Donnerstag, 10. März 2022

Generationsintervall

Zuchtfortschritt gibt es mit jeder Generation wenn die Gene neu gewürfelt werden; mit der Vorraussetzung, dass die Eltern besser sind als der Populationsdurchschnitt.
Mit dem Generationsintervall kommt noch eine zeitliche Komponente hinzu, wie oft Zuchtfortschritt stattfindet.

In den Zuchtfortschritt fließt die Abweichung der Eltern zum Populationsmittel ein, z.B. die Milchzuchtwerte + 725 kg, + 1283 kg usw. 
Das wir mit der Selektionsintensität verrechnet, das ist der Anteil der Tiere die für die Erstellung der nächsten Generation eingesetzt werden. Umso höher desto niedriger ist der Anteil an der Population und so gentisch besser können die Tiere sein wenn man immer die besten "von der Spitze her" nimmt.
Über die Standardnormalverteilung werden da die Zuchtwerte berechnet, an denen man sie htzum wieviel besten Teil der Population diese Weret gehören. Hier habe ich grob die Relativzuchtwerte (RZ, z.B. Milch, Nutzungsdauer usw., die berechnen sich statistisch alle gleich). Die erste Zahl ist der Mindestzuchtwert den das Tier erreichen müsste, die zweite der durchschnittliche über alle selektierten Tiere.

Kühe/Färsen: 100 % alle Tiere werden für die Remontierung eingesetzt; RZ 0 / RZ 100
Kühe/Färsen: 25 % besten Tiere mit gesextem Sperma; RZ 108 /  RZ 114
Kühe/Färsen: 5 % besten Tiere über Embryotransfer; RZ 120 / RZ 124

Bullen: 1 % besten Tiere als Deckbullen; RZ 128 / RZ 131
Bullen: 0,1 % besten Tiere als Besamungsbullen; RZ 137 / RZ 139
Bullen: 0,01 % besten Tiere als Besamungsbulle; RZ 145 / RZ 147

Mit Relativzuchtwerten bis über 160 die es bei den Bullen gibt sieht man wie stark die Selektion ist, das sind dann von den Millionen Holsteins weltweit die Allerbesten.
 
Dann fließt die Sicherheit der Zuchtwertschätzung mit ein. Bei der genomischen Zuchtwertschätzung die einzig auf dem Genom der Tiere beruht liegt die Sicheheit im Schnitt bei knapp über 70 %, bei den Einzelmerkmalen von unter 40 bis 80 %.

Als Beispiel der Bulle Canitz, den wir im Testherdenprogramm aktuell im Einsatz haben:
Und zum Vergleich Laudan mit Sicherheiten in allen Zuchtwerten von durchgehend 99 %. Da stehen aber auch über 80.000 Töchter dahinter, die mit der Töchterzuchtwertschätzung eingeflossen sind.   

Das Generationsintervall ist das durchschnittliche Alter der Eltern bei der Geburt der nächsten Generation. Es kommt dann dazu, wie lange es dauert bis der Zuchtfortschritt umgesetzt werden kann. 
Am Beispiel hätte Canitz jetzt versamt einen Milchzuchtwert von + 1804 kg mal 73 % Sicherheit durch 1,92 Jahre Generationsintervall (Kalb am 13.12.2022 geboren). Wären 686 kg/Jahr Zuchtfortschritt von ihm, davon fließt aber nur die Hälfte ein, weil die Mutter die andere Hälfte beisteuert.
Für Laudan wären es + 46 kg mal 99 % Sicherheit durch 24,17 Jahre Generationsintervall = 2 kg/Jahr. Dabei ist aber zu bedenken, das da 24 Jahre Zuchtfortschritt der gesamten Population dazwischen liegen, mittlerweile sind unsere Kälber meistens seine Ururenkelinnen, da hat nicht nur einmal sondern schon viermals Zuchtfortschritt stattgefunden.

Das Generationsintervall fließt wieder von beiden Seiten, Mutter wie Vater ein und das unterscheidet sich schon stark.
 
Allgemein zu den Bullen, auch als Kuhväter
Die allermeisten Bullen (80 - 85 %) sind die genomisch getesteten Jungbullen, die mit etwas über einem Jahr in den Ersteinsatz gehen und dann ein bis zwei Jahren lang eingesetzt werden. Bei der Geburt der Kälber sind sie dann knapp zwei bis vier Jahre alt.
Bei den töchtergeprüften Bullen dauert es deutlich länger bis sie in den breiten Wiedereinsatz kommen. Etwas über ein Jahr in den Testeinsatz, neun Monate Tragezeit der Kälber, dann zwei Jahre Erstabkalbealter der Töchter bis sie Milch geben und man überhaupt eine vererbbare Milchleistung des Bullen kennt. Bis genügend Töchter abgekalbt haben und drei Monate in Milch sind für eine sichere Zuchtwertschätzung ist der Bulle inzwischen gut vier Jahre alt. Im Wiedereinsatz sind es noch mal neun Monate bis zu Geburt der Kälber und dann noch eine Zeit lang in der Besamung verwendet sind es so um die 6 Jahre Generationsintervall.

Bei den Bullenvätern ist es noch eine krassere Verkürzung. Früher waren die Bullenväter nicht die allerneusten töchtergeprüften Bullen sondern welche die schon einige Töchter mehr hatten. Sieht man schön in den Stammbäumen, da ist in den Bullenlinien meist ein 7-Jahre-Takt drin gewesen. Heute wird das erste verfügbare Sperma der Jungbullen für die allerhöchsten Anpaarungen verwendet wie im Embryotransfer. Da ist das Generationsintervall unter zwei Jahren.

Bei den Bullenmütter hat es sich auch stark verkürzt, waren es früher die besten Kühe, die sich meist über zwei Laktationen bewährt hatten und dann nach dem dritten Kalb in den Embryotransfer gingen. Bis diese Kälber von den Trägertieren dann ausgetragen, so waren sie 5 bis 6 Jahre alt.
Heute sind die Bullenmütter fast ausnahmslos Färsen mit hohen Zuchtwerten und da ist das Generationsontervall um und auch deutlich unter zwei Jahren.

Bei den Kuhmüttern hängt es von der Kalbenummer ab. Von einer Färse ist es das Erstkalbealter, um die zwei Jahre. Bei einer Zweitkalbskuh meist etwas über drei, beim dritten Kalb Richtung viereinhalb usw. Da gibt es mit die größten Einflussfaktoren, wie z.B. gesextes Sperma bei Färsen einzusetzen oder aber auch bei Kühen oder die Nutzungsdauer auf dem Betrieb was die Anteile der Kalbenummern schon stark verschieben kann.

Mit der genomischen Zuchtwertschätzung hat sich das Generationsintervall auf der Bullenseite (Bullenväter, Bullenmütter) stark reduziert und dadurch ist der Zuchtfortschritt angestiegen. Da haben alle Zuchtwerte 2010 einen Knick nach oben gemacht.

Benjamin

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