Seit dem Post über Zwicken - siehe Post vom 12.05.2023 - wollte ich noch einen schreiben über die Häufigkeit.
Hintergrund dabei: Gefühlt sind die allermeisten Zwillingskälber Pärchen, also ein Zwicke dabei. Aber irgendwie kann das nicht stimmen, es gibt männliche und weibliche Spermien und wie die dann kombiniert werden. Normalerweise sind so 51 % männliche Kälber und 49 % weibliche. Demnach müssten von den Zwillingskalbungen 26 % zwei Bullenkälber, 50 % Pärchen und 24 % zwei Färsenkälber sein.
Bei meiner Auswertung kam aber raus:
15,6 % zwei Bullenkälber
50,6 % Pärchen
33,8 % zwei Färsenkälber
Erster Gedanke: Der Einsatz von gesextem Sperma. Das habe ich in meiner großen Abkalbeliste nicht erfasst, kam zudem nicht von Anfang an zum Einsatz und auch nicht in der Menge um den großen Anteil der Geburten mit zwei Färsenkälbern zu erklären. Außerdem müsste dann der Anteil von Pärchen weniger als 50 % betragen.
Woran das liegen könnte weiß ich nicht und habe da auch keine Idee dazu.
Bleibt zusammen zu fassen: Geburten mit zwei Färsenkälbern sind deutlich häufiger als solche mit zwei Bullenkälbern.
Für statistische Aussagekraft bräuchte es aber die Auswertung von tausenden Zwillingsgeburten.
Was Nutzbares ist bei meiner Auswertung trotzdem abgefallen:
Zwillingskalbungen machten 4,1 % aller Kalbungen aus, d.h. 8,2 % der Kälber sind Zwillingskälber und 2,1 % der Kälber Zwicken.
Die durchschnittliche Tragezeit bei Zwillingsträchtigkeiten beträgt 272 Tage und damit 5 Tage weniger als bei Einlingen. Bisher hatte ich immer mit 7 Tagen gerechnet, z.B. für das Trockenstellen oder die Transitfütterung ("Transen").
Und das sind doch deutlich weniger als die zwei Wochen, die man so als Faustzahl landläufig liest/hört.
Benjamin
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