Sonntag, 8. November 2020

Eutergesundheitsbericht - Teil 2

Nun zur zweiten und dritten Seite des Eutergesundheitsberichts.

Hier noch mal der Link zur Podcastfolge im Kuhverstand

Die ganze zweite Seite des Eutergesundheitsberichts nehmen die Kennzahlen zur Trockenstehphase ein. 
Während des Trockenstehen besteht die Möglichkeit das subklinische Euterentzündungen, also erhöhte Zellzahlen, ausheilen auch mit der Unterstützung durch einen antibiotischen Trockensteller (siehe auch Post vom 27.02.2019). Aber es besteht auch die Möglichkeit, dass sich die Kuh während des Trockenstehens mit einem Eutererreger infiziert. Dies kommt am häufigsten in den Tagen vor der Kalbung vor, wenn sich der Kreatinpropf der während des Trockenstehens den Strichkanal verschließt auflöst und Keime eindringen können und es gleichzeitig die "Spülwirkung" des Melkens noch nicht gibt. Außerdem Infektionen im Zeitraum zwischen der Kalbung und der ersten Milchkontrolle, das sind als zwischen 5 und 33 Tage (in Sonderfällen mehr). Dass die Infektion schon beim Trockenstellen selber durch Schmutzeintrag mit dem Trockensteller oder Zitzenversiegler herrührt ist von geringerer Bedeutung.
Letzte Milchkontrolle vor dem Trockenstellen > 100.000 Zellen, erste Milchkontrolle nach der Kalbung < 100.000 Zellen -> Ausheilung.
Letzte Milchkontrolle vor dem Trockenstellen < 100.000 Zellen, erste Milchkontrolle nach der Kalbung > 100.000 Zellen -> Neuinfektion.
 


 

 

 

 

 

 

 

Die Zahlen noch mal im Einzelnen, mit dem 12-Monats-Durchschnitt und dem Vergleich zum oberen Viertel: 


 

 

 

 

 

 

  

 
Die Effizienz der Trockenperiode in den letzten zwölf Monaten. Da haben wird im Podcast nicht drüber gesprochen. 
Dafür werden die Kühe in vier Gruppen aufgeteilt:
Nicht geheilt in der TP: Letzte Milchkontrolle vor dem Trockenstellen > 100.000 Zellen, erste Milchkontrolle nach der Kalbung > 100.000 Zellen.
Neuinfiziert in der TP: Letzte Milchkontrolle vor dem Trockenstellen < 100.000 Zellen, erste Milchkontrolle nach der Kalbung > 100.000 Zellen.
Geheilt in TP: Letzte Milchkontrolle vor dem Trockenstellen > 100.000 Zellen, erste Milchkontrolle nach der Kalbung < 100.000 Zellen.
Eutergesund geblieben: Letzte Milchkontrolle vor dem Trockenstellen < 100.000 Zellen, erste Milchkontrolle nach der Kalbung < 100.000 Zellen.
In Brandenburg haben wir da Prozent-Angaben und alle Balken zusammen ergeben dann 100 %:
 







 
Die Mastitisrate 1. Laktation bezieht sich nur auf die erste Milchkontrolle nach der 1. Kalbung, mit welcher Zellzahl die Kuh in ihre Laufbahn startet.
Hier ist auch sind die Hauptinfektionsmöglichkeiten vor und nach der Kalbung. Mein erwähntes Beispiel aus Boberow mit der Trennung der Abkalbebuchten von Kühen und Färsen. Der Hauptgrund war das wegen der Eutergesundheit gewesen, der Anlass aber glaube doch einfach zu viele Tiere und die mussten dann irgendwie aufgeteilt werden:










 
Die chronisch Euterkranken sind Kühe, die zwar meistens keine akuten Euterentzündungen haben aber dann eigentlich doch schon häufiger als die Durchschnittskuh der Herde und auch nicht die beste Eutergesundheit. Zumindest werden sie so definiert, dass sie in drei Milchkontrollen hintereinander über 700.000 Zellen hatten. Da könnte man meinen, dass das doch schnell der Fall ist, aber die 1 bis 2 % Anteil beim oberen Viertel finde ich da schon als normal.
Darunter werden die betroffenen Kühe aufgelistet und die kennt man dann eigentlich schon, weil die in der Regel nicht einfach nur hohe Zellzahlen haben sondern meist mehrfach oder langwierig euterkrank waren:
 











 

Benjamin

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