Samstag, 5. Oktober 2019

Neumühle 4/2019

In meinem Herbsturlaub bin ich nicht nur auf dem Traubenvollernter mitgefahren, zum Melken auf meinem Stammbetrieb Hofgut Neumühle war ich auch. Da kann ich nicht nach Rheinland-Pfalz fahren und das einfach ausfallen lassen.

Eine Neuerung gibt es im Melkstand: Alle Melkplätze auf der Fischgrätenseite sind wieder auf die ursprünglichen PosiCare-Arme umgerüstet worden (siehe Post vom 25.06.2019).

Die Leistung der Herde lag bei den letzten wöchentlichen Milchleistungsprüfung um die 35 kg bei "normalen" Inhaltsstoffen (4% Fett und 3,4% Eiweiß).

Mai ist jetzt in der 3. Laktation bein knapp 170 Melktagen, ihre bisherige Lebensleitung beträgt rund 37.000 kg und für die aktuelle Laktation hat sie eine Hochrechnung für die 305-Tage-Leistung von 1.004 Fett-Eiweiß-Kilo, was 13.570 kg energiekorrigierter Milch entspricht. Das ist um die 900 kg weniger als in der 2. Laktation, zeigt aber deutlich wie gut unsere Holsteins ihr genetisches Leistungsvermögen bei guter Haltung, Fütterung und Management ausschöpfen können. Momentan liegt sie bei so 40 kg Tagesleistung.

Im Herde plus sind mittlerweile unter den Zuchtwerten für die Einzeltiere auch die Gesundheitszuchtwerte (vgl. Post vom 23.03.2019) drin. Dabei ist mir der Unterschied zwischen RZS (Zellzahlzuchtwert) und RZEuterfit (Eutergesundheitszuchtwert) aufgefallen. Die Korrelation zwischen beiden beträgt 0,61; die Zellzahl ist ja nicht identisch mit der Eutergesundheit, war über Jahrzehnt halt ein mit der Milchkontrolle leicht zu erfassendes Hilfsmerkmal. 
Mai liegt beim RZS bei 108 und beim RZEuterift bei unterdurchschnittlichen 98, ihre Tochter Matilda ist zwar noch ein Kalb, ist über KuhVision aber schon genotypisiert worden und hat einen RZS von 105 und eine RZEuterfit von 104. 
Dann kommt nocht der Unterschied zwischen Genotyp und Phänotyp dazu, wo Braunies Familie eigentlich schon immer wenig Probleme mit der Eutergesundheit hatte.




















In der Forschung laufen momentan die Vorbereitungen zum nächsten Versuch. Gegenstand wird die Phosphorreduzierte Fütterung in der Transitphase sein. Phosphor hat eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, teilweise analog zum Calcium, wo eine Reduzierung vor der Kalbung vielleicht sinnvoll wäre. Was aber nie so richtig untersucht wurde. Eine Studie ist an der Universität Utrecht zur phosphorreduzierten Fütterung vor und nach der Kalbung gemacht worden. Wahrscheinlich auch wegen der Phosphorquote, was in den Niederlanden ein vergleichbares Überregulierungsmonster ist wie hier in Deutschland die Düngeverordnung. Vor der Kalbung brachte es positive Einflüsse, nach der Kalbung negative. Auf dieser Basis aufbauend wird auf Neumühle nun weitergearbeitet.
Problem dabei ist auch die Beschaffung von phosphorarmem Kraftfutter. Mit der gentechnikfreien Fütterung ist Rapsextraktionsschrot zum vorherrschenden Eiweißträger geworden, der nicht nur viel Schwefel ins Futter bringt, was für die DCAB wichtig ist (vgl. Post vom 22.04.2019) sondern auch viel Phosphor. So sind wir auch vor zwei Jahren schon in Boberow auf ein Mineralfutter umgestiegen, das weniger Phsophor enthält, weil genügend vom Rapsextraktionsschrot kommt.

Benjamin

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