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Dienstag, 26. Oktober 2021

Besamerstammtisch 2021 - Teil 2

Nach der Vorstellung der Nachzuchten gab es den Vortragsteil, bei dem es immer um Themen zur Besamung geht.

Zuerst Hr. Dalle von der RBB zum Aktuellen aus dem Bullenangebot.
Freemax, vor zwei Jahren beim Besamerstammtisch der Star-Bulle, damals Nr. 3 weltweit wurde stark als Bullenvater eingesetzt und so sind mittlerweile seine Söhne schon im Besamungseinsatz. In der Top-50-liste nach Gesamtzuchtwert (RZG) sind sieben von ihnen vertreten, in der Top-100-Liste zehn.
Trends bei den Bullen sind weiterhin Hornlosigkeit, das sind in Brandenburg inzwischen 37 % der verkauften Spermas, in gesamt Deutschland 25 %. Dann wie die letzten Jahre auch schon zu kleineren Bullen hin, nicht nur solche die nicht mehr so extrem Größe vererben sonder zunehmend auch solche die unter dem Durchschnitt der Population liegen. Denn noch größere Kühe passen nicht in die Ställe und bei der aktuellen politischen Situation ist fraglich wie schnell es neue Ställe gibt... Und dann noch stärker gewinkelte Hinterbeine. Das Problem sehe ich seit gut zehn Jahren schon, dass die Hinterbein zunehmend steiler wurden was zu starken Belastungen der Klauenspitzen führt.
 
Zweiter Vortrag war von Dr. Beyer vom IFN in Schönow, der über den Versuch referierte den eine Doktorandin des IFN in Nordrhein-Westfalen durchgeführt hatte. Ob bei verzögertem Eisprung (Ovultaion) Firschsperma höhere Besamungserfolge bringt. Verzögerte Ovulation liegt vor wenn der Eisprung mehr als 24 h nach der äußerlich sichtbaren Brunst stattfindet. Das hat wieder mit dem Hormonabbau zu tun. Pro Liter Milch müssen 500 Liter Blut durchs Euter fließen, die alle auch durch die Leber fließen, die alles mögliche verstoffwechselt, inklusive der Sexualhormone. Wenn die Leber aus 25.000 Liter Blut am Tag einen Großteil der Hormone abbaut bleiben nicht mehr so viele für einen normal ablaufenden Zyklus übrig. 
In dem Versuch wurde das Sperma vom gleichen Absamen als aufgeteilt, Hälfte als Gefriersperma, Hälfte als Frischsperma. Die Versuchskühe für die beiden Varianten wurden zufällig ausgewählt anhand der Ohrmarkennummer. Also ein Versuchsdesign um unerwünschte Einflüsse auszuschließen.
24 h nach der Besamung wurde per Ultraschall geschaut ob der Eisprung schon stattgefunden hatte, wenn nicht war es eine verzögerte Ovulation. Und es wurde noch die Rückenfettdicke gemessen, um einen Einfluss der Körperkondition nachweisen zu können.
Als Ergebnisse kamen heraus, dass eine natürliche Brunst bessere Trächtigkeitsraten erzielt als hormonell induzierte ("anspritzen"), unabhängig ob von der verzögerten Ovulation, mit 10 - 13 mm Rückenfettdicke (= BCS 2,25 - 2,5) gab es die höchste Trächtigkeitsrate.
Und die eigentliche Fragestellung: Frischsperma bringt bei verzögerter Ovulation bessere Besamungserfolge. Die wahrscheinlichste Ursache: Die Spermien sind länger lebensfähig und noch aktiv wenn sich die Eizelle verspätet, das Gefriersperma ist da im Nachteil, weil sie beim Einfrieren mit Flüssigstickstoff bei -196°C "einen auf den Deckel bekommen haben".
 
Der  dritte Vortrag war von Dr. Bochardt von der FU Berlin über Neuigkeiten bei Brunsterkennungssystemen. 
Die modernen Systeme, die auf dem Markt verfügbar sind, würden über 90 % der Brunsten erkennen. Die FU arbeitet mit einigen Betrieben in Brandenburg zusammen um Daten für die Forschung zu sammeln.
So kam heraus, dass im Zeitraum zwischen 7 und 24 h nach dem Brunstalarm der Besamungserfolg am höchsten ist. Daher ist es nicht schlimm wenn nur einmal am Tag besamt wird, wie es bei den Tierzuchttechnikern von Zuchtverband üblich ist. Und das bestätigt die alte Morgens-Abends-Regel, die besagt wenn eine Kuh morgens brünstig gesehen wird soll sie abends besamt werden bzw. abends dann am nächsten Morgen.
Sowie noch Erkenntnisse zur Brunstintensität. Da gibt es große Unterschiede, manche sind die Stillbrünstigen ganz heimlich und andere sieht an dem Tag im Stall einfach jeder. Die Brunstintesität in den ersten 50 Tagen in Milch, ob kein, ein oder zweimal, zyklisch im 3-Wochen-Rhythmus und wie stark ist ein gutes Früherkennungssystem wie es nach dem Ablauf der freiwilligen Wartezeit dann mit der Fruchtbarkeit weitergehen wird.

Benjamin


Samstag, 23. Oktober 2021

Besamerstammtisch 2021 - Teil 1

Am Donnerstag war ich auf dem diesjährigen Besamerstammtisch der RBB in Groß Kreutz. Das war für mich die erste überregionale Veranstaltung seit mehr als anderthalb Jahren gewesen. Im September hatte die Testherdentagung stattgefunden während ich in meinem Weinleseurlaub gewesen war. Die ist normalerweise als im Mai oder Juni...
 
Der Teil auf der Besamungsstation in Schmergow mit der Vorführung aktueller Besamungsbullen musste wegen dem herrschenden Sturm aus Sicherheitsgründen ausfallen. Wobei sich die Bullen bei dem starken Wind bestimmt auch nicht aus dem Stall getraut hätten.

Die Coronaauflagen halt. Mit persönlicher Voranmeldung, Hinterlegung der Kontaktdaten und man bekam am Eingang ein Partybändchen:



























Es ging dann gleich in Groß Kreutz los. Die Vorstellung der Nachzuchten fand nicht im Ring in der Vermarktungshalle statt sondern im Stall nebenan, wo die Zuschauer dann auf dem Futtertisch standen.
Die Bullen haben zwar schon Töchter in Milch aber bis auf Saleno noch keinen Töchterzuchtwert, dafür muss eine bestimmte Anzahl drei Milchleistungsprüfungen absolviert haben, dass man dann einen ersten Zuchtwert berechnen kann. Bei der nächsten Zuchtwertschätzung im Dezember (dreimal jährlich: April, August, Dezember) bekommen dann die beiden anderen auch ihren Töchterzuchtwert.

Die zugehörigen Bullen kannte ich alle. Die sind bei uns auch durch die Besamung gegangen. Das allererste verfügbare Sperma geht in die Spitzenzucht des Zuchtprogramms, dann kommen der Testeinsatz in den Testherden dran. Dafür wurden die in den Zeiten vor der genomischen Zuchtwertschätzung etabliert, 2006 in Mecklenburg-Vorpommern und 2009 in Brandenburg: Schnell Töchter der Bullen zu bekommen um dann die Töchterinformationen für die Zuchtwertschätzung zu haben. Sowie eine umfangreicher Datenerfassung (-> RBBplus) Durch die Kooperation in der PhönixGroup hatten wir dieses Jahr auch zwei Spitzenbullen der RBW aus Baden-Württemberg bekommen, die jetzt die Kapazitäten Testherden mitzunutzen.
In Verbindung mit der Genotypisierung der Kühe waren die Testherden auch Ausgangspunkt für den "Mortellaro"-Zuchtwert DDcontrol und die Gesundheitszuchtwerte.

Töchter von Garido.
Von ihm wurden sehr viele Spermaportionen verkauft und er hat entsprechend viele Töchter, von denen jetzt immer mehr erstmals abkalben. In Brandenburg ist er von den neueren Bullen mit Töchtern aktuell der Beste mit einer Einsatzleistung von 32 kg. Das heißt, dass die Töchter in ihrer ersten Milchleistungsprüung, die irgendwo zwischen dem 5. und 40. Tag nach der Kalbung liegt im Durchschnitt 32 kg Milch gaben.
Wir haben 3 Garido-Töchter, sie sind so rund 3 Monate in Milch, Einsatzleistung war 28 kg, bei dreien kann das halt eine ziemlich nach unten ziehen.
 

 



















Töchter von Makari PP:
Man sah auf die Entfernung schon deutlich, dass er wenig Größe vererbt. Die mittelrahmige Kuh wie sie gewünscht ist. Die Einsatzleistung liegt in Brandenburg bei 31 kg.
Makari ist homozygot hornlos, also sind alle seine Töchter hornlos (siehe auch Post vom 13.09.2020).  
Die beiden rechten Kühe sind von der Agrargenossenschaft Karstädt; das erkannte ich sofort an den linken Ohren, in der Ohrmarke die Einkerbungen für die Markierung genetisch hornloser Tiere (siehe Post vom 11.06.2019) und die Transponderohrmarke für die Tiererkennung auf dem Melkkarussell (siehe Post vom 23.02.2014).
Wir haben 12 Makari-Töchter, wobei demnächst noch paar nachkommen werden. Die bisherigen sind so 4 - 6 Monate in Milch und hatten eine Einsatzleistung von 31 kg.






















Töchter von Saleno. 
Von Saleno haben wir 9 Töchter, 3 sind altmelkend, 3 stehen trocken und 3 haben bereits zum zweiten Mal gekalbt. Ihre Einsatzeistung lag bei 29 kg.
 
Da habe ich kein vernünftiges Foto hinbekommen, die Gruppe war sehr unruhig. Mit meinen Erfahrungen von der Kreistierschau finde ich das gar nicht schlimm und bin da eher von dem Trend der freilaufenden Auktionen angetan, bei denen die Kühe nicht mehr geführt sondern getrieben werden:
 

 


 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Fortsetzung folgt!

Benjamin

Montag, 26. April 2021

Inzucht - Teil 2

Fortsetzung zur Online-Veranstaltung der RBB zum Thema Inzucht. 
 
Der 3. Vortrag war von Hrn. Dalle von der RBB zur Situation in Brandenburg. Der Inzuchtgrad der Population liegt mit 8 % etwas höher als der deutsche Durchschnitt. Die Bandbreite des Inzuchtgrades der Besamungsbullen der letzten 6 Jahrgänge wurde gezeigt, der schwankte individuell zwischen 4 und 17 %. Bei den westlichen Spitzentieren über RZG 140 im gleichen Rahmen. Wobei die Ausreißer mit 17% aus Hslbgeschwisteranpaarungen stammen, also nur einen Großvater haben.
In Brandenburg liegt der Anteil der hornlosen Bullen mittlerweile bei über 35 %, was bei der Inzuchtvermeidung von großer Bedeutung ist, da die enger verwandt sind als die gehörnte Genetik.
Es wurden auch Screenshots aus dem gBAP gezeigt, das ist die spezielle Version des Bullenanpaarunsprogramms (BAP) des vit, mit dem für die weiblichen Spitzentiere die besten passenden Bullen ausgesucht werden. Der Inzuchtgrad wird berechnet und der nächste gemeinsame Vorfahre angezeigt sowie die theoretischen Zuchtwerte des Kalbes berechnet.
 
4. Vortrag war ein Video von Hrn. Gräfe von der Fläming-Farm Grubo als Praxisbericht zur Arbeit mit den züchterischen Werkzeugen. Der Betrieb ist im Testherdenprogramm RBBplus, macht die Genotypisierung mit KuhVision und war schon vorher bei KuhL für die Kuhlernstichprobe dabei. Es wird Embryotransfer gemacht und einige Färsen standen schon auf der ET-Station in Nückel.
Rund ein Drittel der eingesetzten Bullen sind hornlos, auch Rotbunte wobei der positive Einfluss auf die Inzucht ein willkommener Nebeneffekt ist. 
Die Färsen werden überwiegend mit gesextem Sperma besamt, um durch weibliche Kälber weniger Schwergeburten zu haben, weil bei der mittleren Betriebsgröße der Abkalbestall nicht durchgängig besetzt ist. Aus dem gleichen Grund ist der Kalbeverlauf (RZKd) wichtig. 95 % der Kalbungen erfolgen alleine ohne Hilfe. Für die hohe Anzahl der daraus resultierenden Nachtzucht sind genügend Aufzuchtkapazitäten vorhanden und werden dann als Zuchtvieh verkauft. Weitere Kriterien in der Zucht sind Fundamenr und Euter sowie in Brandenburg häufig die Größe, um nicht aus den Maßen des alten Stalls rauszuwachsen.
Dann noch über die Verwendung von Netrind Genom. Seit Beginn von KuhVision haben sie sich mit konsequenter Zuchtstrategie in die obere 10 % der teilnehmenden Betriebe vorgearbeitet.
Die Gesundheitszuchtwert (RZGes) hätten sich im Alltag mit den Kühen gut bestätigt.
 
Der 5. Vortrag war von Fr. Thiele vom RBB, über "Mit Typisierung und BAP die Herde im Blick".
Ein großer Vorteil der Typisierung ist die Klärung der Abstammung. Bei der Vermeidung von Inzucht ist es logischerweise wichtig zu wissen wer genau die Vorfahren sind. Wie oft hatte ich schon die Fehlermeldungen, bei denen die gemeldete Abstammung nicht zur genetisch bestimmten passte weil die Kälber in der Abkalbebox vertauscht worden waren. Vor KuhVision ist das nicht bemerkt worden.
Dann über BAP, paar Hintergrundinformationen. Normal kriegt man nicht allzu viel davon mit, weil der Zuchtinspektor vorbei kommt, sich die zur Besamung anstehende Kühe anschaut und dann gibt es den neuen Anpaarungsplan der ins HERDE eingespielt wird.
BAP ist internetbasiert und greift auf die ganzen Daten zu die das vit von den Kühen und allen Besamungsbullen (Interbull) hat. Es können betriebliche Zuchtziele festgelegt werden und auch ein individueller Inzuchtgrad.
 
Fazit der Veranstaltung: Inzucht ist beherrschbar wenn man sie im Blick behält. Also genau wie bei vielen anderen Einflussfaktoren in der Milchviehhaltung. 

Benjamin

Freitag, 23. April 2021

Inzucht - Teil 1

Gestern nahm ich an der Online-Veranstaltung der RBB teil: "Inzucht (K)eine Einbahnstraße? Vielfalt gezielt nutzen."
Inzucht ist ein Stück weit so eine diffuse Angst, dass irgendwann alle Rinder degenerieren. Bei einigen ist die Inzuchtvermeidung mit das Wichtigste in der ganzen Zucht; da werden manche Bullen aufgrund ihrer Abstammung kategorisch abgelehnt. Im Studium hat man Inzuchtgrade berechnet und auch die Zahl, dass bei den Holsteins die effektive Populationsgröße 80 beträgt. Also die 30 Mio. (?) weltweit verhalten sich durch die Zucht wie 80 die sich ganz zufällig ohne jegliche statistische Häufungen fortpflanzen.

1. Vortrag war von Dr. Rensing vom vit. "Wo steht die deutsche Holsteinzucht?" Erst einmal die ganzen Hintergrundzahlen zum Thema.
Durch die Zucht steigt prinzipiell der Inzuchtgrad an, weil die Anpaarung gezielt innerhalb der Population sind. Der Anstieg kann nur verlangsam werden, verringern geht nur die Einkreuzung anderer Rassen.
In Deutschland liegt der Inzuchtgrad der Population bei knapp 8 % mit einem jährlichen Anstieg von 0,15 %. Das ICAR (International Committee for Animal Recording) empfiehlt nicht mehr als 1 % pro Generation, bei so 4 Jahren Generationsintervall bei den Kühen wären das 0,25 % pro Jahr, bei denen man in den USA und Kanada liegt.
 
Zu den Befürchtungen über Inzucht:
- Inzuchtdepressionen, eher auf die Gesundheit und Fruchtbarkeit als auf die Leistungen bezogen. Da ist nicht so viel bekannt. Die Uni Wageningen hat dazu eine Studie gemacht aus den ganzen Satistiken der Milchkontrolle und dabei wurde berechnet dass die negativen Effekte der Inzuchtdepression nur 1 % der positiven des Zuchtfortschritts betragen. 
- Rezessive Erbfehler treten auf. Mit der genomischen Zuchtwertschätzung können die Erbgänge aufgeklärt und die jeweiligen Genotypen aus der Zucht ausgeschlossen werden. Ein recht bekanntes Beispiel dafür ist das Cholesterin-Defizit, das vor paar Jahren auftrat und recht schnell weggezüchtet wurde.
- Verlust an Blutlinienvielfalt. Eigentlich ist ja die Zucht genau die Absicht die schlechtere Seite der Vielfalt auszuschließen. Es besteht aber die Gefahr, dass unbeabsichtigt die Varianz in züchterisch nicht bearbeiteten Merkmalen zu verringern. Mit dem Gefriersperma hat man aber eine Genreserve, mit der man zu jedem genetischen Zeitpunkt der letzten 60+ Jahre zurückkehren kann.
 
Die Inzucht wird in alte und junge Inzucht unterschieden. Die alte Inzucht ist mehr als 3 bis 4 Generationen her und hat sich in der Rasse etabliert und ist für der Charakteristik verantwortlich. So gehen die ganzen Holsteins wahrscheinlich auf nur 15 der Rinder zurück, die mal aus Holland/Friesland im 17. und 18. Jahrhundert nach Nordamerika kamen. Als Beispiel der alten Inzucht auch Hanoverhill Starbuck, von dem vor 6 Jahren über 90 % der Boberower Kühe abstammten (siehe auch Post vom 27.02.2015).
Die junge Inzucht ist innerhalb der letzten 3 bis 4 Generationen und sollte vermieden werden.
 
2. Vortrag war von Hrn. Meininkmann von der RUW und Hrn. Schnoor von der RSH über die Beachtung der Inzucht im Phönix-Zuchtprogramm. Dort sind beide als Sireanalysten ihrer Zuchtorganisationen bei der Bullenauswahl zuständig. In der Phönix-Group sind sie dafür zu neunt, also noch weit entfernt von den angestrebten Synergieeffekten, die wurden wahrscheinlich noch gar nicht bei den zurückliegenden Fusionen RinderAllianz und Qnetics genutzt...
 
Es wurden einige Beispiele von stärkerer Inzucht genannt. U.a. beim bedeutenden Goldwin (Großvater von Gisela) und unter den aktuellen Besamungsbullen finden sich einige aus Halbgeschwisterpaarungen. Besonders bei hornlosen Bullen wo so zwei P-Allele zusammengeführt wuden um ein PP zu erhalten. 
Für das Phönix-Zuchtprogramm werden rund 1.000 Embryonen im Jahr importiert, dabei sind auch alternative Genetiken.
Wobei die Outcross-Bullen, also Bullen mit unübichen Abstammungen, zwar gefordert werden dann aber nicht so großen Absatz finden, weil in den Zuchtwerten meist schlechter.
Die genomische Zuchtwertschätzung hat zu einem geringeren Generationenintervall geführt und einem schnelleren Wechsel auf dem Bullenmarkt, sodass stark eingesetzte Bullen schneller nach hinten in den Vorfahrenreihen wandern. Als Beispiel fällt mir da Bookem ein, von dem mittlerweile die Urenkel schon "durch" sind.

Es gab noch eine Diskussion über die Größe, dass die aktuell eingestuften Jungkühe bei einer durchschnittlichen Kreuzbeinhöhe von 151 cm liegen und damit in paar Jahren Altkühe von 1,6 m keine Seltenheit sein werden. Als positives Beispiel wurde Martinius herausgehoben, der über eine Standardabweichung nach unten (87) abweicht. Aber da große Kühe auch schwerer sind und damit einen höheren Erhaltungsbedarf haben werden sie dadurch in der Futtereffizienz das Nachsehen haben, wenn irgendwann mal dieser Zuchtwert kommt.
 
Fortsetzung folgt!

Benjamin


Freitag, 8. Januar 2021

RBB-Überraschungspaket

Jetzt gibt es noch den dritten Post zum RBB-Onlineseminar vom 17. Dezember.
Zoom bietet eine Umfrage-Funktion mit Multiple Choice, daraus wurde ein Quiz gemacht mit je einer Frage zu jedem der Vorträge. Wenn man halbwegs zugehört hatte waren die einfach zu beantworten. Unter allen die drei richtige Antworten hatten wurde ein RBB-Überraschung verlost. 
Am nächsten Morgen bekam ich aus Groß Kreutz eine E-Mail, ich wäre ausgelost worden als Gewinner des Überraschungspakets!

Wieder ein Foto auf meinem Schreibtisch mit dem ausgebreiteten Inhalt des Überraschungspakets:


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 
Was drin ist:
- große Plüschkuh
- Kaffeetasse mit Laudan drauf, auf der Rückseite Guarini (?)
- Milchglas "Kuhmpels" mit Kuhflecken 
- Schlüsselanhänger rote Plastikkuh
- kleine Plüschkuh; bleibt neben den gesammelten Hörnern auf meinen Schreibtisch
- Schlüsselanhänger "Superbulle"; so einen habe ich auch an meinem Rucksack
- ein einziger Kugelschreiber, wo das bei uns Herdenmanagern Betriebsmittel ist...
- Klebezettel cowstikkies
- Kalender für 2021; gerade passend!
- Notizblock
 
Spoiler: Die große Plüschkuh kommt nach Gensingen ;)
 
Benjamin

Dienstag, 22. Dezember 2020

Online-Seminar - Teil 2

Der dritte Vortrag beim Online-Seminar am letzten Donnerstag war von Dr. Fasching von der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt (HBLFA) Raumberg-Gumpenstein über Sensortechnik. Ihn hatte ich schon mal beim Praxisseminar vor drei Jahren gehört (siehe auch Post vom 30.03.2018).

Es ging um den Einsatz von Allflex SenseHub und Smaxtec bei Milchkühen. SenseHub ist die Weiterentwicklung von Heatime, nachdem Allflex vor zwei Jahren SCR übernommen hat. Smaxtec mit ihren Pansenboli wurde hauptsächlich in Raumberg-Gumpenstein entwickelt und später mit einer ausgegründeten Firma vermarktet. 

Ich kenne es seit 2011 aus dem Studienfach Precision Livestock Farming - also das was man heute eingedeutscht als Landwirtschaft 4.0 bezeichnet. Es war da gerade am Übergang von der Forschungsebene zum praktischen Einsatz. Dass man den Pansen-pH-Wert in Echtzeit und kabellos in der Kuh messen kann. Damals war der begrenzende Faktor die Batterielaufzeit von 3 Monaten. Heute wären es 4 Jahre. Dafür habe ich mal nachrecherchiert. Der eigentliche Bolus (Smaxtec Classic) hat gar keine pH-Messung mehr sondern "nur" Aktivitäts-, Wiederkau- und Temperaturmessung. Daher sind dann auch 4 Jahre Batterielaufzeit möglich und danach könnte man noch einen zweiten Bolus ersatzweise eingeben. Mit dann zusammen 8 Jahren kriegt man so 98 % der Kühe abgedeckt.
Bei den Bauern kam natürlich die Frage der Wiederverwendbarkeit auf. Ein Halsband kann man schnell einer anderen Kuh ummachen oder eine abgeschnittene Transponderohrmarke mit einem neuen Dorn versehen. Die Boli sind aber nicht mehr zu verwenden; im Schlachthof wird der Panseninhalt durchgesiebt, um Magnete, Fremdkörper usw. zu entfernen bevor der in die Biogasanlage wandert und die Smaxtec-Boli gehen in den Elektroschrott.
 
Nach den Ergebnissen zeigt die Wiederkaumessung Gesundheitsprobleme deutlich früher an als die Temperaturmessung. Die Funktion der Abkalbemeldung beruht darauf, dass der Verlauf der Körpertemperatur vor einer Kalbung langsam ansteigt und 36 Stunden vor der Geburt rapide und deutlich (so 1 Grad) abfällt.

Als Praxisbeispiel gab es die Erfahrungen aus Neißetal, wo das Smaxtec im Einsatz ist. Dazu Screenshots mit den einzelnen Verläufen und die Krankengeschichte der Kühe wurde erläutert.
Eine Beispielkuh hatte eine Euterenzündung und drei Fieberalarme und dazwischen Normaltemperatur, damit wäre sie über normales Fiebermessen als Momentaufnahme wahrscheinlich nicht aufgefallen und erst später auf dem Melkkarussell. 
Da stellt sich die Frage dann, ob mit solcher Technik das klassische Fiebermessen (siehe auch Post vom 03.09.2016) noch Sinn macht.
Weitere Erfahrungen:
Die Brunsterkennung funktioniert sehr gut.
Die Geburtserkennung funktioniert auch, mit teilweise sehr genauen Meldungen.
Die Temperaturangabe muss man einschätzen lernen.
Insgesamt bietet es einen besseren Überblick über die Herde, aber es muss im alltäglichen Betrieb eingesetzt werden.
 
Für Smaxtec ist der Ausblick in Zukunft erstmal im "Modelljahr" 2021, wo es die Überwachung der Wiederkautätigkeit auf Gruppenebene gibt, wo vom Einzeltier auf dei Gruppe gegangen wird z.B. für Auswirkungen von Rationsveränderungen erkennen zu können.
Außerdem wird sich damit beschäftigt Daten aus der Pansenmotorik nutzbar zu machen. Dabei gibt es den A-Zylus, an dem der Netzmagen mit beteiligt ist und den B-Zyklus bei dem nur der Pansen tätig ist. Beim Abhören mit dem Stethoskop kann man die beiden nicht unterscheiden - da hört man in beiden Fällen das Rumpeln. Der Bolus im Pansen könnte sie aber unterscheiden. Wenn sich das anteilige Verhältnis der beiden Zyklen verschiebt kann es z.B. ein Signal für Verdauungsstörungen sein.
 
Fortsetzung folgt!

Benjamin

Samstag, 19. Dezember 2020

Online-Seminar - Teil 1

Was ich dieses Jahr besonders vermisse sind die Tagungsveranstaltungen die abgesagt wurden. Wo ich doch gerne "draußen rumziehe" und mir dabei neue Anregungen und Wissen hole um auf der Höhe der Zeit zu bleiben und auch viele Bekannte zu treffen.
Nach einem dreiviertel Jahr merkt man nun wie nach und nach auf Onlineangebote umgeschwenkt wird. 
So auch die RBB, die am Donnerstag ein Online-Seminar zum Thema "Milchrind-Fütterung im Blick" machte. Ursprünglich war die Veranstaltung bei der Bauern-AG Neißetal (siehe auch Post vom 20.05.2017) geplant gewesen, wo ich wahrscheinlich nicht hingefahren wäre bei drei Stunden Fahrzeit einmal quer durch Brandenburg.

Online-Veranstaltungen haben dann doch einige Vorteile: Nicht den ganzen Tag unterwegs sondern einfach eine halbe Stunde früher Feierabend machen, wobei es doch anstrengender ist am späten Nachmittag konzentriert zuzuhören.
Und daheim kann man auch schnell mal (öfters) in die Küche gehen um Verpflegung zu holen.

Der 1. Vortrag war von Hrn. Langehage von der Firma Ahrhoff mit dem Thema "Trockensteherfütterung - richtige Vorberereitung für einen reibungslosen Start in die Laktation".
Ahrhoff liefert auch das Mineralfutter für die Besamungsbullen der RBB.

Zuerst die Fütterung von sauren Salzen in der Transitration. Da waren für mich auch noch mal paar neue Aspekte dabei. Im Studium wurde das eher nur erwähnt und sich auf die klassische Variante mit der calciumreduzierten Fütterung konzentriert wie wir sie auch machen. Dabei kriegen die Kühe vor der Kalbung wenig Calcium um die Regelkreisläufe für die Aufnahme aus dem Darm und die Auslagerung aus den Knochen zu aktivieren wenn nach der Kalbung mit der einsetzenden Milchleistung der Calciumbedarf stark steigt.
Bei hohen Milchleistungen stößt das aber an seine Grenzen weil vor allem von den Futtermitteln her der Mindestcalciumgehalt und der Einfluss der anderen Mineralstoffe vorgegeben ist. Die Variante mit sauren Salzen ist da effizienter. Über den DCAB mit dem Verhältnis von Kationen zu Anionen wird das Blut angesäuert. Es werden größere Mengen der sauren Salze gefüttert die viele Anionen in Form von Chlorid enthalten, dadurch wird das Blut dann sauer und der Körper lagert Calcium (Kationen) aus den Knochen aus um das auszugleichen. Dass die Kühe keine Osteoporose bekommen wird ein normaler oder sogar erhöhter Calciumgehalt gefüttert. 
Dadurch wird nicht nur die Prophylaxe von akutem Milchfieber möglich sondern auch von subklinischem, einem leichteren Calciummangel, den man der Kuh direkt nicht anmerkt aber Einfluss auf andere Körperprozesse hat und die Kuh nicht optimal "rundläuft". Wie z.B. Calciumbefarf der Pansenmuskulatur für die optimale Verdauung.
 
Dann zum Einsatz von pansengeschützten Aminosäuren und pansengeschütztem Fett in der Frühlaktation, wenn die Futteraufnahme dem Bedarf nicht nachkommt und es in der Fütterung immer ein Gegensatz von geügend Eiweiß zu genügend Energie ist. Dann den benötigten Spitzenbedarf am Pansen vorbei, der erstmal alles klein macht, in den Darm zu liefern.

Als Praxisbeispiel davon eine Auswertung aus der Lübbinchener Milch & Mast, einem der größten und leistungsstärksten Betrieben in Brandenburg. Dort war ich auch schon mal gewesen, ist schon lange her - im April 2009 - damals noch in ihrem alten Stall und war der erste Betrieb überhaupt mit (knapp) mehr als 1.000 Kühen den ich gesehen habe.
Das Fütterungscontrolling ist für das Leistungsniveau sehr ausgefeilt, täglich wird bei allen Fütterungsgruppen die Trockenmasseaufnahme bestimmt und die Trockensubstanz im Vergleich zur Rationsberechnung. Bei den Trockenstehern und Transitkühen wird das Futter stündlich mit einem Futterschieberoboter angeschoben.
In der Herdenauswertung des RBB haben die Kühe ab der 3. Laktation in der 2. Milchleistungsprüfung im Durchschnitt über 50 kg Tagesleistung, was zeigt, dass sie sehr gut in die Laktation starten was erst die hohen Leistungen über die ganze Laktation möglich macht.

Der 2. Vortrag war von Dr. Peters vom IFN Schönow, die auch im Herdenmanagerlehrgang Dozentin für Fütterungscontrolling war (siehe auch Post vom 13.02.2018). Thema war "Fütterung & Fruchtbarkeit - Wie hängt das Zusammen."

Die Fruchtbarkeit leidet unter der negativen Energiebilanz nach der Kalbung. Dabei gibt es die metabolische Priorität des Euters und die Fruchtbarkeit wird hintenan gestellt. Biologisch absolut sinnvoll, das aktuelle Kalb ist wichtiger als das nächste. 
Als Ziel wurden angegeben, dass die Kuh innerhalb von 130 Tagen nach der Kalbung wieder tragend ist und zeitnah wieder in den Zyklus kommen. Bei mäßiger negativer Energiebilanz wäre die erste Brunst nach im Schnitt 32 Tagen. Da ist bei mir die Wahrnehmung vielleicht verzerrt, aber gefühlt rammeln unsere Kühe in der Frischabkalbergruppe ständig, sehr viele zwischen 25 und 35 Tagen nach der Kalbung. Müsste man mal den Anteil von allen bestimmen.

Sehr interessant dabei war im Detail der Energiebedarf bzw. Folgen von Energiemangel auf die einzelnen Organe. Wo es wieder mal das Erstaunen war, dass trotzdem noch die Fruchtbarkeit halbwegs funktioniert.
Sowie auf die elementaren Stoffwechselprozesse heruntergebrochen die Energiesituation in den einzelnen Laktationsstadien. Sehr anschaulich und ich habe mal ein Thema für den Kuhblog im nächsten Jahr, da werde ich mich mal einlesen.

Die erneute Trächtigkeit innerhalb von 130 Tagen bezieht sich auf eine amerikanische Studie, bei der rauskam, dass dann die nächste Laktation am besten verläuft. Weil weniger Kühe hintenraus verfetten was immer Probleme macht. Dazu meine Quellenkritik, weil ich mich ja schon intensiver mit verlängerter Laktation beschäftigt habe um die ganze Fruchtbarkeit in die Zeit einer stabilen Stoffwechsellage zu verschieben. Da vermute ich, dass unter den amerikanischen Verhältnissen hohe Energiekonzentrationen über die ganze Laktation gefüttert wurden mit entsprechendem Verfettungsrisiko für Kühe die später tragend wurden sowie genetisch bedingt schlechter Persistenz der Milchleistung. Das Problem haben wir bei uns ja auch durch den starken amerikanischen Einfluss in der Zucht mit deren Ausrichtung auf die Spitzenleistung.

Fortsetzung folgt!

Benjamin

Freitag, 18. September 2020

PhöniX

Für mich habe ich gestern die Corona-Pandemie für beendet erklärt. Denn das Medikament, das ein halbes Jahr nicht lieferbar war, weil einer der Grundstoffe aus China nicht mehr kam, gibt es nun wieder. Das war die einzige Einschränkung in meinem Alltag gewesen.

Die positiven Folgen von Corona merkt man an den digitalen Möglichkeiten, die nun verstärkt genutzt werden.

So auch gestern Abend die gestreamte Pressekonferenz zur Gründung der PhöniXGroup. Im Vorfeld war schon groß angekündigt worden, alles recht nebulös über die Zukunft der Rinderzucht. Ich hatte gemutmaßt, dass ein gemeinsames Holstein-Zuchtprogramm für ganz Deutschland verkündet wird.

PhöniX ist der Zusammenschluss für das Zuchtprogramm und die Vermarktung der Zuchtverbände RinderAllianz (Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt), Rinderproduktion Berlin-Brandenburg (Brandenburg), Qnetics (Hessen, Thüringen), Rinder-Union West (Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen) und Rinderunion Baden-Württemberg. Es wurde extra gesagt, dass sie in Zukunft auch offen für weiter Kooperationspartner seien.

Die Bullen gehören weiterhin den einzelnen Verbänden, werden aber ausschließlich unter dem Namen PhöniX im ganzen Gebiet angeboten. Neben Holsteins auch Fleckvieh, Braunvieh und Fleischrassen. Insgesamt dürften es rund 50 % aller Herdbuchkühe in Deutschland sein. Erwähnt wurde extra, dass es auch in Richtung Mastanpaarungen gehen soll; dabei auch die Kapazitäten des Testherdenporgramms ProFitPlus von RBB und RinderAllianz zu nutzen. In der aktuellen Blickpunkt Rind war zu dem Thema auch ein Artikel über den Geburtsverlauf von Masthybriden, wobei Holstein x Uckermärker am besten Abschnitt. Das ist also ganz am Puls der Zeit.

Des Weiteren die Zusammenarbeit mit dem IFN in Schönow und es soll eine eigene Biotechnologie-Station für Embryotransfer und Ovu-Pick-Up aufgebaut werden, die in Nückel gehört ja der Masterrind (siehe Posts vom 06.06.2019 und 11.06.2019). Und das neue Sexing-Labor der RBW in Bad Waldsee, dazu wurde nichts gesagt aber das dürfte ein gewichtiger Grund bei den Verhandlungen gewesen sein.

Der Geschäftsbetrieb startet dann zum 1. Januar.

Auf die Zukunft des Zuchtprogramms und was für neue Ideen in der Zucht jetzt umgesetzt werden bin ich gespannt.

Internetseite der PhönixGroup (noch recht überschaubar): www.phoenix-genetics.de

Benjamin

Dienstag, 3. März 2020

Nach Ranzig - Teil 2

Gemolken wird in Ranzig in einem 36er Innenmelkerkarussell von WestfaliaSurge; Typ AutoRotor Magnum 40 mit dem klassischen Melkarm und Metatron S21-Terminals. 
Melkstandfütterung gibt es schon seit vielen Jahrzehnten und sind aber nicht mehr Stand der Technik; die AG Ranzig hat stattdessen eine Melkstandtränke gebaut. Kühe saufen nach recht viel nach dem Melken, deshalb ist auch im Rücktriebsbereich eine Tränke und zusätzlich eine vor dem Ausgangsbereich des Karussells: Ein halbes KG-Rohr und die Kühe fahren nacheinander vorbei und haben so gut ein dreiviertel Minute Zeit zum Saufen:




















Gemolken wird in zwei Schichten dreimal am Tag. Jede Schicht melkt die Herde anderthalb mal und dann noch die frischabgekalbten Kühe, wo auch die Färsen schon einige Tage vor dem Kalben mitlaufen. Dadurch ergibt sich eine Zwischenmelkzeit von 1x 12 und 2x 6 h am Tag. Für drei voll ausgelastete Schichten mit 3x 8 h Zwischenemelkzeit sind es einfach zu wenige Kühe. Das gleiche System wird auch in Karstädt angewandt, dort habe ich es zum ersten Mal gesehen.
Pro Schicht ist ein Melker im Karussell und ein Treiber, der auch nach den Abkalbungen kuckt.

Eine Besonderheit ist der Pasteur; den Hersteller habe ich wieder vergessen... Arbeitet als Kurzeiterhitzung im Durchlaufprinzip, danach wird die Milch abgekühlt, Säure zuigemischt und in die Vorratsbehälter im Kälberstall gepumpt. Die 400 l pro Melkzeit sind so in kurzer Zeit verarbeitet wogegen das Milchtaxi mit Pasteurisierfunktion nur 260 l fasst und mit der Dauererhitzung über eine Stunde braucht.

Die Kälber werden die ganze Tränkephase über weibliche und männliche zusammen gehalten (quasi Koeduktion) und danach in Mast und Aufzucht aufgeteilt. Die ersten zwei Wochen sind sie in Einzeliglus, die in einem alten Fahrsilo stehen das mal überdacht wurde. So ist es trocken und dazu ein Gefälle in die Mitte, das ursprünglich mal für den Sickersaft war. Dort kriegen die Kälber Vollmilch zu saufen, danach in Gruppen am Tränkeautomat für 20 Tage Vollmilch, dann sieben Tage lange verschneidend Wechsel auf Milchpulver bis sie mit 9 Wochen abgesetzt werden:




















Vielen Dank nochmal an Christian für die tolle Führung! So habe ich es nach fasst acht Jahren endlich mal zu Dir geschafft.

Benjamin