Mittwoch, 15. Juni 2022

Aktuelles vom Mais

Nach Raps und Gerste fehlt noch die wichtigste Ackerkultur für unsere Kühe: Der Mais. Robust und Ertragsstark. Für mich als Herdenmanager ist der Mais erstmal aus pflanzenbaulicher Sicht wichtiger als das Gras, weil nur eine Ernte pro Jahr und damit gravierendere Folgen durch die Qultät möglich.
Die Ertragsstärke kommt vom Stoffwechsel als C4-Pflanze, die bei der Photosynthese Verbindungen mit vier Kohlenstoffatomen aufbauen statt mit dreien bei den C3-Pflanzen, die fast alle anderen Kulturpflanzen stellen.
Der C4-Weg ist eine Art Turbolader der diese Pflanzen sehr effizient macht, so braucht (nicht verbrauch!) Mais für die Bildung eines kg Trockenmasse 250 l Wasser, Getreide (C3) 450 - 550 l, Luzerne und Klee (beide auch C3) 600 - 800 l.
Ein Nachteil gibt es aber weshalb die C4-Pflanzen nicht die ganze Welt erobert haben: Der Temperaturanspruch. Mais keimt erst ab 8 °C und ist in der frühen Entwicklung frostempfindlich (Eisheiligen). Bei Herbstfrösten stirbt er gleich ab, was eigentlich nicht so das Problem ist.

Mais kann auch bei trocken-heißen Bedingungen länger Stoffwechsel betreiben als andere Pflanzen, wenn der Mais aber die Blätter einrollt ("Yuccapalme") ist es schon starker Trockenstress.

Dieses Jahr ist der Mais gut gestartet und hat jetzt um die 6 Blätter. Nach den BBCH-Stadien die die Pflanzenentwicklung einstufen ist das BBCH 16. Da ich damit nicht tagtäglich zu tun habe verwende ich dafür den Agrar-Bestimmer von Bayer.
Das Wettrennen gegen das Unkraut hat er schon gewonnen und braucht nur noch Wasser bis zur Ernte.

Benjamin 
 

 

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