des Studiums wurde ich geprägt von den Möglichkeiten der genomischen Zuchtwertschätzung, ich hatte mich noch nicht auf das klassische töchterbasierte System festgelegt.
Und ich nahm damals auch mit, dass wegen der geringer werdenden Anzahl von Besamungsbullen eine Kuhlernstichprobe nötig sein wird. Dies wurde im Projekt Kuh-L ertmals nachgewiesen, wo auch unsere Kühe dran teilnahmen und typisiert wurden (siehe Post vom 02.12.2014). 
Damals (Nov. 2011) sagte Prof. Thaller: "Irgendwann werden sie alle ihre weiblichen Kälber typisieren." Wann das sein wird wusste ich nicht, schätzte aber 2018 oder 2019, wollte schließlich nicht zu den Nachzüglern gehören.
Ging aber alles viel schneller und war 2016 schon so weit: Bei der Zuchtwertschätzung jetzt im August wurde ein Lauf auf Basis der Kuhlernstichprobe gerechnet und mit Kuh-Vision ist das Projekt gestartet, in dessem Rahmen erstmals ganze Herden routinemäßig in großem Stil typisiert werden. Und wenn man schon mal die genomischen Informationen hat will man auch die phänotypischen - sprich Leistungen und Gesundheitsdaten - dazu haben, was liegt da also näher als wieder bei den Testherden anzufangen.

Gibt es nun die ersten Fotos vom Einziehen der Typisierungsohrmarken. Die sind weiß, so groß wie ein 5-Mark-Stück (größer als ein 2-Euro-Stück) und auf dem Rand steht die Ohrmarkennummer, vergleichbar mit Schweineohrmarken. Der Dorn des männlichen Teils ist aber hohl mit der Stanze drin, für das Gewebematerial zur Untersuchung:



















Aktuell gibt es die Ohrstanzen im Nachgang zu bereits angemeldeten Kälber, bisher waren sie so drei Wochen alt. In Zukunft wenn alles besser eingespielt ist sollen die Ohrstanzen parallel zu den Lebenohrmarken eingezogen werden um nur einmal das Kalb dafür "in die Hand" zu nehmen.
Ganz wichtig: Ins rechte Ohr, weil ins linke ja später mal der Transponder fürs Karussell muss:





















Damit bricht dann das Zeitalter des genomischen Herdenmanagements an: Wir werden im Vornherein (ok, es gibt weiterhin Sicherheiten und Erblichkeiten) von allen Kühen wissen wie gut sie werden und können entsprechend die Zuchtentscheidungen und Anpaarungen früher und präziser treffen.

Benjamin

Sonntag, 2. Oktober 2016

Erntefest 2016

Am Freitag fand das diesjährige Erntefest statt. Wenn auch am 30. September recht spät.
Folgende Erträge konnten dieses Jahr geerntet werden:
Gerste 85 dt/ha
Raps 32 dt/ha
Weizen 67 dt/ha
Roggen 60 dt/ha
(Triticale scheine ich verpasst zu haben...)
Die Erträge liegen nur klein wenig unter denen der guten Ernte 2015, weil am 23. Mai in unserem Territorium 50 mm Niederschlag gefallen waren. Bei den zwar durchschnittlichen aber extrem ungleichmässig verteilten Niederschlägen in diesem Jahr war das ertragsentscheidend.

Benjamin

Mittwoch, 28. September 2016

Keine Überstunden

...der Stundenzähler ist voll.
Vor allem für die Leser aus den alten Ländern wieder was aus der Serie "Hohe Auslastung im Osten".
Am Dienstag hat der Hoflader der Pinnower Milchviehanlage (Schäffer 4560T) die 10.000 Betriebsstunden erreicht.
Der Stundenzähler ist aber nur vierstellig und ist dann auf null gesprungen und zählt nicht mehr weiter. Schade, kann man dann nicht irgendwann mit 30.000+ h angeben.
Der Hoflader kam glaube am 23.09.2013, bis gestern waren es dann genau 1100 Tage, macht 09:06 h pro Tag. Wenn man die Stillstandszeiten beachtet, wo als am Knickgelenk die ganzen Schrauben abgebrochen waren sind es eher 09:15 h am Tag.

Benjamin




Samstag, 24. September 2016

Neuer Dosierer

Beim Futtermischwagen, der an der Boberower Biogasanlage (siehe Post vom 29.07.2013) als Dosierer für das Cosubstrat - Futterreste und Maissilage - dient sollten diese Woche die Bleche der Mischwanne erneuert werden. Das ist bei Futtermischwagen aufgrund des Verschleißes ab und zu nötig und auch keine abartige Aktion.
Bloß waren nach 15 Jahre unter freiem Himmel auch der Rest der Wanne so weit verrostet, dass eine Erneuerung der Wannenbleche keinen Sinn mehr machte:





 













Musste halt ein neuer Mischwagen her. Haben neben den vieren im täglichen Einsatz ja noch zwei in Reserve stehen. Wurde der eine Redrock genommen, der lange Zeit auf der Jungrinderanlage in Pröttlin gelaufen ist bevor er vom überholten Sgariboldi Monofeeder abgelöst wurde. Redrock ist eine nordirische Firma, die vor allem Haspelmischer baut und in der frühen Zeit der TMR-Fütterung scheinbar in unsrer Gegend verbreitet war und heute auf dem deutschen Markt keine Rolle mehr spielt. Der andere Redrock läuft auf der Garliner Milchviehanlage, hinter einem roten Valtra Valmet 900, baugleich zum Boberower Futtertraktor (siehe Post vom 28.02.2014).

Da die Redrocks den Futteraustrag auf der rechten Seite haben steht der Mischwagen anders rum als der Keenan. Erstmal provisorisch aufgebockt, nächste Woche soll der richtige Unterbau folgen:

Benjamin 





























Freitag, 23. September 2016

Foto von Bestie

Ein Schnappschuss von Bestie (siehe auch Posts vom 16.12.2015 und 12.05.2016), wie sie diese Woche um die Kälberiglus geschlichen ist. 
Sie hält sich nur rund um den alten Kälberstall auf und liegt bei den Kälber im Iglu. Dass sie Milch aus den Eimer klaut habe ich noch nicht gesehen.
Und wo wir uns anfangs gar nicht verstanden hatten, schließlich siedelte ich sie gegen ihren Willen nach Boberow um und sie hatte mich dabei gebissen, akzeptiert man sich mittlerweile: Ich scheuche sie nicht mehr weg und sie läuft auch erst auf zwei Meter Entfernung weg.

Von allen Boberower Katzen hat sie das schönste Fell, denn Die Milch machts!

Benjamin