Mittwoch, 28. Oktober 2020

Ostpaket

Im 31. Jahr der Deutschen Einheit und meinem 8. Jahr in Brandenburg ist das Ost-West für mich nur noch für lustige Anekdoten da. 

Eine davon war jetzt das Ostpaket. Da habe ich meiner Familie einige Gläser Nudossi mitgebracht, weil das im Weste so gut wie nicht erhältlich ist. Weil das besser schmeckt als andere Nuss-Nougat-Cremes, was vom deutlich höheren Anteil an Haselnüssen kommt. Früher waren die Haselnüsse halt in Deutschland verfügbar während Kakao für Devisen importiert werden musste. 

Benjamin



Sonntag, 25. Oktober 2020

Tränkeaufnahme stabil

Vor gut einem halben Jahr hatte ich die Tränkekurve am Tränkeautomat angepasst. Kurz nachdem ich im Kuhblog darüber geschrieben hatte (siehe Post vom 26.03.2020). Mit den 747 kg Milch über die ganze Tränkeperiode war ich zufrieden. Dennoch hatte ich den Eindruck, dass die Kälber nach dem Absetzen weniger gut weiterwachsen. Als Ursache vermutete ich das zu rasche Abtränken. Zwar war die Kurve eingestellt von 20 Liter am 58. Tag über 5 Wochen lang auf 2 Liter am 93. Tag abzutränken. Da die wenigsten Kälber aber die 20 Liter gesoffen haben waren es eher nur die letzten 2,5 Wochen von so 11 Liter an abwärts. 

Daher habe ich die Kurve geändert, ab dem 51. Tag mit 14 Liter beginnend über 6 Wochen lang auf 2 Liter am 93. Tag. Da ist das eigentliche Abtränken dann tatsächlich 4 bis 5 Wochen lang und nicht so "steil". Da die Abtränkkurve früher und flacher einsetzt hatte ich erwartet, dass die Kälber insgesamt weniger Milch saufen, was sie durch eine parallel stärker ansteigend Futteraufnahme ausgleichen sollten.

Wenn ich beim Absetzen die Kälber vom Tränkeautomaten abmelde zeigt der einzeln die verbrauchte Menge Milchpulver an. Das rechne ich nebenher zusammen und habe für die letzten 163 Kälber jetzt die neue Aufnahmemenge: 750 statt 747 kg. Also gleich geblieben und die weniger Milch aus der Abtränkphase in die davor liegende ad-libitum-Phase verschoben, wo sie zudem für die metabolische Programmierung wertvoller sind.

Für die weitere Entwicklung nach dem Absetzen fehlt mir natürlich optisch der Vergleich und gewogen werden sie da nicht... Eine ordentliches Ergebnis habe ich da also nicht.

Bei der intensiven Tränke wachsen die Kälber stärker auseinander, aber zum Vorteil der gut Entwickelten! 

Solche Kälber machen einfach Spaß: Gesund und unhandlich.
88 Tage alt und wird übermorgen abgesetzt. 
 
Benjamin



Mittwoch, 21. Oktober 2020

Neues Blogger

Manche werden es bemerkt haben, dass seit gut zwei Monaten unter den Posts Labels drunter stehen. Das ist die auffälligste Änderung bei der neuen Benutzeroberfläche von Blogger. Dass die Fotos jetzt in der Größe frei skalierbar sind kriegt man eher nicht mit, weil ich mich meistens an der bisherigen Größe orientiere.
Seit ich 2013 mit dem Kuhblog angefangen habe wurde am Programm nichts verändert. Letztes Jahr habe ich gelesen, dass es da Neuerungen geben soll, weil veraltet und Google Marktanteile verloren hätte. Mir war das das ziemlich egal, weil ich mich dran gewöhnt hatte und alles lief.
Im Frühjahr konnte man sich die neue Benutzeroberfläche anschauen und ab Juni alternativ verwenden. Habe ich aus Gewohnheit nicht gemacht. Wie man auf dem untenstehenden Foto sieht ist es für die Verwendung auf Handys optimiert worden. War es vorher ganz und gar nicht, wobei es trotzdem ging; wieviele Posts ich schon im Zug geschrieben habe... 
Auf einem Computer sieht es so leer aus, da hatte man bei der alten Benutzeroberfläche die doppelte Anzahl an Posts im Überblick. Dazu jetzt die Bildchen und Symbole, ich gehöre da irgendwie noch zu den mehr Textfixierten - maximaler Informationsgehalt auf einen Blick. 
Anfang September wurde endgültig auf die neue Benutzeroberflächen umgeschaltet und ich hatte vergessen von der alten einen Screenshot zu Erinnerung bzw. hier zum Vergleich zu machen.
Das mit den Labels ist eine schöne Sache, müsste ich mich mal dransetzen und für die vorherigen Posts auch machen. Das wäre mit den über 1200 Posts eine ordentliche Datenbank. Hashtag nennt Google das nicht und ich auch nicht, bei mir ist die "gelbe Raute" eine schnelle und gut sichtbare Markierung mit Fettstift hinten auf einer Kuh wenn man sie für was Spezielles in der Gruppe wiederfinden will.
 
Die neue Benutzeroberfläche wie ich sie als Startmenü von Blogger sehe:
 
Benjamin 
 

 

Sonntag, 18. Oktober 2020

Erstkontakt Smartbow

Noch ein Nachtrag zu meinem Besuch in Rodenwalde.
Dort hatte ich meinen Erstkontakt mit Smartbow, bisher hatte ich es auf Hofgut Neumühle bloß an den Ohrmarken gesehen (siehe auch Post vom 28.07.2020).
Smartbow ist ein Überwachungssystem für Rinder das auf Ohrmarken basiert. Die Firma kommt aus Österreich und wurde zwischenzeitlich von Zoetis übernommen. Wie 2018 auf dem Praxisseminar in Werneuchen Hrn. Fasching von der Höheren Bundes-Lehr- und Forschungsanstalt (HBLFA) Raumberg-Gumpenstein (vergleiche Post vom 30.03.2018) erklärte war die Herangehensweise bei der Entwicklung doch recht interessant: Bei den kleinen Betrieben dort in Österreich, häufig auch Milchviehhaltung im Nebenerwerb, wo die Kühe oft nur zweimal täglich zum Melken gesehen werden ist die Tierbeobachtung sehr lückenhaft und daher der Ansatz einer Automatisierung. Wo bei uns es eher darum geht eine 24 h-Überwachung zu ermöglichen um auch wirklich alles mitzubekommen.
Die Ohrmarken haben drei Funktionen: Einmal die Aktvitätsmessung, dann die Wiederkauüberwachung und die Überwachung. War zu meinen Studienzeiten die Wiederkaumessung noch ein größerer Aufwand mit den Kauhalftern die in einem dünnen Schlauch die Bewegung der Luft bei den Kaubewegungen maßen ist das Prinzip bei Smartbow fast schon bestechend einfach: Das Wiederkauen ist extrem gleichmäßig und die Sensorohrmarken erkennen das rhythmische Wackeln der Ohren dabei und können es so auch vom Fressen unterscheiden oder wenn sich die Kuh bewegt. 
Die Ortung erfolgt über die Triangulation der Ohrmarken im Raum durch die Antennen die im Stall angebracht sind. Die sehen aus wie WLAN-Router und sind in einem Raster an den Pfosten angebracht.
Die Brunsterkennung funktioniert sehr gut und so wurde nach einigen Wochen mit der Brunstbeobachtung aufgehört weil das System eine so hohe Trefferquote hat.
Bei der Wiederkauüberwachung war sehr interessant die Kurven zu sehen, von der Darstellung sind die ähnlich wie die Aktivitätskurve der Brunstüberwachung. Dann gibt es noch eine Kurve für die Futteraufnahme die auch mit der Ortung unterscheiden kann an welchem Futtertisch die Kuh gefressen hat.
Die Ortung im Stall konnte ich leider nicht erleben, weil das eine Online-Anwendung ist und bei schlechtem Handyempfang nicht funktioniert... Man könnte die Kuh aber auf so 10 m genau findet, was in einer Gruppe von 150 Kühen schon eine deutliche Erleichterung ist. Am Computer konnte ich mir aber noch die "Verfolgungsfunktion" ansehen, wo die letzten 24 h aufgezeichnet werden wo die Kuh umherlief. Ein großer Knäuel, wo man mit einem Schieberegler den Standort zur jeweilgen Uhrzeit rausfinden kann.
Zweitkontakt wird hoffentlich bei meinem nächsten Besuch auf Hoftgut Neumühle sein, wo ich auch paar Screenshots zur Veranschaulichung machen will.

Benjamin

Montag, 12. Oktober 2020

Schwänze scheren

Diese Woche ist wieder die Firma Findeisen Klauenpflege bei uns zur Bestandsklauenpflege. Da ist dann bisschen mehr los und entsprechend war es davor am Wochenende richtig ruhig, sodass ich die Zeit genutzt habe einige Ecken im Stall mal wieder sauber zu machen und auch in größerem Stil Schwänze zu scheren. Die Stammleser des Kuhblogs wissen, dass ich das gerne mache und ich würde es sogar als eine meiner Lieblingsbeschäftigungen bezeichnen, hat auch was Entspannendes dabei.

Lange habe ich die Schwänze mit einer Schafschere geschnitten und dann vor gut drei Jahren auf eine Akkuschermaschine umgestellt (siehe auch Posts vom 08.09.2017 und 07.01.2018). 

Die Quasten an den Schwänzen wachsen gefühlt extrem schnell. Haare sind wie die Klauen Stoffwechselprodukte und unsere Kühe als Marathon- bis Ultramarathonläufer haben einen entsprechenen Stoffwechsel und da wächst es schnell.
So großen Nutzen haben die Haare für die modernen Kühe nicht: Ein wärmendes Fell brauchen sie in unseren Breiten nicht (siehe auch Post vom 07.05.2019), der Schutz vor Sonne und Regen ist die Aufgabe des Stalldachs, auch wenn sie auf die Weide können ziehen sie das trotzdem bei extremen Wetter vor (siehe auch Post vom 08.03.2017). Ohne Haare kann es einer Kuh auch gut gehen (Beispiel im Post vom 09.04.2018).
Und wenn die Kuh ihren Schwanz zum Verjagen von Fliegen braucht hat man eigentlich schon ein Problem: Mit dem Stallklima, der Gülle oder dem Mist. 

Lange Kuhschwänze und dazu noch auch dreckig und verschissen, wenn er aus der Liegebox auf den Laufgang hängt, sind nervig: Beim Melken im Gesicht, bei Side-by-Side-Melkständen oder Außenmelkerkarussellen immer im Weg und als Herdenmanager bei der Arbeit an der Kuh um die Ohren. 
Die extremsten Exemplare nenne ich Klapperschlange, da ist dann so viel Kot schon angetrocknet, dass die Kühe mit ihrem Schwanz rasseln können. 
 
Neben dem Arbeitskomfort gibt es die gesundheitlichen Aspekte: Wenn die Kuh mit einem dreckigen Schwanz umher wedelt ist schnell der restliche Körper auch dreckig und vor allem das Euter, womit die Gefahr von Euterkrankheiten ansteigt. 
Ein langer Schwanz wird auch leichter vom Gülleschieber mitgenommen und wenn zu viele Haare und Dreck davor sind sieht man Verletzungen so gut wie gar nicht. Die meisten Kühe für Schwanzamputationen findet man beim Schwänzescheren. Samone war da eine Ausnahme (siehe Post vom 09.01.2016).
Also alles gute Gründe das Schwänzscheren zum ordentlichen Herdenmanagement zu zählen und wenn die Kühe tragend sind und so monatelang nicht ins Fressgitter kommen dann auch mit einem Eimer in den Gruppen unterwegs. 
War erfolgreich:

Benjamin

 


 

 

Dienstag, 6. Oktober 2020

Wieder auf Exkursion

An meinem freien Wochenende war ich nun endlich mal wieder auf Exkursion. Und zwar beim Milchhof Rodenwald, wo ich letztmals vor ziemlich genau zwei Jahren gewesen war (siehe Post vom 13.10.2018). 
Genau wie vor zwei Jahren war es auch diesmal von der Vegetation ein deutlicher Unterschied zwischen uns in Brandenburg und dort im äußerstes Westen Mecklenburgs. Da stand nämlich noch einiges an Mais und der war auch nicht verdorrt sondern normal abgereift.
 
Letztes Mal war mit der Hauptgrund für meinen Besuch gewesen sich mal die Zitzenbürsten im Betrieb anzusehen. Man ist weiterhin sehr angetan davon und sie hätten einen großen Anteil an der verbesserten Eutergesundheit, weil die Zitzen sauberer sind und die außen drauf sitzenden Keime besser entfernt werden. Des weiteren käme noch ein Effekt hinzu durch den Wechsel der Zitzengummis von Boumatic zu Milkrite (zu erkennen an den blauen Kunststoffzitzenbechern). Damit ist die Zizuenkondition (Hyperkeratose usw.) besser geworden.
Auf beiden Melkstandseiten wurden oben die Kabinette um 10 cm nach Innen versetzt, dass die über die letzten Jahre größer gewordenen Kühe bei Reinlaufen und Stehen mehr Platz haben:

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Nur eine Woche nach meinem letzten Besuch gab es ein neues Mischwagengespann. Ein Valtra T234 Active mit einem Trioliet Solomix 3-4600 mit 46 m³. Der Traktor hängt die ganze Zeit vor dem Mischwagen und ist auch entsprechend dafür ausgerüstet: Straßenreifen, keine Fronthydraulik und von der Heckhydraulik auch nur die Hubzylinder. Trotz nur der einen Aufgabe ein echtes Stundenmonster: In den knapp 2 Jahren schon 4.700 Betriebsstunden. Auf dem Foto kommt es nicht so rüber, aber 46 m³ sind schon eine Menge, vergleichbar mit einem Tridem-Häckselwagen. Wenn täglich die Kraftfutterkomponenten (Kraftfutter, Mineralfutter, Stroh und Wasser dass es nicht staubt) vorgemischt werden, dass es beim Beladen der einzelnen Mischungen schneller geht, sind das dann so 25 t Zuladung. Das Vorgängergespann, ein John Deere 6930 (mit rund 29.000 h) und einem Trioliet mit 28 m³ (?) ist weiterhin im Betrieb, da der große Mischwagen nicht in die älteren Jungviehställe passt und als Reserve.
Das größte Mischwagengespann das ich bisher gesehen habe, damals die in Idaho waren auch nicht größer, allenfalls die Traktoren etwas schwerer:
 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fortsetzung folgt!
 
Benjamin

Freitag, 2. Oktober 2020

Neue Liegeboxen

Bei meinem Bruder auf dem St.Wendelinhof der Technischen Hochschule Bingen war ich dieses Jahr noch gar nicht gewesen. Eine große Neuerung gab es dort letzte Woche, die ich zwar selbst bisher nicht gesehen habe, aber mit ausführlichen Erklärungen und gelieferten Fotos kann ich hier im Kuhblog darüber berichten.
 
Der Kuhstall wurde Ende der 1960er Jahre gebaut, damals als 40er-Anbindestall mit einem schmalen Futtertisch zwischen den Standreihen wo ein Futterband das Futter von den Hochsilos am Stallende zu den Kühen brachte. Solche Technik gab es auch in Westdeutschland! War das Allermodernste.
2001 dann wurde auf Laufstall umgebaut und es gab den ersten Melkroboter (Lely Astronaut A2). An der Längsseite des Stalls wurde ein Futtertisch mit Fressgang angebaut und aus den Anbindeständen wurden Liegeboxen. Ausgeführt als Hochtiefbox mit einer Holzbohle hinten und mit Häckselstroh eingestreut.
So sah es bisher aus:

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ich kann mich erinnern wie wir es im Studium über Qualitätssicherung hatten und ein HACCP-Protokoll für die Milchviehhaltung abgearbeitet haben. Da wurde auch die Liegeboxenbreite vermessen und die betrug 119 cm. Doch etwas schmäler und unser Professor der auch für den Umbau zuständig gewesen war erklärte uns, dass damit auf die ganze Reihe eine Box mehr hinpasste und somit alle Kühe der Herde Platz hatten.
 
Nun waren die Liegeboxen und der Kuhkomfort nicht mehr zeitgemäß, vor allem auch weil das zuständige Veterinäramt sehr streng ist. Mit dem vieharmen Rheinhessen sind die halt arg verwöhnt und wissen gar nicht welche Zustände noch in anderen Teilen Deutschlands herrschen. Mit denen will man sich aber eigentlich auch gar nicht vergleichen...
Jedenfalls wurde die Auflage gemacht die Liegeboxen umzubauen mit flexiblen Boxenbügeln.
 
Die Hochbox war gesetzt, weil man noch das alte Betonpodest der Anbindestände hat und man das nicht für einen Umbau im laufenden Betrieb einfach mal wegstemmen und Tiefboxen hinbauen kann.
 
Bei der Hochschule als staatlicher Einrichtung muss ein ordentliches Ausschreibungsverfahren durchgeführt werden. Von drei Herstellern wurden Angebote für Matratzen und Liegeboxenbügeln eingeholt und dann mit Zustimmung des Amtstierarztes das passende ausgewählt.
 
Es wurden Doro-Flex-Bügel und ZIMsoft-Matratzen der Firma Zimmermann-Stalltechnik (Link siehe hier).

Ein Foto zur Zimmermann Doro-Box. Die "Urversion" der Doro-Box auf der LVAV Hofgut Neumühle im Versuchsabteil des Kuhstalls. Vor langer Zeit zusammen mit meiner Braunie:
 


















Doro steht für Doppelrohr, der Boxenbügel hat keinerlei Schweißstellen sondern ist aus einem einzigen Rohr gebogen und am Fuß laufen beide Rohrenden zusammen und sind vor der Bugschwelle verankert und somit aus dem Feuchtigkeitsbereich der Einstreu. Vorne ist der Bügel etwas nach hinten eingezogen, dass die "Kühe beim Liegen und Aufstehen den Kopf frei haben". Statt Nackenrohr gibt es eine flexible, kunststoffummantelte Kette. Das Rohr oben ist nur zur seitlichen Aussteifung und heute auch noch mal etwas höher ausgestellt.
Die Doro-Box war für mich seit meinen Erfahrungen auf der Neumühle die beste Liegebox, weil sie die Kuh nicht behindert sondern nur die Richtung in ihrer Bewegung vorgibt. Und zudem extrem massiv gebaut.

Die Doro-Box gibt es in den Ausführungen Doro, Doro2, Doro3, die sich in der Größe unterscheiden sowie Doro-Flex, bei der der eigentlich Bügel durch ein flexibel gelagertes Holzbrett ersetzt ist das in beide Richtungen um so 10 cm ausweichen kann wenn sich die Kuh dagegen lehnt.
 
So sieht es nun im Stall aus, durch die hohe Bauform (1,4 m) der Bügel wirkt es jetzt enger, ist es aber nicht:



















Beispielfoto für den Liegekomfort. Die ZIMsoft-Matratze ist keine Gummimatte sondern eine durchgehende Gewebebahn mit einer Schaumstoffmatratze darunter. Vorne die Bugschwelle heißt ZIMboard und ist aus Kunststoff, würde an die Recycling-Weidezaumpfähle erinnern, und hat abgerundete Kanten, dass die Kühe bequemer die Vorderbeine drüber strecken können. Die Boxen sind 125 cm breit und haben ein Liegelänge von der Hinterkante bis zur Bugschwelle von 190 cm:

Benjamin



Sonntag, 27. September 2020

Rote Laudan

Heute geht es um Farbenlehre und Familiengeschichte. Rote Laudan als Titel ist unpräzise, eigentlich muss es rotbunte Laudan-Nachfahrin heißen. Mit "Eine" und dem Bullennamen hintendran meint man umgangssprachlich eine Tochter des jeweiligen Bullen.

Laudan ist der wichtigste Bulle in der Brandenburger Zuchtgeschichte (-> siehe hier). Er hat in der Brandenburger Holsteinpopulation auch sichtbar deutliche Spuren hinterlassen: Weiße Kühe mit schwarzen Ohrspitzen sind Töchter (mittlerweile seltener), Enkelinnen und Urenkelinnen von Laudan. Das Erscheinungsbild ist charakteristisch. Laura (-> siehe hier) ist mit ihrer Fellzeichnung da die Ausnahme der Regel.
 
Die rotbunte Laudan-Nachfahrin ist Talya, eine unserer Jungkühe, wie sie nach der Kalbung erstmals beim Fiebermessen in der Frischmelkergruppe dabei war sagte ich: "Sieht aus wie eine rote Laudan." Wegen den Ohrspitzen, nur halt in rot statt schwarz und ansonsten fast ganz weiß:
 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Im Herde haben wir dann die Abstammung nachgeschaut und tatsächlich ist in ihr Laudan drin, 5 Generationen zurück als Urururgroßvater. Zwischenzeitlich wurde aus Schwarzbunt Rotbunt und die Ohrspitzen waren nicht mehr vorhanden, kamen aber wieder durch.
 
Das ist ihre Abstammung, jeweils mit Schwarz- oder Rotbunt dabei und den Allelkombinationen der Fellfarbe. Dazu siehe im Post vom 06.02.2015:
Talya (RBT, rr) von Coloredo-P (RBT, rr)
  Tabea (RBT, rr) von Tableau (RBT, rr)
    Buffy (SBT, Sr) von NOG Bela R (RBT, rr)
      Zia (SBT, SS) von Zabing (SBT, SS)
        Gloria (SBT, SS) von Laudan (SBT, SS)
           Fee (SBT, SS) von Bonatus (SBT, SS)
             Filja (SBT, SS) von Tober (SBT, SS)
Über die Bullenlinien kann ich ihre Abstammung insgesamt 12 Generationen weit zurück verfolgen, darunter auch mehrfach Starbuck und Chef II als Vorfahren (vgl. Post vom 27.02.2015).
 
Erwähnenswertes beim Stammbaum: Über NOG Bela R bekam die Familie das erste rotbunte Allel, ihre Großmutter Buffy hatte somit einen Rotfaktor. Von Tableau kam dann das zweite rotbunte Allel und Tabea war damit die erste Rotbunte in der Familie.
Tableau war der wichtigste rotbunte Bulle in Deutschland in den 2010er und neben Tabea haben wir ettliche weitere seiner Töchter in der Herde. Auf seinem Herkunftsbetrieb bin ich auch schon mal gewesen (siehe Post vom 15.05.2014).
Ihre Urgroßmutter Zia ist mittlerweile in der 7. Laktation und liegt bei 64.000 kg Lebensleistung. Sie ist eine Laudan-Enkelin und über ihren Vater Zabing eine Zunder-Enkelin. Zunder war auch der Vater von Leonie, der Mutter meiner Braunie. Wie Laudans Nachfahren weiß sind, so sind die von Zunder schwarz und bei Zia hat in der Farbe Zunder über Laudan gesiegt und man erkennt, dass sie die Cousine von Braunie ist. 
 
 
Ein Gruß geht noch raus an Gusti. Er ist Kuhbauer in Südbayern und berichtet in seinem Kuhstallbau-Podcast seit einem dreiviertel Jahr über seinen aktuellen Stallbau in der ganzen Bandbreite: Genehmigung, Planung, Erschließung, Bau usw. Weitere Infos und Reinhören unter kuhstallbau.com
  
Benjamin

Donnerstag, 24. September 2020

Hornloszucht - Teil 2

Noch ein weiterer Post über die Hornloszucht, weil in der aktuellen Milchrind ein Artikel zu dem Thema ist mit interessanten Zahlen.
Wieviel Prozent der eingesetzten Besamungsbullen hornlos sind habe ich im Kuhblog ab und zu berichtet, wenn es Neuigkeiten vom RBB gab. Das letzte Mal wusste ich war im Oktober 2019. Den Post habe ich sofort gefunden (siehe hier), dass es damals 26 % waren wusste ich gar nicht mehr. Bin scheinbar irgendwann mal bei 10 - 15 % hängen geblieben.
 
In der aktuellen Milchrind waren die Zahlen zum Anteil der hornlosen Bullen, die 2019 in Deutschland eingesetzt wurden. 21,8 % der eingesetzten Holsteinbullen  (das geht nach versamten Spermaportionen) waren hornlos, bei den Schwarzbunten 18,0 % und bei den Rotbunten 46,4 %.
Das sind heterozygot Hornlose (Pp) und homozygote Hornlose (PP) zusammen, 
Die homozygoten hatten 2019 14,0 % Anteil, bei den Schwarzbunten 11,2 % und bei den Rotbunten 31,9 %. Die homozygot Hornlosen haben also mittlerweile unter den Hornlosbullen die Mehrheit, über die Jahre ist es somit gelungen zwei Hornlosallele "anzusammeln".
Im Vergleich dazu hätten die homozygoten 2010 0,0 % gehabt. und ich kann mich auch dran erinnern wie 2014 (?) die RBB ihren ersten PP-Bullen hatte, der vom Zuchtwert weit abgeschlagen war, aber wegen der homozygoten Hornlosigkeiten und damit 100 % hornlosen Kälber es in den Besamungseinsatz geschafft hatte.

Die Hornlosen Bullen haben im Zuchtwert immer hinterhergehinkt, denn mit der seltenen Hornlosigkeit rekutierten sich die hornlosen Besamungsbullen aus einer kleinerem Kreis. Und bei einer Auswahl von 20.000 statt 2 Mio. sind die Allerbesten rein statistisch dann doch deutlich schlechter. 
Mittlerweile haben die heterozygot Hornlosen (Pp) mit der großen Mehrheit der behornten Bullen (pp) gleich gezogen und die homozygot Hornlosen (PP) liegen 6 Punkte oder knapp 2 Jahre Zuchtfortschritt im Gesamtzuchtwert (RZG) dahinter. 
Also im Zuchtfortschritt sind mit den hornlosen Bullen jetzt keine großen Abstriche mehr zu machen.

Über die Typisierung der weiblichen Kälber bei KuhVision wird auch der Hornstatus ermittelt und da waren es 2019 deutschlandweit 13,2 %, im Vergleich 2012 2,1 %.
Es ist noch ein weiter Weg bis wir uns das Enthornen sparen können und alle Kälber ganz sauber ohne Hörner auf die Welt kommen, aber als ich 2008 mit den Kühen angefangen haben war Hornlosigkeit eher eine Art Kuriosität und da ist der gegenwärtige Stand ein gewaltiger Fortschritt.

Benjamin

Dienstag, 22. September 2020

Nach Guben

Am Wochenende war ich in Guben an der Neiße, im Südosten Brandenburgs. Dort war ich bisher noch nicht gewesen. 2009 in der Nachbargemeinde auf einem Betrieb, dem ersten mit mehr als 1000 Kühen den ich überhaupt gesehen habe und zufällig auch der auf dessen Maisacker vorletzte Woche das erste Wildschwein mit ASP in Deutschland gefunden wurde. Und 2017 war ich etwas weiter südlich gewesen (siehe Posts vom 14.05.2017, 16.05.2017, 18.05.2017 und 20.05.2017).
 
Der Grund waren diesmal nicht Kühe sondern was aus dem Bereich Drumherum. Mit der Jugendfeuerwehr war ich als Betreuer mit zur Landesmeisterschaft im CTIF. CTIF ist die internationale Feuerwehrorganisation, also ein Wettbewerb nach internationalen Regeln.
Der Wettbewerb umfasst zwei Disziplinen: Einmal die Hindernisübung (auf dem Foto) und dann ein 400m-Staffellauf mit Hindernissen.
Coronabedingt ruhte der gesamte Betrieb der Jugendfeuerwehr bis zu dieser Woche und das Training für die Landesmeisterschaft durfte als Einziges stattfinden.
Daher wurde dann in der Gemeinde eine Mannschaft dafür aufgestellt. Die Bedingungen waren schon erschwert: An sechs Samstagen wurde geübt, davon nur einmal davon mit der finalen Mannschaft.
Freitagnachmittag ging es los, mit den benötigten neun Startern und keinem Ersatz. Dafür wurde ich gehandelt, vom Alter her (Geburtsjahrgänge 2004 bis 2008) nicht ganz passend, könnte man aber doch noch zurechtbiegen... 
Am Samstag bei allerschönstem Sonnenschein dann der Wettkampf mit einem beeindruckenden Teamgeist und unter den den besseren Bedingungen als beim Training auf unserem Sportplatz ("Stoppelacker") wuchsen die geradezu über sich hinaus und erreichten den 3. Platz. Von den drei teilnehmenden Jugendfeuerwehren, als Neuling gegenüber den beiden anderen die seit Jahren diese Meisterschaften dominieren. Und wurden weder wegen Fehlern disqualifiziert noch deklassiert, sodass eigentlich alle bei der nächsten Meisterschaft in zwei Jahren wieder teilnehmen wollen:
 
Benjamin
 

 

Freitag, 18. September 2020

PhöniX

Für mich habe ich gestern die Corona-Pandemie für beendet erklärt. Denn das Medikament, das ein halbes Jahr nicht lieferbar war, weil einer der Grundstoffe aus China nicht mehr kam, gibt es nun wieder. Das war die einzige Einschränkung in meinem Alltag gewesen.

Die positiven Folgen von Corona merkt man an den digitalen Möglichkeiten, die nun verstärkt genutzt werden.

So auch gestern Abend die gestreamte Pressekonferenz zur Gründung der PhöniXGroup. Im Vorfeld war schon groß angekündigt worden, alles recht nebulös über die Zukunft der Rinderzucht. Ich hatte gemutmaßt, dass ein gemeinsames Holstein-Zuchtprogramm für ganz Deutschland verkündet wird.

PhöniX ist der Zusammenschluss für das Zuchtprogramm und die Vermarktung der Zuchtverbände RinderAllianz (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt), Rinderproduktion Berlin-Brandenburg (Brandenburg), Qnetics (Hessen, Thüringen), Rinder-Union West (Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen) und Rinderunion Baden-Württemberg. Es wurde extra gesagt, dass sie in Zukunft auch offen für weiter Kooperationspartner seien.

Die Bullen gehören weiterhin den einzelnen Verbänden, werden aber ausschließlich unter dem Namen PhöniX im ganzen Gebiet angeboten. Neben Holsteins auch Fleckvieh, Braunvieh und Fleischrassen. Insgesamt dürften es rund 50 % aller Herdbuchkühe in Deutschland sein. Erwähnt wurde extra, dass es auch in Richtung Mastanpaarungen gehen soll; dabei auch die Kapazitäten des Testherdenporgramms ProFitPlus von RBB und RinderAllianz zu nutzen. In der aktuellen Blickpunkt Rind war zu dem Thema auch ein Artikel über den Geburtsverlauf von Masthybriden, wobei Holstein x Uckermärker am besten Abschnitt. Das ist also ganz am Puls der Zeit.

Des Weiteren die Zusammenarbeit mit dem IFN in Schönow und es soll eine eigene Biotechnologie-Station für Embryotransfer und Ovu-Pick-Up aufgebaut werden, die in Nückel gehört ja der Masterrind (siehe Posts vom 06.06.2019 und 11.06.2019). Und das neue Sexing-Labor der RBW in Bad Waldsee, dazu wurde nichts gesagt aber das dürfte ein gewichtiger Grund bei den Verhandlungen gewesen sein.

Der Geschäftsbetrieb startet dann zum 1. Januar.

Auf die Zukunft des Zuchtprogramms und was für neue Ideen in der Zucht jetzt umgesetzt werden bin ich gespannt.

Internetseite der PhönixGroup (noch recht überschaubar): www.phoenix-genetics.de

Benjamin

Sonntag, 13. September 2020

100 % behornt

Die Besonderheit diese Woche war die Enthornung einer Kälbergruppe, bei der alle Kälber Hörner hatten. Das war die letzten 5 Jahre nie der Fall gewesen.
 
Enthornen habe ich auf meinem Stammbetrieb LVAV Hofgut Neumühle gelernt, das war im April 2008. Das war im Rahmen der überbetrieblichen Ausbildung einer Klasse der Landwirtschaftsschule aus Ettelbrück in Luxemburg. Da wurden dann die Kälber vom Trocken-TMR-Versuch (siehe auch Post vom 13.03.2016) genommen, die waren gerade im passenden Alter. Damals wurden die Kälber noch nicht sediert sondern in einer Enthornungsbox fixiert. Das ging sehr schnell, weil die Kälber den Kopf nicht bewegen konnten.
Wie ich nach Boberow kam hatte ich mit dem Enthornen gar nichts mehr zu tun, denn das wurde mit Kaliumhydroxid (KOH) gemacht, wo die Hornanlagen nicht verödet sondern verätzt werden. Und das nebenher beim Anlernen an den Tränkeautomat. Das mit am Abstand einfachste und schonenste Verfahren der Enthornung, aber leider mittlerweile verboten.
Stattdessen wurde 2015, mit dem Brennen der Hörner angefangen, weil das Arla für das Arlagarden vorgeschrieben hatte. Hatten das bis zum Audit hin in Pinnow aber nicht umgesetzt und dann gab es darüber eine Diskussion mit dem Auspasser aus Dänemark, der dem Auditor vom LKV Mecklenburg-Vorpommern auf die Finger schauen sollte und dieser das mit "Arla will Premium produzieren!" abwürgen wollte. Worauf mein Chef mit : " 30 Cent sind aber kein Premium" antwortete. Das ist auch das Problem von Arla, die es als einer der größten Molkereien Europas mit hunderten Millionen Euro Investitionen jedes Jahr nie aus der hinteren Hälfte beim Milchpreis herausschaffen.

Es waren bei jeder "Charge" an Kälbern zum enthornen hornlos dabei, in den letzten Jahren hat sich das bei so 25 - 30 % der Kälber eingependelt, manchmal auch nur einzelne und einmal sogar 75 %, aber nie 0 %.

Zur Vererbung der Hornlosigkeit. Als scheinbare Besonderheit ist beim Hornlosgen das Allel für Hornlosigkeit dominant und das für Hörner rezessiv. Die allermeisten Rinder weltweit haben aber Hörner. Das kommt noch von der Zucht auf Hörner, denn die brauchte es Jahrtausende lang um ein Joch daran festbinden zu können. Dieser Grund ist inzwischen weggefallen, aber fast alle Rinder hatten dann Hörner. 
Ausnahmen sind die Aberdeen Angus und Galloway, die schon seit Jahrhunderten hornlos sind, weil sie nicht auf Hörner gezüchtet wurden und sich die hornlose Variante dann durchsetzen konnte.

behornt: pp
heterozygot hornlos: Pp
homozygot hornlos: PP

pp x pp = pp
Pp x pp = 1/2 Pp, 1/2 Pp
Pp x Pp = 1/4 PP, 1/2 Pp, 1/4 pp
PP x pp = Pp
PP x Pp = 1/2 PP, 1/2 Pp
PP x PP = PP

Bei unserer Hornloszucht ist es meistens pp x Pp und auch pp x PP bei der Anpaarung von Hornlosbullen an behornte Kühe und wenn die Kuh schon hornlos ist Pp x Pp und Pp x PP. Homozygot hornlose Kühe haben noch Seltenheitswert.

Fortsetzung folt!

Benjamin
 

Donnerstag, 10. September 2020

Warntag

Momentan ist nicht viel Außergewöhnliches los, die Kollegen von der Pflanzenproduktion häckseln Mais und von der kleinen Besonderheit diese Woche schreibe ich dann im nächsten Post.
 
Heute war der deutschlandweite Warntag. Der Test der Sirenen und der digitalen Kanäle. Die Warnung der Bevölkerung über die Sirenen wurde vor der Wende als in Westdeutschland geübt, seitdem nicht mehr, sodass das fast die Hälfte der Deutschen gar nicht kennt. Da bin ich jetzt 30 Jahre alt und habe erstmals den "Fliegeralarm" gehört.
Der normale Feueralarm ist aber absolut drin, auch in Zeitalter der Piepser und Handyalarmierung. Und der wird auch regelmäßig getestet, in Rheinland-Pfalz war es einmal pro Monat komplett 3x 12 Sekunden, hier in Brandenburg einmal wöchentlich 12 Sekunden. 
Der Heulton zur Warnung ist dann eine Minute lang und entsteht dadurch, dass die Sirene immer kurz anläuft und dann wieder ausläuft.
 
Gehört habe ich den heute aber auch nur weil ich bewusst drauf geachtet habe. Die Anlage liegt ja etwas abseits am Dorfrand und dann fährt der Teleskoplader über den Hof und in einer anderen Ecke brummt der Kärcher, das ist trotz der vermeintlichen Ruhe im Stall schon ein ordentlicher Geräuschspegel im Hintergrund. 
Hätte ich den Alarm in einem normalen Fall gehört, hätte ich wie vorgesehen das Radio angeschaltet um rauszufinden was da los ist.

Aber was bei den Probealarmen für die Feuerwehr routiniert problemlos klappt ging nach der Einschätzung der Innenministeriums schief: Der Warntag war ein Misserfolg weil alle Stellen gleichzeitig alarmierten und die Netze überlasteten, sodass die Warnung nicht überall zeitnah ankam. Mein Handy blieb still, von der Feuerwehr-App hatte ich erwartet, dass da was kommt und vielleicht eine SMS von der Telekom als Netzbetreiber. Aber war gar nichts.

Ein Symbolbild dafür. Das habe ich erst nach meiner Überbleibselserie zu 25 Jahre Einheit (siehe auch Post vom 03.10.2015) aufgenommen. Ein Schild, das in der ehemaligen Werkstatt in Pinnow hängt und die Sirenensignale in den 1970ern (?) erklärt, die damals aber nicht geübt wurden:

Benjamin
 

 

Montag, 7. September 2020

Trockenstehdauer

Zum Abschluss meiner Serie über die verlängerte Laktation noch eine Auswertung über die Trockenstehdauer. 
Die Trockenstehdauer hatte ich im Datenmaterial dabei, um den Unterschied zwischen Melktagsleistung (Zwischen Kalbung und Trockenstellen) und Futtertagsleistung (bis zur nächsten Kalbung) berechnen zu können. War etwas Rechenarbeit, denn die im Herde angegebenen Melktage stimmten nicht mit dem Zeitraum zwischen Kalbung und Trockenstellen überein.
 
Bei der Trockenstehdauer war während meines Studiums vor so zehn Jahren der Trend zur reduzierten Trockenstehdauer, auf 28 Tage verkürzen bei Mehrkalbskühen war da so eine gängige Zahl. Daneben die Diskussion die Kühe durchzumelken und sich beim Verzicht auf die Biestmilch die mindestens zweimalige Futterumstellung zu sparen und die Kuh kontinuierlich wie sie es gewohnt ist weiterzufüttern.
Da kamen dann aber recht schnell Forschungsergebnisse, dass die Kühe langfristig in der Leistung abfallen weil die Erholungsphase für den Stoffwechsel fehlt.

Nach dem Trockenstellen hört mit ansteigenden Euterinnendruck die Milchbildung auf und dann beginnt der Abbau der Milch, nach einer Ruhephase beginnt die Bildung der Biestmilch für das neue Kalb. Bei null Ruhephase dauert das zwischen 30 und 35 Tagen, alles darüber verlängert die Ruhephase für das Euter. Daher war für mich immer die 35 Tage ein fixer Wert, der nicht unterschritten werden sollte.

Irgendwann mal habe ich eingeführt, dass die Jungkühe der 1. Laktation 10 Tage früher trockengestellt werden, weil denen einer längere Trockenstehzeit zugute kommt weil sie noch nicht ganz ausgewachsen sind.
Für mit Fleischrindern besamte Kühe um 4 Tage später trockenstellen, was meine ermittelte längere Tragezeit ist und für mit Zwillingen tragende Kühe (falls erkannt) ein Termin früher. Bei der kürzeren Tragezeit kommen meine Statistiken auf nur 6 Tage, aber das können die betroffenen Kühe eh gebrauchen.

Für die Auswertungen habe ich die Kühe in 5 Klassen eingeteilt, dass da jeweils ähnliche Anzahlen dahinter stehen. Kriterium ist die Trockenstehdauer, die Werte sind auf die Folgelaktation bezogen, also bei der 1. dann die 2. usw. 100-Tage-Leistung als Maß wie gut die Kühe "in Gang" gekommen sind, 305d-Leistung, Leistung pro Melktag und Leistung pro Futtertag wieder energiekorrigierte Milch.
Das Ergebnis ist ziemlich eindeutig:
 

 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Ein Grund mehr die Laktation zu verlängern, dass man die Kühe wegen acht bis neun Wochen Trockenstehzeit nicht so früh abwürgen muss.

Benjamin

Mittwoch, 2. September 2020

Remontierungsrate vs Zuchtfortschritt

Jetzt kommt ein Post, der aus der unten stehenden Grafik entstand, die bei meinen Datenauswertungen zur verlängerten Laktation als Nebenprodukt abfiel. Mit etwas Rechnerei wurde da aber ziemlich viel daraus.

Vor paar Jahren habe ich mal überschlagen wie hoch denn der Zuchtfortschritt sein müsste, dass es sich lohnt die Remontierungsrate dafür zu erhöhen. Damals kam ich auf einen utopischen Zuchtfortschritt von 2.000 kg Jahresleistung pro Jahr. Den Rechenweg dafür weiß ich aber nicht mehr.

Der Hintergrund davon: Die Remontierungsrate ist der Anteil der Kühe die im letzten Jahr neu in die Herde gekommen sind, der Ersatz für abgegangene Kühe, egal ob freiwillig oder unfreiwillig aussortiert. Die Remontierungsrate liegt in Deutschland im Schnitt bei 32 - 33 %, also gut ein Drittel der Kühe pro Jahr. Schlechtere Betriebe kommen teilweise auf über 40 %, die besten auf unter 20 %.

Und dann gibt es doch nicht wenige Leute die meinen, dass man nicht unter 30 % Remontierungsrate gehen sollte, weil man sonst nicht genügend junge Kühe und damit die neueste Genetik bekommt. Ich beziehe das jetzt auf die Milchleistung, weil die mit 45 % am Gesamtzuchtwert die höchste Gewichtung hat und zudem gut nachvollziehbar ist.
 
Da sind dann aber gleich mehrere Denkfehler auf einmal dabei:
- der Zuchtfortschritt ist auch bei der Leistung vvergleichweise gering, man sagt als 70 - 80 kg pro Jahr. Wenn man durch eine bewusst hohe Remontierungsrate das Durchschnittsalter senken will kommen da nur wenige Monate raus. Eine Herde mit 35 % Remontierungsrate dürfte gegenüber einer mit 25 % geschätzte 10 Monate im Durchschnitt jünger sein. [Rechenformel siehte unten] Das wären knapp 65 kg Mehrleistung.
- Die hohe Remontierungsrate ist viel teurer. Geschätzt wird die Herde mit einer um einen Prozentpunkt höheren Remontierungsrate um gut einen Monat im Durchschnitt jünger. 1 Monat jünger wären 6,5 kg mehr Jahresleistung. Mal 15 ct (Milcherlös minus Futterkosten was die Kuh zusätzlich für die Mehrleistung fressen muss) sind rund 1 € pro Kuh und Jahr mehr.  1 % Remontierungsrate sind pro Kuh der Herde 1 % einer neuen Jungkuh mehr pro Jahr, bei Aufzuchtkosten der Größenordnung von 2.000 € sind das 20 € Zusatzkosten. Also äußerst unwirtschaftlich.
- Die schärfere Selektion auf der Kuhseite. Mit einer niedrigeren Remontierungsrate und weniger benötigten Jungkühen hat man mehr Auswahlmöglichkeit welche Kühe man zur Zucht der nächsten Generation nehmen möchte. Wenn man bei einer hohen Remontierungsrate 3/4 der Kühe braucht und nur auf das schlechteste Viertel verzichten kann, dann bei einer niedrigen auf die schlechtere Hälfte. Die Kuhseite kann dann deutlich mehr zum Zuchtfortschritt beitragen.
- Der physiologische Leistungsanstieg mit dem Alter der Kühe. Die Leistung steigt die ersten Jahre im Leben einer Kuh an. Dazu ist die Grafik. In der ersten Laktation geben die Kühe im Schnitt die wenigste Milch. Sie sind noch nicht ausgewachsen und können daher weniger fressen. Sie wachsen auch nach der ersten Kalbung noch weiter und sind erst im Alter von so vier Jahren komplett ausgewachsen. Da sie dann mehr fressen können geben sie auch mehr Milch. Die meisten Kühe erreichen dann zwischen der 3. und 5. Laktation ihre höchste Leistung, bei den 100.000-Liter Kühen eher in der 6. oder 7., das sind da die Langstreckenläufer. Bei Tina war es übrigens auch die 7.
Mit einer niedrigeren Remontierungsrate werden die Kühe älter (bzw. mit älteren Kühe ist die Remontierungsrate niedriger, hängt ja zusammen) und mehr Kühe der Herde sind dann in den Laktationen mit der höchsten Leistung. Somit ist dann auch die Durchschnittsleistung der Herde höher. 

Wieder als Ergebnis: Es gibt keinen Grund die Remontierungsrate hoch zu halten. Das Ziel muss so niedrig wie möglich sein, dass die Kühe möglichst alt werden.

Die Grafik; die durchschnittliche energiekorrigierte 305-Tage-Leistung für die Laktationen 1 - 7, darüber waren einfach zu wenige Kühe:






 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Meine Rechenformel:
1 / % Remontierungsrate = Nutzungsdauer der abgegangenen Kühe in Jahren
2/3 der Nutzungsdauer abgegange Kühe = durchschnittliche Nutzungsdauer lebende Kühe
+ Erstkalbealter = Durchschnittsalter lebende Kühe

Benjamin

Mittwoch, 26. August 2020

Verlängerte Laktation - Teil 4

Ein weiterer Post was bei meinem "Datamining" zur Zwischenkalbezeit und Rastzeit rausgekommen ist.
Es geht um die Rastzeit in der ersten Laktation, weil Erstkalbskühe eine bessere Persistenz haben als Mehrkalbskühe, also mit der Milchleistung nicht so stark abfallen mit der Zeit. Auf der anderen Seite, dass Kühe in der zweiten Laktation deutlich mehr Milch geben (hauptsächlich weil älter und schwerer) und dann die Kuh möglichst schnell zum zweiten Mal kalben sollte. Dazu gab es eine kleine Diskussion auf der diesjährigen Milchtour (siehe Post vom 18.02.2020).

Wieder zu bedenken dabei ist, dass ich als Datengrundlage ist eine durchschnittliche Herde bei der gar nicht gewartetet wurde habe, lange Rastzeiten sind nur die über 100 Tage.
Für die langfristigen Auswirkungen habe ich nur Kühe genommen die schon zum 4. Mal gekalbt hatten, sodass ich die ersten drei Laktation zusammenfassen konnte.
In der 2. und 3. Laktation jeweils die 100-Tage-Leistung in kg energiekorrigierter Milch als Maß, wie gut sie in die neue Laktation gestartet ist. Dazu die Güstzeit in Tagen bis sie wieder tragend war und der Besamungsaufwand wie viele Spermaportionen es für die neue Trächtigkeit gebraucht hat, als Vergleich wie es mit der Fruchtbarkeit in diesem "Gleich anfangen"-System gelaufen ist. 
Über alle Laktationen wieder Leistung pro Melktag und pro Futtertag inklusive Trockenstehzeit. Noch alle Futtertage über die drei Laktationen und die gesamte Milchmenge:











 
Die mit 80 - 90 Tagen Rastzeit waren genau wie nur auf die erste Laktation alleine betrachtet (siehe Post vom 30.06.2020) in der Leistung die beste Gruppe. 
Die Gruppe über 100 Tage Rastzeit ist zwar um 1,2 kg pro Futtertag schlechter, macht in den drei Laktationen aber 140 Tage mehr Nutzungsdauer und 2.215 kg mehr Lebensleistung. Da die hauptsächlichen Krankheiten bei den Kühe recht kurz nach der Kalbung kommen und nicht bei den Altmelker, wo diese mehr Tage herkommen kann man daraus folgern, dass zwar die Leistung pro Tag niedriger ist, aber die Krankheitskosten und Remontierungskosten (Abschreibung der Kuh) pro kg Milch geringer. 

Nochmal auf die Rastzeit in der 2. Laktation berechnet. Waren Kühe die fünfmal gekalbt haben und die 2. bis 4. Laktation zusammengefasst: 











Die Kühe mit einer Rastzeit unter 50 Tagen haben die höchste Leistung; wie man an der Güstzeit in der 3. und 4. Laktation auch sieht werden die scheinbar immer schnell tragend, also dass ihre Fruchtbarkeit generell zeitiger anfängt.
Und auch hier zeigt sich, dass die Kühe mit 80 - 100 Tagen Rastzeit aus den drei Laktationen mehr machen.

Mit den Daten war nur ganz am Anfang des Bereichs der verlängerten Laktation/Zwischenkalbezeit/Freiwillige Wartezeit gekratzt, aber die Ergebnisse machen doch Mut allgemein mehr in diese Richtung zu versuchen.

Benjamin

Montag, 24. August 2020

RZ€

Mit der Zuchtwertschätzung im August wurde jetzt der Ökonomische Zuchtwert RZ€ eingeführt, auf den ich schon seit fünf Jahren gewartetet hatte.
Im August 2015 wurden die auf den Daten der Testherdenprogramme von RinderAllianz und RBB basierten Zuchtwerte für töchtergeprüfte Bullen eingeführt: KalbungPlus anhand der Geburtsverläufe und Geburtsgewichte, MastitisPlus anhand der Eutererkrankungen und KlauePlus anhand von Klauenerkrankungen. Damals war auch ein Zuchtwert nach ökonomischen Kriterien in Planung.
Im August 2018 kam der genomische Zuchtwert für die "Mortellaroresistenz" DDcontrol, dessen Entwicklung ich seit 2015 doch recht gut mitverfolgen konnte (siehe auch Post vom 31.05.2018).
Im April 2019 kamen dann die genomische Gesundheitszuchtwerte des RZGesund, der größte Durchbruch seit der Einführung des genomischen Zuchtwertschätzung im April 2010. (Siehe auch Post vom 23.03.2019).
Im August 2019 kam noch ein genomischer Zuchtwert für die Kälbergesundheit (RZKälberfit) hinzu.
Zum Ökönomischen Zuchtwert hat man über die Jahre von diversen Studien der Landesforschungsanstalt in Dummerstorf gelesen aber nun kam die Umsetzung von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen  mit ihrem Datenmaterial aus den Betriebszweigauswertungen, die vom VIT in Verden dann in den Zuchtwert eingebaut wurden.

Der Zuchtwert RZ€ ist ein Zuchtwert der die ökonomischen Auswirkungen der Zucht beachtet, also was eine Kuh an Geld einbringt und auf der anderen Seite an Geld kostet. Zuchtziel ist eine möglichst wirtschaftliche Kuh. Der Zuchtwert wird nicht in Standardabweichungen angegeben sondern in €, die die Töchter in einem durchschnittlichen Kuhleben mit drei Jahren in Milch über dem Durchschnitt aller aktuellen Kühe liegen. Dabei ist zu beachten, dass jeweils die Hälfte des Erbguts von Mutter und Vater kommen. Hat der Bulle einen RZ€ von + 1.500 € kommen davon bei der Tochter 750 an.
In den RZ€ fließen ein, wieder ökonomisch gewichtet, was besonders Geld bringt bzw. kostet:
41 % RZM (Milchleistung)
27 % RZN (Nutzungsdauer -> Remontierungskosten)
16 % RZGesund (Gesundheit)
7 % RZR (Fruchtbarkeit)
6 % RZKälberfit (Kälbergesundheit)
3% RZKm/d (Kalbeverlauf)
Im Gegensatz zum Gesamtzuchtwert RZG sind die funktionellen Merkmale dadurch deutlich stärker gewichtet und das Exterieur (RZE) ist komplett rausgefallen, weil das keinen direkten Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit hat, sondern nur indirekt z.B. auf die Nutzungsdauer, die aber ja schon direkt einfließt (vgl. Post vom 12.05.2020).
 
Sehr gefreut hat mich das gute Abschneiden der Brandenburger Besamungsbullen in den neuen Toplisten für den RZ€. Obwohl die Brandenburger Holsteinpopulation nur knapp 5 % der gesamten deutschen ausmacht sind in den Top 10 sowohl bei den töchtergeprüften Bullen als auch den genomisch geprüften Jungbullen jeweils zwei aus Brandenburg vertreten. 

Weitere Informationen unter richtigzuechten.de

Benjamin
 
 
Nachtrag: 
Ein Video der RBB, in dem Dr. Rensing vom VIT den RZ€ erklärt: 
Und die von Dr. Rensing erwähnten Aufstellung der Grenzgewinne für die einzelnen Merkmale: 

Mittwoch, 19. August 2020

Mais-Sortendemo 2020

Zum Silomais als (mengenmäßig) wichtigstes Kuhfutter gibt es heute wieder einen Post. Der Mais ist auf den leichten Standorten in Brandenburg vorherrschend, auch wenn fraglich ist was man bei den heutigen Witterungsverhältnissen abändern sollte. Auf mehr verschiedene Kulturen zu setzen wäre bestimmt sinnvoll, z.B. Sorghum oder mehr tiefwurzelnde Pflanzen wie Rohrschwingel und insbesondere mein Liebling Luzerne.

Die Maissortendemo vor zwei Jahren (siehe Post vom 19.07.2018) war nicht ausgewertet worden weil bei der Trockenheit die frühreifen Sorten generell besser abschneiden (siehe auch Post vom 19.09.2018).
Beim Mais werden die Reifezahlen angegeben, einmal S für Silomaisnutzung und K für Körnermais (auch Lieschkolbenschrot, Corn-Cob-Mix). Die meisten Sorten haben beides und sind somit universell nutzbar. Die Zahlen reichen ca. von 130 bis 420, im deutschsprachigen Raum sind meist 200 - 300 üblich. Zehn Punkte entspricht in der Reife rund 3 Tage Unterschied. Die frühen Sorten wachsen und reifen schneller, brauchen also eine nicht so lange Vergetationsphase und nicht so viel Wasser, haben aber geringere Erträge. 
130er Sorten kann man nach Wintergerste Anfang Juli noch säen und kriegt die im Oktober noch vor der Weizenaussaat geerntet. 380er Sorten in Gunstlagen am Oberrhein Mitte April gesät reifen noch ab und bringen dann im Vergleich locker den doppelten Ertrag.
Für die Sortenwahl sind die Vegetationstage am Standort und das verfügbare Wasser entscheidend.
In der Sortendemo werden verschiedene Sorten nebeneinander angebaut um sie vergleichen zu können.

Wie man an der Sorten schon erkennt, ist die Demonstration von KWS angelegt:
- Benedictio KWS S230/K230; da mehrfach im Vergleich scheint das eine passende Sorte für den Standort zu sein
- KXB 9132, dem Namen nach sicher noch nicht vermarktet oder eine interne Vergleichssorte
- KWS Jaro S230/K240
- KWS Bernadino S240/ca. K230
- KWS Vitalico S240/K240
- Benedictio KWS 230/K230
- KWS Otto S240; die Kompaktheit sieht man, ist relativ kurz gewachsen
- KWS Paratico S250; hohe Verdaulichkeit, auch kurz gewachsen
- KXB 9201
- Benedictio KWS 230/K230
- Kilomeris S260, Biogasmais, da ist z.B. die Stärkeveraudlichkeit nicht so wichtig
- Benedictio KWS 230/K230
- KWS Shako S280
- KWS Kentos ca. S280
- Koletis K260, das ist eine reine Körnermaissorte 

Auf dem Foto wirkt der Bestand wellenförmig, das sind die Höhenunterschiede der einzelnen Sorten:

Benjamin



Sonntag, 16. August 2020

Neuer Schäffer

Über die Vorführung des Elektro-Hofladers hatte ich im Kuhblog berichtet (siehe Post vom 14.05.2020).
Seit nun vier Wochen ist der neue Hoflader im Einsatz und hat in dieser Zeit schon rund 40 Betriebsstunden gemacht.
Es ist ein üblicher Schäffer-Dieselhoflader, aber in der Niedrigvariante: Schäffer 2024 SLT.
Der unterscheidet sich von "normalen" 2024 dadurch, dass der Motor nach hinten verschoben ist und man nicht über sondern vor dem Motor sitzt. Man hat so auch keine Trittstufe sondern steigt gleich auf die Plattform, das ist kein klassisches "Aufsteigen" auf den Hoflader sondern eher ein "Einsteigen" wie beim Kälberauto. Und damit passt er trotz Fahrerschutzdach mit einer Gesamthöhe von 1,89 m überall in die Ställe rein. Die Außenbreite beträgt 95 cm, mit der Schaufel die er von seinem Vorgänger geerbt hat sind es 1,4 m. 
Besonders gewöhnungsbedürftig ist die Bedienung des hydaulischen Fahrantriebs. Ich bin schon geschätzt 15 Hoflader veschiedenster Größe, Fabrikat, Alter gefahren und alle hatten ein Gaspedal und ein Bremspedal oder Inchpedal. Der kleine Schäffer hat rechts Gaspedal, Bremspedal und links ein Fahrpedal. Das ist eine Wippe mit der man die Fahrtrichtung vorgibt, die Geschwindigkeit geht dann über das Gaspedal. Es gibt auch keinen Joystick mit dem Richtungsschalter sondern einen einfachen Kreuzhebel:

Benjamin