Montag, 7. Oktober 2019

Rendas Erben

Noch ein Foto von der Neumühle.

Die fleißigen Kuhblogleser werden sofort beim Titel dran gedacht haben, dass Renda das perfekte Beispiel für die falschrum liegende Kuh ist (siehe Post vom 20.08.2014). Ihr Geist ist aber weit über die Grenzen von Brandenburg hinaus verbreitet bis ins südliche Rheinland-Pfalz:




















Wie die drei sich falschrum hingelegt haben, weiß ich nicht; ob sie sich umdrehten und dann ablegten oder gleich rückwärts einparkten. Renda drehte sich um und daher auch nur in der etwas breiteren Box.

In der Gruppe sind Färsen zwischen 6 und 10 Monaten Alter und die erste Gruppe wenn sie aus dem Kälberstall in den Jungviehbereich des Kuhstalls umziehen.
Wie mir der Leiter der Lehrwerkstätte Milchviehhaltung mal gesagt hat wäre es extrem schwer die Färsen, die zuvor nur Stroh im Tiefstreustall kannten an die Liegeboxen zu gewöhnen. Ich bin zwar nur mal alle paar Monate dort, aber es gibt definitiv mehr Falschparker als Ganglieger.

Mit Jungvieh in Liegeboxen habe ich wenig Erfahrung und auch kein Patentrezept für das Gewöhnen an Liegeboxen. Für Kühe, die als Jungvieh immer auf Stroh waren und dann nach der Kalbung in Liegeboxen liegen sollen würde ich drei Dinge benennen:
1) Der gewaltige Umstellungsstress (Melken, ältere Kühe usw.) bringt sie zum Nachahmen der richtigen Boxenbenutzung.
2) Den Komfortunterschied zwischen Laufgang und Liegebox groß halten; beides mit Gummimatte funktioniert nicht gut.
3) Die Spalten/Ganglieger stören, z.B. durch Mistschieber oder zu hoher "Verkehrsdichte" in einem alten, engen Stall.

Das ist natürlich alles nicht Vernünftiges zum Weiterempfehlen.
Daher Liebe Kuhblogleser (mit Kühen): Was habt ihr so an Verfahrensweisen und Strategien entwickelt und umgesetzt um das in den Griff zu kriegen?
Mal als "Kuhblog - interaktiv" ein Brainstorming oder Marktübersicht oder wie man es nennen mag.

Benjamin

1 Kommentar:

  1. Ställe mit Schieberentmistung haben weit weniger Probleme. Wenn dann wird auf den Übergängen gelegen, wenn diese stark frequentiert sind (Tränke, Bürste) auch dort kaum.
    Liegeboxengewöhnung geht nach meinen Erfahrungen am besten im Alter vom ca. einem halben Jahr (180 kg sollten sie dann mindestens haben). Wenn vorher bereits eine Zweiraumbucht (so ab 4 Monaten) vorhanden war umso besser.
    Im Stall sind Tiefboxen von Vorteil, auch wenn im Jungviehbereich sie kaum die Vorteile haben wie bei den Kühen (Gelenksbelastungen sind durch das niedrige Gewicht deutlich geringer). Einfach dass es sehr bequem zu liegen ist, und der Unterschied Boden zu Liegebox umso größer. Die Boxen müssen immer sehr gut gefüllt und sauber sein. Hier muss in ein paar Wochen die Zeit für das ganze Kuhleben investiert werden. Wer es hier nicht lernt, lernt es meistens nie mehr. Ansonsten eine sehr geringe Belegdichte, luxuriöse 60-70 %, dass niemand auf die Idee kommt, dass kein Platz vorhanden ist.
    Bei Spaltenböden auf jeden Fall immer gut abschieben und Ansammlungen in Ecken vermeiden, diese bequemen Dreckecken sind ansonsten sehr beliebt.

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