Mittwoch, 17. Januar 2018

Neuer Geburtshelfer

Beim neuen Geburtshelfer lief es fast so wie mit der Schermaschine: Man will etwas verbessern, schiebt das vor sich her bis zu einem Punkt: Jetzt aber!
Einen Geburtshelfer braucht man ab und zu, um bei Schwergeburten ein Kalb aus der Kuh rauszuziehen, wenn sie es alleine nicht schafft. Sieht unschön aus, aber man ist dann froh drüber.
Jedoch war ich mit dem Boberower Geburtshelfer noch nie zufrieden: Nicht richtig an der Kuh zu fixieren, im  Liegen ging so gut wie gar nicht und dann ohne Zugkraftbegrenzung, womit enorme Kräfte zustande kommen, die zu Verletzungen führen können.
Nach vielem Geschimpfe wurde jetzt ein neuer angeschafft.

Oben die beweglich Klammer, die der Kuh quasi auf den Hintern gesetzt wird:

























Die Ratsche zum Rausziehen des Kalbs ist doch sehr ausgeklügelt, da steckt mehr drin als bisschen Eisen. Durch die Anlenkung des Griffs ist die Zugkraft begrenzt (Hebelgesetz). Für die Geburtsstricke ist für jeden Fuß ein separater Haken vorhanden. Das ist für den Wechselzug, denn wenn an den Füßen wechselseitig gezogen wird verdreht das Kalb die Schultern und wird dadurch schmaler, passt also leichter durch den Geburtskanal. Griff nach vorne zieht den unteren Haken an, Griff  nach hinten den oberen. Vom Funktionsprinzip wie ein doppelter Spanngurt:




















Am letzten Freitag war der Ersteinsatz bei einer Schwergeburt. Schon erschwerte Bedingungen: Die Kuh lag zur Wand hin und es war nur ein dreiviertel Meter Platz. Mit dem alten Geburtshelfer wäre das ein riesige Aktion geworden, mit dem neuen war es fast routiniert. Und wo ich schon immer drauf bedacht war es nicht zu übertreiben war ich doch sehr erstaunt wie schnell die Zugkraftbegrenzung einsetzte und der Griff nicht mehr zu bewegen ging.

Einmal benutzt und ich bin total begeistert und die Frage: "Warum nicht früher?"

Benjamin


3 Kommentare:

  1. Könnten Sie eventuell sagen von welchem Hersteller der Geburtshelfer ist oder von wo er bezogen worden ist? Sie brauchen ja keine Werbung machen aber der Erfahrungsbericht ist mehr wert als die fünf Zeilen im Katalog. Gruß

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  2. Nach mehreren hundert Schwergeburten damit kann ich sagen, dass das der einzige richtige Geburtshelfer ist, alles andere ist improvisiert! Welche Zeiten brechen bei euch denn an? Zuerst 10.000 kg als Ziel ausgegeben, dann auch noch ein neuer Geburtshelfer.
    Der Geburtshelfer ist von Vink, kostet um die 300€ und gibts bei Kerbl, Schippers, Wahl usw. Unbedingt auf "Wechselzug" achten, das Modell gibts auch als "Gleichzug", ist billiger und deutlich schlechter in der Handhabung.

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  3. David hat ja schon die Antwort gegeben. Habe den bei unserem lokalen Agrarhändler gekauft.
    Und der ist wirlich zu empfehlen: Sitzt gut an der Kuh, kann man nicht als "Brechstange" verwenden und hat den Wechselzug.
    Viele Grüße, Benjamin

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