Sonntag, 11. Januar 2026

Mortellaro wegzüchten!

Mortellaro ist der umgangssprachliche Begriff für Dermatitis Digitalis und ist sehr bekannt weil bei Rindern eine weit verbreitete Klauenerkrankung.
 
Ende letzten Jahres hatte ich im Internet von einem Milchbauern gelesen, der meinte, er wäre Mortellaro losgeworden. Durch den konsequenten Einsatz von Bullen mit hohem DDc und Selektieren von Jungvieh mit niedrigem DDc. Vor zehn Jahren hätte er sich das nicht vorstellen können.
DDc (Dermatitis Digitalis Control) ist der Zuchtwert für die Anfälligkeit für DD. Umso höher, desto weniger, also besser.
 
Die Bullen bekommen bei guten Zuchtwerten ein Label: Ein blaues Klauensymbol mit Haken. Die besten 25 % (= ab DDc 108) bekommen dazu den grünen Schriftzug "DD control" und die obersten 10 %  (= ab DDc 115) in orange "DD premium".
Siehe hierzu auch beim Bundesverband Rind und Schwein: https://www.rind-schwein.de/brs-rind/mortellaro.html 
 
Diese Erfolge in der Zucht mit DDc haben mich überrascht, weil das bei der Auswahl unserer Besamungsbullen nie eine Rolle spielte und man das Problem ja im Griff hat mit regelmäßigen Klauenbädern und wöchentlicher Klauenpflege. So langfristige Gesundheitstendenzen sind auch schwer zu erkennen, wenn es langsam abnimmt. Hat man mit einer Sache in der Haltung ein Problem, ist das hoffentlich bekannt und es wird daran gearbeitet. Wenn man das Problem im Griff hat wird weiter daran gearbeitet, aber es ist auch ein weiter Weg bis man für sich selbst dann erkennt, dass das kein Problem mehr ist. Das konnte ich bisher nur über Kälberflechte in Boberow sagen.
 
Einen persönlichen Bezug zum DDc habe ich auch, weil die Pinnower Kühe 2015 mit dabei waren für die Datenerhebung auf dann deren Basis der Zuchtwert entwickelt wurde. Siehe die Posts vom 08.10.2015 und 28.10.2015. Der Zuchtwert wurde dann 2018 in der deutschen Holsteinzucht eingeführt und ist für mich das Paradebeispiel für die Erfolge der Testherdenprogramme von RBB und RinderAllianz.
 
Symbolfoto für DD, das ich mal gemacht habe, weil man in diesem Fall sehr schön sieht, warum auch "Erdbeerkrankheit" dazu gesagt wird:
 



























Benjamin


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