Sonntag, 4. Januar 2026

Photovoltaikanlage - Teil 2

Erstmal wünsche ich allen Lesern des Kuhblogs ein gesundes neues Jahr 2026!

Als erster Post kommt die Jahresauswertung der Photovoltaikanlage (siehe Post vom 12.08.2023) für 2025, die ich dieser Tage gemacht habe.
Photovoltaik gehört für mich zur Landwirtschaft dazu und auf das Dach eines Kuhstalls (siehe auch Posts vom 03.05.2017 und 21.04.2020).
 
Mein Nachbar hat eine Volleinspeisung-Anlage von 2014 auf seiner Scheune und seit gut zwei Jahren für den Privatverbrauch ein Balkonkraftwerk und meinte: "Wenn man die ganzen Zahlen fast live sieht kriegt man erst ein Gefühl für den Strom." Für mich waren die PV-Anlagen immer da, aber eine andere Abteilung, von denen man nichts mitbekam. Aber privat gesehen ändert sich dann der Blickwinkel doch sehr.
 
Die Photovoltaikanlage ist seit 2023 in Betrieb und hat jetzt mit 2024 und 2025 zwei volle Betriebsjahre. Ist ein Stück weit mit einem Melkkarussell vergleichbar, man kann jeden Tag nach der Produktion schauen.
Über die beiden Wechselrichter und einer installierten Leistung von 22,55 kW wurden
2024 24.126 kWh = 1.070 Volllaststunden bei 1.972 Sonnenstunden
2025 27.322 kWh = 1.212 Volllaststunden bei 2.353 Sonnenstunden
produziert.
Bei langjährig 2.079 Sonnenstunden lag es 2024 darunter und 2025 darüber.
 
Für Deutschland sagt man als Faustzahl 1.000 Volllaststunden pro Jahr. Im Südwesten ist es sonniger und die Ausrichtung der PV-Anlage günstig. Richtung Südsüdwest und 40° Dachneigung, wie man halt in den 1930er Jahren mit deckenlastiger Lagerung baute. Bei einem modernem Kuhstall sind meist 24° üblich, wo bei man bis auf 10° runter gehen kann, dass die Thermik für die Lüftung noch funktioniert.
 
Jahreszeitlich ist es im Sommer rund viermal so viel Ertrag wie im Winter. Und von Ende März bis Ende September ist man dann Energie-autark, da gibt es immer genug Strom. Während der Heizsaison ist der Ertrag niedriger und der Verbrauch mit der Wärmepumpe höher, aber den Spruch "Wärmepumpe und Photovoltaikanlage passen nicht zusammen" kann ich nicht bestätigen. In einem modernen Haus mit niedrigem Heizbedarf stimmt das nicht. 70 % des Strombedarfs für die Wärmepumpe kann die Solaranlage decken, im Sommerhalbjahr für die Warmwasserbereitung komplett, zu Beginn und Ende der Heizsaison größtenteils und im tiefen Winter noch teilweise. Insgesamt deckt die Photovoltaikanlage rund 75 % des gesamten Stromverbrauchs. Rechnet man den Haushaltsstromverbrauch komplett auf den PV-Ertrag an bleiben immer noch 45 % Anteil bei der Wärmepumpe übrig.
 
Beim Akku kann ich sagen, dass "einen großen Speicher kriegt man im Sommer nicht leer und im Winter nicht voll" zutrifft. Der Akku ist ein Lithium-Eisenphosphat-Akku mit 5,0 kW Leistung und 5,1 kWh Kapazität, für heutige Maßstäbe klein, aber bei der Planung vor dreieinhalb Jahren die übliche Größe. Von Ende März bis Ende September reicht der Akku neben seiner Pufferfunktion für Produktion und Verbrauch tagsüber für den Verbrauch über Nacht. Im Winter bleibt mit dem höheren Verbrauch durch die Wärmepumpe an den meisten Tagen nicht genug Strom übrig um den Akku komplett zu laden.
 
Hybrid-Wechselrichter, an dem auch der Akku angeschlossen ist. Der Drucker unten im Bild steht auf dem Akku, der ist ca. 60 cm hoch:

 
 
 
 























Sungrow iSolarCloud-App. So sehen an einem sonnigen Wintertag die Stromflüsse aus. Quasi das Äquivalent zum Karussell-Bildschirm:

 
 
 
















Benjamin

 

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