Freitag, 31. März 2017

Nachruf auf 1005

Heute Nacht haben wir Kuh 1005 verloren. Mit elfeinhalb Jahren die zweitälteste unserer Herde. Vermutlich ist sie an einer tödlichen Euterentzündung gestorben, verursacht durch Schimmel im mangelhaft bewirtschaftetem Maissilo.
Geboren wurde sie am 08.10.2005 und kalbte mit einem sehr hohen Erstkalbealter von 29,6 Monaten erstmals am 27.03.2008 und war damit länger in der Milchproduktion gewesen als ich (fing am 28.04.2008 auf Hofgut Neumühle im Kuhstall an).
In acht Laktationen hat sie in 108,1 Monaten Nutzungsdauer gut 78.712 kg Milch gegeben, was 18,8 kg Lebenstagsleistung und 23,9 kg Futtertagsleistung macht. Für dieses Alter relativ wenig, dabei muss man ihr zugute halten, dass sie die schwierigen Zeiten in Boberow komplett mitgemacht hat und die Milch auch ordentliche Inhaltstoffe von 4,55 % Fett und 3,54 % Eiweiß hatte. Würde man es auf die standardisierten Inhaltsstoffe von 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß umrechnen, wären es gut 86.100 LL, 20,5 LTL und 26,2 FTL.
Von ihrer Langlebigkeit wird der Herde für die Zukunft leider nichts erhalten bleiben, denn bei allen acht Kalbungen hatte sie Bullenkälber. 
Ein Foto habe ich von ihr auch nicht, mit ihrem fortgeschrittenen Alter war sie doch etwas krumm und damit nicht besonders fotogen.

Benjamin

Donnerstag, 30. März 2017

Gedrosselte Pumpe

Jetzt läuft es mit der Gärreste-Separation in Boberow wieder rund. Von der Pumpe (siehe Post vom 12.09.2016) war im Januar der Stator kaputt und mit dem neuen dann war die Förderleistung enorm. Viel zu viel, einerseits lief mehr als die Hälfte über den Überlauf ins Becken zurück und mit dem Rest war der Separator überfordert und schaffte nicht mehr die nötige Abpressrate. Das Separat war noch so feucht, dass bei einem herabfallenden Brocken der ganze Haufen federte. 
Nun wurde in die Stromversorgung eine Frequenzsteuerung eingebaut, mit der die Netzfrequenz von 50 Hz herabsgesetzt werden kann, auf gut 25 Hz, dass der Motor genügend Kraft hat die Pumpe anlaufen zu lassen und dann auf gut 10 - 15 Hz für die eigentliche Separation. Der entsprechend langsam laufende Motor ist nicht nur sehr viel leiser, dass man auch mal die Tür vom Pumpenhäuschen offen stehen lassen kann, sondern passt auch leistungsmäßig zum Separator.

Im ausgeschalteten Zustand, optisch passt die Steuerung nicht ganz zum zweckmäßigen-schmutzigen der restlichen Ausstattung:

Benjamin


Dienstag, 28. März 2017

Tierwohl-Workshop

Heute fand in unserem Schulungsraum der Pinnower Milchviehanlage ein Tierwohl-Workshop von Arla statt. So richtig Lust dazu hatte ich vorher nicht, denn während andere Molkereien an der 40 ct-Marke kratzen, senkt Arla für April den Milchpreis auf 32 ct ab. Und ansonsten sind die ja beim Greenwashing immer eifrig vorne dabei...
Aber es waren die Lieferantenkollegen, die jeden Tag auch in der Scheiße stehen und entsprechend eine gute und produktive Atmosphäre. Referent war Dr. Steinbeck von Boehringer Ingelheim, der von der bekannten Cow-Signals-Training-Company zertifiziert ist. Das entsprechende Thema war Kuhsignale, quasi Suchbilder ankucken und diskutieren, was einem positiv wie negativ auffällt. Ursachen und Auswirkungen eigentlich alles bekannt, aber es galt die Dinge zusammenzuführen und den Blick zu schärfen.
Mittags der praktische Teil war dann in unserem vermeintlich besten Stall, wo trotz dem guten Wetter mit ordentlich Luft und Licht das Negative überwog: Zu enge Boxen, zu wenige Übergänge, zu viele rumstehende Kühe. Das war doch von meinem Alltag her wirklich Betriebsblindheit mit beiden Augen zugekniffen, wo ich bei jedem anderen Stall dazu gesagt hätte: "Kühe raus, Radlader quer durch!"

Benjamin

Sonntag, 26. März 2017

Autobahnbrücke - Teil 2

...und wieder nix! Da ich mir endlich den Baufortschritt ankucken wollte und Euch noch Fotos versprochen hatte wollte ich heute früh hinlaufen bevor ich Mittags in Boberow die Milchleistungsprüfung für Morgen vorzubereiten hatte und danach Spätschicht melken. Nach der Zeitumstellung wurde es ja eine Stunde später hell und siehe da: Im Eldetal der dickste Nebel, nachdem es die letzten Tage als frühs immer schön klar war. Ein schöner Frühlingstag wurde es heute trotzdem, aber da war ich dann schon unterwegs. In zwei Wochen habe ich wieder ein freies Wochenende und hoffentlich ist da mal kein Nebel.

Benjamin

Donnerstag, 23. März 2017

Das Gras wächst!

Heute kommt das erste Foto mit grasenden Kühen für dieses Jahr. Der Frühling ist jetzt da, nachdem es am Wochenende noch mal recht kalt und vor allem sehr verregnet war. Dafür am Dienstag und Mittwoch bei strahlendem Sonnenschein und klarem Himmel richtiges Gute-Laune-Wetter mit zweistelligen Temperaturen.
Die Laubbäume treiben schon die Knospen und da auch das Gras wächst fressen die Kühe davon und laufen nicht nur umher. 


Wieder ein Blick über die Pinnower Trockensteherweide, dahinter Wiesen und Weide, auf denen als Mutterkühe und Färsen laufen und hinter dem Meynbach der Wald schon in Mecklenburg.

Das sind trockenstehende Kühe zwischen einer Woche nach dem Trockenstellen und vier Wochen vor der Abkalbung. Vier Wochen vor dem errechneten Kalbetermin kommen sie in die Abkalbebucht zur Anfütterung (Transen). Und die erste Woche nach dem Trockenstellen sind sie auch noch komplett im Stall, weil das immer eine größere Sortiererei ist, um den etwas knappen Platz bestmöglichst auszunutzen:

Benjamin


Freitag, 17. März 2017

Girlitz

Vor dreieinhalb Jahren hatte ich mal in den Anfangszeiten vom Kuhblog drüber geschrieben, was es hier alles an Vögeln gibt. (siehe Post vom 04.08.2013).
Jetzt ist mir wieder was vermeintlich Besonderes untergekommen, mit dem ich nichts anfangen konnte: Ein Girlitz. Leider nur als "Roadkill".
Die Art kannte ich gar nicht und musste mich erst Mal dazu schlau machen.

Ist in einem desolaten Zustand; ich muss ihm quasi "hinten drauf" gefahren sein. Zumindest steckte er bis zum Kopf zwischen den Kühlerlamellen meines Kuhautos:

Benjamin 

Donnerstag, 16. März 2017

Langsam Frühling

So langsam wird es hier oben Frühling, zwar soll es am Wochenende nochmal Nachtfrost geben, aber dann dürfte es das endlich sein mit dem Winter.

Gestern schien den ganzen Tag die Sonne und die Temperaturen gingen ins zweistellige.

Fotos aus der frühlingshaften Prignitz:

Unterwegs im Sarglebener Wald, was die letzten Monate als dunkle Kiefernwälder waren, da schien endlich mal wieder die Sonne durch:



















Die Bullenkoppel; die haben auch die Sonne genossen. Ganz links ist ein Limousin, die anderen müssten fast alles Blonde sein:

Benjamin


Freitag, 10. März 2017

LKV-Jahresbericht 2016

Diese Woche kam endlich der Jahresbericht des LKV für das Kontrolljahr 2015/16.

Wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation sank die Zahl der Mitgliedsbetriebe um fast 15 %, die Zahl der Kühe in der Milchleistungsprüfung um 8 %.
Dagegen stiegen die Leistungen in allen Bereichen deutlich stärker als in den letzten Jahren.

Erwähnenswertes aus unserer Sicht:
- Wie schon im Post vom 02.12.2016 geschrieben aus der Bestensliste:
Die Landgenossenschaft Pröttlin auf dem 83. Platz mit 747 Fett-Eiweiß-Kilo bei 9.796 kg Milch mit 4,05 % Fett und 3,57 % Eiweiß. Die Agrar GmbH Boberow Und auf dem 95. Platz mit 737-Fett-Eiweiß-Kilo bei 9.871 kg Milch mit 3,99 % Fett und 3,47 % Eiweiß.
- Aus der Liste der bestens Betriebe nach 305-Tage-Leistung:
Die Agrar GmbH Boberow auf dem 83. Platz mit 721-Fett-Eiweiß-Kilo bei 9.799 kg Milch mit 3,90 % Fett und 3,46 % Eiweiß.
Die Landgenossenschaft Pröttlin auf dem 90. Platz mit 717 Fett-Eiweiß-Kilo bei 9.524 kg Milch mit 3,98 % Fett und 3,55 % Eiweiß.
- Bei den Betrieben mit den meisten 100.000-kg-Kühen belegt die Landgenossenschaft Pröttlin den 13. Platz mit 10 Kühen. Davon gibt es momentan nur noch eine. Zwar ist es noch nicht offiziell bestätigt, aber in der Februar-MLP vorletzte Woche ist die 11. hinzugekommen. 


Benjamin

Donnerstag, 9. März 2017

Halsband-Evolution

Heute mal ein Foto der Halsband-Evolution in Pinnow, was über die letzten Jahre optimiert wurde:

von links:
Typ 2008: Die üblichen Halsbänder von DeLaval mit Aktivitätsmesser, die wir 2008 bekommen hatten.
Typ 2015b: Mit dem neuen Karussell konnten die Halsbandtransponder wegen den möglichen Störungen der Ohrmarkentransponder nicht mehr benutzt werden. Daher gab es die Gewichte unten dran. Und die Umstellung auf vierstellige Kuhnummern. (siehe Post vom 26.10.2015) Da die Halsbänder mit den Ösen sich eigentlich nur nach zwei bis drei Monaten beim Umsetzen von Jungkühen von Garlin nach Boberow noch öffnen lassen und nach drei bis vier Jahren im Dreck meist nur noch Aufschneiden übrig bleibt wollte ich die durch welche mit Dornschnallen ersetzen. Bloß waren in das "Gesamtpaket" Melkkarussell 500 dieser Halsbänder reingemogelt worden, die zuerst aufgebraucht werden mussten.
Dazwischen lag der Typ 2015a (nicht abgebildet; siehe Post vom 28.07.2015), der von Juni bis Oktober 2015 verwendet wurde und noch die dreistelligen Kuhnummern hatte. Davon waren es nur um die 100 Halsbänder.
Typ 2016: Dann die Halsbänder mit Dornschnalle, nachdem die alten aufgebraucht waren.
Typ 2017: Das neuste Modell. Weil die schwarzen Gewichte von DeLaval total unpraktisch sind: Mit der Zeit werden die Bänder steifer und schmutzig, sodass man sie nie wieder abgezogen bekommt. Wenn also auf der "falschen" Seite eine Ziffer verloren geht kann man das ganze Halsband wegwerfen. Daher nun die Beschwerung mit einem D-Ring statt des ehemaligen Halsbandtransponders, zwar etwas leichter, dürfte aber in Verbindung mit der Masse des Aktivitätsmessers seine Funktion erfüllen.

Benjamin


Mittwoch, 8. März 2017

Milchrindtag 2017

Gestern war ich auf dem Milchrindtag der Landesforschunganstalt, LKV und RinderAllianz in Güstrow.
Hatte ich alles ganz gemütlich noch als Urlaubstag organisiert, sodass ich nicht morgens vor halb acht mit meinem ganzen Programm in Pinnow und Boberow durch sein musste.

Was es zu hören gab:
- Hr. Wenz über Low Stress Stockmanship. Ich hatte ihn schon mal vor 3,5 Jahren bei einem Vortrag vor unserem Besamungsverein gehört. Also nicht so viel Neues, aber das System funktioniert, so hole ich immer nach dieser Art die Trockensteher zum Sortieren von der Koppel.
- Dr. Müller von der Uni Rostock über Potentiale zur Weidehaltung. Ein sehr interessanter Vortrag, von dem man viel mitgenommen hat. Da es in MV keine Grünland-Gunststandorte gibt wird Weidehaltung wohl nur mit höheren Vergütungen der Molkereien wirtschaftlich sein.
- Hr. Tober von der Landesforschungsanstalt darüber wann Kühe gerne rausgehen. Die Ergebnisse waren ziemlich deckungsgleich mit den landläufigen Erfahrungen: Kein Regen, keine Hitze. Und meist nachts.
- Die jährliche Auszeichnungen des LKVs für die Herden mit der besten Lebenstagsleistung und Zellzahl sowie die drei Kühe mit den höchsten Lebenstagsleistungen. Nr. 1 in MV ist Zara von Familie Griepentrog mit momentan knapp 175.000 kg, also auf dem Niveau der Giganten (siehe Post vom 27.01.2017) und in Deutschland ganz vorne mit dabei.
- Hr. Güldenpfenning von der RinderAllianz über genomische Selektion im Rahmen des KuhVision-Projekts und dazu Zahlen vom Projekt Kuh-L in den Testherden, dass die genomischen Zuchtwerte im Phänotyp sich eindrucksvoll wiederspiegeln. Beim Milchzuchtwert waren es ganze 5 kg Leistungsunterschied am Tag! Ebenso große Unterschiede in der Fruchtbarkeit, im Kalbeverlauf und Exterieur. 
- Hr. Hildebrand von der H.J.Kiefer GmbH über Nutzung von Warenterminbörsen. Ihn kannte ich noch aus Studienzeiten und traf ihn dann nach zig Jahren am anderen Ende Deutschlands wieder. Nach seiner Einschätzung wird in wenigen Jahren die Absicherung von Milchpreisen über Warenterminbörsen zum Standard gehören.
- Dr. Naumann vom Agrarbetrieb Groß Grenz über ihre Erfahrungen mit Facebook in der Öffentlichkeitsarbeit. Der Vortrag ohne viel Theorie, absolut praxisbezogen und auf höchstem Niveau. Sehr interessant und aufschlussreich.

Ein wirklich schöner letzter Urlaubstag: Unterwegs, gesehen was auf den Feldern im Land momentan los ist (Düngen), Bekannte und Geschäftspartner getroffen und viele interessante Sachen gehört.

Benjamin

Sonntag, 5. März 2017

Neumühle 2/2017

Gestern früh war ich wieder zum Melken auf meinem Stammbetrieb Hofgut Neumühle.

Die schlechte Nachricht: Leonie, die Mutter meiner Braunie, musste am Montag wegen der Folgen der Klauenprobleme (siehe Post vom 31.01.2017) eingeschläfert werden, am Dienstag wäre sie 13 Jahre alt geworden. Sie war auf 10 Kälber und gut 74.500 kg Lebensleistung gekommen. Nun ist Kanada (siehe Post vom 05.07.2016) die älteste Kuh der Herde und die letzte, die damals 2010/11 im Luzerneversuch dabei war, über den ich meine Bachelorarbeit geschrieben habe.

Als Herdenmanagementprogramm haben sie jetzt Herde plus, wo ich es erstmals im Praxiseinsatz gesehen habe. Sie müssen sich noch umgewöhnen, weil sie jahrzehntelang mit Dairyplan C21 gearbeitet haben. Da haben wir mal schnell zwischendurch bisschen dran rumgespielt und bei den ganzen neuen Funktionen freue ich mich drauf wenn wir es im April auch endlich bekommen.

Die aktuell einzige Kuh aus Braunies Familie, ihre Enkelin Mai (2). Im linken Ohr hat sie Marke von der KuhVision-Stanze (vgl. Post vom 04.10.2016). Da die Kühe im Gegensatz zu unseren keine Ohrmarken-Transponder haben sondern Fuß-Responder ist im linken Ohr Platz für die Stanze:




















Und noch ein schönes Foto vom Frühstück:

Benjamin



Samstag, 4. März 2017

Wasser-Tankstelle - Teil 3

Wie früher im Chemieunterricht: Wenn es nicht klappt nimmt man das Doppelte. So hat es die Werkstatt auch mit der Boberower Wassertankstelle gemacht; es wurde ein zweiter Wassertank mit einer Tauchpumpe daneben gestellt und dann alles direkt an der Futterhalle. So muss zur Befüllung des Mischwagens nur gut 10 Meter vor und danach wieder zurück gefahren werden. Mit den beiden Tauchpumpen beträgt die Leistung nun aktzeptable 100 l/min und mit den zwei Vorratsfässer passt es auch.

Die erste Fütterungszeit mit der neuen Wassertankstelle hatte ich vertretungsweise 
gefüttert und konnte in der Verfahrensweise rumexperimentieren, was aber nicht nötig war weil diesmal alles so klappte wie ich es mir vorgestellt hatte.
Wenn das ganze Wasser zum Kraftfutter gekommen ist und es die besagte Konsistenz wie Grießbrei hat, war mein Gedanke wie ich hinten auf der Leiter stand und reinschaute: "Wie kriege ich den Brei jemals wieder da raus?" Aber überhaupt kein Problem, mit der Silage zusammen ist das dann alles so homogen verklebt miteinander, dass es in "einem Guss" ausdosiert werden kann.
Neben der angestrebten gleichmäßigen Mischung ist mir auch sofort ausgefallen, dass durch die Bindung des Kraftfutters an die Silage wirklich nichts durch die Spalten der
geschlossenen Austragsluke rausgerieselt ist.


Blick in den Mischwagen während der Zugabe von Wasser. Die zwei Wasserstrahlen sind von den beiden Tauchpumpen. Und obwohl es nur punktuell zugegeben wird reichen die 5 Minuten für 500 l aus, dass alles gleichmäßig vermischt wird:

Benjamin

Montag, 27. Februar 2017

Wasser-Tankstelle - Teil 2

Auch für die Boberower Milchviehanlage hat die Werkstatt eine Wasser-Tankstelle gebaut, die am Donnerstagnachmittag getestet wurde und seit Freitag im Betrieb, leider nicht so wie geplant; denn von der Ausführung her ordentlich, aber die Konzeption ist mangelhaft. Die Versuche waren eine ziemlich große Blamage:
1. Im Tank hängt eine Tauchpumpe. Die soll 5.000 l/h fördern, es sind aber nur 3.000 l/h, wahrscheinlich weil der angeschlossene Schlauch zu klein ist. Für die zeitsparende Befüllung bräuchte es aber 14.000 l/h.
2. Der Tank fasst geschätzte 800 l, mit der Befüllung über ein Schwimmerventil aus der normalen Wasserleitung reicht es aber nicht aus die pro Fütterungszeit nötige Wassermenge in den gut zwei Stunden zusammenzukriegen.
3. Die Tankstelle steht an der Biogasanlage und es muss als extra hingefahren werden. Durch die Erschütterungen auf der Holperstrecke dorthin kommt die Waage vom Futtermischwagen komplett durcheinander und es kann nur noch nach Gefühl beladen werden.
Daher wurde es so umgestellt, dass nicht die geplante Wassermenge zugegeben wird sondern bloß zum Schluss auf die fertige Mischung so viel wie da ist bzw. dass es nicht Ewigkeiten dauert.
Aber laut "Buschfunk" ist die Werkstatt an einer praktikablen Lösung dran.

Benjamin


Sonntag, 26. Februar 2017

Triticale Webcam - Teil 5

- zur Übersicht der Triticale-Webcam -> hier - 

Nach fast zwei Monaten Schnee, Frost und viel trübem Wetter nun mal ein Foto bei einem halben Tag schönstem Sonnenschein, wie die Triticale aus dem Winter kommt.

24.02., 14:05


Benjamin


Donnerstag, 23. Februar 2017

Wasser-Tankstelle

Hatten wir es auf der Veranstaltung am letzten Mittwoch noch über den Wasserzusatz zur TMR, so gibt es seit Freitag eine Wasser-Tankstelle für den Futtermischwagen auf der MVA Pinnow. War ganz unabhängig davon, weil ich meinen Bericht zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertig geschrieben hatte.
Mit der anhaltend zu trockenen Maissilage ist die Futteraufnahme zu stark gesunken, kein Wunder, die Kühe mögen schließlich auch kein "trockenes Brot". Daher die Wasserzugabe in die Ration, wobei es nicht Ewigkeiten dauern darf, da mehrere hundert Liter mit dem kleinen Wasserschlauch reinlaufen zu lassen.
Dafür hat die Werkstatt wirklich fix eine Wassertankstelle gebaut. Vorteil war, dass die Futterhalle direkt an den Abkalbestall grenzt und damit die Tränkeleitung angezapft werden konnte. Davon wird über ein Schwimmerventil der alte Fasswagen als Vorratsbehälter befüllt, an den zur eigentlichen Befüllung des Mischwagens eine große Starkstrom-Kreiselpumpe (Rheinhessisch: Briehbump) angeschlossen ist:

Benjamin 

Mittwoch, 22. Februar 2017

Aktuelles zur Fütterung

Letzte Woche war ich auf dem diesjährigen Rinder-Fachtag der Firma Schaumann in der Region.
Es ging hauptsächlich um aktuelle Themen aus der Fütterung.
- Die Maissilage aus dem letzten Jahr. Die ist nicht nur bei uns sondern eigentlich im ganzen Nordosten bei der Hitze im September zu schnell abgereift und nun hat man mit den zu hohen Trockensubstanzen zu kämpfen, die die Futteraufnahme und Verdaulichkeit beeinträchtigen.
- Shredlage hätte im letzten Jahr so gut wie versagt, weil die großen Häcksellängen in Verbindung mit den gegebenen hohen Trockensubstanzen sich sehr schlecht im Silo verdichten ließen.
- Zur trendigen Kompakt-TMR. Dass die Einweicherei vom Kraftfutter über Nacht und das Zermusen der gesamten Ration nur Spielereien sind um anders zu sein. Auf meine Frage dazu antwortete der Referent (der unsere Größenordnung kennt): "Da würde bei Euch der Hof voll Mischwagen stehen." In der Milchproduktion füttern wir momenten 18 verschiedene Rationen mit 29 Mischungen am Tag; könnte man mit 12 Mischwagen hinkommen... Also völlig unpraktikabel. Entscheidender sei die Zugabe von Wasser zum Kraftfutter, dass es an der Silage kleben bleibt und beim Mischen und Vorlegen nicht durchrieselt und von den Kühen selektiert werden kann.
- Das neue biologische Siliermittel Bonsilage Fit, das von der Bakterienzusammensetzung so aufgebaut ist, dass die Bakterien mehr Propylenglykol aus dem Zucker bilden und so in der Silage statt der üblichen 1,5 - 2,0 bis hin zu 6 - 7 % enthalten sind. Also Propylenglykol für die Energieversorgung in der Hochlaktation, das schon im Gras enthalten ist.

Benjamin

Montag, 20. Februar 2017

Blutbad

Ein abschreckendes Foto, was alles passieren kann wenn Kühe Hörner haben. Da ist nicht nur das Verletzungsrisiko für andere Kühe und Menschen viel höher sondern für die Kuh selbst auch.
Nr. 157 in Pinnow war ein Einhorn, wahrscheinlich nicht richtig enthornt worden. Mein Kollege auf der Treiberposition hatte sie im Vorwartehof entdeckt, wo sie schon mehrere andere Kühe mit Unmengen Blut zugesaut hatte. 
Das Horn war angebrochen bis in den lebenden Hornzapfen hinein. Um die Blutung zu stillen musste das Horn abgesägt und der übrige Stumpf verödet werden:

Benjamin 


Sonntag, 19. Februar 2017

Ehrenspange

Mal ein privates Foto ohne Kuhbezug: Am Freitag wurde ich auf der jährlichen Mitgliederversammlung der Feuerwehr Gabow vom Innenministerium für 10jährige treue Pflichterfüllung mit der Brandschutz-Ehrenspange des Landes Mecklenburg-Vorpommern geehrt. Im April sind es schon 11 Jahre, komme ich mir irgendwie alt vor, wenn das schon so lange her sein soll.

Benjamin


Dienstag, 14. Februar 2017

Umprogrammierung

Heute war mein Kuhauto zum Umprogrammieren der Motorsteuerungssoftware in der Werkstatt. Das wurde auch vom VW-Abgasskandal eingeholt. Was aus der deutschen Ingenieurskunst mittlerweile geworden ist, die die Russen ins Weltall gebracht hat und die Amis auf den Mond und heute wird die Software manipuliert um Abgaswerte einhalten zu können...
Habe das lange vor mir hergeschoben, denn ich rechne mit einem Mehrverbrauch dadurch von vielleicht 0,3 l/100 km, was jährlich knappe 100 € ausmachen würde. Aber das ist so vom Kraftfahrbundesamt angeordnet, steht auf deren Internetseite gleich ganz vorne mit zugehörigem Paragraphen. Und da die Staatsmacht Ewigkeiten braucht um einen Stall zu genehmigen sind sie dafür umso schneller einen wegen Steuerhinterziehung dranzukriegen. Also kein Risiko eingehen und nun ist es nicht nur von außen sondern auch von innen sauber.
Zudem war es eine schöne Fahrt nach Ludwigslust beim ersten Mal richtig viel Sonne in diesem Jahr.

Benjamin

Montag, 13. Februar 2017

Precision dairy farming-Tour - Teil 3

Vierter Vortrag in Karow war von Prof. Keyserlingk von der University of British Columbia über die dortigen Erkenntnisse aus Verhaltsversuchen von Milchkühen rund um die Kalbung. Auch dort mit der individuellen Futteraufnahme an Wiegetrögen und dem Zusammenhang zu verschiedensten Krankheiten sowie viele Wahlversuche. U.a. wählen Kühe bei einer Abkalbung eine geschützte Ecke in der Abkalbebox tagsüber bevorzugt, nachts aber ist es ihnen egal. Sand als Untergrund unter dem Stroh wird auch bevorzugt gegenüber Gummi, der wahrscheinlich mit dem Fruchtwasser zu rutschig wird. Am eindeutigsten war der Unterschied zwischen nassen und trockenen Liegeboxen, an die 1 : 10 ist noch kein anderer Wahlversuch herangekommen. Was die Wichtigkeit der Liegeboxengestaltung und -pflege verdeutlicht.

Der letzte Vortrag war von Prof. Krömker von der Hochschule Hannover, der führende Mastitis-Forscher in Deutschland zum Thema selektives Trockenstellen mit Reduktion von Antibiotikaeinsatz sowie die Risikofaktoren während der Trockenstehzeit auf die Eutergesundheit. Das war der Vortrag mit dem höchsten Praxisnutzen, wo ich auch einige unserer bisherigen Verfahrensweisen hinterfragt habe.

Zusammengefasst eine gelungene Veranstaltung, von der wir auch einiges mit nach Hause genommen haben.

Benjamin

Sonntag, 12. Februar 2017

Precision dairy farming-Tour - Teil 2

Den zweiten Vortrag am Dienstag in Karow hielt Dr. Koch, Versuchsleiter an der LVAV Hofgut Neumühle, wirklich ein alter Bekannter von mir. Er sprach über Versuchsergebnisse bezüglich der Transitphase mit der Bestimmung der individuellen Futteraufnahme an den Wiegetrögen und der Wiederkaumessung. Am beeindruckensten war da das Zitat einer Studie, die nachwies, dass eine Kuh in der ersten Laktation eine um ganze 5 kg niedrigere Tagesleistung hat, wenn ihre Mutter 3 Jahre zuvor vor der Kalbung an Hitzestress litt. 
Daneben Forschungen zum Transition Cow Index, ein Schätzmodell aus den USA, das die gesamte Transitphase rund um die Kalbung anhand der Milchleistung zur ersten MLP der Laktation beurteilt. Das hatte ich schonmal gehört, vor allem, dass die Universität Wisconsin-Madinson da horrende Linzengebühren für verlangt. Aktuell läuft ein Projekt TKI-D, Transitkuhindex Deutschland, dass das Schätzmodell auf deutsche Anforderungen anpassen soll. Als Beispiel waren einige Top-Betriebe aus Rheinland-Pfalz, die bei + 3 kg liegen, was mit + 3 kg pro Tag oberhalb der vorrausberechneten Leistung für sehr gutes Management steht. Darunter auch Familie Meutes (vgl. Post vom 14.05.2014).

Der dritte Vortrag war von Pete Kappelman von der Meadow Brook Dairy Farms in Wisconsin, wo mein Kollege vor anderthalb Jahre mal auf Besichtigung war. Mit mittlerweile über 15.000 kg und sehr hoch geschätzter Genetik einer der besten Betriebe in den USA. Wobei man aber bedenken muss, dass da BST (Hormon) und Monensin (Antibiotika) eingesetzt werden; unter deutschen Bedingungen blieben da aber auch sicher 13.000 kg übrig.
Besondere Geheimnisse stecken hinter dieser Leistung aber nicht: Beste Futterqualitäten, höchster Kuhkomfort mit Sandboxen und Kühlung im Sommer sowie äußerste Disziplin im Arbeiten, die "kompromisslose Konsequenz" wie ich immer dazu sage.
Speziell ging er auf seinen neuen Kälberstall ein, für den es 10 Jahre Planungen mit wissenschaftlicher Unterstützung bedurfte. Aber dafür High-End: Komplett im Rein-Raus-Verfahren, abgetrennte Abteile mit Hygieneschleusen, Schlauchlüftung und als Tränkeautomat "German Quality" - ein H&L 100 von Holm&Laue.

Fortsetzung folgt!

Benjamin

Samstag, 11. Februar 2017

100.000 km

Heute Nachmittag um 14:04 auf dem Weg von Pinnow nach Boberow, kurz hinter den Pinnower Silos, hat mein Kuhauto die 100.000 km voll gemacht.

Seit 01.07.2013 waren es somit rund 81.350 km, wovon ich gut 81.200 km selbst gefahren bin.



 















Also auf die nächsten 100.000!

Das offizielle Foto zu den 100.000 km. Einen schönen Hintergrund dafür zu finden war nicht schwer. Vorne auf dem Armaturenbrett sitzt "Bella", die die letzten mehr als 80.000 km immer mit dabei war: 

Benjamin





Freitag, 10. Februar 2017

Precision dairy farming-Tour - Teil 1

Am Dienstag war ich mit meinen Ingenieurskollegen in Karow zur Precision dairy farming-Tour, einer Veranstaltungsreihe der Zeitschrift Milchpraxis, die an mehreren Orten in Deutschland stattfindet. Diesjähriges Thema war das Transitkuhmanagement.
Man traf dort lauter Bekannte, es war mal wieder ein Branchentreff der Milchproduzenten aus dem Nordosten.
Der erste Vortrag wurde von Dr. Geßner von der Uni Gießen gehalten. Aus der Grundlagenforschung Zusammenhänge von Stress und Stoffwechsel. So konnte in der aktuellen Forschung auch erstmals der Einfluss von Stress auf das Endoplasmatische Reticulum der Leberzellen von Kühen nachgewiesen werden. Daraus resultierte dann der "Trester-Versuch" auf meinem Stammbetrieb Hofgut Neumühle. Dabei wurde Traubentrester an die Kühe verfüttert, um durch die darin enthaltenen Polyphenole als Antioxidanzien den Stoffwechselstress in der Leber zu reduzieren. Wie ich jetzt erfuhr war der Trester von der Sorte Trollinger, also einer typisch badischen Rebsorte. Da muss man eher in die Richtung Portugieser und Dornfelder umdenken...
Als Ergebnis gab es 4 kg mehr Milch bei den frischabgekalbten Kühen, die Trester bekamen. Dr. Geßner sagte auch, das Potential wäre bei "bis zu 4 kg". Das darunter auch +/- 0 fällt weiß ich aus eigener Erfahrung, denn seit rund einem Jahr füttern wir DairyPilot von Josera, worin Polyphenole enthalten sind, der kommerziellen Umsetzung dieser Forschungsergebnisse. Und da hat sich leistungsmäßig kaum was getan.

Fortsetzung folgt!

Benjamin

Sonntag, 5. Februar 2017

Autobahnbrücke - Teil 1

Da wollte ich an meinem freien Sonntag den Baufortschritt an der Autobahnbrücke begutachten - aber dichter Nebel und gar nix zu sehen.
Momentan wird am Lückenschluss der BAB 14 zwischen den Anschlussstellen Grabow und Grabow Süd/Groß-Warnow ("Abfahrt Kuhstall Pinnow") gebaut, größtes Ingenieurbauwerk dabei ist die Brücke über die Eldeniederung mit der Müritz-Elde-Wasserstraße und der Alten Elde. Die besondere Herausforderung dabei soll die Gründung im morastigen Schwemmland sein. Weil es kein Foto dazu gibt: Auf dem Foto im Post vom 06.04.2014 wird die Brücke quer durchs Bild gehen.

Benjamin

Donnerstag, 2. Februar 2017

Weißer Riese

Am Mittwoch in Boberow geboren: Camero, ein Bullenkalb, nach seinem Vater Camera benannt (da waren wir wieder sehr kreativ...).
Das Besondere an ihm: Das extrem hohe Geburtsgewicht von stolzen 60,4 kg. Mehr als ich selber in Wintermontur mit vollgestopften Taschen. So ein schweres, reinrassiges Holstein-Kalb hatte ich noch nicht. Und dazu eine wahrscheinlich problemlose Geburt, denn unbeobachtet und morgens zu Schichtbeginn war er da.

Gerade mal einen halben Tag alt und passt kaum in die Uralt-Kälberbox die den Mindestmaßen 80 x 120 cm der Kälberhaltungsverordnung für die ersten beiden Lebenswochen entspricht. Sieht man mal wieder, dass es Zeit für was Moderners wird:

Benjamin

Dienstag, 31. Januar 2017

Neumühle 1/2017

Am Sonntag war ich wieder auf meinem Stammbetrieb LVAV Hofgut Neumühle. Habe mal nach Ewigkeiten wieder zusammen mit dem Produktionsleiter gemolken. 
Sein aktuell neuster Erfolg: Unter 100.000 Zellzahl im Tank - ist halt eine andere Liga.

Vier Generationen auf einem Foto auch wenn zwei davon fehlen: Rechts Leonie und in der Mitte ihre Urenkelin Mai (2.), die Plätze dazwischen sind symbolisch freigehalten für ihre Tochter München (Braunie) und ihre Enkelin Mai (1.), die es beide leider nicht mehr gibt:





















Leonie war raussortiert worden weil sie lahm ging und auf den Klauenstand musste. Hatte an der Außenklaue hinten links eine tiefsitzende Eitrig-hohle Wand, eine Entzündung unterhalb der Klauenwand. Da ist richtig viel Eiter rausgelaufen, untypisch wässrig-dünn. Auf die andere Klaue hat sie dann zur Entlastung noch einen Klotz geklebt bekommen. "Dass Du auch die 100.000 voll machst!" So vier Jahre wird sie noch dafür brauchen.

Benjamin

Freitag, 27. Januar 2017

Nachruf auf zwei Giganten

Dieser Tage kam die aktuelle Milchrind. Ich sag ja immer, dass das eine Zeitschrift für den Hobbyzüchter ist mit den vielen Berichten von Tierschauen und Vorstellung neuer Besamungsbullen und nicht so in Richtung meines Zuchtverständnis mit den Testherdenprogrammen geht. Entsprechend ist nur ein Drittel des Heftes interessant und daher schnell gelesen.
In der aktuellen Ausgabe waren die wichtigsten Auszüge des Jahresberichts des DLQ über die Ergebnisse des Milchkontrolljahres 2015/16 veröffentlicht. Darunter die Betriebe und einzelnen Kühe mit den höchsten Jahresleistungen und auch die höchsten Lebensleistungen zum 30. September.
Vom Namen her mir natürlich bekannt Heyke, mit knapp 190.000 kg die Kuh mit der höchsten Lebensleistung in Deutschland.
Auf dem 4. Platz mit 179.396 kg Carlotta, die Starkuh vom LLG Iden, die höchste Lebensleistung in Sachsen-Anhalt und dem Zuchtgebiet der RinderAllianz.
Auf dem 14. Platz Bressi (siehe Post vom 14.04.2015), ebenfalls vom LLG Iden mit 169.719 kg, die aber Ende 2015 abgegangen ist.
Bei den Rotbunten auf dem ersten Platz Rugby (siehe Post vom 01.07.2016) mit 172.665 kg, die zwar am Ende des Kontrolljahres schon als Rentnerkuh trocken stand, aber trotzdem noch in die Milchleistungsprüfung einfloss, auch wenn ihre Lebensleistung nicht mehr stieg. Und im Text stand dabei, dass sie im November ebenfalls abgegangen ist. Da bin ich schon froh, dass ich sie im Juni nochmal besucht hatte.
Natürlich ganz andere Dimensionen als daheim, wo ich darauf spekuliere bald vielleicht drei lebende 100.000l-Kühe gleichzeitig zu haben.

Benjamin

Mittwoch, 25. Januar 2017

Absprung

Manchmal kommt es blöder als man überhaupt denken kann. So am Montagabend bei der allerletzten Kuh Nr. 1780 des Tages auf dem Karussell in Pinnow: Ob sie nun selber brünstig war oder die Kuh daneben, jedenfalls hat sie versucht auf dem Karussell sie zu bespringen. Als sie schräg drauf hing ist sie nicht nach rechts zurück auf ihren Platz sondern nach links über den äußeren Begrenzungsring gesprungen/gestürzt. Dachten zunächst, dass sie sich am Euter verletzt hat, dem war dann aber nicht so.
Auf dem Foto steht sie vor dem Dipproboter und weiß nicht wohin. Wie kriegt man eine Kuh aus dem Melkbereich wieder weg? Treppe hoch, durch die Tür und das Personaltor in den Nachwartebereich zurück:

Benjamin

Dienstag, 24. Januar 2017

Tiefste Provinz

Mal was für die fleißigen Kuhblogleser aus dem Südwesten, wo sich die Menschen tottreten.
Der Nordosten ist zwar dünn besiedelt, aber in Grabow an der Bundesstraße und Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin gelegen sowie seit einem Jahr mit Autobahnanschluss ist man mitten in der Zivilisation.
Obwohl ich die Weite und Ruhe meiner Brandenburger Heimat so schätze, bekam ich doch am Sonntag einen kleinen Kulturschock. War noch ganz knapp auf Mecklenburger Seite. Beim Feuerwehrdienst waren wir zur OTS - Operativ-Taktischen Schulung - in den südlichsten Stadtteilen von Grabow unterwegs, die mit der Eingliederung der ehemaligen Gemeinde Steesow Anfang letzten Jahres hinzugekommen waren. Begutachtung besonderer Objekte und Löschwasserentnahmestellen. 
Da war ich erstmals überhaupt in Zuggelrade, 20 km von der eigentlichen Stadt Grabow entfernt. Nur wenige hundert Meter von der Landesgrenze zu Brandenburg entfernt, vielleicht 4 km nördlich der Elbe und auch nur 2 km von der Straße Grabow - Lenzen, aber trotzdem total abgelegen. Früher ein Dutzend großer Gehöfte sind heute mehr als die Hälfte Ruinen und vielleicht eine Handvoll Einwohner. Feuerwehrtechnisch gesehen keine Hydranten sondern nur ein einziger, aber leistungsstarker Brunnen.
Da gingen die Meinungen von "Hier darf man weder krank noch alt werden" bis "Schon romatisch und vor allem ruhig: Kein Durchgangsverkehr, keine Eisenbahn." Ich würde sagen: Hier sagen sich nicht mal mehr Fuchs und Hase Gute Nacht, hier kacken am hellichsten Tag die Wölfe auf die Straße.

Im Dorfzentrum von Zuggelrade:

Benjamin

Montag, 23. Januar 2017

Wenig Struktur

Am Donnerstag war die erste Versammlung unseres Besamungsvereins für dieses Jahr. Neben der Vorstellung des Programms für die nächsten Monate gab es auch wie immer einen Fachvortrag.
War ein Berater von der Firma HCS Herdenmanagement, die ich von Namen her kannte, von denen hatte ich nämlich mal ein Angebot über Kälberboxen, woraus aber nichts geworden ist.
Titel des Vortrages: "Welche Aufgaben übernimmt der moderne Herdenmanager in Zukunft?" Mit meiner eigenen Einschätzung der aktuellen Situation 'Alle Kuhbehandlungen ohne Klauenpflege und komplette Organisation' lag ich nahe bei der üblichen Zwitterfunktion zwischen Arbeiten an der Kuh und Management. Wobei sich in Zukunft das eher in Richtung des Managements verlagern wird, das ist klar, aber die Arbeiten an der Kuh als reine Ausführung ohne Entscheidungen zur delegieren ist mir dann schon zu sehr in die Richtung der antrainierten Unselbstständigkeit, über die ich mich oft ärgere.
Aber ganz eindeutig wurde es bei der Erläuterung von Beispiel-Organigrammen zur Zuständigkeitsaufteilung, dass wir mit unserer sehr flachen Hierachie Vorstand - Produktionsleitung - restliche Mannschaft doch arg wenig Struktur und enstprechendes Potential für klare Zuständigkeiten und Kommunikationswege haben.
Habe gleich mal mit dem Referenten die Kontaktdaten ausgetauscht.

Benjamin

Freitag, 20. Januar 2017

Kampf um Talente

Der Nachwuchs in der Landwirtschaft ist knapp und die guten Leute noch viel mehr. 
Bestes Beispiel ist momentan meine "Assistentin" Fabienne; letzte Woche macht sie von der Schule aus ein Praktikum - natürlich auf einem Milchviehbetrieb.
Dort war die gesamte Mannschaft von ihrem Fleiß und vor allem ihrem bereits vorhandenen Wissen schwer beeindruckt und die Chefin sagte schon was in Richtung Ausbildungsplatz.
Da werden wir uns anstrengen müssen, um dagegen anzukommen, die bisherigen Inhalte Silagefahren und Steinesammeln wird dann nicht ausreichen.

Benjamin

Samstag, 14. Januar 2017

Bericht aus Götz

Am Donnerstag war ich auf dem diesjährigen Tag des Milchrindhalters in Götz; meine Kollegen waren parallel dazu auf der Testherdentagung der RinderAllianz in Schwerin. Dass die das nicht in hinkriegen sich abzustimmen...
Habe viele Bekannte getroffen und als wirkliche Überraschung auch meinen Bruder, der aus der Suhler Gegend bis nach Götz gekommen war.

Was es zu hören gab:
- Einleitend wie immer Minister Vogelsänger; gutes Wetter bei den Bauern machen.
- Dr. Börgermann vom Milchindustrieverband über Strategien zu den Volatilitäten der Milchmärkte.
- Dr. Jung vom IFN Schönow (bei denen auch die Genomanalysen für das KuhVision-Projekt laufen, siehe Post vom 04.10.2016) über Fortbildungsangebote für Herdenmanager.
- Dr. Hammel vom LKV BB über neue Projekte, wie ZellDiX zur genaueren Untersuchung der Zellzahlen und KLAUENfitnet zur Monitoring der Klauengesundheit.
- Dr. Reents vom VIT über KuhWert, ein Rechenmodul im neuen HERDEplus, bei dem der monetäre Wert einer Kuh oder nachrückenden Färsen errechnet wird um dort keine Bauchentscheidungen mehr treffen zu müssen
- Dr. Boldt von der LFA MV über den Einfluss des Exterieurs auf die Gesundheit, den Vortrag hatte ich mit meckelnburger statt brandeburger Kuhdaten schon in Pasewalk gehört (siehe Post vom 26.01.2016).
- Dr. Pieper von der Dr. Pieper Technologie- und Produktentwicklung über seine Milchproduktion ohne jeglichen Medikamenteneinsatz. Hochinteressant, aber in den Konsequenzen abschreckend.
- Fr. Buchholz vom RBB über den aktuellen Stand der Zucht. In der Krise sind viele Herdbuchkühe verloren gegangen und erstmals unter 100.000 Schwarzbunte in Brandenburg.
Die Erwähnenswerte Kühe:
In Brandenburg sind es jetzt bisher 5 150.00l-Kühe gewesen.
Die älteste produzierende Kuh Mara (den Betrieb hab ich vergessen...) wurde im Dezember 20 (!) Jahre alt und hat bisher in 14 Laktationen 122.000 kg mit 4,38%  Fett und 3,71% Eiweiß gemolken (kurz vorm 10-Tonner).
Und als Höhepunkt wurde die Urkunde für die 800. 100.000l-Kuh in Brandenburg überreicht, Marla von der Agrargenossenschaft Uckro.

Benjamin

Freitag, 13. Januar 2017

Aufruf zur Wir machen Euch satt!

Am nächsten Samstag, dem 21. Januar findet ab 09:00 wieder die Kundgebung "Wir machen Euch satt! 3.0 Dialog statt Protest" in Berlin auf dem Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof statt (Zwischen Südseite Hauptbahnhof und Spreeufer).

Es geht um einen Dialog zwischen Verbrauchern und Bauern über die Landwirtschaft ohne Diffamierungen, ohne Ideologien, sachlich und wissenschaftlich fundiert. Denn die Bauern machen tagtäglich die Bevölkerung satt.

Link zur Aktion --> https://www.wir-machen-euch-satt.de

Dieses Jahr werde ich leider nicht dabei sein, da ich an dem Wochenende Leitungsdienst für die Milchproduktion habe, aber eine Abordnung unsrer Genossenschaft wird teilnehmen.

Die meisten Kuhblog-Leser werden nicht so nahe an Berlin sein wie wir hier, aber der ein oder andere wird schon hinkommen und ansonsten: 

WEITERSAGEN!

Benjamin

Mittwoch, 11. Januar 2017

100.000er Serie - Besamer

"Besamer" ist ein wirklich beliebter Suchbegriff. Bloß von Besamungen habe ich eigentlich gar keine Fotos; ein Einziges aus dem Jahre 2008... Also musste jetzt ein Aktuelles her.
Und genau passend war Gisela jetzt brünstig, dass sie mit aufs Foto konnte. Hatte sich natürlich vorbildlich am ersten Platz im Nachwartehof fest gemacht.
Habe ihr mit Fettstift "B1" draufgeschrieben, das steht für "zur Besamung, danach zurück in Gruppe 1", wobei wir normalerweis die Gruppennummer vornean schreiben. Ich war da aber schon zu sehr damit beschäftigt ihren Namen drunter zu schreiben, dass man es auf dem Foto auch sieht, um wen es sich handelt.
Und sie ist während der ersten Laktation noch ordentlich Stück gewachsen, da fiel mir schon beim Fiebermessen nach der Kalbung auf.
Der eingesetzte Bulle war Lopedo (--> Bullenkarte), von dem wir aktuell das Frischsperma haben, das ja fruchtbarer ist (vgl. Post vom 03.11.2016). 
Bei Gisela war es aber möglicherweise schon bisschen zu spät mit der Besamung, bei der Nachkontrolle heute früh hatte sie schon Blut am Schwanz. Das Abbluten ist so anderthalb bis zwei Tage nach dem optimalen Besamungszeitpunkt zu sehen. Also wird sie in 19 Tagen wieder vorgestellt, halt Lieblingskuhbonus, dass auch dran gedacht wird.

Benjamin

 

Dienstag, 10. Januar 2017

Gisela ist brünstig!

Mal eine Livemeldung aus dem Pinnower Kuhstall:
Meine Gisela ist heute brünstig.
Habe sie heute Vormittag zusammen mit Nr. 1041 rammeln sehen. Da musste ich natürlich meinem aktuell zugeteilten Lehrling zeigen, dass man sich nicht alleine auf die Aktivtätsmessung verlassen kann sondern auch klassiche Brunstbeobachtung wichtig ist. Also zwischen den anderen Kühen durch und als mich die beiden ankucken sticht mir ihr "84 170" auf den Ohrmarken sofort ins Auge, noch vor ihrer herzförmigen Blässe (die ja auch einige andere Kühe haben). "Ach, Du bists Gisela!" 
Sie wird heute Nachmittag nach dem Melken zur Besamung vorgestellt.

Benjamin

Montag, 9. Januar 2017

100.000er Serie - L 203

Ein häufiger weitergeleiteter Suchbegriff ist "L 203". Dies ist die Bezeichnung einer Bauserie an Typenställen, die in den gesamten Neuen Bundesländern weit verbeitet ist und wir auch zwei davon haben.

Über die Jahrzehnte wurden viele verschiedene Serien an Typenställen gebaut, so auch die Typen L 201, L 202 und L 203, die sich in der Breite unterscheiden. Ein Foto von der schmalsten Ausführung L 201 gibts im Post vom 16.06.2016.

Die L 203 sind 21,25 m breit, in Stahlbetonbauweise mit Stützen von 24 x 24 cm, dazwischen Wände aus Leichtbetonplatten, die oft herausgerissen wurden, aber bei unseren noch vorhanden sind. Die Dachkonstruktion besteht aus Nagelbindern mit darunter abgehängter Decke bei einer lichten Innenhöhe von 3,6 m.
Unseren beiden L 203 wurden als 80 m lange fünfreihige Anbindeställe mit Bandfütterung (Unteneinzugsbänder) für 315 Kühe gebaut; dahinter ein Futterhaus zur Beschickung der Bänder.
Die frühen Ausführungen hatten drei Stützenreihen, die späteren nur noch zwei an den Außenwänden was den Innenraum bei Umbauten frei aufteilbar machte und entsprechend zur Langlebigkeit beitrug. So hat eigentlich jeder, der keine 1930er oder 1232er Anlage hat ein oder zwei L 203.

Die beiden Prototypen der L 203 wurden 1965 in Iden gebaut (siehe Post vom 11.04.2015; da sieht man auch die mittlere Stützenreihe). Damals noch mit Sheddachfirst, was aber wegen der aufwändigen Konstruktion nicht für den Serienbau übernommen wurde. Dies waren zudem die ersten einstreulosen Ställe überhaupt mit Gummimatten.

Der L 203 in Garlin, wurde wie die meisten L 203 in einen 1 + 3-Reiher Laufstall umgebaut, als Besonderheit dabei ist die Entmistung nicht einheitlich, rechts bei den 3 Reihen mit Spaltenböden, links bei der einen Reihe ein planbefestigter Fressgang mit Gummimatten und Gülleschieber, der auch schon mal ein Kalb in den Abwurfschacht geworfen hat (siehe Post vom 25.11.2016). Vorne mit dem höheren Dach ist das ehemalige Futterhaus. Gut zu sehen auch die abgehängte Decke und die originalen Fensterelemente, wenn auch heute ohne Scheiben sondern mit Curtains davor:








 















Der Pinnower L 203. Hier sieht man schön die Stützenreihen, rechts dahinter der "Anbau", da wurde in den 1980ern auf halber Länge eine sechste Reihe angebaut, um Platz für gut 30 weitere Kühe zu schaffen. Dies erleichterte die Planerfüllung ungemein...
Statt der gut 345 Plätze von damals sind es heute einschließlich dem ausgebauten Futterhaus 312 und nochmal 4 in Abkalbeboxen, wenn auch meistens der Stall mit 260 bis 300 Kühen nicht voll belegt ist:

Benjamin


Sonntag, 8. Januar 2017

Rebecca tragend!

Am Freitag waren die erste Trächtigkeitsuntersuchungen für dieses Jahr in Boberow. Bei - 15 Grad nicht so komfortabel, vor allem weil ich das als rumstehe und nur die Ergebnisse aufschreibe. Wurden 24 Kühe vorgestellt und davon waren 17 tragend, was akzeptable 71% macht.
Unter ihnen war auch Rebecca (siehe auch Post vom 21.10.2016), die von der Besamung am 30. Oktober tragend ist. Ein Erstbesamungserfolg; sie wird dann voraussichtlich um den 4. August rum zum zweiten Mal kalben. Der Bulle ist Medon, ein genomisch geprüfter Jungbulle der RBB, der bei uns im Rahmen vom RBB-plus-Testherdenprojekt eingesetzt wurde.

Benjamin

Samstag, 7. Januar 2017

100.000er Serie - Palpation Rail

Der Suchbegriff bezieht sich auf den Post vom 14.05.2014, über die Palpation Rail bei Familie Collas, wo mein Bruder damals arbeitete.

Palpation ist der englische Begriff für Rektalisieren zur Besamung oder Trächtigkeitsuntersuchung. Rail dann für das entsprechende Gestell, eingedeutscht als Behandlungsstrasse. Die Kühe stehen schräg nebeneinander drin, wie in einem Fischgrätenmelkstand.

Vorteile:
- Einfach und billig, ist ein Gestell mit zwei Toren. Der ehemalige Werkstattleiter in Boberow hätte mir eine für 20 Kühe in einem Tag bauen können.
- Die Kühe müssen sich nicht einfangen sondern laufen einfach rein.

Nachteile:
- Die Kühe können nur der Reihe nach rausgelassen werden, kann bei der Rücksortierung auf verschiedene Stallgruppen aufwändig werden.
- Es können keine Kühe zurückbleiben bzw. müssen am Ende wieder angestellt werden.
- Man nur von vorne oder hinten an die Kuh; Euter und die Seiten (Abhorchen Pansen/Lunge) sind schwer zugänglich
- Wenn eine Kuh hinfällt, können die anderen darüber drängen oder gerade mitten bei der Besamung an der hinteren Stange den Arm brechen.

Das System ist in Deutschland nicht so weit verbreitet; unter anderem habe ich es in Dedelow (siehe Post vom 01.02.2016) gesehen oder bei Familie Rueben (siehe Post vom 15.05.2014): Sie verwenden aber eine andere Verfahrensweise: Hinter dem Selektionstor ist ein Wartebereich, der mit Hubtoren für die einzelnen Gruppen unterteilt wird. Fr. Rueben nimmt dann die Kühe gruppenweise zur Besamung in die Palpationrail. Auf dem Weg zurück in den Stall werden sie dann automatisch über ein weiteres 4-Wege-Selektionstor in ihre Gruppen sortiert.

Und wir arbeiten mit einem ganz anderen System: Mit Fressgittern wie es sich bei uns seit vielen Jahrzehnten bewährt hat. In den allerersten Planungszeichnungen für das Melkhaus waren im Nachwartehof zwei Palpationrails anstatt der Fressgitterreihen vorgesehen; links eine für Linkshänder und rechts eine für Rechtshänder. Wegen den guten Erfahrungen mit den Fressgittern bzw. schlechten von meinem Kollegen bei der Besamungen in Palpation Rails wurde das damals einstimmig ohne Diskussion im Plan abgeändert, war eine Sache von nicht mal 10 Sekunden:

Benjamin

Freitag, 6. Januar 2017

Richtiger Winter

Jetzt ist der "richtige" Winter über die Prignitz hereingebrochen. Zweistellige Minustemperaturen und Schnee. Also so, dass Schnee geräumt werden muss, die Ställe verschlossen sind und trotzdem frieren die exponierten Tränken ein und der Mist auf den Spalten/Gängen fest.
Am Mittwochabend das Sturmtief mit der Sturmflut an der Ostseeküste, die als flaches Brackwassermeer dort üblicherweise nur geringe Gezeiten hat. Dann ganze 1,5 m über Normalhoch und die schwersten Überschwemmungen seit 1995. Bei uns kam davon nur ein heftiger Schneesturm an, was 5 cm Neuschnee in kurzer Zeit brachte. 
Am Donnerstag und heute dann klares Wetter mit gleisendem Sonnenschein. Mit den verschneiten Weiten der Landschaft zeigte sich Brandenburg wieder von seiner allerschönsten Seite. Dazu entsprechend kalt, heute morgen kurz vor Sonnenaufgang waren es - 16 Grad. Wo ich meinen Kollegen wieder erzählte, dass es im südlichen Rheinhessen von Januar 1997 bis Dezember 2009 nie unter - 8 Grad gegeben hatte.

Am Donnerstagmorgen zwischen Zapel und Pröttlin: Allee, Pflasterstraße (zwar nicht zu sehen) und weite Äcker, der perfekte Ort für DAS Foto dieses Winters. Wie man sieht kam der Schneesturm aus Nordwest:




















Und noch einmal in Blickrichtung Pröttlin, rechts ist der Acker, auf dem letztes Jahr Rüben waren (siehe auch Post vom 18.10.2016) und hinten links der Acker, auf dem die Phacelia stand bzw. jetzt abgefroren ist (siehe auch Post vom 09.10.2016).

Benjamin 



Mittwoch, 4. Januar 2017

Planerfüllung 2016

Jetzt gibts die Zahlen zur Planerfüllung in Boberow 2016:

                                    Plan           Ist           Differenz         % von 
                                                                                            Plan
l/Kuh                            8.824       8.809          - 15               99,8
kg/kuh                          9.000        8.985         - 15                99,8
Fett-%                           4,05          4,04         - 0,01             99,8
Eiweiß-%                       3,55          3,49         - 0,06             98,3
kg fettkorrigiert              9.113       9.073          - 40                99,6
kg energiekorrigiert        9.138       9.076          - 62                99,3
F+E-kg                           684          676          - 8                  98,8


Zwar konnte der Plan in keinem einzigen Punkt erfüllt werden, lag aber immer über 98 %.

Die Entwicklung über die letzten Jahre:

Jahr                             2013    2014     2015       2016       Differenz
                                                                                       2015 - 2016
l/Kuh                           8.080    8.380    8.643    8.809        + 166
kg/kuh                         8.242    8.548    8.816     8.985       + 169
Fett-%                          3,97      4,09      3,99       4,04       + 0,05
Eiweiß-%                      3,52      3,51      3,53       3,49        - 0,04
kg fettkorrigiert             8.172    8.742    8.793    9.073        + 280
kg energiekorrigiert       8.272    8.698    8.879    9.076        + 197
F+E-kg                          617       650       663       676        + 13


Und auch wieder der neue Plan für das Jahr 2017, mit 9.250 kg abgelieferter Milch pro Kuh, die 250 kg Steigerung pro Jahr haben sich als Ziel bewährt. Fett- und Eiweißgehalt bleiben unverändert,  um beim Eiweiß wieder über die 3,5 % zu kommen.

l/Kuh                            9.069 
kg/kuh                          9.250  
Fett-%                           4,05  
Eiweiß-%                       3,55  
kg fettkorrigiert             9.366
kg energiekorrigiert       9.392
F+E-kg                           703