Dienstag, 25. Juni 2019

Neumühle 2/2019 - Teil 1

Auch wenn ich am vorletzten Wochenende nur kurz in der alten Heimat war Sonntagsfrüh zum Melken auf meinen Stammbetrieb Hofgut Neumühle musste aber trotzdem sein.

Momentan wird der 2. Schnitt von 2018 gefüttert und die Leistung liegt bei 36 kg mit 4,1 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Seit einiger Zeit (könnten zwei Jahre sein) machen sie wöchentlich Milchkontrolle, dass nicht ständig zwischen wöchentlich bei den Versuchen und monatlich dazwischen gewechselt werden muss.

Die Färsengruppe wurde aufgelöst, weil für den aktuellen Versuch vom Versuchsdesign her die Gruppen der nicht am Versuch beteiligten Kühe nur ohne Färsengruppe passend aufgeteilt werden konnten. Der Färsengruppe trauern sie schon nach, die Färsen wären dadurch so ruhig gewesen. Das ist das genaue Gegenteil von dem was ich schon von einigen Betrieben gehört habe, die extra keine Färsengruppe habe, dass in gemischten Gruppen die alten Kühe Ruhe reinbringen.
Jetzt habe ich wieder dauernd Färsen geschrieben. Es sind natürlich Kühe in der ersten Laktation gemeint und mit den alten Kühe Mehrkalbskühe... Präzise und fachlich korrekte Ausdrucksweise bitte!

Im Melkstand wurde an zwei Plätzen andere Melkarme eingebaut. Auf der Fischgrätenseite (Challenger 45) sind die Plätze mit den PosiCare-Armen ausgestattet, die 2009 das Modernste und Aufwändigste von Westfalia waren. Nach fast zehn Jahren - der Melkstand ging im August 2009 in Betrieb - sind die Richter vom Landesmelkwettbewerb damit unzufrieden und es wurden nun probehalber zwei andere Arme zum Ausprobieren für die Melker eingebaut.
Einmal der klassische Melkarm, ob der einen Typennamen hat weiß ich gar nicht, mit dem ich auch damals im alten Neumühler Melkstand Melken gelernt habe (vgl. Post vom 28.04.2018).
Und dann der Arm PosiMax, das aktuell modernste Modell von GEA und einfacher gehalten als der PosiCare ohne automatische Enlastung.

Mit dem PosiCare konnte ich mich nie richtig anfreunden, das Melkzeug ist falschrum angebaut für das Backflush, dass die Becher dann zum Spülen nach unten zeigen. Man muss es also erst einmal umdrehen und mit den ganzen Gelenken im Arm hat man es auch nicht so flexibel in der Hand wie beim klassischen Arm. Das dürfte aber eine reine Routinesache sein; schließlich habe ich damit in den10 Jahren vielleicht so 1000 Kühe angesetzt. Die  Vorteile der automatischen Höhenführung und die gute Ausrichtung des Melkzeugs hatte ich aber schon früh erkannt.

Vom PosiMax ist die Mannschaft nicht so begeistert; der lässt sich zwar auch recht gut einstellen, aber das wären ergonomisch ungünstige Handgriffe und oft auch direkt im Gefahrenbereich unter der Kuh.

Da habe ich gleich ein Foto davon gemacht: Drei verschiedene Melkarme in einem Melkstand. Links der klassische Melkarm, in der Mitte der PosiMax und rechts der PosiCare:





















Bei meiner Runde durch den Stall habe ich auch Kanada getroffen. Mit 15 Jahren die älteste Kuh auf Neumühle, die erste 100.000er der Herde (siehe Post vom 10.04.2019) und sowohl die letzte Kuh, die zu meiner Praktikantenzeit 2008 als auch die letzte, die bei meiner Bachelorarbeit 2010/11 dabei war. Und vor allem ich habe sie nur an ihrer Halsbandnummer erkannt, so gut sieht sie nämlich für ihr Alter aus, sie fällt zwischen den ganzen anderen Kühen die nicht mal halb so alt sind gar nicht auf:





















Fortsetzung folgt!

Benjamin

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