Mittwoch, 28. September 2016

Keine Überstunden

...der Stundenzähler ist voll.
Vor allem für die Leser aus den alten Ländern wieder was aus der Serie "Hohe Auslastung im Osten".
Am Dienstag hat der Hoflader der Pinnower Milchviehanlage (Schäffer 4560T) die 10.000 Betriebsstunden erreicht.
Der Stundenzähler ist aber nur vierstellig und ist dann auf null gesprungen und zählt nicht mehr weiter. Schade, kann man dann nicht irgendwann mit 30.000+ h angeben.
Der Hoflader kam glaube am 23.09.2013, bis gestern waren es dann genau 1100 Tage, macht 09:06 h pro Tag. Wenn man die Stillstandszeiten beachtet, wo als am Knickgelenk die ganzen Schrauben abgebrochen waren sind es eher 09:15 h am Tag.

Benjamin




Samstag, 24. September 2016

Neuer Dosierer

Beim Futtermischwagen, der an der Boberower Biogasanlage (siehe Post vom 29.07.2013) als Dosierer für das Cosubstrat - Futterreste und Maissilage - dient sollten diese Woche die Bleche der Mischwanne erneuert werden. Das ist bei Futtermischwagen aufgrund des Verschleißes ab und zu nötig und auch keine abartige Aktion.
Bloß waren nach 15 Jahre unter freiem Himmel auch der Rest der Wanne so weit verrostet, dass eine Erneuerung der Wannenbleche keinen Sinn mehr machte:





 













Musste halt ein neuer Mischwagen her. Haben neben den vieren im täglichen Einsatz ja noch zwei in Reserve stehen. Wurde der eine Redrock genommen, der lange Zeit auf der Jungrinderanlage in Pröttlin gelaufen ist bevor er vom überholten Sgariboldi Monofeeder abgelöst wurde. Redrock ist eine nordirische Firma, die vor allem Haspelmischer baut und in der frühen Zeit der TMR-Fütterung scheinbar in unsrer Gegend verbreitet war und heute auf dem deutschen Markt keine Rolle mehr spielt. Der andere Redrock läuft auf der Garliner Milchviehanlage, hinter einem roten Valtra Valmet 900, baugleich zum Boberower Futtertraktor (siehe Post vom 28.02.2014).

Da die Redrocks den Futteraustrag auf der rechten Seite haben steht der Mischwagen anders rum als der Keenan. Erstmal provisorisch aufgebockt, nächste Woche soll der richtige Unterbau folgen:

Benjamin 





























Freitag, 23. September 2016

Foto von Bestie

Ein Schnappschuss von Bestie (siehe auch Posts vom 16.12.2015 und 12.05.2016), wie sie diese Woche um die Kälberiglus geschlichen ist. 
Sie hält sich nur rund um den alten Kälberstall auf und liegt bei den Kälber im Iglu. Dass sie Milch aus den Eimer klaut habe ich noch nicht gesehen.
Und wo wir uns anfangs gar nicht verstanden hatten, schließlich siedelte ich sie gegen ihren Willen nach Boberow um und sie hatte mich dabei gebissen, akzeptiert man sich mittlerweile: Ich scheuche sie nicht mehr weg und sie läuft auch erst auf zwei Meter Entfernung weg.

Von allen Boberower Katzen hat sie das schönste Fell, denn Die Milch machts!

Benjamin



Dienstag, 20. September 2016

Neumühle - 4/2016

Am Sonntagmorgen war ich wieder zum Melken auf dem Hofgut Neumühle, mal grüne Melktechnik, wo ich in letzter Zeit genug Ärger mit der Dunkelblauen hatte. Passte zufällig sehr gut, denn ihnen war kurzfristig ein Melker ausgefallen. Also ganz normal als Lückenfüller wie daheim auch.

Mai, Braunies Tochter ist Mitte August abgegangen wegen Klauenproblemen... Sie hat es auf 46 Monate Nutzungsdauer bei 22 kg Lebenstagsleistung, 32 kg Futtertagsleistung und 38 kg pro Melktag gebracht. Sehr gute, weit überdurchschnittliche Werte.

Leoni kalbt in anderthalb Wochen zum zehnten Mal. Die Anfütterungsgruppe hat im ersten Versuchsabteil einen Bereich mit Wiegetrögen abgeteilt bekommen. Hatte mich schon gewundert, weil im Computer "Gruppe 1" stand, was bisher immer die erste melkende Versuchsgruppe gewesen war.
Und ich war wieder sehr angetan von ihrer körperliche Verfassung, sie ist mittlerweile 12,5 Jahre alt und scheint die letzten 5 Jahre nicht mehr gealtert zu sein:



















"Ma-xy", Braunies einzige Enkelin ist in der Gruppe hochtragender Färsen; sie soll Ende Oktober erstmals kalben:



















Und "Elle", Braunies jüngste Schwester ist in der Gruppe der einjährigen Färsen. Ganz entspannt, wobei sie die Hinterbeine angezogen hatte, nach dem die quer über die Nachbarbox gestreckt waren: "Benjamin kommt - mal ordentlich hinlegen!":

Benjamin



Montag, 19. September 2016

Herbschd im Summer

War ich wieder auf Urlaub in der alten Heimat.
Herbschd ist der rheinhessische Begriff für den Zeitraum der Weinlese. Am Donnerstag war der letzte  Hochsommertag, Trauben lesen bei 30 Grad und dazu der Geruch der Zuckerfabrik, denn am Mittwoch hatte die Kampagne in Offstein begonnen. Passte alles nicht so recht zu dem Wetter.
Genau passend waren die Dornfelder essreif. Dornfelder sind nach Portugieser die zweitstärkste Rotweinsorte in Rheinhessen. Zu erkennen an den orangenen Reben und den grossen, graublauen Beeren. Sind besonders saftig:

Ebenfalls typisch sind die Schreckschussapparate ("Badsch") zum Vertreiben der Stare. Jeweils einer für vielleicht 5 ha Wingert. Ist oben drehbar gelagert, dass mit dem Rückstoss jeder Schuss in eine andere Richtung zielt, dann Einzelschuss oder dreifach und dann noch alle im Umkreis so gesteuert, dass es kaskadenartig überall knallt. Soll für die Stare nicht berechenbar sein. Bloss bei dem langen Sommer sind die noch gar nicht da sondern sitzen z.B. in der Prignitz in Kuhställen...
Die Frage ist da natürlich ob die Kühe den Krach aushalten würden, wo ich schon jemanden für die Aufgabe hätte.

Benjamin

Mittwoch, 14. September 2016

Triticale Webcam - Teil 1

Nun wird eine alte Serie im Kuhblog neu aufgelegt: Aus der Weizen-Webcam wird jetzt die Triticale-Webcam. Die Grundbodenbearbeitung setze ich als Beginn der neuen Kultur an.

Gestern in der Abendsonne pflügte mein Kollege - unser Chefpflüger - einen Teil des Ackers. Dabei wird der Ausfallweizen und auch Ausfallraps aus 2015, der bei der diesjährigen Stoppelbearbeitung aufgelaufen war untergepflügt und der Boden für die anstehende Triticaleaussaat vorbereitet. 
Der John Deere 8335R ist ein Ersatztraktor für seinen JD 8430, der momentan in der Werkstatt ist. Hintendran der 8-furchige Kverneland BE 100 8-F mit nachlaufendem 90er-Einfachpacker und Nockenwalze.

13.09.2016, 18:33:

Benjamin












Nachtrag: Dies ist der Übersichtspost der Triticale-Webcam.
Die anderen Posts sind:
aufgelaufene Triticale, Post vom 28.10.2016
Triticale mit Raureife, Post vom 06.12.2016 
Ernte (Mähen, Presse), Post vom 05.08.2017, Post vom 06.08.2017



Montag, 12. September 2016

Turbo-Separation

Das Gärrestseparieren für die Boxeneinstreu in Boberow hat einen großen Schritt nach vorne gemacht. Nachdem es immerzu Probleme mit der Schlauchpumpe gab wurde die nun durch ein Exzenterschneckenpumpe ersetzt. Für den Haufen auf dem Foto brauchte es am Freitag 4:15 h, die Schlauchpumpe hatte es in ihren besten Zeiten in 30 h gepackt, in den letzten Monaten als in 80 h bis gar nicht.
Da fühlt man sich fast wie ein Emsländer Schweinebauer mit 200 % Gülleüberschuss die separiert werden müssen um sie wegzuschaffen:

 

















Die Exzenterschneckenpumpe steht im Pumpenhäuschen (daher der Name). Ist von BSA, heute Tochterunternehmen von Bauer, von denen auch der Separator stammt. Baujahr Anfang der 1990er und diente jahrelang als zentrale Güllepumpe der Boberower Milchviehanlage. Zunächst per Zapfwelle von einem GT angetrieben, deshalb steht die auch so schräg vor der Tür. Später kam dann die Tauchpumpe in der Sammelgrube (siehe Post vom 25.07.2014) und die Pumpe stand mindestens 10 Jahre unbenutzt da. An den Schiebern tropft es halt ein wenig, aber dafür gibt es einen Ablauf. Die Pumpe hat solch eine Leistung, dass der Separator nicht alles packt und die Hälfte über den Überlauf direkt ins zweite Becken läuft. Und da die Pumpe das erste Becken schon leergesaugt hat ist jetzt das zweite mit dem "halben" Gärrest dran und läuft quasi als Kreislaufsystem:




















Und noch ein Foto von den ganzen kaputten Schläuchen der Schlauchpumpe, die einfach gar nix abkonnten. Die sind alle irgendwo längs aufgerissen. Liegen da nur drei rum, aber ich glaube es waren insgesamt 5 Stück in den letzten beiden Jahren, seitdem der Separator in Boberow steht. Jedes Mal 800 €... Auf der Palette ist das Reserve-Rührwerk für den Fermenter der Biogasanlage:

Benjamin



Sonntag, 11. September 2016

Am Automat

- zur Übersicht der 523/4-Serie -> hier

Aktuelles von 523/4:
Mittlerweile ist er am Tränkeautomat. Im Gegensatz zu  Garlin und Boberow kommen in Pinnow auch die Bullenkälber bis zum Verkauf an den Tränkeautomat sobald sie gut saufen, denn die Plätze für Eimertränke (Hochbuchten und Kleingruppen) sind knapp und es macht so natürlich auch weniger Arbeit.

In dem alten Stall aus den 1970ern ist die Durchlüftung nicht besonders gut und daher liegen die Kälber bei der momentanen Hitze recht träge da. Da kann man sie auch streicheln bzw. nuckeln an den Fingern:

Benjamin






Samstag, 10. September 2016

Maisfeldtag

Am Donnerstag war der diesjährige Maisfeldtag, nachdem ich den letztes Jahr (in Sichtweite vom Pinnower Kuhstall...) verpasst hatte. Zu den von den Vorjahren siehe auch die Posts vom 19.09.2013 und 17.09.2014.
Im Pflanzenschutzbereich ging es um Insektizidstrategien gegen den Erdfloh.

Pioneer hatte auf dem Feld fast sein gesamtes Sortenspektrum von den Reifeklassen S220 bis S330 angebaut. Durch die gute Nährstoffversorgung und ausreichend Wasser absolut gab es keine größeren Fehlschläge, aber bei manchen Sorten zeigte sich Wassermangel in kitischen Phasen der Blüte durch nicht richtig ausgebildete Körner.

Da das Feld an meiner "Stammstrecke" liegt und ich meist viermal täglich dran vorbei fahre hoffe ich, dass ich was von der Ernte der Parzellen mitbekomme:




















Mein Chef hatte es extra so organisiert, dass unsere Häckselkolonne vom Boberower Silo aus nach Osten nach Mesekow fährt und nicht nach Norden, wo dann ständig die Traktoren am Versuchsfeld vorbeifahren würden. Dafür kamen dann unsere Nachbarn, auch wenn die beim gegenüber liegenden Feld nur einmal außenrum das Vorgewende frei häckselten. Und da müssen die anwesenden Bauern das natürlich begutachten, wann sieht man zudem heutzutage noch einen Belarus als Abfahrer beim Häckseln (Belarus MTS820 mit 2 HW60):

Benjamin




Mittwoch, 7. September 2016

Truxa auf Abwegen

Heute Morgen wurden wieder Transen aussortiert, d.h. die anstehenden Kühe vom 1. Teil der Trockenstehphase im Trockensteherstall zur 2. Phase im Abkalbestall umgestallt.
Diesmal war auch Truxa dabei (vgl. Post vom 14.09.2015). Dabei fällt auf, dass das ziemlich genau vor einem Jahr war und ich rechne bei ihr auch mit einer Zwischenkalbezeit von 368 Tagen.

Da es diese Woche nur drei Kühe waren trieben wir die auf einmal über den Hof um dann vor der Abkalbebucht für die "normalen Transen" die Para-Transen - sprich Truxa - auszusortieren. Klappte zunächst gut, sie trabte vorneweg, bei ihrem nunmehr vierten Kalb macht sie das jetzt zum dritten Mal, ganz routiniert. Freut man sich über die vermeintliche Disziplin seiner Lieblingskühe.
Bloß dann wollte sie mit den normalen Transen in deren Abkalbebucht und als ich die endlich durchs Tor gelassen hatte und sie auf die andere Stallseite in ihre Bucht sollte bog sie links ab auf den Futtertisch. Einmal hoch- und runter gerannt und für die morgendliche Aufregung in der Herde war gesorgt.

Benjamin

Montag, 5. September 2016

Maiszeit 16

Heute hat die diesjährige Silomaisernte begonnen.
Der neue Häcksler (siehe Post vom 10.05.2016) erstmals im Mais.
Es wurden Vorgewende gehäckselt und die Einstellungen angepasst.
Der Trockensubstanzgehalt lag mit 32% recht niedrig und da die Pflanzen noch entsprechend grün waren auch ein geringer Kornanteil, habe keine ganzen Körner in der Probe gefunden; "Entweder ist der Cracker sehr gut oder kaum Körner in den Kolben."

Die Walztraktoren stehen bereit; es wurde aufgerüstet: Der Magnum hat ein größeres Frontgewicht bekommen. Ein guter Fortschritt, im Vergleich zu dem was da vor drei Jahren gewalzt hat dürftes es nun die anderthalbfache Masse auf dem Silo sein (siehe Post vom 16.09.2013):

Benjamin

Samstag, 3. September 2016

Fieber messen

- zur Übersicht der 523/4-Serie -> hier - 

Wie es mit 523 weitergeht:
Sie steht aktuell in Gr. 5, den Frischabgekalbten. Eine Gruppe auf Tiefstreu, in denen die Kühe je nach Gesundheit und Leistung 2 - 4 Wochen nach der Kalbung verbleiben, bevor sie in die Hochleistungsgruppe kommen.
Dabei wird allen Kühen bis zum 10. Tag nach der Kalbung täglich Fieber gemessen. Dies ist eine gute Art der Früherkennung von gesundheitlichen Störungen (z:B. Ketose, Puerperalstörung), da Rinder als klassisches Beutetier äußerlich sich nichts anmerken lassen wenn es ihnen schlecht geht. Bzw.es schon fast zu spät ist wenn man es sieht. 
Dabei verwende ich eine Abänderung der Vier-Farben-Methode, die mal in der Kuh&Kalb vorgestellt wurde. Für jeden Tag wird nach dem Fiebermessen mit Fettstift ein Strich aufgemalt, die ersten fünf Tage links, vom 5. - 10. rechts. Ist alles in Ordnung gibts einen grünen Strich, hat die Kuh Fieber einen roten, hatte sie nach der Geburt Probleme wie Milchfieber oder Nachgeburtsverhaltung für den Tag der Kalbung einen orangenen und wenn nach 10 Tagen sie aus dem Fiebermessen entlassen werden kann einen gelben.
Dabei ist zu beachten, dass Rinder wegen der enormen "Heizleistung" des Pansens eine normale Körpertemperatur zwischen 38 und 39°C haben.
Die Vier-Farben-Methode sieht auf den Werbefotos ja schön aus, vor allem weil das weiße Kühe sind; bloß auf schwarzem Fell sieht man die grünen und roten Striche nicht besonders gut. Also habe ich eine praxistauglichere Variante übernommen: Gelb bis 39,2°C und Orange ab 39,3°C. 

523 am 4. Tag nach der Kalbung (Donnerstag) mit 4 gelben Strichen. Die Pansenfüllung ist schlecht, man sieht eine deutliche "Delle" in der Hungergrube (der Begriff passt hier besonders) an der linken Flanke, da hat sie zu wenig gefressen. Aber sie liegt bei der Milchleistung momentan bei 36 Liter und auch ansteigend.

Benjamin


Mittwoch, 31. August 2016

523/4

- zur Übersicht der 523/4-Serie -> hier - 

523/4 steht für das 4. Kalb von Kuh Nr. 523, das keinen offiziellen Namen hat, da in Pinnow geboren. Im Post vom 08.01.2016 gab es das Ultraschallbild von der Trächtigkeitsuntersuchung zu sehen. 
Am vergangenen Sonntag kalbte sie dann, drei Tage später als ich geschätzt hatte (282 Tage Tragezeit). Und es ist ein Bullenkalb, sodass die von mir erhoffte Serie über die Kälber- und Jungviehaufzucht entfällt bzw. abgeändert werden muss. Denn er wird, wenn alles gut läuft in anderthalb Wochen in die Bullenmast verkauft.

Was bisher geschah: Am Sonntag wurde er geboren, gestern hat Uwe ihm die Ohrmarken eingezogen; auf der rechten steht "28.08. männlich" drauf, im Gegensatz zum Namen des Vaters bei den weiblichen. So kann man die Geschlechter von vorne unterscheiden und weiß wann die Bullenkälber alt genug sind zum Verkauf. Ich habe dann die Ohrstanze für die BVD-Untersuchung mit den anderem vom gestrigen Tag ans Landeslabor nach Frankfurt geschickt.

Benjamin

Freitag, 26. August 2016

Schönes Kalb

Am Sonntag bin ich auf dem Heimweg auch in Gressow vorbeigekommen und habe mir die dortigen Veränderungen der letzten Monate angeschaut.
Die Kälberfütterung wurde verbessert, weiterhin nach dem Motto "Viel hilft viel!" (vgl. Post vom 23.03.2016): Die weiblichen Kälber bekommen weiterhin Milchaustauschertränke mit 20% Trockensubstanz, die von 2x 2,5 kg (=1,0 kg Pulver), über 2x 3,0 kg (= 1,2 kg) auf 2x 3,5 kg (=1,4 kg) gesteigert wird.
Und die Bullenkälber bekommen Vollmilch ad libitum, so viel sie saufen wollen, manche kommen dabei an die 20 l pro Tag.

Eigentlich sollen die Kälber bei so guter Fütterung zufrieden in ihren Iglus liegen, stattdessen sprangen die alle munter umher. Bloß dieses, ein 2 bis 3 Wochen altes Kreuzungskalb (Holstein x Weiß-Blauer-Belgier) wirkt doch satt. Ein wirklich schönes Kalb, wenn es noch keine 70 kg hat, ist es zumindest kurz davor. Da habe ich mich als Fan der Ad-libitum-Tränke sehr drüber gefreut:

Benjamin

Donnerstag, 25. August 2016

Nach Zarnekow - Teil 3

Der Höhepunkt der Betriebsbesichtigung in Zarnekow war eindeutig die Fütterungsanlage. Bandfütterungen habe ich schon öfters gesehen (vgl. Post vom 02.05.2016), aber in dieser Ausführung noch nie.
Denn in Zarnekow wird ein Großteil des Grundfutters in Hochsilos gelagert, die andererorts oftmals abgerissen wurden.

Sind 6 Silos vom Typ HS25M (M steht für monolithisch, also aus Beton gegossen) mit jeweils 2.000 m³ Inhalt.
Befüllt werden sie von oben: Mit der Kranbahn werden die Dächer abgehoben. Das Futter wird in einen Annahmedosierer (DS 300-14) gekippt, der einen HW80-Doppelzug auf einmal fasst. Dann geht es mit dem schrägen Förderband nach oben und weiter bis zum jeweiligen Silo. Ist das Silo fast voll kommen zum Abschluss noch mal 10 - 15 Ladungen frisches, nasses Futter drauf um genügend Gewicht zu haben, denn die gesamte Verdichtung erfolgt durch die Eigenmasse des Silostocks. Abschließend wird eine Silofolie eingezogen, die mit einem Spannring fixiert wird und das Dach oben wieder draufgesetzt; großer Vorteil: Es regnet nicht drauf und auch nicht auf die Anschnittsfläche bei der Entnahme.
Am unteren Bildrand erkennt man die Förderbänder des Austrags, die zum Längsförderband gehen, das die Grundfutterdosierer der eigentlichen Bandfütterung beschickt:





















 


Vorne an den Treppenhäusern ist auf jeder Etage eine Wartungsluke. Durch eine dieser Luken der Blick ins Silo auf die Fräse. Ist eine Obenentnahmefräse vom Typ VES 12 (Verteil- und Entnahmesystem, 12 m). Zur Befüllung fällt das Futter von oben in den Trichter und wird über die Schnecken (schlecht zu erkennen) nach außen verteilt während sich die Fräse langsam dreht; zur Entnahme drehen sich die Schnecken entgegengesetzt und fördern die Silage in den zentralen Schacht, der bei der Befüllung von einem unten an der Fräse befestigten Zylinder (Bombe genannt) vorgeformt wird. Durch den Schacht fällt die Silage auf das Austragsband. Ab und zu würde mal ein Schacht zusammenfallen und müsste dann wieder aufgebohrt werden:



















 


Ein sehr interessantes System, mit recht hoher Komplexität, aber damals für höchste Qualitätsansprüche und hohen Automatisierungsgrad gebaut. Deutsche Ingenieurskunst halt.

Benjamin

Mittwoch, 24. August 2016

Nach Zarnekow - Teil 2

In Zarnekow werden sämtliche Kälber ad libitum mit angesäuerter Vollmilch getränkt. Ausnahme sind nur ein paar kleine Kälber, die den sauren Geschmack noch nicht so mögen.
Neben den Kuhkälber sind es auch die Bullenkälber, die zum Großteil behalten werden und in die eigene Bullenmast gehen. Da lohnt es sich entsprechend auf die metabolische Programmierung zu setzen, schließlich funktioniert die auch bei Mastrindern.
Insgesamt ist man damit sehr zufrieden, leistungsmäßig wie von der Arbeitswirtschaft.

Gefüttert wird alles per Milchtaxi. Die klassischen Kälberabteile wurden schon vor längerer Zeit in Gruppenbuchten mit Tränkeautomat umgebaut, mit der Ad-libitum-Tränke wurde der wieder abgeschafft und es gibt nur noch einen Trog mit Milch, der dann aber auch vor der nächsten Tränkezeit leer ist:



















Die jüngeren Kälber werden in Iglus und Kälberboxen gehalten. Die Kälberboxen (von Calf-Tel) sind in einem Neubau untergebracht. Ist vor allem für die Bewirtschaftung viel angenehmer mit dem Witterungsschutz und den breiten Gängen für das Milchtaxi und zum Mist rausfahren. So ungefähr stelle ich mir auch unseren nächsten Kälberstall - ob Neu- oder Umbau - vor, der die in Boberow und Garlin irgendwann mal ersetzen soll:

Fortsetzung folgt!

Benjamin


Montag, 22. August 2016

Nach Zarnekow - Teil 1

Gestern war ich zusammen mit meinem "Exkursionsteam" zu Besuch bei der Agrargenossenschaft Zarnekow (Orsteil von Dargun). 
Waren für mich zwei Stunden Fahrt durch halb Mecklenburg-Vorpommern, aber bei bestem Sommerwetter wurde es seinem Ruf als schönstes Bundesland der Welt gerecht.

Ursprünglich wurde in Zarnekow in den 1970er eine 1232er-Milchviehanlage gebaut, ähnlich zu denen in Karstädt und Kolochau (vgl. Post vom 09.12.2013), bloß mit 24 statt 30 Liegeboxenreihen und statt Melkkarussell zwei Fischgrätenmelkständen nebeneinander. 1984 wurden dann an ein weiteres Stallabteil mit 6 zusätzlichen Boxenreihen angebaut für dann insgesamt etwas über 1.600 Kühe. Hinzu kamen dann wie bei fast jeder LPG noch mal 1.200 Kühe in kleinen Anbindeställen "über die Dörfer verteilt." Heute sind es nur noch gut ein Drittel der Kühe, bei fast gleicher Milchmenge.

2005 wurde ein neuer Melkstand eingebaut, ein Doppel-15er HDHB (Heavy Duty Herring Bone) von DeLaval. Ein Fischgrätenmelkstand in Edelstahlausführung, den damals DeLaval gerade von Germania aufgekauft hatte, was auf etlichen Teilen noch drauf steht; ist somit das Nachfolgemodell zu dem Melkstand, den Familie Hummel in Ivenack hat (siehe Post vom 07.12.2014). Der Melkstand ist mit Melkzeugzwischendesinfektion (AirWash) und Milchmengenmessung ausgerüstet, aber ohne Tiererkennung, sodass diese nur für die Milchleistungsprüfung genommen wird und im normalen Betrieb zu große Abweichungen auffallen, da im Stall die Gruppen mit 60 - 80 Kühen recht klein und damit doch sehr homogen in der Leistung sind.




















Ohne Tiererkennung und vor allem weil der Platz für einen Selektionsbereich fehlt werden alle Kühe "per Hand" sortiert, wie wir es auch auf den Anlagen in Garlin und Boberow machen, bloß halt mit deutlich mehr. Die Kühe tragen zwar keine Transponder dafür aber die Aktivitätsmesser des Heatime-Systems (von SCR). Die brünstig erkannten Kühe müssen dann halt im Stall gesucht werden.

Und ein Foto vom Klauenpflegezentrum, wo ich von der Sauberkeit und Ordnung, vor allem im Vergleich zu daheim, sehr angetan war:

Fortsetzung folgt!

Benjamin 



Freitag, 19. August 2016

Rabea

Am Dienstag kalbte Rebecca, eines von Fabiennes Lieblingskälbern und nun Lieblingskuh. (Vgl. Posts vom 06.05.2014, 13.06.2016 und 06.05.2015). 
Letzte Woche sprachen wir die Namensvorschläge für das Kalb ab und ich sagte, dass ich den Kalbetermin für Mittwoch oder Donnerstag (wären 278 oder 279 Tragetage) erwarte. Am gestrigen Donnerstag, als ich wegen anderer Sachen in Garlin war schaute ich in den Abkalbekalender und da stand für Dienstag Rebeccas Ohrmarkennummer drin, mit der vergebenen Stallnummer 1469 und einem Kuhkalb! 
In der Jungkuhgruppe habe ich sie nicht besucht, weil die alle recht schreckhaft sind, dafür das Kalb im Kälberstall. Es ist in einer der Gruppenbuchten, die früher mal ein Anbindestall waren. Und dass man die Kälber bis zum Einziehen der Ohrmarken zweimal wöchentlich unterscheiden kann bekommen die einfach ein Halsband vom Tränkeautomat um. Bei DeLaval gibt es keine kleinere Transponder für die Kälber sondern nur die normalen Kuh-Transponder, wirkt etwas klobig.

Das also ist Rabea (Maserati x Banesto x Junker x Aramis x Panther x Berger):

Benjamin


Donnerstag, 18. August 2016

Ducker abgegangen

Heute ist meine Lieblingskatze abgegangen: Ducker, die die fleißigen Kuhblogleser gut kennen und eigentlich die einzige war, die sich immer streicheln ließ und mich durch die letzten drei Jahre begleitet hat.
Schon das ganze Jahr über war sie vom Allgemeinzustand nicht mehr ganz gesund; wobei ich gar nicht weiß, wie alt sie überhaupt war.
Die letzten Tage scheint sie noch mehr abgebaut zu haben, gestern trat ihr eine Kuh auf den Schwanz, die sie zwar kommen sah aber nicht mehr kapierte, dass sie da weggehen muss.
Und nun lag sie heute Mittag tot im Vorraum vom Melkstand.

Zur Erinnerung ein Archivfoto aus besseren Zeiten, aufgenommen am 01.05.2014:

Benjamin

Mittwoch, 17. August 2016

Morgensonne

Wo aktuell nicht viel los ist im Kuhblog ein Foto von der Sorte: "Wie schön ist Brandenburg".
Bei klarem Himmel gab es heute 23 Grad und dann Schönwetterwolken, morgens aber waren es frische 7 Grad und Nebel lag über den Äckern. Da hier im Norden die Tage schnell kürzer werden geht mittlerweile die Sonne erst kurz vor 6 Uhr auf und so fuhr ich zu den ersten Sonnenstrahlen des Tages von Pinnow nach Boberow:

Benjamin

Samstag, 13. August 2016

Weizen Webcam - Teil 14

- zur Übersicht der Weizen-Webcam -> hier -

So sieht es mittlerweile auf dem abgeernteten Weizenacker aus: Das Ausfallgetreide ist aufgelaufen und die Fahrgassen wurdem vom John Deere 7820 mit Kverneland Tiefenlockerer gelockert. Also von dem Traktor der das Jahr über zur Düngung und Pflanzenschutz drüber gefahren ist.

13.08., 12:40

Benjamin


Mittwoch, 10. August 2016

Ergebnisse Besamungsversuch - Teil 3

Jetzt gibt es weitere Ergebnisse zum Besamungsversuch (siehe auch Posts vom 15.04.2016, 10.06.2016 und 11.07.2016).
Heute war der leitende Wissenschaftler aus Berlin da und hat die ersten Auswertungen mitgebracht, in die rund 800 Besamungen eingeflossen waren. In der Tendenz sind die deckungsgleich mit meiner kleinen internen Auswertung.
Zur einheitlichen Datengrundlage werden die Kühe ja synchronisiert, einmal per Co-Synch wo sie kurz vor der Besamung GnRH bekommen und einmal Ov-Synch, wo es gut 17 - 18 h davor ist. Wo wir zu beiden Varinaten im Alltag Ov-Synch sagen. Und da bei allen Betrieben die Co-Synch-Variante so schlecht ist wird die jetzt weggelassen, da statistisch schon abgesichert.

Die Werte in Pinnow nach 32 zur Trächtigkeitsuntersuchung vorgestellten Kühen:

Trächtigkeitsraten                        Frischsperma                  Gefriersperma
Co-Synch                                      42,8 % TU+                     45,5 % TU+
Ov-Synch                                      83,8 % TU+                     75,0 % TU+
komplett                                        61,5 % TU+                     57,9 % TU+
alle Co-Synch                                                      44,4 % TU+
alle Ov-Synch                                                      78,6 % TU+   
alle Varianten                                                       59,4 % TU+

Damit haben wir von allen teilnehmenden Betrieben die besten Resultate, wobei wir auch rigoros die besamungsuntauglichen Kühe (> 50 kg Milch, ungeheilte Fruchtbarkeitsstörungen etc.) nicht zugelassen haben.
Die vermutete höhere Furchtbarkeit von Frischsperma zeichnet sich über alle Betriebe hinweg ab.

Und da erscheinen extrem hoch anmutende Pregnancy-Rates, wie 32% bei der Sunridge Dairy (vgl. Post vom 16.10.2014) dann nicht mehr so hoch. Ich hatte damals den Vergleich zur MVA Boberow mit 17 %. Aber die fällt so niedrig aus wenn man nach 40 Tage Wartezeit im Schnitt den Kühen 55 Tage Zeit lässt. dass sie von alleine brünstig werden. Und im Gegensatz die Hormon-Programm, wo man erst bei 65 Tagen anfängt zu zählen und gleich alle synchronisiert werden und damit kommen wir in Pinnow ebenfalls auf 32%, inklusive Hitzestress mitteleuropäischer Ausprägung und geringerer Routine.

Benjamin

Montag, 8. August 2016

Tom

Mal wieder Kälberfotos.
Tom heißt eigentlich gar nicht so, da er in Pinnow geboren wurde und nicht in Boberow hat er keinen offiziellen Namen. Aber wie alle Kälber, die in den Iglus gehalten werden, bekam er zur Zuordnung der Tränkeimer einen mit Fettstift draufgeschrieben.
Fotos von beiden Seiten, dass Ihr euch die Fellzeichnung einprägt habt, wenn ich das nächste Mal über ihn berichte:

Benjamin



Samstag, 6. August 2016

Foto zum Samstag

Wieder mal ein Foto aus Pinnow, auch in der Abendsonne, aber auf der genau gegenüberliegenden Seite der Anlage.
Hinten durch die Wiesen fließt der Meynbach, die Grenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Windräder in Pröttlin stehen noch auf Brandenburger Gebiet, der Wald ist dann schon Mecklenburg:

Benjamin

 

Mittwoch, 3. August 2016

Mähen im Vorgarten

Am Montagabend wurde der "Vorgarten" der Pinnower Milchviehanlage gemäht. Letztes Jahr bei der Triticale habe ich es genau verpasst, war währenddessen in Boberow gewesen. Aber dieses Jahr beim Raps klappte es: Ich war spät dran mit den Vorbereitungen für den nächsten Tag (Kühe für Sortierung eingeben etc.) als ich die Mähdrescher auf den Hof fahren hörte.
Während dem Sonnenuntergang wurde mit allen drei Mähdreschern der Raps gemäht; seit es dieses Jahr nur noch drei sind, sind die immer in einem Komplex unterwegs.

Habe paar Fotos davon gemacht, was Brandenburger Dimensionen bedeuten: Großes Melkhaus mit drei eigenen Lexions davor.
Auf dem dritten Foto ist einer der beiden Abfahrer, die den Raps den einen Kilometer zur Getreidetrockung am andere Ende Pinnows fuhren. Hier der Claas Arion 640 Cebis mit zwei HW80, der andere war der Case-IH MX255 Magnum mit den beiden Welger DK280W.

Benjamin




   

Montag, 1. August 2016

Kälber-Trocken-TMR - Teil 3

Zwischenzeitlich wurde die Kälber-Trocken-TMR (siehe Posts vom 13.03.2016 und 14.04.2016) in ihrer Zusammensetzung abgeändert; weil die Kälber die gute Luzerne selektierten und zum Schluss nur noch den Schrot hatten wurde der Luzerneanteil von 20 auf 30 % erhöht.

So ist nun die Zusammensetzung:
39 % Getreideschrot (3/4 Roggen, 1/4 Triticale)
30 % Luzerneheu
14 % Rapsextraktionsschrot
9 % Sojaextraktionsschrot
4,5 % Glycerin

3,5 % Mineralfutter

Und sie fressen viel mehr davon als die 30 kg pro Tag, die für die 3 Gruppen in letzter Zeit veranschlagt waren; eher das Dreifache. 
Das habe ich gestern frisch hingebracht und fast alle fraßen sie, sieht man bei den Kleinen so selten. Heute Abend musste schon wieder aufgefüllt werden. Ad libitum wie es Spaß macht zu Füttern!

Benjamin